[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Uebernehmen
von insbesondere gefalzten Druckereierzeugnissen von einem umlaufend angetriebenen
Schaufelrad einer Druckmaschine gemäss Oberbegriff des Anspruches 1 bzw. des Anspruches
4.
[0002] Bekanntlich werden die den Falzapparat von Druckmaschinen verlassenden Druckereierzeugnsise
in die Abteile eines Schaufelrades eingebracht, von dem die Erzeugnisse dann schuppenförmig
auf Auslegebänder ausgelegt werden. Für die nachfolgende Weiterverarbeitung der Druckereierzeugnisse
ist es nun von Wichtigkeit, dass der Schuppenabstand im ausgelegten Schuppenstrom
regelmässig ist.
[0003] Um dies zu erreichen, ist schon vorgeschlagen worden, die Druckereierzeugnisse an
ihrer auf dem Grund der Abteile des Schaufelrades aufliegenden Kante, d.h. an der
vorlaufenden Kante, mittels gesteuerter Greifer zu erfassen, bevor die Erzeugnisse
aus den Abteilen ausgetreten sind (CH-PS 626 830). Die durch die Greifer festgehaltenen
Druckereierzeugnisse werden aus den Schaufelradabteilen herausgeführt und schuppenförmig
auf einen Wegförderer abgelegt. Damit die durch die Greifer zu erfassende Kante der
Druckereierzeugnisse sicher in die Greifer zu liegen kommen, ist die Umlaufgeschwindigkeit
der Greifer kleiner als die Umfangsgeschwindigkeit des Grundes der Abteile des Schaufelrades.
Die Greifer übernehmen somit auch die Rolle des üblicherweise vorhandenen Abstreifelementes
(Band, Rad, oder dergleichen), an dem die Druckereierzeugnisse mit ihrer vorlaufenden
Kante zum Anstossen kommen und auf diese Weise aus dem Schaufelrad herausgeschoben
werden.
[0004] Die durch die Greifer festgehaltenen Druckereierzeugnisse verbleiben zwar während
des Herausgleitens aus dem Schaufelrad in der Lage, die sie im Zeitpunkt der Uebernahme
durch die Greifer im zugeordneten Abteil des Schaufelrades einnehmen. Doch können
sich Unregelmässigkeiten im Schuppenabstand dann ergeben, wenn die Druckereierzeugnisse
im Zeitpunkt des Erfassens durch die Greifer nicht richtig am Grund des Abteiles anliegen.
Zudem können beim Uebergeben der Druckereierzeugnisse von den Greifern auf den unterhalb
derselben angeordneten Wegförderer Verschiebungen zwischen aufeinanderfolgenden Druckereierzeugnissen
auftreten, welche zu Unregelmässigkeiten im Schuppenabstand führen können.
[0005] Aus der EP-OS 0 179 992 ist es bekannt, die einem Schaufelrad etwa tangential und
von oben zugeführten Druckereierzeugnisse an ihrer vorlaufenden Kante zwischen den
Wänden der Abteile des Schaufelrades und einem umlaufenden Band festzuklemmen und
auf diese Weise die Druckprodukte während der Drehung des Schaufelrades festzuhalten.
Am tiefsten Punkt werden dann die vorlaufenden Kanten der Druckereierzeugnisse wieder
freigegeben und letztere zur Bildung eines Stapels auf ein Förderband fallengelassen.
Auch diese Lösung hat den Nachteil, dass ein regelmässiger Schuppenabstand dann nicht
erzielt werden kann, wenn die Druckereierzeugnisse nicht auf den Grund der Abteile
des Schaufelrades fallen können, bevor sie festgehalten werden. Dies ist bei diesen
bekannten Vorrichtungen jedoch nicht von Bedeutung, da die Druckereierzeugnisse wie
bereits erwähnt zu Stapeln aufgeschichtet und nicht in Schuppenformation weiterverarbeitet
werden.
[0006] Daneben ist es bekannt, die sich in den Abteilen eines Schaufelrades befindlichen
Druckereierzeugnisse während des Umlaufes des Schaufelrades mit ihrer vorlaufenden
Kante an Nocken zum Anschlag zu bringen, welche mit gegenüber der Bewegungsgeschwindigkeit
der Druckereierzeugnisse geringerer Geschwindigkeit umlaufend angetrieben sind (US-PS
4,565,363). Die durch die Nocken aus den Schaufelradabteilen ausgestossenen Druckereierzeugnisse
werden schuppenförmig auf ein Förderband abgelegt. Durch das Auftreffen der Druckereierzeugnisse
auf die Nocken werden erstere wohl ausgerichtet, doch können
sich die Druckereierzeugnisse während des freien Falles auf das Förderband und beim
Auftreffen auf letzteres doch in ihrer gegenseitigen Lage verschieben, was zu unregelmässigen
Schuppenabständen führt.
[0007] Bei der aus der DE-PS 31 23 406 beschriebenen Vorrichtung werden die Druckereierzeugnisse
ebenfalls durch umlaufend angetriebene Nocken ausgerichtet, die jedoch an der hintern,
nachlaufenden Kanten der Druckereierzeugnisse angreifen, sobald letztere vom Schaufelrad
vollständig freigegeben worden sind. Im Zeitpunkt des Angreifens der Nocken an den
Hinterkanten der Erzeugnisse liegen letztere im Bereich der vorlaufenden Kanten bereits
auf dem vorangehenden, durch das Auslegeband mitgenommenen Erzeugnis auf. Infolge
der zwischen den aufeinanderliegenden Erzeugnissen herrschenden Reibungskräfte können
die Nocken nur beschränkt das erfasste Erzeugnis in seiner Lage verändern. Dies bedeutet,
dass grosse Unregelmässigkeiten im Schuppenabstand nicht vollständig ausgeglichen
werden können. Solche Unregelmässigkeiten können z.B. dann entstehen, wenn die Drukkereierzeugnisse
nicht lagerichtig in die Abteile des Schaufelrades zu liegen kommen oder während des
freien Falles aus den Abteilen auf das Auslegeband eine Lageveränderung erfahren.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren bzw. eine
Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, das bzw. die es auf einfache Weise
ermöglicht, auch bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten aus den dem Schaufelrad einer
Druckmaschine entnommenen Druckereierzeugnissen eine Schuppenformation mit sehr gleichmässigem
Schuppenabstand zu bilden.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Anspruches 1 bzw. des Anspruches 4 gelöst.
[0010] Die erfindungsgemässe Lösung beruht auf der Erkenntnis, die Druckereierzeugnisse
so früh wie möglich, auf alle Fälle vor dem vollständigen Austreten aus den Abteilen
des Schaufelrades, festzuhalten und so für die nachfolgende Bildung einer Schuppenformation
in ihrer gegenseitigen Lage zu fixieren.
[0011] Das erfindungsgemässe Erfassen der nachlaufenden Kante der Erzeugnisse erlaubt es
nun, das angestrebte frühe Festhalten der Druckereierzeugnisse mit verhältnismässig
einfachen Mitteln zu verwirklichen, da es hiefür nicht erforderlich ist, in die Abteile
des Schaufelrades einzugreifen. Im Zeitpunkt des Erfassens der nachlaufenden Kante
befindet sich das entsprechende Druckereierzeugnis im Bereich der vorlaufenden Kante
noch im Innern des Schaufelradabteiles und liegt noch nicht oder nur im Bereich der
nachlaufenden Kante und sehr lose auf dem vorangehenden Druckereierzeugnis auf, so
dass die Druckereierzeugnisse vor dem Erfassen nicht durch Reibungsmitnahme durch
das vorangehende Druckereierzeugnis bereits eine unerwünscht grosse Lageveränderung
erfahren können.
[0012] Um die nachlaufende Kante sicher in den Wirkbereich von Greifern zu bringen, wird
vorzugsweise eine Beschleunigungsanordnung gemäss den Ansprüchen 2 und 14 vorgesehen,
die die nachlaufende Kante der Druckereierzeugnisse zu Beginn des Ausstossens aus
den Abteilen des Schaufelrades erfasst und nach abwärts in den Wirkbereich der Greifer
bringt.
[0013] Damit ein lagerichtiges Uebernehmen der Druckereierzeugnisse vom Schaufelrad überhaupt
möglich ist, müssen die Drukkereierzeugnisse bereits richtig in den Abteilen des Schaufelrades
liegen. Um dies sicherzustellen, kann es zweckmässig sein, wie in den Ansprüchen 3
und 17 definiert, eine Ausrichtanordnung vorzusehen, die vor dem Erfassen der Druckereierzeugnisse
durch die Greifer an der nachlaufenden Kante der Druckereierzeugnisse angreift und
letztere in das zugeordnete Abteil des Schaufelrades einschiebt, und zwar vorzugsweise
bis zu derem Anschlagen am Boden des Abteiles.
[0014] Im weitern ist es von Vorteil, eine sich in Förderrichtung der Fördereinrichtung
erstreckende Auflage für die Druckereierzeugnisse vorzusehen, welche wenig er breit
ist als letztere, wie das im Anspruch 8 definiert ist. Beim Ablegen der Druckereierzeugnisse
auf die Auflage kann sich zwischen letzterer und den Druckereierzeugnissen kein störendes
Luftpolster bilden, das das lagerichtige Aufeinanderlegen der Druckereierzeugnisse
verzögern und erschweren würde.
[0015] Weitere bevorzugte Weiterausgestaltungen der erfindungsgemässen Vorrichtung bilden
Gegenstand der übrigen abhängigen Ansprüche.
[0016] Im folgenden wird anhand der Zeichnung die Erfindung näher erläutert. Es zeigt rein
schematisch:
Fig. 1 In Seitenansicht eine erste Ausführungsform einer Vorrichtung zum Uebernehmen
und Wegführen der aus dem Schaufelrad einer Druckmaschine ausgestossenen Druckereierzeugnisse,
Fig. 2 die Uebernahmevorrichtung gemäss Fig. 1 in Draufsicht,
Fig. 3 die Uebernahmevorrichtung in Richtung des Pfeiles A in Fig. 1 gesehen, teilweise
im Schnitt,
Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 3, und
Fig. 5 in einer der Fig. 4 entsprechenden Darstellung eine zweite Ausführungsform
einer Vorrichtung zum Uebernehmen und Wegführen der aus dem Schaufelrad einer Druckmaschine
ausgestossenen Drukkereierzeugnisse.
[0017] In Fig. 1 ist rein schematisch das Schaufelrad (Auslegerad) 1 einer Druckmaschine
dargestellt, welches eine Vielzahl von an seinem Umfang offenen Abteilen 2 aufweist.
Der Boden der Abteile 2 ist mit 2a bezeichnet. Das Schaufelrad 1 wird in Richtung
des Pfeiles B mit der Umlaufgeschwindigkeit v₁ umlaufend angetrieben. Dem Schaufelrad
1 ist ein nicht dargestellter Falzapparat vorgeschaltet, von dem die austretenden,
gefalzten Druckprodukte 4 über eine Leitrolle 3 in die Abteile 2 des Schaufelrades
1 fallen. Wie aus Fig. 1 hervorgeht, treten die Druckereierzeugnisse mit ihrer Falzkante
4a voraus aus dem Falzapparat 3 aus. Diese Falzkante 4a wird in Drehrichtung B des
Schaufelrades 1 gesehen somit zur vorlaufenden Kante. Im Anschluss an die Leitrolle
3 erstreckt sich ein Leitblech 5 in Richtung des Umfanges des Schaufelrades 1, durch
das während des Umlaufens des Schaufelrades 1 die nachlaufenden Kanten 4b der Druckereierzeugnisse
4 geführt werden. Zum Ausstossen der Druckereierzeugnisse 4 aus den Abteilen 2 ist
ein Abstreifrad 6 (gegebenenfalls auch mehrere Abstreifräder) vorgesehen, das in Richtung
des Pfeiles C dreht. An diesem Abstreifrad stossen die Druckprodukte 4 mit ihrer vorlaufenden
Kante 4a an und werden dadurch beim Weiterdrehen des Schaufelrades 1 aus den Abteilen
2 herausgeschoben. Anstelle des Abstreifrades kann auch ein anderes geeignetes Abstreifelement
vorgesehen sein, z.B. ein endloses Band, ein Bügel oder dergleichen.
[0018] Das Schaufelrad 1 samt Abstreifrad 6 und der Falzapparat sind von an sich bekannter
Bauart und deren Wirkungsweise kann somit als bekannt vorausgesetzt werden.
[0019] Unterhalb des Schaufelrades 1 ist eine Fördereinrichtung angeordnet, deren Förderrichtung
mit D und deren Fördergeschwindigkeit mit v₂ bezeichnet ist. Die Förderrichtung D
ist gleichsinnig zur Drehrichtung B des Schaufelrades 1. Wie insbesondere aus den
Fig. 2 und 3 hervorgeht, weist die Fördereinrichtung 7 zwei in einem Abstand voneinander
angeordnete und parallel zueinander geführte endlose Ketten 8 und 9 auf, die um Umlenkräder
10 und 11 bzw. 12 und 13 geführt sind. Die Umlenkräder 10 und 12 sind drehbar auf
einer Welle 14 gelagert, während die andern Umlenkräder 11 und 13 auf einer Welle
15 befestigt sind, die über Ketten 16 und 16ʹ sowie ein Zahnradgetriebe 17 vom Schaufelrad
1 her angetrieben sind, wie das aus den Fig. 1 und 2 hervorgeht.
[0020] An den Ketten 8 und 9 sind in gleichmässigen Abständen Greifer 18 befestigt, deren
bewegliche Greiferzunge mit 19 bezeichnet ist. Die Greiferzungen 19 bilden Teil eines
Bügels 20, der aus einem mehrfach gebogenen Streifen aus einem federelastischen Material
gebildet ist (Fig. 4). Die Bügel 20 sind an einem Haltekörper 21 befestigt, der an
Bolzen 22 angebra cht ist, die mit der Kette
8 bzw. 9 verbunden sind und nach der Seite hin von dieser wegragen, wie das Fig. 3
zeigt. Die Haltekörper 21 sind mit einer Fläche 21a versehen, die als Gegenauflage
zu den Greiferzungen 19 dient. An den Ketten 8, 9 sind weiter Stützrollen 23 angebracht,
an denen sich der eine Schenkel der Federbügel 20 abstützt (Fig. 4).
[0021] Zum Oeffnen der Greifer 18, d.h. zum Abheben der Zungen 19 von den Gegenflächen 21a,
sind mit den Umlenkrädern 10-13 koaxiale Oeffnungsnocken 24, 25 vorgesehen, die durch
die Naben der Umlenkräder 10-13 gebildet sind. Beim Auflaufen der Ketten 8, 9 auf
die Umlenkräder 10-13 laufen die Bügel 20 mit dem mit 20a bezeichneten Abschnitt auf
die Oeffnungsnocken 24, 25 auf. Das hat nun zur Folge, dass die Bügel 20 in Richtung
von den Oeffnungsnocken 24, 25 weg ausgebogen werden, wodurch die Greiferzungen 19
von den Gegenauflagen 21a abgehoben werden, wie das Fig. 4 deutlich zeigt. Sobald
die Bügel 20 wieder von den Oeffnungsnocken 24, 25 ablaufen, kehren sie infolge ihrer
federelastischen Eigenschaften in ihre Ausgangslage zurück, in der die Greiferzungen
19 auf den Gegenflächen 21a aufliegen bzw. ein erfasstes Druckprodukt 4 gegen diese
Gegenauflage 21a drücken.
[0022] Im Bereich der Umlenkräder 10 und 12, d.h. zu Beginn der förderwirksamen Strecke
7a der Fördereinrichtung 7, ist zwischen den beiden Ketten 8, 9 ein Auflageblech 26
für die Druckprodukte 4 angeordnet. Dieses Auflageblech 26 ist weniger breit als die
Druckereierzeugnisse 4.
[0023] Wie die Fig. 1 zeigt, schliesst an die Fördereinrichtung 7 ein Wegförderer 28 mit
gleichsinniger Förderrichtung E an. Dieser Wegförderer 28 weist vorzugsweise eine
Fördergeschwindigkeit v₃ auf, die etwas grösser ist als die Förder geschwindigkeit
v₂ der Fördereinrichtung 7. Zur Unterstützung der Förderwirkung des Wegförderers 28
kann oberhalb des Wegförderers 28 eine Förderrolle 29 vorgesehen werden.
[0024] Im Bereich der Umlenkräder 10 und 12 und zwischen diesen ist eine Beschleunigungsanordnung
30 vorhanden, die durch ein endloses, in Richtung des Pfeiles F umlaufend angetriebenes
Band 31 gebildet wird. Dieses Band 31 ist über Umlenkrollen 32-35 (Fig.1) geführt.
Die Umlenkrolle 35 sitzt auf einer Welle 36, die über Ketten 37 und 37ʹ und ein Uebersetzungsräderwerk
38 von der Welle 15 her angetrieben wird (Fig. 1 und 2). Der zwischen den Umlenkrollen
32 und 33 liegende förderwirksame Trum 31a des Bandes 31 verläuft quer zur Förderrichtung
D der Fördereinrichtung 7 und ist gegenüber der Vertikalen geneigt. Das Leitblech
5 erstreckt sich bis zu diesem förderwirksamen Trum 31a, wie das Fig.1 zeigt.
[0025] Neben der Beschleunigungsanordnung 30 ist ferner eine Ausrichtanordnung 39 vorgesehen,
die zwei endlose, in Richtung des Pfeiles G umlaufend angetriebene Bänder 40 und 41
aufweist. Diese Bänder 40, 41 werden mit einer Geschwindigkeit v₄ angetrieben, die
grösser ist als die Umlaufgeschwindigkeit v₁ des Schaufelrades 1. Die beiden Bänder
40, 41 sind über Umlenkrollen 42 und 43 geführt, von denen die Umlenkrollen 43 auf
der Welle 36 sitzen. Wie aus Fig. 2 hervorgeht, sind die Bänder 40, 41 in einem Abstand
vom Band 31 der Beschleunigungsanordnung 30 angeordnet. Der förderwirksame Trum 40a
der Bänder 40, 41 verläuft etwa tangential zum Schaufelrad 1, wobei der Wirkbereich
dieses förderwirksamen Trumes 40a oberhalb des Wirkbereiches des förderwirksamen Trumes
31a des Bandes 31 liegt, wie das aus Fig. 1 deutlich hervorgeht.
[0026] Die Wirkungsweise der beschriebenen Vorrichtung ist wie folgt:
[0027] Vom Falzapparat fallen die Druckprodukte 4 in die Abteile 2 des Schaufelrades 1.
Während des Umlaufens des Schaufelrades 2 werden die nachlaufenden Kanten 4b der Druckereierzeugnisse
4 entlang des Leitbleches 5 geführt. Während des Entlanggleitens dieses nachlaufenden
Kanten 4b entlang des Leitbleches 5 gelangen diese nachlaufenden Kanten 4b zur Auflage
auf den Bändern 40, 41 der Ausrichtanordnung 39. Liegt nun das an den Bändern 40,
41 anliegende Drucker eierzeugnis 4 nicht richtig im Abteil,
d.h. liegt es mit seiner vorlaufenden Kante 4a nicht vollständig am Boden 2a des Abteiles
2 an, so wird das Druckprodukt durch die Bänder 40, 41 in das Abteil 2 hineingeschoben,
bis es im Abteil 2 die richtige Lage einnimmt. Durch die Bänder 40, 41 der Ausrichtanordnung
wird somit sichergestellt, dass alle Druckereierzeugnisse 4 die richtige Lage in den
Abteilen 2 einnehmen, d.h. mit ihrer vorlaufenden Kante 4a am Boden 2a der Abteile
2 anstehen. Auf diese Weise ist die Voraussetzung für ein späteres lagerichtiges Entnehmen
der Druckereierzeugnisse 4 aus dem Schaufelrad 1 geschaffen.
[0028] Im Zuge des Weiterdrehens des Schaufelrades 1 stossen die Druckprodukte 4 mit ihrer
vorlaufenden Kante 4a am Abstreifrad 6 an, wodurch sie an einem weitern Mitdrehen
mit dem Schaufelrad 1 gehindert und damit aus den Abteilen 2 herausgeschoben werden.
Bereits zu Beginn dieses Herausschiebens der Druckereierzeugnisse 4 gelangt deren
nachlaufenden Kante 4b auf dem Band 31 der Beschleunigungsanordnung 30 zur Auflage
und werden durch den förderwirksamen Trum 31a des Bandes 31 nach abwärts gegen die
Förderanordnung 7 bewegt. Die nachlaufende Kante 4b der Druckereierzeugnisse 4 gelangt
auf dem Auflageblech 26 und den Ketten 8 und 9 zur Auflage, und zwar im Bereich der
Umlenkräder 10 und 12, d.h. am Anfang der förderwirksamen Strecke 7a der Fördereinrichtung
7. Sobald die nachlaufende Kante 4b auf den Ketten 8, 9 und dem Auflageblech 26 zur
Auflage gekommen ist, wird sie von je einem Greifer 18 an den Ketten 8 und 9 erfasst.
Wie bereits beschrieben, sind diese Greifer durch die Oeffnungsnocken 24 während des
Auflaufens der Ketten 8 und 9 auf den Umlenkrädern 10 und 12 geöffnet worden. Sobald
die Ketten 8, 9 von den Umlenkrädern 10 und 12 und damit die Bügel 20 von den Oeffnungsnocken
24 ablaufen, schliessen die beiden Greifer 18 auf die beschriebene Weise und halten
die Nachlaufkante 4b fest. Im Zeitpunkt des Festklemmens der Nachlaufkante 4b durch
die Greifer 18 befindet sich das entsprechende Druckereierzeugnis 4 im Bereich seiner
vorlaufenden Kante 4a noch immer im Abteil 2 des Schaufelrades 1, wobei das erfasste
Druckereierzeugnis 4 mit seiner vorlaufenden Kante 4a immer noch am Abstreifrad 6
anliegt, wie das Fig. 1 zeigt. Nach ihrem vollständigen Austreten aus den Abteilen
2 gelangen die im Bereich ihrer nachlaufenden Kante 4b durch die Greifer 18 festgehaltenen
Druckprodukte 4 vollständig auf dem vorangehenden Druckprodukt 4 zur Auflage. Die
auf diese Weise dem Schaufelrad 1 entnommenen Druckereierzeugnisse 4 werden dachziegelartig
übereinanderliegend als Schuppenformation durch die Fördereinrichtung 7 dem Wegförderer
28 zugeführt. Die Freigabe der Druckereierzeugnisse 4 erfolgt beim Auflaufen der Bügel
20 auf die Oeffnungsnocken 25, welche wie beschrieben ein Abheben der Greiferzungen
19 von den Gegenauflagen 21a bewirken. Die durch die Greifer 18 freigegebenen Druckprodukte
werden vom Wegförderer 28 weggeführt.
[0029] Innerhalb der weggeführten Schuppenformation S weisen nun die Druckereierzeugnisse
4 denselben gegenseitigen Abstand a (Schuppenabstand) auf, der durch den Abstand aufeinanderfolgender
Greifer 18 gegeben ist. Dieser Abstand a ist grösser als der Abstand a₁ zwischen den
am Abstreifrad 6 anstehenden vorlaufenden Kanten 4a aufeinanderfolgender Druckereierzeugnisse
4, wie das in Fig. 1 angegeben ist. Die um die Umlenkräder 10, 12 herumgeführten Greifer
18 holen die Druckereierzeugnisse 4 auf, so dass sichergestellt ist, dass die Druckereierzeugnisse
4 an ihrer nachlaufenden Kante 4b erfasst werden, solange sie noch mit ihrer vorlaufenden
Kante 4a am Abstreifrad 6 anstehen. Die Drukkereierzeugnisse 4 werden somit vollständig
in die Greifer 18 hineingeführt, bevor sich diese schliessen. Die Druckereierzeugnisse
4 können sich somit vor dem Erfassen durch die Greifer 18 in ihrer Lage nicht oder
in einem sehr geringen Mass verändern, was das Einhalten eines regelmässigen Schuppenabstandes
a ermöglicht.
[0030] Es ist von Vorteil, wenn die d urch die beiden Ketten 8 und 9 und das dazwischenliegende
Auflageblech 26 festgelegte Auflage weniger breit ist als die Druckereierzeugnisse
4. So kann sich zwischen dem durch die Beschleunigungsanordnung 30 nach abwärts beschleunigten
Druckereierzeugnis 4 und dieser Auflage kein Luftpolster bilden, das das Einbringen
der nachlaufenden Kante 4b in den Wirkbereich der Greifer 18 behindern würde. Zudem
werden die Druckereierzeugnisse 4 beim Auftreffen auf die Ketten 8, 9 satteldachförmig
gebogen, was zu deren Stabilität beiträgt.
[0031] Falls durch die Konstruktion der Druckmaschine sichergestellt ist, dass die in die
Abteile 2 fallenden Druckereierzeugnisse 4 ohne weiteres und immer ihre richtige Lage
einnehmen, d.h. mit ihrer vorlaufenden Kante 4a vollständig am Boden 2a der Abteile
2 anliegen, kann auf die Ausrichtanordnung 39 verzichtet werden.
[0032] Für gewisse Anwendungsfälle ist es auch denkbar, die Beschleunigungsanordnung 30
wegzulassen, welche dazu dient, die nachlaufenden Kanten 4b der Druckereierzeugnisse
4 unter allen Betriebsbedingungen, d.h. sowohl bei niederer wie auch bei hoher Arbeitsgeschwindigkeit,
sicher in den Wirkbereich der Greifer 18 zu bringen.
[0033] In Fig. 5 ist nun eine Ausführungsform gezeigt, die ohne Beschleunigungsanordnung
30 und ohne Ausrichtanordnung 39 auskommt. Für sich entsprechende Bauteile sind in
den Fig. 1 und 5 dieselben Bezugszeichen verwendet. Die Wirkungsweise der in Fig.
5 gezeigten Vorrichtung entspricht im übrigen derjenigen der Vorrichtung gemäss den
Fig. 1 bis 4.
[0034] Das Antreiben der Ketten 8 und 9 vom Schaufelrad 1 her über die Antriebsverbindung
16, 16ʹ, 17 ergibt eine starre Kopplung zwischen der Drehbewegung des Schaufelrades
1 und der Umlaufbewegung der Greifer 18. Eine spezielle Takt- und Phasensteuerung
bzw. eine Takt- und Phasenkorrektur während des Betriebes ist daher nicht nötig. Doch
wäre es selbstverständlich denkbar, die Ketten 8 und 9 nicht vom Schaufelrad 1 her
sondern mittels einer separaten Antriebseinrichtung anzutreiben.
[0035] Das Oeffnen der Greifer 18 während der Umlenkung der Ketten 8 und 9 mittels der Umlenkräder
10 bis 13 ergibt eine besonders einfache und räumlich gedrängte Konstruktion, da zusätzlich
zu den Umlenkrädern 10 bis 13 keine Oeffnungsnocken, Oeffnungskulissen oder dergleichen
vorgesehen werden müssen, die entsprechend Platz benötigen. Doch ist es selbstverständlich
möglich, die Greifer 18 durch solche zusätzliche Oeffnungselemente zu öffnen.
1. Verfahren zum Uebernehmen von insbesondere gefalzten Druckereierzeugnissen von
einem umlaufend angetriebenen Schaufelrad einer Druckmaschine, bei dem die Druckereierzeugnisse
während ihres Austretens aus den Abteilen des Schaufelrades an einer Kante festgehalten
und schuppenförmig übereinanderliegend weggeführt werden, dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckereierzeugnisse (4) an ihrer in Drehrichtung (B) des Schaufelrades (1)
gesehen nachlaufenden Kante (4b) festgehalten werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die nachlaufende Kante
(4b) der Druckereierzeugnisse (4) zu Beginn des Ausstossens aus den Abteilen (2) des
Schaufelrades (1) mittels einer Beschleunigungsanordnung (30) nach abwärts in den
Wirkbereich von synchron mit dem Schaufelrad (1) entlang einer geschlossenen Bahn
bewegten Greifern (18) beschleunigt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckereierzeugnisse
(4) vor dem Erfassen mittels einer im Bereich der nachlaufenden Kante (4b) angreifenden
Ausrichtanordnung (39) in das zugeordnete Abteil (2) des Schaufelrades (1) eingeschoben
werden, vorzugsweise bis zum Anschlag am Boden (2a) des Abteils (2).
4. Vorrichtung zum Uebernehmen von insbesondere gefalzten Druckereierzeugnissen von
einem umlaufend angetriebenen Schaufelrad einer Druckmaschine, mit einer Fördereinrichtung,
die Greifer zum Festhalten einer Kante der Druckereierzeugnisse wä hrend ihres
Austretens aus den Abteilen des Schaufelrades aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass
die Greifer (18) die Druckereierzeugnisse (4) an ihrer in Drehrichtung (B) des Schaufelrades
(1) gesehen nachlaufenden Kante (4b) erfassen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mit entlang einer
geschlossenen Bahn umlaufenden Greifern (18) versehene Fördereinrichtung (7) unterhalb
des Schaufelrades (1) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung
(7) eine zur Drehrichtung (B) des Schaufelrades (1) gleichsinnige Förderrichtung (D)
aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung
(7) wenigstens ein über Umlenkräder (10 - 13) geführtes Zugorgan (8, 9), z.B. eine
Kette, aufweist, an dem in gegenseitigen Abständen Greifer (18) befestigt sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüch 4 - 7, gekennzeichnet durch eine sich in Förderrichtung
(D) der Fördereinrichtung (7) erstreckende Auflage (26) für die Druckereierzeugnisse
(4), die vorzugsweise weniger breit ist als die Druckereierzeugnisse (4).
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch koaxial zu den die förderwirksame
Strecke (7a) festlegenden Umlenkrädern (10 - 13) für das Zugorgan (8, 9) bzw. die
Zugorgane angeordnete Betätigungsorgane (24, 25) zum Betätigen, vorzugsweise zum Oeffnen,
der Greifer (18).
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsorgane
am zugeordneten Umlenkrad (10 - 13) befestigte Betätigungsnocken (24, 25) sind, die
vorzugsweise als Naben der Umlenkräder (10 - 13) ausgebildet sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass die
Greifer (18) eine durch Federkraft gegen eine Gegenauflage (21a) gedrückte Zunge (19)
aufweisen, die zum Oeffnen der Greifer (18) von der Gegenauflage (21a) abgehoben werden.
12. Vorrichtung nach den Ansprüchen 9 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zunge
(19) Teil eines Bügels (20) aus einem federelastischen Material bildet, der beim Auflaufen
auf ein Betätigungsorgan (24, 25) federelastisch ausgelenkt wird.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass die
Fördereinrichtung (7) zwei in einem Abstand voneinander angeordnete, zueinander parallele
Zugorgane (8, 9) mit Greifern (18) aufweist, und dass sich zwischen den Zugorganen
(8, 9) eine Auflage (26) für die Druckereierzeugnisse (4) erstreckt.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 13, gekennzeichnet durch eine zu Beginn
des Ausstossens der Druckereierzeugnisse (4) aus den Abteilen (2) des Schaufelrades
(1) an deren nachlaufenden Kante (4b) angreifende Beschleunigungsanordnung (30) zum
Beschleunigen dieser nachlaufenden Kante (4b) nach abwärts in den Wirkbereich der
Greifer (18).
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungsanordnung
(30) wenigstens ein endloses, umlaufend angetriebenes Beschleunigungsorgan (31), vorzugsweise
ein Band, aufweist, dessen wirksame Strecke (31a) quer zur Förderrichtung (D) der
Fördereinrichtung (7) verläuft.
16. Vorrichtung nach den Ansprüchen 9 und 15, dadurch gekennzeichnet, dass die wirksame
Strecke (31a) des Beschleunigungsorganes (31) im Bereich des Umlenkrades (10, 12)
zu Beginn der förderwirksamen Strecke (7a) der Fördereinrichtung (7) angeordnet ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 16, gekennzeichnet durch eine vor dem
Erfassen der Druckereierzeugnisse (4) durch die Greifer (18) an den nachlaufenden
Kanten (4b) der Druckereierzeugnisse (4) angreifende Ausrichtanordnung (39) zum Einschieben
der Druckereierzeugnisse (4) in die Abteile (2) des Schaufelrades (1), vorzugsweise
bis zum Anschlag am Boden (2a) der Abteile (2).
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrichtanordnung
(39) wenigsten s ein endloses, umlaufend angetriebenes Ausrichtelement
(40, 41), vorzugsweise ein Band, aufweist, dessen wirksame Strecke (40a) etwa tangential
zum Schaufelrad (1) verläuft.
19. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlaufgeschwindigkeit
(v ₄) des Ausrichtelementes (40, 41) grösser ist als die Umlaufgeschwindigkeit (v
₁) des Schaufelrades (1).
20. Vorrichtung nach den Ansprüchen 15 und 18, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen
zwei parallel zueinander angeordneten Ausrichtelementen (40, 41) ein Beschleunigungselement
(30) angeordnet ist.