[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung
von tiefgezogenen Verschlußmembranen für Dosen gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches
bzw. dem Oberbegriff des Anspruches 2.
[0002] Tiefgezogene Verschlußmembranen für insbesondere Lebensmittel aufnehmende Dosen sind
bekannt. Hierbei ist ein Membrankragen vorgesehen, der den oberen Rand der Dose abdeckt
und schützt, wobei ein Dosenüberdeckungsteil den Doseninhalt übergreift. Bei Öffnen
der Dose wird der Dosenüberdeckungsteil abgezogen. Außerdem ist ein sogenannter Steckdeckel
vorgesehen, der bei noch vorhandenem Dosenüberdeckungsteil diesen gegen Beschädigungen
schützt und bei abgenommenem Dosenüberdeckungsteil den Doseninhalt schützend übergreift.
[0003] Um die Trennung zwischen Membrankragen und Dosenüberdeckungsteil vorzunehmen, ist
es bekannt, bei in die Dose eingesetzter Verschlußmembrane diese von innen her mit
einem umlaufenden Schneidmesser aufzu trennen. Diese Anordnung und Verfahrensweise
hat den Nachteil, daß häufig die eigentliche Dose verletzt wird, so daß dort Zersetzungserscheinungen
auftreten können. Außerdem ist dieses Verfahren deshalb nachteilig, da insbesondere
bei aus Pappe bestehenden Dosen der Innendurchmesser nie genau konstant ist, so daß
es vorkommen kann, daß auf einem Bereich die Dose sehr tief eingeschnitten wird, in
einem anderen Bereich aber eine Trennung der Verschlußmembrane nicht erfolgt.
[0004] Aus der DE-PS 31 13 279 ist es bekannt, die Verschlußmembrane von außen her aufzuschneiden
und im getrennten Zustand in die Dose einzusetzen. Diese Verfahrensweise ist aufwendig,
da das von außen wirksame Schneidwerkzeug einen erheblichen Maschinenaufwand erfordert
und das Aufschneiden und Einsetzen nur in einem kombinierten Arbeitsvorgang erfolgen
kann, d.h. die aufgetrennte Verschlußmembrane ist für sich selbst nicht mehr handhabungsfähig,
kann beispielsweise nicht verschickt werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein kostengünstiges Verfahren zu schaffen,
bei welchem das Trennen des Membrankragens vom Dosenüberdeckungsteil vom Inneren
der tiefgezogenen Verschlußmembrane her erfolgen kann, weiterhin aber kein vollständiges
Trennen zwischen den beiden Teilen erfolgt, so daß auch nach Durchführen des Trennvorganges
die eigentliche tiefgezogene Verschlußmembrane noch handhabungsfähig ist und beispielsweise
in einer anderen Maschine oder an einem anderen Ort in die Dose eingesetzt werden
kann.
[0006] Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die Lehre des Hauptanspruches
gelöst.
[0007] Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist im Anspruch 2 und weitere Einzelheiten
sind in den weiteren Unteransprüchen erläutert.
[0008] Mit anderen Worten ausgedrückt, schlägt die Erfindung vor, daß in die Werkzeugmaschine,
in der die Formung der tiefgezogenen Verschlußmembrane erfolgt, gleichzeitig im Inneren
der topfförmigen Verschluß membrane ein Schneidwerkzeug angeordnet ist, das durch
eine einfache Bewegung eines Druckstempels zur Wirkung gebracht werden kann, wobei
der Druckstempel sich quer zur Projektionsebene des Schneidmessers erstreckt und in
der gleichen Richtung arbeitet wie der Formstempel für die Verformung der Verschlußmembrane
und daß weiterhin die Trennung zwischen dem Membrankragen und dem Dosenüberdeckungsteil
nur auf einem Teil des Umfanges des Schneidmessers erfolgt, so daß dadurch zwar eine
saubere Trennung in den gewünschten Bereichen zwischen den beiden Teilen erfolgt,
aber noch Stege vorhanden sind, die die beiden Teile miteinander zusammenhalten,
wobei diese Stege aber so klein sind, daß sie problemlos beim Einsetzen der Verschlußmembrane
in die Dose aufgetrennt werden können.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren hat gegenüber dem aus der DE-PS 31 13 279 bekannten
Verfahren weiterhin den Vorteil, daß Schneidgrate nach außen der Verschlußmembrane
gerichtet sind, also zum Inneren des eigentlichen Dosenmantels, so daß beim Einsetzen
des Steckdeckels oder Entfernen des Steckdeckels hier keine Verletzung der Verschlußmembrane
auftreten kann.
[0010] Vorzugsweise ist das Schneidmesser als rundes oder polygonales Schneidringmesser
ausgebildet und kann an seinem Umfang mit Kerben ausgebildet, aber auch ohne Kerben
ausgebildet sein.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung erläutert.
[0012] Die Zeichnung zeigt dabei in
Fig. 1 teilweise geschnitten, teilweise schaubildlich ein Schneidringmesser, in
Fig. 2 die Anordnung des Schneidringmessers in einer Formstation im Ruhezustand des
Schneidmessers und in
Fig. 3 die Anordnung des Schneidringmessers in der Formstation bei niedergedrücktem
Druckstempel.
[0013] In Fig. 1 ist mit 1 ein rundes Schneidringmesser bezeichnet, das aus Federstahl besteht
und eine angeschärfte Schneidkante 2 aufweist. Das Schneidringmesser 1 ist in Art
einer Tellerfeder ausgebildet, d.h. es ist von dem Außenumfang der Schneidkante
zum Inneren hin ansteigend ausgebildet und weist außerdem eine Innenöffnung 3 auf,
die der Aufnahme eines Widerlagers 4 eines Druckstempels 5 dient.
[0014] Die eigentliche Schneidkante 2 ist am äußeren unteren Bereich des Schneidringmessers
1 vorgesehen.
[0015] Über den Umfang der Schneidkante verteilt sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
Kerben 6 ausgearbeitet, d.h. im Bereich dieser Kerben 6 ist die Schneidwirkung der
eigentlichen Schneidkante 2 unterbrochen. Mit 7 ist eine Verschlußmembrane bezeichnet,
die ein Dosenüberdeckungsteil 8 und einen Membrankragen 9 aufweist, der bei der Darstellung
in Fig. 2 und 3 noch nicht vollständig umgebogen ist, sondern das vollständige Umbiegen
des Membrankragens 9 erfolgt erst im aufgesetzten Zustand auf die in der Zeichnung
nicht dargestellte Dose.
[0016] Der Druckstempel 5 wird in Richtung des Pfeiles
F in Fig. 3 bewegt und bewirkt bei seinem Niedergang eine Verschiebung der Schneidkante
2 nach außen, so wie dies in Fig. 3 dargestellt ist, während in Fig 2 die Schneidkante
nach innen eingezogen ist, so daß ein problemloses Formen der eigentlichen Verschlußmembrane
7 erfolgen kann.
[0017] Wird nunmehr - wie in Fig. 3 dargestellt - der Druckstempel 5 nach unten bewegt,
gelangt die eigentliche Schneidkante in die in der Zeichnung übertrieben dick dargestellte
Verschlußmembrane 7 und trennt im Bereich der Schneidkante 2 die Verschlußmembrane
durch, so daß dadurch das Dosenüberdeckungsteil 8 und der Membrankragen 9 geschaffen
werden.
[0018] Da aber die Schneidwirkung des Schneidringmessers 1 entweder aufgrund der Kerben
6 oder bei glatter Schneidkante 2, weil die Abwärtsbeweung in Richtung des Pfeiles
F geringer ist, nicht über den gesamten Umfang erfolgt, hängen der Membrankragen 9
und der Dosenüberdeckungsteil 8 noch zusammen und sind daher als Gesamtheit handhabbar.
[0019] Wird nunmehr die so eingeschnittene Verschlußmem brane 7 in an sich bekannter Weise
in eine Dose eingesetzt, erfolgt beim Einsetzen ein Trennen zwischen Membrankragen
9 und Dosenüberdeckungsteil 8, wobei eventuell entstehende Schneidgrate im Bereich
der Verschlußmembrane 7 durch die Schneidkante 2 nach außen der Verschlußmembrane
7 gerichtet sind, d.h. zum Inneren der Dosenwandung. Wird anschließend ein nicht dargestellter
Steckdeckel eingesetzt, bilden diese Schneidgrate keine Behinderung für den Deckel
und hier kann es nicht zu Beschädigungen der Verschlußmembrane 7 kommen.
1. Verfahren zur Herstellung einer tiefgezogenen Verschlußmembrane für Dosen, bei
welchem ein Dosenüberdeckungsteil in den Dosenrumpf eingeschoben wird und ein Membrankragen
in die Dose eingesetzt den Dosenrand übergreift und beide Verschlußmembranteile im
eingesetzten Zustand voneinander getrennt sind, dadurch gekennzeichnet, daß während der Formung der topfförmigen Verschlußmembrane vom Inneren her der Membrankragen
vom Dosenüberdeckungsteil fast vollständig getrennt wird und bei Einsetzen der Verschlußmembrane
in die Dose eine vollständige Trennung von Membrankragen und Dosenüberdeckungsteil
erfolgt.
2. Vorrichtung zur Herstellung einer tiefgezogenen Verschlußmembrane für Dosen, wobei
die Verschlußmembrane ein in den Dosenrumpf eingeschobenes Dosenüberdeckungsteil
und einen Membrankragen aufweist, der den Dosenrand übergreift und weiterhin ein Druckstempel
vorgesehen ist, der in Richtung der Längsachse der Dose bewegbar ist, gekennzeichnet durch ein an seinem Außenumfang eine Schneidkante (2) aufweisendes Schneidringmesser (1)
aus Federstahl, das von der Schneidkante (2) zu seiner Innenöffnung (3) ansteigend
ausgebildet ist und der Druckstempel (5) senkrecht zur Projektionsebene des Schneidringmessers
(1) bewegbar ist und bei seiner Bewegung die Schneidkante (2) nach außen zwingt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn zeichnet, daß die Schneidkante (2) über den Umfang verteilt mehrere Kerben (6) aufweist, die
die Schneidwirkung in diesem Bereich aufheben.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Schneidringmesser an seinem Außenumfang ringförmig ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Schneidringmesser an seinem Außenumfang polygonal ausgebildet ist.