(57) Ein verbessertes Feuchtwasser für den Offsetdruck enthält Netzmittel, pH-regulierende
Substanzen, Feuchthaltemittel, gegebenenfalls Filmbildner, Enthärtungsmittel und
Konservierungsmittel, wobei als Netzmittel vorzugsweise eine oder mehrere Substanzen
der Gruppe A enthalten sind, die besteht aus
a) Polypropylenglykol (400 - 2000)
b) 3,5 Dimethyl-1-hexin-3-ol
c) 3,6 Dimethyl-4-octin-3,6-diol
d) 2,4,7,9-Tetramethyl-5-decin-4,7-diol
e) Ethoxylierungsprodukte von b, c und/oder d
f) Kombinationen von a, b, c, d und/oder e mit weiteren üblichen Netzmitteln,
wobei es zusätzlich enthält eine oder mehrere wasserlösliche Substanzen der Gruppe
B, die besteht aus
g) aliphatischen oder aromatischen Sulfonsäuren oder Sulfonaten mit Kohlenwasserstoffketten
mit maximal 10 Kohlenstoffatomen,
h) gegebenenfalls alkoxilierten Ethersulfonsäuren oder Ethersulfonaten,
i) gegebenenfalls sulfonierten Alkylphenolethoxylaten,
j) alkoxilierten Carbonsäuren mit maximal 10 Kohlenstoffatomen.
[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Feuchtwasser-Zusatz für den Offsetdruck,
welcher Netzmittel, pH-regulierende Substanzen, Feuchthaltemittel, gegebenenfalls
Filmbildner, Enthärtungsmittel und Konservierungsmittel enthält.
[0002] Beim Offsetdruck werden dem Feuchtwasser verschiedene Zusätze zugegeben, um das Drucken
zu erleichtern und die Qualität der Druckerzeugnisse zu erhöhen. Diese Zusätze werden
bisher entweder vom Drucker selbst beigemischt oder in Form von Konzentraten in den
Handel gebracht. Diese Konzentrate enthalten meist schwache Säuren oder einen Puffer,
Feuchthaltemittel wie Glyzerin oder Glykole, Filmbildner wie Gummiarabicum, Konservierungsmittel,
zum Teil auch Enthärtungsmittel und Netzmittel sowie gegebenenfalls Alkohole wie Ethanol
oder Isopropanol. Sämtliche Feuchtwasser-Konzentrate enthalten erhebliche Mengen Wasser.
[0003] Aus der EP-A-0 111 136 der Anmelderin ist ein Feuchtwasserzusatz für den Offsetdruck
bekannt, welcher als Netzmittel eine oder mehrere Substanzen der Gruppe A enthält,
bestehend aus
a) Polypropylenglykol (400 - 2000)
b) 3,5 Dimethyl-1-hexin-3-ol
c) 3,6 Dimethyl-4-octin-3,6-diol
d) 2,4,7,9-Tetramethyl-5-decin-4,7-diol
e) Ethoxylierungsprodukte von b, c und/oder d
f) Kombinationen von a, b, c, d und/oder e mit weiteren üblichen Netzmitteln.
[0004] Diese Feuchtwasserzusätze haben sich bereits ausgezeichnet bewährt, jedoch ist es
insbesondere in Filmfeuchtwerken, beispielweise vom Typ Dahlgreen und Alcolor, notwendig,
dem Feuchtwasser Alkohole wie Isopropanol oder Ethanol in erheblichen Mengen zuzusetzen,
was aus arbeitstechnischen und umwelttechnischen Gründen unerwünscht ist. Die Erfindung
hat sich weiterhin die Aufgabe gestellt, Feuchtwasserzusätze, insbesondere solche
gemäß EP-A-0 111 136 weiter zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe kann überraschend einfach gelöst werden dadurch, daß der Feuchtwasserzusatz
zusätzlich enthält eine oder mehrere wasserlösliche Substanzen der Gruppe B, die besteht
aus
g) aliphatischen oder aromatischen Sulfonsäuren oder Sulfonaten mit Kohlenwasserstoffketten
mit maximal 10 Kohlenstoffatomen,
h) gegebenenfalls alkoxilierten Ethersulfonsäuren oder Ethersulfonaten,
i) gegebenenfalls sulfonierten Alkylphenolethoxylaten,
j) alkoxilierten Carbonsäuren mit maximal 10 Kohlenstoffatomen.
[0006] Auch der erfindungsgemäß verbesserte Feuchtwasserzusatz kann in Pasten-, Pulver-
oder Tablettenform vorliegen.
[0007] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit zunächst ein Feuchtwasserzusatz
für den Offsetdruck, enthaltend Netzmittel, pH regulierende Substanzen, Feuchthaltemittel,
gegebenenfalls Filmbildner, Enthärtungsmittel und Konservierungsmittel, wobei als
Netzmittel vorzugsweise eine oder mehrere Substanzen der Gruppe A enthalten sind,
die besteht aus
a) Polypropylenglykol (400 - 2000)
b) 3,5 Dimethyl-1-hexin-3-ol
c) 3,6 Dimethyl-4-octin-3,6-diol
d) 2,4,7,9-Tetramethyl-5-decin-4,7-diol
e) Ethoxylierungsprodukte von b, c und/oder d
f) Kombinationen von a, b, c, d und/oder e mit weiteren üblichen Netzmitteln,
dadurch gekennzeichnet, daß er zusätzlich enthält eine oder mehrere wasserlösliche
Substanzen der Gruppe B, die besteht aus
g) aliphatischen oder aromatischen Sulfonsäuren oder Sulfonaten mit Kohlenwasserstoffketten
mit maximal 10 Kohlenstoffatomen,
h) gegebenenfalls alkoxilierten Ethersulfonsäuren oder Ethersulfonaten,
i) gegebenenfalls sulfonierten Alkylphenolethoxylaten,
j) alkoxilierten Carbonsäuren mit maximal 10 Kohlenstoffatomen.
[0008] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung von einer oder
mehreren wasserlöslichen Substanzen der Gruppe B, die besteht aus
g) aliphatischen oder aromatischen Sulfonsäuren oder Sulfonaten mit Kohlenwasserstoffketten
mit maximal 10 Kohlenstoffatomen,
h) gegebenenfalls alkoxilierten Ethersulfonsäuren oder Ethersulfonaten,
i) gegebenenfalls sulfonierten Alkylphenolethoxylaten,
j) alkoxilierten Carbonsäuren mit maximal 10 Kohlenstoffatomen
als Feuchtwasserzusatz für den Offsetdruck.
[0009] Die Substanzen der Gruppe B sind einerseits in der Lage, den Zusatz von Lösungsmitteln,
insbesondere von Alkoholen wie Isopropylalkohol oder Ethanol überflüssig zu machen,
zum anderen ein unerwünschtes Schäumen oder Emulgieren des Feuchtwasserzusatzes mit
den Druckfarben zu unterbinden. Insbesondere sind sie in der Lage, die zum Teil nur
schlecht oder ungenügend in Wasser löslichen Komponenten der Gruppe A besser wasserlöslich
zu machen, ohne jedoch deren Wirksamkeit als Feuchtwasserzusatz zu verschlechtern.
Ganz im Gegenteil wurde beobachtet, daß die guten Eigenschaften der Feuchtwasserzusätze
gemäß EP-A-0 111 136 noch deutlich verbessert wurden.
[0010] Als aliphatische oder aromatische Sulfonsäuren oder Sulfonate mit Kohlenwasserstoffketten
mit maximal 10 Kohlenstoffatomen kommen insbesondere die relativ kurzkettigen Derivate
in Frage wie Natriumcumolsulfonat und Natriumtoluolsulfonat. Langkettige Sulfonsäuren
und Sulfonate wie beispielsweise Natriumlaurylsulfat haben sich als wesentlich weniger
geeignet erwiesen, da sie als starke Netzmittel und Schaumbildner wirken und bei der
erforderlichen Konzentration zu einem unerwünschten Emulgieren der Druckfarben mit
dem Feuchtwasser führen. Erfindungsgemäß kann hingegen Natriumisooctylsulfat ohne
weiteres verwendet werden.
[0011] Als gegebenenfalls alkoxilierte Ethersulfonsäuren oder Ethersulfonate haben sich
ebenfalls die relativ kurzkettigen Derivate besonders bewährt. Beispielsweise ist
Natriumbutylmonoglycolsulfat ausgezeichnet geeignet.
[0012] Als gegebenenfalls sulfonierte Alkylphenolethoxylate haben sich insbesondere Alkylphenolethoxylate
und deren Sulfate bewährt, wobei die Ethoxylatkette 1 bis 6 Ethoxygruppen enthält
und die Alkylgruppe maximal 10 Kohlenstoffatome enthält.
[0013] Als alkoxilierte Carbonsäure mit maximal 10 Kohlenstoffatomen kommen die relativ
kurzkettigen Derivate bevorzugt zum Einsatz, da diese weniger zum Schäumen und Emulgieren
neigen. Besonders geeignet sind die Ester kurzkettiger Carbonsäuren von Ethylenglycol
und Oligoethylenglycolen mit bis zu 6 Ethylenglycoleinheiten.
[0014] Die Mengen der zusätzlichen Substanzen der Gruppe B sind nicht sehr kritisch. So
kann ein flüssiges Feuchtwasserkonzentrat neben 0,1 bis 50 Teilen Netzmittel der
Gruppe A 1 bis 90 Gewichtsteile der Gruppe B enthalten.
[0015] Ein erfindungsgemäßer Feuchtwasserzusatz in Pulverform kann somit 0,05 bis 5 Teile
Netzmittel der Gruppe A und 1 bis 50 Gewichtsteile der Gruppe B enthalten neben 2
bis 90 Teilen Puffersalz, 0 bis 60 Teilen Enthärtungsmittel, 0 bis 80 Teilen Feuchthaltemittel,
0 bis 80 Teilen Filmbildner und 0,2 bis 5 Teilen Konservierungsmittel.
[0016] Ein solches Pulver kann auch ohne weiteres zu Tabletten verpreßt werden. Diese Tabletten
lösen sich rasch und leicht in Wasser auf und gestatten somit eine leichte und einfache
Dosierung und Zubereitung des Feuchtwassers für den Offsetdruck. Das Pulver kann
aber auch ohne Schwierigkeiten direkt in Wasser gelöst werden oder in Form einer Paste
mit nur geringem Wassergehalt angeboten werden. Der Vorteil der Pulver- und Tablettenform,
aber auch der Pastenform ist das geringe Lagervolumen, die kleinere Packung, die
Verminderung der Frachtkosten und die Stabilität.
[0017] Zur Herstellung eines Feuchtwassers benötigt man je nach Gehalt an Substanzen der
Gruppen A und B 0,1 bis 10 g des erfindungsgemäßen Zusatzes. Ein Gehalt von 0,001
bis 1,0 g Netzmittel und/oder 0,1 bis 2 g Substanzen der Gruppe B pro Liter Feuchtwasser
führt zu den erfindungsgemäß erzielbaren Vorteilen des Feuchtwassers gegenüber herkömmlichen
Rezepturen, nämlich der Verbesserung des Farb-/Wasser-Emulgationsverhaltens, die Ermöglichung
einer gleichmäßigen Wasserführung und der daraus resultierenden drucktechnischen Vorteile.
Erfindungsgemäß ist es möglich, auf den Zusatz von Alkohol zum Feuchtwasser auch
bei Filmfeuchtwerken ganz zu verzichten. Weiterhin lassen sich die Feuchtwalzen schneller
und gründlicher reinigen, und die Wiederverschmutzung bezogener Feuchtwalzen wird
reduziert.
[0018] Die Druckplatten laufen extrem schnell frei und vermindern dadurch den Anfall an
Makulatur. Insbesondere werden auch Farbablagerungen auf dem Gummituch im bildfreien
Bereich noch mehr vermindert.
[0019] Typische Rezepturen enthalten somit 0,0 1 bis 20 Teile, vorzugsweise 2 bis 5 Teile
Netzmittel der Gruppe A. Sie werden mit 1 bis 70 Teilen, vorzugsweise 5 bis 20 Teilen
Substanzen der Gruppe B und 2 bis 20 Teilen Puffersalz (Trinatriumcitrat/Citronensäure
im Gewichtsverhältnis 5 : 1 bis 2 : 1), 0,1 bis 5 Teilen Konservierungsmittel und
10 bis 90 Teilen Wasser gelöst. Es werden 0 bis 50 Teile, vorzugsweise 3 bis 10 Teile
Feuchthaltemittel, insbesondere Sorbit, 0 bis 20 Teile, vorzugsweise 2 bis 10 Teile
Enthärtungsmittel wie Ethylendiamintetraessigsäure-Natriumsalz und 0 bis 50 Teile,
vorzugsweise 2 bis 5 Teile Filmbildner wie Gummiarabicum zugegeben und innig vermischt.
Diese Konzentrate können unmittelbar abgefüllt und verwendet werden.
[0020] Dem Feuchtwasser werden 1 bis 100 g, vorzugsweise ca. 10 g/l des Konzentrates zugesetzt.
[0021] Pulverrezepturen enthalten hingegen 0,05 bis 5 Teile, vorzugsweise 0,5 bis 2 Teile
Netzmittel der Gruppe A und 1 bis 50 Teile, vorzugsweise 10 bis 40 Teile der Gruppe
B mit 2 bis 90 Teilen Puffersalz (Trinatriumcitrat/Citronensäure im Gewichtsverhältnis
5 : 1 bis 2 : 1). Weiterhin enthalten sie 0,2 bis 5 Teile, vorzugsweise 1 bis 3 Teile
Kaliumsorbat, 0 bis 80 Teile, vorzugsweise 20 bis 40 Teile Sorbit als Feuchthaltemittel,
0 bis 60 Teile, vorzugsweise 2 bis 20 Teile Ethylendiamintetraessigsäure-Natriumsalz
als Enthärtungsmittel und 0 bis 80 Teile, vorzugsweise 0 bis 5 Teile Gummiarabicum
als Filmbildner. Die Komponenten werden als Pulver homogen vermischt und auf Wunsch
instantisiert oder zu Tabletten verpreßt. Das Pulver bzw. die Tabletten werden in
Mengen von 1 bis 100 g, vorzugsweise 10 g/l Feuchtwasser zugesetzt.
[0022] Um handelsübliche Feuchtwasserzusätze weiter zu verbessern, ist es möglich, ein
Gemisch aus 0,01 bis 50 Teilen, vorzugsweise bis 10 Teilen Substanzen der Gruppe
A mit 5 bis 20 Teilen Substanzen der Gruppe B in Wasser zu lösen. Diese Lösung kann
einem Feuchtwasser, das bereits einen handelsüblichen Feuchtwasserzusatz enthält,
in Konzentrationen von 1 bis 100 g, vorzugsweise 10 g/l Feuchtwasser zugesetzt werden,
wodurch sich seine Eigenschaften wesentlich verbessern.
1. Feuchtwasserzusatz für den Offsetdruck, enthaltend Netzmittel, pH-regulierende
Substanzen, Feuchthaltemittel, gegebenenfalls Filmbildner, Enthärtungsmittel und Konservierungsmittel,
wobei als Netzmittel vorzugsweise eine oder mehrere Substanzen der Gruppe A enthalten
sind, die besteht aus
a) Polypropylenglykol (400 - 2000)
b) 3,5 Dimethyl-1-hexin-3-ol
c) 3,6 Dimethyl-4-octin-3,6-diol
d) 2,4,7,9-Tetramethyl-5-decin-4,7-diol
e) Ethoxylierungsprodukte von b, c und/oder d
f) Komtinationen von a, b, c, d und/oder e mit weiteren üblichen Netzmitteln,
dadurch gekennzeichnet, daß er zusätzlich enthält eine oder mehrere wasserlösliche
Substanzen der Gruppe B, die besteht aus
g) aliphatischen oder aromatischen Sulfonsäuren oder Sulfonaten mit Kohlenwasserstoffketten
mit maximal 10 Kohlenstoffatomen,
h) gegebenenfalls alkoxilierten Ethersulfonsäuren oder Ethersulfonaten,
i) gegebenenfalls sulfonierten Alkylphenolethoxylaten,
j) alkoxilierten Carbonsäuren mit maximal 10 Kohlenstoffatomen.
2. Feuchtwasserzusatz gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er in Pasten-,
Pulver- oder Tablettenform vorliegt.
3. Verwendung von einer oder mehreren wasserlöslichen Substanzen der Gruppe B, die
besteht aus
g) aliphatischen oder aromatischen Sulfonsäuren oder Sulfonaten mit Kohlenwasserstoffketten
mit maximal 10 Kohlenstoffatomen,
h) gegebenenfalls alkoxilierten Ethersulfonsäuren oder Ethersulfonaten,
i) gegebenenfalls sulfonierten Alkylphenolethoxylaten,
j) alkoxilierten Carbonsäuren mit maximal 10 Kohlenstoffatomen
als Feuchtwasserzusatz für den Offsetdruck.