[0001] Die Erfindung betrifft eine Schleuderstrahlmaschine für eine kontinuierliche Strahlbehandlung
von draht- und stabförmigen Werkstücken, wie sie im Oberbegriff von Anspruch 1 gekennzeichnet
ist.
[0002] Eine Schleuderstrahlmaschine der genannten Art ist durch die DE-C3-1815187 bekanntgeworden,
wobei jedes einem Schleuderrad zugeteilte Strahlleitplattenpaar getrennt mittels einer
eine Gewindespindel aufweisenden Verstellvorrichtung von Hand auf die jeweilige Werkstückabmessung
einstellbar ist.
[0003] Die DE-C2-1954271 zeigt eine Weiterentwicklung der vorher genannten Schleuderstrahlmaschine,
bei welcher alle Strahlleitplattenpaare gemeinsam mittels einer Verstelleinrichtung
von Hand einstellbar sind. Für Werkstücke mit unterschiedlichen Querschnittsdimensionen
bzw. Durchmessern müssen die Strahlleitplatten jedesmal aufgrund einer Skala neu eingestellt
werden, was sehr zeitraubend ist und bei Fehleinstellungen Beschädigungen an der Maschine
bzw. an den Werkstücken entstehen können.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung einer Schleuderstrahlmaschine
der eingangs genannten Art, bei welcher bei einem Werkstück-Dimensions-Wechsel eine
von dem Werkstück-Querschnitt abhängige automatische Einstellung der Strahlleitplatten
gewährleistet ist.
[0005] Erfindungsgemäss wird dies durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
[0006] Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
gekennzeichnet.
[0007] Durch die erfindungsgemässen Merkmale werden die Strahlleit- und Führungsplatten
jeweils abhängig vom Durchmesser der zu strahlbehandelnden Werkstücke automatisch
eingestellt, wodurch auch bei oftmaligen Werkstückswechseln keine Stillstandzeiten
entstehen und Fehleinstellungen vermieden werden.
[0008] In der einzigen Figur ist eine an einer Schleuderstrahlmaschine angeordnete Verstelleinrichtung
für die gemeinsame Verstellung der den Schleuderradeinheiten paarweise zugeordneten
Strahlleit- und Führungsplatten vereinfacht dargestellt und nachfolgend beschrieben:
[0009] Im Bereich einer Einlass- oder Auslassöffnung 2 einer Strahlkammer 1 sind an den
Stirnwänden derselben achsparallel zur Förderrichtung des draht- oder stabförmigen
Werkstückes 3 verlaufende Wellen 4a bis 4f drehbar gelagert, mit denen Strahlleit-
und Führungsplatten 5a bis 5f mit Hilfe von Klemmstücken 6 einstellbar verbunden sind.
[0010] Die Strahlleit- und Führungsplatten 5a bis 5f sind in Bezug auf die Schleuderradeinheiten
entsprechend der in dem eingangs aufgeführten Patent DE-C3-1815187 beschriebenen
Schleuderstrahlmaschine angeordnet.
[0011] Eine Verstelleinrichtung 7 ist an der Ein- oder Ausgangsseite der Strahlkammer 1
so angeordnet, dass sie sich ausserhalb des Strahlbereiches der Schleuderradeinheiten
befindet. Die Verstelleinrichtung 7 weist drehfest mit den Wellen 4a bis 4f verbundene
Kettenräder 8a bis 8f auf. Eine die Kettenräder 8a bis 8f verbindende Kette 9 ist
abwechslungsweise einmal auf der dem Werkstück 3 zugewandten Seite und zum anderen
auf der vom Werkstück abgewandten Seite über die jeweils aufeinanderfolgenden Kettenräder
8a bis 8f gespannt, so dass diese bei Verdrehung einer der Wellen, z.B. der Welle
4a mit dem Kettenrad 8a, z.B. im Uhrzeigersinn, die Kettenräder 8c und 8e gleichsinnig
mit 8a und die Kettenräder 8b, 8d und 8f entgegengesetzt verdreht werden.
[0012] Mit der Welle 4a ist drehfest ein doppelarmiger Hebel 10 verbunden, an dessen äusserem
Hebelarm 10a ein Verstellantrieb 11 angreift, und an dem bis über das Werkstück 3
reichenden Hebelarm 10b ein Abtastgerät 12 angeordnet ist, welches die Lage der oberen
Werkstückumfangsfläche und somit dessen Querschnittsabmessung abtastet.
[0013] Der Verstellantrieb 11 ist vorzugweise ein mittels eines Druckmediums wie z.B. Druckluft
beaufschlagbare Kolben-Zylinder-Einheit 13, welche eine integrierte Arretier- oder
Klemmvorrichtung 14 zur Klemmung der Kolbenstange 15 aufweist.
[0014] Das Abtastgerät 12 ist ein elektrischer Schalter, vorzugsweise ein induktiv arbeitender
Näherungsschalter, welcher über eine Steuereinrichtung 16 und ein Magnetventil 17
mit der Kolben-Zylinder-Einheit 13 wirkverbunden ist.
[0015] Ist kein Werkstück 3 im Bereich des Abtastgerätes 12, ist dieses bei ganz ausgefahrener
Kolbenstange 15 in der obersten Ausgangsstellung, wobei die Strahlleit- und Führungsplatten
so eine Lage einnehmen, dass die paarweise zusammengehörenden Platten 5a und 5b, 5c
und 5d sowie 5e und 5f jeweils den grössten Oeffnungswinkel zueinander einnehmen.
[0016] Wird ein Werkstück in die Schleuderstrahlmaschine eingeführt, kommt automatisch
ein Signal "Werkstück vorhanden" über eine Leitung 18 in die Steuereinrichtung 16,
wodurch die Kolbenstange gemäss Pfeil 19 nach oben bewegt wird. Gleichzeitig wird
das Abtastgerät 12 durch den doppelarmigen Hebel 10 an das Werkstück 3 herangeführt,
bis bei eingestellter Distanz dazu über die Steuereinrichtung 16 und das Magnetventil
17 die Kolbenstangenbewegung gestoppt wird, wobei gleichzeitig die Kolbenstange 15
in dieser Stellung geklemmt gehalten wird.
[0017] Gleichzeitig mit der Schwenkbewegung des Hebels 10 werden alle Wellen 4a bis 4f durch
die Wirkverbindung der Kette 9 so verschwenkt, dass die Strahlleit- und Führungsplatten
5a bis 5f entsprechend dem vorhandenen Werkstückdurchmesser eingestellt werden. Da
die Schwenkachse für das Abtastgerät 12 die gleiche Distanz zur Werkstücksmitte aufweist
wie die Schwenkachsen aller Strahlleitplatten, wird durch das Abtastgerät immer die
richtige Einstellung der Strahlleitplatten festgelegt.
[0018] Bei Werkstückswechsel wird das Abtastgerät und die Strahlleitplatten immer zuerst
in die äussere Ausgangsstellung zurückbewegt, und die neue Einstellung erfolgt anschliessend
wie vorgängig beschrieben.
[0019] Der Verstellantrieb kann auch ein elektro-mechanischer Antrieb wie z.B. ein Elektromotor
mit einer Gewindespindel sein, wobei dann an der Steuereinrichtung das Magnetventil
entfällt.
[0020] Zur Vermeidung von Schwingungen des Werkstückes bei dessen Abtastung kann an der
dem Abtastgerät 12 gegenüberliegenden Werkstückseite eine z.B. mittels Federn andrückbare
Abstützrolle angeordnet sein.
1. Schleuderstrahlmaschine für eine kontinuierliche Strahlbehandlung von draht- und
stabförmigen Werkstücken mit in der Winkellage gegeneinander versetzt angeordneten
Schleuderradeinheiten, denen jeweils zwei zueinander einstellbare Strahlleit- und
Führungsplatten zugeordnet sind, wobei alle Strahlleitplatten mittels einer einen
verschwenkbaren Hebel aufweisenden Verstelleinrichtung gemeinsam jeweils zum oder
weg vom Werkstück verstellbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinrichtung
(7) ein zum Werkstück (3) gerichtetes, gleichsinnig mit den Strahlleitplatten (5a
bis 5f) verstellbares Abtastgerät (12) aufweist, welches mit einem am Hebel (10)
angreifenden Verstellantrieb (11) wirkverbunden ist.
2. Schleuderstrahlmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel
(10) doppelarmig ausgebildet ist und das Abtastgerät (12) an dem über das Werkstück
(3) reichenden Arm (10b) angeordnet ist.
3. Schleuderstrahlmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das
Abtastgerät (12) ein elektrischer Schalter, vorzugsweise ein induktiv arbeitender
Näherungsschalter ist, welcher über eine Steuereinrichtung (16) mit dem Verstellantrieb
(11) wirkverbunden ist.
4. Schleuderstrahlmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass der Verstellantrieb (11) eine mittels eines Druckmediums beaufschlagbare KolbenZylinder-Einheit
(13) ist und dem Steuergerät (16) ein Elektro-Magnetventil (17) nachgeschaltet ist.
5. Schleuderstrahlmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Verstelleinrichtung (11) eine nach der Verstellbewegung automatisch arbeitende
Arretier- bzw. Klemmvorrichtung (14) aufweist.
6. Schleuderstrahlmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmvorrichtung
(14) direkt an der Kolben-Zylinder-Einheit (13) angeordnet ist.
7. Schleuderstrahlmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennezeichnet,
dass auf der dem Abtastgerät (12) gegenüberliegenden Seite des Werkstückes (3) eine
Abstützrolle angeordnet ist.