(19)
(11) EP 0 266 625 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
12.02.1992  Patentblatt  1992/07

(21) Anmeldenummer: 87115368.0

(22) Anmeldetag:  21.10.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B21D 37/04, B21D 28/34

(54)

Oberer Werkzeugträger für eine Stanze od. dgl.

Upper tool holder for a punch or the like

Support d'outil supérieur pour un poinçon ou un élément similaire


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 04.11.1986 DE 3637486

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.05.1988  Patentblatt  1988/19

(73) Patentinhaber: Firma Muhr und Bender
D-57439 Attendorn (DE)

(72) Erfinder:
  • Schulte, Karl-Heinz
    D-5940 Lennestadt 12 (DE)

(74) Vertreter: Gesthuysen, Hans Dieter, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Gesthuysen, von Rohr, Weidener, Schüll, Häckel, Postfach 10 13 54
45013 Essen
45013 Essen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 180 146
DE-A- 1 552 618
DE-A- 2 940 661
DD-A- 40 344
DE-A- 2 916 272
DE-B- 1 004 891
   
  • SOVIET INVENTIONS ILLUSTRATED, week E22, 14. Juli 1982, Derwent Publications Ltd, London, GB; & SU-A-854 515 (AZOV FORGE-PRESS) 18-08-1981
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen oberen Werkzeugträger für eine Stanze od. dgl. nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.

[0002] Grundsätzlich gelten die nachfolgenden Erläuterungen nicht nur für obere Werkzeugträger von als Stanzen ausgeführten Werkzeugmaschinen, sondern beispielsweise auch dann, wenn im oberen Werkzeugträger ein Klinkwerkzeug angeordnet ist. Die Lehre der Erfindung ist also nicht nur auf eine Stanze und Stanzwerkzeuge beschränkt, sondern auf alle Werkzeugmaschinen anwendbar, bei denen vergleichbare Probleme auftreten. Die Lehre der Erfindung wird hier und nachfolgend an dem bevorzugten Ausführungsbeispiel eines oberen Werkzeugträgers für eine Stanze erläutert, um das Verständnis der Lehre zu erleichtern.

[0003] Bei dem bekannten oberen Werkzeugträger, von dem die Erfindung ausgeht (EP-A-O 180 146 bzw. offenkundige Vorbenutzung), ist unter Berücksichtigung der beengten Platzverhältnisse bei mehreren nebeneinander angeordenten Stanzwerkzeugen ein schneller Wechsel eines Stanzwerkzeugs und/oder aller Stanzwerkzeuge dadurch möglich, daß eine Aufnahmeplatte Teil des Trägerkörpers ist und die Werkzeugführungen zur Stirnseite des Trägerkörpers hin offen sind, so daß die oberen Enden der Stanzwerkzeuge im wesentlichen horizontal in die Werkzeugführungen einschiebbar bzw. einsetzbar sind. Eine Verschlußkappe verschließt alle Werkzeugführungen an den offenen Enden gemeinsam. Durch Ansetzen der Verschlußkappe und Verriegeln der Verschlußkappe mit der Aufnahmeplatte werden mit einem Griff die offenen Enden aller Werkzeugführungen in der Aufnahmeplatte verschlossen. Damit sind alle Stanzwerkzeuge gesichert. Im einzelnen sind dazu die Enden der Stanzwerkzeuge mit hammerkopfartigen Erweiterungen versehen und sind die Aufnahmeplatte und die Verschlußkappe mit zu den hammerkopfartigen Erweiterungen korrespondierenden Auflageflanschen versehen, so daß die Stanzwerkzeuge nicht nach unten aus den Werkzeugführungen herausrutschen können. Die Verschlußkappe ist am Trägerkörper bzw. an der Aufnahmeplatte über eine Anlenkachse schwenkbar angelenkt und mittels einer Verriegelunsvorrichtung, die auf der gegenüberliegenden Querseite angeordnet ist, mit dem Trägerkörper bzw. der Aufnahmeplatte verriegelbar. Die Verriegelungsvorrichtung besteht dabei aus einem an der Aufnahmeplatte in horizontaler Ebene schwenkbar angelenkten Riegelbolzen und einer an der Verschlußkappe vorgesehenen, einseitig offenen Riegelaufnahme, wobei zur Verriegelung der Riegelbolzen in die Riegelaufnahme einschwenkbar und mittels einer Spannmutter festspannbar ist. Im übrigen sind am Trägerkörper oberhalb der Werkzeugführungen und unterhalb einer Kraftübertragungsfläche Aufnahmeräume für die oberen Enden der Stanzwerkzeuge vorgesehen und diese Aufnahmeräume sind mit Hilfe von im wesentlichen senkrecht zur Stanzrichtung verschiebbaren Kraftübertragungsschiebern überbrückbar. Jedem Stanzwerkzeug ist ein am Trägerkörper angeordneter Hubhebel zugeordnet, dessen eines Ende das obere Ende des zugeordneten Stanzwerkzeugs seitlich von unten her unterfaßt, so daß das obere Ende des Stanzwerkzeugs bei zurückgezogenem Kraftübertragungsschieber mittels des Hubhebels in den Aufnahmeraum anhebbar ist. Dazu sind im einzelnen nicht näher zu erläuternde Pneumatikantriebe od. dgl. vorgesehen.

[0004] Das Anheben des Stanzwerkzeugs in den Aufnahmeraum beim Zurückziehen des Kraftübertragungsschiebers erfolgt im Stand der Technik, der durch offenkundige Vorbenutzung bekannt ist und von dem die Erfindung ausgeht, durch eine Zwangssteuerung des Hubhebels. Dazu ist hier der Hubhebel als zweiarmiger Hebel ausgeführt und über eine Schwenkachse unterhalb des Kraftübertragungsschiebers am Trägerkörper schwenkbar angelenkt. Der vom Aufnahmeraum wegweisende Arm des Hubhebels ist mit einer Hubsteuerfläche versehen, die mit der vom Aufnahmeraum abgewandten Seite des Kraftübertragungsschiebers wechselwirkt. Wird der Kraftübertragungsschieber aus dem Aufnahmeraum zurückgezogen, so gleitet die vom Aufnahmeraum abgewandte Seite des Kraftübertragungsschiebers auf der Hubsteuerfläche des Hubhebels und drückt diesen Arm des Hubhebels dabei nach unten. Der andere, gegenüberliegende Arm des Hubhebels wird dadurch entsprechend angehoben und mit ihm wird auch das obere Ende des Stanzwerkzeugs und damit das Stanzwerkzeug insgesamt angehoben. Die vom Aufnahmeraum abgewandte Seite des Kraftübertragungsschiebers überfährt letztlich den Arm des Hubhebels, wobei durch die Unterseite des Kraftübertragungsschiebers dann die Endposition des oberen Endes des Stanzstempels im Aufnahmeraum definiert ist.

[0005] Wird der Kraftübertragungsschieber wieder in Richtung auf den Aufnahmeraum vorgeschoben, so wird der rückwärtige Arm des Hubhebels wieder freigegeben. Unter dem Eigengewicht des Stanzwerkzeugs sinkt dieses aus dem Aufnahmeraum nach unten und nimmt dabei mit seinem oberen Ende den hier zur Anlage kommenden Arm des Hubhebels mit nach unten.

[0006] Es hat sich gezeigt, daß in der Praxis das Absenken des Stanzwerkzeugs allein durch sein eigenes Gewicht nicht zuverlässig genug ist. Mitunter geschieht es, daß das Stanzwerkzeug in der Werkzeugführung so weit oben hängenbleibt, daß das obere Ende im Aufnahmeraum verbleibt. Der vom Stellantrieb vorgeschobene Kraftübertragungsschieber trifft seitlich auf das obere Ende des Stanzwerkzeugs und verklemmt sich völlig mit diesem.

[0007] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, den bekannten oberen Werkzeugträger so auszugestalten und weiterzubilden, daß Verklemmungen zwischen dem Stanzwerkzeug und dem Kraftübertragungsschieber systematisch vermieden werden.

[0008] Der erfindungsgemäße obere Werkzeugträger, bei dem die zuvor aufgezeigte Aufgabe gelöst ist, ist durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 enthaltenen Merkmale beschrieben. Erfindungsgemäß ist das Stanzwerkzeug beim Vorschieben des Kraftübertragungsschiebers nicht nur passiv, unter der Wirkung seiner eigenen Schwerkraft, sondern aktiv mit Hilfe des Hubhebels absenkbar, im Sinne einer Zwangssteuerung. Das Grundprinzip der Zwangssteuerung für das Anheben des Stanzwerkzeugs mittels des Hubhebels kann auch für das Absenken des Stanzwerkzeugs verwendet werden. Im übrigen gibt es natürlich für eine solche Zwangssteuerung verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten.

[0009] Im einzelnen gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, den erfindungsgemäßen oberen Werkzeugträger für eine Stanze od. dgl. auszugestalten und weiterzubilden. Dazu wird einerseits auf die dem Anspruch 1 nachgeordneten Ansprüche, andererseits auf die nachfolgende Erläuterung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung verwiesen. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1
in schematischer Darstellung in einer Seitenansicht eine Werkzeugmaschine, hier eine Lochstanze,
Fig. 2
den Gegenstand aus Fig. 1 in einer Vorderansicht,
Fig. 3
den Gegenstand aus Fig. 1 in einer Draufsicht,
Fig. 4
den Gegenstand aus Fig. 1 in einer Draufsicht bei abgenommenem Antriebskopf und
Fig. 5
einen Schnitt durch den Gegenstand aus Fig. 4 entlang der Linie V - V.


[0010] Fig. 1 zeigt als ein besonderes, bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung eine Werkzeugmaschine in Form einer Lochstanze mit einem, lediglich angedeuteten, C-förmigen Maschinenkörper 1, einem am Maschinenkörper 1 ausgebildeten bzw. angeordneten unteren Werkzeugträger 2 mit einem Unterwerkzeug 3 und einem am Maschinenkörper 1 oben angeordneten bzw. ausgeführten oberen Werkzeugträger 4 mit einem Oberwerkzeug, hier einem Stanzwerkzeug 5. Nur angedeutet ist, daß auf dem oberen Werkzeugträger 4 bzw. auf dem Maschinenkörper 1 oberhalb des oberen Werkzeugträgers 4 ein Antriebskopf 6, beispielsweise in Form einer hydraulischen Zylinder-Kolben-Anordnung, sitzt, mit dessen Hilfe im Betrieb das Stanzwerkzeug 5 auf das Unterwerkzeug 3 zu abgesenkt werden kann.

[0011] Wie Fig. 1 und Fig. 2 im Zusammenhang zeigen, zeichnet sich der hier dargestellte obere Werkzeugträger 4 dadurch aus, daß mindestens zwei, hier genau gesagt drei nebeneinander angeordnete Stanzwerkzeuge vorgesehen sind. Im hier dargestellten und bevorzugten Ausführungsbeispiel besteht jedes Stanzwerkzeug 5 aus einem Stanzstempel 7, einem Stempelhalter 8 und einer den Stanzstempel 7 mit dem Stempelhalter 8 verbindenden Überwurfmutter 9. Die drei Stanzwerkzeuge 5 sind, wie Fig. 2 zeigt, so nahe wie möglich nebeneinander angeordnet.

[0012] Fig. 1 läßt erkennen, daß der obere Werkzeugträger 4 im hier dargestellten Ausführungsbeispiel zunächst einen Trägerkörper 10 sowie eine Aufnahmeplatte 11 aufweist. Fig. 3 macht dabei deutlich, daß in der Aufnahmeplatte 11 nebeneinander angeordnete, sich in Stanzrichtung erstreckende Werkzeugführungen 12 für jedes Stanzwerkzeug 5 vorgesehen sind. Fig. 1, 2 und 3 machen im Zusammenhang weiter deutlich, daß der obere Werkzeugträger 4 eine am Trägerkörper 10 befestigte, insbesondere und im hier dargestellten Ausführungsbeispiel um eine Anlenkachse 13 schwenkbar am Trägerkörper 10 angelenkte Verschlußkappe 14 aufweist. Die Fig. 1 und 2 zeigen im Zusammenhang schließlich, daß die oberen Enden der Stanzwerkzeuge 5 in den Werkzeugführungen 12, in einer Richtung durch Auflageflansche 15 begrenzt, in Stanzrichtung, hier also vertikal, verschiebbar geführt sind. Die Auflageflansche 15 läßt Fig. 3 gut erkennen. Sie dienen dazu, ein Herausfallen der Stanzwerkzeuge 5 aus den Werkzeugführungen 12 nach unten zu verhindern.

[0013] In den Figuren ist nicht dargestellt, daß die oberen Enden der Stanzwerkzeuge 5 mit hammerkopfartigen Erweiterungen versehen sind, die auf den in den Werkzeugführungen 12 vorgesehenen Auflageflanschen 15 aufliegen, so daß ein Durchrutschen der Stanzwerkzeuge 5 nach unten verhindert wird. Dies ist dem Stand der Technik, von dem die Erfindung ausgeht, zu entnehmen. Auch weitere Einzelheiten des hier erläuterten oberen Werkzeugträgers 4 sind aus der EP-A-O 180 146 zu entnehmen, so daß auf diese Vorveröffentlichung verweisen werden darf.

[0014] Wie Fig. 4 der Zeichnung zeigt, sind auch bei dem hier erläuterten oberen Werkzeugträger 4 am Trägerkörper 10 oberhalb der Werkzeugführungen 12 und unterhalb einer Kraftübertragungsfläche 16 Aufnahmeräume 17 für die oberen Enden der Stanzwerkzeuge 5 vorgesehen. Die Aufnahmeräume 17 sind mit Hilfe von im wesentlichen senkrecht zur Stanzrichtung verschiebbaren Kraftübertragungsschiebern 18 od. dgl. überbrückbar, und zwar mit Hilfe von hier als pneumatische Zylinder-Kolben-Einheiten ausgeführten Stellantrieben 19. Die Kraftübertragungsfläche 16 ist dabei an der Unterseite des Antriebskopfs 6 angeordnet. Durch diese Technik wird erreicht, daß beim Abwärtshub der Kraftübertragungsfläche 16 nur dasjenige Stanzwerkzeug 5 aktiv nach unten bewegt wird, dessen Kraftübertragungsschieber 18 den zugehörigen Aufnahmeraum 17 überbrückt, während die beiden anderen Stanzwerkzeuge 5 in den jeweils zugeordneten Aufnahmeraum 17 zurückweichen können.

[0015] Um die nicht aktivierten Stanzwerkzeuge 5 nicht von der Oberseite eines Werkstücks in die Aufnahmeräume 17 zurückführen zu lassen, sondern aktiv in die Aufnahmeräume 17 zurückzuführen, ist es auch bekannt, jedem Stanzwerkzeug 5 einen am Trägerkörper 10 angeordneten Hubhebel 20 zuzuordnen. Der Hubhebel 20 ist in Fig. 4 lediglich für jeden Aufnahmeraum 17 angedeutet. Der Hubhebel 20 kann das obere Ende des zugeordneten Stanzwerkzeugs 5 seitlich von unten her unterfassen, so daß mittels des Hubhebels 20 das obere Ende des Stanzwerkzeugs 5 bei zurückgezogenem Kraftübertragungsschieber 18 in den Aufnahmeraum 17 anhebbar ist.

[0016] Fig. 5 zeigt nun durch die gewählte Schnittdarstellung den Bereich des Hubhebels 20 für ein Stanzwerkzeug 5 etwas genauer. Zunächst ist gut zu erkennen, daß im hier dargestellten und bevorzugten Ausführungsbeispiel, wie auch bei dem durch offenkundige Vorbenutzung bekannt gewordenen Stand der Technik, der Hubhebel 20 als zweiarmiger Hebel ausgeführt ist, der um eine Schwenkachse 21 am Trägerkörper 10 in einer vertikalen, die Stanzrichtung einschließenden Ebene schwenkbar ist. Ein Arm 22 weist eine Hubsteuerfläche 23 auf, die mit der vom Aufnahmeraum 17 abgewandten Seite 24 des Kraftübertragungsschiebers 18 wechselwirkt. DAs ist so wie beim Stand der Technik. Beim Zurückziehen des Kraftübertragungsschiebers 18 aus dem Aufnehmeraum 17 drückt die abgewandte Seite 24 über die Hubsteuerfläche 23 den Arm 22 nach unten und überfährt diesen schließlich (Fig. 5). Dadurch wird der zweite Arm 25 des Hubhebels 20 angehoben und hebt damit aktiv das obere Ende des Stanzwerkzeugs 5 in den Aufnahmeraum 17 hinein an. Das Stanzwerkzeug 5 ist hier in Fig. 5 gestrichelt dargestellt.

[0017] Wesentlich ist nun für die Erfindung, daß zusätzlich zu der für das Anheben des Stanzwerkzeugs 5 im durch offenkundige Vorbenutzung bekannt gewordenen Stand der Technik schon verwirklichten Zwangssteuerung auch für das Absenken des Stanzwerkzeugs 5 hier eine Zwangssteuerung verwirklicht ist, daß nämlich mittels des Hubhebels 20 das obere Ende des Stanzwerkzeugs 5 beim Vorschieben des Kraftübertragungsschiebers 18 aus dem Aufnahmeraum 17 aktiv absenkbar ist. Es wird also jede Kollision des Stanzwerkzeugs 5 mit dem Kraftübertragungsschieber 18 systematisch vermieden.

[0018] Im hier dargestellten, bevorzugten Ausführungsbeispiel wird das zuvor erläuterte Ergebnis im einzelnen konstruktiv dadurch erziehlt, daß der Hubhebel 20 eine mit der dem Aufnahmeraum 17 zugewandten Seite 26 des Kraftübertragungsschiebers 18 wechselwirkende Absenksteuerfläche 27 aufweist und die dem Aufnahmeraum 17 zugewandte Seite 26 des Kraftübertragungsschiebers 18 an der Absenksteuerfläche 27 des Hubhebels 20 absenkend zur Anlage kommt, bevor die Seite 26 mit dem oberen Ende des Stanzwerkzeugs 5 in Kontakt kommt. Im hier dargestellten und bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die konstruktive Gestaltung, insbesondere die Neigung der Seite 26 und der Absenksteuerfläche 27 so gewählt, daß die Absenksteuerfläche 27 beim Vorschieben des Kraftübertragungsschiebers 18 von der dem Aufnahmeraum 17 zugewandten Seite 26 des Kraftübertragungsschiebers 18 überfahren wird. Die Unterseite des Kraftübertragungsschiebers 18 definiert also so auch die Absenkstellung des Stanzwerkzeugs 7.

[0019] Wie die voranstehenden Erläuterungen deutlich machen, bedarf die Absenksteuerfläche 27 einer bestimmten Relativlage zu der Seite 26 des Kraftübertragungsschiebers 18. Dazu empfiehlt es sich konstruktiv, daß am Hubhebel 20 auf der dem Kraftübertragungsschieber 18 zugewandten Seite 26 des das obere Ende des Stanzwerkzeugs 5 unterfassenden Endes ein die Absenksteuerfläche 27 tragender, in den Vorschubweg des Kraftübertragungsschiebers 18 ragender Steuervorsprung 28 ausgebildet ist.

[0020] Weiter empfiehlt es sich, wie in Fig. 5 dargestellt, daß der Hubhebel 20 einen das obere Ende des Stanzwerkzeugs 5 unterfassenden Steuerkopf 29 und am Stanzwerkzeug 5 unterhalb des oberen Endes eine Drucksteuerfläche 30 aufweist und daß der Steuerkopf 29 beim Absenken an der Drucksteuerfläche 30 kraftübertragend zur Anlage kommt.

[0021] Im einzelnen hat in dem in Fig. 5 dargestellten, bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung das Stanzwerkzeug 5 eine unterhalb des oberen Endes seitlich offene Ausnehmung 31, in der einerseits eine Hubsteuerfläche 32, andererseits die Drucksteuerfläche 30 für den Steuerkopf 29 ausgebildet sind. Im übrigen ist, wie hier gut zu erkennen ist, der Steuerkopf 29 zur Verschleißminderung abgerundet. Schließlich ist gut zu erkennen, daß die Ausnehmung 31 einen Eintrittskanal 33 für den Steuervorsprung 28 am Hubhebel 20 aufweist. Dies ist im hier dargestellten Ausführungsbeispiel deshalb notwendig, weil die das obere Ende des Stanzwerkzeugs 5 bildende Platte relativ dick ist und daher der Steuervorsprung 28 nicht unter dieser Platte in die Ausnehmung 31 einschwenken kann.

[0022] Insgesamt ist mit der Lehre der Erfindung eine Zwangssteuerung der Bewegung des Stanzwerkzeugs 5 sowohl nach oben als auch nach unten in Fig. 5 gewährleistet, so daß es unmöglich ist, daß das Stanzwerkzeug 5 mit seinem oberen Ende mit dem Kraftübertragungsschieber 18 kollidieren und sich verklemmen kann.


Ansprüche

1. Oberer Werkzeugträger für eine Stanze od. dgl. mit mindestens einem Stanzwerkzeug, vorzugsweise mehreren nebeneinander angeordneten Stanzwerkzeugen, wobei, vorzugsweise, jedes Stanzwerkzeug aus einem Stanzstempel, einem Stempelhalter und einer den Stanzstempel mit dem Stempelhalter verbindenden Überwurfmutter besteht, mit einem Trägerkörper, mit einer Aufnahmeplatte und mit einer in der Aufnahmeplatte angeordneten, sich in Stanzrichtung erstreckenden Werkzeugführung für jedes Stanzwerkzeug, wobei das obere Ende des Stanzwerkzeugs in der Werkzeugführung, in einer Richtung durch Auflageflansche begrenzt, in Stanzrichtung verschiebbar geführt ist, wobei am Trägerkörper oberhalb der Werkzeugführung und unterhalb einer Kraftübertragungsfläche ein Aufnahmeraum für das obere Ende des Stanzwerkzeugs vorgesehen ist und der Aufnahmeraum mit Hilfe eines im wesentlichen senkrecht zur Stanzrichtung verschiebbaren Kraftübertragungsschiebers od. dgl. überbrückbar ist, wobei dem Stanzwerkzeug ein am Trägerkörper angeordneter Hubhebel zugeordnet ist und der Hubhebel das obere Ende des zugeordneten Stanzwerkzeugs seitlich von unten her unterfaßt und wobei mittels des Hubhebels das obere Ende des Stanzwerkzeugs beim Zurückziehen des Kraftübertragungsschiebers in den Aufnahmeraum aktiv anhebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß mittels des Hubhebels (20) das obere Ende des Stanzwerkzeugs (5) beim Vorschieben des Kraftübertragungsschiebers (18) durch eine Zwangssteuerung aus dem Aufnahmeraum (17) aktiv absenkbar ist, daß also eine Kollision des oberen Endes des Stanzwerkzeugs (5) mit dem Kraftübertragungsschieber (18) ausgeschlossen ist.
 
2. Werkzeugträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hubhebel (20) eine mit der dem Aufnahmeraum (17) zugewandten Seite (26) des Kraftübertragungsschiebers (18) wechselwirkende Absenksteuerfläche (27) aufweist und die dem Aufnahmeraum (17) zugewandte Seite (26) des Kraftübertragungsschiebers (18) an der Absenksteuerfläche (27) des Hubhebels (20) absenkend zur Anlage kommt, bevor die Seite (26) mit dem oberen Ende des Stanzwerkzeugs (5) in Kontakt kommt.
 
3. Werkzeugträger nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Absenksteuerfläche (27) beim Vorschieben des Kraftübertragungsschiebers (18) von der dem Aufnahmeraum (17) zugewandten Seite (26) überfahren wird.
 
4. Werkzeugträger nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß am Hubhebel (20) auf der dem Kraftübertragungsschieber (18) zugewandten Seite (26) des das obere Ende des Stanzwerkzeugs (5) unterfassenden Endes ein die Absenksteuerfläche (27) tragender, in den Vorschubweg des Kraftübertragungsschiebers (18) ragender Steuervorsprung (28) ausgebildet ist.
 
5. Werkzeugträger nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Hubhebel (20) einen das obere Ende des Stanzwerkzeugs (5) unterfassenden Steuerkopf (29) und am Stanzwerkzeug (5) unterhalb des oberen Endes eine Drucksteuerfläche (30) aufweist und daß der Steuerkopf (29) beim Absenken an der Drucksteuerfläche (30) kraftübertragend zur Anlage kommt.
 
6. Werkzeugträger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Stanzwerkzeug (5) eine unterhalb des oberen Endes seitlich offene Ausnehmung (31) aufweist und in der Ausnehmung (31) einerseits eine Hubsteuerfläche (32), andererseits die Drucksteuerfläche (30) für den Steuerkopf (29) ausgebildet sind.
 
7. Werkzeugträger nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerkopf (29) zur Verschleißminderung abgerundet ist.
 
8. Werkzeugträger nach Anspruch 6 und ggf. Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (31) einen Eintrittskanal (33) für den Steuervorsprung (28) aufweist.
 


Claims

1. An upper tool carrier for a punch or the like, with at least one punching tool, preferably several punching tools arranged side by side, in which, preferably, each punching tool consists of a punch, a punch holder, and a screw cap uniting the punch to the punch holder, with a carrier, with a reception plate, and with a tool guide for each punching tool, located in the reception plate and extending in the punching direction, in which the upper end of the punching tool is slidably guided in the tool guide in a direction that is limited by support flanges, the punching direction, in which a reception space for the upper end of the punching tool is provided in the carrier above the tool guide and below a force-transmission surface, and the reception space can be bridged over by means of a force-transmission slider or the like that can be slid approximately perpendicularly to the direction of punching, in which a lifting lever located on the carrier is assigned to the punching tool and the lifting lever catches under the upper end of the associated punching tool at its side and from below and in which when the force-transmission slider is retracted the upper end of the punching tool can be actively lifted into the reception space by means of the lifting lever, characterized in that when the force-transmitting slider (18) is slid forward the upper end of the punching tool (5) can be actively lowered by compulsory control out of the reception space (17) by means of the lifting lever (20), and that thus a collision between the upper end of the punching tool (5) and the force-transmission slider (18) is excluded.
 
2. A tool carrier according to Claim 1, characterized in that the lifting lever (20) possesses a lowering control surface (27) that works in conjunction with the face (26) of the force-transmission slider (18) that faces the reception space (17), and the face (26) of the force-transmission slider (18) that faces the reception space (17) comes into contact with the lowering control surface (27) of the lifting lever (20) and lowers it before the face (26) comes into contact with the upper end of the punching tool (5).
 
3. A tool carrier according to Claim 2, characterized in that when the force-transmission slider (18) is pushed forward the lowering control surface (27) is overridden by the face (26) that faces the reception space (17).
 
4. A tool carrier according to Claim 2 or 3, characterized in that a control projection (28), jutting up into the forward movement path of the force-transmission slider (18) and bearing the lowering control surface (27), is formed on the arm of lifting lever (20) that catches under the upper end of punching tool (5), and at its face that is turned towards face (26)of the force-transmission slider (18).
 
5. A tool carrier according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the lifting lever (20) possesses a control head (29) that catches under the upper end of the punching tool (5), and the punching tool (5) possesses a pressure control surface (30) below its upper end, and that the control head (29) in lowering comes into contact with the pressure control surface (30), transmitting force.
 
6. A tool carrier according to Claim 5, characterized in that the punching tool (5) has an open recess (31) at its side below its upper end, and in the recess (31) on one hand a lifting control surface (32) and on the other hand the pressure control surface (30) for the control head (29) are formed.
 
7. A tool carrier according to Claim 5 or 6, characterized in that the control head (29) is rounded off to reduce wear.
 
8. A tool carrier according to Claim 6 and possibly Claim 7, characterized in that the recess (31) possesses an entry channel (33) for the control projection (28).
 


Revendications

1. Traverse porte-outils supérieure pour presse à estamper ou analogues comprenant au moins un outil d'estampage, de préférence plusieurs outils d'estampage agencés l'un à côté de l'autre, chaque outil d'estampage étant de préférence constitué d'un poinçon, d'un porte-poinçon et d'un écrou d'accouplement reliant le poinçon au porte-poinçon, un corps de traverse, une plaque réceptrice et une glissière de guidage d'outil agencée dans la plaque réceptrice et s'étendant dans la direction de l'estampage pour chaque outil d'estampage, l'extrémité supérieure de l'outil d'estampage pouvant se déplacer dans la glissière prévue à cet effet dans une direction limitée par des flasques d'appui dans la direction de l'estampage, un espace récepteur pour l'extrémité supérieure de l'outil d'estampage étant prévu sur le corps de traverse au-dessus de la glissière de l'outil et au-dessous d'une surface de transmission et l'espace récepteur pouvant être ponté à l'aide d'une coulisse de transmission ou analogue susceptible d'être déplacée dans l'ensemble perpendiculairement à la direction de l'estampage, un levier de levage agencé sur le corps de traverse étant affecté à l'outil d'estampage, lequel levier de levage s'engage latéralement par dessous l'extrémité supérieure de l'outil d'estampage associé, et enfin l'extrémité supérieure de l'outil d'estampage pouvant être relevée de manière active dans l'espace récepteur grâce au levier de levage lorsque la coulisse de transmission est retirée, cette traverse d'outil supérieure étant caractérisée en ce que, par l'entremise du levier de levage (20), l'extrémité supérieure de l'outil d'estampage (5) peut être abaissée de manière active par une commande forcée hors de l'espace récepteur (17) lors de l'avancée de la coulisse de transmission (18) et en ce qu'ainsi une collision de l'extrémité supérieure de l'outil d'estampage (5) avec la coulisse de transmission (18) est exclue.
 
2. Traverse porte-outils selon la revendication 1, caractérisée en ce que le levier de levage (20) présente une surface de commande d'abaissement (27) interagissant avec le côté (26) de la coulisse de transmission (18) tournée vers l'espace récepteur (17) et en ce que le côté (26) de la coulisse de transmission (18) tourné vers l'espace récepteur (17) s'appuie sur la surface de commande d'abaissement (27) du levier de levage (20) de manière à amorcer un mouvement descendant avant que le côté (26) ne vienne en contact avec l'extrémité supérieure de l'outil d'estampage (5).
 
3. Traverse porte-outils selon la revendication 2, caractérisée en ce que la surface de commande d'abaissement (27) est dépassée par le côté (26) tournée vers l'espace récepteur (17) lors de l'avancée de la coulisse de transmission (18).
 
4. Traverse porte-outils selon la revendication 2 ou 3, caractérisée en ce qu'un ressaut de commande (28) portant la commande d'abaissement (27) et faisant saillie dans la course d'avancée de la coulisse de transmission de force (18) est aménagée sur le levier de levage (20), sur le côté (26) de l'extrémité qui s'engage en dessous de l'extrémité supérieure de l'outil d'estampage (5) tourné vers la coulisse de transmission (18).
 
5. Traverse porte-outils selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que le levier de levage (20) présente une tête de commande (29) s'engageant en dessous de l'extrémité supérieure de l'outil d'estampage (5) et une surface de commande (30) sur l'outil d'estampage (5) en dessous de l'extrémité supérieure et en ce que la tête de commande (29) vient s'appuyer sur la surface de commande de pression (30) lors de l'abaissement dans une liaison de transmission de force.
 
6. Traverse porte-outils selon la revendication 5, caractérisée en ce que l'outil d'estampage (5) présente un évidement (31) ouvert latéralement en dessous de l'extrémité supérieure et, dans l'évidement (31), sont ménagées d'une part une surface de commande de levage (32), d'autre part la surface de commande de pression (30) pour la tête de commande (29).
 
7. Traverse porte-outils selon l'une ou l'autre des revendications 5 et 6, caractérisée en ce que la tête de commande (29) est arrondie pour réduire l'usure.
 
8. Traverse porte-outils selon la revendication 6 et éventuellement selon la revendication 7, caractérisée en ce que l'évidement (31) présente un canal d'entrée (33) pour le ressaut de commande (28).
 




Zeichnung