[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausbau von in die Abstichöffnung metallurgischer
Gefäße eingesetzten Lochsteinen.
[0002] Abstichöffnungen metallurgischer Gefäße, wie z.B. von Stahlgießpfannen, Konvertern
etc., sind häufig von Lochsteinen gebildet, die nach einer gewissen Betriebszeit durch
den Kontakt mit flüssigem Metall beim Ausgießen verschleißen und dann ersetzt werden
müssen.
[0003] Solche Lochsteine wirken oft mit Verschlußeinrichtungen, wie Stopfen bzw. Schiebern,
zusammen. Um die Funktion der Verschlußeinrichtungen wirksam aufrecht zu erhalten,
ist ein rechtzeitiger Austausch verschlissener Lochsteine von Bedeutung, wobei es
wesentlich ist, daß der Ersatz eines verschlissenen Lochsteines gegen einen intakten
Lochstein in einer kurzen Zeitspanne und, um Energieverluste zu vermeiden, am möglichst
heißen metallurgischen Gefäß durchführbar ist.
[0004] Es ist bekannt, zum Austausch der Lochsteine Preßlufthämmer sowie Spezialbohrmaschinen
einzusetzen. Diese Arbeit erfordert großes Geschick der Arbeitskräfte und ist mit
erheblichen Gefahren und Belastungen des eingesetzten Personales verbunden, da die
Abstichöffnungen metallurgischer Gefäße meist an von außen schwer zugänglichen Stellen
vorgesehen sind und das metallurgische Gefäß meist noch heiß ist. Die Arbeit mit Preßlufthämmern
und Bohrmaschinen kann zu Beschädigungen des Dauerfutters führen, so daß letzten Endes
nicht nur der Lochstein, sondern auch ein Teil des ihn umgebenden Dauerfutters repariert
werden muß.
[0005] Die Erfindung bezweckt die Vermeidung dieser Nachteile und Schwierigkeiten und stellt
sich die Aufgabe, eine Vorrichtung zum Ausbau von Lochsteinen zu schaffen, mit der
diese Arbeit präzise, ohne Beschädigungen des Dauerfutters des möglichst heißen Gefäßes
und mit einem minimalen Kraftaufwand möglich sowie von ungelernten, d.h. nicht eigens
eingeschulten Arbeitskräften durchführbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Vorrichtung ein an der
Außenseite des metallurgischen Gefäßes abstützbares Maschinengestell aufweist, in
dem eine sich in Achsrichtung des Lochsteines erstreckende und in dieser Achsrichtung
mittels eines Auszieh-Druckmittelzylinders längsverstellbare Auszieheinrichtung gelagert
ist, wobei an dem durch den Lochstein zum Inneren des metallurgischen Gefäßes führbaren
Ende der Auszieheinrichtung mindestens zwei Klemmklauen befestigt sind, die mittels
einer Spreizeinrichtung mit dem Lochstein in und außer Eingriff bringbar sind.
[0007] Aus der DE-A - 33 30 105 ist es bekannt, zum Ausbau eines Gasspülsteines ein Gestell
an der Außenseite des metallurgischen Gefäßes anzusetzen, in dem eine relativ zu diesem
axial verschiebliche Zugstange angeordnet ist, die mittels eines Kupplungsbolzens
an eine an den Gasspülstein anzuschweißende Rohrverlängerung kuppelbar ist. Die Zugstange
ist mittels einer Antriebseinrichtung in Achsrichtung zum Ausziehen des Gasspülsteines
bewegbar. Diese bekannte Vorrichtung ist jedoch zum Lockern und Ausbau von Lochsteinen
nicht geeignet.
[0008] Eine besonders einfache und kostengünstige Konstruktion ist erfindungsgemäß dadurch
gekennzeichnet, daß das Maschinengestell an der Abstichöffnung mittels des Auszieh-Druckmittelzylinders
abgestützt ist und die Auszieheinrichtung an dem Maschinengestell in unterschiedlichen
Längsstellungen befestigbar ist, wobei vorzugsweise die Auszieheinrichtung aus einer
Spann-Zugstange, einem koaxial zur Spann-Zugstange angeordneten Klemmklauen-Tragrohr
und einem koaxial äußeren und gegenüber dem Klemmklauen-Tragrohr längsverschieblichen
und drehbaren Stützrohr gebildet ist und wobei zur Befestigung der Auszieheinrichtung
am Maschinengestell das Maschinengestell mindestens ein Langloch aufweist, in das
wahlweise mindestens einer von in Längsrichtung des Stützrohres hintereinander angeordneten
und an diesem befestigten Zapfen einsetzbar ist.
[0009] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist das Maschinengestell von einer die Abstichöffnung
überragenden Brücke gebildet, die an einem Ende mittels einer Aufhängung am metallurgischen
Gefäß befestigt, vorzugsweise gelenkig befestigt ist und deren anderes Ende unter
Zwischenschaltung des Auszieh-Druckmittelzylinders am metallurgischen Gefäß abgestützt
ist, wobei zweckmäßig der Auszieh-Druckmittelzylinder mittels einer am Maschinengestell
befestigten Handpumpe betätigbar ist.
[0010] Vorzugsweise weist hierbei die Spreizeinrichtung ein Keilstück auf, das zwischen
Gleitflächen der Klemmklauen angeordnet ist und von der Spann-Zugstange betätigbar
ist, wobei die Spann-Zugstange am freien Ende der Auszieheinrichtung mittels einer
Spanneinrichtung, wie einer Spannmutter abstützbar ist.
[0011] Eine besonders einfach zu bedienende Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausziehstange mittels eines koaxial zu dieser angeordneten Ringkolbens eines doppelseitig
beaufschlagbaren Auszieh-Druckmittelzylinders bewegbar ist, wobei der Auszieh-Druckmittelzylinder
mit seiner Frontseite am metallurgischen Gefäß abstützbar ist und die Ausziehstange
den Ringkolben durchsetzt.
[0012] Vorzugsweise weist für diese Ausführungsform die Spreizeinrichtung ein Keilstück
auf, das zwischen Gleitflächen der Klemmklauen angeordnet ist und ist von einer die
Ausziehstange koaxial durchsetzenden Spannstange betätigbar, wobei die Spannstange
am freien Ende der Ausziehstange mittels einer Spanneinrichtung, wie einem doppelseitig
beaufschlagbaren Spann-Druckmittelzylinder, dessen Kolben mit der Spannstange und
dessen Zylinder mit der Ausziehstange verbunden ist, abgestützt ist.
[0013] Zur Vermeidung von Bedienungsfehlern sind vorteilhaft sowohl der Auszieh- als auch
der Spann-Druckmittelzylinder mittels eines einzigen Ventiles betätigbar, wobei der
Spann-Druckmittelzylinder ein kleineres Volumen aufweist als der Auszieh-Druckmittelzylinder
und die von dem Ventil zum Auszieh-Druckmittelzylinder vorgesehenen Druckmittelleitungen
mit Drosselventilen versehen sind.
[0014] Um die Vorrichtung einfach in Betrieb nehmen zu können, ohne an in der Halle vorgesehene
Druckmittelleitungen gbunden zu sein, ist zweckmäßig in dem Maschinengestell ein Hydraulikaggregat
mit einem elektrisch betriebenen Motor für die Druckmittelzylinder vorgesehen.
[0015] Um für unterschiedliche metallurgische Gefäße eingesetzt werden zu können, sind zweckmäßig
an den Klemmklauen Greifbacken lösbar befestigt, die gegen Greifbacken unterschiedlicher
Bauart austauschbar sind.
[0016] Die Erfindung ist nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert, wobei die Fig.
1 und 2 eine Vorrichtung nach einer ersten Ausführungsform in Verwendung bei einer
geschnitten dargestellten Konverterabstichöffnung zeigen. Fig. 3 ist eine Darstellung
eines entlang der Linie III- III der Fig. 2 geführten Schnittes. In den Fig. 4 bis
8 ist eine zweite Ausführungsform veranschaulicht, wobei Fig. 4 eine Draufsicht auf
die in die Abstichöffnung eingesetzte Vorrichtung und die Fig. 5 und 6 zugehörige
Schnittdarstellungen der Vorrichtung in unterschiedlichen Betriebsstellungen veranschaulichen.
Fig. 7 ist ein Detail der Fig. 5 in vergrößertem Maßstab, Fig. 8 gibt das Hydraulikschema
für die zweite Ausführungsform wieder.
[0017] Gemäß den Fig. 1 und 2 sind in einem Konverterabstich 1 mehrere koaxial angeordnete
Lochsteine 2, die als Wechselsteine ausgebildet sind, eingesetzt. Zum Ausbau dieser
Lochsteine 2 ist der Konverterabstich 1 mit seiner Achse 3 durch Kippen des Konverters
in eine etwa horizontale Lage zu bringen. Der Ausbau der Lochsteine 2 erfolgt von
der vor dem Konverterabstich 1 aufgestellten Arbeitsbühne 4. Die Lochsteine 2 sind
an einer Abstichbrille 5 des Konverterabstiches 1 mittels einer von Keilen 6 gebildeten
Steinsicherung gesichert.
[0018] Die Vorrichtung zum Ausbauen der Lochsteine 2 weist ein Maschinengestell 7 auf, welches
von einer die Abstichöffnung 8 überspannenden Brücke 9 gebildet ist. Die Brücke 9
ist einerseits mit einer Strebe 10 an der Abstichbrille 5 abgestützt und hängt mittels
eines Aufhängebügels 11, der die Abstichbrille 5 klammerartig übergreift, an dieser.
[0019] Am gegenüberliegenden Ende der Brücke 9 ist ein Auszieh-Druckmittelzylinder 12 gelenkig
befestigt, dessen Kolben 13 sich an der Abstichbrille 5 abstützt. Durch Betätigen
des Auszieh-Druckmittelzylinders 12, der vorzugsweise als hydraulischer Druckmittelzylinder
ausgebildet ist, kann die Brücke 9 von der Abstichöffnung 8 wegbewegt werden. Um eine
Schwenkbewegung der Brücke 9 zu ermöglichen, ist die Brücke mit dem Aufhängebügel
11 gelenkig verbunden.
[0020] Die Brücke 9 umfaßt, wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, zwei parallel liegende, die
Abstichöffnung 8 überspannende Träger 14, die jeweils im Bereich über der Abstichöffnung
8 mit einem Langloch 15 ausgestattet sind. Zwischen die Träger 14 ist eine Auszieheinrichtung
einsetzbar, die von einem Klemmklauen-Tragrohr 16, einem zu diesem koaxial äußeren
und gegenüber dem Klemmklauen-Tragrohr 16 axial verschiebbaren und verdrehbaren Stützrohr
17 sowie einer das Klemmklauen-Tragrohr 16 zentral durchsetzenden Zug-Spannstange
22 gebildet ist. An dem Stützrohr 17 sind außenseitig in Längsrichtung hintereinander
liegende und diametral zur Längsachse 18 der Auszieheinrichtung einander paarweise
gegenüberliegende Zapfen 19 angeordnet, wobei sämtliche Zapfen 19 in einer Ebene liegen.
[0021] Werden die Zapfen 19 mit ihren Längsachsen parallel zu den Längsachsen der Langlöcher
15 ausgerichtet, ist die Auszieheinrichtung zwischen den Trägern 14 der Brücke 9 in
Längsrichtung verschiebbar. Bei Drehung des Stützrohres 17 um 90° gelangen zwei einander
gegenüberliegende Zapfen 19 mit den Langlöchern 15 in Eingriff und das Stützrohr 17
ist in Längsrichtung gegenüber der Brücke 9 fixiert.
[0022] Am vorderen Ende des Klemmklauen-Tragrohres 16 sind mindestens zwei sich vertikal
öffnende Klemmklauen 20 gelenkig befestigt, die an ihrer Außenseite mit den Ausziehsteinen
in Kontakt gelangende austauschbare Greifbacken 21 aufweisen. Zur Spreizung der Klemmklauen
20 dient ein Keilstück 23, das an dem vorderen Ende der Spann-Zugstange 22 befestigt
ist und an an den Klemmklauen 20 vorgesehenen Gleitflächen 23ʹ anliegt. Am hinteren,
aus dem Klemmklauen-Tragrohr 16 herausragenden Ende weist die Spann-Zugstange 22 ein
Gewinde auf, auf dem eine gegen das hintere Ende des Klemmklauen-Tragrohres 16 sowie
des Stützrohres 17 abstützbare Spannmutter 24 aufgeschraubt ist. Zur Betätigung der
Spannmutter 24 ist diese mit Handgriffen 25 versehen.
[0023] An der Brücke ist eine mit dem Auszieh-Druckmittelzylinder 12 gekoppelte hydraulische
Handpumpe 26 befestigt, deren Betätigungshebel mit 27 bezeichnet ist.
[0024] Die Funktion der Einrichtung ist folgende:
[0025] Nach Kippen des Konverters in eine Lage, in der die Achse 3 des Konverterabstiches
1 etwa horizontal zu liegen kommt, werden die Steinsicherungen 6 entfernt. Danach
wird die Auszieheinrichtung in die Abstichöffnung 8 eingeführt, bis die Greifbacken
21 der Klemmklauen 20 in vertikal zu öffnender Stellung bei der ersten Steinfuge zu
liegen kommen. Danach werden mittels der Spannmutter 24 die Klemmklauen 20 so weit
gespreizt, bis die Greifbacken 21 in die erste Steinfuge eingreifen. Die Zapfen 19
des Stützrohres 17 liegen, wie in Fig. 1 dargestellt, mit ihren Achsen in einer vertikalen
Ebene.
[0026] Anschließend wird die Brücke 9 über die Auszieheinrichtung geschoben und mit dem
Aufhängebügel 11 an der Abstichbrille 5 eingehängt. Der Kolben 13 des Auszieh-Druckmittelzylinders
12 ist in eingezogener und das Stützrohr 17 in hinterster Position, in der es sich
möglichst nahe bei der Spannmutter 24 befindet. Durch Drehen des Stützrohres 17 um
90° gelangen zwei der Zapfen 19 mit den Langlöchern 15 in Eingriff. Danach wird sicherheitshalber
die Spannmutter 24 zum Nachspannen der Klemmklauen 20 nochmals betätigt.
[0027] Anschließend wird durch Pumpen mittels der Handpumpe 26 bei geschlossener Stellung
ihrer Öldruckentlastungsschraube der Kolben 13 des Auszieh-Druckmittelzylinders 12
ausgefahren, wodurch die Brücke 9 die Spann-Zugstange 22 über das Stützrohr 17 und
die Spannmutter 24 und mit ihr die Klemmklauen 20 sowie das Klemmklauen-Tragrohr 16
in Achsrichtung aus der Abstichöffnung 8 herausbewegt und der erste Lochstein 2 gelockert
wird.
[0028] Durch Öffnen der Öldruckentlastungsschraube an der Hydraulikpumpe 26 gelangt die
Brücke 9 wieder in ihre Ausgangsposition und kann nach Drehen des Stützrohres 17 um
90° in die in Fig. 1 dargestellte Position von der Abstichbrille 5 abgehoben werden,
worauf der erste Lochstein 2 mittels der Auszieheinrichtung entnommen werden kann.
Das Ausbauen der weiteren Lochsteine 2 geschieht in analoger Weise.
[0029] Gemäß der in den Fig. 4 bis 8 dargestellten Ausführungsform weist die Vorrichtung
eine sich an einer Schiebergrundplatte 28 eines (bereits demontierten) Schieberverschlusses
einer Pfanne abstützende Frontplatte 29 auf, an der der Auszieh-Druckmittelzylinder
30, der in diesem Fall als doppelt wirkender Hydraulikzylinder mit einem Ringkolben
31 ausgebildet ist, angeordnet ist. Die Ausziehstange 32 ist am Ringkolben, den sie
zentral durchsetzt, befestigt und durchsetzt weiters den Zylinderboden des Auszieh-Druckmittelzylinders
30. An ihrem hinteren Ende ist ein Spann-Druckmittelzylinder 33, der ebenfalls als
doppelt wirkender Hydraulikzylinder ausgebildet ist, angeordnet, dessen Kolben 34
mit der das Keilstück 35 zum Spreizen der Klemmklauen 36 aufweisenden Spannstange
37 verbunden ist. Der Zylinder 38 des Spann-Druckmittelzylinders 33 ist am Ende der
Ausziehstange 32 befestigt. Die Spannstange 37 durchsetzt die Ausziehstange 32 koaxial.
[0030] An den Auszieh-Druckmittelzylinder 30 schließt eine als zylindrisches Rohr ausgebildete
und so den Spann-Druckmittelzylinder 33 aufnehmende und schützende Konsole 39 an,
an deren hinterem Ende ein Hydraulikaggregat 40 befestigt ist, das einen elektrisch
betriebenen Motor 41, eine Hydraulikpumpe 42, einen Tank 43 und ein Steuerventil 44
aufweist. Von dem Tank 43 bzw. dem Steuerventil 44 des Hydraulikaggregates 40 führen
Druckmittelleitungen 45, 46 einerseits zum Auszieh-Druckmittelzylinder 30 und andererseits
zum Spann-Druckmittelzylinder 33.
[0031] Zum manuellen Führen der an einem Krangehänge über Aufhängeösen 47, deren Verbindungsachse
etwa durch den Schwerpunkt der Vorrichtung geht, hängenden Vorrichtung dient eine
am hinteren Ende angeordnete Balancierstange 48 mit beiderseits vorragenden Handgriffstücken
49. Von diesen Handgriffstücken 49 aus kann der Bedienungsmann Druckknöpfe 49ʹ für
die Steuerung der Vorrichtung bedienen sowie die etwa im Schwerpunkt aufgehängte Vorrichtung
in horizontaler und vertikaler Richtung balancieren.
[0032] In den zum Auszieh-Druckmittelzylinder 30 führenden Druckmittelleitungen 45, 46 sind
Drosselventile 50 vorgesehen, so daß bei Verschieben des Steuerventiles 44 in Position
A zunächst Druckmittel in den Spann-Druckmittelzylinder 33 und erst verzögert in
den Auszieh-Druckmittelzylinder 30 gelangt. Beim Lösen der Klemmklauen 36 vom Lochstein
2, zu welchem Zweck das Ventil in die Position B verschoben wird, wird ebenfalls infolge
der Verzögerung durch die Drosselventile 50 zunächst der Spann-Druckmittelzylinder
33 beaufschlagt und erst danach der Auszieh-Druckmittelzylinder 30.
[0033] Die Klemmmklauen 36 sind auch bei dieser Ausführungsform aus zwei gelenkig gelagerten
Hälften, die zueinander eine Öffnungs- und Schließbewegung ähnlich einer Zange zulassen,
gebildet. Durch Verschieben des Keilstückes 35, das auch kugelförmig gestaltet sein
kann, entlang der gegeneinander geneigten Gleitflächen 35ʹ der Klemmklauen 36 wird
das Auseinanderspreizen der Klemmklauen 36 nach dem "Ziehkeilprinzip" bewirkt. An
den Klemmklauen 36 sind Greifbacken 51 befestigt, vorzugsweise angeschraubt, an deren
Oberfläche Sägezähne mit Riefen vorgesehen sind.
[0034] Durch Spannen der Klemmklauen 36 kann, wie in Fig. 6 dargestellt, eine formschlüssige
Verbindung mit dem Lochstein 2 hergestellt werden. Bei einem starken Verschleiß des
Lochsteines 2, wenn dieser z.B. nicht mehr eine Kante an seinem Ende aufweist, kann
mittels der Klemmklauen 36 eine kraftschlüssige Verbindung zu dem Lochstein 2 hergestellt
werden. Die Greifbacken 51 sind zweckmäßig austauschbar, um den Einsatzbereich der
Vorrichtung an verschiedene Lochsteindurchmesser anzupassen. Beim Entspannen werden
die Klemmklauen 36 durch eine Rückholfeder 52 wiederum in die Ausgangslage gegeneinander
gezogen, wodurch der Lochstein 2 von der Ausziehstange 32 entfernt werden kann.
[0035] Die Funktion der Einrichtung ist folgende:
[0036] Die Vorrichtung wird an ihren Aufhängeösen 47 an einem Hebezeug aufgehängt und mittels
der Balancierstange 48 in Position gebracht. Für die Energiezufuhr reicht ein Elektroanschluß
für den Elektromotor 41. Der Bedienungsmann führt die Ausziehstange 32 in den Lochstein
2 ein, nachdem er eventuell vorher die Klemmklauen 36 mittels der Greifbacken 51 an
den Lochsteindurchmesser angepaßt hat. Vor dem Einführen ist die Hydraulik einzuschalten
und das Steuerventil 44 in Stellung B zu schieben, damit der Spann-Druckmittelzylinder
33 entspannt ist und der Kolben 31 des Auszieh-Druckmittelzylindrs 30 in die vordere
Endstellung fährt.
[0037] Sobald die Vorrichtung, wie in Fig. 4 dargestellt, eingeführt ist und die Frontplatte
29 des Auszieh- Druckmittelzylinders 30 an der Schiebergrundplatte 28 aufsitzt, wird
das Ventil auf Spannen und Ausziehen (Position A) umgesteuert. Ist der Lochstein 2
losgebrochen, kann nach Erreichen der hinteren Endstellung des Ringkolbens 31 des
Auszieh-Druckmittelzylinders 30 die Vorrichtung von der Abstichöffnung entfernt werden,
wonach nach Entspannen der Spreizeinrichtung der verschlissene Lochstein 2 von den
Klemmklauen 36 entfernt werden kann.
[0038] Weist das Abstichloch mehrere hintereinander liegende Lochsteine auf, ist eine Vorrichtung
mit einem längeren Ausziehhub zu verwenden oder die Ausziehstange 32 mit aufschraubbaren
Zwischenstücken anzupassen.
[0039] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele,
sondern kann in verschiedener Hinsicht modifiziert werden. Beispielsweise ist es möglich,
die Spreizvorrichtung über ein Hebelsystem, wie ein Kniehebelsystem, zu betätigen.
Die Vorrichtung kann weiters auf einem auf Arbeitsbühnen fahrbaren Manipulator montiert
sein.
1. Vorrichtung zum Ausbau von in die Abstichöffnung (8) metallurgischer Gefäße eingesetzten
Lochsteinen (2), dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung ein an der Außenseite
des metallurgischen Gefäßes abstützbares Maschinengestell (7; 29, 39) aufweist, in
dem eine sich in Achsrichtung des Lochsteines (2) erstreckende und in dieser Achsrichtung
mittels eines Auszieh-Druckmittelzylinders (12; 30) längsverstellbare Auszieheinrichtung
(16, 17, 22; 32) gelagert ist, wobei an dem durch den Lochstein (2) zum Inneren des
metallurgischen Gefäßes führbaren Ende der Auszieheinrichtung (16; 32) mindestens
zwei Klemmklauen (20; 36) befestigt sind, die mittels einer Spreizeinrichtung (23,
24; 33, 35) mit dem Lochstein (2) in und außer Eingriff bringbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Maschinengestell (7)
an der Abstichöffnung (8) mittels des Auszieh-Druckmittelzylinders (12) abgestützt
ist und die Auszieheinrichtung (16, 17, 22) an dem Maschinengestell (7) in unterschiedlichen
Längsstellungen befestigbar ist (Fig. 1 bis 3).
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Auszieheinrichtung
aus einer Spann-Zugstange (22), einem koaxial zur Spann-Zugstange angeordneten Klemmklauen-Tragrohr
(16) und einem koaxial äußeren und gegenüber dem Klemmklauen-Tragrohr längsverschieblichen
und drehbaren Stützrohr (17) gebildet ist, wobei zur Befestigung der Auszieheinrichtung
(16, 17, 22) am Maschinengestell (7) das Maschinengestell mindestens ein Langloch
(15) aufweist, in das wahlweise mindestens einer von in Längsrichtung des Stützrohres
(17) hintereinander angeordneten und an diesem befestigten Zapfen (19) einsetzbar
ist (Fig. 1 bis 3).
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Maschinengestell
(7) von einer die Abstichöffnung überragenden Brücke (9) gebildet ist, die an einem
Ende mittels einer Aufhängung (11) am metallurgischen Gefäß befestigt, vorzugsweise
gelenkig befestigt ist und deren anderes Ende unter Zwischenschaltung des Auszieh-Druckmittelzylinders
(12) am metallurgischen Gefäß abgestützt ist (Fig. 1 bis 3).
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Auszieh-Druckmittelzylinder (12) mittels einer am Maschinengestell (7) befestigten
Handpumpe (26) betätigbar ist (Fig. 1 bis 3).
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spreizeinrichtung ein Keilstück (23) aufweist, das zwischen Gleitflächen (23ʹ)
der Klemmklauen (20) angeordnet ist und von der Spann-Zugstange (22) betätigbar ist,
wobei die Spann-Zugstange (22) am freien Ende der Auszieheinrichtung (16, 17, 22)
mittels einer Spanneinrichtung, wie einer Spannmutter (24) abstützbar ist (Fig. 1
bis 3).
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausziehstange (32)
mittels eines koaxial zu dieser angeordneten Ringkolbens (31) eines doppelseitig beaufschlagbaren
Auszieh-Druckmittelzylinders (30) bewegbar ist, wobei der Auszieh-Druckmittelzylinder
mit seiner Frontseite am metallurgischen Gefäß abstützbar ist und die Ausziehstange
(32) den Ringkolben durchsetzt (Fig. 4 bis 8).
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Spreizeinrichtung
ein Keilstück (35) aufweist, das zwischen Gleitflächen (35ʹ) der Klemmklauen (36)
angeordnet ist und von einer die Ausziehstange (32) koaxial durchsetzenden Spannstange
(37) betätigbar ist, wobei die Spannstange am freien Ende der Ausziehstange (32) mittels
einer Spanneinrichtung, wie einem doppelseitig beaufschlagbaren Spann-Druckmittelzylinder
(33), dessen Kolben (34) mit der Spannstange (37) und dessen Zylinder (38) mit der
Ausziehstange (32) verbunden ist, abgestützt ist (Fig. 4 bis 8).
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl der Auszieh- (30)
als auch der Spann-Druckmittelzylinder (33) mittels eines einzigen Ventiles (44)
betätigbar sind, wobei der Spann-Druckmittelzylinder (33) ein kleineres Volumen aufweist
als der Auszieh-Druckmittelzylinder (30) und die von dem Ventil (44) zum Auszieh-Druckmittelzylinder
(30) vorgesehenen Druckmittelleitungen (45, 46) mit Drosselventilen (50) versehen
sind (Fig. 4 bis 8).
10.Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Maschinengestell (29, 39) ein Hydraulikaggregat (40) mit einem elektrisch
betriebenen Motor (41) für die Druckmittelzylinder (30, 33) vorgesehen ist (Fig. 4
bis 8).
11.Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß an den Klemmklauen (20; 36) Greifbacken (21; 51) lösbar befestigt sind, die gegen
Greifbacken (21; 51) unterschiedlicher Bauart austauschbar sind.