[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Entsorgung einer
Anlage für die Konfektionierung von Kabeln.
[0002] Für die Konfektionierung von Kabeln gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Anlagentypen,
die sich in ihrem Aufbau und in der Art und Weise, wie das Kabel ergriffen und gefördert
wird, unterscheiden. So werden bei der einen Gattung von Anlagen die kabel mit nach
entgegengesetzten Seiten gerichteten Enden quer zu ihrer Längserstreckung zu den in
zwei parallelen Reihen angeordneten Bearbeitungsstationen gefördert (DE-PS 24 40
264). In der anderen Gattung von Anlagen werden die Kabel vor geginn des Konfektionierungsprozesses
zu Schlaufen ausgelegt, so daß die beiden Enden des Kabels parallel nebeneinander
angeordnet durch die einzelnen, in einer einzigen Reihe angeordneten Bearbeitungsstationen
laufen (US-PS 3 283 398). Beide Anlagentypen werden heute nebeneinander für unterschiedliche
Konfektionierungsaufgaben verwendet. In beiden Fällen können sich an den Konfektionierungsprozeß
noch weitere Fertigungsstufen anschließen. Die Weiterverarbeitung kann in einem Anbringen
von zusätzlichen Installationsteilen an dem Kabel, der Montage des Kabels in einem
Gerät oder der Verpackung des Kabels bestehen. In aller Regel werden dabei die voneinander
verschiedenen Kabelenden des fertig konfektionierten Kabels unterschiedlich be- oder
verarbeitet.
[0003] Die Entsorgung derartiger Anlagen erfolgt heute in sehr einfacher Weise durch eine
Bedienperson. Damit die Kabel am Ende des Konfektionierungsprozesses nicht nur einfach
auf den Boden fallen, ist es bekannt, am Ende der Anlage eine Auffangstation anzuordnen.
Diese Auffangstation besteht aus hakenförmigen Stäben, auf die das fertigkonfektionierte
Kabel am Ende des Förderers der Anlage herabfällt. Die Kabel liegen dann ungeordnet
auf den Stäben und werden in periodischen Abständen von der Bedienperson abgenommen,
geordnet, zusammengefaßt, u. U. gebündelt und auf ein für die Weiterverarbeitung geeignetes
Gestell abgelegt. Für Konfektionierungsanlagen, bei denen die kabelenden parallel
nebeneinander durch die Anlagen gefördert werden, ist neben den bisher beschriebenen
Tätigkeiten der Bedienperson noch eine weitere notwendig. Die Kabel fallen auf die
Auffangstation in der gleichen Form, wie sie durch die Anlage gefördert werden.
Da aber die voneinander verschiedenen Kabelenden unterschiedlich weiterbearbeitet
werden, muß also die Bedienperson vor der Tätigkeit "Ordnen" die Tätigkeit "Trennen
der Kabeleneden" durchführen.
[0004] Die beschriebene Art der Entsorgung von Konfektionierungsanlagen erfordert also
einen hohen manuellen Aufwand.Gleichzeitig hängt die Anzahl der von den Anlagen produzierten
Kabel pro Stunde von der Leistungsfähigkeit der Bedienperson ab. Fertigt die Anlage
mehr Kabel als die Bedienperson entfernen kann, so stauen sich die Kabel am Ende der
Anlage und können sich dabei ineinander verschlingen. Aus den vorgenannten Gründen
kann das bekannte Verfahren nicht bei Anlagen eingesetzt werden, die eine erheblich
höhere Leistungsfähigkeit besitzen.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, die sich universell für jede Konfektionierungsanlage einsetzen lassen
und die den Anteil der manuellen Tätigkeiten reduzieren.
[0006] Vorstehende Aufgabe wird verfahrensgemäß dadurch gelöst, daß die fertig konfektionierten
Kabel jeweils an einer durch den gesteuerten Fördervorgang während des Konfektionierens
örtlich bestimmten Stelle ergriffen und über eine Ablage gezogen werden, wonach die
ergriffenen Stelle in einer bestimmten Stellung losgelassen wird.
[0007] Das vorgeschlagene Verfahren kann sowohl bei dem ersten als auch bei dem zweiten
Anlagentypus ohne zusätzliche Maßnamen eingesetzt werden. Durch das Ergreifen und
das Loslassen jedes Kabels immer an der gleichen Stelle wird gewährleistet, daß
die Kabel auf der Ablage geordnet für den weiteren Produktionsprozeß bereitliegen.
Aufgrund der ziehenden Bewegung bei der Ablage des Kabels wird sichergestellt, daß
unabhängig von der Art und Weise, wie das Kabel durch die jeweilige Anlage gefördert
wird, die beiden Kabelenden räumlich für ihre unterschiedliche Weiterverarbeitung
getrennt sind.
[0008] Zur Durchführung des neuen Verfahrens wird eine Vorrichtung vorgeschlagen, die durch
einen unmittelbar hinter der Fördereinrichtung der Anlage angeordneten ersten Förderer
und eine Kabelablage zur Aufnahme der Kabel in Förderrichtung des Förderers gekennzeichnet
ist. Durch den Förderer wird der Anteil der manuellen Tätigkeit erheblich herabgesetzt.
Gleichzeitig kann die Leistungsfähigkeit der Konfektionierungsanlage gesteigert werden,
da der verbleibende Anteil an manuellen Tätigikeiten nur noch einen geringen zeitlichen
Umfang besitzt. Außerdem können je nach den weiteren Fertigungsstufen in ihrer Form
unterschiedliche Kabelablagen verwendet werden, da das Kabel nicht einfach auf die
Ablage fällt, sondern durch den Förderer in eine bestimmte Position auf diese gezogen
wird.
[0009] Werden Kabel mit relativ großen Längen konfektioniert, so stellt sich das Problem,
die fertigen Kabel nach Ende des Konfektionierungsprozesses so abzulegen, daß die
Kabelenden nicht auf dem Boden aufliegen und so sich ineinander ver schlingen können.
Es wird deshalb in weiterer Ausführung der Erfindung vorgeschlagen, daß die Kabel
über eine in Erstreckungsrichtung der Kabel unterbrochene Ablage gezogen und mit einem
bestimmten Abschnitt ihrer Länge in die Unterbrechung gefördert werden. Nach Ende
des Fördervorganges bildet das Kabel dann auf der Ablage insgesamt drei Schlaufen,
wodurch sich seine Länge erheblich verkürzt. Gleichzeitig ist auch hier wieder gewährleistet,
daß die unterschiedlichen Kabelenden räumlich voneinander getrennt sind.
[0010] Die Bildung der drei Schlaufen des Kabels kann auf unterschiedliche Weise geschehen.
So ist es möglich, daß das Kabel zunächst über eine zwischen dem ersten Förderer und
der Ablage angeordeten Zwischenablage gezogen wird, die mit einem zweiten Förderer
versehen ist. Nach der Übergabe an die Zwischenablage wird das Kabel dort an einer
bestimmten Stelle festgehalten und der bestimmte Längenabschnitt des Kabels mittels
des zweiten Förderers in die Unterbrechung gefördert. Ebenso ist es denkbar, daß
das Kabel an zwei Stellen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit gefördert wird. Hierzu
weist dan die Zwischenablage zwei Förderer auf, wobei diese die Haltefunktion für
das Kabel mitübernehmen. Es ist aber auch möglich, daß der bestimmte Längenabschnitt
des Kabels bereits in die Unterbrechung gefördert wird, während dieses noch über die
Ablage gezogen wird. Hierdurch wird eine erhebliche Beschleunigung des Verfahrens
erreicht.
[0011] Eine weitere Beschleunigung des Verfahrens kann dadurch erreicht werden, daß zwischen
der Zwischenablage 80 und dem zweiten Förderer 82 eine Separiereinrichtung 88 angeordnet
ist und daß durch den zweiten Förderer 82 ein Kabel mit Bezug auf die Ablage 10 positionierbar
ist, Während gleichzeitig durch den ersten förderer 40 ein weiteres Kabel auf die
Zweischenablage 80 transportierbar ist. Durch die Separiereinrichtung ist es möglich,
die auf einanderfolgenden Schritte voneinander zu trennen, so daß zwei ansonsten
nur hintereinander durchführbare Vorgänge gleichzeitig stattfinden können.
[0012] Um den Anteil der manuellen Tätigkeiten weiter einzuschränken, kann in einer weiteren
Ausbildung der Erfindung vorgesehen werden, daß die Kabel nach ihrer Positionierung
auf der Ablage dort durch eine Einrichtung automatisch zusammengefaßt werden. Dabei
ist es möglich vorzusehen, daß die Kabel sowohl nur locker neben- und übereinander
liegen, als auch durch entsprechenden Mittel zu Bündeln bzw. Paketen zusammengefaßt
werden. Das Zusammenfassen der Kabel kann ebenfalls auf vcerschiedenen Wegen erfolgen.
So ist es einmal möglich, daß die Ablage mit einem Schieber versehen ist, der die
durch den ersten Förderer vor ihm positionierten Kabel in periodischen oder stückzahlabhängigen
Zeitabständen in eine andere Position verschiebt. Damit der Produktionsprozeß nicht
unterbrochen werden muß, ist es vorteilhaft, wenn der Schieber mit einem Dach und
die Ablage mit einem mit dem Dach zusammenwirkenden Abstreifer versehen ist. Hierdurch
ist es möglich, daß bie voll ausgefahrenem Schieber die weiter herangeförderten Kabel
auf das Dach fallen und anschließen von dort beim Einfahren des Schiebers durch den
Abstreifer auf die Ablage geschoben werden können. Ein weiterer Weg zur Zusammenfassung
der Kabel besteht darin, daß die Ablage in periodischen oder stückzahlabhängigen Zeitabständen
um einen bestimmten Weg verfahren wird. Dabei richtet sich der zu verfahrende Weg
und der Zeitabschnitt nach der gewünschten Anzahl an zusammengefaßten Kabeln.
[0013] Eine weitere Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß zwischen erstem Förderer
und Anlage eine Übergabeeinrichtung vorgesehen ist. Hierdurch wird die Flexibilität
und die Geschwindkigkeit des Verfahrens bzw. der Vorrichtung weiter gesteigert.
[0014] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine vereinfachte perpektivische Darstellung einer ersten erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Entsorgung einer Anlage für die Konfektionierung von Kabeln,
Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig. 1 in einer Stellung während des Ablegens eines Kabels
,
Fig. 3 eine vereinfachte perspektivische Darstellung einer zweiten Vorrichtung mit
nur teilweise gezeigter Übergabeeinrichtung
Fig. 4 eine vereinfachte Ansicht einer dritten Vorrichtung,
Fig. 5 eine vereinfachte Draufsicht auf eine Vorrichtung gemäß Fig. 4,
Fig. 6 einen Schnitt entlang der Linie VI-VI in Fig. 5,
Fig. 7 a, b, c ein Ablegeschema für eine Vorrichtung gemäß Fig. 4.
[0015] Für die Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens und der Vorrichtung wird von
einer Anlage zur Konfektionierung von Kabeln ausgegangen, bei der die Kabelenden parallel
nebeneinander angeordnet durch die einzelnen Bearbeitungsstationen der Anlage durchgefördert
werden. In den Zeichnungsfiguren 1 bis 4 ist das Ende eines Förderbandes 100 einer
derartigen Anlage dargestellt. Das Förderband 100 trägt dabei eine Vielzahl in Klemmhaltern
102 gehaltene Kabel. Die schematische Darstellung eines Förderbandes mit parallel
nebeneinander angeordneten Kabelenden beschränkt die Erfindung aber nicht ausschließlich
auf derartige Anlagen.
[0016] In Fig. 1 und 2 wird die einfachste Ausführungsform für die erfindungsgemäße Entsorgung
einer Anlage zur Konfektionierung von Kabeln gezeigt. Sie besteht aus einem als Ablage
10 dienenden Ablagedorn 12, einer Übergabeeinrichtung 20 und einem ersten Förderer
40. Wie in Fig. 1 dargestellt ist, wird zunächst mittels eines Kraftzylinders 24 und
eines Betätigungsstößels oder einer Betätigungskurbel 26 der Übergabeeinrichtung 20
jeweils einer der die Enden eines Kabels tragenenden Klemmhalter 102 des Förderbandes
100 geöffnet. Im Beispielsfall wird gleichzeitig, aber im Förderweg weiter hinten,
durch denselben Kraftzylinder 24 über eine weitere Betätigungskurbel 28 auch der das
andere Kabelende tragende Klemmhalter 102 geöffnet. Im vorliegenden Fall ist durch
die Kipplage des vorderen Klemmhalters am Umlenkende seiner Föderkette gewährleistet,
daß das Kabelende aus dem geöffneten Zangenmaul des Halters in eine Transporteinrichtung
30 der Übergabeeinrichtung 20 fällt. Demgegenüber fällt das durch den hinteren Klemmhalter
gehaltene Kabelende zu Boden. Selbstverständlich ist es auch möglich, daß das vordere
Kabelende zu Boden fällt und das hintere von der Übergabeeinrichtung 20 erfaßt wird.
Die Transporteinrichtung 30 kann die unterschiedlichsten Ausführungsgformen aufweisen.
Sie besteht im vorliegenden Fall aus zwei durch eine Feder gegeneninander verspannten
Zangenhälften. Mittels eines weiteren Kraftzylinders 22 wird die Transporteinrichtung
derart verschwenkt, daß das bis dahin gehaltene Kabelende von zwei zusammenwirkenden
Förderbändern 42, 44 des ersten Förderers 40 erfaßt und weitergefördert wird (Fig.
2). Der erste Förderer 40 schleppt sodann das Kabel etwa zur Hälfte über den als
Ablage 10 dienenden Ablagedorn 12, wonach die Förderbänder 42, 44 das bis dahin weitertransprotierte
kabelende frei geben. Die auf dem Ablagedorn 12 gesammelten Kabel können anschließend
dort wohlgeordnet abgenommen werden. Die Ausführungsform des ersten Förderers 40
kann auch jede beliebige andere sein. So ist es beispielsweise denkbar, daß er ähnlich
dem Förderer 100 der Anlage aufgebaut ist. Diese Ausführungsform hätte den Vorteil,
daß das Kabel an jeder beliebigen Stelle des ersten Förderers 40 mittels eines weiteren
Kraftzylinders freigegeben werden kann. Somit könnten bei gleichem Aufbau der Vorrichtung
unterschiedlich lange Kabel über die Ablage 10 gezogen werden. Darüber hinaus ist
es möglich, daß die Kabel mit ungleich langen Enden auf dem Ablagedorn 12 abgelegt
werden können.
[0017] In Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung gezeigt. Hierbei ist die
Übergabeeinrichtung 20 und der erste Förderer 40 ebenso aufgebaut, wie bei der in
Fig. 1 und 2 gezeigten Vorrichtung. Dagegen ist als Ablage 10 ein Tisch 14 vorgesehen,
wobei die Höhe seiner Tischfläche 16 etwas geringer ist als die Förderhöhe des ersten
Förderers 40. An dem Tisch ist eine Einrichtung 60 zum Zusammenfassen der Kabel
angebracht. Sie besteht aus einem Schieber 62, der durch einen Kraftzylinder 64 senkrecht
zu der Förderrichtung des ersten Förderers bewegbar ist. In seiner Ausgangsstellung
befindet sich der Schieber 62 unter dem ersten Förderer 40, so daß die von diesem
abgelegten Kabel vor ihm liegen. In einstellbaren, periodischen oder stückzahlabhängigen
Zeitabständen wird der Schieber 62 durch den Kraftzylinder 64 ausgefahren, so daß
diese Kabel von den durch den ersten Förderer 40 herangebrachten Kabeln räumlich getrennt
werden. Hierdurch wird erreicht, daß die Kabel bereits gebündelt bereitliegen, so
daß sie nur noch von dem Tisch abgenommen und auf ein zur Weiterverarbeitung geeignetes
Gestell gelegt werden müssen. Damit die Entsorgung während des Ausfahrens des Schiebers
62 kontinuierlich weiterlaufen kann, ist der Schieber 62 auf seiner gesamten Breite
mit einem parallel zu der Tischfläche 16 verlaufen den Dach 68 versehen. Die Länge
des Daches 68 entspricht dabei mindestens der gesamten Ausfahrlänge des Schiebers
62. Die während der Ausgahrbewegung des Schiebers 62 weiter herangeförderten Kabel
können somit auf das Dach 68 des Schiebers 62 fallen. Beim Einfahren des Schiebers
62 werden diese Kabel durch einen ortsfest an dem Tisch 14 oder an dem ersten Förderer
40 angebrachten Abstreifer 66 heruntergeschoben, so daß sie auf der Tischfläche 16
in der gleich Position liegen, wie die durch den Förderer 40 herangeführten Kabel.
Die eben beschriebene Einrichtung 60 zum Zusammenfassen von Kabeln kann ebenfalls
in gleicher oder etwas abgewandelter Form an der in Fig. 1 und 2 gezeigten Vorrichtung
angebracht werden.
[0018] Sowohl bei der Vorrichtung gemäß Fig. 1, 2 als auch Fig. 3 kann die Übergabeeinrichtung
20 entfallen. Der erste Förderer 40 wird dann direkt an die Fördereinrichtung der
Anlage herangeführt.
[0019] Eine weitere Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Entsorgung einer Anlage
für die Konfektionierung von Kabeln ist in Fig. 4 bis 6 gezeigt, die insbesondere
für Kabellängen über 2 m geeignet ist. Doch ist es auch möglich, die Anlage für kürzere
Kabel zu verwenden. Bei dieser Vorrichtung ergreift ein als Übergabeeinrichtung 20
dienender und mit einem Klemmhalter 33 versehener Elevator 32 ein von dem Förderer
100 der Analage freigegebenes Kabelende und transportiert dieses zu dem ersten Förderer
40, der in einer für die jeweiligen Kabellängen ausreichenden Höhe angebracht ist.
Dort wird das Kabel von dem ersten, mit drei Klemmhaltern 46 versehenen Förderer 40
ergriffen und über eine Zwischenablage 80 gezogen. Unter die Zwischenablage 80 kann
ein fahrbares Gestell 18 zur Endablage der Kabel geschoben werden. Mittels des Gestells
können die auf ihn abgelegten Kabel anschließend zur Weiterverarbeitng gebracht werden.
Hierdurch entfällt im wesentlichen jegliche manuelle Tätigkeit. Dabei kann das Gestell
18 je nach der Art der Weiterverarbeitung aufgebaut sein. Das Gestell 18 weist beispielsweis
an seinem oberen Ende einen horizontal angeordneten, viereckigen Rahmen auf. Die beiden
quer zur Förderrichtung des ersten Förderers 40 verlaufenden Rahmenteile sind auf
ihren oberen Seiten mit vertikal ausgerichteten und in gleichmäßigen Abständen zueinander
angeordneten Zapfen versehen. In den Räumen zwischen den Zapfen kommen die Kabel
in verschiedenen Formen zur Endablage. In Fig. 7 a,b,c sind die verschiedenen Formen
für die unterschiedlich langen Kabel dargestellt. Zu der Erzeugung der unterschiedlichen
Formen dient die Zwischenablage 80.
[0020] Die Zwischenablage 80 besitzt einen parallel zu dem ersten Förderer 40 verlaufenden
und unterhalb von diesem angeordneten V-förmigen Einschnitt 86, der an seinem unteren
Ende mit einem als Separiereinrichtung dienenden, horizontal verfahrbaren Abschlußblech
88 verschlossen ist. Das Abschlußblech 88 ist mit zwei in Förderrichtung des ersten
Förderers 40 hintereinander angeordneten und eine vertikale Achse besitzenden Rollen
82, 84 fest verbunden. Dabei ist die in Förderrichtung des ersten Förderers 40 erste
Rolle 82 im gegensatz zu der hinteren Rolle 84 angetrieben. Gegenüber den beiden
verfahrbaren Rollen 82, 84 sind zwei gleichartige, aber ortsfeste Rollen 83, 85 angeordnet.
Der Abstand zwischen dem in Förderrichtung vorderen Rollenpaar 82, 83 und dem hinteren
Rollenpaar 84, 85 kann dabei exakt dem Abstand der mit den Zapfen versehenen Rahmenteilen
des Gestelles 18 entsprechen. Zwischen den beiden Rollenpaaren 82, 83; 84, 85 sind
zwei sich teilweise vertikal erstreckende Letibleche 90, 92 angeordnet, wobei das
zwischen den beiden horizontal verfahrbaren Rollen 82, 84 angebrachte Leitblech 80
zusätzlich einen horizontalen Schenkel besitzt. Dieser horizontale Schenkel erstreckt
sich unterhalb der Öffnung des V-förmigen Schlitzes 86. Die beiden Leitbleche 90,
92 bilden einen in Förderrichtung sich erstreckenden, vertikalen Spalt, der ebenso
wie der durch die Rollenpaare 82, 83; 84, 85 gebildete Spalt der jeweiligen Kabelform
anpaßbar ist.
[0021] Hat der erste Förderer 40 von dem Elevator 32 ein Kabel ergriffen, so zieht er es
über die Zwischenablage 80. Dabei wird das Kabel in den durch das Abschlußblech 88
verschlossenen, V-förmigen Schlitz 86 eingeführt. Dieser Vorgang wird durch eine
eine vertikale Achse besitzende Leitrolle 98 und zwei Leitblechen 96 unterstützt,
die im Einführungsbereich des V-förmigen Schlitzes 86 angeordnet sind. Sobald der
erste "Förderer mit dem ergriffenen Kabel in oder Zwischenablage 80 vorbeigefahren
ist, fährt das Abschlußblech 88 zusammen mit den Rollen 82, 84 zur Seite, wodurch
das Kabel auf das L-förmige Leitblech 90 fällt. Anschließend fährt das Abschlußblech
88 in seine Ausgangsstellung zurück, wobei die beiden Rollen 82, 84 das Kabel entlang
dem L-förmigen Leitblech 90 mitnehmen. Das Kabel ist nunmehr durch die beiden Rollenpaare
82, 83; 84, 85 gehalten. Sowohl die in Förderrichtung des ersten Förderers 40 vorderen
Rollenpaare 84, 85 als auch das hintere Paar 82, 83 können dabei als Bremsrollen für
den ersten Förderer 40 dienen. Der erste Förderer 40 fährt mit dem ergriffenen Kabelende
soweit in Förderrichtung, bis er einen nicht gezeigten festen Anschlag erreicht.
Dort läßt der erste Förderer 40 da Kabelende fallen, das so den ersten Schenkel einer
Schlaufe bildet. Der Ort des Anschlages richtet sich dabei nach der gewünschten, beispielsweise
für die Weiterverarbeitung benötigten Höhe des Kabelendes über dem Boden auf dem
Gestell 18. Gleichzeitig oder aber bereits zu einem früheren Zeitpunkt beginnen die
beiden angetriebenen Rollen 82, 83 den entgegen der Förderrichtung außerhalb der Zwischenablage
80 befindlichen Kabelabschnitt in das Gestell 18 zu fördern. Die beiden in Förderrichtung
des ersten Förderers 40 hinteren Rollen 84, 85 halten dabei das Kabel fest. Sobald
die gewünschte tiefe der mittleren Kabelschlaufe erreicht ist (Fig. 7a), fahren die
beiden Rollen 82, 84 zusammen mit dem Abschlußblech 88 zur Seite, so daß das Kabel
auf das Gestell 18 fallen kann. Da der erste Förderer 40 in der Zwischenzeit bereits
ein neues Kabel ergriffen und über die Zwischenablage 20 gezogen hat, fällt bei dem
Zurseitefahren der beiden Rollen 82, 84 und des Abschlußblechs 88 dieses Kabel auf
das L-förmige Leitblech 90. Der eben beschriebene Zyklus beginnt von neuem.
[0022] Soll das Kabel gemäß Fig. 7 b auf dem gestell abgelegt werden, so unterscheidet
sich dieser Vorgang von dem eben beschriebenen dadurch, daß die beiden angetreibenen
Rollen 82, 84 lediglich eine Haltefunktion besitzen. Sobald der erste Förderer 40
sein ergriffenes Kabelende losläßt, können auch die beiden horizontal verfahrbaren
Rollen 82, 84 zur Seite fahren, so daß das Kabel in der gezeigten Form nach unten
fällt.
[0023] Wird gewünscht, daß das Kabel gemäß Fig. 7 c auf dem Gestell 18 zum Liegen kommt,
so fördern die beiden angetriebenen Rollen 82, 83 ebenfalls das Kabel in den von dem
Rahmen des Gestells 18 gebildeten Zwischenraum.
[0024] Je nach den räumlichen Verhältnissen am Einsatzort der Anlage, kann es möglich sein,
daß der erste Förderer 40 die für die gewünschte Länge des einen Schenkels der Schlaufe
notwendige Ausfahrbewegung nicht durchführen kann. In diesem Fall kann vorgesehen
werden, daß die in Förderrichtung hinteren Rollen 84, 85 der Zwischenablage 80 ebenfalls
antreibbar sind. Je nach gewünschter Form des Kabels auf dem Gestell 18 kann dann
die Fördergeschwindigkeit der beiden Rollenpaar 82, 83; 84, 85 unterschiedlich sein.
In der Regel wird das in Förderrichtung vordere Rollenpaar 82, 83 eine größere Fördergeschwindigkeit
als das hintere Rollenpaar 84, 85 aufweisen.
[0025] Je nach Qualität, Größe, Form und Gewicht des zu fördernden Kabels kann der Andruck
der beiden Rollenpaare 82, 83; 84, 85 variabel gestaltet werden. Bei besonders schweren
Kabeln können zusätzlich vor, zwischen und/oder hinter der Zwischenablage 80 Unterstützungsrollen
mit horizontalen Achsen werden.
[0026] Damit in jedem Zwischenraum zwischen zwei Zapfen des Gestells 18 die gleiche Anzahl
an Kabeln zum liegen kommt, kann weiterhin zusätzlich vorgesehen werden, daß ein angetriebenes
Endlosband 99 das Gestell 18 in frei wählbaren periodischen Zeitabschnitten um einen
bestimten Weg senkrecht zur Förderrichtung des ersten Förderers 40 verfährt. Damit
ist gleichzeitig möglich, daß mehrere Gestelle 18 kontinuierlich hintereinander an
der Entsorgungsvorrichtung vorbeigefürht werden können. Je nach Konstruktion des Gestells
18 kann dabei das Förderband 99 unterschiedlich ausgebildet sein.
[0027] Ebenso wie bei den Vorrichtungen gemäß Fig. 1 bis 3 kann der erste Förderer 40 der
Vorrichtung direkt an den Förderer 100 der Anlage herangeführt werden. Der Elevator
32 entfällt dann.
1. Verfahren zur Entsorgung einer Anlage für die Konfektionierung von Kabeln, dadurch gekennzeichnet, daß die fertig konfektionierten Kabel jeweils an einer durch den gesteuerten Fördervorgang
während des Konfektionierens örtlich bestimmten Stelle ergriffen und über ein Ablage
(10) gezogen werden, wonach die ergriffene Stelle in einer bestimmten Stellung losgelassen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kabel über eine in Erstreckungsrichtung der Kabel unterbrochene Ablage (10)
gezogen und mit einem bestimten Abschnitt ihrere Länge in die Unterbrechung gefördert
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der bestimmte Längenabschnitt jedes Kabels bereits in die Unterbrechung gefördert
wird, während das Kabel noch über die Ablage (10) gezogen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 für eine Anlage, bei der die Kabelenden während der Konfektionierung
parallel nebeneinander angeordnet sind und das Kabel eine Schlaufe bildet, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlaufe des Kabels durch eine ziehende Bewegung aufgelöst wird und daß das
Kabel auf der Ablage (10) in Form einer oder mehrerer Schlaufen abgelegt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kabel nach ihrer Positionierung auf der Ablage (10) dort durch eine Einrichtung
automatisch in bestimmten periodischen oder stückzahlabhängigen zeitabschnitten zusammengefaßt
werden.
6. Vorrichtung zur Entsorgung einer Anlage für die Konfektionierung von Kabeln, insbesondere
zur Durchfühurng eines Verfahrens nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch einen unmittelbar hinter der Fördereinrichtung der Anlage angeordneten ersten Förderer
(40) und eine Kabelablage (10) zur Aufnahme der Kabel in Förderrichtung des Förderers
(40).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablage (10) aus mindestens einem sich senkrecht zu der Förderrichtung des
ersten Förderers (40) erstreckenden, stabförmigen Körper (12) besteht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablage (10) einen sich parallel zur Förderrichtung des ersten Förderers (40)
erstreckenden Tisch (14) aufweist, desen Tischfläche (16) höchstens die gleiche Bauhöhe
wie der erste Förderer (40) besitzt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem ersten Förderer (40) und der Ablage (10) eine mit einem zweiten
Förderer (82) versehene Zwischenablage (80) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Zwischenablage (80) und dem zweiten Förderer (82) eine Separiereinrichtung
(88) angeordnet ist und daß durch den zweiten Förderer (82) ein Kabel mit Bezug auf
die Ablage (10) positionierbar ist, währnd gleichzeitig durch den ersten Förderer
(40) ein weiteres Kabel auf die Zwischenablage (80) transportierbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablage (10) um einen bestimmten Weg verfahrbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß an der Ablage (10) eine Einrichtung (60) zum automatischen Zusammenfassen der
Kabel vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen erstem Förderer (40) und Anlage eine Übergabeeinrichtung (20) vorgesehen
ist.