[0001] Die Erfindung betrifft eine Gießvorrichtung für Metalle mit einem kontinuierlich
umlaufenden Tragelement, an dem in Umlaufrichtung aufeinanderfolgend eine Vielzahl
paarweise gegeneinander beweglicher, miteinander jeweils Kokillenraumabschnitte darstellende
Kokillenteile mitführbar ist, und mit Verstellelementen, mittels der der Kokillenraum
- welcher auf einem Teilstück des Tragelement-Umlaufweges jeweils von einem Teil der
dabei auch in Umlaufrichtung aneinander anliegenden Kokillenteil-Paare gebildet ist
- im Bereich der Metallzuführung geschlossen und - in Umlaufrichtung gesehen - in
einem vorgegebenen Abstand dazu geöffnet werden kann.
[0002] Hohe Gießgeschwindigkeiten (bis zu 10 m/min) lassen sich mit Gießvorrichtungen erzielen,
die vor allem als Doppelbandgießmaschine oder als Gießrad ausgebildet sind.
Die Doppelbandgießmaschine weist einen geradlinigen Kokillenraum auf, aus dem das
Gießerzeugnis ohne ungünstige Verformung austreten kann und dessen Länge die Maschinenbauhöhe
nicht oder allenfalls unwesentlich beeinflußt. Der Nachteil dieser bekannten Gießvorrichtung
besteht darin, daß sie technisch aufwendig ist und sich unter Umständen in den Fällen
nicht wirtschaftlich einsetzen läßt, in denen verhältnismäßig geringe Gießleistungen
gefordert sind.
Gießvorrichtungen in Form von Gießrädern sind demgegenüber verhältnismäßig einfach
aufgebaut, weisen jedoch insbesondere den Nachteil auf, daß die durch die metallurgischen
Verhältnisse vorgegebene Länge des Kokillenraums einen großen Raddurchmesser mit entsprechender
Maschinenbauhöhe zur Folge hat. Bedingt durch die Krümmung des Kokillenraums unterliegt
der Strang einer ungünstigen Biegebeanspruchung. Darüber hinaus läßt sich eine ungleichmäßige
Kühlung des sich bildenden Strangs an dessen Ober- und Unterseite nicht vermeiden.
[0003] Aus der DE-A1-33 21 941 ist eine Gießvorrichtung der eingangs erwähnten Gattung in
Form eines Gießrades bekannt, dessen Kokillenraum einerseits von dem Radkranz und
andererseits von schwenkbar gehaltenen Kokillenhälften begrenzt ist. Diese lassen
sich mittels Zylindern in eine Schließstellung bringen, in welcher sie den Kokillenraum
nach außen abdichten, oder durch Wegschwenken vom Radkranz in eine Öffnungsstellung
verfahren, welche den Abtransport des Strangs aus dem Bereich des Gießrades ermöglicht.
Die beiden Berührungsflächen, über welche sich die Kokillenteil-Paare der hier angesprochenen
Ausführungsform aneinander abstützen, verlaufen senkrecht zueinander; der Querschnitt
des Kokillenraums läßt sich daher nicht an die bei der Erstarrung des flüssigen Metalls
vor sich gehenden Schrumpfungsvorgänge anpassen.
[0004] Die DE-C3-21 09 254 beschreibt eine Gießvorrichtung mit einer Raupenkokille, die
von zwei im Kokillenraumbereich zusammenwirkenden, umlaufenden Raupenketten gebildet
ist. Auch diese bekannte Gießvorrichtung läßt keine Anpassung des Kokillenraumquerschnitts
an die bereits erwähnten Schrumpfungsvorgänge zu.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Gießvorrichtung mit vertretbarem technischem
Aufwand in der Weise auszugestalten, daß sie einen geradlinigen Kokillenraum aufweist;
dieser soll in der Weise ausgestaltet sein, daß sich die erstarrungsbedingten Schrumpfungsvorgänge
zumindest teilweise ausgleichen lassen.
[0006] Die gestellte Aufgabe wird durch eine Gießvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Der Grundgedanke der Erfindung besteht danach in der Verwendung einer über
Kettenräder ovalförmig verlaufenden Endloskette mit gegeneinander beweglichen Kokillenteil-Paaren,
die über geeignet ausgerichtete Stützrollen zumindest im Kokillenraumbereich geführt
sind und miteinander zeitweilig jeweils einen Kokillenraumabschnitt bilden. Durch
Zusammenwirken mehrerer in Umlaufrichtung aufeinanderfolgender Kokillenteil-Paare
entsteht in einem Bereich, in dem die Endloskette geradlinig verläuft, ein ununterbrochener
Kokillenraum; dessen Länge ist festgelegt durch die Anzahl Kokillenteil-Paare, deren
Kokillenteile (zwischen dem Metallzuführungsbereich und dem Kokillenraumende) die
Schließstellung einnehmen. Eine Veränderung des Kokillenraum-Querschnitts zur Anpassung
an Schrumpfungsvorgänge wird dabei dadurch ermöglicht, daß sämtliche Berührungsflächen,
über welche die Kokillenteile jedes Kokillenteil-Paares aneinander abstützbar sind,
bezüglich einer Bezugsebene (bei einer waagerechten Anordnung des Kokillenraums beispielsweise
bezüglich einer Horizontal-Ebene durch die Kokillenraum-Längsachse) denselben Neigungswinkel
aufweisen und sich wechselweise in der Schließstellung überlappen; der übereinstimmende
Neigungswinkel kann dabei insbesondere auch 0° betragen.
[0007] Die Neigung des sich zwischen den Kettenrädern erstreckenden Kokillenraums kann beliebig
sein, d.h. er kann waagerecht, geneigt oder auch senkrecht angeordnet sein. Wesentlich
im Hinblick auf den gewünschten Schrumpfungsausgleich ist eine derartige Ausbildung
und Zuordnung der jeweils paarweise zusammenwirkenden Kokillenteile, daß diese - in
der Schließstellung dicht aneinander anliegend - senkrecht zur Kokillenraumlängsachse
(und damit zur Umlaufrichtung im Bereich des Kokillenraums) gegeneinander verschoben
werden können. Vorzugsweise sind die Berührungsflächen zwischen den Kokillenteilen
jedes Kokillenteil-Paares in der Weise ausgerichtet, daß eine Verschiebung quer zur
Kokillenraumlängsachse keine Veränderung der Höhenabmessung der Kokillenteil-Paare
nach sich zieht. Falls also beispielsweise die Gießvorrichtung einen im Querschnitt
rechteckförmigen Kokillenraum aufweist, verlaufen die Berührungsflächen der zusammenwirkenden
Kokillenteile parallel zu dessen Ober- bzw. Unterwand. Jedes Kokillenteil trägt dementsprechend
einen Kokillenwandabschnitt, der - senkrecht zur Kokillenraumlängsachse gesehen -
winkelförmig ausgebildet ist (Anspruch 2). Falls also beispielsweise ein Kokillenteil
die Unterwand und linke Seitenwand des betreffenden Kokillenraumabschnitts bildet,
umfaßt das zugehörige zweite Kokillenteil einen Abschnitt der Oberwand und rechten
Seitenwand des Kokillenraums.
[0008] Um sicherzustellen, daß die Endloskette über die Länge des Kokillenraums eine möglichst
gleichbleibende, wiederholbare Lage einnimmt, ist die Endloskette mit Wälzlagern ausgerüstet,
die sich zumindest im Kokillenraumbereich auf einer Führungsbahn abstützen (Anspruch
3). Vorzugsweise ist die Verbindung zwischen den Kokillenteil-Paaren und der Endloskette
in der Weise ausgestaltet, daß jedem Kokillenteil-Paar an der Endloskette zwei in
Umlaufrichtung aufeinanderfolgende Wälzlager-Paare zugeordnet sind (Anspruch 4); zwei
benachbarte Kokillenteil-Paare weisen also an der Endloskette jeweils ein gemeinsames
Wälzlager-Paar auf.
[0009] Der Erfindungsgegenstand ist weiterhin dadurch gekennzeichnet, daß jeweils das Kokillenteil
jedes Kokillenteil-Paares, welches den bezüglich der Endloskette außenliegenden Kokillenwandabschnitt
trägt, bezüglich der Endloskette beweglich ist (Anspruch 5); falls also der Kokillenraum
oberhalb der Endloskette liegend waagerecht oder in Umlaufrichtung mit leichter Neigung
verläuft, ist jeweils das oben liegende Kokillenteil bezüglich der Endloskette beweglich
gehalten, während das untere Kokillenteil bezüglich dieser einen stationären Bestandteil
darstellt.
Zur Lagesicherung zumindest im Bereich des Kokillenraums ist das bezüglich der Endloskette
bewegliche Kokillenteil jedes Kokillenteil-Paares jeweils mit zwei Stützrollen ausgestattet
(Anspruch 6). Erforderlichenfalls kann auch das bezüglich der Endloskette stationäre
Kokillenteil mit einer Stützrolle ausgestattet sein, die einer der Stützrollen des
beweglichen Kokillenteils bezüglich des Kokillenraums gegenüberliegt (Anspruch 8).
[0010] Die zum Freisetzen des Strangs erforderliche Beweglichkeit jeweils eines Kokillenteils
läßt sich mittels einer Geradführung verwirklichen, an der das bewegliche Kokillenteil
bezüglich des stationären Kokillenteils quer zur Kokillenraumlängsachse verschiebbar
gehalten ist (Anspruch 8); bei einer besonders einfachen Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
besteht die Geradführung jeweils aus einer an der Endloskette gehaltenen Führungsstange,
an der entlang das bewegliche Kokillenteil in die Schließstellung bzw. in eine Öffnungsstellung
verfahren werden kann. Eine derartige Geradführung weist den Vorteil auf, daß die
zusammenwirkenden Kokillenteile auch in der Schließstellung geradlinig gegeneinander
bewegt werden können, um den bereits erwähnten Schrumpfungsausgleich zu ermöglichen.
Jedes Kokillenteil-Paar kann jedoch auch mit einer Drehverbindung ausgestattet sein,
über welche das bewegliche Kokillenteil bezüglich des stationären Kokillenteils schwenkbar
gehalten ist (Anspruch 9). Die Drehverbindung sollte dabei ein Spiel aufweisen, welches
eine der Metallschrumpfung entsprechende Ausgleichsbewegung der aneinander anliegenden
Kokillenteile mit gegenseitiger Annäherung zweier sich gegenüberliegender Kokillenwandabschnitte
zuläßt (Anspruch 10); eine derartige Drehverbindung läßt sich beispielsweise dadurch
verwirklichen, daß die zugehörige Drehachse auch in Querrichtung in ausreichendem
Umfang verschiebbar gelagert ist.
Falls die Kokillenteil-Paare mit einer Drehverbindung ausgestattet sind, kann der
Öffnungshub am Kokillenraumende durch ein Federelement bewirkt werden, über welches
das bewegliche Kokillenteil in die Öffnungsstellung schwenkbar ist (Anspruch 11).
Vorzugsweise liegt jedes bewegliche Kokillenteil über eine seiner Stützrollen wechselweise
an einer Schließführung und einer Öffnungsführung an, die einen eine Schließ- oder
Öffnungsbewegung verursachenden Verstellabschnitt aufweist (Anspruch 12); zumindest
die Schließführung, zweckmäßigerweise jedoch auch die Öffnungsführung, ist im Anschluß
an ihren Verstellabschnitt so ausgebildet, daß das bewegliche Kokillenteil über die
Länge des Kokillenraums bzw. bis zur Annäherung an den Verstellabschnitt der Schließführung
vor dem Kokillenraum in der Schließstellung bzw. Öffnungsstellung verbleibt.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung im einzelnen erläutert, in welcher
stark schematisiert mehrere Ausführungsbeispiele dargestellt sind. Es zeigen:
Fig. 1 eine Teilseitenansicht einer erfindungsgemäßen Gießvorrichtung im Bereich der
Metallzuführung und des vorderen, angetriebenen Kettenrades,
Fig. 2 eine Teilseitenansicht der Gießvorrichtung nach Fig. 1 im Bereich des Kokillenraumendes
und des hinteren Kettenrades,
Fig. 3 eine Teildraufsicht auf die erfindungsgemäße Gießvorrichtung im Bereich der
Metallzuführung,
Fig. 4 eine Teildraufsicht auf die erfindungsgemäße Gießvorrichtung im Bereich des
Kokillenraumendes,
Fig. 5 einen Teilschnitt nach Linie V - V durch ein in der Schließstellung befindliches
Kokillenteil-Paar, dessen bewegliches Kokillenteil über eine Drehverbindung gehalten
ist,
Fig. 6 einen Teilschnitt durch das Kokillenteil-Paar nach Fig. 5 in der Öffnungsstellung,
Fig. 7 einen Teilschnitt durch ein die Schließstellung einnehmendes Kokillenteil-Paar
mit einer Drehverbindung nach Fig. 5 und einer Öffnungsfeder,
Fig. 8 einen Teilschnitt durch ein die Schließstellung einnehmendes Kokillenteil-Paar
mit einer das bewegliche Kokillenteil abstützenden Geradführung und
Fig. 9 einen Teilschnitt durch die Ausführungsform nach Fig. 8 in der Öffnungsstellung.
[0012] Die erfindungsgemäße Gießvorrichtung weist zwei an einem Rahmen 1 gelagerte Kettenräder
2 und 3 mit einer ortsfesten Drehachse 2a bzw. 3a auf, an denen sich in Richtung des
Pfeiles 4 umlaufend eine Endloskette 5 abstützt. Diese trägt auf ihrer nach außen
gerichteten Seite in Umlaufrichtung aufeinanderfolgend eine Vielzahl von Kokillenteil-Paaren
6, deren gegeneinander bewegliche Bestandteile (vgl. dazu beispielsweise Fig. 5 und
6) miteinander einen Kokillenraumabschnitt mit der Länge a begrenzen können. Bei der
dargestellten Ausführungsform verläuft der Kokillenraum 7 mit der waagerechten Kokillenraumlängsachse
7a (vgl. dazu beispielsweise Fig. 5) oberhalb der Endloskette; seine Länge ist geringfügig
kleiner als der gegenseitige Abstand der Drehachsen 2a und 3a der Kettenräder 2, 3.
Das zu verarbeitende Metall wird dem Kokillenraum oberhalb des vorderen Kettenrades
2 in flüssigem Zustand durch eine nicht dargestellte Gießrinne oder geschlossene Gießdüse
aus Feuerfestkeramik zugeführt, erstarrt im Bereich des Kokillenraums unter Bildung
einer Strangschale mit in Umlaufrichtung (Pfeil 4) zunehmender Strangschale und verläßt
den Kokillenraum im Bereich oberhalb des hinteren Kettenrades 3 als teilweise verfestigter
Strang 8 in Richtung des Pfeiles 9 (vgl. Fig. 2).
Die Länge des Kokillenraums - und dementsprechend die Anzahl der bei seiner Bildung
zusammenwirkenden, zumindest im Kokillenraumbereich gekühlten Kokillenteil-Paare 6
- ist so bemessen, daß der Strang 8 am Kokillenraumende 7b bereits eine ausreichend
tragfähige Strangschale aufweist.
[0013] Das vordere Kettenrad 2 stützt sich über Lager 10 am Rahmen 1 ab und steht über eine
Kupplung 11 mit einem nicht dargestellten Antriebsmotor in Verbindung; das hintere
Kettenrad 3 ist über Lager 12 am Rahmen 1 gehalten.
Die oberhalb der Kettenräder 2, 3 im Kokillenraumbereich zusammenwirkenden Kokillenteil-Paare
6 liegen über ihre einander zugewandten, in Umlaufrichtung angeordneten Stirnflächen
13 aneinander an, bilden also in dem Bereich, in dem die Endloskette 5 geradlinig
verläuft, einen ununterbrochenen Kokillenraum ausreichender Länge.
[0014] Die Endloskette 5 setzt sich aus paarweise zusammenwirkenden Winkelstegen 14 zusammen,
die sich an Kettenbolzen 15 abstützen und an denen jeweils ein Kokillenteil-Paar 6
(vgl. dazu beispielsweise Fig. 5) befestigt ist. Jeder Kettenbolzen ist seitlich mit
zwei Wälzlagern 16 ausgestattet, über welche sich die Endloskette im Kokillenraumbereich
auf einer geradlinigen Führungsbahn abstützt; diese besteht aus zwei am Rahmen 1 befestigten
Kettenschienen 17.
Wie insbesondere die Fig. 1 erkennen läßt, stützen sich die Winkelstege 14 jedes Kokillenteil-Paares
6 jeweils an zwei Kettenbolzen 15 ab, also nicht nur an dem Kettenbolzen unterhalb
des betreffenden Kokillenteil-Paares, sondern auch an dem in Umlaufrichtung (Pfeil
4) vorausgehenden Kettenbolzen. Die Kettenschienen 17 stellen sicher, daß die in ihrem
Bereich befindlichen Kokillenteil-Paare sich lediglich geradlinig bewegen können.
[0015] Jedes Kokillenteil-Paar 6 weist zwei gegeneinander bewegliche, Konsolen bildende
Kokillenteile 6a und 6b auf, an denen jeweils ein abgewinkelter Kokillenwandabschnitt
6c bzw. 6d - bestehend aus einer warmfesten Kupferlegierung - über eine Klemmbacke
18 beispielsweise mittels Klemmschrauben lösbar gehalten ist (vgl. beispielsweise
Fig. 5). Die Berührungsflächen 6e und 6f, über welche sich die Kokillenwandabschnitte
6c und 6d aneinander abstützen können, sind bezüglich einer gemeinsamen Bezugsebene
- beispielsweise bezüglich der in Fig. 5 angedeuteten Horizontalebene 7c durch die
Kokillenraumlängsachse 7a - unter demselben Neigungswinkel ausgerichtet; dieser beträgt
bei den dargestellten Ausführungsbeispielen 0°.
Die gleichwinklige Ausrichtung der Berührungsflächen 6e und 6f gestattet es, die dicht
aneinander anliegenden Kokillenwandabschnitte 6c und 6d seitlich gegeneinander zu
verschieben und damit unter dem Gesichtspunkt des Schrumpfungsausgleichs die Breite
des Kokillenraums 7 zu verändern.
Die Kokillenteil-Paare sind in Normalfall im Kokillenraumbereich luftgekühlt, das
heißt ihre Kokillenwandabschnitte 6c, 6d weisen keine Wärmeisolierung auf. Zur Absenkung
der Temperatur in den Kokillenteil-Paaren ist die Gießvorrichtung - vorzugsweise außerhalb
des Kokillenraumbereichs zwischen den Kettenrädern - mit einer Kühleinheit ausgestattet.
Über diese wird den vorbeilaufenden Kokillenteil-Paaren ein gasförmiges oder flüssiges
Kühlmittel zugeführt.
[0016] Bei den in Fig. 5 bis 7 dargestellten Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes
sind die Kokillenteile 6a, 6b jedes Kokillenteil-Paares 6 (vgl. dazu Fig. 1) über
eine Drehverbindung 19 mit einem Gelenkbolzen 19a beweglich aneinander befestigt,
der über zwei Halteplatten 19b und über ein dazwischenliegendes Gegenlager 19c unbeweglich
mit dem Kokillenteil 6b bzw. beweglich mit dem Kokillenteil 6a in Verbindung steht.
Das Gegenlager 19c stützt sich mit einem Spiel s an dem Gelenkbolzen 19a ab, so daß
die paarweise zusammenwirkenden Kokillenteile und die zugehörigen Kokillenwandabschnitte
6c, 6d auch in der in Fig. 5 dargestellten Schließstellung seitlich gegeneinander
verschoben werden können.
[0017] Jedes bewegliche Kokillenteil 6b ist dabei mit einer oberen Stützrolle 20 sowie einer
dazu senkrecht angeordneten seitlichen Stützrolle 21 und jedes bezüglich der Endloskette
5 stationäre Kokillenteil 6a mit einer seitlichen Stützrolle 22 ausgerüstet; letztere
liegt der Stützrolle 21 bezüglich des Kokillenraums 7 gegenüber.
Die erwähnten seitlichen Stützrollen wälzen sich jeweils an einem Führungslineal 23
bzw. 24 ab, welches gelenkig an einem Verstellbolzen 25 bzw. 26 gehalten ist und auf
einer am Rahmen 1 befestigten Haltefläche 27 bzw. 28 ruht.
[0018] Die den Kokillenraum 7 bildenden Kokillenteil-Paare werden dadurch in der Schließstellung
gehalten (in welcher die Kokillenwandabschnitte 6c und 6d über ihre Berührungsflächen
6e und 6f aneinander anliegen), daß die obere Stützrolle 20 sich von unten an einer
bezüglich des Rahmens 1 ortsfesten Schließführung 29 abstützt; deren Länge stimmt
in etwa mit der Länge des Kokillenraums überein, d.h. sie ist geringfügig kürzer als
der bereits erwähnte gegenseitige Abstand der Kettenradachsen 2a und 3a (vgl. dazu
Fig. 1 und 2).
Außerhalb des Kokillenraumbereichs wälzt sich die Stützrolle 20 an einer ebenfalls
ortsfesten Öffnungsführung 30 ab. Diese ist so beschaffen, daß das bewegliche Kokillenteil
6b im Anschluß an das Kokillenraumende im Uhrzeigersinn hochgeschwenkt und während
der weiteren Umlaufbewegung in dieser Öffnungsstellung festgehalten wird (vgl. dazu
Fig. 6).
Im Bereich vor dem Kokillenraum weist die Schließführung 29 einen Verstellabschnitt
29a auf, über welchen die Neigung der oberen Stützrolle 20 allmählich soweit vermindert
wird, bis das Kokillenteil 6b wieder die in Fig. 5 dargestellte Schließstellung erreicht
und beibehält.
Das Festhalten des Kokillenteils 6b in der in Fig. 6 angedeuteten Öffnungsstellung
ist die Voraussetzung dafür, daß der ausreichend verfestigte Strang geradlinig aus
dem Bereich der Gießvorrichtung abtransportiert und im Bereich vor dem Kokillenraum
eine ortsfeste Metallzuführung angeordnet werden kann, deren Vorderabschnitt in den
Kokillenraum hineinreicht. Da die Drehverbindung zwischen den Kokillenteilen jedes
Kokillenteil-Paares 6 ein Spiel aufweist, können die im Kokillenraum vor sich gehenden
Schrumpfungsvorgänge teilweise durch eine seitlich Verschiebung der Kokillenteile
gegeneinander ausgeglichen werden; der Querschnittsverlauf des Kokillenraums läßt
sich dabei durch die Lage der Führungslineale 23 und 24 (vgl. Fig. 5) verändern bzw.
festlegen.
Die Verstellabschnitte 29a und 30a der Schließführung 29 bzw. der Öffnungsführung
30, in deren Bereich die Verstellung der Kokillenteil-Paare 6 in die Schließstellung
bzw. in die Öffnungsstellung vor sich geht, sind in Fig. 3 bzw. 4 schematisch dargestellt.
[0019] Die in Fig. 7 dargestellte Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes unterscheidet
sich im wesentlichen nur dadurch von der zuvor beschriebenen Ausführungsform, daß
die Drehverbindung 19 zwischen den Kokillenteilen 6b und 6a zusätzlich mit einem Federelement
31 in Form einer Drehfeder ausgestattet ist. Diese ist gleichzeitig mit den Teilen
19b und 19c verbunden und übt eine Rückstellkraft aus, durch welche das bewegliche
Kokillenteil 6b im Uhrzeigersinn hochgeschwenkt wird, sobald sich die obere Stützrolle
20 - außerhalb des Kokillenraumbereichs - nicht mehr an der Schließführung 29 abstützt.
Da die Kokillenteil-Paare 6 unter Einwirkung des Federelements 31 selbsttätig in die
Öffnungsstellung bewegt werden, kann von der Verwendung einer Öffnungsführung abgesehen
werden. Das Federelement ist so ausgebildet und/oder an den Teilen 19b und 19c gehalten,
daß es eine Verschiebung der aneinanderliegenden Kokillenteile 6a und 6b in der Größenordnung
von wenigen zehntel Millimetern nicht behindert. Der Gelenkbolzen 19a greift dabei
mit einem ausreichend bemessenen Spiel s in das Gegenlager 19c des stationären Kokillenteils
6a ein.
[0020] Im Rahmen der Erfindung kann das Federelement auch andersartig als dargestellt ausgebildet
und angeordnet sein; insbesondere ist die Verwendung einer Druckfeder möglich, die
sich an dem Gegenlager 19c zwischen dem Kokillenwandabschnitt 6d und der Stützrolle
21 an dem beweglichen Kokillenteil 6b abstützt.
[0021] Die Ausführungsform nach Fig. 8 und 9 unterscheidet sich im Grundsatz dadurch von
den zuvor beschriebenen Ausführungsformen, daß das bewegliche Kokillenteil 6b jedes
Kokillenteil-Paares 6 bezüglich des stationären Kokillenteiles 6a geradlinig verschiebbar
ist und daß lediglich das bewegliche Kokillenteil mit senkrecht zueinander ausgerichteten
Stützrollen 20, 21 ausgestattet ist.
Die Geradführung besteht aus einer an den Winkelstegen 14 der Endloskette 5 befestigten
Führungsstange 32, die quer zur Kokillenraumlängsachse 7a ausgerichtet ist und an
der sich das Kokillenteil 6b über Gleitbüchse 33 abstützt.
[0022] Die Seitenlage des Kokillenteils 6b bezüglich des stationären Kokillenteils 6a und
der Endloskette 5 wird dadurch festgelegt, daß sich die seitliche Stützrolle 21 über
die Länge des Kokillenraums und mit engem Bewegungsspielraum zwischen einer inneren
Führungsschiene 34 und einer äußeren Führungsschiene 35 gehalten ist. Beide Führungsschienen
sind Bestandteil eines Führungskäfigs 36, der verschiebbar auf der Haltefläche 27
ruht und der über einen gelenkig angeschlossenen Verstellbolzen 37 in der gewünschten
Lage feststellbar ist.
Die Abdichtung zwischen den Kokillenwandabschnitten 6c und 6d erfolgt in der bereits
erwähnten Weise dadurch, daß sich die obere Stützrolle 20 an der Schließführung 29
abstützt.
[0023] Die Schließführung 29 und die äußere Führungsschiene 35 sind nur im Kokillenraumbereich
vorhanden. Die innere Führungsschiene 34 ist im Anschluß an einen nicht dargestellten
Verstellabschnitt bezüglich des stationären Kokillenteils 6a und der Endloskette 5
derart angeordnet, daß der über die Stützrolle 21 nach rechts verschobene Kokillenteil
6b den Kokillenraum 7 freigibt und dadurch den Abtransport des hergestellten Strangs
ermöglicht (Fig. 9).
Die in Fig. 8 dargestellte Führungsschiene 35 weist im Bereich vor dem Kokillenraum
ebenfalls einen Verstellabschnitt auf, über den das bewegliche Kokillenteil 6b mit
der Annäherung des beteffenden Kokillenteil-Paares 6 an den Kokillenraum in die (in
Fig. 8 dargestellte) Schließstellung zurückbewegt wird.
Bedingt durch die Ausstattung mit einer Geradführung läßt sich bei der in Rede stehenden
Ausführungsform die Breite des Kokillenraums ohne weiteres an die Schrumpfungsvorgänge
anpassen, die während der Erstarrung des flüssigen Metalls im Kokillenraum 7 vor sich
gehen.
[0024] Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht insbesondere darin, daß durch Verwendung
zweier zusammenwirkender Kokillenteile ein nach außen hin abgedichteter Kokillenraumabschnitt
hergestellt werden kann, dessen Querschnitt durch Verschiebung der dicht aneinanderliegenden
Kokillenteile in einer Richtung verändert werden kann. Die den Kokillenraum bildenden
Kokillenteil-Paare laufen dabei an einem einzigen Tragelement in Form einer Endloskette
um.
Da die abgewinkelten Kokillenwandabschnitte lösbar in den gut zugänglichen Kokillenteilen
befestigt sind, können einzelne Kokillenwandabschnitte ohne Schwierigkeit ausgewechselt
bzw. kann die Gießvorrichtung erforderlichenfalls auch mit Kokillenwandabschnitten
ausgestattet werden, die einen Kokillenraum mit einem andersartigen Querschnitt begrenzen.
1. Gießvorrichtung für Metalle mit einem kontinuierlich umlaufenden Tragelement, an
dem in Umlaufrichtung aufeinanderfolgend eine Vielzahl paarweise gegeneinander beweglicher,
miteinander jeweils einen Kokillenraumabschnitt darstellende Kokillenteile mitführbar
ist, und mit Verstellelementen, mittels der der Kokillenraum - welcher auf einem Teilstück
des Tragelement-Umlaufweges jeweils von einem Teil der dabei auch in Umlaufrichtung
aneinander anliegenden Kokillenteil-Paare gebildet ist - im Bereich der Metallzuführung
geschlossen und - in Umlaufrichtung gesehen - in einem vorgegebenen Abstand dazu geöffnet
werden kann,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- das Tragelement ist als Endloskette (5) ausgebildet, die sich im Bereich der Metallzuführung
und des Kokillenraumendes (7b) an einem vorderen bzw. hinteren Kettenrad (2 bzw. 3)
abstützt;
- sämtliche Berührungsflächen (6e, 6f), über welche die Kokillenteile (6a, 6b) jedes
Kokillenteil-Paares (6) aneinander abstützbar sind, weisen bezüglich einer Bezugsebene
(7c) denselben Neigungswinkel auf und überlappen sich in der Schließstellung wechselweise;
- jedes Kokillenteil-Paar (6) ist außerhalb der Endloskette (5) mit mehreren unterschiedlich
ausgerichteten Stützrollen (20 bis 22) ausgestattet, die zumindest im Kokillenraumbereich
an ortsfesten Führungen (23, 24, 29 bzw. 34, 35, 29) anliegend die zusammengehörigen
Kokillenteile (6a, 6b) unter Bildung eines Kokillenraumabschnitts aneinander in Anlage
halten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Kokillenteil (6a,
6b) einen Kokillenwandabschnitt (6c, 6d) trägt, der - senkrecht zur Kokillenraumlängsachse
(7a) gesehen - winkelförmig ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Endloskette
(5) mit Wälzlagern (16) ausgerüstet ist, die sich zumindest im Kokillenraumbereich
auf einer Führungsbahn (17) abstützen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Kokillenteil-Paar
(6) an der Endloskette (5) zwei aufeinanderfolgende Wälzlager-Paare (16) zugeordnet
sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils
das Kokillenteil (6b) jedes Kokillenteil-Paares (6), welches den bezüglich der Endloskette
(5) außenliegenden Kokillenwandabschnitt (6d) trägt, bezüglich der Endloskette beweglich
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das bezüglich
der Endloskette (5) bewegliche Kokillenteil (6b) jedes Kokillenteil-Paares (6) jeweils
mit zwei Stützrollen (20, 21) ausgestattet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das bezüglich der Endloskette
stationäre Kokillenteil (6a) mit einer Stützrolle (22) ausgestattet ist, die einer
der Stützrollen (21) des beweglichen Kokillenteils (6b) bezüglich des Kokillenraums
(7) gegenüberliegt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß jedes
Kokillenteil-Paar (6) mit einer Geradführung (32) ausgestattet ist, an der das bewegliche
Kokillenteil (6b) bezüglich des stationären Kokillenteils (6a) quer zur Kokillenraumlängsachse
(7a) verschiebbar gehalten ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Kokillenteil-Paar
(6) mit einer Drehverbindung (19) ausgestattet ist, über welche das bewegliche Kokillenteil
(6b) bezüglich des stationären Kokillenteils (6a) schwenkbar gehalten ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehverbindung (19)
ein Spiel (s) aufweist, welches eine der Metallschrumpfung entsprechende Ausgleichsbewegung
der aneinander anliegenden Kokillenteile (6a, 6b) zuläßt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Kokillenteil-Paar
(6) mit einem Federelement (31) ausgestattet ist, über welches das bewegliche Kokillenteil
(6b) in die Öffnungsstellung schwenkbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprü`che 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß jedes
bewegliche Kokillenteil (6b) über eine seiner Stützrollen (20, 21) wechselweise an
einer Schließführung (29 bzw. 35) und einer Öffnungsführung (30 bzw. 34) anliegt,
die einen eine Schließ- oder Öffnungsbewegung verursachenden Verstellabschnitt (29a
bzw. 30a) aufweisen.