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EP 0 270 763 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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15.06.1988 Patentblatt 1988/24 |
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Anmeldetag: 05.10.1987 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)4: E01B 7/02 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE ES LI LU NL SE |
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Priorität: |
06.12.1986 DE 8632784 U
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Anmelder: THYSSEN INDUSTRIE AG |
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D-45128 Essen (DE) |
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Erfinder: |
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- Fronz, Heinz-Dieter
D-4600 Dortmund 1 (DE)
- Zabel, Klaus-Jürgen
D-4600 Dortmund 12 (DE)
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Vertreter: Dahlkamp, Heinrich-Leo, Dipl.-Ing. |
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Thyssen Industrie AG
Patentabteilung
Postfach 45117 Essen 45117 Essen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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Herzstückbett für Herzstücke von Weichen mit beweglich biegsamen Spitzen |
(57) Bei dem Herzstückbett mit einer Bodenplatte (1) und sich von der Bodenplatte (1)
nach oben erstreckenden Anlageschienen (2,3) kann eine beweglich biegsame, aus zwei
Schienen zusammenlaufende Spitze von innen entweder rechts oder links an die Anlageschienen
(2,3) angelegt werden. Die Herstellung durch Gießen erfordert wegen der Genauigkeitsanforderungen
große Bearbeitungszugaben, und das Anschweißen an den übrigen Schienenstrang ist
wegen der nur schwer erreichbaren völligen Blasenfreiheit des Gußstücks schwierig.
Bei Herzstückbetten aus geschmiedetem oder gewalztem Vollmaterial ist diese Schwierigkeit
überwunden; jedoch muß sehr viel Material spanend abgetragen werden. Es besteht das
Problem, ein Herzstückebett mit guten metallurgischen Eigenschaften bei weitgehend
freizügiger Materialauswahl, das sich gut mit den angrenzenden Schienen verbinden
läßt, mit geringem Arbeitsaufwand maßgenau zu fertigen. Dazu sind die Anlageschienen
(2,3) am Fuß mit der Bodenplatte verschweißt (4 bis 7). Trotz der Erreichbarkeit
hoher Festigkeiten von über 800 N/qmm ist die Zerspanungsarbeit gering, und es kann
durch eine verformende Vorbehandlung, Schmieden oder Walzen, ein gutes Gefüge erreicht
werden.
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[0001] Die Erfindung betrifft ein Herzstückbett für Herzstücke mit beweglich biegsamen Spitzen
mit einer Bodenplatte für die Auflage der beweglichen Spitzen und mit sich nach oben
von der Bodenplatte erstreckenden Anlageschienen. Die im Eisenbahnbau üblichen und
besonders auf langsameren Fahrstrecken noch eingesetzten Herzstücke von Weichen wiesen
Lücken in den Fahrflächen der sich kreuzenden Schienen für das Durchtreten der Spurkränze
auf. Dies bedingte beim Durchfahren der Weiche Stöße auf das das Herzstück durchlaufende
Rad. Zur Vermeidung dieser Stöße sind Herzstücke mit einem Herzstückbett entwickelt
worden, bei denen sich eine beweglich biegsame, aus zwei Schienen zusammenlaufende
Spitze von innen entweder rechts oder links an Anlageschienen anlegen kann une zusammen
mit den Anlageschienen eine in der Oberfläche lückenlose Fahrbahnfläche bildet. Es
ist bekannt, die Herzstückbetten als Stahlgußstücke und Mangangußstücke herzustellen.
Das erfordert jedoch wegen der notwendigen Genauigkeit große Bearbeitungszugaben und
macht zusätzliche Schwierigkeiten an den Stellen, an denen die Anlageschienen mit
dem übrigen Schienenstrang verbunden werden müssen. Dies geschieht im allgemeinen
durch Stumpfpreßschweißen. Beim Verbinden mit Stahlgußteilen ist wegen der im allgemeinen
nicht errreichbaren völligen Blasenfreiheit der Gußstücke eine einwandfreie, im Ultraschallbild
keine Anzeigen ergebende Verschweißung kaum möglich. Man hat auch schon Herz stückbetten
aus geschmiedetem oder gewalztem Vollmaterial hergestellt. Die Schwierigkeit bezüglich
der Verbindung mit den angrenzenden Schienen ist dabei vermieden; jedoch ist die
spanende Bearbeitung der Herzstückbetten, bei der rund die Hälfte des Materials spanend
abgetragen werden muß, sehr aufwendig.
[0002] Ausgehend von diesem Stand der Technik wird die Aufgabe der Erfindung darin gesehen,
ein Herzstückbett zu entwickeln, das mit geringem Arbeitsaufwand maßgenau zu fertigen
ist, gute metallurgische Eigenschaften bei weitgehend freizügiger Materialauswahl
bietet und sich gut mit den angrenzenden Schienen verbinden läßt.
[0003] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Herzstück der eingangs genannten Gattung
dadurch gelöst, daß die Anlageschienen am Fuß mit der Bodenplatte verschweißt sind.
Die Bodenplatte und die Anlageschienen können vor dem Verschweißen bereits weitgehend
mit nur geringen Bearbeitungszugaben im Durchlaufverfahren bearbeitet werden, da die
Anlageschienen, abgesehen von den Anschlußenden über die gesamte Länge gleiche Querschnittsform
haben. Die durch die Menge des zu zerspanenden Materials durch die Form aufwendige
Zerspanungsarbeit für das Freiräumen des Raumes zwischen der Grundplatte und den
konisch aufeinander zulaufenden Anlageschienen bei den Herzstückbetten nach dem Stand
der Technik entfällt. die Verschweißung des Fußes der Anlageschienen mit der Bodenplatte
kann so dimensioniert werden, daß die Anlageschienen sowohl die senkrechten Auflagekräfte
als auch die horizontalen Kräfte sicher in die Grundplatte einleiten. Bezüglich der
Materialauswahl besteht weitgehende Freiheit. Sowohl geschmiedetes als auch gewalztes
Blockmaterial sind durch den Verformungsvorgang homogen, porenfrei und mit gleichmäßigen
technologischen Werten verfügbar. Für die Anlageschienen kann man darüber hinaus
noch besonders günstig Vollschienen verwerten, die bereits vom Walzvorgang annähernd
die für die Anlageschiene benötigte Form aufweisen. Die weitgehend freie Wahl des
Materials ermöglicht es auch, das Herzstückbett je nach Anforderungen perlitisch-,
austenitisch- oder ölvergütet herzustellen. Auch bezüglich der Belastbarkeit besteht
durch die entsprechende Ausführung der Schweißung weitgehende Freiheit.
[0004] Im einzelnen kann die Erfindung wie folgt vorteilhaft ausgestaltet sein.
[0005] Die Verschweißung ist zweckmäßig als Elektroschweißung in Schweißfugen beidseitig
zwischen dem Fuß der Anlegeschienen und der Bodenplatte ausgeführt.
[0006] Dabei sind zur Vermeidung eines Verziehens der Bodenplatte jeweils die innenliegenden
Schweißnähte und die außenliegenden Schweißnähte gleichzeitig paarweise angefertigt.
Das Verschweißen kann sowohl von Hand als auch automatisch ausgeführt werden.
[0007] Große Widerstandsfähigkeit bei langer Lebensdauer kann dadurch erreicht werden, daß
die Bodenplatte und die Anlageschienen aus hochwertigem Material angefertigt sind.
Hierbei kommt gegenüber dem aus dem vollen herausgearbeiteten bekannten Herzstücken
die Ersparnis an Zerspanungsarbeit besonders zum Tragen. Dabei sind Festigkeiten
von über 800 N/mm² zu verwirklichen. Gegenüber den Stahlgußherzstücken ist die gute
Gefügeverdichtung auf Grund der verformenden Vorbehandlung, Schmieden oder Walzen,
vorteilhaft.
[0008] Bei der Erfindung besteht auch die Freiheit, für die Bodenplatte und für die Anlageschienen
mit Materialien verschiedener Eigenschaften zu arbeiten. Dabei kann für die Beanspruchungsart
hinsichtlich Schlag- und Verschleißfestigkeit die optimale Anpassung gewählt werden,
z.B. durch verschiedenes Anlassen der Bodenplatte und der Anlageschienen.
[0009] Im folgenden wird anhand einer Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert.
[0010] Es zeigen im einzelnen
Fig. 1 ein Herzstückbett von oben gesehen und
Fig. 2 das Herzstückbett im Schnitt CD nach Fig. 1.
[0011] Das Herzstückbett für Herzstücke von Weichen mit beweglich biegsamen Spitzen hat
eine Bodenplatte 1 für die Auflage der beweglichen Spitzen und sich von der Bodenplatte
1 nach oben erstreckende Anlageschienen 2,3. Diese sind am Fuß beidseitig durch Elektroschweißnähte
4,5 und 6,7 mit der Bodenplatte 1 verschweißt. Die innenliegenden Schweißnähte 5,6
und die außenliegenden Schweißnähte 4,7 sind gleichzeitig paarweise angefertigt worden.
Die Bodenplatte 1 und die Anlageschienen 2,3 bestehen aus den geforderten Materialgüten
mit z.B. einer Festigkeit von 880 N/mm². Am Ende 8, an dem die Anlageschienen 2 und
3 näher aneinanderliegen, sind sie auf das Maß der anschließenden, zur Weichenzunge
führenden Anschweißschienen bearbeitet und ebenfalls am anderen Ende 9 für den Anschluß
von Führungsschienen. Beim Zusammenbau werden die Schienen und die Anlageschienen
stumpfpreßverschweißt.
1. Herzstückbett für Herzstücke von Weichen mit beweglich biegsamen Spitzen mit einer
Bodenplatte für die Auflage der beweglichen Spitzen und mit sich nach oben von der
Bodenplatte erstreckenden Anlageschienen, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlageschienen (2,3) am Fuß mit der Bodenplatte verschweißt sind (4 bis
7).
2. Herzstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlageschienen (2,3) mit der Bodenplatte (1) mit Schweißspalten beidseitig
verschweißt sind (4,5 und 6,7).
3. Herzstück nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweils innenliegenden Schweißnähte (5,6) und die außenliegenden Schweißnähte
(4,7) gleichzeitig paarweise angefertigt sind.
4. Herzstück nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatte (1) und die Anlageschienen (2,3) aus Material mit einer Festigkeit
von über 800 N/mm² bestehen.
5. Herzstück nach einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatte (1) und die Anlageschienen (2,3) aus geschmiedetem Material
bestehen.
6. Herzstück nach einem der obigen Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatte (1) und die Anlageschienen (2,3) aus gewalztem Material bestehen.
