(19)
(11) EP 0 273 989 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.07.1988  Patentblatt  1988/28

(21) Anmeldenummer: 86117413.4

(22) Anmeldetag:  15.12.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A63C 15/05, B63B 35/86, B63B 39/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(71) Anmelder: Tinkler Tail Inc.
Maui Hawaii 96708 (US)

(72) Erfinder:
  • Tinkler, Mike
    Maui Hawaii 96708 (US)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schwimmkörper oder Rumpf für den Wassersport


    (57) Die Erfindung betrifft einen Rumpf (20) für den Wassersport. Das Hinterende eines blockartigen Rumpfes derjenigen Art, wie er für Segelbretter oder anstelle eines Slalomskis beim Wasserskilaufen verwendet werden kann, ist in hori­zontaler Ebene gegabelt ausgebildet, um dadurch einen starren oberen Decksabschnitt (32) und ein flexibles, auslenk­bares Paneel (34) zu definieren, welches sich darunter er­streckt und im Abstand von dem oberen hinteren Decksab­schnitt (32) steht. Das auslenkbare Paneel (34) kann nach oben un­abhängig von dem oberen starren hinteren Decksabschnitt (32) ausgelenkt werden. Obwohl die Auslenkung des auslenkbaren Paneels (34) unterhalb des oberen hinteren Deckabschnitts (32) ohne weitere Steuerung oder Modifikationen funktionsfähig ist, sieht man von der unabhängigen Auslenkbarkeit des auslenk­baren Paneels (34) selbst bezüglich des darüberliegenden hinte­ren oberen Deckabschnitts (32) ab, werden seine Eigenschaften dadurch verbessert, daß bestimmte Steuermerkmale (40) Verwen­dung finden, die beispielsweise als Sperrelement (50,52) ausge­bildet sind, durch welches die Wölbung des auslenkbaren Paneels (34) festgelegt wird u. ein oder mehrere Anschläge (42), welche vorzugsweise federbelastet sind und welche die oberste Auslenkung eines bestimmten Abschnittes oder bestimmter Abschnitte des auslenkbaren Paneels bestimmen. Wenn der Rumpf bei einem Segelbrett oder anstelle eines Slalomskis verwendet wird, werden hierdurch erheblich bestimmte Eigen­schaften des Rumpfs verbessert.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfin dung betrifft einen Schwimmkörper oder Rumpf für den Wassersport, insbesondere den Wassersport des Windsurfens und des Wasserskilaufens mit besonderem Schwerpunkt auf Monoski oder Slalomski.

    [0002] Der Windsurfsport hat sich lediglich vor etwa 15 Jahren entwickelt und ist im Laufe dieser Zeit extrem populär, insbesondere in Europa, geworden. Windsurfregatten, die verschiedenen Wettkämpfe, Klassen oder lediglich als Sportart sind in den Vereinigten Staaten populär und haben Europa sturmartig erobert.

    [0003] Bei den fortschrittlicheren Wettkämpfen und der Zunahme der Fähigkeiten der Verwender von Segelbrettern im Zusam­menhang mit den steigenden Preisgeldern für Gewinner wur­den die Segelbretter zunehmend komplizierter, schneller und in der Verwendung flexibler und sind auf dem Markt in den verschiedensten Formen und Größen erhältlich, um den unterschiedlichen Gewichtsklassen der Benutzer, wie auch den verschiedensten Bedingungen und den verschiedensten Anwendungsfällen gerecht zu werden. Abgesehen davon sind für sämtliche Segelbretter, wie sie zur Zeit auf dem Markt erhältlich sind, sieht man von der unwahrscheinli­chen Ausnahme ab, daß das Segelbrett lediglich bei spezi­ellen Wetterarten und für einen speziellen Kurs im glei­ chen Winkel zum Wind verwendet wird, Komprisse geschlossen worden zwischen den verschiedensten Arten, bei denen das Brett Verwendung finden kann.

    [0004] Beispielsweise ist bei einem typischen Rennen im Dreiecks­kurs die Konfiguration des Rumpfes optimal, wenn sie von Bug zu Heck etwas konkav ist, insbesondere im hinteren Abschnitt. Das nach unten geneigte Hinterende zeigt die Neigung, den Bug im Wasser nach unten gegen die Kraft des anströmenden Windes zu halten, welcher versucht, den Rumpf nach hinten zu rollen und das Heck in das Wasser zu drücken. Diese Wirkung tritt hart am Wind auf. Wenn jedoch mit halbem Wind oder Vorwind gefahren wird, führt eine kon­kave Rumpfkontur dazu, daß der But oder die Bugspitze un­terschneidet und in das Wasser hineingedrückt wird, so daß es unmöglich wird, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Aus diesem Grund ist eine konveze Kontur des Unterwasser­schiffs des Rumpfes für Halbwindkurse oder Vorwindkurse ideal, so daß der Bug oder die Bugspitze niemals unter­schneidet. Es ist offensichtlich, daß bei einem starren Rumpf ein Kompromiß erreicht werden muß, welcher zu einem Rumpf führt, der weder hart am Wind noch bei Vorwindkursen optimal ist, der jedoch trotzdem ausreichend unter beiden Bedingungen verwendet werden kann.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Rumpf der oben angegebenen Art zu schaffen, welcher in jeweils opti­maler Weise den vorhandenen Bedingungen Rechnung trägt.

    [0006] Diese Aufgabe wird durch einen Rumpf gelöst, welcher einen hinteren Bodenabschnitt aufweist, der aus einem auslenkba­ren Paneel besteht, welches es ermöglicht, daß die wirksa­me Kontur des Bodens des Rumpfes geändert wird. Dies ist vorteilhaft mit oder ohne irgendwelcher der weiter unten angegebenen Merkmale, mittels derer der Winkel des auslenk­baren Paneels festgelegt wird. Das heißt, das auslenkbare Paneel allein ohne irgendwelcher weiterer Bauteile gibt dem Rumpf vorteilhafte Eigenschaften, die bei einem star­ ren Rumpf nicht erreichbar sind. Beispielsweise führt der vergleichsweise hohe Wasserdruck auf das auslenkbare Pa­neel beim Umfahren einer Wendemarke dazu, daß dieses nach oben gebogen wird, so daß hierdurch eine relativ konvexe Form des Bodens des Riggs erreicht wird, wodurch eine sehr viel engere Wendung gefahren wird als bei einem Rumpf mit geradem Boden.

    [0007] Wenn das auslenkbare Paneel mit einer verstellbaren Ein­richtung versehen ist, um dieses in einem speziellen Grad der Auslenkung festzulegen, kann das auslenkbare Paneel in dem optimalen Winkel für das jeweilige durchzuführende Manöver festgelegt werden. Beispielsweise kann das aus­lenkbare Paneel ganz nach unten gedrückt werden, so daß dem Boden des Rumpfes zwangsweise eine konkave Kontur ge­geben wird, beispielsweise hart am Wind, d. h. wenn auf die erste Wendemarke in einer üblichen Regatta entweder hart am Wind oder auf der Kreuz gefahren wird. Nachdem die erste Wendemarke erreicht ist und der Windsurfer auf einen Halbwindkurs gehalst hat, kann das auslenkbare Pa­neel in einer mittleren Position eingestellt werden, so daß der Boden des Rumpfes weder sehr konkav noch sehr kon­vex ist.

    [0008] Beim Runden der zweiten Boje, wenn es vorwind auf die Ziellinie zugeht, kann das auslenkbare Paneel gelöst wer­den oder zugelassen werden, daß es sich in seine oberste Position bewegt, wodurch die maximale Konvexität des Bo­dens des Rumpfes erreicht wird, um das Unterschneiden zu verhindern.

    [0009] Dieses gleiche Grundprinzip wurde bei einem Slalomski für das Wasserskifahren angewandt, welcher sich von jedem be­kannten Slalomski auf dem Markt unterscheidet. Der Slalom­ski nach vorliegender Erfindung unter Verwendung eines Hinterabschnitts der oben beschriebenen Art besteht aus einer Schaumstoffkonstruktion und ist breit und dick genug, um sehr viel mehr Auftrieb als ein üblicher Slalomski zu ergeben, welcher normalerweise kaum genug Auftrieb hat, um selbst zu schwimmen, geschweige denn einen Benutzer zu tragen. Die Kombination des breiteren und dickeren Skis aus dem leichtgewichtigen Baustoff mit dem auslenkbaren Paneel führt zu einer vollständig anderen Fahrweise. Ein Verwender kann tatsächlich auf dem Ski knien und dadurch zumindest teilweise schwimmen, anstelle den Wasserstart aus tiefem Wasser auszuführen oder vom Ufer aus zu star­ten, wie dies bei üblichen Slalomskis der Fall ist.

    [0010] Beim Fahren wird das auslenkabre Paneel als Kissen oder Dämpfer wirksam, wenn auf dem Wasser aus einem Sprung ge­landet wird, und wirkt ebenso als Feder, welches es dem Benutzer ermöglicht, von der Heckwelle des Zugboots abzu­springen.

    [0011] Bei beiden Ausführungsformen nach der Erfindung können variable Anschläge verwendet werden, welche die Obergren­zen der Auslenkung des auslenkbaren Paneels begrenzen und welche entweder in der Mitte oder an gegenüberliegenden Seiten der Mittellinie des Rumpfes angeordnet sein können. Die Verstellbarkeit der Anschläge oder des einen Anschlags im Falle von Slalombrettern ermöglichen es, daß ein und derselbe Rumpf von Benutzern unterschiedlicher Gewichte verwendet werden können. Die Federn, welche die Anschlags­stangen umgeben, können ferner gegen Federn größerer oder geringerer Festigkeit austauschbar sein, um dadurch den verschiedenen Gewichten der Benutzer Rechnung zu tragen.

    [0012] Im folgenden wird die Erfindung anhand von in den Zeich­nungen beispielhaft veranschaulichten Ausführungsformen näher erläutert. Es zeigt:

    Fig. 1 eine Seitenansicht des Rumpfes bei Verwendung als Segelbrett;

    Fig. 2 eine Draufsicht des Rumpfes gemäß Fig. 1;

    Fig. 3 eine teilweise Draufsicht des Hinterendes des Rump­fes;

    Fig. 4 eine Teilansicht des Hinterendes eines Rumpfes der­jenigen Art, wie er typischerweise als Slalomski verwendbar wäre;

    Fig. 5 eine teilweise geschnittene Seitenansicht des Hin­terendes des Rumpfes gemäß Fig. 1 und 2 längs der Linie 5 - 5 in Fig. 2;

    Fig. 6 eine Schnittansicht durch die Anschlagseinrichtung längs der Linie 6 - 6 von Fig. 2;

    Fig. 7 eine teilweise geschnittene Einzelansicht, welche ein motorgetriebenes System zum Ändern der Auslen­kung veranschaulicht;

    Fig. 8 eine Hinteransicht längs der Linie 8 - 8 gemäß Fig. 2, welche in gestrichelten Linien die Art und Weise zeigt, in der sich das auslenkbare Paneel um seine Längsachse verbindet;

    Fig. 9 eine Schnittansicht längs der Linie 9 - 9 in Fig. 3, welche die Auslenkung des auslenkbaren Pa­neels unter Verwendung von zwei federunterstützten Anschlägen veranschaulicht;

    Fig.10 eine Schnittansicht längs der Linie 10 - 10, welche in gestrichelten Linien die Auslenkung des auslenk­baren Paneels unter Verwendung eines einzigen mit­tigen Anschlags zeigt;

    Fig.11 eine Schnittansicht einer Einzelheit einer typi­schen federunterstützten Anschlagseinrichtung, wel­che einen Kragen in seinen konstruktiven Einzelhei­ten und in seiner Einbaulage im oberen hinteren Deckbereich des Rumpfes zeigt;

    Fig. 12 eine Draufsicht längs der Linie 12 - 12 von Fig. 11, welche die Oberseite des Anschlags mit einge­betteten Abschnitten des Anschlags in gestrichel­ten Linien veranschaulicht zeigt;

    Fig. 13 eine Draufsicht eines typischen Slalomskis; und

    Fig. 14 eine typische Schnittansicht längs der Linie 14 - 14 von Fig. 13.



    [0013] Fig. 1 zeigt einen typischen Segelbrettrumpf 20 mit einem zentralen Schwert 22 und einer hinteren Finne 24. Der Rumpf weist eine Decksfläche 26, einen Boden 28 und Sei­tenkanten 30 auf, welche allgemein als "rails" bezeich­net werden. Das Deck verjüngt sich nach hinten zu einem oberen hinteren Deckabschnitt 32, welcher von dem hinte­ren Ende des Bodens des Rumpfes getrennt ist, welches ein auslenkbares Paneel 34 bildet. Ein keilförmiger offener Raum 36 ist zwischen dem allgemein starren oberen hinteren Deckabschnitt 32 und em darunterliegenden, auslenkbaren Paneel ausgebildet. Ein federnder flexibler Schaumstoff­einsatz 38 kann eingesetzt werden, um die Kontur der Ober­fläche des Rumpfes fortzusetzen, wobei es sich hierbei um eine sozusagen kosmetische Maßnahme handelt.

    [0014] Wie bereits oben beschrieben, bietet die Verwendung des auslenkbaren Paneels ohne weitere Einzelheiten und Bau­teile bestimmte definierte Vorteile im Vergleich zu einem vollständig starren Rumpf. Ein Verwinden des auslenkbaren Paneels in Kurven ermöglicht es, engere Wendungen zu fah­ren und die Flexibilität gibt dem Benutzer eine zusätzli­che Möglichkeit, seine Kreativität zu entfalten, wenn es zu Sprüngen und Landungen kommt. Die federnden Eigenschaf­ten des Rumpfes beim Landen ermöglichen es einem Windsur­fer, welcher sonst beim Landen aus einem hohen Sprung auf­prallen würde, weich zu landen und mit im wesentlichen gleicher Geschwindigkeit weiterzufahren. Die Verwendung des Rumpfes in der Ausführungsform als Slalomski führt zu ähnlichen Vorteilen.

    [0015] Wesentlich größere Vorteile werden jedoch durch Verwendung einer Einrichtung erreicht, um das auslenkbare Paneel in einem gewählten Grad der Auslenkung festzulegen. In Fig. 5 ist eine Ausführungsform einer Einrichtung zum Einstel­len des gewünschten Grades der Auslenkung des Paneels 34 bei 40 veranschaulicht. Bei dieser Ausführungsform wird ein Hauptlängenabschnitt einer Stange 42 verwendet, wel­cher an dem oberen hinteren Decksabschnitt bei 44 ange­lenkt ist, und welcher mittels einer Feder 46 nach oben federvorgespannt ist. Am Hinterende dieses Längenab­schnitts ist ein Schwenkgelenk 48 vorgesehen, welches so­wohl am Hinterende des Hauptlängenabschnitts 42 als auch an dem auslenkbaren Paneel angelenkt ist. Der Schwenk­hebel 48 gleicht die verschiedenen Gesamtlängen der Fest­stelleinrichtung des Paneels aus, was vorgesehen sein muß, um die unterschiedlichen Abstände zwischen den zwei Ge­lenkpunkten am hinteren oberen Decksabschnitt und am aus­lenkbaren Paneel auszugleichen, wenn unterschiedliche Grade der Auslenkung eingestellt werden. Um das auslenk­bare Paneel in einer bestimmten Lage von verschiedenen Graden der Auslenkung, die möglich sind, zu halten, ist bei der veranschulichten Ausführungsform eine Ratschen­stange 50 in Verbindung mit einer Klaue 52 vorgesehen, wo­bei letztere lediglich aus einem Flansch bestehen kann, welcher, wie in Fig. 5 veranschaulicht, in dem oberen hin­teren Decksabschnitt montiert ist.

    [0016] Die Ratschenstange bei der Ausführungsform gemäß Fig. 5 weist ein Fußpolster 54 am Oberende auf und ist in die mit der Klaue in Eingriff stehende Stellung mittels einer Feder 56 vorgespannt. Folglich kann der Benutzer, welcher auf dem Rumpf steht, das Fußpolster nach hinten und nach unten schieben, um dadurch die maximale Auslenkung des auslenkbaren Paneels einzustellen oder er kann alternativ das Fußpolster außer Eingriff mit der Klaue drücken und einen Teil des Drucks auf dem auslenkbaren Paneel entla­ sten, so daß dies nach oben in eine der oberen Stellungen, wie sie in Fig. 5 in gestrichelten Linien veranschaulicht sind, schwenkt. Folglich wird die wirksame Konfiguration des Bodens des Rumpfes oder zumindest des Hinterabschnit­tes des Rumpfes leicht zwischen Konvexität und Konkavität verstellbar.

    [0017] Es wird darauf hingewiesen, daß, nachdem einmal das aus­lenkbare Paneel mittels der Feststelleinrichtung 40 fest­gelegt ist, dieses in dieser Stellung unabhängig davon verbleibt, welche Position der Windsurfer auf dem Segel­brett einnimmt. Mit anderen Worten, hat dieser eine voll­ständige Bewegungsfreiheit, wie sie bei einem Rennen oder einem anderen Wettkampf erforderlich ist, mit der einzigen Ausnahme, wenn tatsächlich eine Umschaltung von einer Kon­figuration zu einer anderen des auslenkbaren Paneels vor­genommen wird.

    [0018] Um einem Benutzer noch größere Freiheit bei Änderung und Umstellung des auslenkbaren Paneels zu geben, kann, wie in Fig. 7 veranschaulicht, eine Ausführungsform Verwendung finden, bei welcher ein kleiner, möglicherweise batterie­getriebener Motor 58 vorgesehen ist, welcher eine Schnek­kenwelle 60 antreibt, die sich in einem mit einem Innenge­winde versehenen Kragen 62 um die vertikale Achse dreht. Hierdurch wird die Gewindewelle 64 nach oben und nach un­ten bewegt, um den Hauptlängenabschnitt 40 der Feststell­einrichtung des Paneels zu bewegen. Der Vorteil der Ver­wendung eines Elektromotors dieser Art besteht darin, daß dieser von jeder Stelle des Segelbretts aus gesteuert wer­den kann, beispielsweise durch ein oder mehrere Schalter 66, die an dem Gabelbaum 69 des Segelbretts montiert sein können. Der Benutzer muß ohnehin seine Hände an dem Gabel­baum haben, um das Segelbrett zu steuern, so daß es sehr einfach ist, die Einstellung des auslenkbaren Paneels vorzunehmen oder Neueinstellungen durchzuführen, und zwar während eines Rennens, ohne daß hierbei die Körperposition im geringsten geändert werden muß.

    [0019] Zusätzlich zu den Feststelleinrichtungen für die Auslen­kung sind Anschlagsvorrichtungen gezeigt, welche tatsäch­lich nicht genau die Position des auslenkbaren Paneels steuern, sondern lediglich dessen Position bei maximaler oberer Auslenkung definieren. Zusätzlich dient eine Schrau­benfeder um den Anschlag für maximale Auslenkung dazu, einen zunehmenden Widerstand zu erzeugen, wenn das aus­lenkbare Paneel oder ein Abschnitt desselben sich dem po­sitiven Anschlagen am Boden der Anschlagstange nähert. Ein typischer Anschlag ist in Einzelheiten in Fig. 11 ge­zeigt. Er besteht aus einem Kragen 70, welcher in dem Schaum und er Glasmatte des oberen hinteren Decksab­schnitts eingebettet ist. Der Kragen weist einen nach außen weisenden unbeweglichen Abschnitt 72 auf, welcher mit einem Innengewinde versehen ist, und einen inneren Abschnitt 74, welcher in den mit Gewinde versehenen äuße­ren Abschnitt eingeschraubt ist und hier quasi ständig verbleibt.

    [0020] Die Innenseite des Innenabschnitts ist ebenfalls mit einem Gewinde versehen und nimmt die ein gleiches Gewinde tra­gende Anschlagstange 76 auf. Die Anschlagstange bewegt sich nach oben und nach unten in dem Kragen, wenn dieser in einer der beiden Richtungen gedreht wird. Die Drehung erfolgt mittels der axialen Bohrung 80 in der Anschlag­stange, welche nicht kreisförmig ist. Bei der veranschauö lichten Ausführungsform ist sie, wie in Fig. 12 bei 80 gezeigt, sechseckig ausgebildet. Eine sechseckige Welle 82 weist einen einstückigen Knauf 84 auf, welcher in den Kragen einschnappt, so daß die Welle und der Knauf frei drehbar sind, sich jedoch axial nicht bewegen können.

    [0021] Wenn der Knauf gedreht wird, dreht dieser die sechseckige Welle, welche die Stange 76 dreht, so daß diese nach oben oder unten bewegt wird. Die Stange 76 ist die Anschlag­stange, so daß der wirksame Anschlagspunkt, welcher für einen bestimmten Teil des auslenkbaren Paneels definiert ist, somit verstellbar ist. Der Grad, in dem die Anschlag­ stange verstellt wird, kann festgelegt werden, falls ein Schaltsystem verwendet wird, wie dies in Fig. 12 veran­schaulicht ist, wobei hier eine Draufsicht des Anschlages gemäß Fig. 11 gezeigt ist. Der Knauf 84 weist einen Zei­ger 86 auf, welcher mit den verschiedensten Rippen, Zah­len oder anderen Anzeigen auf der flachen umgebenden Flä­che des Kragens zur Deckung gebracht wird. Dieses Merkmal ist insofern von Bedeutung, indem hierdurch der Benutzer von oben feststellen kann, wie weit nach unten die An­schlagstange eingestellt ist. Normalerweise ist es nicht möglich, daß ein Benutzer unter den oberen hinteren Decks­abschnitt herumsehen kann, um festzustellen, wie weit nach unten sich die Anschlagstange erstreckt.

    [0022] Diese Anschläge können in seitlichen Abständen auf einan­der gegenüberliegenden Seiten der Mittellinie des Rumpfes vorgesehen sein, und zwar in Verbindung mit den Feststell­einrichtungen des Auslenkbaren Paneels, wie dies in Fig. 2 bei 88 veranschaulicht ist. Gleichfalls können diese ohne die in der Mitte angeordnete Vorrichtung, wie in Fig. 3 veranschaulicht, verwendet werden. Die Anschläge selbst erzeugen ein gewisses Maß der Steuerung, welche für den Benutzer vorteilhaft ist.

    [0023] In Fig. 4 ist ein einzelner mittlerer Anschlag gezeigt, wobei diese Figur der Zeichnungen beispielsweise das Heck eines Slalomskis zeigt, wobei jedoch diese Ausführungs­form auch bei Segelbrettern durch die mögliche Verwindung trotz voreingestellter Auslenkung von Vorteil ist. Dieses Heck ist schmäler als beim Rumpf eines Segelbretts und ist in seiner Gesamtansicht in Fig. 13 gezeigt. Wie oben er­wähnt, kann ein einziger Anschlag mit der Möglichkeit zur Veränderung der nach oben gerichteten Auslenkung des aus­lenkbaren Paneels Verwendung finden, um verschiedenen Be­dingungen beim Wellenreiten und verschiedenen Gewichten der Benutzer Rechnung zu tragen. Durch Ersetzen der Feder 88, welche die Anschlagstange umgibt und nach oben gegen den Unterteil des Kragens 70 drückt, können in einfacher Weise verschiedene Gewichte von Benutzern berücksichtigt werden.

    [0024] Wie in Fig. 14 angedeutet, unterscheidet sich die Bauart der in Fig. 13 und 14 veranschaulichten Ausführungsform von einem typischen Slalombrett dahingehend, daß hier eine definierte Dicke des Brettes vorliegt, welche für eine Schwimmfähigkeit sorgt, und daß, wie bei 90 angedeutet, die Unterseite doppelt konkav ist. Die Dicke, der Auftrieb und das auslenkbare Paneel werden zusammen wirksam, um et­was zu schaffen, was letztlich zu einem neuen Gerät für einen neuen Sport führt. Das Fahren des für den Slalom ge­eigneten Rumpfs unterscheidet sich wesentlich und führt zu einem vollständig unterschiedlichen Gefühl im Vergleich zum Fahren mit dem üblichen dünnen, aus Holz bestehenden Slalomski. Zusätzlich zu dem vorgesehen Auftrieb, ist die­ser Ski beim Landen weicher, weist eine höhere Sprungfä­higkeit beim Springen auf und ist im allgemeinen leichter zu verwenden als ein normaler Slalomski, wobei die dem Sportler an Hand gegebenen Möglichkeiten sehr viel größer sind.

    [0025] Zusammenfasend kann festgestellt werden, daß bei sämtli­chen Ausführungsformen mit oder ohne den Feststelleinrich­tungen für das auslenkbare Paneel oder die mittleren oder seitlichen federbelasteten Anschläge die Anwendung des Auslenkbaren Paneels beim Segelbrett oder beim Slalomski beim Segelbrett zu einer Manövrierfähigkeit bei hohen Ge­schwindigkeiten und Vorteilen beim Springen führt und beim Slalomski zu einer leichteren Fahrweise und einer hohen Flexibilität bei Manövern, welche bei beiden Sportarten bisher nicht erreichbar war. Wenn dieEinrichtungen zum Feststellen der Auslenkung oder die Anschläge hinzugefügt werden, kann zusätzlich eine noch genauere Kontrolle für den Benutzer erreicht werden, indem die oben erwähnten Vorteile dadurch ergänzt werden, daß eine noch größere Wendigkeit, Geschwindigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Spannung erreicht wird als ohne diese Merkmale. In beiden Ausführungsformen ist die Erfindung von Bedeutung und stellt ein meßbares Abweichen von üblichen Lösungen bei der Entwicklung von Rümpfen dar, selbst wenn man die hoch­technische Natur von Lösungsvorschlägen und Ausführungs­formen bekannter Rümpfe berücksichtigt.


    Ansprüche

    1. Rumpf für den Wassersport, insbesondere Segelbrettrumpf oder Wasserski mit einem vorderen Abschnitt mit einem Deck, einem Boden und Seitenkanten (rails) und einem hinteren Rumpfabschnitt, gekennzeichnet durch folgende Bestandteile:

    a) Einen starren oberen hinteren Decksabschnitt, welcher eine hintere Fortsetzung des Decks des Vorderabschnit­tes bildet und im wesentlichen starr ausgebildet ist;

    b) ein auslenkbares, federndes Bodenpaneel, welches eine Fortsetzung des Bodens des Vorderabschnittes bildet und welches sich unterhalb des hinteren Decksabschnittes erstreckt und nach oben unabhängig von dem hinteren Decksabschnitt derart auslenkbar ist, daß ein zunehmen­der Wasserdruck gegen den Boden des auslenkbaren Paneels zunehmend das Paneel in eine gekrümmte Konfiguration drückt, um die wirksame Kontur der Bodenfläche des Rump­fes zu ändern.


     
    2. Rumpf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Ein­richtungen vorgesehen sind, um im wesentlichen einen Teil des auslenkbaren Paneels gegen eine Auslenkung und in ei­nem wählbaren Grad der Auslenkung festzulegen.
     
    3. Rumpf nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen zum Feststellen verstellbar sind, um zumin­dest einen Teil des auslenkbaren Paneels in einem wählbaren von einer Vielzahl unterschiedlicher Grade der Auslenkung festzulegen.
     
    4. Rumpf nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Festlegen einen Verbindungsarm aufweist, welcher an beiden Enden verschwenkbar zwischen dem oberen hinteren Decksabschnitt und dem auslenkbaren Paneel gela­gert ist.
     
    5. Rumpf nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungsarm einen Hauptlängenabschnitt und ein ver­schwenkbares Verbindungsglied aufweist, und daß das ver­schwenkbare Verbindungsglied zwischen dem Hauptlängenab­schnitt und dem auslenkbaren Paneel gelenkig gelagert ist.
     
    6. Rumpf nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß Rast­einrichtungen zum Festlegen des Arms in einer gewählten Winkelstellung zwischen dem oberen hinteren Decksabschnitt und dem auslenkbaren Paneel vorgesehen sind, um wählbar die Auslenkung zu ändern.
     
    7. Rumpf nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Rasteinrichtung eine Ratschenstange und eine Klaue auf­weist, um wahlweise in Ratschenstange in verschiedenen Positionen einzurasten, wobei eines dieser Elemente an dem hinteren oberen Decksabschnitt und das andere dieser Ele­mente an dem auslenkbaren Paneel montiert ist.
     
    8. Rumpf nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Klaue an dem oberen hinteren Decksabschnitt und die Rat­schenstange gelenkig an dem auslenkbaren Paneel montiert ist und sich nach oben durch den hinteren oberen Decksab­schnitt erstreckt und dadurch durch eine Person, die auf dem Rumpf steht, einstellbar ist, um den Grad der Auslen­kung des auslenkbaren Paneels zu verändern.
     
    9. Rumpf nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ratschenstange in Richtung der Klaue federvorgespannt ist und ein Fußpolster oberhalb des oberen hinteren Decksab­schnitts aufweist, so daß ein Benutzer auf dem Rumpf mit dem Fuß das Fußpolster drücken kann, um die Ratschenstange außer Eingriff von der Klaue zu bringen und um in einer wählbaren Position die Ratschenstange wieder mit der Klaue in Eingriff zu bringen.
     
    10. Rumpf nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Feststellen elek­trisch angetrieben ist und durch ein Betätigungsorgan be­tätigt wird, welches für einen Benutzer auf dem Rumpf leicht zugänglich ist.
     
    11. Rumpf nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Rumpf als Rumpf eines Segelbrettes ausgebildet ist, welches einen Gabelbaum aufweist, und daß das Betätigungsorgan min­destens einen Schalter enthält, welcher betriebsmäßig mit der Feststelleinrichtung verbunden ist und welcher auf dem Gabelbaum montiert ist.
     
    12. Rumpf nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Feststelleinrichtung eine senk­rechte verstellbare Stange aufweist, welche nach unten von dem starren Deck vorsteht und als Anschlag für mindestens einen Teil des auslenkbaren Paneels wirksam ist.
     
    13. Rumpf nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Stange mit einem Gewindekragen in gewindemäßigem Eingriff steht, der in dem oberen hinteren Decksabschnitt montiert ist, und daß die Stange von Hand in dem Kragen drehbar ist, um dadurch die senkrechte Einstellung der Stange in dem Kra­gen durchzuführen.
     
    14. Rumpf nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Stange umgebend eine Schraubenfeder vorgesehen ist, welche an ihrem Oberende an dem Kragen anliegt und nach unten vor­steht, um den Anschlag des auslenkbaren Paneels beim Aus­lenken nach oben in Berührung mit dem Anschlag abzufedern.
     
    15. Rumpf nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Stange eine nicht kreisförmige, im wesentlichen axiale Boh­ rung aufweist und eine Welle von im wesentlichen gleichem Quershcnitt wie die Bohrung enthält und in diese eingepaßt ist, daß die Welle Einrichtung aufweist, um eine Axialbe­wegung zu verhindern und eine die Drehbewegung bewirkende Einrichtung an ihrem Oberende aufweist, derart, daß die Welle von Hand drehbar ist, um dadurch die axiale Verstel­lung der Stange zu bewirken, ohne daß sich die Welle axial bewegt.
     
    16. Rumpf nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Hervorrufen der Drehbewegung einen ge­rändelten Knauf am Oberende der Welle aufweist.
     
    17. Rumpf nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Kragen nicht drehbare Flächenbereiche um den Knauf aufweist, und daß die nicht drehbaren Flächenbbereiche und der drehbare Knauf zusammen eine Anzeigevorrichtung bilden, welche die unterschiedlichen Grade relativer Dre­hung zwischen Knauf und Kragen anzeigt.
     
    18. Rumpf nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Stange einzeln vorgesehen ist und im wesentlichen auf der Axialmittellinie des Rumpfes angeordnet ist.
     
    19. Rumpf nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Stange doppelt vorgesehen ist und im seitlichen Ab­stand im wesentlichen symmetrisch zur Längsmittellinie des Rumpfes angeordnet ist.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht