| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 263 095 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
02.01.1992 Patentblatt 1992/01 |
| (22) |
Anmeldetag: 30.09.1987 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)5: E21D 9/08 |
|
| (54) |
Schneidrad für eine Schildvortriebsmaschine
Cutting wheel for a shield-tunnelling machine
Roue coupante pour une machine pour traçages à bouclier
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
DE FR GB IT |
| (30) |
Priorität: |
30.09.1986 AT 2607/86
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
06.04.1988 Patentblatt 1988/14 |
| (73) |
Patentinhaber: VOEST-ALPINE Bergtechnik
Gesellschaft m.b.H |
|
8740 Zeltweg (AT) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Kogler, Peter, Dipl.-Ing.
A-8720 Knittelfeld (AT)
|
| (74) |
Vertreter: Kretschmer, Adolf et al |
|
Gustav Tschermakgasse 14 A-1180 Wien A-1180 Wien (AT) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
AT-B- 314 588
|
US-A- 1 419 068
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schneidrad für eine Schildvortriebsmaschine mit
im wesentlichen radial gerichteten Schneidbalken, an welchem Messer und/oder Meißel
festgelegt sind, und zwischen den Schneidbalken angeordneten Stützplatten, welche
über Stützplattenzylinder an einem rotierbar antreibbaren Träger abgestützt sind,
bei welchem zwischen Stützplatten und Schneidbalken flexible Dichtelemente von in
Umfangsrichtung der Stützplatten verlaufenden Leisten gehalten sind.
[0002] Bei Schildvortriebsmaschinen werden in der Regel rotierende Werkzeuge angeordnet.
Derartige Schildvortriebsmaschinen werden beispielsweise für den Tunnelbau eingesetzt
und verfügen über einen in sich geschlossenen, zumeist aus mehreren Segmenten zusammengesetzten
Schild. Bei Verwendung von Schneidrädern zum Abtragen des Gesteins an der Ortsbrust
sind Schneidbalken zumeist als radial weisende Werkzeugträger ausgebildet, zwischen
welchen der verbleibende Raum durch Stützplatten ausgefüllt ist. Die Stützplatten
werden über jeweils gesonderte Stützplattenzylinder in axialer Richtung gegen die
Schneidbalken angestellt, so daß zwischen den Stützplatten und den Schneidbalken ein
Spalt für den Durchtritt des geschnittenen Gesteins auf das nachfolgende Abfördermittel
verbleibt. Zur Verringerung der Staubbelastung ist es bereits vorgeschlagen worden,
diesen verbleibenden Spalt zwischen Schneidbalken und Stützplatten durch von Gummimatten
gebildete elastische Dichtelemente abzudecken. Aus der AT-B-314 588 ist ein Schneidkopf
für eine Schildvortriebsmaschine bekanntgeworden, bei welchem zur Abdeckung des Schlitzes
zwischen den Schneidwerkzeugen und Stützplatten unter Federdruck stehende Abdeckleisten
aus PVC verwendet werden. Da das geschnittene Gestein zumeist scharfkantig ist, ist
die Lebensdauer derartiger Gummimatten bzw. Abdeckleisten überaus gering und eine
wirkungsvolle Dichtung nach kürzester Zeit nicht mehr gewährleistet.
[0003] Die Erfindung zielt nun darauf ab, den Bereich zwischen Schneidbalken und Stützplatten
sicher und dauerhaft abzudichten und dennoch die Möglichkeit zu schaffen, daß hereingebrochenes
bzw. geschnittenes Gestein durch den Spalt zwischen Stützplatten und Schneidbalken
auf das nachfolgende Fördermittel gelangen kann. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht
die Erfindung ausgehend von einem Schneidrad der eingangs genannten Art im wesentlichen
darin, daß die flexiblen Dichtelemente von nebeneinander angeordneten, die radiale
Richtung kreuzenden oder schneidenden, stabförmigen Elementen in Form von Seilstücken
gebildet sind. Während bei den bekannten plattenförmigen Abdichtelementen ein einzelner
durchtretender Gesteinsbrocken immer mehr oder minder große Teilbereiche des Dichtelementes
elastisch verformen muß, um tatsächlich auf das nachfolgende Fördermittel zu gelangen
und dabei mit seinen scharfen Kanten das flächige Material verletzt, ist durch die
Anordnung von nebeneinander angeordneten, die radiale Richtung kreuzenden oder schneidenden
stabförmigen Elementen bzw. Seilstücken die Möglichkeit geschaffen, jeweils nur diejenige
Anzahl von flexiblen Elementen ohne Beeinflussung benachbarter Bereiche elastisch
zu verformen, welche der Größe des durchtretenden Gesteinsbrockens entsprechen. Drahtseilstücke
können bei relativ geringem Durchmesser der einzelnen Drahtseilstücke ein hohes Maß
an elastischen Rückstellkräften ausüben und dennoch die Sicherheit bieten, daß in
dem jeweils gewünschten Bereich der Durchtritt eines Gesteinsbrockens ohne übermäßigen
Verschleiß der Dichtung möglich wird. Eine Zugbelastung in radialer Richtung, wie
sie bei zusammenhängenden flächigen Dichtelementen unvermeidbar ist und dadurch zu
einem verfrühten Reißen des Dichtelementes führt, tritt bei derartigen gesonderten
nebeneinander angeordneten stabförmigen flexiblen Elementen nicht auf und es wird
tatsächlich immer nur derjenige Bereich einer elastischen Verformung unterworfen,
welcher der Größe des Gesteinsbrockens entspricht. Bei gleichzeitiger Erhöhung der
Lebensdauer einer derartigen Dichtung, wird auch ein wirkungsvollerer Schutz und eine
wirkungsvollere Dichtung im Betrieb erzielt.
[0004] Mit Vorteil sind die stabförmigen Elemente am Umfang der Stützplatten und im wesentlichen
normal auf die Ränder der Stützplatte mittels der in Umfangsrichtung verlaufenden
Leisten, welche auf einem mit der Stützplatte, beispielsweise durch Schrauben, verbindbaren
Träger festgelegt sind, gehalten. Auf diese Weise wird eine einfache Festlegung der
Dichtungselemente ermöglicht und ist es leicht möglich, die erfindungsgemäßen Dichtelemente
an der Stützplatte festzulegen und im Falle von Schäden schadhaftgewordene Teilbereiche
der Dichtung durch Abschrauben des entsprechendes Trägers und Austausch der schadhaften
Teilbereiche des Trägers wiederum zu reparieren. Neben den den in radiale Richtung
weisenden Schneidbalken benachbarten Kanten derartiger Stützplatten, welche im wesentlichen
geradlinig verlaufen können, weisen die Stützplatten auch eine dem Umfang des Schildes
benachbarte kreisrunde Kante auf, welche gleichfalls einen mehr oder minder breiten
Spalt zum Schild freiläßt. Auch dieser Bereich kann in analoger Weise wie der innenliegende
den Schneidbalken benachbarte Bereich der Stützplatten mit elastisch verformbaren
stabförmigen flexiblen Elementen abgedichtet werden.
[0005] Die stabförmigen Elemente können auch zwischen in Umfangsrichtung der Stützplatte
verlaufenden Leisten durch Klemmung und/oder Schweißung gehalten werden.
[0006] Für die Dichtung zu den Schneidbalken können die einzelnen Seilstücke Längen von
etwa 20 cm aufweisen. Als geeigneter Durchmesser im Falle von Drahtseilen kommen Einzeldurchmesser
der Seilstücke von 15 bis 20 mm in Betracht, wodurch ein hohes Maß an Flexibilität
und Stabilität gewährleistet ist. Auch am Außenumfang der Stützplatten können von
Seilstücken gebildete stabförmige Elemente als Dichtungselemente eingesetzt werden,
wobei mit Vorteil die Ausbildung so getroffen ist, daß am Außenumfang der Stützplatte
stabförmige Elemente angeordnet sind, deren Länge geringer ist als die Länge der den
Schneidbalken benachbarten stabförmigen Elemente.
[0007] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispieles näher erläutert. In dieser zeigen Fig.1 eine Stirnansicht eines
erfindungsgemäßen Schneidrades und Fig.2 einen Axialschnitt durch einen Teilbereich
des Schneidrades nach Fig.1 in vergrößerter Darstellung.
[0008] In Fig.1 ist ein Schneidrad dargestellt, welches drei in radialer Richtung weisende
Schneidbalken 1 aufweist. Die in radiale Richtung weisenden Kanten dieser Schneidbalken
1 tragen Schneidmesser 2, welche bei Rotation der Schneidbalken 1 um die Rotationsachse
3 mit dem abzubauenden Gestein im Eingriff stehen.
[0009] Der zwischen den Schneidbalken 1 verbleibende Raum, wird durch Stützplatten 4 ausgefüllt,
welche über an den schematisch mit 5 angedeuteten Stellen angreifende Stützplattenzylinder
in axialer Richtung der Rotationsachse 3 verschoben werden können. Jede Stützplatte
4 ist hiebei mit drei Stützplattenzylindern, welche an den mit 5 angedeuteten Stellen
angreifen, verstellbar, so daß neben einer Verschiebung in axialer Richtung auch eine
Winkelanstellung relativ zur Rotationsachse 3 bzw. zu den Schneidbalken 1 möglich
ist.
[0010] Bei der Darstellung nach Fig.2 ist ein derartiger Schneidbalken 1 ersichtlich, an
welchem ein Schneidmesser 2 festgelegt ist. Die Rotationsachse des Schneidrades ist
wiederum mit 3 angedeutet. Der Rotationsantrieb erfolgt über einen mit 6 bezeichneten
Motor, wobei das gesamte Schneidrad gemeinsam mit dem Antrieb in Richtung der Rotationsachse
3 zur Ortsbrust hin verlagerbar ist. Eine Stützplatte 4, wie sie den Raum zwischen
den Schneidbalken 1 überbrückt, ist über Stützplattenzylinder 7 in Richtung des Doppelpfeile
s 8 mit vorgegebenem Hub verstellbar und kann mit Rücksicht auf die Mehrzahl der Stützplattenzylinder
7, welche mit einer Stützplatte 4 zusammenwirken, auch relativ zur Rotationsebene
geneigt werden. Zwischen dem Schneidmesser 2 und der Stützplatte 4 verbleibt ein Spalt
9, durch welchen Gestein in Richtung des Pfeiles 10 in den Raum hinter dem Schneidrad
gelangen kann und in der Folge über ein Abfördermittel abtransportiert werden kann.
[0011] Die Hydraulikleitung für die Betätigung der Stützplattenzylinder, welche gemeinsam
mit dem Träger 11 rotiert, ist schematisch mit 18 angedeutet.
[0012] An der Innenkante der Stützplatten ist ein Träger 12 festgelegt, welcher aneinander
anschließend angeordnete Seilstücke 13 aufnimmt. Bei Verschiebung der Stützplatte
4 in Richtung zur Ortsbrust gelangen diese Seilstücke in die Position 13ʹ, wodurch
der verbleibende Spalt zwischen der Schneidkante der Schneidmesser 2 entsprechend
geringer wird. Da die einzelnen Seilstücke 13 elastisch verformbar sind, kann durchtretendes
Gestein die einzelnen Seilstücke in Richtung des Pfeiles 14 abbiegen, wodurch der
freie Durchtritt von gebrochenem bzw. geschnittenem Gestein nicht behindert wird.
[0013] Die einzelnen Seilstücke 13 sind, wie insbesondere aus Fig.1 ersichtlich ist, in
im wesentlichen die radiale Richtung 15 schneidender bzw. kreuzender Position angeordnet
und stehen normal auf die den Schneidbalken 1 benachbarte Kante 16 der Stützplatten.
Auch am Außenumfang 17 der Stützplatten 4 können entsprechende Seilstücke 13 als Dichtungselemente
angeordnet sein. Die einzelnen Schneidbalken können um eine im wesentlichen radial
gerichtete und der in Fig.1 mit 15 bezeichneten Richtung entsprechende Achse schwenkbar
angeordnet sein, so daß je nach Drehrichtung des Schneidrades eine optimale Anstellung
an das zu schneidende Gestein ermöglicht wird.
1. Schneidrad für eine Schildvortriebsmaschine mit im wesentlichen radial gerichteten
Schneidbalken (1), an welchen Messer (2) und/oder Meißel festgelegt sind, und zwischen
den Schneidbalken (1) angeordneten Stützplatten (4), welche über Stützplattenzylinder
an einem rotierbar antreibbaren Träger (11) abgestützt sind, bei welchem zwischen
Stützplatten (4) und Schneidbalken (1) flexible Dichtelemente von in Umfangsrichtung
der Stützplatten (4) verlaufenden Leisten gehalten sind, dadurch gekennzeichnet, daß
die flexiblen Dichtelemente von nebeneinander angeordneten, die radiale Richtung kreuzenden
oder schneidenden, stabförmigen Elementen in Form von Seilstücken (13) gebildet sind.
2. Schneidrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die stabförmigen Elemente
(13) am Umfang der Stützplatten (4) und im wesentlichen normal auf die Ränder der
Stützplatte mittels der in Umfangsrichtung verlaufenden Leisten, welche auf einem
mit der Stützplatte (4), beispielsweise durch Schrauben, verbindbaren Träger festgelegt
sind, gehalten werden.
3. Schneidrad nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß am Außenumfang der
Stützplatte (4) stabförmige Elemente (13) angeordnet sind, deren Länge geringer ist
als die Länge der den Schneidbalken (1) benachbarten stabförmigen Elemente.
1. A cutting wheel for a shield tunnelling machine comprising substantially radially
oriented cutter bars (1), to which are fastened blades (2) and/or chisels, and support
plates (4) arranged between the cutter bars (1), which are supported via support plate
cylinders on a rotatably drivable carrier (11), wherein flexible sealing members are
held between support plates (4) and cutter bars (1) by strips running in the circumferential
direction of the support plates (4), characterized in that the flexible sealing members
are formed of bar-shaped members in the form of cable sections (13) arranged adjacent
each other and crossing or cutting the radial direction.
2. A cutting wheel according to claim 1, characterized in that the bar-shaped members
(13) are held at the circumference of the support plates (4) and substantially normally
to the edges of the support plates by means of the strips running in the circumferential
direction, which strips are fastened to a carrier which may be connected to the support
plate (4), for example by screws.
3. A cutting wheel according to claim 1 or claim 2, characterized in that bar-shaped
members (13) are arranged at the outer circumference of the support plate (4), the
length of which members (13) is less than the length of the bar-shaped members adjacent
the cutter bars (1).
1. Roue coupante pour une machine pour traçages à bouclier, comprenant des barres de
coupe (1) dirigées essentiellement radialement et sur lesquelles sont fixés des couteaux
(2) et/ou des trépans, et des plaques d'appui (4) disposées entre les barres de coupe
(1) et qui prennent appui par l'intermédiaire de vérins de plaques d'appui sur un
support entraîné en rotation, des éléments d'étanchéité souples étant maintenus entre
les plaques d'appui et les barres de coupe par des baguettes s'étendant sur la périphérie
des plaques d'appui, caractérisée en ce que les éléments d'étanchéité souples sont
constitués par des éléments en forme de barrettes, constitués par des morceaux de
câble (13), disposés les uns à côté des autres et croisant ou coupant la direction
radiale.
2. Roue coupante suivant la revendication 1, caractérisée en ce que les éléments (13)
en forme de barrettes sont maintenus sur la périphérie des plaques d'appui (4) et
essentiellement perpendiculairement aux bords de ces plaques au moyen de baguettes
s'étendant sur le pourtour et fixées sur un support qui peut être relié à la plaque
d'appui (4), par exemple par des vis.
3. Roue coupante suivant la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que des éléments
en forme de barrettes (13) sont disposés sur la périphérie extérieure de la plaque
d'appui (4), la longueur de ces éléments étant inférieure à celle des éléments en
forme de barrettes adjacents aux barres de coupe (1).

