[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und Vorrichtungen zur Durchführung dieses Verfahrens
nach dem Oberbegriff der Patentansprüche 26, 30 und 87.
[0002] Solche Holzwerkstoffplatten, wie Span-, Faser-, OSB- oder MDF-Platten, bestehen
aus Holzspänen, Holzfasern, usw., die mit einem Bindemittel beleimt sind. Bei den
Bindemitteln handelt es sich gewöhnlicherweise um Harnstoff-, Melamin- oder Phenol-Formaldehyd-Harze.
Diese Späne werden anschließend zu einem Vlies gestreut, das in einer Presse zu einer
kompakten Platte verdichtet wird. Zur Beschleunigung des Abbindevorgangs kann während
des Verpressens Wärme zugeführt werden sowie der Bindemittellösung vor der Beleimung
der Späne ein Härter beigefügt werden.
[0003] Zur Herstellung solcher Holzwerkstoffplatten werden zunehmend kontinuierliche Verfahren
eingesetzt, bei denen anstelle der diskontinuierlichen Etagenpresse eine kontinuierliche
Doppelbandpresse verwendet wird. Bei diesen kontinuierlichen Verfahren wird das Vlies
während der Förderung durch die Doppelbandpresse einem Flächendruck und gegebenenfalls
Wärme ausgesetzt, so daß die Holzwerkstoffplatte als endlose Bahn anfällt.
[0004] Da die Holzteilchen eine schlechte Wärmeleitfähigkeit besitzen, ist es bei der Verleimung
mit Bindemitteln, die mittels Wärme aushärten, bekannt, dem Vlies in der Presse heiße
Gase oder überhitzten Wasserdampf zur Plastifizierung der Holzteilchen und zur Erwärmung
des Bindemittels zuzuführen. Ein solches Verfahren, das mit einer kontinuierlichen
Doppelbandpresse mit zwei endlos umlaufenden Preßbändern arbeitet, wird in der DE-OS
20 58 820 beschrieben. Bei diesem Verfahren wird überhitzter Wasserdampf im keilförmigen
Einlaufbereich der Doppelbandpresse, in dem das Vlies kompaktifiziert wird, über die
Druckplatte und die dampfdurchläßigen Preßbänder eingeleitet. Zur Zuführung des Wasserdampfes
besitzt die Druckplatte quer zur Durchlaufrichtung in der Doppelbandpresse reihenweise
angeordnete Düsen oder Schlitze und die Preßbänder bestehen aus einem Drahtgeflecht
oder einem perforierten Stahlband.
[0005] Die DE-OS 34 11 590 zeigt ebenfalls eine mit einer Doppelbandpresse arbeitende Anlage
zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten mittels Dampfhärtung. Bei dieser Anlage sind
beidseits der Preßbänder im Einlaufbereich der Doppelbandpresse Verteiler- und Sammelkanäle
angeordnet, von denen Düsenbohrungen zum Preßspalt abgehen. Der überhitzte Wasserdampf
wird von den Verteilerkanälen über die Düsenbohrungen in die Längsseiten des Vlieses
eingeleitet. Ein mit einer diskontinuierlichen Etagenpresse arbeitendes Verfahren,
bei dem ebenfalls überhitzter Wasserdampf über die Preßplatten dem Vlies zugeführt
wird, ist der DE-OS 34 14 178 zu entnehmen.
[0006] Zur weiteren Erhöhung der Abbindegeschwindigkeit des Bindemittels und damit zur Verkürzung
der Preßzeit ist es ferner bekannt, dem Bindemittel bereits vor der Beleimung der
Späne Härter oder Katalysatoren zuzumischen. Als besonders stark reaktive Härter
für die üblicherweise verwendeten duroplastischen Bindemittel sind starke Säuren (siehe
US-PS 40 44 087) oder Basen bekannt.
[0007] Aufgrund der Steigerung der Abbindegeschwindigkeit durch den Härter kann es zu einer
unerwünschten drucklosen Voraushärtung bereits im losen Verbund der Späne bei der
Formung des Vlieses kommen. Um dem entgegen zu wirken, werden in der Regel keine starken
Härter sondern im Gegenteil eher reaktionsträge Härter verwendet, die erst unter Zusatz
großer Wärmemengen ansprechen. Das bedingt jedoch eine ent sprechend lange Preßzeit,
die bei dem diskontinuierlichen Verfahren zu einer geringen Fertigungsleistung führt.
Bei der kontinuierlichen Herstellung muß aufgrund der langen Preßzeit für einigermaßen
befriedigende Fertigungsleistungen eine lange und damit aufwendige Doppelbandpresse
eingesetzt werden. Die Zuführung der Wärme mittels Wasserdampfes bringt einen hohen
Feuchtigkeitsgehalt in die Holzwerkstoffplatte ein, der nachträglich durch Trocknung
wieder entfernt werden muß. Zudem ist ein hoher Energieverbrauch zur Erzeugung des
überhitzten Dampfes nötig.
[0008] Die bekanntgewordenen, mit Wasserdampf zur Steigerung der Abbindegeschwindigkeit
arbeitenden kontinuierlichen Anlagen zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten weisen
ebenfalls Nachteile auf. Bei der Anlage nach der DE-OS 34 11 590 wird der Wasserdampf
in der Einlaufzone über die Längskanten des Vlieses zugeführt. Da dem Diffusionsvermögen
des Wasserdampfes in die Breite, d.h. quer zur Durchlaufrichtung der Anlage Grenzen
gesetzt sind, können nur schmale Spanplatten hergestellt werden. Eine gleichmäßige
Bedampfung und damit gleichmäßige Aushärtung ist nicht gewährleistet und führt schon
bei relativ geringer Breite zu hohen Ausschußraten. Da nur schmale Holzwerkstoffplatten
qualitativ einwandfrei hergestellt werden können, bleibt die Ausbringungsleistung
gering. Eine wirtschaftliche Fertigung ist mit einer solchen Anlage also nicht möglich.
[0009] Die Anlage nach der DE-OS 20 58 820 läßt zwar eine gleichmäßigere Bedampfung über
die Breite der Anlage und damit auch eine gleichmäßige Aushärtung über die Breite
der Werkstoffplatte zu, jedoch ist der Aufbau der Dampfzuführung über die Druckplatten
und die Preßbänder in das Vlies sehr aufwendig. Sind die Preßbänder durch Rollen oder
Walzen an den Druckplatten abgestützt, so laufen die Rollen bei dieser Ausführungsform
in einer Dampfatmosphäre, in der eine sehr hohe Korrosionsgefahr für die Rollen besteht.
Das für die Rollen benötigte Schmiermittel neigt in einer Dampfatmosphäre in der Regel
zur Zersetzung und führt dadurch schon nach kurzer Betriebszeit zu einem Fressen der
Rollen. Solche Pressen haben sich in der Vergangenheit als nicht betriebssicher erwiesen
und werden daher kaum eingesetzt.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten
anzugeben, das sowohl die Preßzeit stark verkürzt als auch die Wärmezufuhr verringert.Bei
einem mit einer Doppelbandpresse arbeitendem, kontinuierlichen Verfahren soll dadurch
der Einsatz von kürzeren Doppelbandpressen möglich werden.
[0011] Das zur Lösung dieser Aufgabe dienende Verfahren wird durch die im Kennzeichen des
Patentanspruchs 1 beschriebene technische Lehre vermittelt und zur Durchführung dieses
Verfahrens dienende Vorrichtungen im Kennzeichen der Patentansprüche 26, 30 und 87
angegeben.
[0012] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß keine
oder eine stark verringerte Dampferzeugung stattfinden muß, so daß die diesbezüglichen
Energiekosten zumindest stark verringert werden. Da die Preßzeit gegenüber herkömmlichen
kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Anlagen sehr stark verkürzt wird, steigt
die Fertigungsleistung der Anlage. Bei dem Einsatz der erfindungsgemäßen Doppelbandpresse
kann die Gas- oder Dampfatmosphäre von den Rollen getrennt werden, so daß weder die
Gefahr der korrosiven Zerstörung der Rollen oder weiterer Bauteile der Doppelbandpresse
noch die Gefahr der Zersetzung des Schmiermittels mit einer gleichzeitigen Beeinträchtigung
von dessen Schmierfähigkeit besteht.
[0013] Bisherige Doppelbandpressen zur kontinuierlichen Herstellung von Holzwerkstoffplatten
waren in der Regel zwischen 16 und 25 mtr. lang. Durch die Verwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens kann die Länge der Doppelbandpresse bei gleicher Produktionsleistung auf
ca. 4-6 mtr. verkürzt werden. Sowohl die Investitionskosten als auch die Betreibungskosten
für eine solche Doppelbandpresse werden dadurch sehr viel geringer. Zugleich steigt
die Betriebssicherheit der gesamten Anlage.
[0014] Weiterhin läßt sich vorteilhafterweise die Aushärtung der Holzwerkplatten mit Hilfe
der Konzentration des sauren oder basischen Gases dosiert steuern.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren wird anhand mehrerer bevorzugter Ausführungsbeispiele
für die Vorrichtungen zur Durchführung des Verfahrens, die in den Zeichnungen dartgestellt
sind, im folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Gesamtansicht einer Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Holzwerkstoffplatten,
Fig. 2 schematisch eine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitende Doppelbandpresse,
Fig. 3 einen Schnitt in Längsrichtung durch den Einlaufbereich einer Doppelbandpresse,
Fig. 4 einen Schnitt in Längsrichtung durch den Auslaufbereich einer Doppelbandpresse,
Fig. 5 den Abstandshalter für die Preßbandanordnung in der Doppelbandpresse in einem
Längsschnitt,
Fig. 6 den Abstandshalter in einer weiteren Ausführungsform,
Fig. 7 einen Querschnitt durch das Zuführteil für den sauren Härter im Einlaufbereich
der Doppelbandpresse,
Fig. 8 eine das erfindungsgemäße Verfahren verwirklichende Doppelbandpresse in einer
weiteren Ausführungsform,
Fig. 9 einen Schnitt in Querrichtung durch eine Vorrichtung zur diskontinuierlichen
Herstellung von Holzwerkstoffplatten,
Fig. 10 den Abstandshalter in einer anderen Ausführungsform,
Fig. 11 einen Schnitt in Längsrichtung durch den Einlaufbereich in einer Doppelbandpresse
in einer weiteren Ausführungsform,
Fig. 12 schematisch eine senkrecht gestellte, nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
arbeitende Doppelbandpresse,
Fig. 13 einen Schnitt durch den Verdichtungskolben in Querrichtung in geschlossenem
Zustand,
Fig. 14 einen Schnitt durch den Verdichtungskolben in offenem Zustand und
Fig. 15 einen Schnitt durch den Einlaufbereich einer senkrecht gestellten Doppelbandpresse
mit Mehrlagenbandpaketen.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren kann sowohl mit kontinuierlich arbeitenden Anlagen
zur Herstellung von endlosen Holzwerkstoffplatten-Bahnen als auch mit diskontinuierlichen
Anlagen zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten mit Fixmaßen durchgeführt werden.
Kontinuierliche Verfahren arbeiten in der Regel mit einer Doppelbandpresse, während
diskontinuierliche Verfahren Ein- oder Mehretagenpressen verwenden.
[0017] Eine solche nach dem erfindungsgemässen Verfahren arbeitende Anlage zur kontinuierlichen
Herstellung von Spanplatten ist in Figur 1 gezeigt. Die Holzspäne werden in vor der
Doppelbandpresse angeordneten Vorrichtungen aufbereitet, vorbehandelt und mit härterfreiem
Bindemittel beleimt. Solche Vorrichtungen sind an sich bekannt und in der Zeichnung
deshalb nicht gezeigt. Diese beleimten Holzspäne werden über eine Rohrleitung 2 einer
Formstation 3 zugeführt. Die Formstation 3 ist über dem in der Zeichnung rechts liegenden
Ende eines Förderbandes 6 angeordnet, das über zwei Umlenkwalzen 4 und 5 geschlungen
ist und sich kontinuierlich in Pfeilrichtung auf die Doppelbandpresse 1 zu bewegt.
In der Formstation 3 werden die beleimten Holzspäne auf das Förderband zu einem aus
einem Spänekuchen 7 bestehenden Vlies gestreut. Die Streuung kann dabei so erfolgen,
daß ein mehrschichtiger Spänekuchen entsteht, beispielsweise ein dreischichtiger
Spänekuchen, bei dem die Deckschicht aus feinen Spänen und die Mittelschicht aus
groben Spänen besteht.
[0018] Der Spänekuchen 7 wird mit dem Förderband 6 in Pfeilrichtigung auf die Doppelbandpresse
1 zu transportiert. Zwischen der Formstation 3 und der Doppelbandpresse 1 können noch
weitere an sich bekannte und in der Zeichnung daher nicht eingezeichnete Vorrichtungen
angeordnet sein. Solche Vorrichtungen können beispielsweise Kontrollwaagen, mit denen
das Flächengewicht des Spänekuchens gemessen wird, Vorpreßeinrichtungen, usw. sein.
An dem in der Zeichnung links liegendem Ende des Förderbandes 6, direkt bei der Umlenkwalze
4, ist ein Übergabeblech 8 angeordnet, das den Spänekuchen 7 vom Förderband 6 in
die Einlaufzone der Doppelbandpresse 1 leitet.
[0019] Beim Einlauf in die Doppelbandpresse 1 wird der Spänekuchen 7 unter Druckeinwirkung
kontinuierlich bis auf die Enddicke der Spanplatte verdichtet. Während der Verdichtungsphase
wird ein Härter für das Bindemittel, mit dem die Holzspäne beleimt sind, in gasförmiger
Form oder in einer binären Phase mit einem gasförmigen Trägermittel in nerhalb der
Doppelbandpresse 1 den Oberflächen des Spänekuchens 7 zugeführt. Dieses Gas dringt
über die Oberflächen in den Spänekuchen 7 ein, da dieser während der Verdichtungsphase
noch eine geringe Dichte besitzt. Für die üblicherweise bei der Herstellung von Spanplatten
verwendeten duroplastischen Bindemittel, wie Harnstoff- oder Melamin-Formaldehyd-Harze,
wirken starke anorganische oder organische Säuren als besonders schnelle Härter,
die die Aushärtereaktion des Harzes stark beschleunigen. Solche Säuren sind beispielsweise
Salzsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Ameisensäure, Essigsäure, Maleinsäure u.dgl.
Für die alternativ bei der Spanplattenherstellung verwendeten Phenol-Formaldehyd-
oder Resorcinharze als Bindemittel wirken anorganische Basen als schnelle Härter.
Ein solcher basischer Härter ist beispielsweise Ammoniak. Zur weiteren Beschleunigung
der Aushärtereaktion kann sowohl mit dem Gas als auch über Wärmeleitung in der Doppelbandpresse
1 dem Bindemittel noch Wärme zugeführt werden. Nach der Verdichtungsphase folgt in
der Doppelbandpresse 1 dann eine Mittel- und Niederdruckphase, in der der Spänekuchen
unter Flächendruck zur Spanplattenbahn aushärtet. In der Doppelbandpresse 1 kann dem
Auslauf zugeordnet eine Kühlzone vorhanden sein, so daß die Spanplattenbahn bereits
in der Doppelbandpresse 1 unter Wirkung des Flächendrucks abgekühlt wird. Die Spanplattenbahn
9 verläßt anschließend die Doppelbandpresse 1 mit gleichförmiger Geschwindigkeit und
wird in den hinter der Doppelbandpresse 1 folgenden Anlagenteilen weiterbearbeitet.
Falls erforderlich kann die Spanplattenbahn 9 dann eine weitere, in der Zeichnung
nicht gezeigte Kühleinrichtung zur weiteren Abkühlung durchlaufen. Anschließend wird
die Spanplattenbahn 9 in einer Schleifstation 10 auf das Fertigmaß geschliffen. Dann
wird die Spanplattenbahn 9 in einer Querschneidestation 11 in einzelne Spanplatten
12 der gewünschten Größe unterteilt, die zum Abtransport auf Paletten in einer Stapeleinrichtung
13 gestapelt werden.
[0020] Der gesamte Verfahrensablauf in der in Figur 1 gezeigten Anlage, also die Streuung
des Spänekuchens 7 in der Formstation 3, die Vorgabe und Konstanthaltung der Prozeßparameter
der Doppelbandpresse 1 und die Aufteilung der Spanplattenbahn 9 in einzelne Platten
wird von einem Rechner, der im Schaltschrank 14 angeordnet ist, gesteuert. Zur Eingabe
der Parameter durch den Benutzer dient das Datenterminal 15. Selbstverständlich kann
der Rechner im Schaltschrank 14 auch an einen externen Host-Rechner, der sich beispielsweise
in der Zentral-EDV befindet, angeschlossen sein, um eine Steuerung der Produktion
und Rückmeldung der Produktionsdaten zur weiteren Auswertung direkt von der Zentrale
aus zu ermöglichen.
[0021] In Figur 2 ist die Doppelbandpresse 1 zur kontinuierlichen Herstellung von Spanplatten
schematisch dargestellt. Die Doppelbandpresse 1 besitzt vier in Lagerbrücken 16, 17
drehbar gelagerte Umlenktrommeln 18, 19, 20, 21. Um jeweils zwei dieser Umlenktrommeln
18, 19 bzw. 20, 21 ist eine aus jeweils zwei Preßbändern bestehende Preßbandanordnung
22 bzw. 23 herumgeführt, die näher in Fig. 3 dargestellt ist. Die Umlaufrichtung
der Preßbandanordnung 22, 23 ist durch Pfeile in den Umlenktrommeln 18 und 21 angegeben.
Der Spänekuchen 7 wird zwischen den Preßbandanordnungen 22 und 23 durch die Doppelbandpresse
1 hindurchgeführt. Dabei wird der Spänekuchen 7 zuerst in einer keilförmigen Einlaufzone
24 verdichtet, dann durch eine Mitteldruckreaktionszone 25 mit konstanter Spaltbreite
und anschließend durch eine Niederdruckformhaltezone 26 geführt, so daß schließlich
die Spanplattenbahn 9 an den Umlenktrommeln 19 und 20 die Doppelbandpresse 1 verläßt.
Der in den einzelnen Zonen 24, 25 und 26 über Druckplatten 27, 28 und 29 ausgeübte
Druck kann je nach Erfordernis des Spänekuchens und der Harzsorte für die Beleimung
der Späne gewählt werden. Die vom Spänekuchen 7 ausgeübten Reaktionskräfte werden
über die Druckplatten 27, 28, 29 und von mit diesen verbundenen Stützträgern 30 in
das nur schematisch angedeutete Pressengestell übertragen. Die Ausbildung des Pressengestells
ist aus der DE-OS 32 34 082 bekannt und braucht hier nicht näher erläutert zu werden.
[0022] Der Aufbau der Druckplatten 27, 28 ist in Figur 3 näher erläutert zu sehen. Die Druckplatte
27 ist der Umlenktrommel 18 bzw. 21 zu keilförmig ausgebildet und paßt sich so der
Gestalt der keilförmigen Einlaufzone 24 an. Die Druckplatte 28 für die Mitteldruckreaktionszone
25 besitzt einen im wesentlichen rechteckigen Querschnitt. Zwischen den Druckplatten
27, 28 und dem Innenband 31 der aus Innenband 31 und Außenband 32 bestehenden Preßbandanordnung
22 bzw. 23 ist ein Rollenbett angeordnet, das den Preßdruck von den Druckplatten 27,
28 auf die Preßbandanordnung 22 bzw. 23 überträgt. Das in der Doppelbandpresse 1 ortsfest
angeordnete Rollenbett besteht aus versetzt angeordneten, mittels Lagernadeln 34
auf Wellen 35 gelagerten Rollen 33. Die Wellen 35 sind in Lagerleisten 36 befestigt,
die wiederum an ihrer dem Innenband 31 abgewandten Seite in der Druckplatte 27 bzw.
28 befestigt sind. Die weitere Ausbildung eines solchen Rollenbettes kann im übrigen
nach der DE-OS 31 23 291 oder der DE-OS 33 04 754 erfolgen. In den Druckplatten 27,
28 sind querverlaufende Bohrungen 37 angebracht, durch die Thermoöl geleitet werden
kann, falls eine Erwärmung der Druckplatten 27, 28 gewünscht wird.
[0023] In der Niederdruckformhaltezone 26 kann ebenfalls zwischen der Druckplatte 29 und
dem Innenband 31 ein solches Rollenbett angebracht sein. Alternativ kann hier jedoch
auch eine Druckkammer 38 vorgesehen sein (siehe Fig. 4). Zu den Seiten ist diese Druckkammer
38 von einer Gleitflächendichtung 39 begrenzt, die ohne Unterbrechung rings um den
Rand der Druckkammer 38 herum verläuft. Die Gleitflächendichtung 39 sitzt in einer
Nut 40 in der Druckplatte 29 und wird vom Nutgrund der Nut 40 her mit einem Druckmittel,
das auf eine an der Gleitflächendichtung 39 anliegende O-Ringschnur 41 einwirkt, beaufschlagt,
so daß die Gleitflächendichtung mit einer Fläche fest gleitend auf dem Innenband 31
aufliegt. In der Druck kammer 38 ist ein unter Druck setzbares fluides Druckmedium
eingebracht, das den Preßdruck auf die Preßbandanordnung 22 bzw. 23 ausübt. Da im
allgemeinen in der Mitteldruckreaktionszone 25 keine weitere Verdichtung des Spänekuchens
7 mehr stattfindet, kann auch dort, falls gewünscht, anstelle des Rollenbettes zwischen
der Druckplatte 28 und dem Innenband 31 eine solche Druckkammer 38 angebracht sein.
[0024] Wie in Figur 3 zu sehen ist, besitzen das Innenband 31 und das Außenband 32 der Preßbandanordnung
22 bzw. 23 einen Abstand voneinander. Dieser Abstand wird von Abstandshaltern 42,
die auf dem Außenband 32 befestigt sind und quer über die Breite des Außenbandes
32 reichen, konstant gehalten. Zwischen jeweils zwei Abstandshaltern 42 entsteht
dadurch ein Hohlraum, der von den Abstandshaltern 42 sowie der Außenseite des Innenbandes
31 und der Innenseite des Außenbandes 32 gebildet wird. Dieser Hohlraum reicht über
die Breite der Preßbandanordnung 22 bzw. 23 und bildet somit einen querverlaufenden
Kanal 43.
[0025] Der Abstandshalter 42 ist in Figur 5 näher zu sehen. Er besteht aus zwei im Querschnitt
L-förmigen Leisten 44, die so angeordnet sind, daß die längeren Schenkeln des L's
einander gegenüberliegen und einen Abstand zueinander besitzen. Die kürzeren Schenkel
des L's sind mit der Innenseite des Außenbandes 32 durch eine Schweißnaht 48 verbunden.
In die durch den Abstand der beideren längeren Schenkeln der L-förmigen Leisten 44
gebildete Nut ist eine Gleitleiste 45 eingeklemmt. Diese Gleitleiste 45 berührt mit
ihrer Schmalfläche jeweils das Innenband 31 und das Außenband 32. Die Höhe der Gleitleiste
45 wird gerade so groß wie der gewünschte Abstand zwischen Innen- und Außenband gewählt.
Im Bereich der Umlenktrommeln 18, 19, 20, 21 und dem Übergangsbereich zwischen der
Mitteldruckreaktionszone 25 und Einlaufzone 24 entsteht eine geringe Relativgeschwindigkeit
zwischen dem Innenband 31 und dem Außenband 32. Dadurch gleitet die Gleitleiste 45
mit ihrer Schmalfläche an der Außenseite des Innenbandes 31. Um die entstehenden
Reibungskräfte dabei so gering wie möglich zu halten, wird die Gleitleiste aus einem
Kunststoff mit guten Gleiteigenschaften hergestellt. Dafür eignen sich beispielsweise
Polyimide.
[0026] Eine andere Ausführungsform für die Gleitleiste zeigt der in Figur 5 rechts angeordnete
Abstandshalter 42. Die Gleitleiste besteht dort aus einem Metallkörper 46, auf dessen
dem Innenband 31 zugeordneten Schmalfläche eine Gleitfläche 47 aufgebracht ist. Diese
Gleitfläche 47 besteht aus einer Trockengleitschicht, beispielsweise aus porös aufgesinterter
Zinnbronze, deren Poren mit Polytetraflouräthylen oder Graphit ausgefüllt sind. Aufgrund
der guten metallischen Wärmeleitfähigkeit von solchen Trockengleitschichten eignet
sich eine solche Ausführungsform insbesondere, wenn eine Wärmeübertragung von der
Druckplatte auf das Innenband, vom Innenband auf das Außenband und vom Außenband auf
den Spänekuchen gewünscht wird. Zur weiteren Verminderung der Reibung zwischen der
Gleitleiste 45 und der Außenseite des Innenbandes 31 kann zusätzlich eine Schmierung
dieser Flächen vorgesehen sein. Selbstverständlich können die L-förmigen Leisten 44
auch mit der Außenseite des Innenbandes 31 verschweißt sein, so daß die Gleitleiste
45 bzw. 47 auf der Innenseite des Außenbandes 32 gleitet.
[0027] Eine weitere Ausführungsform für die Abstandshalter ist in Figur 6 gezeigt. Dort
bestehen die Abstandshalter aus einem einzigen Formteil 49, das mit dem Innenband
31 verbunden ist. Dieses Formteil 49 besteht aus einer Metall-Gummi-Verbindung und
eignet sich besonders, wenn für die Verpressung des Spänekuchens keine Wärme von
den Druckplatten 27, 28 über die Preßbandanordnung 22, 23 auf den den Spänekuchen
7 zugeführt werden muß. Das Formteil 49 ist auf der Außenseite des Innenbandes 31
befestigt und besitzt nebeneinanderliegende Stege 50, deren Höhe gerade dem Abstand
zwischen In nenband 31 und Außenband 32 entspricht. Zwischen jeweils zwei Stegen
50, die quer über die Breite der Preßbandanordnung 22, 23 verlaufen, befindet sich
ein querverlaufender Kanal 51, der der Innenseite des Außenbandes 32 zu offen ist.
Die Stege 50 sind entlang dem dem Innenband 31 zugewandten Nutgrund des Kanals 51
miteinander verbunden.
[0028] Der Abstandshalter in nochmals einer anderen Ausführungsform ist in Fig. 10 gezeigt.
Zwischen Innenband 31 und Außenband 32 der Preßbandanordnungen 22, 23 ist ein Stützband
78 angeordnet, das wellen- oder in etwa sinusartig verformt ist, so daß sich nebeneinanderliegende
Erhöhungen 79 und Vertiefungen 80 mit jeweils derselben Höhe abwechseln. Das Stützband
78 wird lose zwischen dem Innenband 31 und Außenband 32 geführt. Alternativ kann es
auch entweder am Außenband 32 mittels Punktschweißungen 81 an den Vertiefungen 80,
wie sie in Fig. 10 gezeigt sind, oder mittels Punktschweißungen an den Erhöhungen
79 (in Fig. 10 nicht gezeigt) am Innenband 31 befestigt sein. In den Erhöhungen 79
und Vertiefungen 80 entstehen dadurch querverlaufende Kanäle 82 und 83, wobei die
in den Erhöhungen 79 angeordneten querverlaufenden Kanäle 83 dem Außenband 32 zu offen
sind. Die querverlaufenden Kanäle 82 und 83 sind untereinander mit Bohrungen 84 verbunden.
[0029] Gemäß dem erfindungsgemässen Verfahren wird in der keilförmigen Einlaufzone 24, in
der die Verdichtungsphase des Spänekuchens 7 abläuft, ein saurer oder basischer Härter
für das Bindemittel, mit dem die Späne des Spänekuchens 7 beleimt sind, in gasförmiger
Phase oder in einer binären Phase mit einem gasförmigen Trägermittel zugeführt. Dazu
ist wie in Figur 1 schematisch angedeutet, ein Zuführteil 52 für den Härter links
und rechts an der Seite der Doppelbandpresse 1 entlang der keilförmigen Einlaufzone
24 angeordnet. Diese Zuführteil 52 ist im Schnitt in Figur 7 zu sehen. Dabei kann
das Zuführteil 52 aus zwei getrennten Teilen 52a und 52b für die obere und untere
Preßbandanordnung 22, 23 bestehen, wie in Fig. 7 links gezeigt, oder aus einem einzigen
Teil 52, wie in Fig. 7 rechts zu sehen ist. Das einstückig ausgebildete Zuführteil
52 besitzt den Vorteil, daß die Einlaufzone 24 seitlich abgedichtet ist.
[0030] Das Zuführteil 52, 52a, 52b umfaßt den seitlichen Randbereich der beiden Preßbandanordnungen
22 und 23, die seitlich etwas über die Rollen 33 des Rollenbettes hinausstehen. In
dem Zuführteil 52 befindet sich sowohl im Bereich der Preßbandanordnung 22 als auch
der Preßbandanordnung 23 eine Ausnehmung 53, deren Höhe etwas größer als der Abstand
des Innenbandes 31 vom Außenband 32 und deren Tiefe etwas größer als der überstehende
Teil der Preßbandanordnung 22, 23 ist. An der vertikalen Wand der Ausnehmung 53 ist
ein Dichtelement 54 angebracht, das unter leichtem Druck die Ränder des Innenbandes
31 und des Außenbandes 32 berührt, sowie den Rand des querverlaufenden Kanals 43,
51 abdeckt. Das Dichtelement besteht aus einem Metall-Gummi-Element, beispielsweise
aus Viton. An den horizontalen Wandungen der Ausnehmung 53 befinden sich zwei Trockengleitflächen
55, 56, wobei die Trockengleitfläche 55 auf dem überstehenden Rand der Innenseite
des Innenbandes 31 und die Trockengleitfläche 56 auf dem überstehenden Rand der Außenseite
des Außenbandes 32 gleitet. Die Trockengleitflächen können aus einer Kupfer-Metall-Matrix
bestehen, in deren Poren Graphit eingelagert ist oder aus Zinn-Bronze. Durch die Trockengleitflächen
55, 56 sowie das Dichtelement 54 sind die zwischen den sich bewegenden Preßbandanordnungen
22, 23 angeordneten querverlaufenden Kanäle 43, 51 in der keilförmigen Einlaufzone
24 dynamisch gegen das Zuführteil 52 abgedichtet. Im Zuführteil 52 verläuft eine
Sammelleitung 57 in Längsrichtung, d.h. in Vorlaufrichtung des Spänekuchens 7, von
der in Längsrichtung hintereinanderliegend, in Querrichtung verlaufende Bohrungen
58 in Richtung auf die Preßbandanordnung 22, 23 abgehen. Mit Querrichtung ist dabei
die in der Preßbandebene liegende, senkrecht auf die Vorlaufrichtung des Spänekuchens
7 stehende Richtung bezeichnet. Diese Bohrungen 58 gehen durch das Dichtelement 54
hindurch. Der saure oder basische Härter in Gasform bzw. mit einem gasförmigen Trägermittel
wird über die Sammelleitung 57 in das Zuführteil 52 eingeführt. Von der Sammelleitung
57 gelangt der Härter dann über die Bohrungen 58 in die Kanäle 43, 51 sobald eine
Bohrung 58 in den Kanal 43, 51 an der sich bewegenden Preßbandanordnung mündet. Die
Kanäle 43, 51 werden damit, solange sie sich in der keilförmigen Einlaufzone 24 befinden,
dynamisch mit dem den Härter enthaltenden Gas gefüllt. Im Außenband 32 sind in Längs-
und Querrichtung nebeneinanderliegend, verteilte Öffnungen 59 angebracht, durch die
der gasförmige Härter bzw. das den Härter transportierende Trägergas zur Oberfläche
des Spänekuchens 7 hindurchtreten und in diesen eindringen kann. Da der Spänekuchen
7 in der keilförmigen Einlaufzone 24 noch nicht vollständig verdichtet ist, kann das
Gas bis zur Mitte des Spänekuchens 7 vordringen und die Reaktion des Bindemittels,
mit dem die Späne beleimt sind, in Gang setzen und dessen Aushärtung beschleunigen.
[0031] Die für das Bindemittel verwendeten duroplastischen Harze gestatten in der Regel
eine weitere Beschleunigung der Aushärtung durch Zuführung von Wärme. Als Trägermittel
für diese Wärme kann vorteilhafterweise das Gas selbst verwendet werden. Führt man
den Härter in gasförmiger Phase zu, so kann das Härtergas, bevor es in die Kanäle
43, 51 eingeleitet wird, erhitzt werden. Wird der Härter in binärer Phase mit einem
gasförmigen Trägermittel zugeführt, so kann dieses gasförmige Trägermittel entsprechend
erwärmt sein. Als ein solches gasförmiges Trägermittel kann ein gegenüber dem sauren
oder basischen Härter neutrales, d.h. mit diesem nicht reagierendes Gas verwendet
werden, wie Luft oder ein Edelgas. Weiter geeignet als gasförmiges Trägermittel ist
Wasserdampf, der überhitzt sein kann. Soll noch weitere zusätzliche Wärme auf den
Spänekuchen zugeführt werden, so können die Preßbänder 31, 32 erwärmt sein, so daß
über Wärmeleitung von dem mit dem Spänekuchen 7 im Kontakt stehenden Außenband 32
Wärme auf den Spänekuchen 7 übertragen wird. In dem der Preßbandanordnung 22 zugeordneten
Teil des Zuführteils 52a ist eine weitere Ausführungsform für die Zuführung des Härters
in den Kanal 43, 51 gezeigt. Von der Sammelleitung 63 für den Härter gehen Bohrungen
60 vertikal nach unten durch die Trockengleitfläche 62 hindurch. In diesem Bereich
des Innenbandes 31 der Preßbandanordnung 22 sind als Schlitze ausgebildete Einlaßöffnungen
61 vorhanden, so daß der Härter dynamisch in die Kanäle 43, 51 eintreten kann.
[0032] Die Öffnungen 59 im Außenband 32, durch die der gasförmige Härter bzw. das den Härter
transportierende Trägergas aus den Kanälen 43, 51 in den Spänekuchen 7 eindringt,
werden in Quer- und Längsrichtung in zweckmässigem Abstand, der sich nach der pro
Zeiteinheit benötigten Härtermenge berechnet, angeordnet. Die Öffnungen 59 können
dabei als Bohrungen ausgeführt sein. Als besonders vorteilhaft haben sich in Längsrichtung
verlaufende Schlitze erwiesen, deren Breite in Querrichtung ca. 0,1 bis 0,2 mm beträgt.
Diese Schlitze besitzen einen trapezförmigen Querschnitt, dessen Verjüngung der
Außenseite des Außenbandes 32 zugeordnet ist, wie in Figur 6 mit dem Bezugszeichen
64 gezeigt. Der trapezförmige Querschnitt der Öffnung 64 wirkt als auf den Spänekuchen
7 zugerichtete Düse für den Härter. Solche Schlitze lassen sich mit Hilfe eines Lasers
in das Außenband 32 einbringen. Aufgrund dieser Öffnungen 59, 64 bleiben nach dem
Verpressen auf der Spanplatte noch leichte Grate stehen, die aus aufgerichteten Spänen
bestehen. Diese Grate werden in der Schleifstation 10, nachdem die Spanplattenbahn
9 die Doppelbandpresse 1 verlassen hat mit Hilfe eines Schleifbandes entfernt (siehe
Figur 1).
[0033] Die Öffnungen 59, 64 können sich mit der Zeit durch Harzreste aus dem Spänekuchen
7 zusetzen. Um dies zu verhindern werden die Öffnungen 59, 64 im Außenband 32 der
Preßbandanordnung 22, 23 nach Verlassen der Niederdruckformhaltezone 26, sobald sich
die Spanplattenbahn 9 von der Preßbandanordnung am Auslauf getrennt hat, gesäubert.
Dazu kann eine mit Zähnen bestückte Walze 65 dienen (in Figur 4 schematisch angedeutet).
Die Zähne 66 der Walze 65 sind in demselben Abstand wie die Öffnungen 59, 64 auf dem
Außenband 32 angeordnet. Die Zähne 66 greifen daher in diese Öffnungen 59, 64 ein
und stossen Harzreste, die sich in diesen Öffnungen 59, 64 befinden, heraus. Durch
den Eingriff der Zähne 66 in die Öffnungen 59, 64 wird die Walze 66 durch die Bewegung
der Preßbandanordnung 22, 23 mitgenommen, so daß die Walze 65 keinen eigenen Antrieb
benötigt. Die Harzreste, die durch die Zähne 66 in die Kanäle 43, 51 gestoßen werden,
können aus diesen mittels eines Absaugteils, das genau wie das Zuführteil 52a, b in
Fig. 7 aufgebaut ist, entfernt werden. Das Absaugteil ist am Auslauf der Doppelbandpresse
hinter der Walze 65 angebracht. Die Sammelleitung 57, 63 ist an Unterdruck angeschlossen,
so daß die Harzreste über die Bohrungen 58, 60 und die Sammelleitung 57, 63 aus den
Kanälen 43, 51 abgesaugt werden.
[0034] Wird zur Schmierung der Rollen 33 in der keilförmigen Einlaufzone 24 ein gegenüber
dem sauren oder basischen Härter inertes Schmiermittel verwendet, so kann die Ausbildung
der Doppelbandpresse etwas vereinfacht werden. Der Einlaufbereich einer solchen vereinfachten
Doppelbandpresse ist in einem Schnitt in Längsrichtung in Fig. 11 zu sehen. Die obere
und untere Preßbandanordnungen bestehen in diesem Fall aus je einem einfachen Preßband
85, das mit Öffnungen 86 versehen ist. Die Druckplatten 27 in der keilförmigen Einlaufzone
24 sind mit Kanälen 87 versehen, durch die der saure oder basische Härter in gasförmiger
Phase oder einer binären Phase mit einem gasförmigen Trägermittel von außen in die
Doppelbandpresse zugeführt wird. Von den Kanälen 87 gehen Zuleitungen 88 ab, die den
Härter von den Kanälen 87 auf das Rollenbett leiten, von wo aus der Härter über die
Rollen und die Öffnungen 86 auf die Oberflächen des Spänekuchens geleitet wird. Von
den Oberflächen dringt der Härter dann in den Spänekuchen ein und beschleunigt die
Aushärtereaktion des Bindemittels im Spänekuchen. Ein Zuführteil 52 für den Härter,
wie es weiter oben beschrieben wurde, erübrigt sich hier. Weiter werden bei dieser
Ausführungsform vorteilhafterweise die Kosten für ein zweites Preßband und die Abstandshalter
eingespart.
[0035] Eine Doppelbandpresse zur kontinuierlichen Herstellung von Spanplattenbahnen ist
in einer weiteren Ausführungsform in Fig. 8 zu sehen. Diese Doppelbandpresse 67 ist
ähnlich wie diejenige in Fig. 2 aufgebaut, jedoch ist die untere Preßbandanordnung
68 in der keilförmigen Einlaufzone 24 gegenüber der oberen Preßbandanordnung 69 etwas
vorgezogen, so daß der in der Zeichnung rechts liegende Teil der unteren Preßbandanordnung
68 außerhalb der Verkleidung 70 der gesamten Doppelbandpresse 67 vorsteht. Über diesem
vorstehenden Teil der unteren Preßbandanordnung 68 befindet sich die Streustation
3, in der die härterfrei beleimten Späne zu einem Spänekuchen 7 auf der unteren Preßbandanordnung
68 gestreut werden. Der Spänekuchen 7 wird anschließend mit der kontinuierlich vorlaufenden
unteren Preßbandanordnung in die keilförmige Einlaufzone 24 transportiert, wo während
der Verdichtungsphase gemäß dem erfindungsgemässen Verfahren der saure oder basische
Härter gasförmig oder in einer binären Phase mit einem gasförmigen Trägermittel
zugeführt wird.
[0036] Die in Fig. 2 und Fig. 8 gezeigten keilförmigen Einlaufzonen 24 in die Doppelbandpresse
sind oben und unten symmetrisch ausgebildet, d.h. sie laufen jeweils mit demselben
Winkel zu. Selbstverständlich können der obere und untere Winkel des Einlaufkeils
auch unterschiedlich sein. Es ist auch möglich nur die obere oder untere Seite der
Einlaufzone keilförmig mit einem Winkel auszubilden.
[0037] Eine weitere Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei
dem die Doppelbandpresse senkrecht gestellt ist, wird in Fig. 12 gezeigt. Die Doppelbandpresse
89, deren Längsachse vertikal steht, besitzt sechs Umlenktrommeln 90, 91, 92, 93,
94, 95, wobei jeweils drei Umlenktrommeln einer Preßbandanordnung zugeordnet sind
und zwar die Umlenktrommeln 90, 91, 92 der Preßbandanordnung 96 der in der Zeichnung
links liegenden Doppelbandhälfte 103 und die Umlenktrommeln 93, 94, 95 der Preßbandanordnung
97 der rechten Doppelbandhälfte 104. Die Umlenktrommeln 90, 91, 92 und 93, 94, 95
sind im wesentlichen an den Eckpunkten eines Dreiecks angeordnet und drehen sich entsprechend
den Pfeilen in der Zeichnung. Die über die Umlenktrommeln 90, 91, 92 und 93, 94, 95
laufende Preßbandanordnungen 96 und 97, die mittels Hydraulikzylindern 98 gespannt
werden, besitzen somit einen horizontalen Abschnitt 99 und einen vertikalen Abschnitt
100, der der keilförmigen Einlaufzone 24, der Mitteldruckreaktionszone 25 und der
Niederdruckformhaltezone 26 zugeordnet ist.
[0038] Auf den horizontalen Abschnitt 99 der linken Doppelbandhälfte 103 und der rechten
Doppelbandhälfte 104 wird durch Streustationen 101 jeweils eine Hälfte 102a und 102b
des Spänekuchens gestreut. Die Hälfte 102a wird mit der vorlaufenden Preßbandanordnung
96 in horizontaler Richtung nach rechts und die Hälfte 102b mit der Preßbandanordnung
97 nach links transportiert und an den Umlenktrommeln 92 und 95 in vertikaler Richtung
nach unten abgelenkt. Im Bereich dieser Umlenktrommeln 92 und 95 treffen die beiden
Spänekuchenhälften 102a und 102b zu einem einzigen Spänekuchen 102 zusammen, der dann
mit den beiden Preßbandanordnungen 96, 97 in vertikaler Richtung durch die keilförmige
Einlaufzone 24 transportiert wird.
[0039] Die Preßbandanordnungen 96, 97 bestehen wiederum aus jeweils zwei, mittels Abstandshaltern
42 auf eine Distanz voneinander angeordneten Preßbändern, nämlich einem Innenband
31 und einem Außenband 32 (siehe Fig. 5). Mittels des in Fig. 7 gezeigten Zuführteils
52 wird der saure oder basische, gasförmige Härter in Kanäle 51 in der keil förmigen
Einlaufzone 24 eingebracht, von wo dieser über Öffnungen 59 im Außenband 32 auf die
Oberflächen des Spänekuchens 102 fließt und anschließend in den Spänekuchen 102 eindringt.
[0040] In der keilförmigen Einlaufzone 24 wird der Preßdruck über ein Rollenbett 105 von
der Druckplatte 27 auf das Innenband 31 der Preßbandanordnung 96, 97 übertragen.
In vertikaler Richtung folgt, in Vorlaufrichtung der Preßbandanordnungen 96, 97 gesehen,
die Mitteldruckreaktionszone 25 und anschließend die Niederdruckformhaltezone 26.
In der Mitteldruckreaktionszone 25 und der Niederdruckformhaltezone 26 kann der Preßdruck
von den Druckplatten 28, 29 ebenfalls über ein Rollenbett 106, 107 auf die Preßbandanordnung
96, 97 übertragen werden, wie in Fig. 12 für die linke Doppelbandhälfte 103 gezeigt
ist. Alternativ kann der Preßdruck auch über Druckkammern 108, 109 auf die Preßbandanordnung
96, 97 übertragen werden, wie an der rechten Doppelbandhälfte 104 zu sehen ist. Das
Pressengestell, an dem die beiden vertikal gestellten Doppelbandhälften befestigt
sind, ist in Fig. 12 aus Übersichtlichkeitsgründen nicht eingezeichnet.
[0041] Nachdem der Spänekuchen 102 durch die Mitteldruckreaktionszone 25 und Niederdruckformhaltezone
26 transportiert ist, verläßt er als ausgehärtete Spanplattenbahn 110 die Doppelbandpresse
89 bei den Umlenktrommeln 90 und 93. In vertikaler Richtung weiter unten, kann diese
Spanplattenbahn 110 anschließend weiterbearbeitet werden. Bei den Umlenktrommeln 92
und 95 am Beginn der keilförmigen Einlaufzone 24 ist ein über die Breite der Doppelbandpresse
89 reichender Verdichtungskolben 111 angebracht, der eine keilförmige Gestalt besitzt.
Dieser oszilliert in vertikaler Richtung entsprechend dem Doppelpfeil 112 und verdichtet
so den Spänekuchen 102 direkt am Einlauf in die keilförmige Einlaufzone 24. Der Verdichtungskolben
111 wirkt damit wie eine Vorpresse, so daß diese bei der beschriebenen Ausführungsform
eingespart werden kann. Die Oszillationsbewegung des Verdichtungskolbens 111 läßt
sich beispielsweise mittels zwei synchron bewegten Exzentern 126, deren Bewegung
über eine Kurbelstange 127 auf den Verdichtungskolben 111 übertragen wird, erzeugen.
Falls gewünscht kann bei einer vertikal gestellten Doppelbandpresse gemäß Fig. 12
auch nur auf einen horizontalen Abschnitt 99, entweder dem der linken oder rechten
Doppelbandhälfte 103 oder 104, der Spänekuchen 102 aufgestreut werden.
[0042] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verdichtungskolbens 111, die in
den Fig. 13 und 14 gezeigt ist, kann das Zuführteil 52 für den Härter entfallen. Der
Verdichtungskolben 111 enthält in seinem unterem, der keilförmigen Spitze zugeordneten
Teil ein in Querrichtung durchgehendes Dichtelement 113, das nebeneinander angeordnete,
durchgehende Düsenbohrungen 114 besitzt. Diese Düsenbohrungen 114 münden in vertikale,
im Verdichtungskolben 111 verlaufende, nach oben offene Führungsröhren 115. In jeder
Führungsröhre 115 befindet sich eine Schließnadel 116, deren oberes Ende mit einem
an der Doppelbandpresse 89 ortsfest angebrachten Gestell 117 verbunden ist. Der Verdichtungskolben
111 oszilliert in vertikaler Richtung gegenüber diesem Gestell 117.
[0043] Im oberen Umkehrpunkt der Bewegung des Verdichtungskolbens 111 verschließen die
Schließnadeln 116 die Düsenbohrungen 114 (siehe Fig. 13). Die obere Öffnung der Führungsröhren
115 wird durch einen verdickten Ansatz 118 im oberen Teil der Schließnadeln 116 ebenfalls
verschlossen. Im unteren Umkehrpunkt der Bewegung des Verdichtungskolbens 111 werden
die Öffnungen der Düsenbohrungen 114 von den Schließnadeln 116 völlig freigegeben,
während die oberen Öffnungen der Führungsröhren 115 durch den verdickten Ansatz 118
weiterhin verschlossen bleiben, wie in Fig. 14 dargestellt ist.
[0044] Über eine Hauptleitung 119 wird der saure oder basische Härter in gasförmiger Phase
oder in binärer Phase mit einem gasförmigen Trä germittel einer im Verdichtungskolben
111 befindlichen, querverlaufenden Sammelleitung 120 zugeführt. Von dieser Sammelleitung
120 aus werden die Führungsröhren 115 mit dem Härter versorgt. Während der vertikal
nach unten gehenden Verdichtungsbewegung des Verdichtungskolbens 111 werden die Öffnungen
der Düsenbohrungen 114 freigegeben und der saure oder basische Härter dringt in die
Mitte des Spänekuchens 102 ein. Wenn der Verdichtungskolben 111 anschließend wieder
nach oben geht, verschließen die Schließnadeln 116 die Düsenbohrungen 114 erneut,
so daß zu diesem Zeitpunkt kein weiterer Härter mehr in den Spänekuchen 102 austreten
kann. Damit wird vorteilhafterweise erreicht, daß der Härter immer während der Verdichtungsphase
in den Spänekuchen zugegeben wird. Da der gasförmige Härter durch die Anordnung des
Verdichtungskolbens bereits in die Mitte des Spänekuchens 102 eingeführt wird, entfällt
eine Diffusion von den Oberflächen des Spänekuchens 102 zu der Mitte und die Aushärtereaktion
wird noch weiter beschleunigt. Falls gewünscht kann natürlich auch noch zusätzlich
Härter auf die Oberflächen des Spänekuchens mittels eines Zuführteils 52 zugeführt
werden.
[0045] Die Schließnadeln 116 besitzen an ihren unteren Enden Spitzen 121. Bei einer Bewegung
des Verdichtungskolbens 111 vertikal nach oben greifen diese Spitzen 121 in die Düsenbohrungen
114 ein und stoßen dabei Harzreste, die die Düsenbohrungen 114 verstopfen, nach außen.
Wird der saure oder basische Härter nur über den Verdichtungskolben 111 dem Spänekuchen
102 zugeführt, so können die Öffnungen 59 im Außenband 32 entfallen. Zudem genügt
es dann, wenn die Preßbandanordnungen 22, 23 anstelle eines Innen- und Außenbandes
nur ein einzelnes Preßband enthalten.
[0046] Wird der saure oder basische Härter nur über den Verdichtungskolben 111 dem Spänekuchen
102 zugeführt, so kann die Doppelbandpresse 89 auch mit Mehrlagenbandpaketen 122 ausgestattet
sein. Wie in Fig. 15 zu sehen ist, wo der Einlaufbereich einer vertikal gestellten
Dop pelbandpresse im Schnitt gezeigt wird, bestehen die Mehrlagenbandpakete 122
aus mehreren, ohne Abstand aufeinanderliegenden Preßbändern 123, 124, 125. Diese
Preßbänder 123, 124, 125 besitzen keine Öffnungen, da der Härter nicht über die Preßbänder
dem Spänekuchen zugeführt wird. Solche Mehrlagenbandpakete 122 besitzen vorteilhafterweise
eine höhere Zugfestigkeit als einfache Preßbänder und sind auch unempfindlicher gegen
Beschädigungen durch im Spänekuchen miteinlaufende Fremdkörper wie Harzklumpen, kleine
Metallteilchen, Steine, usw. Die Anzahl der einzelnen Preßbänder des Mehrlagenbandpakets
122 kann je nach Erfordernis gewählt werden. Die übrige Ausgestaltung der Mehrlagenbandpakete
kann nach der DE-OS 27 35 142 erfolgen.
[0047] Es ist noch zu erwähnen, daß die beschriebene Ausführungsform für die Preßbandanordnungen
22, 23 sich nicht nur an Doppelbandpressen zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten-Bahnen
einsetzen läßt. Besonders vorteilhaft kann eine solche Preßbandanordnung 22, 23 auch
in Doppelbandpressen, die zur Verpressung von bahnförmigen Materialien bei erhöhten
Temperaturen dienen, eingesetzt werden. Bei bisherigen Doppelbandpressen konnten
im wesentlichen Preßbandtemperaturen bis ca. 220° C erreicht werden. Bei höheren
Temperaturen zersetzt sich das Schmiermittel für die Rollen 33 des Rollenbettes, falls
es sich um eine rollengestützte Doppelbandpresse handelt, innerhalb kürzester Zeit.
Bei einer mittels eines Druckkissens arbeitenden Doppelbandpresse sind die bekannten
Materialien für die Gleitflächendichtung 39 ebenfalls nur bis zu dieser Temperatur
stabil, so daß höhere Temperaturen als 220° C bisher nicht betriebssicher erreicht
werden konnten. Es gibt jedoch duroplastische und thermoplastische Kunststoffmaterialien,
die Preßtemperaturen von 350° C und mehr benötigen. Solche Materialien konnten bisher
nicht kontinuierlich hergestellt werden.
[0048] Bei einer erfindungsgemäß ausgestatteten Doppelbandpresse kann nun das Außenband
32 vor Eintritt in die Reaktionszone auf die von dem zu verpressenden Material benötigte
Temperatur aufgeheizt werden. Das Innenband 31 wird höchstens auf eine von dem Schmiermittel
bzw. der Gleitflächendichtung 39 gerade noch erträgliche Temperatur erwärmt. Da zwischen
Außenband 32 und Innenband 31 ein Abstand vorvorhanden ist und sich in diesem Zwischenraum,
den Kanälen 41, Luft befindet, die wiederum wie ein thermischer Isolator wirkt, wird
nur sehr wenig Wärme vom Außenband 32 auf das Innenband 31 übertragen. Die einzigen
Stellen, an denen ein solcher Wärmefluß auftreten könnte, sind die Abstandshalter
42. In diesem Fall wird man jedoch vorzugsweise die Ausführungsform für den Abstandshalter
42 wählen, bei der die Gleitleiste 45 aus einem Kunststoff, beispielsweise aus einem
Polyimiden besteht. Sollte aufgrund der hohen Temperatur des Außenbandes 32 eine Gleitleiste
45 aus Kunststoff nicht einsetzbar sein, so kann auch die Ausführungsform für die
Gleitleiste gewählt werden, bei der diese aus einem Metallkörper 46 und einer Gleitfläche
47 besteht. Die Gleitleisten 45 werden dann mit einem möglichst geringem Querschnitt
ausgestattet, so daß diese einen im Vergleich zur gesamten Oberfläche der Preßbänder
geringen Querschnitt besitzen und damit nur ein kleiner Wärmefluß zwischen Außenband
32 und Innenband 31 auftreten kann, der praktisch vernachlässigbar ist. Das Innenband
31 bleibt damit im wesentlichen auf niedriger, dem Schmiermittel sowie den Gleitflächendichtungen
39 unschädlicher Temperatur, während das Außenband 32 die höhere Temperatur behält.
Damit tritt der Wärmefluß, wie gewünscht, hauptsächlich in das zu verpressende Material
ein.
[0049] Da bei der Verpressung dieser Materialien bei erhöhten Temperaturen selbstverständlich
kein saurer oder basischer Härter zugeführt werden muß, entfällt das Zuführteil 52.
Die Öffnungen 59, 64 im Außenband 32 sowie die Einlaßöffnungen 61 im Innenband 31
sind dann ebenfalls nicht vorhanden. Falls nötig, kann das Innenband 31 noch zusätzlich
gekühlt werden.
[0050] In Fig. 9 ist weiter eine diskontinuierlich arbeitende Vorrichtung gezeigt, die das
erfindungsgemässe Verfahren verwirklicht. Diese Vorrichtung besteht aus einer Etagenpresse
71. Die Späne werden wiederum härterfrei beleimt, zu einem Spänekuchen gestreut, in
einzelne Spänekuchenabschnitte zertrennt und dann taktweise in die Etagenpresse transportiert.
Solche Anlagenteile sind an sich bekannt und brauchen daher nicht weiter beschrieben
zu werden. In der Etagenpresse 71, die in Fig. 9 in einem Schnitt entlang der Querrichtung
gezeigt ist, wird der Spänekuchen 72 beim Schliessen der Preßplatten 73, 74 und während
des Druckaufbaus verdichtet. In dieser Verdichtungsphase wird wiederum der gasförmige
saure oder basische Härter bzw. der Härter mit dem gasförmigen Trägermittel über die
Preßplatten 73, 74 auf die Oberflächen des Spänekuchens 72 zugeführt, von wo er in
den Spänekuchen 72 eindringt und dort die Aushärtereaktion des Bindemittels in Gang
setzt.
[0051] Zur Zuführung des sauren oder basischen Härters sind Bohrungen 75 in die Preßplatten
73, 74 eingebracht, die parallel zur Oberfläche der Preßplatten verlaufen. Von diesen
Bohrungen 75 gehen in Längsrichtung hintereinanderliegende, vertikale Öffnungen 76,
die in der Zeichnung aus darstellerischen Gründen mit übertrieben großem Querschnitt
und Abstand voneinander zu sehen sind, zu der dem Spänekuchen 72 zugewandten Preßplattenoberfläche
77 ab, über die der Härter von den Bohrungen 75 auf die Oberfläche des Spänekuchens
72 austritt. Sobald die Verdichtungsphase beendet ist, wird die Zuführung des Härters
abgebrochen. Anschließend wird die Spanplatte unter einem Haltedruck weiter verpreßt
bis das Bindemittel ausgehärtet ist. Von jeweils einer Bohrung 75 können auch mehrere,
in Querrichtung nebeneinanderliegende vertikale Öffnungen 76 abgehen. Selbstverständlich
kann auch hier über den gasförmigen Härter, das gasförmige Trägermittel oder mittels
Wärmeleitung von den Preßplatten 73, 74 zusätzlich Wärme auf den Spänekuchen 72 zugeführt
werden.
[0052] Falls gewünscht, kann während des Haltedrucks die Spanplatte auch gleichzeitig abgekühlt
werden.
[0053] In der hier beschriebenen Ausführungsform zur diskontinuierlichen Herstellung von
Spanplatten wird eine Einetagenpresse eingesetzt. Anstelle einer solchen Einetagenpresse
kann auch eine diskontinuierliche Mehretagenpresse verwendet werden. Wichtig ist
in diesem Fall nur, daß in dieser während der Verdichtungsphase des Spänekuchens der
saure oder basische Härter gasförmig oder in einer binären Phase mit einem gasförmigen
Trägermittel über die Oberflächen des Spänekuchens zugeführt wird.
[0054] Das erfindungsgemäße Verfahren und die zugehörigen kontinuierlichen bzw. diskontinuierlichen
Vorrichtungen zur Durchführung dieses Verfahrens wurden anhand der Herstellung von
Spanplatten beschrieben. Selbstverständlich sind dieses Verfahren und die Vorrichtungen
auch zur Herstellung sonstiger Holzwerkstoffplatten geeignet, die aus einem Span-
oder Fasermaterial und einem mittels eines sauren oder basischen Härters aushärtbaren
Bindemittels hergestellt werden. Solche weiteren Holzwerkstoffplatten können beispielsweise
Faserplatten, OSB- oder MDF-Platten sein.
1.Verfahren zur Herstellung einer Holzwerkstoffplatte, insbesondere Span-, Faser-,
OSB-, MDF-Platte u. dgl., bei dem die Holzwerkstoffteilchen mit einem Bindemittel,
wie Harnstoff-, Melamin- oder Phenol-Formaldehyd-Harze, beleimt sind, dessen Aushärtung
mittels eines Härters beschleunigt werden kann, die beleimten Holzwerkstoffteilchen
zu einem Vlies gestreut und dieses anschliessend in einer Presse unter Reduktion
seiner Dicke verdichtet und danach unter einem Haltedruck verpreßt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß es sich bei dem Harz zur Beleimung der Holzwerkstoffteilchen um ein härterfreies
Bindemittel handelt und daß ein saurer oder basischer Härter in gasförmiger Phase
oder in binärer Phase mit einem gasförmigen Trägermittel während der Verdichtungsphase
in der Presse über die Oberflächen des Vlieses oder/und direkt in das Innere des Vlieses
zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der basische Härter aus Ammoniak besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der saure Härter aus einer anorganischen Säure besteht.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der saure Härter aus einer organischen Säure besteht.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der saure Härter aus Salzsäure besteht.
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der saure Härter aus Schwefelsäure besteht.
7. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der saure Härter aus Phosphorsäure besteht.
8. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der saure Härter aus Ameisensäure besteht.
9. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der saure Härter aus Essigsäure besteht.
10. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der saure Härter aus Maleinsäure besteht.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem gasförmigen Trägermittel um ein gegenüber dem sauren oder basischen
Härter neutrales, nicht mit dem Härter reagierendes Gas handelt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem gasförmigen Trägermittel um Luft handelt.
13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem gasförmigen Trägermittel um ein Edelgas handelt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das gasförmige Trägermittel in dampfförmiger Phase vorliegt.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem gasförmigen Trägermittel um Wasserdampf handelt.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß dem Vlies während der Verdichtungsphase in der Presse zur weiteren Beschleunigung
der Aushärtung des Bindemittels zusätzlich Wärme zugeführt wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärme mittels Wärmeleitung von der Presse auf die Holzwerkstoffteilchen
übertragen wird.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil der Wärme von dem gasförmigen sauren oder basischen Härter
auf die Holzwerkstoffteilchen übertragen wird.
19. Verfahren nach Anspruch 16, 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil der Wärme von dem gasförmigen Trägermittel auf die Holzwerkstoffteilchen
übertragen wird.
20. Verfahren nach Anspruch 15 und 19, dadurch gekennzeichnet, daß es sich um überhitzten Wasserdampf handelt.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Presse zum Verpressen des Vlieses aus einer kontinuierlich arbeitenden Doppelbandpresse
besteht.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Presse zum Verpressen des Vlieses aus einer diskontinuierlich arbeitenden
Ein- oder Mehretagenpresse besteht.
23. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Vlies am Einlauf in die Doppelbandpresse aus zwei Teilen zusammengeführt
wird und bei der Zusammenführung mittels eines in und gegen die Förderrichtung des
Vlieses oszillierenden Kolbens verdichtet wird.
24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß der Härter aus dem Kolben direkt in das Innere des Vlieses am Einlauf in die
Doppelbandpresse zugeführt wird.
25. Verfahren nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Härter aus dem Kolben in dem Umkehrpunkt der Oszillationsbewegung, der
am weitesten in Förderrichtung des Vlieses reicht, zugeführt wird.
26. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 21
mit einer Formstation zur Streuung des Vlieses und einer Übergabeeinrichtung für das
Vlies an eine kontinuierlich arbeitende Doppelbandpresse, die jeweils eine obere
und eine untere, über jeweils zwei in einem starren Pressengestell drehbar gelagerten
Umlenktrommeln geführte, endlose Preßbandanordnung besitzt, zwischen deren einander
zugewandten Trums die Reaktionszone gebildet wird, in der das Vlies unter gleichzeitiger
Förderung durch die Doppelbandpresse verpreßt wird, die Reaktionszone, in der der
Preßdruck von Druckplatten auf die Preßbandanordnungen übertragen wird, in eine keilförmige
Einlaufzone, eine Mitteldruckreaktionszone und eine Niederdruckformhaltezone eingeteilt
ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der keilförmigen Einlaufzone (24) Zuführungen an der Doppelbandpresse (1,67,89)
angebracht sind, über die der saure oder basische Härter in gasförmiger oder in einer
binären Phase mit einem gasförmigen Trägermittel auf die Innenseite der Preßband
anordnug (22,23) geleitet wird und die Preßbandanordnung (22,23) auf die Außenseite
reichende Öffnungen (59) besitzt, durch die der saure oder basische Härter auf die
Oberflächen des Vlieses (7) gelangt.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßbandanordnungen (22,23) in der Doppelbandpresse (1) aus jeweils einem
einzigen, mit Öffnungen (86) versehenen Preßband (85) bestehen, der saure oder basische
Härter über in der Druckplatte (27) befindlichen Kanälen (87) von außen in die Doppelbandpresse
(1) geleitet und von diesen Kanälen (87) über zum Preßband (85) gerichtete Zuleitungen
(88) auf das Vlies (7) geführt wird.
28. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßbandanordnungen (22,23) aus jeweils zwei Preßbändern, nämlich einem
Innenband (31) und einem Außenband (32), bestehen, die durch mehrere nebeneinanderliegende,
sowohl die Außenfläche des Innenbandes (31) als auch die Innenfläche des Außenbandes
(32) berührenden Abstandshalter (42) in einem bestimmten Abstand voneinander angeordnet
sind, zwischen den Abstandshaltern (42) über die Breite der Preßbandanordnungen (22,23)
verlaufende, von der Innenfläche des Außenbandes (32), der Außenfläche des Innenbandes
(31) und den Abstandshaltern (42) begrenzte Kanäle (43,51) vorhanden sind, in der
keilförmigen Einlaufzone (24) seitlich an den Rändern der Preßbandanordnungen (22,23)
ein Zuführteil (52) angebracht ist, das die Kanäle (43,51) mit dem sauren oder basischen
Härter in gasförmiger oder in einer binären Phase mit einem gasförmigen Trägermittel
dynamisch füllt und das Außenband (32) Öffnungen (59) besitzt, die von der Innenfläche
des Außenbandes (32) zu der Außenfläche des Außenbandes (32) reichen, so daß der saure
oder basische Härter von den Kanälen (43,51) zu den Oberflächen des Vlieses (7) gelangt.
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Übergabeeinrichtung für das Vlies (7) in die untere Preßbandanordnung (68)
integriert ist, indem diese an der Einlaufzone der Doppelbandpresse (67) gegenüber
der oberen Preßbandanordnung (69) einen vorstehenden Teil besitzt und die Formstation
(3) über diesen vorstehenden Teil angeordnet ist.
30. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 21
und 23 bis 25 mit einer Formstation zur Streuung des Vlieses und einer kontinuierlich
arbeitenden, aus zwei Doppelbandhälften bestehenden Doppelbandpresse, die zwei in
einem starren Pressengestell, über drehbar gelagerten Umlenktrommeln geführte, endlose
Preßbandanordnungen besitzt, zwischen deren einander zugewandten Trums die Reaktionszone
gebildet wird, in der das Vlies unter gleichzeitiger Förderung durch die Doppelbandpresse
verpreßt wird, die Reaktionszone, in der der Preßdruck von Druckplatten auf die Preßbandanordnungen
übertragen wird, in eine keilförmige Einlaufzone, eine Mitteldruckreaktionszone und
eine Niederdruckformhaltezone eingeteilt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Doppelbandpresse (89) vertikal gestellt ist, indem die Preßbandanordnungen
(22,23) in den Doppelbandhälften (103, 104) über je drei, an Ecken eines Dreiecks
angeordneten Unlenktrommeln (90,91,92 und 93,94,95) geführt sind und so in jeder
Doppelbandhälfte (103,104) ein horizontaler, oben liegender Abschnitt (99) und ein
vertikaler, die Reaktionszone begrenzender Abschnitt (100) von den Preßbandanordnungen
(22,23) gebildet wird, die Preßbandanordnungen (22,23) aus jeweils zwei Preßbändern,
nämlich einem Innenband (31) und einem Außenband (32), bestehen, die durch mehrere
nebeneinanderliegende, sowohl die Außenfläche des Innenbandes (31) als auch die Innenfläche
des Außenbandes (32) berührenden Abstandshalter (42) in einem bestimmten Abstand
voneinander angeordnet sind, zwischen den Abstandshaltern (42) über die Breite der
Preßbandanordnungen (22,23) verlaufende, von der Innenfläche des Außenbandes (32),
der Außenfläche des Innenbandes (31) und den Abstandshaltern (42) begrenzte Kanäle
(43,51) vorhanden sind, über wenigstens einen horizontalen Abschnitt (99) Streustationen
(101) zur Streuung eines Vlieses (102,102a,102b) angeordnet sind, dieses Vlies von
den Preßbandanordnungen (22,23) in die keilförmige Einlaufzone (24) transportiert
wird, in der keilförmigen Einlaufzone (24) seitlich an den Rändern der Preßbandanordnungen
(22,23) ein Zuführteil (52) angebracht ist, das die Kanäle (43,51) mit dem sauren
oder basischen Härter in gasförmiger oder in einer binären Phase mit einem gasförmigen
Trägermittel dynamisch füllt und das Außenband (32) Öffnungen (59) besitzt, die von
der Innenfläche des Außenbandes (32) zu der Außenfläche des Außenbandes (32) reichen,
so daß der saure oder basische Härter von den Kanälen (43,51) zu den Oberflächen
des Vlieses (102,102a,102b) gelangt.
31. Vorrichtung nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, daß am Beginn der keilförmigen Einlaufzone (24), in der Nähe der Umlenktrommeln
(92,95) ein über die Breite der Doppelbandpresse (89) reichender Verdichtungskolben
(111) angebracht ist, der in vertikaler Richtung oszilliert und so das Vlies (102)
beim Einlauf in die keilförmige Einlaufzone (24) vorverdichtet.
32. Vorrichtung nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdichtungskolben (111) keilförmig zuläuft.
33. Vorrichtung nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdichtungskolben (111) in seinem unterem, der keilförmigen Spitze zugeordneten
Teil ein in Querrichtung durchgehendes Dichtelement (113) enthält, das nebeneinander
angeordnete Düsenbohrungen (114) besitzt, im Verdichtungskolben (111) in die Düsenbohrungen
(114) mündende Führungsröhren (115) eingebracht sind, diese Führungsröhren (115)
wiederum mit einer Sammelleitung (120) und einer Hauptleitung (119) zur Zuführung
des Härters verbunden sind und in den Führungsröhren (115) relativ gegenüber dem
Verdichtungskolben (111) bewegliche Schließnadeln (116) zum Verschließen und Freigeben
der Düsenbohrungen (114) angebracht sind.
34. Vorrichtung nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließnadeln (116) an einem ortsfest in der Doppelbandpresse (89) angeordneten
Gestell (117) befestigt sind und die Relativbewegung zwischen Schließnadeln (116)
und Verdichtungskolben (111) durch die Oszillation des Verdichtungskolbens (111) erreicht
wird.
35. Vorrichtung nach Anspruch 33 oder 34, dadurch gekennzeichnet, daß das obere Ende der Führungsröhren (115) durch einen verdickten Ansatz (118)
im oberen Teil der Schließnadeln (116) verschlossen wird.
36. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 33 bis 35, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließnadeln (116) an ihrem unteren Ende Spitzen (121) besitzen, um Harzreste
aus den Düsenbohrungen (114) auszustoßen.
37. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 33 bis 36, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den Preßbandanordnungen (22,23) um Mehrlagenbandpakete (122) handelt,
die wieder um aus mehreren aufeinanderliegenden Preßbändern (123,124,125) bestehen,
die keine Öffnungen in der Preßbandoberfläche besitzen.
38. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 37, dadurch gekennzeichnet, daß die keilförmige Einlaufzone (24) an der Ober- und Unterseite mit demselben Winkel
zuläuft.
39. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 37, dadurch gekennzeichnet, daß die keilförmige Einlaufzone (24) an der Ober- und Unterseite mit unterschiedlichen
Winkeln zuläuft.
40. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 37, dadurch gekennzeichnet, daß die keilförmige Einlaufzone (24) entweder nur an der Ober- oder nur an der Unterseite
mit einem Winkel zuläuft.
41. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 40, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßdruck in der keilförmigen Einlaufzone von einer Druckplatte (27) über
ein ortsfestes Rollenbett auf das Innenband (31) übertragen wird.
42. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 41, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßdruck in der Mitteldruckreaktionszone (25) von einer Druckplatte (28)
über ein ortsfestes Rollenbett auf das Innenband (31) übertragen wird.
43. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 41, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßdruck in der Mitteldruckreaktionszone (25) von einer Druckplatte (28)
über eine Druckkammer (38), deren Rand mit einer Gleitflächendichtung (39) gegenüber
der Atmosphäre abgedichtet ist, auf das Innenband (31) übertragen wird.
44. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 43, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßdruck in der Niederdruckformhaltezone (26) von einer Druckplatte (29)
über eine Druckkammer (38), deren Rand mit einer Gleitflächendichtung (39) gegenüber
der Atmosphäre abgedichtet ist, auf das Innenband (31) übertragen wird.
45. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 44, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstandshalter (42) quer über die gesamte Breite der Preßbandanordnung (22,23)
reicht.
46. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 45, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstandshalter (42) auf der Innenfläche des Außenbandes (32) befestigt ist.
47. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 45, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstandshalter (42) auf der Außenfläche des Innenbandes (31) befestigt ist.
48. Vorrichtung nach Anspruch 46 oder 47, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigung des Abstandshalters (42) durch eine Verschweissung erfolgt.
49. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 45 bis 48, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstandshalter (42) aus zwei im Querschnitt L-förmigen Leisten (44) besteht,
deren kürzerer Schenkel auf einem Preßband (31,32) so befestigt ist, daß sich die
längeren Schenkel des L's einander gegenüberstehen und zwischen den längeren Schenkeln
des L's eine Gleitleiste (45) eingeklemmt wird, deren Höhe gerade dem Abstand des
Innenbandes (31) vom Außenband (32) entspricht.
50. Vorrichtung nach Anspruch 49, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitleiste (45) einen rechteckigen Querschnitt besitzt und mit ihren Schmalflächen
das Innenband (31) und das Außenband (32) berührt.
51. Vorrichtung nach Anspruch 50, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitleiste (45) aus einem Kunststoff mit guten Gleiteigenschaften besteht.
52. Vorrichtung nach Anspruch 51, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Kunststoff um ein Polyimid handelt.
53. Vorrichtung nach Anspruch 50, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitleiste (45) einen Metallkörper (46) besitzt, auf dessen Schmalfläche,
die derjenigen Preßbandseite, auf der die L-förmige Leiste (44) befestigt ist, abgewandt
ist, eine Gleitfläche (47) aufgebracht ist.
54. Vorrichtung nach Anspruch 53, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitfläche (47) aus einer Trockengleitschicht besteht.
55. Vorrichtung nach Anspruch 54, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockengleitschicht aus porös aufgesinterter Zinnbronze besteht, in deren
Poren Polytetraflouräthylen oder Graphit eingelagert ist.
56. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 45, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstandshalter aus einem einzigen Formteil (49) besteht, das auf der Außenseite
des Innenbandes (31) befestigt ist und im Abstand nebeneinanderliegende Stege (50)
besitzt, deren Höhe dem Abstand zwischen Innenband (31) und Außenband (32) entspricht,
so daß zwischen jeweils zwei Stegen (50) ein der Innenseite des Außenbandes (32) zu
offener Kanal (51) vorhanden ist.
57. Vorrichtung nach Anspruch 56, dadurch gekennzeichnet, daß die Stege (50) des Formteils (49) entlang des dem Innenband (31) zugewandten
Grundes des Kanals (51) miteinander verbunden sind.
58. Vorrichtung nach Anspruch 56 und 57, dadurch gekennzeichnet, daß das Formteil (49) aus einer Metall-Gummi-Verbindung besteht.
59. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 45, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstandshalter aus einem zwischen Innenband (31) und Außenband (32) geführten
Stützband (78) besteht, das wellenartig so verformt ist, daß Erhöhungen (79) und Vertiefungen
(80) mit jeweils derselben Höhe abwechselnd nebeneinanderliegen und in den Erhöhungen
(79) dem Außenband (32) zu geöffnete, querverlaufende Kanäle (83) und in den Vertiefungen
(80) dem Innenband (31) zu geöffnete, querverlaufende Kanäle (82) entstehen.
60. Vorrichtung nach Anspruch 59, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanäle (82) und (83) untereinander durch Bohrungen (84) verbunden sind.
61. Vorrichtung nach Anspruch 59 oder 60, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützband (78) lose zwischen Innenband (31) und Außenband (32) geführt wird.
62. Vorrichtung nach Anspruch 59 oder 60, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützband (78) mittels Punktschweißungen (81) an den Vertiefungen (80)
am Außenband (32) befestigt ist.
63. Vorrichtung nach Anspruch 59 oder 60, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützband (78) mittels Punktschweißungen (81) an den Erhöhungen (79) am
Innenband (31) befestigt ist.
64. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 63, dadurch gekennzeichnet, daß das Zuführteil (52) für den sauren oder basischen Härter einstückig ausgebildet
ist und beiden Preßbandanordnungen (22,23) gleichzeitig zugeordnet ist.
65. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 63, dadurch gekennzeichnet, daß das Zuführteil (52) für den sauren oder basischen Härter aus zwei Teilen (52a,b)
besteht, so daß ein Teil (52a) der oberen Preßbandanordnung (22) und ein Teil (52b)
der unteren Preßbandanordnung (23) zugeordnet ist.
66. Vorrichtung nach Anspruch 64 oder 65, dadurch gekennzeichnet, daß das Zuführteil (52,52a,52b) den seitlichen Randbereich der Preßbandanordnungen
(22,23) in der keilförmigen Einlaufzone (24) mit einer Ausnehmung (53) umfaßt, an
der vertikalen Wand der Ausnehmung (53) ein Dichtelement (54) für die seitlichen
Ränder der querverlaufenden Kanäle (43,51) angebracht ist, das die Ränder des Innenbandes
(31) und Außenbandes (32) berührt und im Zuführteil (52,52a,52b) eine Sammelleitung
(57,63) für die Zuführung des sauren oder basischen Härters angebracht ist, von der
Bohrungen (58,60) in die querverlaufenden Kanäle (43,51) abgehen.
67. Vorrichtung nach Anspruch 66, dadurch gekennzeichnet, daß an den horizontalen Wandungen der Ausnehmung (53) direkt über der Innenseite
des Innenbandes (31) und der Außen seite des Außenbandes (32) je eine Trockengleitfläche
(55,56,62) angebracht ist, an denen der von der Ausnehmung (53) umfaßte, seitliche
Randbereich der Preßbandanordnungen (22,23) entlanggleitet.
68. Vorrichtung anch Anspruch 67, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockengleitfläche (55,56,62) aus einer Kupfer-Metall-Matrix besteht, in
deren Poren Graphit eingelagert ist.
69. Vorrichtung nach Anspruch 67, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockengleitfläche (55,56,62) aus einer Legierung von Zinn-Bronze besteht.
70. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 66 bis 69, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtelement (54) aus einem Metall-Gummi-Element besteht.
71. Vorrichtung nach Anspruch 70, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtelement (54) aus Viton besteht.
72. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 66 bis 71, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrung (58) horizontal von der Sammelleitung (57) durch das Dichtelement
(54) hindurch in den querverlaufenden Kanal (43,51) geht.
73. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 66 bis 71, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrung (60) vertikal von der Sammelleitung (63) durch die Trockengleitfläche
(62) auf Einlaßöffnungen (61) mündet, die im seitlichen Randbereich des Innenbandes
(31) zu den querverlaufenden Kanälen (43,51) hin angeordnet sind.
74. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 73, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (59,86) über die Breite des Außenbandes (32) oder Preßbandes (85)
mit demselben Abstand voneinander angeordnet sind.
75. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 74, dadurch kennzeichnet, daß die Öffnungen (59,86) über die Länge des Außenbandes (32) oder Preßbandes (85)
mit demselben Abstand voneinander angeordnet sind.
76. Vorrichtung nach Anspruch 74 oder 75, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Öffnungen (59,86) voneinander nach der Menge des benötigten
sauren oder basischen Härters bestimmt wird.
77. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 74 bis 76, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (59,86) als Bohrungen ausgebildet sind.
78. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 74 bis 76, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (59,86) als in Längsrichtung des Außenbandes (32) oder Preßbandes
(85) verlaufende Schlitze (64) ausgeführt sind.
79. Vorrichtung nach Anspruch 78, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitze (64) einen trapezförmigen Querschnitt besitzen, dessen Verjüngung
der Außenseite des Außenbandes (32) oder Preßbandes (85) zu verläuft.
80. Vorrichtung nach Anspruch 78 oder 79, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitze (64) eine Breite von ca. 0,1 bis 0,2 mm besitzen.
81. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 77 bis 80, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (59,86) mit Hilfe eines Lasers hergestellt werden.
82. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 74 bis 81, dadurch gekennzeichnet, daß am Auslauf der Doppelbandpresse (1,67,89) hinter der Niederdruckformhaltezone
(26) eine Walze (65) angeordnet ist, die mit Zähnen (66) in demselben Abstand wie
die Öffnungen (59,86) bestückt ist und diese Zähne (66) in die Öffnungen (59,86) eingreifen,
um so Harzreste aus den Öffnungen (59,86) auszustossen.
83. Vorrichtung nach Anspruch 82, dadurch gekennzeichnet, daß hinter der Walze (65) ein Absaugteil, das wie das zweiteilige Zuführteil (52a,b)
ausgestaltet ist, an den Preßbandanordnungen (22,23) angebracht ist und die Sammelleitungen
(57,63) des Absaugteils an Unterdruck angeschlossen sind, um die in den Kanälen (43,51,83)
vorhandenen Harzreste abzusaugen.
84. Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Kunststoffbahnen bei erhöhten
Temperaturen mit einer Doppelbandpresse, die jeweils eine obere und eine untere, über
jeweils zwei in einem starren Pressengestell drehbar gelagerten Umlenktrommeln geführte,
endlose Preßbandanordnung besitzt, zwischen deren einander zugewandten Trums die
Reaktionszone gebildet wird, in der die Kunststoffbahn unter Zuführung von Wärme unter
gleichzeitiger Förderung durch die Doppelbandpresse verpreßt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Preßbandanordnungen (22,23) aus jeweils zwei Preßbändern, nämlich einem Innenband
(31) und einem Außenband (32), bestehen, die durch mehrere nebeneinanderliegende,
sowohl die Außenfläche des Innenbandes (31) als auch die Innenfläche des Außenbandes
(32) berührenden Abstandshalter (42) in einem bestimmten Abstand voneinander angeordnet
sind, zwischen den Abstandshaltern (42) über die Breite der Preßbandanordnungen (22,23)
verlaufende, von der Innenfläche des Außenbandes (32), der Außenfläche des Innenbandes
(31) und den Abstandhaltern (42) begrenzte Kanäle (43,51) vorhanden sind, die einen
therschen Isolator enthalten, das Außenband (32) auf eine vom zu verpressenden Kunststoff
benötigte, erhöhte Temperatur vor dessen Eintritt in die Reaktionszone erwärmt wird
und das Innenband (31) auf eine niedrigere, von den wärmeempfindlichen Teilen in
der Doppelbandpresse (1) erträgliche Temperatur gehalten wird.
85. Vorrichtung nach Anspruch 84, dadurch gekennzeichnet, daß der thermische Isolator Luft ist.
86. Vorrichtung nach Anspruch 84 oder 85, dadurch gekennzeichnet, daß das Innenband (31) gekühlt wird.
87. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 20
und 22 mit einer Formstation zur Streuung des Vlieses, einer Trenneinrichtung zur
Aufteilung des Vlieses in einzelne Vlies-Abschnitte und einer Übergabeeinrichtung
für diese Vlies-Abschnitte zwischen die Preßplatten einer diskontinuierlich arbeitenden
Ein-oder Mehretagen-Presse,
dadurch gekennzeichnet,
daß parallel zur Oberfläche der Preßplatten (73,74) Bohrungen (75) in den Preßplatten
(73,74) zur Zuführung des sauren oder basischen Härters in gasförmiger oder in einer
binären Phase mit einem gasförmigen Trägermittel während der Verdichtung des Vlies-Abschnittes
(72) verlaufen und von diesen Bohrungen (75) vertikale Öffnungen (76) zu den dem Vlies-Abschnitt
(72) zugewandten Preßplattenoberflächen (77) abgehen.
88. Vorrichtung nach Anspruch 87, dadurch gekennzeich net, daß die Öffnungen (76) über die Breite der Preßplatte (73,74) mit demselben Abstand
voneinander angeordnet sind.
89. Vorrichtung nach Anspruch 87 oder 88, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (76) über die Länge der Preßplatte (73,74) mit demselben Abstand
voneinander angeordnet sind.
90. Vorrichtung nach Anspruch 88 oder 89, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Öffnungen (76) voneinander nach der Menge des benötigten sauren
oder basischen Härters bestimmt wird.
91. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 87 bis 90, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (76) als Bohrungen ausgebildet sind.