(19)
(11) EP 0 263 779 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.04.1988  Patentblatt  1988/15

(21) Anmeldenummer: 87730124.2

(22) Anmeldetag:  09.10.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B22D 11/04, B22D 11/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 10.10.1986 US 917705

(71) Anmelder: MANNESMANN Aktiengesellschaft
D-40027 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Polick, Raymond L.
    Pittsburgh, PA 15236 (US)
  • Tamburrino, Kenneth D.
    Aliquippa, PA 15001 (US)
  • Becker, Edmund H.
    D-5840 Schwerte (DE)

(74) Vertreter: Meissner, Peter E., Dipl.-Ing. et al
Meissner & Meissner, Patentanwaltsbüro, Postfach 33 01 30
D-14171 Berlin
D-14171 Berlin (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Einrichtung zum kontinuierlichen Giessen von geschmolzenem Metall


    (57) Die Erfindung betrifft eine Kokillenanordnung (10, 10a) mit variabler Länge zum kontinuierlichen Gießen mit einem Kühlmantel (18), der einen oberen stationären Abschnitt und einen unteren entfernbaren Abschnitt aufweist. Eine rohrförmige Kokille (20) und eine Innenwand des Kühl­mantels kann der variierenden Länge des Kühlmantels angepaßt werden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum konti­nuierlichen Gießen von geschmolzenem Metall.

    [0002] Derzeit bekannte Einrichtungen zum kontinuierlichen Gießen von Metallen, wie eisenhaltigen Metallen, mit vibrierenden Kokillen besitzen eine feste Länge. Diese feste Länge wird normalerweise unter Berück­sichtigung der Erstarrung des Metalls mit niedrigem Kohlenstoffgehalt ausgewählt. Bei dieser Länge muß sichergestellt sein, daß ausreichende Wandabschnitte dick genug erstarrt sind, so daß die Gußhaut nicht bricht und damit das geschmolzene Metall des Kernes aus der Anlage austreten könnte.

    [0003] Wenn Metalle mit einem Kohlenstoffgehalt insbesondere im mittleren Bereich zwischen 0,15 und 0,35 und höher vergossen werden, und zwar unter Anwendung des offene Kokille-Öl-Verfahrens,dann erstarrt das geschmolzene Metall ungleichmäßig. Das Metall schrumpft ungleich­mäßig von der Kokille weg und schneller als die nie­drigeren kohlenstoffhaltigen Metalle, so daß die Er­starrung ungleichmäßig wird und nicht annehmbare Pro­duktformen entstehen.

    [0004] Je länger die Kokille ist, desto länger ist die Metall­haut in der Kokille. Diese zusätzliche Zeit macht die gerade ungleichmäßig erstarrte Haut schlecht, und zwar wegen der Kühlwirkungen der wassergekühlten Kupferrohre.

    [0005] Die bekannten Kokillen mit fester Länge zum Gießen von Stählen entsprechen den vorstehend erwähnten und sind üblicherweise aus Kupfer. Diese Kupferkokillen neigen zu einer schnellen Abnutzung im unteren Bereich und hieraus resultieren hohe Installationskosten.

    [0006] Diese vorstehend erwähnten Einschränkungen für Kokillen­anordnungen mit fester Länge, und zwar sowohl zum Gießen von Stählen mit hohen und niedrigem Kohlen­stoffgehalt sind näher beschrieben in der US-PS 35 28 487.

    [0007] Es besteht daher in der Praxis eine Notwendigkeit zur Anpassung der Kokille an eine Länge, die eine aus­reichende Gießzeit bzw. Verweilzeit ermöglicht propor­tional zu der Erstarrungsgeschwindigkeit und dem Kohlen­stoffgehalt von unterschiedlichen Kohlenstoffmengen enthaltenen Metallen. Außerdem besteht eine Notwendigkeit in der Schaffung einer Kupferkokille, die wiederver­wertet werden kann, wenn ein Abschnitt abgenutzt ist.

    [0008] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung eine Kokillen­anordnung und eine Betriebsweise zu schaffen, bei der die Kokillenanordnung eine solche Flexibilität besitzt, daß eine Anpassung an die Erstarrungsgeschwindigkeit von Metallen mit unterschiedlichen chemischen Zu­sammensetzungen möglich ist und damit Qualitätsprodukte erzeugbar sind.

    [0009] Diese Kokillenanordnung soll schnell und leicht anpaß­bar sein und weiterhin soll sie eine variable Länge aufweisen, so daß bei Abnutzung des längeren Kokillen­rohres im unteren Bereich, diese verkürzt und in eine Ko­killenanordnung eingesetzt werden kann, die zum Gießen eines Produktes mit kürzerer Verweilzeit benötigt wird.

    [0010] Im weitesten Sinne besteht somit die Aufgabe in der Schaffung einer Kokillenanordnung mit einer Flexibilität für benötigte Längenwechsel beim Gießen von Metallen unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung, die sehr kostengünstig ist.

    [0011] Die erfindungsgemäße Kokillenanordnung besteht im we­sentlichen aus einem stationären und einem entfernbaren Kühlmantelabschnitt. Beide Kühlmantelabschnitte weisen Flanschabschnitte auf, die zur Zusammenfügung des statio­nären mit dem entfernbaren Abschnitt miteinander verbunden sind.

    [0012] Ebenfalls ein Flansch dient zum Anbringen des entfern­baren Kühlmantelabschnittes an einem Teil der Sekundär­kühleinheit der Anlage bzw. Gießmaschine. Sowohl der Flansch für den stationären Kühlmantel wie auch für die Sekundärkühleinheit sind so ausgebildet, daß sie bei Entfernung des entfernbaren Kühlmantelabschnittes mit­einander verbindbar sind.

    [0013] Gemäß der vorliegenden Erfindung soll die Flanschver­bindung so gestaltet sein, daß der Kühlmantel der Kokillenanordnung mit einem Abschnitt der Sekundär­kühleinheit mit oder ohne den entfernbaren Kühlmantel­abschnitt verbindbar ist.

    [0014] Die rohrförmige Kokille und die Innenwand des Kühl­mantels, benachbart dieser rohrförmigen Kokille, können leicht gekürzt und komplett ersetzt werden, wobei ihre Länge generell dem Kühlmantel entspricht.

    [0015] Schließlich kann ein Teil der Sekundärkühleinheit mit der Kokillenanordnung verbunden werden und es kann ein weiteres Kühlteil vorgesehen sein, das zwischen dieser ansetzbaren Kühleinheit und einem festen Teil der Se­kundärkühleinheit verwendet wird, wenn eine kürzere Kokillenanordnung benutzt wird.

    [0016] Die Erfindung soll nachfolgend anhand der Zeichnungen erläutert werden.

    [0017] Dabei zeigt:

    Fig. 1 eine Kokillenanordnung gemäß der Erfindung mit einem entfernbaren unteren Abschnitt,

    Fig. 2 eine Kokillenanordnung ohne einen entfernbaren Abschnitt,

    Fig. 3a, b zwei schematische Ansichten der erfindungs­gemäßen Kokillenanordnung mit angesetztem Kühlabschnitt 12a und sie zeigt dessen An­ordnung relativ zu dem Abschnitt 12b der Sekundärkühleinheit 12 und

    Fig. 4 eine Abkühlungskurve, die mit den Sekundär­kühleinheiten 12a und 12b nach Figur 3A,3B erhalten wurde.



    [0018] Es folgt nun die detailierte Beschreibung einer vor­zugsweisen Ausführung.

    [0019] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Kokillenanordnung 10, die mittels geeigneter (nicht gezeigter) Mittel in Schwingungen versetzt werden kann und die geschmolzenes Metall wie Stahl aufnimmt.

    [0020] In bekannter Weise wird beim Stranggießen das geschmolzene Metall in der Pfanne antransportiert und in Zwischenge­fäße gegossen, die das Metall der Kokillenanordnung 10 direkt zuführen. Die Kokille schwingt,um die Haut von der Kokillenwand während der Erstarrungsphase des Metalls ab­zulösen und das Metall umzurühren.

    [0021] Die anfängliche Erstarrung erolgt in der Kokille 10 während die Durchhärtung des Kernes in der Sekundärkühleinheit 12 unterhalb der Kokillenanordnung 10 auftritt.

    [0022] Die Kühleinheit 12 besteht aus einer Vielzahl von Rollen 14 und Sprüheinheiten 16, wie sie in herkömm­lichen Stranggießanlagen üblich sind.

    [0023] Wie sich besonders aus den Figuren 3a und 3b ergibt, besteht die Sekundärkühleinheit 12 aus zwei Abschnitten 12a und 12b, wobei der Abschnitt 12a unmittelbar mit dem Boden der Kokillenanordnung 10 verbunden ist und der Abschnitt 12b sich unterhalb des Abschnittes 12a befindet, wie es später noch erläutert werden soll.

    [0024] Als Hintergrundinformation wird hier auf die US-PS's 32 89 257 und 38 11 490 verwiesen.

    [0025] Die Kokillenanordnung in Figur 1 wird üblicherweise dann benutzt, wenn Metalle, die hochlegiert sind, ver­gossen werden sollen, während die Kokillenanordnung nach Figur 2 kürzer ist und keine Verlängerung aufweist und für Metalle mit niedrigem Kohlenstoffgehalt, der üblicherweise zwischen 0,15 und 0,35% liegt, verwendet wird, insbesondere wenn mit einem Ölschmiermittel ver­gossen wird.

    [0026] Die Bezugszeichen in den Figuren 1 und 2 betreffen gleiche Komponenten.

    [0027] Die in den Figuren 1 und 2 gezeigte Kokillenanordnung 10, 10a weist einen Kühlmantel 18 auf, der eine rohr­förmige Kupferkokille 20,21 umgibt. Die Kokille besitzt einen Hohlraum mit gegenüberliegenden Enden 20a, 20b und 21a, 21b, wobei das obere Ende 20a, 21a zur Auf­nahme des geschmolzenen Metalls und das untere Ende 20b, 21b zum progressiven Abgeben des Metallstranges dient, der sich dann in die Kühlzone 12 bewegt.

    [0028] Der Kühlmantel 18 in Figur 1 und 2 besteht aus einem stationären oberen Abschnitt 22 und -gemäß Figur 1- aus einem entfernbaren unteren Abschnitt 24, der als eine Verlängerung dient, um dem stationären Abschnitt 22 die Länge zu geben.

    [0029] Beide, der stationäre und der entfernbare Abschnitt 22, 24 werden aus einem inneren Wandteil 26, 26a gebildet, das sich im wesentlichen über die Länge der rohrförmigen Kokille 20, 21 erstreckt und das benachbart zu und im Abstand von der Kokille 20, 21 angeordnet ist.

    [0030] Der Abstand und die Ausrichtung des inneren Wandteiles 26, 26a des Kühlmantels 18 wird durch eine Mehrzahl von Abstandselementen erreicht, die um und am oberen Teil und am Boden angeordnet sind, und zwar am inneren gebogenen Wandteil 26, 26a. Diese Abstandselemente sind am oberen Teil mit 28, 28a und am Boden mit 30, 30a bezeichnet.

    [0031] Die Abstandselemente 28, 28a liegen an der oberen Ober­fläche eines ringförmigen Teiles 32 an, das teilweise den oberen Teil des stationären oberen Abschnittes 22 bildet.

    [0032] Das ringförmige Element 32 besitzt eine innere obere Schulter 34 zur Aufnahme des Ringes 36, der den Eintritt in die Kokille 20, 21 bildet und einen äußeren Einschnitt 38 zur Aufnahme des Kragens 40 eines äußeren Wand­elementes 42 des stationären oberen Abschnittes 22.

    [0033] Der Abschnitt 22 nimmt ein ringförmiges Prallteil 44 auf, das am äußeren Wandteil 42 befestigt ist. Dieses Prallteil 44 weist einen Kühlmitteleinlaß und -auslaß auf, die nicht in den Figuren gezeigt sind.

    [0034] Ein ringförmiges Teil 46, das an der Innenwand 26, 26a unterhalb des Teiles 44 befestigt ist, trägt eine Dichtung 48. Die Teile 26 oder 26a, 28 und 48 sind ein­stückig hergestellt.

    [0035] Das Kühlmittel fließt in den stationären Abschnitt 22 und -bezogen auf die Figur 1- in den entfernbaren Ab­schnitt 24. Es fließt zwischen den Abstandsstücken 30 unterhalb der Innenwand 26 oder 26a in den Hohlraum zwischen der Kokille 20 und der Innenwand 26a (Fig.2). Weiter fließt das Kühlmittel durch das Abstandsteil 28 oben am ringförmigen Wandteil 26, 26a zurück in den Aus­laßbereich von 44 im stationären Abschnitt 22.

    [0036] Die untere Begrenzung des stationären Abschnittes 22 weist ein ringförmiges Flanschelements 50 auf, dessen obere Fläche in Figur 1 an einem Tragteil 52 anliegt, dessen untere Fläche eine Verbindung zur Verlängerung 24 in Fig. 1 oder zum Abschnitt 12a der Sekundärkühlmittel­einheit in Fig. 2 darstellt, wie es nachfolgend noch näher erläutert werden soll.

    [0037] Die Länge des Kühlmantels 18 wird durch die Verlängerung oder den entfernbaren Abschnitt 24 bewirkt. Wie sich aus der Figur 1 ergibt, besteht der entfernbare Abschnitt 24 aus einem oberen ringförmigen Flansch 54 und einem unteren ringförmigen Flansch 56, der durch das äußere Wandteil 58 im Abstand vom Flansch 54 gehalten wird.

    [0038] Ein Abschluß für den entfernbaren Abschnitt 24 wird durch das innere Wandelement 26 geschaffen, das sich über die Länge des Abschnittes 24 erstreckt und durch ein ringförmiges Teil 60, das den unteren Flansch 56 und die Abstandselemente 30, 30a aufnimmt und bildet die Basis für die Kokillenanordnung 10 in Figur 1. Das Basisteil 60 ist seinerseits mit dem ringförmigen Teil 62, das ein Teil des Abschnittes 12a der Kühleinheit 12 von beiden Kokillenanordnungen 10, 10a in Figur 1 und 2 ist, verbunden.

    [0039] In den Figuren 1 und 2 wird die rohrförmige Kokille 20, 21 von einem ringförmigen Teil 32 getragen, und zwar oben und am Boden durch das ringförmige Teil 60 und zwischen diesen wird eine Abdichtung geschaffen durch ringförmige Dichtungen 61, 63 oben und unten an der Kokillenanordnung 10, 10a.

    [0040] Das Kühlmittel wird an die Sprühdüsen 16 der Sekundär­kühleinheit 12a in den Figuren 1 und 2 durch die Rohre 17 und 18 geliefert.

    [0041] Obwohl nicht in diesen Figuren 1 und 2 gezeigt, sind Sprühdüsen 16 an beiden Seiten der Kühleinheit 12a sowie eine weitere Rollenreihe 14 wie in Figur 3 dargestellt, vorgesehen.

    [0042] Die Flansche 54 und 56 des entfernbaren Abschnittes 24 sind mittels Bolzen an den Flanschen 50 des ringförmigen Teils 60 -wie auf der rechten Seite der Figur 1 gezeigt- befestigt. Wie sich aus der linken Seite der Figur 1 ergibt, wird eine Stabilisierung zwischen den Flanschen 54 und 56 des entfernbaren Abschnittes durch Hülsen 65 und einen Bolzen 67 erzielt, der sich nach unten durch das Stützteil 52, den ringförmigen Flansch 50, die Flansche 54 und 56, das Basisteil 60 und das Teil 62 erstreckt. Die Ausrichtung dieser zahlreichen Komponenten wird durch Dübel erreicht, die mit 64, 66, 68 und 70 bezeichnet sind.

    [0043] Das vorher erwähnte Kühlmittel fließt durch ringförmige Öffnungen 69, 71 (Figur 1). Die Öffnung 69 wird dabei durch das Teil 50 und die Innenwand 26 und die Öffnung 71 durch das Teil 54 und die Wand 26 (Figur 1) gebildet.

    [0044] Wie sich aus den Figuren 1 und 2 ergibt, weist der Flansch 54 des entfernbaren Teiles 24 eine Innenlippe 72 auf und das Basisteil 60 besitzt eine entsprechende Lippe 74. diese Lippen 72 und 74 dienen dazu einen rich­tigen Sitz des entfernbaren Abschnittes 24 zwischen dem stationären oberen Abschnitt 22 und dem Abschitt 12a der Kühleinheit 12 zu gewährleisten.

    [0045] Aus den Figuren, und zwar insbesondere der Figur 2 ist auch ersichtlich, daß der Flansch 50 des oberen Abschnittes eine Unterschneidung entsprechend dem Flansch 56 des entfernbaren Abschnittes 24 aufweist, so daß er richtig in dem Abschnitt 12a der Kühl­einheit 12 sitzt, wenn der Abschnitt 24 entfernt wird.

    [0046] Die Kühlflüssigkeit wird dem Kühlmantel 18 durch die Kühlmitteleinlaßleitung und -auslaßleitung zu bzw. von diesem abgeführt, die mit dem Teil 44 verbunden sind. Zur Entfernung des Kühlmittels sind eine Mehr­zahl Öffnungen vorgesehen, von denen zwei mit 78 und 80 bezeichnet sind.

    [0047] Wie sich aus der Figur 1 ergibt, erstrecken sich die rorhförmige Kokille 20 und die Innenwand 26 über die Länge der Kokillenanordnung 10, die den entfernbaren Abschnitt 24 zur Verlängerung enthält. In Figur 2 sind diese Komponenten 20 und 26 durch die Komponenten 21, 26a ersetzt, die sich ebenfalls über die Länge der Kokillenanordnung 10a erstrecken. Diese Komponenten 21, 26a in Figur 2 besitzen eine geringere Länge als die der Figur 1 und sie sind so in der Anordnung 10a befestigt, daß sie leicht entfernt werden können, um die Länge der Anordnung anzupassen.

    [0048] Wenn die längere Kokille 20 mit der Innenwand 26 nach Figur 1 benuzt wird und wenn die unteren Bereiche sich abnutzen, dann werden diese schle chten Bereiche 20, 26 abgeschnitten. Einmal abgeschnitten, können sie in der kürzeren Version nach Figur 2 weiterbenutzt werden.

    [0049] Wie vorstehend erwähnt, wird die Kokillenanordnung nach Figur 1 dann verwendet, wenn niedriggekohlte Stähle im Bereich zwischen 0,15% und weniger vergossen werden. Beim Vergießen von Stählen mit höherem Kohlen­stoffgehalt und Anwendung der Offenstrom/Öl Methode -die allgemein in der Industrie bekannt ist- wird die Anordnung nach Figur 2 benutzt, mit dem entfernten unteren Abschnitt 24 des Kühlmantels 18. Dieser Ab­schnitt 24 nach Figur 1 wird leicht durch offensicht­liche Schnitte entfernt und das ringförmige Teil 60 kommt mit dem ringförmigen Flanschelement 50 in Be­rührung, das Teil des stationären Kühlabschnittes 22 des Kühlmantels nach Figur 2 ist.

    [0050] Beim Gießen mit beiden Anordnungen nach Figur 1 und 2 wird in bekannter Weise geschmolzenes Metall in die oszillierende rohrförmige Kokille 20, 21 gegossen.

    [0051] Ein Erstarren der äußeren Schicht des flüssigen Metalls erfolgt beim Kontakt mit der rohrförmigen Kokille 20, 21 und die Erstarrung setzt sich graduell in Richtung auf den Kern fort, wenn der Strang die Kokille durchläuft.

    [0052] Am Ausgang aus der Kokillenanordnung 10, 10a gelangt der Strang in die Sekundärkühleinheit 12.

    [0053] Die Figuren 3a und 3b zeigen schematisch die Kokillen­anordnung 10, 10a relativ zur Sekundärkühleinheit 12. Das Schema in Figur 3a ist das der Kokille nach Fig. 1 mit einem entfernbaren Abschnitt 24 und dem Kühl­bereich 12a.

    [0054] Dieser Kühlbereich 12a ist mit der Kokille 10 durch die vorher beschriebenen Mittel verbunden und er besteht aus zwei Reihen von Rollen 14, den Rohren 17, 19 und den Sprühdüsen 16. Der untere Teile dieses Schemas zeigt die Dauerkühleinheit 12b der Sekundärkühleinheit 12.

    [0055] In dem Schema nach Figur 3b ist die Kokille nach Fig. 2 ohne entfernbaren Kokillenabschnitt 24 dargestellt.

    [0056] Der Kühlabschnitt 12a ist -wie in Fig. 2 gezeigt- an der Kokille angeordnet.

    [0057] Die Anordnung der Kokille 10, 10a ist bei beiden Dar­stellungen entlang einer gemeinsamen Zuführungslinie "A" für geschmolzenes Metall.

    [0058] Wie vorher erwähnt, ist die Sekundärkühleinheit 12b auch eine permanente Konstruktion in der Stranggießanlage, wobei dessen obere Begrenzung mit "B" bezeichnet ist.

    [0059] Wird die Kokillenanordnung 10a nach Figur 2 benutzt, mit dem Kühlabschnitt 12a, so ist zwischen den Linien B und C ein Spalt vorhanden, wie der Doppelpfeil zeigt. Um eine gewünschte Kühlkurve wie in Figur 4 zu erhalten, und zwar bei Verwendung der Kokillenanordnung 10a, sind Füllmittel, wie zusätzliche Sprüheinheiten im gleichen Abstand und gleich denen in der Einheit 12b vorgesehen, so daß in diesem Spalt oder Bereich eine vorbestimmte Kühlung erreicht werden kann.

    [0060] Die vorstehenden Ausführungen sollen ein Ausführungs­beispiel beschreiben, aber es ist klar, daß eine ganze Reihe von Abänderungen im Rahmen der Erfindung möglich sind. So können beispielsweise die Kokille 20, 21 und die Innenwandteile 26, 26a des Kühlmantels 18 zweiteilig sein, wobei die zwei Abschnitte durch geeignete Mittel miteinander verbunden sind, so daß dann, wenn die kürzere Version der Kokille nach Fig. 1 benötigt wird, der untere Abschnitt jeder Komponente 20, 26 leicht abgetrennt werden kann, um im wesent­lichen die gleiche Länge wie die Kokillenanordnung 10a in Figur 2 zu erhalten.


    Ansprüche

    1. Einrichtung zum kontinuierlichen Gießen von ge­schmolzenem Metall gekennzeichnet durch eine Ko­killenanordnung bestehend aus einer Kokille mit einem Hohlraum darin, der an beiden Seiten offen ist, zum progressiven Entleeren des Metalls als Strang, wobei der Strang eine äußere Oberfläche aufweist, die sich bei der Erstarrung von der Kokillenwand entfernt, erste Kühleinrichtungen, die um die Kokille ange­ordnet sind und die ein Kühlmittel aufnehmen und verteilen, um die Erstarrung des geschmolzenen Metalls zu erreichen,
    erste Einlaßmittel zum Einführen des Kühlmittels in die Kokillenanordnung, weiter, dadurch,
    daß die ersten Kühleinrichtungen Innenwände be­sitzen, um und nahe bei der Kokille, zwischen denen das Kühlmittel geführt ist, durch ring­förmige Verlängerungsmittel, die wenigstens an die erste Kühleinrichtung zur Verlängerung der Länge der Kokillenanordnung ansetzbar sind, und durch Befestigungsmittel in der Kokillenanordnung für die Kokillenteile und die Innenwände der ersten Kühleinrichtung zum Ersetzen der Kokille und der Innenwände in dieser Kokillenanordnung durch eine unterschiedliche Kokille und unter­schiedliche Innenwand für die ersten Kühlein­richtungen, wobei jede eine Länge aufweist ent­sprechend der Kokillenanordnung und diese Länge von der Benutzung oder Nichtbenutzung der Ver­längerung abhängt und wobei die Länge jeder Kokille und Innenwände in Verbindung mit den Verlängerungen eine längere Erstarrungszeit für die Abtrennung der Strangoberfläche von der Wand ergibt.
     
    2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Sekundärkühlmittel nahe dem Ausgang der Kokille angeordnet sind, um eine wei­tere Abkühlung des Stranges zu bewirken und daß die Sekundärkühlmittel eine Mehrzahl von Rollen und Sprühdüsen aufweisen, wobei der obere Ab­schnitt an der Kokillenanordnung angebracht ist.
     
    3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sekundärkühlmittel ferner aus einem statio­när angeordneten unteren Abschnitt nahe dem oberen Abschnitt bestehen, wobei der Abstand zwischen dem oberen Abschnitt und dem unteren Abschnitt der Se­kundärkühlmittel von der Benutzung oder Nichtbenutzung der Verlängerungsmittel an der Kokillenanordnung abhängt und daß der Abstand dann größer ist, wenn keine Verlängerungsmittel vorhanden sind.
     
    4. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Füllmittel in dem Abstand bei Nichtbenutzung der Verlängerungsmittel vorgesehen sind und daß die Füllmittel aus Kühldüsen bestehen, die ein vorbe­stimmtes Kühlmuster auf dem Strang erzeugen.
     
    5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß weiterhin ein oberes ringförmiges Teil am Ko­killeneintritt vorgesehen ist, daß ein ringförmiges Basisteil den Ausgang am Auslaßende der Kokille bildet, daß das obere und das untere ringförmige Teil Teile der ersten Kühlmittel sind und daß die Be­festigungsmittel für die Kokille und die Innenwände in den oberen und unteren ringförmigen Teilen ange­ordnet sind.
     
    6. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten Kühlmittel ein ständiges Teil der Einrichtung darstellen und aus einem ersten ringförmigen Flanschteil an der Basis bestehen.
     
    7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zweite Kühlmittel benachbart den ersten Kühl­mitteln angeordnet sind zur weiteren Abkühlung und Erstarrung des Stranges und daß sie einen zweiten ringförmigen Flansch aufweisen mit einem Oberflächen­bereich, der so ausgebildet ist, daß er den richtigen Sitz für den ersten ringförmigen Flansch der ersten Kühlmittel bildet zur Verbindung dieser zweiten Kühl­mittel mit den ersten Kühlmitteln.
     
    8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlängerungsmittel der ersten Kühlmittel ein im Abstand angeordnetes drittes und viertes ring­förmiges Flanschteil enthalten, daß das dritte ring­förmige Flanschteil einen ausgeschnittenen Bereich aufweist, um den ersten ringförmigen Basisflansch der ersten Kühlmittel aufzunehmen und daß der vierte ringförmige Flansch eine Oberfläche aufweist, die so ausgebildet ist, daß sie den zweiten ringförmigen Flansch des zweiten Kühlmittels richtig aufnimmt.
     
    9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß Stabilisierungsmittel zwischen dem im Abstand angeordneten dritten und vierten ringförmigen Flansch der Verlängerungsmittel des ersten Kühl­mittel angerodnet sind, um diesen Stabilität zu verleihen.
     
    10. Stranggießmaschine mit einer inneren und einer äußeren Kokille, die so ausgebildet ist, daß sie mehr als eine effektive Kokillenkühllänge aufweist, gekennzeichnet dadurch, daß
    die innere Kokille wenigstens zwei unterschiedliche Kokillenelemente enthält, daß
    die Kokillenelemente Öffnungen für die Aufnahme des geschmolzenen Metalls und am anderen Ende gegenüberliegend Öffnungen zu Abgabe der gegossenen Gegenstände aufweisen, daß
    die Maschine Kokillenkühlelemente und Mittel zum Verbinden der Kühlmittel mit der äußeren Kokille aufweist, daß
    Mittel zumAuss etzen des Kühlmittels der Kokillen­kühlung der inneren Kokille vorgesehen sind, daß
    die unterschiedlichen Kokillenelemente verschiedene wirksame Kühlängen haben, daß
    die äußeren Kokillen Mittel zum Anbringen einer oder der Kokillenelemente an der äußeren Kokille in einer gemeinsamen Metallaufnahmeposition auf­weisen, daß
    ein Teil der Sekundärkühlmittel, die unterhalb der äußeren Kokille angeordnet sind,eine gemeinsame Gießstrangaufnahmeposition für beide Kokillenelemente besitzt, daß
    Mittel zwischen dem Austrittsende der Kokille und dem Abschnitt der Sekundärkühlmittel zur Aufbringung des Kühlmittels auf den aus der Kokille austretenden Strang und daß
    Mittel unabhängig von der Art der Kokille vorgesehen sind zwischen dem Austrittsende der Kokille und dem Bereich der Sekundärkühlung zur Aufrechterhaltung eines vorbestimmten Kühlmusters durch die Spritzdüsen.
     
    11. Stranggießmaschine nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch Haltemittel für die innere und äußere Kokille und durch Mittel zum Halten der Kokillenelemente auf einer gemeinsamen Metallaufnahmeposition.
     
    12. Stranggießmaschine mit einer inneren und einer äußeren Kokille zur Schaffung mehr als einer wirk­samen Kühllänge, gekennzeichnet, durch wenigstens zwei unterschiedliche Innenkokillen, daß die Ko­killen an einem Ende Metallaufnahmeöffnungen und am gegenüberliegenden Ende Austrittsöffnungen auf­weisen, daß die verschiedenen Kokillenelemente unter­schiedliche effektive Kühllängen aufweisen und daß die äußeren Kokillenmittel Mittel enthalten, um entweder das eine oder das andere Kokillenelement mit der äußeren Kokille in einer gemeinsamen, ge­schmolzenes Metall aufnehmenden, Position zu halten.
     
    13. Verfahren zum Stranggießen von geschmolzenem Metall in eine Form mit einer Gießmaschine, die eine Kokillenanordnung enthält, mit wenigstens zwei unterschiedliche Längen aufweisenden Kokillen­teilen, die geschmolzenes Metall aufnehmende Enden und den Strang abgebende Enden aufweisen und mit ersten Kühlmitteln, die wenigstens zwei Innenwände mit unterschiedlichen Längen um die Kokille auf­weisen, dadurch gekennzeichnet, daß das Kühlmittel zwischen die Innenwände und die Kokille eingeführt wird, um eine Erstarrung des geschmolzenen Metalls zu bewirken, daß ein Verlängerungsmittel mit dem ersten Kühlmittel verbunden wird, um die Erstarrungs­periode des Metalls zu erhöhen, wobei beim Benutzen dieser Verlängerungsmittel ein kürzeres Kokillen­teil und ein kürzeres Innenwandteil durch ein längeres Kokillenteil und ein längeres Innenwandteil ersetzt werden, wobei die größere Länge im wesent­lichen der Länge der ersten Kühlmittel mit der Ver­längerung daran entspricht und wobei das Kühlmittel zwischen das längere Kokillenteil und die Innen­wände eingeführt wird.
     
    14. Verfahren nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch folgende Schritte:
    Befestigen der zwei unterschiedlich langen Kokillen­teile und Innenwandteile auf einer gemeinsamen Aufnahmeposition für geschmolzenes Metall, Aufgeben von Kühlmittel auf den Strang durch Se­kundärkühlmittel, die einen oberen und einen unteren Bereich aufweisen und die unterhalb der Kokillenanordnung auf einer gemeinsamen Strang­aufnahmeposition für beide unterschiedliche Längen aufweisende Kokillen und Innenwände angeordnet sind und durch Aufrechterhalten eines vorbestimmten Kühlmittelaufbringungsmusters durch die Sekundär­kühlmittel unabhängig davon welche Kokillen oder Innenwände verwendet werden.
     




    Zeichnung