(19)
(11) EP 0 272 209 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.06.1988  Patentblatt  1988/25

(21) Anmeldenummer: 87810682.2

(22) Anmeldetag:  20.11.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B25F 3/00, B25F 5/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 17.12.1986 DE 3642976

(71) Anmelder: HILTI Aktiengesellschaft
9494 Schaan (LI)

(72) Erfinder:
  • Neumaier, Anton
    D-8080 Fürstenfeldbruck (DE)
  • Plank, Uto
    D-8050 Freising (DE)
  • Rumpp, Gerhard
    D-8084 Inning/Ammersee (DE)

(74) Vertreter: Wildi, Roland 
Hilti Aktiengesellschaft Patentabteilung
9490 Schaan
9490 Schaan (LI)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Handgerät


    (57) Das Handgerät verfügt über eine Werkzeugaufnahme (1), welche für unterschiedliche Einsatzfälle mit unterschiedlichen Werk­zeugen bestückt wird, wobei die Werkzeuge für optimalen Ar­beitseinsatz bestimmte Betriebsbarten des Handgerätes erfor­dern. Die Werkzeuge weisen hierzu an ihrem Einsteckschaft (41) unterschiedliche Konturen auf. Eine Tastvorrichtung, bestehend aus zumindest einem Steuerelement (16) und einem Schieber (12), tastet die jeweilige Kontur ab und leitet einen entsprechenden Schaltvorgang zur Erzielung der ge­eigneten Betriebsart ein.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Handgerät mit einer Werkzeugauf­nahme für Werkzeuge und einer dem Erfassen der Kontur der Werkzeuge dienenden Tastvorrichtung zum Einleiten eines Schalt­vorganges.

    [0002] Aus der DE-OS 29 43 508 ist ein elektrisch betriebenes Hand­gerät in Form einer Bohrmaschine bekannt, welches von der Kontur der eingesetzten Werkzeuge gesteuerte Schaltvorgänge ausführt, wobei durch die Schaltvorgänge die jeweils geeignete Betriebsart eingestellt wird. Mittels einer als verschiebbarer Stift ausgebildeten Tastvorrichtung wird die Kontur der Werk­zeuge mechanisch eruiert, was zu unterschiedlichen Verschiebe­wegen der Tastvorrichtung führt. Entsprechend des Verschiebe­weges wird von der Tastvorrichtung ein elektrischer Regler eingestellt, der wiederum den Antrieb des Handgerätes auf einen jeweils richtigen Wert schaltet.

    [0003] Die dem Steuerungsvorgang dienende Kontur der Werkzeuge wird durch die in Einsetzrichtung der Werkzeuge gewandte Stirn­seite einer Gewindehülse gebildet. Die Gewindehülse ist mit einem Adapter verschraubt, in welchem ein Bohrer festsitzt. Die aus Gewindehülse, Adapter und Bohrer bestehenden Werkzeuge werden durch einen Schnellverschluss austauschbar in der Werk­zeugaufnahme des Handgerätes gehalten. Zum Einstellen der jeweils geeigneten Betriebsart wird die Gewindehülse vor dem Einsetzen der Werkzeuge in die Werkzeugaufnahme gegenüber dem Adapter in eine entsprechende axiale Stellung gebracht.

    [0004] Diese werkzeugbezogene Steuerung ist nicht für Handgeräte, wie Bohrhämmer, geeignet, die den Werkzeugen axial gerichtete Schlagimpulse vermitteln, da die Beaufschlagung der Werk­zeuge eine intermittierende Axialbewegung derselben hervor­ruft. Diese Axialbewegung der Werkzeuge würde auf die Tast­vorrichtung übertragen und einen Steuerungsvorgang verun­möglichen.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Handgerät mit einer auch bei Abgabe von Schlagimpulsen an die Werkzeuge geeigneten Tastvorrichtung zur werkzeugbezogenen Einleitung von Schaltvorgängen zu schaffen.

    [0006] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Tastvorrichtung einen entlang der Werkzeugachse verstell­baren Schieber und zumindest ein im wesentlichen quer zur Werkzeugachse in die Führungsbohrung der Werkzeugaufnahme einrückbares Steuerelement aufweist, wobei der Schieber sich an dem vom Werkzeug aus der Führungsbohrung ausgerückten Steuerelement abstützt und bei in die Führungsbohrung ein­gerücktem Steuerelement dieses überfährt.

    [0007] Durch Zweiteilung der Tastvorrichtung in einen Schieber und zumindest ein Steuerelement, das im wesentlichen quer zur Werkzeugachse und damit auch quer zur Verschieberichtung des Schiebers in die Führungsbohrung der Werkzeugaufnahme einrück­bar ist, lassen sich radiale Konturen der Werkzeuge abtasten und zum Einleiten eines Schaltvorganges verwerten. Die abzu­tastende radiale Kontur kann sich über eine axiale Wegstrecke entlang der Werkzeuge erstrecken. Ein axiales Bewegen der Werkzeuge im Ausmass dieser Wegstrecke beeinflusst demnach die Taststellung des Steuerelementes nicht. Demzufolge eignet sich diese Tastvorrichtung auch, wenn den Werkzeugen Schlag­impulse vermittelt werden.

    [0008] Ist ein Werkzeug in die Werkzeugaufnahme eingesetzt, dessen Kontur ein Einrücken des Steuerelementes in die Führungsboh­rung erlaubt, fällt die Verschiebebegrenzung für den Schieber weg, so dass der Schieber das Steuerelement überfährt. Der dadurch entstandene Verschiebeweg des Schiebers wird zum Ein­leiten eines Schaltvorganges beispielsweise zum Umstellen in eine andere Getriebestufe oder einer Aenderung der Schlag­leistung verwertet. Wird hingegen ein Werkzeug in die Werk­zeugaufnahme eingesetzt, dessen Kontur das Steuerelement in ausgerückter Stellung hält, fällt der Verschiebeweg des Schiebers dahin. Ein Schaltvorgang im vorerwähnten Sinne kann im Gerät dadurch nicht ausgelöst werden, so dass dem Werk­ zeug beispielsweise die für solche Fälle vorgesehenen Stand­ardfunktionen des Gerätes vermittelt werden.

    [0009] Zur Erzielung mehrerer Schaltmöglichkeiten sind vorzugsweise mehrere Steuerelemente vorgesehen, die hintereinander in die Führungsbohrung der Werkzeugaufnahme einrückbar sind. Abge­stimmt auf die Anzahl Steuerelemente können die Werkzeuge entsprechend der jeweils günstigsten Betriebsart eine gleiche Anzahl Längsnuten oder weniger Längsnuten bzw gar keine Längs­nut aufweisen.

    [0010] Einfachheitshalber sind die Steuerelemente als Kugeln aus­gebildet und in radialen Durchtrittsöffnungen der Werkzeug­aufnahme gelagert. Der Durchmesser der Kugeln ist so gewählt, dass dieser die Wandstärke der im wesentlichen hülsenförmigen Werkzeugaufnahme übersteigt. Dadurch überragen die Kugeln zwangsweise die Werkzeugaufnahme radial nach aussen oder ragen in die Führungsbohrung der Werkzeugaufnahme.

    [0011] Nach einer bevorzugten Ausführungsform sind die Steuerele­mente in Umfangsrichtung der Werkzeugaufnahme zueinander versetzt angeordnet. Durch eine axial gestufte, dem Auflaufen an einem ausgerückten Verriegelungselement dienende Stirn­seite des Schiebers lassen sich so je nach Radialposition der Verrieglungslemente unterschiedliche Axialpositionen des Schiebers zum Einleiten eines Schaltvorganges erzielen. Da­bei ist jedem Steuerelement eine andere axiale Stufe der Stirnseite des Schiebers zugeordnet.

    [0012] Einer weiteren Ausführung der Erfindung entsprechend sind die Steuerelemente in Axialrichtung der Werkzeugaufnahme zueinander versetzt angeordnet. Diese Anordnung der Steuer­elemente erlaubt eine axial ungestufte und damit einfache Ausführung der Stirnseite des Schiebers. Je nach Radialpo­sition der Steuerelemente kann sich so der Schieber zum Ein­leiten des entsprechenden Schaltvorganges in die jeweilige Axialposition verschieben. Die axial versetzte Anordnung der Steuerelemente ist zudem kombinierbar mit der in Umfangs­richtung versetzten Anordnung von Steuerelementen, wobei eine solche Kombination weitere Schaltstellungen ermöglicht.

    [0013] Der Schieber ist mit Vorteil als die Werkzeugaufnahme um­fassende Hülse ausgebildet. Die dem Werkzeug zugewandte um­laufende Stirnseite der Hülse stützt sich an dem jeweils ausgerückten Steuerelement ab.

    [0014] Vorzugsweise ist der Schieber von einem diesen gegen die Steuerelemente treibenden Federelement beaufschlagt. Je nach Radialposition der Steuerelemente treibt das Federelement, vorzugsweise eine Druckfeder, die Hülse automatisch in die jeweilige axiale Schaltstellung. Sind sämtliche Steuerele­mente eingerückt, so überfährt die Hülse die Steuerelemente und nimmt die dem maximalen Verschiebeweg entsprechende Schalt­stellung ein. Das Zurückführen der Hülse in die Ausgangsstel­lung erfolgt unter Ueberwindung der Federkraft, beispiels­weise durch manuelles Verschieben der Hülse von aussen. Mit diesem Verschiebevorgang ist zweckmässig der Verriegelungs­vorgang der Werkzeuge gekoppelt.

    [0015] Nach einer bevorzugten Ausführungsform leitet die Tastvorrich­tung den Schaltvorgang mechanisch, optisch oder elektrisch ein. Dabei wird jeweils das Verschieben des Schiebers der Tastvorrichtung als Signal für den Schaltvorgang genutzt.

    [0016] Zur mechanischen Einleitung des Schaltvorganges weist die Tastvorrichtung zweckmässig eine Schaltkulisse für ein Mehr­stufengetriebe auf. Die Schaltkulisse kann dabei einstückig am Schieber angeordnet oder beispielsweise Teil einer mit dem Schieber zusammenwirkenden separaten Schaltstange sein. Die Schaltkulisse ist zB als Ziehkeil ausgebildet, der wahl­weise unterschiedliche Antriebsräder zur Uebertragung von Drehbewegung mit der Werkzeugaufnahme kuppelt.

    [0017] Zur elektrischen Einleitung des Schaltvorganges weist die Tastvorrichtung nach einer weiteren Ausführung einen mit einem Sensor zusammenwirkenden Induktionskern zur Erzeugung induktiver Schaltsignale auf. Der Induktionskern ist zweck­mässig einstückig am Schieber angeordnet und liegt zumindest in einer Axialposition des Schiebers im Induktionsbereich des Sensors. Zur Erzielung mehrerer Schaltvorgänge weist der Induktionskern mit Vorteil entlang der Verschieberichtung hintereinander angeordnete Abschnitte unterschiedlichen Vo­lumens auf. Die Abschnitte unterschiedlichen Volumens können stufig oder stufenlos zum Sensor unterschiedlich beabstandet sein.

    [0018] Je nach Axialposition des Schiebers gibt der Sensor durch Einwirkung des Induktionskerns unterschiedliche elektrische Schaltsignale ab, die vorzugsweise indirekt den jeweiligen Schaltvorgang bewirken. Bei dem Schaltvorgang kann es sich beispielsweise um die Aenderung der Drehzahl oder der Dreh­richtung handeln.

    [0019] Die vom Steuerelement abzutastende Kontur kann nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung dadurch erzielt wer­den, dass der Einsteckschaft wenigstens eine Vertiefung für das Steuerelement der Tastvorrichtung aufweist, wobei eine solche Vertiefung beispielsweise als Längsnut ausge­bildet sen kann. Bei eingesetztem Werkzeug liegt diese Längsnut im Bewegungsbereich des Steuerelementes, so dass dieses in die Längsnut eintauchen kann. Dadurch fällt die Verschiebebegrenzung für den Schieber dahin, so dass sich letzterer verschieben kann, wobei dieser Verschiebeweg als Schaltvorgang im Gerät verwertet wird.

    [0020] Wird dagegen ein Werkzeug, das nicht mit einer Vertiefung, beispielsweise in Form der erwähnten Längsnut versehen ist, in die Werkzeugaufnahme eingesetzt, kann das Steuer­element nicht in die Führungsbohrung einrücken und bildet dadurch eine Verschiebebegrenzung für den Schieber. Da­durch verbleibt der Schieber in einer anderen Axialposi­tion, welche dazu benutzt werden kann, dass auch in dieser Position ein - allerdings zu anderen Betriebspunkten führender - Schaltvorgang eingeleitet wird.

    [0021] Mit Vorteil weist die beispielsweise als Längsnut ausge­bildete Vertiefung eine die eintauchende Axialerstreckung des Steuerelementes um ein mehrfaches überragende Axial­erstreckung auf, um insbesondere das axiale Bewegen der Werkzeuge, beispielsweise bei Schlagübertragung nicht zu behindern.

    [0022] Vorzugsweise sind entlang dem Umfang des Einsteckschaftes mehrere Vertiefungen angeordnet. Die Teilung dieser wie­derum beispielsweise als Längsnuten ausgebildeten Ver­tiefungen kann dabei gleichmässig oder ungleichmässig sein. In Zusammenwirkung mit einem Schieber, der beispielsweise eine axial gestufte, den Verriegelungselementen zugewandte Stirnseite aufweist, lassen sich so unterschiedliche Axial­positionen zum Einleiten von Schaltvorgängen erzielen.

    [0023] Eine weitere Möglichkeit der Anordnung der Vertiefungen be­steht zweckmässigerweise darin, dass mehrere Vertiefungen axial zueinander versetzt angeordnet sind. Diese axiale Ver­setzung kann in Verbindung mit der Verteilung entlang dem Umfang des Einsteckendes gesehen werden, so dass sich in Kombination eine grosse Anzahl von Codiermöglichkeiten er­gibt. Die axiale Versetzung ist insbesondere so zu ver­stehen, dass Anfang und Ende benachbarter beispielsweise als Längsnuten ausgebildeter Vertiefungen an axial unter­schiedlichen Stellen sind, was vor allem auch durch unter­schiedliche Längen der Vertiefungen erzielbar ist.

    [0024] Die Erfindung wird nachstehend anhand von Zeichnungen, die Ausführungsbeispiele wiedergeben, näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 den Vorderbereich eines Handgerätes mit Tast­vorrichtung zur mechanischen Einleitung eines Schaltvorganges und eingesetztem Werkzeug im Längsschnitt;

    Fig. 2 den Vorderbereich des Handgerätes nach Fig. 1 mit eingesetztem, ein Paar Längsnuten zum Abtasten durch die Tastvorrichtung aufwei­sendem Werkzeug;

    Fig. 3 den Vorderbereich des Handgerätes nach Fig. 1 mit eingesetztem, zwei Paare Längsnuten zum Abtasten durch die Tastvorrichtung aufwei­sendem Werkzeug;

    Fig. 4 einen Schnitt durch den Vorderbereich des Hand­gerätes nach Fig. 1 bis 3, gemäss Schnittver­lauf IV-IV in Fig. 3;

    Fig. 5 den Vorderbereich einer anderen Ausführungsform eines Handgerätes mit Tastvorrichtung zur elektrischen Einleitung eines Schaltvorganges und eingesetztem Werkzeug im Längsschnitt;

    Fig. 6 den Vorderbereich des Handgerätes nach Fig. 5 mit eingesetztem, ein Paar Längsnuten zum Abtasten durch die Tastvorrichtung aufweisen­dem Werkzeug;

    Fig. 7 den Vorderbereich des Handgerätes nach Fig. 5 mit eingesetztem, zwei Paare Längsnuten zum Abtasten durch die Tastvorrichtung aufweisen­dem Werkzeug.



    [0025] Bei den in den Fig. 1 bis 7 mit dem Vorderbereich dargestellten Handgeräten handelt es sich um Bohrhämmer, die eingespannten Werkzeugen Drehbewegung und Schläge zu vermitteln vermögen. Die an die Werkzeuge abgegebene Schlagenergie geben diese an ein Bearbeitungsgut weiter, wozu eine begrenzte axiale Verschieb­barkeit der Werkzeuge in den Handgeräten erforderlich ist.

    [0026] Der Bohrhämmer gemäss den Fig. 1 bis 4 verfügt über eine im wesentlichen hülsenförmige Werkzeugaufnahme 1, an die sich einstückig achsgleich ein Führungszylinder 2 anschliesst.

    [0027] Der Führungszylinder 2 ist von einer Lagerbohrung 3 durch­setzt, in die eine die Werkzeugaufnahme 1 durchragende Füh­rungsbohrung 4 kleineren Durchmessers einmündet. In der Lager­bohrung 3 ist ein Döpper 5 verschiebbar und durch einen Ring 6 dichtend angeordnet. Der von einem nicht dargestellten Antrieb in hin- und hergehende Bewegung versetzte Döpper 5 dient dem fortwährenden Beaufschlagen eines Werkzeugs, beispielsweise eines Bohrers, welches mit seinem Einsteckschaft 7 in die Füh­rungsbohrung 4 der Werkzeugaufnahme 1 einragt.

    [0028] Zur begrenzt verschieblichen Halterung und Drehmitnahme des Werkzeugs verfügt der Einsteckschaft 7 über zwei einander di­ametral gegenüberliegende Mitnahmenuten 8, in die geräte­seitige Verriegelungswalzen 9 eingreifen. Im weiteren ver­fügt der Einsteckschaft 7 des in Fig. 1 eingesetzten Werk­zeugs über eine zylindrische Mantelfläche. Die Verriegelungs­walzen 9 sind in fensterartigen Oeffnungen 11 der Werkzeug­aufnahme 1 gelagert und werden von einem hülsenförmigen Schieber 12, der die Werkzeugaufnahme 1 konzentrisch um­fasst, in der gezeigten Verriegelungsstellung gehalten.

    [0029] Zum Entriegeln der Verriegelungswalzen 9 kann der Schieber 12 in der Darstellung nach Fig. 1 bis 3 nach rechts ver­schoben und sodann verdreht werden, wodurch an sich bekannte Vertiefungen an der Innenseite des Schiebers 12 die Verriege­lungswalzen 9 radial nach aussen freigeben. Das Verschieben des Schiebers 12 erfolgt durch manuellen Angriff von aussen, wozu mit dem Schieber 12 eine Betätigungsmanschette 13 fest verbunden ist. Dabei ist die Kraft einer Druckfeder 14, die sich einerseits an der Innenseite der Betätigungsmanschette 13 und andererseits an einer Schulter des Führungszylinders 2 abstützt, zu überwinden.

    [0030] In dem in Bohrrichtung weisenden Endabschnitt der Werkzeug­aufnahme 1 sind in axialem Abstand zueinander zwei Durch­trittsöffnungen 15, 15ʹ vorgesehen, die zueinander in Um­fangsrichtung um 90° versetzt sind, wie die Fig. 4 ver­deutlicht. In den Durchtrittsöffnungen 15, 15ʹ ist jeweils ein Steuerelement 16, 16ʹ in Form einer Kugel gelagert. Die Steuerelemente 16, 16ʹ stützen sich an der zylindrischen Mantelfläche des Einsteckschaftes 7 des Werkzeugs nach Fig. 1 ab und überragen so die Aussenkontur der Werkzeugaufnahme 1 radial. Der Schieber 12 kann dadurch von der Druckfeder 14 nur bis zu dem den Verriegelungswalzen 9 näheren Steuerele­ment 16 in der Fig. 1 nach links verschoben werden. Die am Steuerelement 16 aufgelaufene linke Stirnseite des Schie­bers 12 ist in Fig. 1 zur Verdeutlichung dieser Steuerpo­sition strichliert dargestellt.

    [0031] Die axialen Verschiebungen des Schiebers 12 führt auch eine Schaltstange 17 mit aus, die durch eine weitere Druckfeder 18 in Anlage an der rechten Stirnseite des Schiebers 12 gehal­ten wird. Die Schaltstange 17 ist in der Wandung des Führungs­zylinders 2 gelagert und von einem Dichtungsring 19 umgeben. Das vom Schieber 12 abgewandte Ende der Schaltstange 17 ist als Schaltkulisse 21 in Form eines Ziehkeiles ausgebildet. Die Schaltkulisse 21 ist in einer radial offenen Hohlkehle 22 des Führungszylinders 2 gelagert und so in Umfangsrichtung des Führungszylinders 2 abgestützt.

    [0032] Auf dem Führungszylinder 2 sitzen frei drehbar drei unter­schiedlich grosse Zahnräder 23, 24, 25, von denen jedes über ein Keilnabenprofil verfügt. Je nach Axialposition des Schiebers 12 tritt die Schaltkulisse 21 der mit dem Schieber 12 miteilenden Schaltstange 17 in Eingriff mit einer Nut 26, 27, 28 der Keilnabenprofile der Zahnräder 23, 24, 25. Die Fig. 1 zeigt den Eingriff der Schaltkulisse 21 in die Nut 26, wodurch das Zahnrad 23 drehschlüssig mit dem Führungs­zylinder 1 gekuppelt ist.

    [0033] Mit den Zahnrädern 23, 24, 25 kämmen Stirnzahnräder 31, 32, 33, die drehfest auf einer Antriebswelle 34 sitzen. Zufolge der Kupp1ungsverbindung des Zahnrades 23 mit dem Führungs­zylinder 2 wird die Drehbewegung des Stirnzahnrades 31 auf den Führungszylinder 2 übertragen, was der kleinstmöglichen schaltbaren Drehzahl des Führungszylinders 2 entspricht. Die Antriebswelle 34 ist in einem Gerätegehäuse 35 drehgelagert, wozu Lager 36, 37 dienen. Ein Wälzlager 38 sowie ein Dicht­ring 39 dienen der Drehlagerung bzw Abdichtung des Führungs­zylinders 2 im Gerätegehäuse 35.

    [0034] Der in Fig. 2 gezeigte Einsteckschaft 41 eines anderen Werk­zeugs verfügt zur automatischen Einstellung der für dieses Werkzeug geeigneten Drehzahl über ein Paar zueinander diame­tral angeordneter Längsnuten 42 in dem entgegen der Einsteck­richtung an die Mitnahmenuten 43 angrenzenden Abschnitt, wobei in dieser Darstellung nur die vorderseitige Längsnut 42 erkennbar ist. Das den Verriegelungswalzen 9 axial nähere Steuerelement 16 kann in die hinterseitige verdeckte Längs­nut 42 des eingesteckten Einsteckschaftes 41 eintauchen. Dies kommt durch den von der Druckfeder 14 beaufschlagten Schieber 12 zustande, der sohin dieses Steuerelement 16 über­fährt und sich an dem axial nächsten, die Werkzeugaufnahme 1 radial überragenden Steuerelement 16ʹ abstützt. Die Schalt­kulisse 21 der miteilenden Schaltstange 17 gelangt so in die Nut 27 des mittleren Zahnrades 24, so dass im Vergleich zur Stellung nach Fig. 1 dem Führungszylinder 2 eine höhere Dreh­zahl vermttelt wird.

    [0035] In Fig. 3 verfügt der Einsteckschaft 45 eines wiederum anderen Werkzeugs über zwei zueinander axial und um 90° versetzte Paare von Längsnuten 46, 47 zum Eintauchen beider Steuerele­mente 16, 16ʹ, wie dies die Fig. 4 verdeutlicht. Die Längs­nuten 46, 47 sind wiederum in dem entgegen der Einsteckrich­tung an die Mitnahmenuten 48 angrenzenden Bereich des Ein­steckschaftes 45 angeordnet. Der Schieber 12 kann die einge­tauchten Steuerelemente 16, 16ʹ überfahren und läuft zur Verschiebebegrenzung an einem topfförmigen Anschlagteil 49 auf, das mit dem Werkzeughalter 1 fest verbunden ist. In der durch Auflaufen des Schiebers 12 am Anschlagteil 49 erzielten Axialposition kuppelt die Schaltkulisse 21 das Zahnrad 25 mit dem Führungszylinder 2, was der grössten schaltbaren Drehzahl entspricht.

    [0036] Das diametrale paarweise Anordnen der Längsnuten 42, 46, 47 erlaubt das Einstecken beziehungsweise Verriegeln des Ein­steckschaftes 41, 45 in beiden alternativen Verriegelungs­drehstellungen unter Erzielung der Steuerung.

    [0037] Zum Werkzeugwechsel wird, wie voran beschrieben, der Schieber 12 durch manuellen Angriff an der Betätigungsmanschette 13 in Einsteckrichtung des Werkzeugschaftes 7, 41, 45 verscho­ben. Dadurch werden die Steuerelemente 16, 16ʹ radial nach aussen freigegeben und nehmen nach dem Einsetzen eines je­weiligen Werkzeugs und neuerlicher Freigabe des Schiebers 12 eine der in den Fig. 1 bis 4 gezeigten schaltwirksamen Po­sitionen ein.

    [0038] Auch bei dem in den Fig. 5 bis 7 dargestellten Handgerät handelt es sich um einen Bohrhammer, dessen konstruktiver Aufbau sowie die Ausbildung der Werkzeuge weitgehend den Fig. 1 bis 4 entspricht. Aus Vereinfachungsgründen sind folg­lich die konstruktiv und funktionell analogen Geräteteile mit den gleichen Bezugszeichen versehen und auf eine neuer­liche Erläuterung dieser Teile wird verzichtet.

    [0039] Der Schieber 12 weist in dem in Einsteckrichtung der Werk­zeuge gerichteten Endbereich einen Induktionskern 51 auf. Der Induktionskern 51 ist in axiale Abschnitte unterschied­lichen Volumens unterteilt, wobei die Abschnitte zudem auch unterschiedliche Radialabstände zu einem induktiven Sensor 52 an sich bekannter Bauart besitzen. Der Sensor 52 ist in einem Isolationsring 53, der am Gerätegehäuse 35 festgelegt ist, gehaltert. Je nach axialer, von der Kontur des Einsteck­schaftes 7, 41, 45 des jeweiligen Werkzeugs abhängiger Schalt­stellung des Schiebers 12 befindet sich über dem Sensor 52 der Induktionskern 51 mit dem Abschnitt grossen Volumens und kleinem Radialabstand (Fig. 5) oder der Abschnitt kleinen Volumens mit grossem Radialabstand (Fig. 6) oder der Sensor 52 wird vom Induktionskern 51 überhaupt nicht überdeckt (Fig. 7). Je nach Ueberdeckungssituation des Sensors 52 durch den Induktionskern 51 ändert sich die magnetische Leit­ fähigkeit für das vom Sensor aufgebaute magnetische Feld, was zu unterschiedlichen verwertbaren Schaltsignalen im Sen­sor 52 führt. Diese Schaltsignale werden zur Ausführung ent­sprechender Schaltvorgänge verwertet. So kann beispielsweise die Drehzahl oder die Drehrichtung des Antriebsmotors ge­steuert werden. Anstelle eines induktiven Sensors 52 kann aber auch beispielsweise ein optischer Sensor Verwendung finden.


    Ansprüche

    1. Handgerät mit einer Werkzeugaufnahme (1) für Werkzeuge und einer dem Erfassen der Kontur der Werkzeuge dienen­den Tastvorrichtung zum Einleiten eines Schaltvorganges, dadurch gekennzeichnet, dass die Tastvorrichtung einen entlang der Werkzeugachse verstell­baren Schieber (12) und zumindest ein im wesentlichen quer zur Werkzeugachse in die Führungsbohrung (4) der Werkzeugaufnahme (1) einrückbares Steuerelement (16) aufweist, wobei der Schieber (12) sich an dem vom Werk­zeug aus der Führungsbohrung (4) ausgerückten Steuer­element (16) abstützt und bei in die Führungsbohrung (4) eingerücktem Steuerelement (16) dieses überfährt.
     
    2. Handgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Steuerelemente (16, 16ʹ) vorgesehen sind, die hintereinander in die Führungsbohrung (4) der Werkzeug­aufnahme (1) einrückbar sind.
     
    3. Handgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerelemente (16, 16') als Kugeln ausgebildet und in radialen Durchtrittsöffnungen (15, 15ʹ) der Werk­zeugaufnahme (1) gelagert sind.
     
    4. Handgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge­kennzeichnet, dass die Steuerelemente (16, 16ʹ) in Umfangs­richtung der Werkzeugaufnahme (1) zueinander versetzt angeordnet sind.
     
    5. Handgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge­kennzeichnet, dass die Steuerelemente (16, 16ʹ) in Axial­richtung der Werkzeugaufnahme (1) zueinander versetzt angeordnet sind.
     
    6. Handgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieber (12) als die Werkzeug­aufnahme (1) umfassende Hülse ausgebildet ist.
     
    7. Handgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge­kennzeichnet, dass der Schieber (12) von einem diesen gegen die Steuerelemente (16, 16ʹ) treibenden Federele­ment (14) beaufschlagt ist.
     
    8. Handgerät, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Tastvorrichtung den Schaltvorgang mechanisch, optisch oder elektrisch ein­leitet.
     
    9. Handgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur mechanischen Einleitung des Schaltvorganges die Tastvorrichtung eine Schaltkulisse (21) für ein Mehrstufen­getriebe aufweist.
     
    10. Handgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur elektrischen Einleitung des Schaltvorganges die Tastvorrichtung einen mit einem Sensor (52) zusammenwir­kenden Induktionskern (51) zur Erzeugung induktiver Schaltsignale aufweist.
     
    11. Werkzeug für ein Handgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass am Einsteckschaft (41, 45) wenigstens eine Vertiefung (42, 46) für das Steuerelement (16) der Tastvorrichtung vorgesehen ist.
     
    12. Werkzeug nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass entlang dem Umfang des Einsteckschaftes (41, 45) mehrere Vertiefungen (42, 46; 47) angeordnet sind.
     
    13. Werkzeug nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekenn­zeichnet, dass mehrere Vertiefungen (42, 46; 47) axial zueinander versetzt angeordnet sind.
     




    Zeichnung