(19)
(11) EP 0 270 763 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.06.1988  Patentblatt  1988/24

(21) Anmeldenummer: 87114507.4

(22) Anmeldetag:  05.10.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E01B 7/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE ES LI LU NL SE

(30) Priorität: 06.12.1986 DE 8632784 U

(71) Anmelder: THYSSEN INDUSTRIE AG
D-45128 Essen (DE)

(72) Erfinder:
  • Fronz, Heinz-Dieter
    D-4600 Dortmund 1 (DE)
  • Zabel, Klaus-Jürgen
    D-4600 Dortmund 12 (DE)

(74) Vertreter: Dahlkamp, Heinrich-Leo, Dipl.-Ing. 
Thyssen Industrie AG Patentabteilung Postfach
45117 Essen
45117 Essen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Herzstückbett für Herzstücke von Weichen mit beweglich biegsamen Spitzen


    (57) Bei dem Herzstückbett mit einer Bodenplatte (1) und sich von der Boden­platte (1) nach oben erstreckenden Anlageschienen (2,3) kann eine be­weglich biegsame, aus zwei Schienen zusammenlaufende Spitze von innen entweder rechts oder links an die Anlageschienen (2,3) angelegt wer­den. Die Herstellung durch Gießen erfordert wegen der Genauigkeitsan­forderungen große Bearbeitungszugaben, und das Anschweißen an den übri­gen Schienenstrang ist wegen der nur schwer erreichbaren völligen Bla­senfreiheit des Gußstücks schwierig. Bei Herzstückbetten aus geschmie­detem oder gewalztem Vollmaterial ist diese Schwierigkeit überwunden; jedoch muß sehr viel Material spanend abgetragen werden. Es besteht das Problem, ein Herzstückebett mit guten metallurgischen Eigenschaften bei weitgehend freizügiger Materialauswahl, das sich gut mit den an­grenzenden Schienen verbinden läßt, mit geringem Arbeitsaufwand maßge­nau zu fertigen. Dazu sind die Anlageschienen (2,3) am Fuß mit der Bo­denplatte verschweißt (4 bis 7). Trotz der Erreichbarkeit hoher Festig­keiten von über 800 N/qmm ist die Zerspanungsarbeit gering, und es kann durch eine verformende Vorbehandlung, Schmieden oder Walzen, ein gutes Gefüge erreicht werden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Herzstückbett für Herzstücke mit beweglich biegsamen Spitzen mit einer Bodenplatte für die Auflage der beweglichen Spitzen und mit sich nach oben von der Bodenplatte erstreckenden Anlage­schienen. Die im Eisenbahnbau üblichen und besonders auf langsameren Fahrstrecken noch eingesetzten Herzstücke von Weichen wiesen Lücken in den Fahrflächen der sich kreuzenden Schienen für das Durchtreten der Spurkränze auf. Dies bedingte beim Durchfahren der Weiche Stöße auf das das Herzstück durchlaufende Rad. Zur Vermeidung dieser Stöße sind Herzstücke mit einem Herzstückbett entwickelt worden, bei denen sich eine beweglich biegsame, aus zwei Schienen zusammenlaufende Spitze von innen entweder rechts oder links an Anlageschienen anlegen kann une zusammen mit den Anlageschienen eine in der Oberfläche lückenlose Fahrbahnfläche bildet. Es ist bekannt, die Herzstückbetten als Stahl­gußstücke und Mangangußstücke herzustellen. Das erfordert jedoch wegen der notwendigen Genauigkeit große Bearbeitungszugaben und macht zusätz­liche Schwierigkeiten an den Stellen, an denen die Anlageschienen mit dem übrigen Schienenstrang verbunden werden müssen. Dies geschieht im allgemeinen durch Stumpfpreßschweißen. Beim Verbinden mit Stahlguß­teilen ist wegen der im allgemeinen nicht errreichbaren völligen Blasen­freiheit der Gußstücke eine einwandfreie, im Ultraschallbild keine Anzeigen ergebende Verschweißung kaum möglich. Man hat auch schon Herz­ stückbetten aus geschmiedetem oder gewalztem Vollmaterial hergestellt. Die Schwierigkeit bezüglich der Verbindung mit den angrenzenden Schie­nen ist dabei vermieden; jedoch ist die spanende Bearbeitung der Herz­stückbetten, bei der rund die Hälfte des Materials spanend abgetragen werden muß, sehr aufwendig.

    [0002] Ausgehend von diesem Stand der Technik wird die Aufgabe der Erfindung darin gesehen, ein Herzstückbett zu entwickeln, das mit geringem Ar­beitsaufwand maßgenau zu fertigen ist, gute metallurgische Eigenschaf­ten bei weitgehend freizügiger Materialauswahl bietet und sich gut mit den angrenzenden Schienen verbinden läßt.

    [0003] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Herzstück der eingangs genannten Gattung dadurch gelöst, daß die Anlageschienen am Fuß mit der Bodenplatte verschweißt sind. Die Bodenplatte und die Anlageschie­nen können vor dem Verschweißen bereits weitgehend mit nur geringen Bearbeitungszugaben im Durchlaufverfahren bearbeitet werden, da die Anlageschienen, abgesehen von den Anschlußenden über die gesamte Länge gleiche Querschnittsform haben. Die durch die Menge des zu zerspanen­den Materials durch die Form aufwendige Zerspanungsarbeit für das Frei­räumen des Raumes zwischen der Grundplatte und den konisch aufeinander zulaufenden Anlageschienen bei den Herzstückbetten nach dem Stand der Technik entfällt. die Verschweißung des Fußes der Anlageschienen mit der Bodenplatte kann so dimensioniert werden, daß die Anlageschienen sowohl die senkrechten Auflagekräfte als auch die horizontalen Kräfte sicher in die Grundplatte einleiten. Bezüglich der Materialauswahl besteht weitgehende Freiheit. Sowohl geschmiedetes als auch gewalztes Blockmaterial sind durch den Verformungsvorgang homogen, porenfrei und mit gleichmäßigen technologischen Werten verfügbar. Für die An­lageschienen kann man darüber hinaus noch besonders günstig Vollschie­nen verwerten, die bereits vom Walzvorgang annähernd die für die An­lageschiene benötigte Form aufweisen. Die weitgehend freie Wahl des Materials ermöglicht es auch, das Herzstückbett je nach Anforderungen perlitisch-, austenitisch- oder ölvergütet herzustellen. Auch bezüglich der Belastbarkeit besteht durch die entsprechende Ausführung der Schwei­ßung weitgehende Freiheit.

    [0004] Im einzelnen kann die Erfindung wie folgt vorteilhaft ausgestaltet sein.

    [0005] Die Verschweißung ist zweckmäßig als Elektroschweißung in Schweißfugen beidseitig zwischen dem Fuß der Anlegeschienen und der Bodenplatte ausgeführt.

    [0006] Dabei sind zur Vermeidung eines Verziehens der Bodenplatte jeweils die innenliegenden Schweißnähte und die außenliegenden Schweißnähte gleichzeitig paarweise angefertigt. Das Verschweißen kann sowohl von Hand als auch automatisch ausgeführt werden.

    [0007] Große Widerstandsfähigkeit bei langer Lebensdauer kann dadurch erreicht werden, daß die Bodenplatte und die Anlageschienen aus hochwertigem Material angefertigt sind. Hierbei kommt gegenüber dem aus dem vollen herausgearbeiteten bekannten Herzstücken die Ersparnis an Zerspanungs­arbeit besonders zum Tragen. Dabei sind Festigkeiten von über 800 N/mm² zu verwirklichen. Gegenüber den Stahlgußherzstücken ist die gute Gefüge­verdichtung auf Grund der verformenden Vorbehandlung, Schmieden oder Walzen, vorteilhaft.

    [0008] Bei der Erfindung besteht auch die Freiheit, für die Bodenplatte und für die Anlageschienen mit Materialien verschiedener Eigenschaften zu arbeiten. Dabei kann für die Beanspruchungsart hinsichtlich Schlag- und Verschleißfestigkeit die optimale Anpassung gewählt werden, z.B. durch verschiedenes Anlassen der Bodenplatte und der Anlageschienen.

    [0009] Im folgenden wird anhand einer Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert.

    [0010] Es zeigen im einzelnen

    Fig. 1 ein Herzstückbett von oben gesehen und

    Fig. 2 das Herzstückbett im Schnitt CD nach Fig. 1.



    [0011] Das Herzstückbett für Herzstücke von Weichen mit beweglich biegsamen Spitzen hat eine Bodenplatte 1 für die Auflage der beweglichen Spitzen und sich von der Bodenplatte 1 nach oben erstreckende Anlageschienen 2,3. Diese sind am Fuß beidseitig durch Elektroschweißnähte 4,5 und 6,7 mit der Bodenplatte 1 verschweißt. Die innenliegenden Schweißnäh­te 5,6 und die außenliegenden Schweißnähte 4,7 sind gleichzeitig paar­weise angefertigt worden. Die Bodenplatte 1 und die Anlageschienen 2,3 bestehen aus den geforderten Materialgüten mit z.B. einer Festigkeit von 880 N/mm². Am Ende 8, an dem die Anlageschienen 2 und 3 näher an­einanderliegen, sind sie auf das Maß der anschließenden, zur Weichen­zunge führenden Anschweißschienen bearbeitet und ebenfalls am anderen Ende 9 für den Anschluß von Führungsschienen. Beim Zusammenbau werden die Schienen und die Anlageschienen stumpfpreßverschweißt.


    Ansprüche

    1. Herzstückbett für Herzstücke von Weichen mit beweglich biegsamen Spitzen mit einer Bodenplatte für die Auflage der beweglichen Spit­zen und mit sich nach oben von der Bodenplatte erstreckenden Anlage­schienen, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlageschienen (2,3) am Fuß mit der Bodenplatte verschweißt sind (4 bis 7).
     
    2. Herzstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlage­schienen (2,3) mit der Bodenplatte (1) mit Schweißspalten beidsei­tig verschweißt sind (4,5 und 6,7).
     
    3. Herzstück nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweils innenliegenden Schweißnähte (5,6) und die außenliegenden Schweiß­nähte (4,7) gleichzeitig paarweise angefertigt sind.
     
    4. Herzstück nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatte (1) und die Anlageschienen (2,3) aus Material mit einer Festigkeit von über 800 N/mm² bestehen.
     
    5. Herzstück nach einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatte (1) und die Anlageschienen (2,3) aus geschmie­detem Material bestehen.
     
    6. Herzstück nach einem der obigen Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Bodenplatte (1) und die Anlageschienen (2,3) aus gewalztem Material bestehen.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht