[0001] Diese Erfindung bezieht sich auf einen Schwenkmechanismus für einen Spulendorn und
eine Aufwindemaschine mit einem solchen Mechanismus. Die Aufwindemaschine soll insbesondere
eine Maschine zur Aufwindung von synthetischen, endlosen Filamenten sein, aber die
Erfindung ist nicht auf diese Anwendung eingeschränkt.
Verwandte Anmeldungen und Patente / Stand der Technik
[0002] In unserem europäischen Patent Nr. 73930 (US Patente 4497450 und 4524918) zeigen
wir eine Aufwindemaschine zur kontinuierlichen Aufwindung von Filamentgarn verschiedener
Typen, z. B. Textilfäden, Industrie- und technische Garne. Die Maschine enthält zwei
Spulendorne, wovon jeder durch einen eigenen Schwenkarm für Bewegung zwischen einer
Ruhestellung und einer Aufwindestellung getragen ist. Eine Maschine dieses Typs ist
nachstehend kurz anhanden von Figur 1 dieser Anmeldung weiter erläutert.
[0003] Weitere Entwicklungen des ursprünglichen Konzeptes sind in den veröffentlichten europäischen
Patentanmeldungen 161385 (US Patent 4609159) und 192827 (US Patent 4598876) zu finden.
Noch weitere Modifikationen sind in den noch nicht veröffentlichten europäischen Patentanmeldungen
86108531.4 (US Patentanmeldung 06/879292) und 86104646.4 (US Patentanmeldung 06/723981)
gezeigt. Schliesslich sind noch weitere Varianten in unseren britischen Patentanmeldungen
8531151 (Einreichungsdatum 18. Dezember 1985) und 8601453 (Einreichungsdatum 22. Januar
1986) beschrieben worden, und Aequivalentanmeldungen werden demnächst in Europa und
in USA eingereicht werden.
[0004] Wie nachstehend in Zusammenhang mit Figur 1 erläutert wird, verlangt die durch das
europäische Patent 73930 bekannte Anordnung relativ viel Platz in der axialen Richtung
jedes Spulendornes. Es ist die Aufgabe dieser Erfindung, den Platzbedarf in der axialen
Richtung zu verringern.
[0005] Ein Schwenkmechanismus gemäss dieser Erfindung enthält zwei schwenkbare Teile. Ein
erstes Mittel ist vorgesehen zur Bestimmung der Lage eines ersten Teils gegenüber
dem zweiten Teil, und ein zweites Mittel ist vorhanden zur Bestimmung der Lage des
zweiten Teils gegenüber der Ruhestellung und der Aufwindestellung des Spulendorns.
Letzterer ist auf dem ersten Teil drehbar um die eigene Längsachse gelagert.
[0006] Der erste und der zweite Teil können durch das erste Mittel relativ zueinander auf-
und zuklappbar sein. Der Spulendorn kann fest gegen Bewegung in seiner Längsrichtung
auf dem ersten Teil gehalten und der erste Teil kann in die genannte Längsrichtung
bewegbar sein.
[0007] Die Erfindung wird nun näher anhand der Figuren der Zeichnungen beschrieben werden.
Es zeigt:
Fig. 1 eine isometrische Darstellung einer Aufwindemaschine gemäss dem europäischen
Patent Nr. 73930,
Fig. 2 a), b) und c) diagrammatische Darstellungen verschiedener Varianten eines Schwenkmechanismus
gemäss dieser Erfindung zur Modifikation der in Fig. 1 gezeigten Maschine,
Fig. 3 eine Frontansicht von einer praktischen Ausführung gemäss dem Prinzip der
Fig. 2 b) mit dem Spulendorn noch in der Ruhestellung,
Fig. 4 eine Frontansicht der Ausführung von Fig. 3 mit dem Spulendorn in einer Zwischenstellung,
Fig. 5 eine weitere Frontansicht der Ausführung von Fig. 3 mit dem Spulendorn in der
Aufwindestellung,
Fig. 6 eine Teilansicht eines zweiten Schwenkmechanismus gemäss dem Prinzip von Fig.
2 b), von oben gesehen, mit Teilen des Mechanismus weggeschnitten, um andere Teile
klar zu zeigen.
Fig. 7 ein Diagramm zur Erklärung eines Details der Ausführungen von Fig. 3 bis 6,
und
Fig. 8 und 9 eine schematische Darstellung einer weiteren Modifikation der in Fig.
1 gezeigten Maschine.
[0008] Der Gebrauch der Bezugszeichen in Fig. 1 entspricht dem Gebrauch im europäischen
Patent Nr. 73930 (US Patent 4497450).
[0009] Die Aufwindemaschine in Figur 1 enthält ein Gehäuse 16 und eine Walze 18, welche
sich von der Vorderseite des Gehäuses 16 nach vorn erstreckt und drehbar um die eigene
Längsachse durch einen am Gehäuse 16 montierten Ausleger 100 getragen ist. Walze 18
kann als antreibende Reibwalze oder aber als einfache Kontakt- (Tacho-) Walze ausgeführt
werden, wobei die letztere Anordnung besonders in unserer britischen Patentanmeldung
8531151 behandelt worden ist.
[0010] Weiter enthält die Maschine einen oberen Spulendorn 24 und einen unteren Spulendorn
26. Innerhalb des Gehäuses 16 ist Dorn 24 durch einen Schwenkarm 28 drehbar um die
eigene Längs- (Dorn-) Achse fliegend gelagert und der untere Dorn 26 ist durch einen
eigenen ähnlichen Schwenkarm 30 gehalten. Einfachheitshalber kann angenommen werden,
dass die Schwenkachsen der Arme 28, 30, die Dornachsen und die Längsachse der Walze
18 alle zueinander parallel sind. Eine vorteilhafte Altenativanordnung ist aber
in der europäischen Patentanmeldung 161385 (US Patent 4609159) beschrieben worden.
[0011] Vollständigkeitshalber sind das Fadenführungsblech 44, der Betätigungszylinder 226
für die Führung 44 und die Spulen-Ausstossvorrichtungen 118 hier auch erwähnt, da
alle diese Elemente in Figur 1 gezeigt sind. Da sie für diese Erfindung aber keine
Rolle spielen, werden sie in der weiteren Beschreibung, welche sich auf den in Gehäuse
16 vorhandenen Schwenkmechanismus konzentriert, nicht näher behandelt werden.
[0012] Die gelieferten Fäden (nicht gezeigt) werden auf Hülsen 102 zu Spulen (Packungen)
aufgewickelt. Als Beispiel sind zwei Hülsen 102 pro Dorn 24, 26 gezeigt; heutzutage
werden aber bis zu acht Fäden gleichzeitig nebeneinander zu Spulen auf einen Dorn
aufgewickelt. Im allgemeinen bezieht sich die nachfolgende Beschreibung auf das Aufwinden
eines einzigen Fadens; diese Beschreibung ist aber für alle gleichzeitig gelieferten
Fäden gültig.
[0013] Der obere Dorn 24 hat eine Ruhestellung, worin eine mit dem Dorn drehbare Bremsscheibe
192 an einem Bremsschuh 198 anliegt. Für den unteren Dorn 26 gibt es eine entsprechende
Ruhestellung, worin die Bremsscheibe dieses Dorns an einem Bremsschuh 200 anliegt.
Zur Aufwindung von Fadenspulen auf dem oberen Dorn 24 kann Letzterer aus seiner
Ruhestellung durch Drehung des Armes 28 im Gegenuhrzeigersinn (Fig. 1) in eine Aufwindestellung
gebracht werden, wobei die vom Dorn 24 getragenen Hülsen 102 in Berührung mit der
Walze 18 kommen. Nach Fertigstellen der Spulen auf dem oberen Dorn 24 kann dieser
Dorn in seine Ruhestellung zurückgebracht werden und der untere Dorn 26 durch Drehung
des Armes 30 im Uhrzeigersinn in eine Aufwindestellung an der Walze 18 zur Uebernahme
der Fäden geschwenkt werden. Fig. 1 ist unrealistisch, indem beide Dornen 24, 26 in
jeweiligen Zwischenstellungen gezeigt werden, welche aber die Darstellung anderer
Elemente erlauben.
[0014] Der Schwenkarm 28 ist auf einer Welle 32 montiert, welche selber drehbar in zwei
Trägerplatten 130, 132 getragen ist. Eine Fortsetzung (in Fig. 1 nicht sichtbar)
der Welle 32 über die Platte 132 hinaus trägt ein Verbindungselement 162, welches
durch eine Gelenkverbindung mit der Stange 160 einer Kolben-und-Zylinder-Einheit
158 gekoppelt ist. Durch ein weiteres Gelenk 210 ist der Zylinder der Einheit 158
mit der Grundplatte 128 der Maschine verbunden. Durch Betätigung der Einheit 158
kann das Element 162 um die Längsachse der Welle 32 gedreht werden, wobei diese Drehbewegung
vom Element 162 an den Schwenkarm 28 durch eine Verbindungsstange 168 übertragen
wird. Diese Stange 168 ist mit dem Kolben (in Fig. 1 nicht sichtbar) einer Kolben-und-Zylinder-Einheit
172 verbunden und der Zylinder der Einheit 172 ist auf dem Schwenkarm 28 fest montiert.
Durch Betätigung der Einheit 172 wird der Schwenkarm 28 die Welle 32 entlang bewegt,
sodass der vom Arm 28 getragene Dorn 24 längs seiner eigenen Dornachse bewegt wird.
Einzelheiten und Funktion dieser Anordnung sind anhand der Figuren 8, 9, 10 und 14
der europäischen Patentschrift 73930 ausführlich beschrieben worden.
[0015] Ein im wesentlichen identischer Schwenkmechanismus ist zur Bewegung des unteren Dorns
26 vorhanden, wobei in Fig. 1 nur die von den Platten 130, 132 getragene Welle 34
und die Kolben-und-Zylinder-Einheit 212 in Fig. 1 klar sichtbar sind. In diesem Fall
ist der Zylinder der Einheit 212 gelenkig mit einem Zwischenelement 162 A verbunden
und die Stange 160 A der Einheit 212 ist durch ein Gelenk 214 mit dem Gehäuse 16 verbunden.
Der Raum innerhalb des Gehäuses 16 kann gedanklich in eine vordere Kammer zwischen
den Platten 130, 132 und eine hintere Kammer zwischen der Platte 132 und der Rückwand
des Gehäuses 16 unterteilt werden. Die vordere Kammer enthält die Schwenkarme 28,
30 und die entsprechenden Teile der Dornen 24, 26, während die hintere Kammer die
Einheiten 158, 212 und die Zwischenelemente 162, 162 A enthält. Jeder Dorn 24, 26
kann sich von seinem Schwenkarm 28, 30 in Richtung der hinteren Kammer fortsetzen,
kann sich aber nicht sehr weit in die hintere Kammer erstrecken, ohne mit der Einheit
158 in Berührung zu kommen, was auf jeden Fall vermieden werden muss. Die axiale
Länge der Maschine könnte reduziert werden, wenn der ganze Schwenkmechanismus in der
vorderen Kammer untergebracht werden könnte. Eine Anordnung zu diesem Zweck wird
nachstehend anhand der weiteren Figuren beschrieben werden, wobei das "Klappprinzip"
dieser Anordnung vorerst anhand der in Fig. 2 gezeigten Diagramme beschrieben wird.
[0016] Jede der drei Figuren 2 a), 2 b), 2 c) zeigt eine schematische Darstellung eines
jeweiligen Schwenkmechanismus 300 a), 300 b), 300 c) für den unteren Dorn, welcher
in diesen Figuren nochmals das Bezugszeichen 26 trägt und in jedem Diagramm in seiner
Aufwindestellung an der Walze 18 gezeigt ist. Jeder Schwenkmechanismus 300 a), b),
c) enthält zwei auf- und zuklappbare Teile, wovon der erste Teil 310 a), b), c) an
einem seiner Enden den Spulendorn 26 trägt. Der zweite Teil 320 a), b), c) ist mit
dem ersten Teil durch eine Drehvorrichtung 330 und mit dem Gehäuse 16 durch ein Kraftmittel
340 verbunden. Jeder der beiden Teile ist schwenkbar im Gehäuse 16 ge lagert, und
der Unterschied zwischen den gezeigten Varianten liegt in der Anordnung der Schwenkachsen
für diese Teile, wie nachstehend beschrieben wird.
[0017] In der folgenden Beschreibung der Diagramme der Figur 2 werden die Zusatzzeichen
a), b) und c) nur dann gebracht, wenn eine bestimmte Variante gemeint ist. Wo kein
Zusatzzeichen gebraucht wird, gelten die Ausführungen für alle drei Varianten.
[0018] In Figur 2 a) hat der Teil 310 a) eine eigene Drehverbindung 350 a) direkt mit dem
Gehäuse 16, und der Teil 320 a) hat auch eine eigene Drehverbindung 360 a) mit dem
Gehäuse. In Figur 2 b) gibt es eine gemeinsame Drehverbindung 350 b) für die beiden
Teile 310 b) und 320 b) mit dem Gehäuse 16, aber die Teile sind unabhängig voneinander
um die Drehachse der Verbindung 350 b) schwenkbar. In Figur 2 c) hat der Teil 320
c) eine eigene direkte Drehverbindung 360 c) mit dem Gehäuse 16. Der Teil 310 c)
hat keine direkte Verbindung mit dem Gehäuse, sondern nur eine Drehverbindung 350
c), welche fest auf dem Teil 320 c) angeordnet und mit diesem Teil um die Schwenkachse
der Verbindung 360 c) bewegbar ist.
[0019] In Figur 2 c) ist eine weitere Variante mit strichpunktierten Linien gezeigt, wonach
die Teile 310 c) und 320 c) sich in entgegengesetzten Richtungen von ihren jeweiligen
Drehverbindungen 350 c), 360 c) erstrecken. Weiter kann das Kraftmittel 330, wie strichpunktiert
angedeutet, unterhalb statt oberhalb des Teils 320 c) untergebracht werden.
[0020] In allen drei Varianten 2 a) bis 2 c) ist die Drehvorrichtung 330 in der Lage, die
gegenseitige Winkelstel lung der Teile 310, 320 innerhalb gegebener Grenzen durch
eine Schwenkbewegung des ersten Teils 310 unabhängig vom zweiten Teil 320 zu bestimmen,
d.h. die beiden Teile auf und zu zu klappen. Ein geeignetes Mittel zu diesem Zweck
wird nachstehend ausführlich beschrieben werden.
[0021] Weiter ist das Kraftmittel 340 in der Lage, den zweiten Teil 320 aus seiner Ausgangsstellung
(in jedem Diagramm gestrichelt angedeutet) in eine Betriebsposition (in jedem Diagramm
durch volle Linien gezeichnet) zu schwenken. Die gesamte Drehbewegung, um den Dorn
26 aus seiner nicht gezeigten Ruhestellung in seine gezeigte Aufwindestellung zu
bringen, ist also in zwei Stufen ausgeführt, was eigentlich schon in einer Maschine
gemäss europäischem Patent 73930 der Fall war. Diese zwei Stufen sind aber nun durch
die Bewegung von separat bewegbaren Schwenkteilen 310, 320 durchzuführen, was gegenüber
einer Maschine gemäss europäischem Patent 73930 neu ist.
[0022] In der nicht gezeigten Ruhestellung des Dornes 26 liegt der zweite Teil 320 in seiner
Anfangsstellung (gestrichelt angedeutet). Die Vorrichtung 330 ist so betätigt, dass
der erste Teil 310 zu dem zweiten Teil 320 zugeklappt ist, sodass der Winkel zwischen
diesen Teilen ungefähr null ist (Zustand in Figur 2 nicht gezeigt). Während der ersten
Stufe der Bewegung gegen die Aufwindestellung wird die Vorrichtung 330 betätigt, um
die Teile 310, 320 auseinander aufzuklappen, wobei der zweite Teil 320 in seiner Ruhestellung
bleibt. Diese erste Stufe ist vollendet, wenn ein vorbestimmter maximaler Oeffnungswinkel
zwischen den beiden Teilen erreicht wird. In diesem Zu stand, welcher auch nicht
gezeigt ist, kann der Dorn 26 auf seine Betriebsgeschwindigkeit durch einen nicht
gezeigten Motor beschleunigt werden, was als Vorbereitung für die Uebernahme der
Fäden während der zweiten Stufe dient.
[0023] Nachdem der Dorn 26 auf seine Betriebsgeschwindigkeit gekommen ist, wird das Kraftmittel
340 betätigt, um den zweiten Teil 320 aus seiner Anfangsstellung in seine Betriebsstellung
(voll ausgezogene Linien) zu bewegen, während der erste Teil 310 durch die Vorrichtung
330 in seiner aufgeklappten Position gegenüber dem zweiten Teil 320 gehalten wird.
Durch diese Bewegung des zweiten Teils wird der Dorn 26 aus seiner Zwischen- oder
Beschleunigungsstellung in seine gezeigte Aufwindestellung an der Walze 18 gebracht.
[0024] Während des Spulenaufbaus muss sich der Dorn 26 von seiner gezeigten Aufwindestellung
zurück gegen seine Ruhestellung bewegen, (die Spulreise) um den Aufbau der Spule
zwischen den Hülsen 102 und der Walze 18 zu ermöglichen. Während der Spulreise bleibt
die Winkelstellung der Teile 310, 320 zueinander unverändert.
[0025] Hingegen wird die Betätigung des Kraftmittels 340 während der Spulreise kontinuierlich
angepasst, z.B. wie schon anhand der Figuren 16 und 17 des europäischen Patentes
73930 beschrieben, um eine gesteuerte Anpresskraft zwischen der Spule und der Walze
18 auszuüben. Nach der Fertigstellung der Spulen (Abbrechung der Aufwindung auf dem
Dorn 26) wird der Dorn in die Ruhestellung (durch Zuklappen der Teile 310, 320 und
Rückbewegung des Teils 320 in seine Anfangsstellung) zurückgebracht, wobei die Fäden
vom oberen Dorn 24 (Figur 1) zur Aufwindung übernommen werden.
[0026] Figur 2 zeigt nur den unteren Dorn 26 und den entsprechenden Schwenkmechanismus
300. Es wird aber klar sein, dass der obere Dorn 24 (Figur 1) durch einen ähnlichen
aber spiegelbildlich angeordneten Schwenkmechanismus getragen und bewegt werden kann.
[0027] Obwohl die Figuren 3 bis 7 eine praktische Ausführung darstellen, sind einzige Elemente
stark vereinfacht und daher nur schematisch gezeigt worden, da gewisse Einzelheiten
(z.B. die genaue Form von Gussteilen) für die Erfindung keine Rolle spielen. In der
nachfolgenden Beschreibung wird die Funktion eher als die Detail-Konstruktion hervorgehoben.
Figuren 3 bis 5 zeigen einen Schwenkmechanismus für den unteren Dorn, während Figur
6 den oberen Mechanismus zeigt. Da die Teile in ihren Funktionen identisch sind, werden
sie mit den gleichen Bezugszeichen für den oberen und den unteren Mechanismus identifiziert
werden.
[0028] Das Bezugszeichen 350 weist auf eine tragende Welle hin, welche ähnlich der Welle
34 in Figur 1 zwischen zwei Trägerplatten (in Figuren 3 bis 5 nicht gezeigt) läuft
und in jeder Platte drehbar gelagert ist. Auf dieser Welle 350 sind zwei verschiedene
Teile unabhängig voneinander drehbar montiert, nämlich ein Arm 310 und ein Hebel
320. An seinem freien Ende hat der Arm 310 eine Greifvorrichtung 312, womit er den
unteren Dorn 26 (Figur 1, in Figuren 3 bis 5 nicht gezeigt) gegen Bewegung in die
Längsrichtung der Dornachse festhält. Eine Lagervorrichtung im Dorn selber erlaubt
die Drehung der hülsentragenden Partie des Dorns um die Dornachse während des Spulenaufbaus.
[0029] Der Hebel 320 ist durch zwei Ansätze 322, 324 (Fig. 6) auf der Welle 350 montiert.
Der Arm 310 ist auf der Welle 350 zwischen diesen beiden Ansätzen 322, 324 auf eine
Weise montiert, welche nachstehend anhand von Figur 6 näher erläutert wird. Vorerst
aber konzentriert sich die Beschreibung auf die Schwenkbewegungen der Teile 310, 320
gemäss der Figuren 3, 4 und 5, wobei jeder Teil sich um die Längsachse der Welle 350
dreht.
[0030] Das Mittel 330 (Figur 3) zur Bestimmung der gegenseitigen Winkelstellung der Teile
310, 320 umfasst einen pneumatischen Zylinder 332, eine Verbindung 334 zwischen dem
Zylinder 332 und dem Hebel 320, eine Verbindungsstange 336, welche mit dem Kolben
(nicht gezeigt) des Zylinders 332 verbunden ist und eine Verbindung 338 zwischen der
Stange 336 und einem Vorsprung 314 an der Greifvorrichtung 312 des Armes 310. Die
Verbindungen 334, 338 werden nachfolgend im Zusammenhang mit Figur 6 näher beschrieben.
Vorläufig genügt es zu sagen, dass jede dieser Verbindungen eine Drehbewegung des
Zylinders 332 im Uhrzeiger- bzw. Gegenuhrzeigersinn in bezug auf die Figuren 3 bis
5 erlaubt.
[0031] Das Mittel 340 (Figur 3) zur Bestimmung der Lage des Hebels 320 gegenüber der Ruhestellung
und der Aufwindestellung des Dornes umfasst eine Kolbenstange 342, eine Drehverbindung
344 zwischen der Kolbenstange 342 und einem Endstück 326 am freien Ende des Hebels
320, einen Zylinder (nicht gezeigt) zur Betätigung der Stange 342 und ein Gelenk (nicht
gezeigt) zwischen diesem Zylinder und dem Gehäuse 16.
[0032] Dieser letzte genannte, nicht gezeigte Zylinder entspricht weitgehend dem Zylinder
212 von Figur 1, ist aber nun nicht mehr hinten, sondern vorn im Gehäuse 16 untergebracht,
wie auch die anderen, in Figuren 3 bis 6 gezeigten Teile.
[0033] Figur 3 zeigt die Lagen der Teile, wenn der Dorn 26 in seiner Ruhestellung liegt,
wobei diese Ruhestellung mit derjenigen des Dornes 26 in Figur 1 identisch ist. In
dieser Lage steht der Zylinder des Mittels 340 nicht unter Druck, sodass die Verbindung
344 auf der unteren Grenze seines vorbestimmten Weges liegt, wobei der Hebel 320
sich waagrecht von seiner Verbindung mit der Welle 350 erstreckt. Der Zylinder 332
ist auch entlüftet, sodass die Stange 336 ihre zurückgezogene Position gegenüber
dem Zylinder 332 einnimmt. Der Arm 310 ist also zum Hebel 320 zugeklappt, wobei die
Greifvorrichtung 312 auf einer muldenförmigen Fläche 328 (Figuren 4 und 5) des Hebels
320 liegt.
[0034] Figur 4 zeigt die gegenseitige Lage der Teile 310, 320, wenn der durch die Greifvorrichtung
312 gehaltene Dorn in einer Zwischenstellung zwischen seiner Ruhestellung und Aufwindestellung
liegt. Diese Zwischenstellung wird dadurch erreicht, dass der Zylinder 332 mit Druckluft
von einer geeigneten Quelle (nicht gezeigt) gespiesen wird, um die Stange 336 aus
dem Zylinder auszustossen. In Figur 3 verläuft die Stange 336 nicht parallel zum Arm
310, sondern schliesst mit ihm einen spitzen Winkel ein, sodass das Unterdrucksetzen
des Zylinders 332 einen Drehmoment auf den Arm 310 erzeugt, welcher den Arm im Uhrzeigersinn
um die Achse der Welle 350 dreht. Der Arm 310 ist frei drehbar auf der Welle 350 montiert,
sodass die erwähnte Drehbewegung sich fortsetzen kann, bis die Stange 336 voll aus
dem Zylinder 332 ausgestossen ist. Eine andere Variante, welche diese Drehbewegung
zu einem bestimmten Zweck vorläufig begrenzt, wird nachstehend anhand von Figuren
6 und 7 beschrieben werden.
[0035] Während der Bewegung des Arms 310, um den Dorn in seine Zwischenstellung zu bringen,
bleibt der Zylinder des Mittels 340 ohne Druck. Der Hebel 320 bleibt also in seiner
waagerechten Lage stehen, während der Arm 310 durch Betätigung des Mittels 330 gegenüber
dem Hebel 320 aufgeklappt wird. In der in Figur 4 gezeigten Zwischenstellung kann
der Dorn 26 auf seine Betriebsgeschwindigkeit oder höher beschleunigt werden, sodass
er bereit ist, die aufzuwickelnden Fäden zu übernehmen, sobald das Aufwinden der Fäden
auf dem oberen Dorn 24 (Figur 1) abgebrochen wird. Zur Uebernahme der Fäden muss der
Dorn 26 dann aber gegen seine vorerwähnte Aufwindestellung bewegt werden, was durch
Betätigung des Mittels 340 durchgeführt wird, wie aus Figur 5 ersichtlich ist.
[0036] Die ursprüngliche, waagerechte Stellung des Hebels 320 gemäss Figuren 3 und 4 ist
in Figur 5 durch eine gestrichelte Darstellung des Endstückes 326 des Hebels nochmals
angedeutet. Um den Dorn von seiner Zwischenstellung (Figur 4) in seine Aufwindestellung
(Figur 5) zu bringen, ist aber der Zylinder des Mittels 340 mit Druckluft gespiesen,
sodass die Stange 342 in den Zylinder zurückgezogen und der Hebel 320 entsprechend
um die Achse der Welle 350 im Uhrzeigersinn gedreht wird. Während dieser Drehbewegung
des Hebels 320 bleibt der Zylinder 332 unter Druck, und der aufgeklappte Zustand der
Teile 310, 320 ist also beibehalten worden, sodass die Drehbewegung des Hebels 320
durch das Mittel 330 auf den Arm 310 übertragen wird. Die gewünschte Drehbewegung
des Dornes 26 aus seiner Ruhestellung gegen seine Aufwindestellung ist also durch
Betätigung der Mittel 330, 340 in einer vorgegebenen Reihenfolge bewirkt. Eine Maschine
des in der Figur 1 gezeigten Typs verlangt aber auch eine axiale Bewegung des Dornes,
d.h. seiner eigenen Dornachse entlang, während der Drehbewegung von der Ruhestellung
in die Aufwindestellung. Die Verwirklichung dieser zusätzlichen axialen Bewegung
wird nun anhand von Figur 6 beschrieben werden.
[0037] Der in Figur 6 teilweise gezeigte Schwenkmechanismus ist nicht derjenige des unteren
Dorns 26, sondern derjenige des oberen Dorns 24 (Figur 1). Der obere Schwenkmechanismus
ist spiegelbildlich gegenüber dem unteren Mechanismus angeordnet, was bedeutet, dass
der Zylinder des Mittels 340 (Fig. 3) für den oberen Mechanismus nicht dem Zylinder
212 in Figur 1, sondern dem Zylinder 158 entspricht, d.h. er ist nicht mit dem Deckel
des Gehäuses 16 verbunden, sondern mit der Grundplatte 128 (Fig. 1). Entsprechend
sind die beiden Stufen des Bewegegungsverlaufs vom oberen Mechanismus nicht durch
die Erhebung, sondern durch das Herunterlassen der Teile bewirkt.
[0038] Die Form des oberen Hebels 320 muss sich leicht von der Form des unteren Hebels unterscheiden,
sodass die Zylinder zur Betätigung dieser Hebel nebeneinander in der Längsrichtung
des Dornes angeordnet werden können. Jeder Hebel hat also zwei Flügel 321, 323, welche
je einen Ansatz 322, 324 tragen. Die Länge dieser Flügel in Längsrichtung der Wellenachse
352 sind für den oberen und unteren Mechanismus unterschiedlich gross. Für die Funktion
jedes einzelnen Mechanismus spielt dieser Unterschied aber keine Rolle.
[0039] Figur 6 zeigt die an der Trägerplatte 130 anliegende vordere Seite des oberen Schwenkmechanismus
in einer Lage, welche der Zwischenstellung des Dorns 24 entspricht. Im Abschnitt
X sind Hebel 320 und Arm 310 beide teilweise weggeschnitten, um die Welle 350 zu
zeigen, und ein Ausschnitt Y ist zum gleichen Zweck aus dem Zylinder 332 weggelassen.
Der Ausschnitt X zeigt, dass der Arm 310 durch eine Manschette 316 auf der Welle 350
montiert ist, wobei ein Kugellager 318 die freie Bewegung des Armes 310 in die Längsrichtung
der Welle 350 ermöglicht.
[0040] Während der Drehbewegung des ganzen Mechanismus, um den Dorn aus seiner Zwischenstellung
gegen die Walze 18 zu bewegen, bleibt der Arm 310 in seiner in Fig. 6 dargestellten
zurückgezogenen Lage, bis die aufzuwindenden Fäden vom Dorn übernommen worden sind.
Dann aber bewegt sich der Arm 310 nach vorn, bis der Spielraum S verschwindet, d.h.
bis die vordere Stirnseite der Manschette 316 am Ansatz 324 anliegt. Diese Vorwärtsbewegung
des Armes 310 ist durch eine nicht gezeigte Kolben-und-Zylinder-Einheit entsprechend
der Einheit 172 in Fig. 1 bewirkt, wobei der Zylinder dieser Einheit mit dem Ansatz
322 (Fig. 3 bis 5) und die Stange der Einheit mit dem Arm 310 verbunden ist.
[0041] Der Zweck dieser Vorwärtsbewegung des Armes 310 wird hier nicht näher beschrieben,
da er im europäischen Patent 73930 ausführlich erklärt ist. Es ist aber aus Fig. 6
klar ersichtlich, dass diese Bewegung des Armes eine Anpassung der Stellung des Zylinders
332 gegenüber dem Hebel 320 und dem Arm 310 verlangt. Die Verbindungen 334 und 338
enthalten also beide ein Gelenklager 340, welches dem Zylinder 332 und der Stange
336 eine Universalbewegung innerhalb bestimmter Grenzen ermöglicht.
[0042] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung wird der Dorn nicht sofort durch Betätigung
des Mittels 340 (Fig. 3) in seine Aufwindestellung, d.h. in Berührung mit der Walze
18, gebracht. Es ist nämlich vorteilhaft, den Dorn bei der Uebernahme der Fäden mit
einer gewissen "Uebergeschwindigkeit" um die eigene Dornachse zu drehen. Dies bedeutet,
dass die Tangentialgeschwindigkeit am Umfang der Hülsen 102 bei der Uebernahme leicht
höher liegt als die Tangentialgeschwindigkeit am Umfang der Walze 18. Um dies ohne
Schwierigkeiten zu verwirklichen, sollte zur Zeit der Uebernahme ein winziger Spalt
zwischen der Walze 18 und den vom Dorn getragenen Hülsen 102 freigelassen werden.
Sofort nach der Uebernahme der Fäden muss dann der Dorn um die Achse 352 (Fig. 6)
der Welle 350 weitergedreht werden, um die Hülsen 102 in Berührung mit der Walze zu
bringen. Im europäischen Patent 73930 ist zu diesem Zweck vorgeschlagen worden, einen
Anschlag zur einstweiligen Begrenzung der Bewegung des Schwenkarmes zu benützen. Für
den neuen Mechanismus wird eine Alternativ-Vorrichtung vorgesehen, wie nun anhand
der Fig. 4, 6 und 7 beschrieben wird.
[0043] Gemäss dem neuen Vorschlag werden die Teile 310, 320 miteinander durch ein flexibles
Element, z.B. eine kurze Kette, verbunden. Dieses Element ist in Fig. 4 und auch in
Fig. 7 schematisch durch die Linie 370 angedeutet. Dabei ist das Element 370 an einem
Ende mit dem Arm 310 durch eine Gelenkverbindung 372 (Fig. 7) und an seinem anderen
Ende mit dem Hebel 320 durch eine ähnliche Verbindung 374 verankert. Dabei ist die
Anordnung so getroffen, dass, wenn der Arm 310 in seiner vorderen Stellung steht,
d.h. die Manschette 316 (Fig. 6) den Ansatz 324 berührt, sich das Element 370 senkrecht
zwischen dem Hebel 320 und dem Arm 310 erstreckt, was in Fig. 7 mit gestrichelter
Linie angedeutet wird. Bei der Bewegung des Armes 310 in seine zurückgezogene Stellung
(Fig. 6) verstellt sich das Element 370 aus seiner senkrechten in eine schräge Lage,
welche in Fig. 7 durch voll ausgezogene Linien angedeutet ist.
[0044] In seiner senkrechten Lage erlaubt das Element 370 einen Abstand A zwischen dem vom
Arm 310 getragenen Gelenk 372 und dem vom Hebel 320 getragenen Gelenk 374. Bei Schrägstellung
des Elementes 370 reduziert sich der mögliche Abstand auf L (Fig. 7). Das Element
370 bildet daher ein Begrenzungsmittel, welches die Auswärtsbewegung der Stange 336
aus dem Zylinder 332 blockiert, bevor sie das Ende des Hubes erreicht hat und die
Winkelstellung der Teile 310, 320 entsprechend begrenzt.
[0045] In dieser Variante, entgegen der früheren Beschreibung von Fig. 4, sind die Teile
310, 320 bei der Zwischenstellung des Dornes nicht vollständig aufgeklappt, da zu
dieser Zeit der Arm 310 zurückgezogen ist (Fig. 6) und die Aufklappbewegung durch
das Element 370 begrenzt ist. Die Teile 310, 320 bleiben in dieser teil-eröffneten
Winkelstellung bis zur Uebernahme der Fäden. Wenn aber dann der Arm 310 vorwärtsbewegt
wird und das Element 370 dabei zurück in seine senkrechte Lage gestellt wird, stösst
der Zylinder 332 die Stange 336 weiter nach aussen, wobei die Hülsen 102 in Berührung
mit der Walze 18 gebracht werden.
[0046] Während des Spulenaufbaus muss der Dorn aus dieser ersten Aufwindestellung zurück
gegen seine Ruhestellung langsam gedreht werden, um die Zunahme des Packungsradius
zwischen jeder Hülse 102 und der Walze 18 bei kontinuierlicher Berührung der Packung
mit der Walze zu erlauben. Während dieser "Spulreise" bleibt der Zustand des Mittels
330 und daher die Winkelstellung der Teile 310, 320 unverändert. Hingegen wird der
Zustand des Mittels 340 den veränderten Spulbedingungen kontinuierlich angepasst
- nicht nur in bezug auf die Lage des Hebels 320 gegenüber der Walze, sondern auch
in bezug auf die Anpresskräfte zwischen der Packung und der Walze 18.
[0047] Nach Fertigstellung der Spulen wird der Hebel 320 vorerst in seine Ausgangsstellung
zurückbewegt, wonach die Teile 310, 320 durch Entlüftung des Zylinders 332 zugeklappt
werden, um den Dorn in seine Ruhestellung zurückzubringen. Ein geeignetes Mittel
(nicht gezeigt) kann vorgesehen werden, um das flexible Element 370 bei zugeklappten
Teilen 310, 320 sauber zu versorgen. Z.B. ein federndes Mittel kann das Element 370
vorspannen, sodass es zwischen den zugeklappten Teilen 310, 320 in einem vorgegebenen
gefalteten Zustand liegt.
[0048] Ein Zwischenschild (in Fig. die Trägerplatte 132) innerhalb des Gehäuses 16 ist
nun nicht mehr notwendig. Die Dorne können sich nun von den Schwenkarmen 310 viel
weiter nach hinten ins Gehäuse 16 erstrecken, was die Verwendung eines viel grösseren
Antriebsmotors am hinteren Ende jedes Dornes ermöglicht. Die neue Konstruktion ist
also besonders nützlich für eine Spulmaschine mit sogenanntem Spindelantrieb, wonach
die Antriebskräfte mindestens hauptsächlich von den Dornmotoren und nicht von der
Walze 18 zu erzeugen sind.
[0049] Der hintere Teil der zwischen den Trägerplatten 130, 132 vorhandenen Kammer kann
auch im wesentlichen frei von anderen Komponenten gehalten werden. Wenn die Walze
18 durch eine in das Gehäuse 16 erstreckende Welle (nicht gezeigt) angetrieben wird,
kann diese Welle in den beiden Platten 130, 132 gelagert und der Antriebsmotor an
der Rückseite der hinteren Platte 132 befestigt werden.
[0050] Die Bremsvorrichtungen 198, 200 (Fig. 1) sind für die Zusammenarbeit mit dem neuen
Schwenkmechanismus schlecht geeignet. Eine Alternativlösung, welche die Verlegung
der Bremsen auf den Greifer 312 vorsieht, wird nun anhand der Fig. 8 und 9 beschrieben
werden.
[0051] Der vordere Teil des Greifers 312, wie er in Fig. 6 zu sehen ist, enthält Greifbacken
(nicht gezeigt), welche einen nicht-drehbaren Teil des Dornes umschliessen und festhalten.
Der hintere Teil des Greifers hat einen Flansch 313 (Fig. 3 bis 5), worauf ein Gehäuse
380 (Fig. 8 und 9) für die Bremsvorrichtung befestigt wird. Ein rotierender Teil 25
des Dorns ragt durch den Greifer 312 hindurch und trägt eine Bremsscheibe 382, welche
innerhalb des Bremsgehäuses 380 steht.
[0052] Das Gehäuse 380 hat eine Oeffnung 384 (Fig. 9), durch welche sich eine Antriebswelle
(nicht gezeigt) zum rotierenden Teil des Dornes erstrecken kann. Der Antriebsmotor
(Beschleunigungsmotor oder Hauptantriebsmotor) kann am Gehäuse 380 montiert werden
(nicht gezeigt).
[0053] An der Oeffnung 384 ist das Gehäuse 380 mit einem kurzen, ringförmigen, nach innen
ragenden Vorsprung 386 versehen. Die Bremsvorrichtung 390 ist durch ein Lager 388
auf diesem Vorsprung derart montiert, dass die ganze Vorrichtung 390 um die Dornachse
20 eine begrenzte Drehbewegung ausführen kann. Der Zweck dieser Bewegung wird aus
der folgenden Beschreibung klar.
[0054] Die Vorrichtung 390 ihrerseits enthält einen Trägerring 392, welcher vom Vorsprung
386 über Lager 388 drehbar getragen ist. Ein Bolzen 394 ist in den Ring 392 eingeschraubt,
erstreckt sich aber in axialer Richtung gegen den Greifer 312 hinaus. Auf dem freistehenden
Teil des Bolzens 394 werden zwei Bremsklötze 396, 398 drehbar aufgehängt, wobei jeder
Bremsklotz im wesentlichen halbkreisförmig ist und sich um die Bremsscheibe 382 erstreckt.
An seiner Innenseite trägt jeder Bremsklotz 396, 398 einen Belag 400, welcher durch
Drehung des jeweiligen Bremsklotzes um die Längsachse des Bolzens 394 in Berührung
mit der Scheibe 382 gebracht werden kann. Die Bremsklötze werden in diesem Sinn durch
je eine Feder 402 (Fig. 8) vorgespannt.
[0055] An seinem vom Bolzen 394 entfernten Ende hat jeder Bremsklotz 396, 398 einen Zapfen
404 mit einer darauf drehbar montierten Rolle 406. Wenn die Bremsbeläge 400 an der
Scheibe 382 anliegen, stehen die Rollen 406 nahe beieinander mit einem vorbestimmten
Abstand (Fig. 8).
[0056] Der Ring 390 trägt auch einen Ausleger 408, welcher sich im wesentlichen parallel
zum Arm 310 gegen die Welle 350 (Fig. 3 bis 5) erstreckt. Der Ausleger 408 enthält
einen radial verlaufenden Hohlraum 410, der radial nach innen, gegen die Rollen 406,
offen ist. In diesem Hohlraum 410 läuft ein Kolben 412 mit einem konusförmigen Endteil
414. Wenn der Kolben 412 im Hohlraum 410 radial nach aussen liegt, wie in Fig. 8 und
9 gezeigt, ragt die Spitze des Konusteils 414 zwischen die Rollen 406, ohne die Rollen
zu berühren. Wenn der Hohlraum 410 von seinem äusseren Ende mit Druckluft gespiesen
wird, drängt sich der Konusteil 414 radial nach innen zwischen die Rollen 406. Die
von der Druckluft ausgeübten Kräfte reichen dabei aus, um die Vorspannung der Federn
402 zu überwinden, so dass die Bremsklötze sich um den Bolzen 394 drehen und die Bremsscheibe
382 dabei freigeben.
[0057] Der äussere Endteil des Auslegers 408 enthält eine Kammer 416, welche quer zum Ausleger
408 und zur Dornachse 20 verläuft und einen Kolben 418 umfasst. Die Kammer 416 ist
an einem Ende offen (in Fig. 8, nach rechts) und der Kolben ragt über das offene Ende
der Kammer hinaus. Das freie Ende des Kolbens 418 steht mit einem Glied 420 eines
U-förmigen Anschlages in Berührung, der vom Gehäuse 380 oder vom Arm 310 getragen
werden kann (nicht gezeigt). Der Anschlag ist auf jeden Fall nicht um die Dornachse
20 drehbar. Eine Feder ist zwischen dem Ausleger 408 und dem anderen Glied 421 des
Anschlages 420 angeordnet und drückt den Ausleger 408 gegen das Glied 420.
[0058] Die Kammer 416 ist durch eine Oeffnung 415 mit dem Hohlraum 410 verbunden, sodass
beide gleichzeitig mit Druckluft versorgt bzw. entlüftet werden. Wenn Kammer 416 unter
Druck versetzt wird, dreht sich der Ausleger 408 im Uhrzeigersinn (gemäss Fig. 8)
gegen die von Feder 419 ausgeübte Vorspannung. Ein Fühler 417 reagiert auf diese Drehbewegung
und sperrt ein Steuerventil, welches die Speisung von Druckluft aus einer geeigneten
Quelle (nicht gezeigt) an ein im Dorn vorhandenes Hülsenspannsystem (nicht gezeigt)
regelt. Die Speisung des Ventils 411 verhindert die Freigabe des Spannsystems.
[0059] Wenn nun der Hohlraum 410 und die Kammer 416 entlüftet werden und die Bremsbeläge
danach durch die Federn 402 in Berührung mit der rotierenden Scheibe 382 gebracht
werden, übt diese Scheibe ein Drehmoment auf die Vorrichtung 390 aus. Da die Vorrichtung
390 durch den Vorsprung 386 frei drehbar getragen ist, wird das Drehmoment an den
Ausleger 408 übertragen, was wiederum eine Drehung des Auslegers im Uhrzeigersinn
(gemäss Fig. 8) gegen die Vorspannung der Feder 419 bewirkt. Erst wenn der Dorn zum
Stillstand kommt, sodass das vom Dorn auf den Ausleger 408 ausgeübte Drehmoment nachlässt,
kann bei weiterer Entlüftung des Hohlraumes 410 bzw. der Kammer 416 die Feder 419
den Ausleger im Gegenuhrzeigersinn (gemäss Fig. 8) drehen. Der Fühler 417 reagiert
darauf, um die Sperrung des Ventils 411 aufzuheben. Das Hülsenspannsystem im Dorn
wird dadurch zum Lösen freigegeben.
[0060] Die Erfindung ist nicht auf Einzelheiten des dargestellten Beispiels eingeschränkt.
Die axiale Bewegung des Dornes ist kein wesentliches Merkmal der Erfindung. Wenn aber
diese Bewegung nicht stattfindet, müssen zu sätzliche Fadenführungen vorgesehen werden,
um die Fäden während der Uebernahme-Phase sauber von dem einen auf den anderen Dorn
zu übertragen. Der neue Schwenkmechanismus kann auch dann angewendet werden, wenn
nur ein Dorn bewegt werden muss, wobei dann natürlich das kontinuierliche Aufwinden
des Fadens nicht mehr möglich ist. Die beschriebene Reihenfolge der Betätigungen muss
auch nicht genau so eingehalten werden. Wenn der Dorn z.B. schon in seiner Ruhestellung
auf die Betriebsgeschwindigkeit beschleunigt werden kann, muss keine Zwischenstellung
eingeschaltet werden. Die Mittel 330, 340 können dann gleichzeitig betätigt werden,
und das eine oder das andere oder beide könnten zur Erzeugung der Anpresskräfte ausgenützt
werden.
[0061] Die auf der 1. Seite des Textes erwähnten unveröffentlichten Anmeldungen, sind inzwischen
alle seit der Vorbereitung der Erstanmeldung veröffentlicht worden. Die Nummern sind
die folgenden:
GB 86 01 453
(Obj. 684) = US SN 2164, angemeldet am 22. Jan. 1986
= JP 61-296840 (Aoki) 866246-RIE
= EU 231 772
GB 85 31 151
(Obj. 683) = US SN 941 418, angemeldet am 15. Dez. 1985
= JP 62-146884 (Aoki) 866142-RIE
= EU 229 294
EU 86 108 531.4= EU 208 954
(Obj. 674) = US SN 06/879292 (Kleeman)
= JP 156357/86 (Sonderhoff) 51994 Bz/Hn
EU 86 104 646.4= EU 198 365
(Obj. 665) = JP 61-86216 (Aoki) 865202-RIE
= US 06/926227 (Div. II) Kleeman 7515 Div. II
US 06/926228 (Div. I) Kleeman 7515 Div. I
US SN 4 641 793
1. Ein Schwenkmechanismus zur Bewegung eines Spulendornes zwischen einer Ruhestellung
und einer Aufwindestellung,
gekennzeichnet durch
einen schwenkbaren Arm, einen schwenkbaren Hebel, ein erstes Mittel zur Bestimmung
der Lage des Arms gegenüber dem Hebel und ein zweites Mittel zur Bestimmung der Lage
des Hebels gegenüber den genannten Stellungen, wobei der Spulendorn auf dem Arm drehbar
um die eigene Längsachse gelagert ist.
2. Ein Mechanismus gemäss Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arm und der Hebel durch das erste Mittel relativ zueinander auf- und zuklappbar
sind.
3. Ein Mechanismus gemäss Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Spulendorn fest gegen Bewegung in seiner Längsrichtung auf dem Arm gehalten
ist und der Arm in die genannte Längsrichtung bewegbar ist.
4. Ein Mechanismus gemäss Ansprüche 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Mittel vorhanden ist, um das Aufklappen des Armes und Hebels zu begrenzen,
und dieses Mittel so angeordnet ist, dass die maximale Winkelöffnung zwischen dem
Arm und dem Hebel von der Position des Armes gegenüber dem Hebel in der genannten
Längsrichtung abhängig ist.
5. Eine Maschine zur kontinuierlichen Aufwindung von Fäden mit zwei Spulendornen und
einer Kontaktwalze, wobei jeder Dorn eine eigene Ruhestellung hat und aus dieser Stellung
durch einen eigenen Schwenkmechanismus in eine Aufwindestellung an der Kontaktwalze
gebracht werden kann,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Schwenkmechanismus einen ersten bewegbaren Teil und einen zweiten
bewegbaren Teil enthält, wovon mindestens ein Teil schwenkbar ist, und dass ein erstes
Mittel zur Bestimmung der Lage des ersten Teils gegenüber dem zweiten Teil und ein
zweites Mittel zur Bestimmung der Lage des zweiten Teils gegenüber der Ruhestellung
und der Aufwindestellung des entsprechenden Dornes vorhanden ist, wobei dieser Dorn
auf dem ersten Teil drehbar um die eigene Längsachse gelagert ist.
6. Eine Maschine gemäss Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass beide Teile schwenkbar sind.
7. Eine Maschine gemäss Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass beide Spulendorne durch je einen solchen Schwenkmechanismus getragen sind.
8. Eine Maschine gemäss den vorangehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet,
dass der den Dorn tragende Teil auch ein Bremsmittel für den Dorn umfasst.
9. Ein Schwenkmechanismus zur Bewegung eines Spulendornes zwischen einer Ruhestellung
und einer Aufwindestellung,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mechanismus eine den Dorn tragende Greifvorrichtung enthält und diese Vorrichtung
mit einer Bremsvorrichtung für den Dorn versehen ist.