[0001] Die Erfindung geht aus von einer Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Scheinwerfereinheiten auf der Basis von Entladungslampen anstatt von Glühlampen
bieten die Vorteile einer höheren Lichtausbeute und längerer Lebensdauer. Zunächst
wurden dabei, wie z.B. in der DE-OS 1 954 775 beschrieben, einseitig gequetschte Entladungslampen
in Analogie zur Glühlampentechnik verwendet.
[0003] Später hat man die Verwendung von zweiseitig gequetschten Entladungslampen vorgeschlagen,
u.a. in dem Bestreben, ein sicheres Zünden auch der heißen Lampe zu erleichtern. Hier
ist die Möglichkeit einer besseren Isolation zwischen den getrennt aus den beiden
Quetschungen herausgeführten Stromzuführungen gegeben (DE-OS 33 21 939).
[0004] Aus Gründen einer optimalen Ausnutzung der Lichtverteilung - insbesondere dann,
wenn auch Abschirmmittel zum Erzeugen von Abblendlicht vorgesehen sind - ist dabei
die Lampe axial in bezug auf den Reflektor angeordnet und im Bereich der dem Reflektorscheitel
näheren (hinteren) Quetschung gesockelt (DE-OS 33 41 846), wobei der Sockel in einer
axialen Öffnung des Reflektorscheitels fixiert ist. Die Stromzuführung der der Lichtaustrittsöffnung
zugewandten (vorderen) Quetschung ist ebenfalls entlang dem Entladungsgefäß zu diesem
Sockel zurückgeführt. Hierbei kann der die Hochspannungsfestigkeit bestimmende Abstand
zwischen den beiden Stromzuführungen größer gewählt werden als im Fall einer einseitig
gequetschten Entladungslampe.
[0005] Eine derartige Anordnung, bei der die vordere Quetschung freitragend in den Innenraum
des Reflektors hineinragt, ist jedoch anfällig für durch Fahrbahnunebenheiten hervorgerufene
Erschütterungen. Die dabei auftretenden Vibrationen können zu einer schnellen Materialermüdung
(Sockelbruch) führen.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, die Vibrationsfestigkeit von Scheinwerfereinheiten,
die - wie einleitend beschrieben - zweiseitig gequetschte Entladungslampen aufweisen,
zu verbessern.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung können den Unteransprüchen
entnommen werden.
[0008] Durch die Erfindung wird die Übertragung von Vibrationen auf die Lampe weitgehend
verhindert, wobei gleichzeitig die Wärmeausdehnung der Lampe berücksichtigt wird.
[0009] Um ein etwaiges Auswechseln der Lampe zu erleichtern, ist es vorteilhaft, die vordere
Quetschung der Lampe mit einer Einfädelungshilfe zu versehen.
[0010] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß die elektrische
Zuleitung für die Stromzuführung der vorderen Quetschung über die Haltevorrichtung
von der Entladungslampe weggeführt wird. Auf diese Weise wird der Abstand zwischen
den beiden Stromzuführungen im Vergleich zum Stand der Technik erheblich vergrößert.
Gleichzeitig läßt sich der Sockeldurchmesser verkleinern, so daß eine größere effektive
Reflektorfläche zur Verfügung steht, die wiederum eine höhere Lichtausbeute ermöglicht.
Alternativ kann die Reflektorfläche und damit die Scheinwerferbauhöhe verkleinert
werden, ohne daß Verluste an der Lichtausbeute hingenommen werden müssen.
[0011] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sollen anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben
werden.
[0012] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden näher erläutert. Es
zeigen
Figur 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines Kfz-Scheinwerfers, der mit
einer zweiseitig gequetschten Entladungslampe bestückt ist
Figur 2 einen vergrößerten Ausschnitt aus dem Scheinwerfer nach Figur 1 im Bereich
der vorderen Quetschung der Entladungslampe
[0013] Figur 1 zeigt ein Scheinwerfereinheit für Fahrzeuge, im wesentlichen bestehend aus
einem Reflektor 1, einer zweiseitig gequetschten Hochdruckentladungslampe 2 und einem
Abschirmmittel 3.
[0014] Der aus Kunststoff gefertigte flache Rechteckscheinwerfer (Bauhöhe 50 mm) besitzt
einen paraboloidförmig gekrümmten Reflektor 1 aus wärmebeständigem Kunststoff, vorzugsweise
aus Polyetherimid oder aus Polyphenylensulfid. Die Lichtaustrittsöffnung des Reflektors
ist mit einer Streuscheibe 4 aus Glas oder Kunststoff, z.B. Acryl, abgedeckt. Der
Reflektorscheitel 5 weist in der optischen Achse eine Öffnung auf, durch die die
entlang der optischen Achse ausgerichtete zweiseitig gequetschte Entladungslampe 2
in den Reflektor eingeführt ist. Es handelt sich um eine an sich bekannte Metallhalogenid-Entladungslampe
mit einer Leistungsaufnahme von 35 W. Die Lampe ist 32 mm lang und besitzt eine Füllung
aus Quecksilber, einem Edelgas und Zusätzen an Halogeniden der Metalle Na und Sc (alternativ
kann auch Na, Tl und Sn verwendet werden). Die dem Reflektorscheitel 5 nähere, hintere
Quetschung 6 der Lampe ist in einem zylindrischen Sockelteil 7 aus Kunststoff gehaltert,
das in der Öffnung des Reflektorscheitels 5 befestigt ist. Eine das Sockelteil 7 umgebende
Manschette 8 aus temperaturbeständigem Kunststoff dichtet die Öffnung gegen Spritzwasser
ab. Die aus der hinteren Quetschung 6 herausgeführte Stromzuführung 9 ist mittig durch
das Sockelteil 7 hindurchgeführt. Das Sockelteil 7 ist mittels zweier Bügel (nicht
gezeigt) von außen an den Reflektorscheitel 5 angepreßt.
[0015] Das Abschirmmittel 3 aus elektrisch-isolierendem Material (Keramik, Micaver) weist
eine entlang der Lampe 2 verlaufende Rinne 10 auf, deren konkave Seite der Lampe zugewandt
ist. Die Rinnenwölbung umschließt einen Winkel von 165°. Im Bereich der hinteren Quetschung
ist die Rinne 10 vollständig umlaufend und bildet somit ein ringförmiges Halteelement
11, das auf der Manschette 8 aufsitzt.
[0016] Die vordere Quetschung 12 der Entladungslampe 2 ist in einer zylindrischen Tülle
13 (Innendurchmesser 5 mm) geführt, die über eine Haltevorrichtung 14 starr mit dem
Reflektor 1 verbunden ist (die Verbindung kann z.B. durch Ultraschallerwärmen erfolgen).
Einer der Stege 16 ist einem Kabelkanal 17 ausgestattet.
[0017] Bei dieser Anordnung wirkt die Kalotte 15 gleichzeitig als Strahlenblende, indem
der Durchmesser der Kalotte so bemessen ist, daß das von der Entladungslampe 2 direkt
zur Lichtaustrittsöffnung emittierte Licht ausgeblendet wird. Infolgedessen wird eine
zusätzliche Abschattung durch die Haltevorrichtung vermieden.
[0018] Figur 2 zeigt die Befestigung der Lampe 2 in der Haltevorrichtung 14 im Detail. Das
Ende der vorderen Quetschung 12 der Lampe 2 ist von einer zylindrischen Hülse 18 aus
Metall umgeben, die in Richtung der Streuscheibe übersteht, wobei der überstehende
Teil sich konisch zu einer Spitze 19 verjüngt. Die aus der vorderen Quetschung 12
herausgeführte Stromzuführung 20 endet in Höhe der konischen Spitze 19 und ist mit
dieser verschweißt. Die konische Spitze 19 erleichtert das Einfädeln der Lampe 2 in
die ebenfalls aus Metall gefertigte Tülle 13, die im Bereich der vorderen Quetschung
12 die Hülse 18 eng umgibt. Die Hülse 18 ist zur Erzielung einer Federwirkung längsgeschlitzt
(nicht sichtbar), so daß ein sicherer elektrischer Kontakt zwischen Tülle 13 und Hülse
18 hergestellt wird, wobei diese Art der Fixierung der Lampe die thermische Ausdehnung
der Lampe während des Betriebs berücksichtigt. Das Einfädeln der Lampe in die Tülle
13 wird zusätzlich dadurch erleichtert, daß das der Lampe 2 zugewandte Ende 21 der
Tülle 13 aufgeweitet ist.
[0019] Das von der Lampe abgewandte Ende der Tülle 13 ist an der Kalotte 15 befestigt. Zu
diesem Zweck ist die Kalotte 15 an ihrer konkaven Innenseite mit einem Ringwulst 22
ausgestattet, die einen dem Durchmesser der Tülle 13 angepaßten kreisförmigen Schlitz
aufweist. Die Verbindung zwischen Ringwulst 22 und Tülle 13 erfolgt z.B. durch HF-Verschweißen;
die Kalotte 15 und die Stege 16 sind dabei aus Kunststoff hergestellt.
[0020] Die elektrische Zuleitung zur Stromzuführung 20 bildet ein Kabel 23, das in dem an
einem der Stege 16 angeformten Kabelkanal 17 verläuft. Das Kabel 23 endet an der Tülle
13, an der es mittels Hartlötung befestigt ist. Auf diese Weise kann die elektrische
Zuleitung zur Stromzuführung 20 der vorderen Quetschung 12 in großer Entfernung von
der Stromzuführung 9 der hinteren Quetschung aus dem Scheinwerfer herausgeführt werden,
so daß eine ausgezeichnete Hochspannungsisolation erreicht wird. Diese Eigenschaft
ist für das Heißwiederzünden der Lampe von Bedeutung, für das Spannungen von etwa
15 kV benötigt werden.
[0021] Bei einem anderen Ausführungsbeispiel ist die Haltevorrichtung selbst vollständig
oder teilweise (insbesondere einer der Stege) aus Metall gefertigt und bildet so einen
Teil der elektrischen Zuleitung.
[0022] Die Lampe wird mit Hochfrequenz (10 kHz) betrieben, wobei in beiden Ausführungsbeispielen
die spannungsführende Zuleitung an der Stromzuführung 9 der hinteren Quetschung
6 angeschlossen ist. Die Stromzuführung 20 der vorderen Quetschung 12 liegt an Masse.
[0023] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Lampe, wie bereits vorgeschlagen wurde,
mit einer Heizung zur Verkürzung der Anlaufzeit ausgestattet. Die Anschlüsse für die
Heizung (12 V) sind dabei innerhalb des Sockelteils 7, das teilweise aus Metall gefertigt
ist, aus dem Scheinwerfer herausgeführt. In diesem Fall ist vorteilhaft die Masseleitung
an die Stromzuführung der hinteren Quetschung gelegt, während die Versorgungsspannung
für die Lampe über die Stromzuführung der vorderen Quetschung zugeführt wird. Aus
Gründen einer ausreichenden Isolation ist hierbei die Tülle und die Haltevorrichtung
aus nichtleitendem Material (Keramik, Kunststoff) gefertigt. Die elektrische Zuleitung
ist über eine Bohrung in der Tülle zu der aus der vorderen Quetschung austretenden
Stromzuführung geführt.
[0024] Die Erfindung ist auch bei elliptischen Scheinwerfern aus Blech oder Kunststoff anwendbar,
bei denen das Abschirmmittel nicht direkt an der Lampe, sondern im zweiten Brennpunkt
angebracht sein muß. Der zweite Brennpunkt liegt etwa in der Mitte zwischen der Lampe
und der mit einer Linse verschlossenen Lichtaustrittsöffnung. Die Zurückführung der
Stromzuführung der vorderen Quetschung entlang der Lampe - wie sie bei den bekannten
zweiseitig gequetschten Entladungslampen notwendig ist - würde zu einer merklichen
Abschattung und außerdem zu einer unerwünschten inhomogenen Lichtverteilung führen.
Dagegen wird jetzt die von einer Hülse umgebene vordere Quetschung in einer Tülle
ähnlich dem ersten Ausführungsbeispiel geführt. Deren Haltevorrichtung wird durch
drei schmale Stege gebildet, die radial von der Tülle abstehen und an der Reflektorinnenwand
befestigt sind. Die elektrische Zuleitung zur Stromzuführung der vorderen Quetschung
wird über einen der Stege an die Lampe geführt.
[0025] Obwohl die Erfindung nur anhand einiger detaillierter Ausführungsbeispiele erläutert
wurde, sind auch andere Ausgestalltungen möglich. Beispielsweise ist die Erfindung
auch bei Scheinwerfern ohne Abschirmmittel anwendbar; ebenso bei den bekannten zweiseitig
gequetschten Entladungslampen, bei denen die Stromzuführung der vorderen Quetschung
zu dem an der hinteren Quetschung angebrachten Sockelteil zurückgeführt ist. Schließlich
ist die Erfindung auch bei anderen Scheinwerfertypen anwendbar, z.B. bei mit Facetten
oder Segmenten ausgestatteten Scheinwerfern.
1. Kfz-Scheinwerfer-Einheit mit folgenden Merkmalen:
- ein Reflektor (1), dessen Lichtaustrittsöffnung mit einer Streuscheibe (4)
bzw. Linse abgedeckt ist
- eine zweiseitig gequetschte Entladungslampe (2), die entlang der optischen
Achse des Reflektors (1) angeordnet ist, wobei an jeder Quetschung (6; 12) eine Stromzuführung
(9; 20) aus der Entladungslampe (2) herausgeführt ist, und wobei die dem Reflektorscheitel
(5) nähere (die hintere) Quetschung (6) mit Hilfe eines Sockelteils (7) in einer axialen
Öffnung des Reflektorscheitels fixiert ist
- ggf. Abschirmmittel zum Erzeugen von Abblendlicht,
dadurch gekennzeichnet, daß die Entladungslampe (2) im Bereich des Endes der der Lichtaustrittsöffnung
zugewandten (der vorderen) Quetschung (12) in einer eng anliegenden Aufnahme geführt
ist, wobei diese Aufnahme über eine Haltevorrichtung (14) starr mit dem Reflektor
(1) verbunden ist.
2. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Entladungslampe
(2) an der vorderen Quetschung (12) eine Einfädelungshilfe zum Einführen in die Aufnahme
aufweist.
3. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme
als zylindrische Tülle (13) ausgeführt ist.
4. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Einfädelungshilfe eine Hülse (18) ist, die das Ende der vorderen Quetschung (12) umgibt,
und die in Richtung der Lichtaustrittsöffnung über das Ende dieser Quetschung (12)
übersteht, wobei der überstehende Teil sich konisch verjüngt (19) und mit der aus
dieser Quetschung (12) herausgeführten (vorderen) Stromzuführung (20) verbunden ist.
5. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromzuführung
der vorderen Quetschung zum Sockel der hinteren Quetschung zurückgeführt ist.
6. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromzuführung
der vorderen Quetschung mit einer elektrischen Zuleitung verbunden ist, die über die
Haltevorrichtung von der Entladungslampe weggeführt ist.
7. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 4 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Tülle (13) und die Hülse (18) aus Metall gefertigt sind und daß die vordere Stromzuführung
(20) mit der elektrischen Zuleitung über die Hülse (18) und die Tülle (13) verbunden
ist.
8. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Tülle
aus nichtleitendem Material gefertigt ist, und daß die elektrische Zuleitung über
eine Bohrung in der Tülle zu der vorderen Stromzuführung geführt ist.
9. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung
selbst die elektrische Zuleitung bildet, indem sie vollständig oder teilweise aus
Metall gefertigt ist.
10. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung
für die Tülle durch schmale Stege gebildet wird, die radial von der Tülle abstehen
und an der Reflektorinnenwand befestigt sind.
11. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung
(14) für die Tülle (13) durch eine Kalotte (15) gebildet wird, die das der Lichtaustrittsöffnung
zugewandte Ende der Tülle (13) aufnimmt und die mittels radial abstehender Stege (16)
an der Reflektorinnenwand befestigt ist.
12. Kfz-Scheinwerfer-Einheit nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung
eines paraboloidförmigen Reflektors (1) der Durchmesser der Kalotte (15) so bemessen
ist, daß die Kalotte (15) gleichzeitig die Funktion einer Strahlenblende erfüllt.