(19)
(11) EP 0 274 016 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.07.1988  Patentblatt  1988/28

(21) Anmeldenummer: 87115943.0

(22) Anmeldetag:  20.12.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D01H 4/50
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH FR IT LI

(30) Priorität: 26.01.1982 DE 3202428

(62) Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ:
82111829.6 / 0084659

(71) Anmelder: Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau Aktiengesellschaft
85046 Ingolstadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Mayer, Walter
    D-8070 Ingolstadt (DE)
  • Lovas, Kurt
    D-8079 Böhmfeld (DE)
  • Wittmann, Stephan, Dipl.-Ing. (TU)
    D-8070 Ingoldstadt (DE)

(74) Vertreter: Canzler, Rolf, Dipl.-Ing. 
c/o Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau Aktiengesellschaft Postfach 10 09 60
85046 Ingolstadt
85046 Ingolstadt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Vorrichtung zum Anspinnen einer Offenend-Spinnvorrichtung


    (57) Beim Anspinnen einer Offenend-Spinnvorrichtung wird der von einer Spule abgezogene und abgelängte Faden (3) unter Bildung einer Fadenreserve in eine Stellung zum Einführen in die Spinnvorrichtung gebracht. Sodann wird das Fadenende in eine Bereitschaftsstellung innerhalb des Fadenabzugsrohres gebracht, aus welcher das Fadenende durch Auflösen der Fadenreserve bis auf die Fasersammel­fläche der Spinnvorrichtung zurückgeliefert wird. An­schließend wird der wiederangesponnene Faden wieder abgezogen. Für das Rückliefern des Fadenendes in eine Bereitschaftsstellung ist eine auf den Durchmesser der Fasersammelfläche einstellbare Längenmeßvorrichtung vorgesehen, während für die Rücklieferung des Fadens auf die Fasersammelfläche zwischen Spinnvorrichtung und Spule ein den Faden (3) umlenkendes Fadenabwurforgan (25) vorgesehen ist.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anspinnen einer Offenend-Spinnvorrichtung, bei welchem der Faden von einer Spule abgezogen, abgelängt und das Fadenende unter Bildung einer Fadenreserve in eine Stel­lung zum Einführen in die Spinnvorrichtung gebracht wird und das Fadenende aus der Fadenreserve in die Spinn­vorrichtung zurückgeliefert und der wiederangesponnene Faden abgezogen wird.

    [0002] Es ist bekannt, daß beim Spinnen mit verschiedener Ge­schwindigkeit Garne unterschiedlicher Charakteristik entstehen. Deshalb bemüht man sich in der Praxis, das Anspinnen möglichst bei Produktionsgeschwindigkeit vorzu­nehmen. Um dabei zu einem erfolgreichen Anspinnen und auch zu einem in Garn nicht störenden Ansetzer zu ge­langen, müssen beim Anspinnen für das Rückliefern des Fadens in den Spinnrotor, für die Zuspeisung der Fasern und das Einsetzen des Fadenabzuges aus dem Spinnrotor genaue Zeitverhältnisse eingehalten werden. Die entspre­chenden Aggregate laufen mit den für das Ansetzen bzw. für das Spinnen gewählten Geschwindigkeiten und werden entsprechend dem zeitlichen Einsatz gesteuert. Je nach der zu spinnenden Garnnummer ist beim Anspinnen auf das frühzeitige Einsetzen der Speisung zu achten, damit die entsprechende Fasermenge im Rotor rechtzeitig zur Verfügung steht, mit welcher das zurückzulieferende Fadenende entsprechenden Kontakt finden kann, bevor der Fadenabzug einsetzt. Erfolgt der Fadenabzug zu spät, so wird der Faden überdreht, und es entsteht ein Faden­bruch. Andererseits kann sich bei zu kurzer Verweildauer das Fadenende im Spinnrotor nicht genügend mit dem Faser­ring verbinden, so daß durch den plötzlich einsetzenden Fadenabzug ebenfalls ein Fadenbruch entsteht.

    [0003] Gemäß einem gattungsgemäßen Verfahren wird der von der Spule abgezogene Faden zum Anspinnen vor die Mündung des Fadenabzugsrohres gebracht (DE-OS 20 12 108). Sodann wird der Anspinnfaden durch Rückdrehen der Spule unter Ausnützung des Spinnunterdruckes in das Fadenabzugsrohr eingeführt und sofort bis in die Sammelrille des Spinn­rotors zurückgeliefert. Wegen der Trägheit der Spule ist auf diese Weise die Verweildauer des Fadens im Spinn­rotor recht groß, so daß - insbesondere bei höheren Rotordrehzahlen - die Gefahr besteht, daß der Faden überdreht wird und ein Fadenbruch entsteht.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, die diese Nachteile vermei­den und gute Ansetzer bei hoher Spinngeschwindigkeit ermöglichen.

    [0005] Zur Lösung der Aufgabe wird erfindungsgemäß das Fadenende aus der Stellung zum Einführen in die Spinnvorrichtung zunächst innerhalb des Fadenabzugsrohres in eine Bereit­schaftsstellung gebracht, aus der das Fadenende durch Auflösen der Fadenreserve bis auf die Fasersammelfläche zurückgeliefert wird. Die Rücklieferzeit des Fadens für die Kontaktaufnahme mit den Fasern im Rotor wird hierdurch auf ein Minimum reduziert. Es werden eine präzise und doch individuelle Zeitsteuerung bei hoher Spinngeschwindigkeit ermöglicht und Ansetzer hoher Qualität erreicht. Das Rückliefern des Fadens in die Offenend-Spinnvorrichtung erfolgt in zwei Stufen, wobei in der ersten Stufe die Zumessung des Fadens erfolgt. Diese erste Rücklieferstufe schließt die Bildung einer Fadenreserve ein, deren Freigabe unabhängig von der Rückliefergeschwindigkeit der ersten Stufe ist. Durch diese zweite Stufe der Fadenrücklieferung, die durch die Freigabe des Fadens bewirkt wird, gelangt der Faden in Kontakt mit den Fasern auf der Fasersammelfläche. Durch diese Fadenfreigabe ergibt sich nicht nur eine gewisse Selbststeuerung des unmittelbaren Anspinnvorganges, sondern es ergeben sich auch stets gleiche Voraus­setzungen.

    [0006] Vorzugsweise beginnt der Abzug des wiederangesponnenen Fadens in einem zeitlich bestimmbaren Abstand zum Auf­lösen der Fadenreserve, so daß eine Anpassung an verschie­dene Materialien etc. möglich ist.

    [0007] Die Bereitstellung des Fadenendes für das Anspinnen erfolgt vorteilhafterweise dadurch, daß der Faden beim Ablängen auf eine solche Länge gebracht wird, daß das dem Fadenabzugsrohr unter Bildung der für die Rückliefe­rung aus der Bereitschaftsstellung erforderlichen Faden­reserve zugeführte Fadenende bis vor die Mündung des Fadenabzugsrohres reicht, und durch erneute Rücklieferung von der Spule um eine bestimmte Wegstrecke in die Bereitschaftsstellung gebracht wird.

    [0008] Wenn Fasersammelfächen unterschiedlicher Durchmesser zum Einsazt kommen, so ist es erforderlich, den Rücklie­ferweg hierauf abzustimmen. Um hier konstante Anspinnver­hältnisse zu erzielen, soll die eigentliche Anspinnrück­lieferung stets unter konstanten Bedingungen ablaufen. Deshalb erfolgt die Anpassung an die unterschiedlichen Durchmesser zweckmäßigerweise nicht durch die Größe der Fadenreserve, sondern die Wegstrecke wird erfindungs­gemäß in Abhängigkeit vom Durchmesser der Fasersammel­fläche der Offenend-Spinnvorrichtung bestimmt, so daß unabhängig von dem jeweils gewählten Durchmesser der Fasersammelfläche der Weg der Anspinnrücklieferung durch das Freigeben der Fadenreserve stets gleich groß ist.

    [0009] Um eine besonders rasche Freigabe der Fadenreserve zu ermöglichen, erfolgt dieses Freigeben der Fadenreserve vorzugsweise durch Abwerfen des Fadens.

    [0010] Durch die Maßnahme, daß der Faden nach Beendigung der Rücklieferung bis zum Einsetzen des normalen Spinnabzuges in einer größeren Entfernung von der Offenend-Spinnvor­richtung als dieser Spinnabzug einem Hilfsabzug unter­worfen wird, kann sich die für das Ansetzen im Faden notwendige Drehung individuell dem Faden anpassen. Der Fadenabzug setzt weich ein, wodurch das Anspinnen bei hohen Spinngeschwindigkeiten ebenfalls begünstigt wird. Die Fadenbruchzahlen beim Anspinnen werden herabgesetzt, und die Reißfestigkeit im Ansetzer wird wesentlich erhöht.

    [0011] Der Hilfsabzug kann erfindungsgemäß - je nach Konstruk­tion der Anspinnvorrichtung - unabhängig vom Aufwinden oder auch ausschließlich durch die Spule erfolgen. Nach einer kurzen Zeit, die ausreicht, daß der Hilfsabzug seine volle Geschwindigkeit erreicht, wird der Faden an das Abzugswalzenpaar übergeben. Da der Faden zu diesem Zeitpunkt bereits mit voller Geschwindigkeit von der Offenend-Spinnvorrichtung abgezogen wird, gibt es hierbei keinen Geschwindigkeitssprung, so daß auch zu diesem Zeitpunkt die Gefahr von Fadenbrüchen nicht besteht.

    [0012] Zum Kompensieren der unterschiedlichen Spulendurchmesser und der hierdurch bedingten unterschiedlichen Spulen­mitnahme ist vorteilhalfterweise vorgesehen, daß der Anpreßdruck zwischen Spule und Spulenantrieb mit wachsen­dem Spulendurchmesser erhöht wird.

    [0013] Zweckmäßigerweise ist vorgesehen, daß der Anlauf des Fadenabzuges bei einer geringeren in der Offenend-Spinn­vorrichtung wirksammen Fasermenge sanfter und bei einer größeren in der Offenend-Spinnvorrichtung wirksamen Fasermenge stärker beschleunigt wird. Dadurch ist im Augenblick des Einsetzens des Fadenabzuges weniger Faser­material in der Offenend-Spinnvorrichtung erforderlich, d.h. die Verweilzeit zwischen Ende der Rücklieferung und Beginn des Fadenabzuges kann kürzer gehalten werden, so daß die sonst zu einer Dickstelle in der Fadenstärke führende übermäßige Fasermenge in der Offenend-Spinnstel­le vermieden werden kann, während gleichzeitig infolge der richtigen Drehungsfortpflanzung in die Offenend-Spinn­vorrichtung die Garnfestigkeit gegenüber den bisher auf übliche Weise erzeugten Fadenansetzern nicht abfällt.

    [0014] Gemäß einem besonders vorteilhaften Verfahren wird vor dem Wiederanspinnen der Druckroller des Abzugswalzen­paares von der angetriebenen Walze abgehoben, der Faden nach dem Ablängen dem Abzugsrohr vorgelegt, so daß der Faden einen gekrümmten Verlauf über die angetriebene Walze nimmt, und zum Einsetzen des normalen Spinnabzuges wieder aufgesetzt, wenn die Spule die volle Spulge­schwindigkeit erreicht hat. Hierdurch läßt sich ein präzises und garnschonendes Einsetzen des Fadenabzuges erzielen, wobei eine Steuerung des Druckrollers von einer Wartungsvorrichtung aus, die längs einer Vielzahl von Offenend-Spinnstellen verfahrbar ist, eine besonders wirtschaftliche Vorrichtung ermöglicht.

    [0015] Vorzugsweise wird zum Anspinnen vorgesehen, daß der Druckroller des Abzugswalzenpaares von der angetriebenen Walze abgehoben wird, daß ferner die Spule vom Hauptan­trieb freigegeben wird, daß anschließend der Faden bei gleichzeitiger Rückdrehung der Spule von dieser abgezo­gen, über ein Abwurforgan geführt, auf eine definierte Länge gebracht, sodann das beschnittene Fadenende vor die Mündung des Fadenabzugsrohres gebracht und dadurch zwischen die angetriebene Walze und den Druckroller des Abzugswalzenpaares gelangt und anschließend in die Bereitschaftsstellung im Fadenabzugsrohr zurückgeliefert wird, woraufhin das Abwurforgan den Faden abwirft, der nun durch den in der Spinnvorrichtung herrschenden Unter­druck auf die Fasersammelfläche geliefert wird, daß anschließend der neu gesponnene Faden von der Fasersammel­fläche mit zunehmender Geschwindigkeit abgezogen wird und daß schließlich nach Erreichen der vollen Spulge­schwindigkeit die Spule auf den Hauptantrieb abgesenkt und der Druckroller wieder auf die angetriebene Walze des Abzugswalzenpaares aufgesetzt wird. Dies ermöglicht nicht nur ein sicheres Anspinnen unabhängig von den jeweiligen Spinnbedinungen, sondern darüber hinaus auch ein kontrolliertes und garnschonendes Wiederabziehen des neu gesponnenen Fadens.

    [0016] Zur Durchführung des Verfahrens sind erfindungsgemäß eine auf den Durchmesser der Fasersammelfläche einstell­bare Längenmeßvorrichtung für das Rückliefern des Faden­endes in eine Bereitschaftsstellung sowie ein zwischen Spinnvorrichtung und Spule angeordnetes, den Faden um­lenkendes Fadenabwurforgan vorgesehen. die Längenmeßvor­richtung hat die Aufgabe, den Faden in eine vorbestimmte Bereitschaftsstellung zu bringen, während das Abwurforgan es dem Faden ermöglicht, in Kontakt mit den der Offenend-­Spinnvorrichtung zugeführten Fasern zu gelangen. Um stets konstante Anspinnrücklieferungen durch das Faden­ abwurforan und um damit auch konstante Anspinnbedingun­gen zu schaffen, auch wenn die Offenend-Spinnvorrichtung mit Fasersammelfächen unterschiedlicher Durchmesser betreibbar ist, ist die Längenmeßvorrichtung auf den jeweils gewählten Durchmesser der Fasersammelfläche des Spinnorganes einstellbar.

    [0017] Um zu ermöglichen, daß sich die in der Anspinnphase entstehende Drehung auf eine größere Länge des Fadens verteilen kann, ist in vorteilhafter Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes eine Hilfsabzugsvorrichtung vorge­sehen, die in größerer Entfernung von der Offenend-Spinn­vorrichtung angeordnet ist als das Abzugswalzenpaar. Hierdurch wird das Anspinnen bei besonders hohen Dreh­zahlen des Spinnorganes ermöglicht.

    [0018] Gemäß einer zweckmäßigen Ausbildung des Erfindungsgegen­standes ist die Hilfsabzugsvorrichtung als Hilfsabzugswal­zenpaar ausgebildet, was besonders vorteilhaft ist im Zusammenhang mit einer den Ansetzer ersetzenden Fadenver­bindungsvorrichtung, weshalb in weiterer Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes zwischen dem Abzugswalzenpaar und dem Hilfsabzugswalzenpaar eine Fadenverbindungsvor­richtung in den Fadenlauf bringbar ist.

    [0019] Gemäß einer bevorzugten Ausführung des Erfindungsgegen­standes wird die Hilfsabzugsvorrichtung durch die Spule und eine in beiden Drehrichtungen antreibbare Antriebs­rolle gebildet, wobei der Antrieb der Antriebsrolle zweckmäßigerweise in Anpassung an den in der Offenend-­Spinnvorrichuntung wirksamen Anlauf der Fasereinspeisung einstellbar ist. Diese Vorrichtung ermöglicht es, den Fadenabzug so auf die volle Geschwindigkeit hochzufahren, daß Geschwindigkeitsssprünge vermieden werden, so daß die Gefahr von Fadenbrüchen nicht besteht.

    [0020] Zur Vermeidung starker Eindrückkanten kann erfindungsge­mäß die Antriebsrolle einen aus einem weichen Material, vorzugsweise Weichgummi, bestehenden Mantel tragen.

    [0021] Durch die Maßnahme, daß der Antriebsrolle eine Anpreß­vorrichtung zugeordnet ist, durch welche die Antriebsrol­le bei wachsendem Spulendurchmesser mit zunehmendem Anpreßdruck gegen die Spule gedrückt wird, kann erreicht werden, daß unabhängig vom Spulendurchmesser eine stets gleiche Spulenbeschleunigung erzielt wird.

    [0022] Wird vorgesehen, daß die Antriebsrolle auf der der Spul­walze abgewandten Seite gegen die Spule gepreßt wird, so erhält man je nach Größe der Spule unterschiedliche Stellungen der Antriebsrolle beim Antreiben der Spule, so daß sich jeweils der augenblickliche Durchmesser der Spule auswirkt.

    [0023] Eine kompakte Ausbildung des Spulenhilfsantriebes wird erfindungsgemäß dadurch erzielt, daß die Antriebsrolle von einem Schwenkarm getragen wird, auf den eine Torsions­feder einwirkt. Durch entsprechende Wahl der Kenndaten der Federkonstanten, Abmessungen und Vorspannung können unabhängig vom Spulendurchmesser stets gleiche Anspinn­verhältnisse erzielt werden.

    [0024] Um verschiedene während des Anspinnens arbeitende Elemen­te von ein und demselben Antrieb aus steuern zu können, ist gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgese­hen, daß die Antriebsrolle von einem Schwenkarm getragen wird, dessen Antrieb eine drehbare Nockenscheibe sowie ein verstellbares Zwischengestänge zwischen Nockenscheibe und Schwenkarm aufweist. Das Zwischengesstänge ermöglicht auf besonders einfache Weise eine Justierung des Schwenk­armes.

    [0025] Vorteilhafterweise ist ein Hubelement vorgesehen, das zwischen Spulwalze und Spule einschiebbar ist, und eine auf die Spulenarme zur Einwirkung bringbare Stützeinrich­tung, die nach Rückziehen des Hubelementes einen stets gleichen Abstand zwischen der Umfangsfläche der Spule und der Spulwalze sichert. Hierdurch wird die Spule bei Auftreten eines Fadenbruches sofort von der Spul­walze abgehoben. Dies kann so rasch geschehen, daß das Ende des gebrochenen Fadens die Spule gar nicht mehr erreicht und frei von der Spule herabhängt. Das Aufnehmen des Fadens für die Rücklieferung ist somit besonders einfach. Aber auch dann, wenn der Faden auf die Spule gelangt, kann er hier leicht aufgenommen werden beim späteren Rückdrehen der Spule, da durch das rasche Still­setzen der Spule verhindert wird, daß der Faden fest in die Spule eingewalzt wird. Das Hubelement ist dabei so ausgebildet, daß zwischen der Spule und der Spulwalze ein definierter Abstand gebildet wird, so daß sich auf die Arbeitsstellung der Antriebsrolle, welche mit der der Spulwalze abgewandten Seite der Spule zusammenarbei­tet, der augenblickliche Durchmesser der Spule auswirkt.

    [0026] Bei einer bevorzugten mechano-elektrischen Ausführung des Erfindungsgegenstandes weist die Stützeinrichtung einen durch einen steuerbaren Antrieb verschwenkbaren Antriebs­hebel sowie einen auf diesem angeordneten und zwischen zwei Endstellungen verschwenkbaren Stützhebel auf, der durch ein elastisches Element in Richtung zur Spule beaufschlagt und dadurch in seine erste Endstellung und bei Auflaufen auf einen der beiden Spulenarme in seine zweite Endstellung bringbar ist, der eine Schaltvorrichtung zur Beendigung der Schwenkbewegung des Antriebshebels zugeordnet ist. Bei einer solchen Ausbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird eine Schaltvorrichtung mechanisch betätigt. Außerdem wird mit Hilfe der vorgenannten erfindungsgemäßen Vorrichtung erreicht, daß trotz unterschiedlicher Stellungen der Spulen­arme diese von der Stützeinrichtung stets so abgestützt werden, daß der stets gleiche Abstand zwischen den Umfangs­flächen der Spule und der Hauptantriebswalze sichergestellt ist, so daß das Hubelement zurückgezogen werden und die Stützfunktion der Stützeinrichtung überlassen kann. Zweck­mäßigerweise werden die Endstellung des Stützhebels durch zwei am Antriebshebel angebrachte Anschläge festgelegt. Gemäß einer bevorzugten Ausführung des Erfindungsgegenstandes ist der steuerbare Antrieb für den Antriebshebel als elektrischer Motor und die Schaltvorrichtung als ein auf dem Antriebshebel angeordneter elektrischer Schalter ausgebildet, welcher bei Betätigung durch den Stützhebel die Stromzufuhr zum Motor unterbricht.

    [0027] Besonders vorteilhaft ist bei einer Offenend-Spinnmaschine mit einer Vielzahl von Offenend-Spinneinrichtungen eine Ausbildung, gemäß welcher der Druckroller, der von einer längs einer Vielzahl von Offenend-Spinnvorrichtungen verfahr­baren Wartungsvorrichtung aus von der angetriebenen Abzugs­walze abhebbar und auf die angetriebene Abzugswalze wieder aufsetzbar ist. Auf diese Weise läßt sich eine wenig auf­wendige, für das erfindungsgemäße Anspinnen geeignete Vorrich­tung schaffen.

    [0028] Der Anmeldegegenstand schafft die Voraussetzungen dafür, daß auch bei hohen Rotorgeschwindigkeiten sicher angesponnen werden kann, so daß eine genaue zeitliche Abstimmung des Ansetzvorganges an die Hochlaufkurve des Spinnrotors nicht erforderlich ist. Hierdurch wird eine wesentliche Verein­fachung der Steuerung erreicht, die große zeitliche Tole­ranzen zuläßt und somit leicht zu beherrschen ist.

    [0029] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der nachstehenden Beschreibung und mehrerer in Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert. Es zieigen:

    Figur 1 den Erfindungsgegenstand in schematischer Seiten­ansicht,

    Figur 2 eine Abwandlung eines Details der in Figur 1 ge­zeigten Vorrichtung in der Draufsicht, und

    Figur 3 und 4 eine weitere Abwandlung des Erfindungsgegenstandes in zwei verschiedenen Arbeitsphasen in schemati­scher Seitenansicht.



    [0030] Zunächst werden die Vorrichtung und das Verfahren anhand der Figur 1 erläutert. In dieser Abbildung sind die wesent­lichen Teile einer nach dem Offenend-Spinnverfahren arbei­tenden Spinnmaschine 1 wiedergegeben, soweit sie zum Ver­ständnis der Erläuterung erforderlich sind. Diese Teile sind in der Praxis in der Regel auf die Spinnmaschine 1 und eine längs der Spinnmaschine 1 verfahrbare Wartungs­vorrichtung 2 verteilt, doch ist es auch möglich, alle ge­zeigten Elemente auf der Spinnmaschine 1 selber vorzusehen und auf die Wartungsvorrichtung 2 zu verzichten, insbeson­dere bei Testmaschinen mit einer oder nur wenigen Spinn­stellen.

    [0031] Die abgebildete Spinnmaschine 1 weist eine Vielzahl von Spinnstellen auf, von denen Figur 1 allerdings lediglich eine Spinnstelle zeigt. Pro Spinnstelle ist eine Offenend-­Spinnvorrichtung mit einem in einem Gehäuse 10 angeordneten Spinnelement, ein Abzugswalzenpaar 13 sowie eine Spulvor­richtung 30 vorgesehen. In der gezeigten Ausführungsform dient beispielsweise als Spinnelement ein Spinnrotor 11, der einen Faden 3 erzeugt, welcher nach dem Einbinden von auf übliche Weise mit Hilfe einer Faserliefervorrichtung und einer Auflösevorrichtung - z.B. in Form einer Auflöse­walze - dem Spinnelement zugeführten Fasern mit Hilfe des Abzugswalzenpaares 13 durch ein Abzugsrohr 12 aus dem Ge­häuse 10 abgezogen wird. Im Fadenlauf zwischen Gehäuse 10 und Abzugswalzenpaar 13 ist ein Fadenwächter 36 angeordnet.

    [0032] Zum Aufwinden des Fadens 3 weist die Spinnmaschine 1 eine Spulvorrichtung 30 auf, die im wesentlichen eine Hauptan­triebswalze 31 zum Antreiben der von zwei schwenkbaren Spulen­armen 32 auswechselbar aufgenommenen Spule 33 besitzt. Die Spulenarme 32 sind um eine Achse 34 schwenkbar.

    [0033] Zum Ausgleich der beim Changieren des Fadens 3 schwanken­den Fadenspannung ist in bekannter Weise im Fadenlauf zwi­schen dem Abzugswalzenpaar 13 und der Spule 33 ein Faden­spannungsausgleichsbügel 14 angeordnet.

    [0034] An der Spinnmaschine 1 ist ferner pro Spinnstelle ein Teil einer Spulenhubeinrichtung 4 bildendes Hubelelement 40 vor­gesehen, das durch Einschieben zwischen die Hauptantriebs­walze 31 und die Spule 33 letztere um einen bestimmten Wert a von der Hauptantriebswalze 31 abhebt, so daß ein durch die Stärke des Hubelementes 4 definierter Abstand a zwischen den Umfangsflächen der Spule 33 und der Hauptan­triebswalze 31 gebildet wird.

    [0035] Auf der Wartungsvorrichtung 2 ist ein Saugrohr 20 angeordnet, das an die Unterseite der von der Hauptantriebswalze 31 abgehobenen Spule 33 bringbar ist, um dort das Ende eines gerissenen Fadens 3 aufnehmen zu können. Das Saugrohr 20 besitzt eine gekröpfte Form und weist auf seiner der Spinn­maschine 1 zugewandten Seite einen Längsschlitz (nicht ge­zeigt) auf, so daß der Faden 3 bei zunehmendem Eintreten in das Saugrohr 20 diesen Schlitz in Form einer Sehne teil­weise wieder verlassen kann.

    [0036] Die Wartungsvorrichtung 2 trägt ferner ein Hilfswalzenpaar 21, das von einem um eine Achse 22 schwenkbaren Hebel 23 so getragen wird, daß das Hilfswalzenpaar 21 den sehnen­artig zum Saugrohr 20 angeordneten Faden 3 ergreifen und dem Abzugsrohr 12 zuführen kann.

    [0037] Außerdem ist auf der Wartungsvorrichtung 2 ein Spulenhilfs­antrieb 5 angeordnet. Der Spulenhilfsantrieb 5 besitzt einen Schwenkarm 50, der auf einer Achse 51 schwenkbar gelagert ist und an seinem freien Ende eine Rolle 52 trägt, die auf nichtgezeigte Weise von einem nichtgezeigten Antrieb aus wahlweise in der einen oder anderen Richtung angetrieben werden kann. Die Rolle 52 ist von einem aus Weichgummi oder einem anderen weichen Material bestehenden Mantel 53 um­geben.

    [0038] Auf der Wartungsvorrichtung 2 ist ferner ein Schwenkantrieb 6 für den Schwenkarm 50 angeordnet, der in der gezeigten Ausführung eine von einem Motor 60 angetriebene Nockenwelle 61 aufweist, auf welchem eine Nockenscheibe 62 angeordnet ist. Auf einer von der Wartungsvorrichtung 2 getragenen Achse 63 ist schwenkbar ein zweiarmiger Hebel 64 gelagert, an dessen einem Ende die Nockenscheibe 62 angreifen kann und mit dessen anderem Ende ein Stellglied 65 verbunden ist. Diese Stellglied 65, dessen freies Ende mit dem Schwenk­arm 50 verbunden ist, besteht in der gezeigten Ausführung aus zwei Bolzen 66 und 67, die gegenläufige Gewinde auf­weisen und auf denen eine Gewindehülse 68 mit gegenläufigen Gewinden aufgeschraubt ist, so daß durch Drehen der Gewinde­hülse 68 der Abstand zwischen dem Hebel 64 und dem Schwenk­arm 50 geändert werden kann. Auf diese Weise ist eine genaue Justierung des Hebels 64 zum Schwenkarm 50 möglich. Die Nockenscheibe 62 bewirkt bei entsprechender Stellung ein Abheben der Rolle 52 von der Spule 33, während eine am Schwenkarm 50 angreifende Zugfeder 7 bewirkt, daß der Schwenk­arm 50 sich bei Freigabe des Hebels 64 durch die Nocken­scheibe 62 an der Spule 33 abstützt.

    [0039] Am Spulenarm 32 ist ein zusätzlicher Arm 35 angebracht, mit welchem eine Stützeinrichtung 8 zusammenarbeiten kann. In der gezeigten Ausführung besteht die Stützeinrichtung 8 im wesentlichen aus einem schwenkbar gelagerten Antriebs­hebel 80, an dessen freiem Ende ein Stützhebel 81 angelenkt ist. Dieser zweiarmige Stützhebel 81 ist zwischen zwei am Antriebshebel 80 angebrachten Anschlägen 82 und 83 beweg­bar und wird mittels eines als Druckfeder 84 ausgebildeten elastischen Elementes, das sich mit seinem einen Ende am Antriebshebel 80 und mit seinem anderen Ende am Stützhebel 81 abstützt, so beaufschlagt, daß sich der Stützhebel 81 normalerweise am Anschlag 82 abstützt. Am Antriebshebel 80 ist ein Schalter 85 so vorgesehen, daß der Stützhebel 81 bei Anlage am Anschlag 83 diesen Schalter 85 betätigt, ohne sich am Schaltergehäuse abzustützen. Der Schalter 85 ist elektrisch mit einem Motor 86 verbunden, der als Schwenk­antrieb für den Antriebshebel 80 dient und bei Stillsetzen den Antriebshebel 80 in seiner gegenwärtigen Position sichert. Der Motor 86 ist mit einer Steuereinrichtung 9 verbunden, die auch mit dem Motor 60 in Verbindung steht.

    [0040] Die vorstehend im Aufbau beschriebene Vorrichtung arbeitet wie folgt:
    Wenn ein Fadenbruch auftritt, so löst dieser über den Faden­wächter 36 die Beendigung der Faserzufuhr in den Spinnrotor 11 sowie ein Abheben der Spule 33 von der Hauptantriebs­walze 31 dadurch aus, daß das den wesentlichen Bestandteil der Spulenhubeinrichtung 4 bildende Hubelement 40 zwischen Spule 33 und Hauptantriebswalze 31 geschoben wird. Die Auf­windung des Fadens 3 auf die Spule 33 wird somit äußerst rasch unterbrochen, je nach Aufwindegeschwindigkeit oft­mals sogar, bevor das Fadenende die Spule 33 erreicht hat. Durch Einschieben des Hubelementes 40 zwischen Hauptantriebs­walze 31 und Spule 33 bildet die Spulenhubeinrichtung 4 einen genau definierten Abstand a zwischen den Umfangsflä­chen der Spule 33 und der Hauptantriebswalze 31, wobei die­ser Astand der Stärke des Hubelementes 40 zwischen Spule 33 und Hauptantriebswalze 31 entspricht.

    [0041] Durch die auch nach Stillsetzen der Faserliefervorichtung weiterlaufende (nichtgezeigte) Auflösewalze wird der in den Arbeitsbereich der Auflösewalze ragende Faserbart ab­gefräst und zusammen mit den in der Garnitur der Auflöse­walze befindlichen Fasern dem Spinnrotor 11 zugeführt.

    [0042] Von dem erwähnten Fadenwächter 36 wird auf bekannte Weise ein Signal ausgelöst, das entweder die Wartungsvorrichtung 2 herbeiruft oder welches bewirkt, daß die stetig umlaufende Wartungsvorrichtung 2 an der gestörten Spinnstelle anhält, um den Fadenbruch zu beheben.

    [0043] Wenn die Wartungsvorrichtung 2 an der betroffenen Spinn­stelle ihre Arbeitsstellung eingenommen hat, so wird von der Steuereinrichtung 9 aus eine nichtgezeigte Rotorreini­gungsvorrichtung vorübergehend eingeschaltet, wodurch die sich im Spinnrotor 11 befindlichen Fasern in an sich be­kannter Weise aus diesem entfernt werden. Weiterhin wird auf nichtgezeigte Weise von der Wartungsvorrichtung 2 aus der Druckroller des Abzugswalzenpaares 13 von der angetrie­benen Walze abgehoben. Außerdem wird mit Hilfe des Motors 86 der Antriebshebel 80 mit dem Stützhebel 81 aufwärts ge­schwenkt. Bei dieser Bewegung gelangt der am Anschlag 82 anliegende Stützhebel 81 zur Anlage am Arm 35 des Spulen­armes 32. Dadurch wird der Stützhebel 81 relativ zum An­triebshebel 80 entgegen der Wirkung der Druckfeder 84 ver­schwenkt, bis er sich an den Anschlag 83 anlegt. In dieser Position betätigt der Stützhebel 81 den Schalter 85, der hierdurch geöffnet wird und somit die Stromzufuhr zum Motor 86 unterbricht. Die Hubbewegung des Antriebshebels 80 wird somit beendet und dieser Hebel in der gegenwärtigen Position fixiert. Jetzt wird von der Steuereinrichtung 9 aus bewirkt, daß das Hubelement 40 zurückgezogen wird, so daß dieser die Spule 33 freigibt. Dies kann durch mechanische Einwir­kung von der Wartungsvorrichtung 2 aus auf das Hubelement 40 geschehen oder durch Betätigung eines nichtgezeigten elektrischen Elementes, das diese Rückbeziehung bewirkt. Trotz des Rückzuges des Hubelementes 40 bleibt jedoch die Spule 33 in ihrer gegenwärtigen Position, da sie durch den Stützhebel 81 abgestützt wird.

    [0044] Nach Freigabe der Spule 33 durch das Hubelement 40 bewirkt die Steuereinrichtung 9 auf nichtgezeigte Weise, daß das Saugrohr 20 in die Fadenaufnahmestellung gebracht wird. In dieser Stellung befindet sich das Saugrohr 20 an der Unterseite der Spule 33, so daß der Abstand zwischen Saug­rohr 20 und Spule 33 unabhängig vom Spulendurchmesser im wesentlichen stets gleich ist. Außerdem schaltet die Steuer­einrichtung 9 den Motor 60 ein, der eine Drehung der Nocken­welle 61 bewirkt. Die Nockenscheibe 62 gibt auf diese Weise den Hebel 64 frei, so daß durch Einwirkung der Zugfeder 7 auf den Schwenkarm 50 die Rolle 52 zur Anlage an die Spule 33 gebracht wird. Je nach Größe der Spule 33 ist hierbei die Zugfeder 7 mehr oder weniger stark gespannt, so daß bei größerem Spulendurchmesser die Anpreßkraft der Rolle 52 an die Spule 33 größer ist als bei kleinerem Spulendurch­messer. Wenn somit jetzt die Rolle 52 über nichtgezeigte Antriebsmittel zur Rücklieferung des Fadens 3 angetrieben wird, so bewirkt dieser unterschiedliche Anpreßdruck eine Kompensierung der Massenträgheit und vermeidet einen sonst wegen der unterschiedlichen Massen der Spule 33 auftreten­den unterschiedlichen Schlupf.

    [0045] Während des Rückdrehens der Spule 33 wird der Faden 3, der durch das rasche Stillsetzen der Spule 33 mit Hilfe des Hubelementes 40 nur lose auf dem Spulenumfang liegt, in das Saugrohr 20 gesaugt, wobei er im Verlauf des Absaugens infolge der gekröpften Form des Saugrohres 20 in Form einer Sehne teilweise aus dem Saugrohr 20 wieder austritt. Nach­dem eine ausreichende Fadenlänge in das Saugrohr 20 gelangt ist, wird durch Steuerung von der Steuereinrichtung 9 aus die Rücklieferung des Fadens 3 unterbrochen und das Saug­rohr 20 in seine gestrichelt dargestellte Position gebracht. Anschließend wird das Hilfswalzenpaar 21 aus einer Ruhe­stellung aus um die Achse 22 verschwenkt, wobei dieses Hilfs­walzenpaar 21 den Lauf des in den Schlitz des Saugrohres 20 eintretenden Fadens 3 passiert. Durch übliche, nichtge­zeigte Mittel wird der Faden auf der der Spule 33 abgewand­ten Seite des Hilfswalzenpaares 21 abgetrennt und das Hilfs­walzenpaar vor die Mündung des Abzugsrohres 12 geschwenkt. Der Spinnrotor 11 oder ein anderes Offenend-Spinnelement ist inzwischen wieder in Drehung versetzt und die Faser­speisung auf die Fasersammelfläche ist wieder eingeschaltet worden. In geeigneter zeitlicher Abstimmung hierzu wird der Faden 3 erneut durch Drehen von Spule 33 und Hilfswalzen­paar 21 zurückgeliefert, bis er die Fasersammelfläche des Spinnrotors 11 oder eines anderen Offenend-Spinnelementes erreicht, woraufhin die Klemmung des Hilfswalzenpaares 21 aufgehoben wird, beispielsweise durch Abheben der weiter von der Achse 22 angeordneten Walze von der näher zur Achse 22 angeordneten Walze. Hierdurch wird der Faden 3 vom Hilfs­walzenpaar 21 freigegeben. Das Hilfswalzenpaar 21 kehrt nun in seine Ruhestellung zurück. Nach Freigabe des Fadens 3 durch das Hilfswalzenpaar 21 wird die Rolle 52 in umge­kehrter Richtung angetrieben, so daß der Faden 3 aus dem Spinnrotor 11 abgezogen wird. Der Faden 3 wird somit in dieser Anspinnphase ausschließlich durch die Spule 33 aus dem Spinnrotor 11 abgezogen.

    [0046] Wie geschildert, wird der Antrieb der Faserliefervorrichtung zu einem auf das Rückliefern und erneute Abziehen des Fadens 3 abgestimmten Augenblick eingeschaltet. Da sich zunächst die zuvor geleerte Garnitur der Auflösewalze wieder füllen muß, bis der volle Faserfluß in den Spinnrotor 11 gelangen kann, ergibt sich im Hinblick auf den Spinnrotor 11 ein weiches Wirksamwerden der Faserlieferung. Entsprechend diesem Wirk­samwerden der Faserlieferung soll auch der Fadenabzug "weich" wirksam werden, um einen Ansetzer hoher Festigkeit zu ge­währleisten und um andererseits einen übermäßig großen Sprung in der Fadenspannung und damit Fadenbrüche zu vermeiden. Die Rolle 52 wird somit in einer auf das Wirksamwerden der Faser­lieferung im Spinnrotor 11 abgestimmten Relation auf die normale Spulgeschwindigkeit beschleunigt, wobei der unvermeid­bare Schlupf der Spule 33 bei der Beschleunigung der Rolle 52 berücksichtigt wird. Wie erwähnt, wird der Schlupf durch Wahl einer entsprechenden Federkonstanten, Länge und Spannung der Zugfeder 7 unabhängig vom jeweiligen Spulendurchmesser so gehalten, daß er sich nicht oder lediglich innerhalb tolerier­barer Grenzen verfälschend auf die Fadenabzugsgeschwindigkeit auswirkt. Wenn die Spule 33 die volle Spulgeschwindigkeit erreicht hat, werden die Spule 33 durch Verschwenken des Antriebshebels 80 auf die Hauptantriebswalze 31 abgesenkt und durch Einwirkung der Nockenscheibe 62 auf den Hebel 64 die Rolle 52 von der Spule 33 abgehoben. Ferner wird der Druck­roller des Abzugswalzenpaares 13 von der Wartungsvorrichtung 2 freigegeben. Somit erfolgen, wenn der Fadenwächter 36 nicht ein Mißlingen der Fadenbruchbehebung anzeigt, der Fadenabzug und die Aufwindung des Fadens 3 auf die Spule 33 wieder unabhängig von der Wartungsvorrichtung 2 durch die Spinnma­schine 1 selber. Die Fadenbruchbehebung, deren sämtliche Arbeitsschritte durch die Steuereinrichtung 9 der Wartungsvor­richtung 2 gesteuert werden, ist somit abgeschlossen.

    [0047] Das beschriebene Verfahren ist nicht auf das gezeigte Aus­führungsbeispiel beschränkt. Auch die Vorrichtung kann Ab­wandlungen im Rahmen technischer Äquivalente oder anderen Kombinationen von Merkmalen erfahren.

    [0048] Wie erwähnt, ist dem Hilfswalzenpaar 21 in üblicher Weise eine Fadentrennvorrichtung zugeordnet, die den Faden 3 auf eine bestimmte Länge bringt. Außerdem ist dem Hilfswalzenpaar 21 in bekannter Weise eine Rückliefermeßvorrichtung zugeord­net, welche die Anzahl Drehungen des Hilfswalzenpaares 21 und somit die Rückliefermenge des Fadens 3 festlegt.

    [0049] Wie Figur 1 in gestrichelter Darstellung zeigt, kann im Fadenlauf zwischen dem Abzugswalzenpaar 13 und der Spule 33 ein den Faden 3 umlenkendes Abwurforgan 25 vorgesehen sein.

    [0050] Beim Absaugen des Fadens 3 von der Spule 33 gelangt der Faden 3 auf das Abwurforgan 25. Wenn der Faden 3 nach dem Ablängen auf ein vorgegebenes Maß anschließend mit Hilfe des Hilfs­walzenpaares 21 dem Abzugsrohr 12 vorgelegt und zugeführt wird, nimmt der Faden 3 einen gekrümmten Verlauf. Durch die erwähnte Rückliefermeßeinrichtung - welche beispielsweise als Zeitglied ausgebildet ist, das die Dauer der Stromzufuhr zum Antriebsmotor des Hilfswalzenpaares 21 steuert - wird das Hilfswalzenpaar 21 um eine vorgegebene Anzahl Drehungen in Rücklieferrichtung angetrieben. Hierdurch erreicht das Faden­ende im Fadenabzugsrohr 12 eine genau definierte Stellung, welche in Figur 1 als Stellung B₁ gekennzeichnet ist. In dieser Stellung B₁ befindet sich das Fadenende zwischen den beiden Enden des Fadenabzugsrohres 12, wo es durch den in der Spinnvorrichtung wirkenden Unterdruck sicher gehalten wird. Diese Stellung B₁ ist so gewählt, daß dessen Abstand längs dem Fadenabzugsweg im wesentlichen gleich groß ist wie die zusätzliche Fadenstrecke, die sich durch die Umlenkung durch das Abzugsorgan 25 im Vergleich zum normalen Fadenverlauf zwischen dem Abzugswalzenpaar 13 und der Spule 33 ergibt.

    [0051] Das Hilfswalzenpaar 21 gibt nun den Faden 3 frei und kann somit aus dem Bereich der Mündung des Abzugsrohres 12 weg­geschwenkt werden. Zum Anspinnen wirft nun das Abwurforgan 25 den Faden 3 ab, dessen Ende aus der Bereitschaftsstellung B₁ bis in den Bereich der Fasersammelfläche des als Beispiel gewählten Spinnrotors 11 gelangt, wo es die inzwischen ein­gespeisten Fasern einbindet. In zeitlicher Abstimmung mit dem Fadenabwurf durch das Abwurforgan 25 setzt nun der Anspinn­abzug durch die Spule 33 ein.

    [0052] Die freigegebene Fadenlänge hat, wie erwähnt, im wesentlichen dieselbe Länge, wie die Entfernung der Bereitschaftsstellung B₁ längs des Fadenabzugsweges von der Sammelfläche - d.h. Sammelrille des Spinnrotors 11 - beträgt; dabei ist jedoch in der abgeworfenen Fadenreserve zu berücksichtigen, daß das Fadenende sich zum Aufbrechen und Einbinden des Faserringes über eine gewisse Länge des Umfanges in der Sammelrille des Spinnrotors ablegen können muß. Durch die Freigabe des Fadens 3 sowohl durch das Hilfswalzenpaar 21 als auch durch das Abwurforgan 25 wird der Faden 3 allein durch den in der Offenend-Spinnvorrichtung wirkenden Unterdruck in den Spinn­rotor 11 rückgeliefert. Je nach den Eigenschaften des Fadens 3 erfolgt dieses Rückliefern unterschiedlich rasch, wobei sich gezeigt hat, daß Fäden, die eine höhere Drehung aufneh­men können, ehe es zum Abdrehen im Spinnrotor 11 kommt, diesem Unterdruck rascher folgen als Fäden, die unelastischer sind und daher mehr zum Überdrehen und Abdrehen neigen. Hierdurch ergibt sich eine gewisse selbsttätige Anpassung des Anspinnvorganges an die Garneigenschaften, was die Anspinn­sicherheit erhöht.

    [0053] Bei Offenend-Spinnmaschinen, in denen Spinnelemente mit unterschiedlichen Durchmessern ihrer Sammelflächen Anwendung finden können, ist vorgesehen, daß die Rückliefermeßvorrich­tung in Abhängigkeit vom jeweils gewählten Durchmesser einge­stellt werden kann. Wenn beispielsweise die Rückliefermeßvor­richtung als digital einstellbares Zeitrelais ausgebildet ist, so genügt es, entsprechend dem gewählten Durchmesser die entsprechende Zeit als Digitalwert vorzugeben, wodurch die Arbeitszeit des Antriebsmotors für das Hilfswalzenpaar 21 und damit auch der Rücklieferweg des Fadens 3 festgelegt wird.

    [0054] In Figur 1 ist gestrichelt ein Spinnrotor 110 gezeigt, der im Vergleich zum Spinnrotor 11 einen größeren Durchmesser auf­weist. Damit unabhängig von diesem Durchmesser stets der gleiche, durch das Abwurforgan 25 erzielte Weg der Anspinn­rücklieferung vorgesehen werden kann, wird das Zeitrelais auf eine dem größeren Rotordurchmesser angepaßte, höhere Zeit eingestellt, so daß das Hilfswalzenpaar 21 den Faden 3 bis in die Bereitschaftsstellung B₂ liefert. Die eigentliche Anspinn­rücklieferung erfolgt auch hier wieder durch das beschriebene Abwurforgan 25.

    [0055] Prinzipiell ist es zwar nicht erforderlich, daß das Abwurf­organ 25 bereits vor der Rücklieferung des Fadens 3 durch das Hilfswalzenpaar 21 in seine Arbeitsstellung gelangt, doch erspart dies eine mit dem Aufbau der Fadenreserve durch das Abwurforgan 25 synchronisierte Rücklieferung von der Spule 33, die notwendig ist, wenn das Abwurforgan 25 die Reserve­länge erst zu einem späteren Zeitpunkt aufbaut.

    [0056] Wie vorstehend beschrieben, ist es für das Verfahren wesent­lich, daß die Drehung sich während der Anspinnphase von dem Fadenabschnitt aus, in dem die Drehung entsteht, vorüber­gehend weiter als während des normalen Spinnvorganges in den dem Spinnrotor 11 abgewandten Teil des Fadens 3 fort­pflanzen kann. Hierzu ist es erforderlich, die Kräfte, die einen Drallstop bewirken könnten, auf der der Spule 33 zuge­wandten Seite des erwähnten Fadenabschnittes kleiner zu halten als auf der dem Spinnrotor 11 zugewandten Seite dieses Fadenabschnittes und so weit, wie dies konstruktiv möglich ist, zur Spule 33 zu verschieben. Dies kann dadurch geschehen, daß Umlenkpunkte für den Faden 3 während der Anspinnphase beseitigt oder wenigstens so abgeschwächt werden, daß sie keinen Drehungsstop bilden. Das kann z.B. so erfolgen, daß das Abzugswalzenpaar 13 oder deren angetriebene Walze während des Anspinnens aus dem Fadenlauf weggeschwenkt wird. Wenn durch Abheben der Druckwalze von der angetriebenen Walze des Abzugswalzenpaares 13 die Fadenklemmung aufgehoben wird, so kann sich die Drehung in Richtung zur Spule nahezu ungehin­dert fortpflanzen, während die Drehungsfortpflanzung in den Spinnrotor 11 durch die Umlenkkante an der dem Spinnrotor 11 zugewandten Mündung des Abzugsrohres 12 erschwert wird.

    [0057] Der Hilfsabzug für den Anspinnvorgang erfolgt in der zuvor beschriebenen Ausführung ausschließlich durch individuelles Antreiben der Spule 33, doch ist es auch denkbar, diesen Hilfsabzug unabhängig von der Spule 33 vorzunehmen. So kann beispielsweise von der Wartungsvorrichtung 2 aus für den Anspinnabzug ein zusätzliches Hilfsabzugswalzenpaar 900 in Nähe der Spule 33 in den Fadenlauf gebracht werden. Aller­dings ist das Abziehen des Fadens 3 in der Anspinnphase ausschließlich durch die Spule 33 besonders vorteilhaft, da auf diese Weise für den Anspinnabzug keine zusätzlichen Elemente benötigt werden, sondern eine entsprechende Wahl des beispielsweise als Zugfeder 7 ausgebildeten elastischen Elementes hierfür genügt.

    [0058] Anhand der Figuren 3 und 4 wird nachstehend eine derartige Abwandlung mit einem Hilfsabzugswalzenpaar 900 geschildert. Da eine solche Ausführung insbesondere dann zweckmäßig ist, wenn sie in Verbindung mit einer Fadenverbindungsvorrichtung 97 (z.B. Knoter, Spleißvorrichtung etc.) Anwendung findet, mit deren Hilfe die beim Anspinnen erzeugte Fadenverbindung (Ansetzer) durch eine andere Art der Fadenverbindung ersetzt wird, wird diese Abwandlung im Zusammenhang mit einer solchen Fadenverbindungsvorrichtung 97 beschrieben.

    [0059] Das Hilfsabzugswalzenpaar 900 - das auf der dem Spinnrotor 11 abgewandten Seite des Abzugswalzenpaares 13 vorgesehen ist - befindet sich in dem gezeigten Ausführungsbeispiel, ebenso wie die nachstehend beschriebenen verschiedenen Elemente, auf der Wartungsvorrichtung 2 und kann bei Bedarf in seine Ar­beitsstellung gebracht werden. Der Faden 3 wird in das Hilfs­abzugswalzenpaar, wenn sich dieses in Nähe des Laufes des in das Saugrohr 20 abgesaugten Fadens befindet, mit Hilfe nichtgezeigter und für derartige Zwecke üblicher Mittel eingelegt. Auf der dem Spinnrotor 11 abgewandten Seite des Hilfsabzugswalzenpaares 900 ist die Mündung 91 einer Faden­absaugvorrichtung 90 in den Fadenlauf bringbar, so daß sie bei Nachlassen der Spannung im Fadenabschnitt zwischen Hilfs­abzugswalzenpaar 900 und Spule 33 den überschüssigen Faden aufnehmen kann. Der Mündung 91 dieser Fadenabsaugvorrich­tung 90 ist eine Schneidvorrichtung 92 zugeordnet, die auf geeignete Weise gesteuert werden kann. Die Schneidvorrich­tung 92 ist in der gezeigten Ausführung auf einem um eine Achse 93 schwenkbaren Arm 94 angeordnet, doch ist es auch möglich, diese Vorrichtung vor der Mündung 91 an der Faden­absaugvorrichtung 90 zu befestigen. Auf der der Mündung 91 abgewandten Seite der Schneidvorrichtung 92 befindet sich ferner eine Fadenklemme 95, die in der gezeigten Aus­führung gemeinsam mit der Schneidvorrichtung 92 mit Hilfe eines Elektromagneten 96 betätigt wird.

    [0060] Die bereits erwähnte und beispielsweise als Knoter ausge­bildete Fadenverbindungsvorrichtung 97 ist im Fadenlauf zwischen dem Abzugswalzenpaar 13 und dem Hilfsabzugswalzen­paar 900 angeordnet. Zwischen dem Abzugswalzenpaar 13 und der Fadenverbindungsvorrichtung 97 befindet sich eine Faden­speichervorrichtung 98. Des weiteren ist zwischen der Faden­verbindungsvorrichtung 97 und dem Hilfsabzugswalzenpaar 900 ein Umlenkorgan 99 vorgesehen, das den sich zur Spule 33 erstreckenden Faden zusammen mit einer Saugdüse 24 auf einem genau definierten Fadenlauf hält. Diese Saugdüse 24 ist aus einer Fadenaufnahmestellung, in welcher sie den sich von der Spule 33 zur Fadenklemme 95 erstreckenden Faden­abschnitt aufnimmt, in die in Figur 4 gezeigte Stellung bringbar.

    [0061] Die in den Figuren 3 und 4 gezeigte Vorrichtung arbeitet wie folgt:
    Bei Auftreten eines Fadenbruches wird in der Weise, wie dies am Beispiel der Figur 1 erörtert wurde, die betreffende Offenend-Spinnvorrichtung stillgesetzt und die Wartungs­vorrichtung 2 in die Anspinnstellung gebracht. Auch das Vorbereiten und Absaugen des Fadens 3 in das Saugrohr 20 erfolgen in der beschriebenen Weise. Wenn eine ausreichende Fadenlänge in das Saugrohr 20 hineingesaugt wurde, so daß gewährleistet ist, daß der Faden 3 vom Saugrohr 20 sicher gehalten wird, wird der Faden 3 durch übliche, nichtgezeigte Mittel in die Klemmlinie des in Nähe des Fadenlaufs befind­lichen Hilfsabzugswalzenpaares 900 eingelegt. Der durch Rückdrehen der Spule 33 weiterhin abgewickelte Faden wird nun von der sich in Nähe des Fadenlaufes zwischen Spule 33 und Hilfsbzugswalzenpaar 900 befindlichen Mündung 91 der Fadenabsaugvorrichtung 90 aufgenommen und in Form einer Schleife 37 abgesaugt. Sowie eine für das Anspinnen aus­reichende Fadenlänge in die Fadenabsaugvorrichtung 90 abge­saugt worden ist, wird die Spule 33 stillgesetzt und der Faden 38 zwischen Spule 33 und Mündung 91 mit Hilfe der Schneidvorrichtung 92 durchtrennt und durch die Fadenklemme 95 festgehalten.

    [0062] Die Saugdüse 24 wird nun in den Bereich des Fadenlaufes zwischen Spule 33 und Fadenklemme 95 gebracht. Die Rück­drehung der Spule 33 wird fortgesetzt. Die Fadenklemme 95 gibt den Faden 38 frei, der nun von der Saugdüse 24 aufge­nommen wird. Wenn die von der Saugdüse 24 aufgenommene Faden­länge ein sicheres Halten des Fadens 38 auch bei Verschwenken der Saugdüse 24 gewährleistet, wird diese in eine Position kurz nach dem Abzugswalzenpaar 13 gebracht - in Richtung des Fadenabzugs aus dem Fadenabzugsrohr 12 gesehen. Sodann wird das Fadenumlenkorgan 99 in den Lauf des Fadens zwischen der Spule 33 und der Saugdüse 24 geschwenkt, wodurch der Faden 38 umgelenkt wird.

    [0063] Unabhängig hiervon wird der sich von der Fadensaugvorrich­tung 90 zum Saugrohr 20 erstreckende und in das Hilfsabzugs­walzenpaar 900 eingelegte Faden 3 vom Hilfswalzenpaar 21 aufgenommen, auf die für das Anspinnen erforderliche Länge gebracht und dem Absaugrohr 12 zugeführt. Das Hilfswalzen­paar 21 und das Hilfsabzugswalzenpaar 900 werden nun gleich­zeitig und synchron zurückgedreht, so daß der Faden 3 in den Spinnrotor 11 zurückgeliefert wird. Sodann wird die Klemmung des Hilfswalzenpaares 21 aufgehoben, woraufhin dieses Hilfswalzenpaar 21 in seine Ausgangsstellung zurück­kehren kann. Die Klemmung des Hilfsabzugswalzenpaares 900, dessen Drehrichtung nun umgekehrt wird, bleibt jedoch auf­rechterhalten. Durch die Drehrichtungsumkehr dieses Hilfs­abzugswalzenpaares 900 wird der Faden 3 wieder aus dem Spinn­rotor 11 abgezogen. Der Faden 3 wird hierbei der Fadenab­saugvorrichtung 90 zugeführt, die den gesponnenen Faden 3 aufnimmt.

    [0064] Ebenso wie beim Anspinnabzug durch die Spule 33 wird auch hier der Faden 3 in der Anspinnphase auf einer sehr großen Länge freigegeben. Die durch den mit voller Drehzahl rotieren­den Spinnrotor 11 erzeugten Drehungen im Faden 3 können sich somit auf einer großen Länge verteilen, so daß der Widerstand gegenüber der Drehungsfortpflanzung bis auf die Sammelfläche (Sammelrille), der durch die Fadenumlenkung an der dem Spinnrotor 11 zugewandten Mündung des Fadenabzugs­rohres 12 erzeugt wird, eine wesentlich längere Zeit aus­reicht, um eine übermäßige Drehung in dem in Spinnrotor 11 befindlichen Fadenabschnitt zu verhindern. Innerhalb bestimm­ter Maximalgrenzen kann so je nach Größe des Abstandes des Hilfsabzugswalzenpaares 900 vom Fadenabzugsrohr 12 eine mehr oder weniger große Drehzahl des Spinnrotors 11 gewählt werden.

    [0065] Die Saugdüse 24 und das Umlenkorgan 99 nehmen in bezug auf den Lauf des durch das Hilfsabzugswalzenpaar 900 aus dem Spinnrotor 11 abgezogenen Fadens eine solche Stellung ein, daß der Fadenabschnitt zwischen Saugdüse 24 und Umlenkorgan 99 im wesentlichen parallel zum Fadenabschnitt zwischen Fadenabzugsrohr 12 und Hilfsabzugswalzenpaar 900 verläuft. Die Spule 33 wird nun stillgesetzt.

    [0066] Sodann wird der Fadenspeicher 98 in den Lauf des durch das Hilfsabzugswalzenpaar 900 aus dem Fadenabzugsrohr 12 abge­zogenen Fadens geschwenkt. Anschließend wird die Fadenverbin­dungsvorrichtung 97 in den Lauf der Fäden 3 und 38 gebracht. Während der Fadenverbindungsvorgang durchgeführt wird, müssen in seinem Arbeitsbereich beide Fäden 3 und 38 stillgesetzt sein. Dies geschieht dadurch, daß die vom Spinnrotor 11 nachgelieferte Fadenmenge vom Fadenspeicher 98 zwischenge­speichert wird, während der Faden 38 durch Stillsetzen der Spule 33 ohnehin nicht bewegt wird. Im Verlaufe des Fadenver­bindungsvorganges werden die beiden sich zur Fadenabsaugvor­richtung 90 und zur Absaugdüse 24 erstreckenden Fäden abge­schnitten und abgeführt.

    [0067] Nach Beendigung des Vorganges der Fadenverbindung gibt die Fadenverbindungsvorrichtung 97 den sich nun wieder vom Spinn­rotor 11 zur Spule erstreckenden Faden frei. Die Spule 33 wird auf die Hauptantriebswalze 31 abgesenkt und von dieser erneut angetrieben, wobei sich der Fadenspeicher 98 allmäh­lich wieder entleert. Auch das Umlenkorgan 99 gibt nun den Faden wieder frei, so daß dieser den für die Produktion üblichen Fadenlauf wieder einnimmt.

    [0068] Soll die anhand der Figuren 3 und 4 beschriebene Vorrichtung Anwendung finden, ohne daß der Ansetzer durch eine andere Art einer Fadenverbindung ersetzt werden soll, so werden die Schneidvorrichtung 92 und die Fadenklemme 95 nicht betätigt. Gleichzeitig mit dem Einsetzen des Anspinnabzuges durch das Hilfsabzugswalzenpaar 900 oder kurz darauf wird die Spule 33 wieder zur Anlage an die Hauptantriebswalze 31 gebracht und in zeitgerechter Abstimmung hierzu in an sich bekannter Weise der Faden vom Hilfsabzugswalzenpaar 900 freigegeben.

    [0069] Bei niedrigen Arbeitsgeschwindigkeiten kann die Abzugshoch­laufgeschwindigkeit frei gewählt werden; bei hohen Fadenab­zugsgeschwindigkeiten jedoch ist es aus den bereits geschil­derten Gründen zweckmäßig, wenn die Hochlaufkurve an die im Spinnrotor 11 wirksame Hochlaufkurve der Faserspeisung ange­paßt ist.

    [0070] Beim Antreiben eines Hilfsabzugswalzenpaares 900 gemäß den Figuren 3 und 4 ist das Einhalten einer bestimmten Hochlauf­kurve kein Problem, da die anzutreibenden Massen dieses Walzenpaares stets konstant sind.

    [0071] Um beim Anspinnabzug durch die Spule 33 definierte Schlupf­verhältnisse zu erzielen, ist es erforderlich, daß zum Ab­heben der Spule 33 von der Hauptantriebswalze 31 und zum Antreiben der Spule separate Einrichtungen vorgesehen sind. Prinzipiell ist es dabei möglich, daß die Spulenhubeinrich­tung 4 dabei am Spulenarm 32 bzw. einem an diesem ange­brachten Arm 35 angreift und gleichzeitig die Stützeinrich­tung 8 bildet, d.h. die Spule 33 mit ihrer gedachten Achse während der gesamten Fadenbruchbehebung in einer bestimmten Abhebeposition hält. Auch hierbei ändert sich entsprechend der Spulengröße die Position des Schwenkarmes 50 des Spulen­hilfsantriebes 5, so daß auch hier die Zugfeder 7 in Ab­hängigkeit vom Spulendurchmesser eine unterschiedliche Rollen­anpreßkraft erzeugt. Allerdings wirkt sich bei einer solchen Ausbildung lediglich der Radius der Spule 33, also deren halber Durchmesser, auf die Zugfeder 7 aus.

    [0072] Wenn der Spule 33 eine Lichtschrankenüberwachung zugeordnet ist, so kann mit deren Hilfe auch ein solches Abheben der Spule 33 bewirkt werden, daß der Abstand a zwischen dem Umfang der Spule 33 und dem Umfang der Hauptantriebswalze 31 unabhängig von dem Spulendurchmesser stets gleich ist. Auf diese Weise kann, ebenso wie bei dem anhand der Abbil­dung 1 beschriebenen Ausführungsbeispiel, der ganze Durch­messer der Spule 33 für die Änderung der Federspannung aus­genutzt werden.

    [0073] Eine solche Lichtschrankenüberwachung kann auch dann An­wendung finden, wenn eine Stützeinrichtung 8 vorgesehen ist, diese aber nicht separate Antriebs- und Stützhebel aufweist.

    [0074] Wenn eine Stützeinrichtung 8 vorgesehen ist mit separatem Antriebs- und Stützhebel (80 und 81), so ist eine Schalt­vorrichtung vorgesehen, die in der gezeigten Ausführung als Schalter 85 ausgebildet ist. Falls gewünscht, kann an deren Stelle auch ein Schaltgestänge vorgesehen sein, das eine Abkupplung des Antriebshebels 80 vom Motor 86 und seine Fixierung (beispielsweise mit Hilfe einer Klinke) in seiner augenblicklichen Position bewirkt. Auch können die Anschläge 82 und 83 wahlweise am Antriebshebel 80 oder am Stützhebel 81 angeordnet oder auch auf beide Hebel aufgeteilt sein.

    [0075] Die Stützeinrichtung 8 muß sich nicht an einem zusätzlichen Arm 35 des Spulenarmes 32 abstützen, sondern kann auch an diesem selber oder einer Verlängerung desselben angreifen.

    [0076] Auch die Ausbildung des dem Schwenkarm 50 zugeordneten elasti­schen Elementes kann von der Abbildung abweichend sein. So ist es durchaus möglich, anstelle einer Feder einen hydrau­lischen oder pneumatischen Kolben vorzusehen. Statt einer Zugfeder 7 kann auch eine Druckfeder Anwendung finden. Fi­gur 2 zeigt eine weitere Abwandlung der Vorrichtung, bei welchem eine Torsionsfeder 70 vorgesehen ist, deren einer Schenkel 71 sich am Schwenkarm 50 und deren anderer Schen­kel 72 sich an einem die Achse 51 des Schwenkarmes 50 auf­nehmenden Lager 54 abstützt. Wie Figur 2 zeigt, ist eine solche Ausführung besonders kompakt.

    [0077] Die Rolle 52 besitzt in der beschriebenen Ausführung einen Mantel 53 aus Weichgummi oder einem anderen Material. Hier­durch wird eine Vergrößerung der Anlagefläche der Rolle 52 auf der Spule 33 erreicht, da der Mantel 53 danach trach­tet, dem auf ihn einwirkenden Auflagedruck seitlich auszu­weichen. Die Rolle 52 kann dabei trotz guter Antriebsmit­ nahme sogar eine glatte Oberfläche aufweisen, so daß das auf der Spule 33 aufgewickelte Material schonend behandelt wird im Vergleich beispielsweise zu einer ganz aus Metall bestehenden und am Umfang mit einer Riffelung oder dgl. versehenen Rolle, die natürlich auch möglich ist.

    [0078] Der Antrieb der verschiedenen Elemente - wie Saugrohr 20, Schwenkarm 50 und Antriebshebel 80 oder die angesprochenen, nicht gezeigten Elemente - kann auf verschiedene Weise er­folgen, beispielsweise mit Hilfe von pneumatischen oder hydraulischen Kolben. Die gezeigte Ausbildung mit einem einstellbaren Zwischengestänge 64, 65, 66, 67, 68 ist be­sonders vorteilhaft, wenn der Motor 60 über die Nockenwelle 61 verschiedene Nockenscheiben 62 antreibt, beispielsweise für die Bewegung des Saugrohres 20 und/oder für das Ver­schwenken des Hilfswalzenpaares 21 und/oder für das Abheben des Druckrollers von der angetriebenen Walze des Abzugs­walzenpaares 13. In diesem Fall ermöglicht das Zwischen­gestänge 64, 65, 66, 67, 68 auf eine besonders einfache Weise eine Anpassung der einzelnen Antriebe an die Arbeits­bedingungen, insbesondere wenn hierbei möglichst gleiche Dimensionen der Einzelteile dieses Zwischengestänges vor­gesehen werden sollen.

    [0079] Es ist ferner möglich, eine andere Richtung des Material­flusses vorzusehen, wobei die Arbeitselemente in von der Zeichnung abweichender, entsprechend angepaßter Anordnung vorzusehen sind.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Anspinnen einer Offenend-Spinnvorrichtung, bei welchem der Faden von einer Spule abgezogen, abgelängt und das Fadenende unter Bildung einer Fadenreserve in eine Stellung zum Einführen in die Spinnvorrichtung ge­bracht wird und das Fadenende aus der Fadenreserve in die Spinnvorrichtung zurückgeliefert und der wiederange­sponnene Faden abgezogen wird, dadurch ge­kennzeichnet, daß das Fadenende aus der Stellung zum Einführen in die Spinnvorrichtung zunächst innerhalb des Fadenabzugsrohres in eine Bereitschaftsstel­lung gebracht wird, aus der das Fadenende durch Auflösen der Fadenreserve bis auf die Fasersammelfläche zurückge­liefert wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Abzug des wiederangesponnenen Fadens in einem zeitlich bestimmbaren Abstand zum Auflösen der Fadenreserve beginnt.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­kennzeichnet, daß der Faden beim Ablängen auf eine solche Länge gebracht wird, daß das dem Faden­abzugsrohr unter Bildung der für die Rücklieferung aus der Bereitschaftsstellung erforderlichen Fadenreserve zuge­führte Fadenende bis vor die Mündung des Fadenabzugsrohres reicht, und durch erneute Rücklieferung von der Spule um eine bestimmte Wegstrecke in die Bereitschaftsstellung gebracht wird.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Wegstrecke in Abhängigkeit vom Durchmesser der Fasersammelfläche der Offenend-Spinnvor­richtung bestimmt wird.
     
    5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Freigeben der Fadenreserve durch Abwerfen des Fadens erfolgt.
     
    6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Faden nach Beendigung der Rücklieferung bis zum Einsetzen des normalen Spinnabzuges in einer größeren Entfernung von der Offenend-Spinnvorrichtung als dieser Spinnabzug einem Hilfsabzug unterworfen wird.
     
    7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Hilfsabzug unabhängig vom Aufwinden des Fadens erfolgt.
     
    8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Hilfsabzug ausschließlich durch die Spule erfolgt.
     
    9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Anpreßdruck zwischen Spule und Spulenantrieb mit wachsendem Spulendurchmesser erhöht wird.
     
    10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Anlauf des Fadenabzuges bei einer geringeren in der Offenend-Spinnvorrichtung wirksamen Fasermenge sanfter und bei einer größeren in der Offenend-Spinnvorrichtung wirksamen Fasermenge stärker beschleunigt wird.
     
    11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, zum Anspinnen einer Offenend-Spinnvorrichtung, welche ein Abzugswalzenpaar mit einem Druckroller und einer angetriebenen Walze aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Wiederanspin­nen der Druckroller des Abzugswalzenpaares von der ange­triebenen Walze abgehoben, der Faden nach dem Ablängen dem Abzugsrohr vorgelegt wird, so daß der Faden einen gekrümmten Verlauf über die angetriebene Walze nimmt, und zum Einsetzen des normalen Spinnabzuges wieder augesetzt wird, wenn die Spule die volle Spulgeschwindigkeit er­reicht hat.
     
    12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Druckroller von einer Wartungsvorrichtung aus gesteuert wird, die längs einer Vielzahl von Offenend-Spinnstellen verfahrbar ist.
     
    13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12 zum Anspinnen einer Offenend-Spinnvorrichtung, welche ein Abzugswalzenpaar mit einem Druckroller und einer ange­triebenen Walze, einen Hauptantrieb für die Spule sowie ein Abwurforgan aufweist, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Druckroller des Abzugswalzen­paares von der angetriebenen Walze abgehoben wird, daß ferner die Spule vom Hauptantrieb freigegeben wird, daß anschließend der Faden bei gleichzeitiger Rückdrehung der Spule von dieser abgezogen, über ein Abwurforgan geführt, auf eine definierte Länge gebracht, sodann das beschnit­tene Fadenende vor die Mündung des Fadenabzugsrohres gebracht und dadurch zwischen die angetriebene Walze und den Druckroller des Abzugswalzenpaares gelangt und an­schließend in die Bereitschaftsstellung im Fadenabzugs­rohr zurückgeliefert wird, woraufhin das Abwurforgan den Faden abwirft, der nun durch den in der Spinnvorrichtung herrschenden Unterdruck auf die Fasersammelfläche gelie­fert wird, daß anschließend der neu gesponnenbe Faden von der Fasersammelfläche mit zunehmender Geschwindigkeit abgezogen wird und daß schließlich nach Erreichen der vollen Spulgeschwindigkeit die Spule auf den Hauptantrieb abgesenkt und der Druckroller wieder auf die angetriebene Walze des Abzugswalzenpaares aufgesetzt wird.
     
    14. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, gekenn­zeichnet durch eine auf den Durchmesser der Fasersammelfläche einstellbare Längenmeßvorrichtung für das Rückliefern des Fadenendes in eine Bereit­schaftsstellung sowie ein zwischen Spinnvorrichtung und Spule (33) angeordnetes, den Faden (3) umlenkendes Faden­abwurforgan (25).
     
    15. Vorrichtung nach Anspruch 14, gekennzeich­net durch eine Hilfsabzugsvorrichtung (33, 900), die in größerer Entfernung von der Offenend-Spinn­vorrichtung (10,11) angeordnet ist als das Abzugswalzen­paar (13).
     
    16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Hilfsabzugsvorrich­tung durch ein Hilfsabzugswalzenpaar (900) gebildet wird.
     
    17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch ge­kennzeichnet, daß zwischen dem Abzugswalzen­paar (13) und dem Hilfsabzugswalzenpaar (900) eine Faden­verbindungsvorrichtung (97) in den Fadenlauf bringbar ist.
     
    18. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Hilfsabzugsvorrich­tung durch die Spule (33) und eine in beiden Drehrichtun­gen antreibbare Antriebsrolle (52) gebildet wird.
     
    19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch ge­kennzeichnet, daß der Antrieb der Antriebs­rolle (52) in Anpassung an den in der Offenend-Spinnvor­richtung wirksamen Anlauf der Fasereinspeisung einstell­bar ist.
     
    20. Vorrichtung nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsrolle (52) einen aus einem weichen Material, vorzugsweise Weichgummi, bestehenden Mantel (53) trägt.
     
    21. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß der Antriebsrolle (52) eine Anpreßvorrichtung (7, 70) zugeordnet ist, durch welche die Antriebsrolle (52) bei wachsendem Spulendurchmesser mit zunehmendem Anpreßdruck gegen die Spule (33) gedrückt wird.
     
    22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Antriebsrolle (52) auf der der Spulwalze (31) abgewandten Seite gegen die Spule (33) gepreßt wird.
     
    23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Antriebsrolle (52) von einem Schwenkarm (50) getragen wird, auf den eine Torsionsfeder (70) einwirkt.
     
    24. Vorrichtung nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsrolle (52) von einem Schwenkarm (50) getragen wird, dessen Antrieb eine drehbare Nockenscheibe (62) sowie ein ver­stellbares Zwischengestänge (64, 65, 66, 67, 68) zwischen Nockenscheibe (62) und Schwenkarm (50) aufweist.
     
    25. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 14 bis 24, gekennzeichnet durch ein Hubelement (40), das zwischen Spulwalze (31) und Spule (33) einschiebbar ist, und eine auf die Spulenarme (32) zur Einwirkung bringbare Stützeinrichtung (8), die nach Rückziehen des Hubelementes (40) einen stets gleichen Abstand (a) zwischen der Umfangsfläche der Spule (33) und der Spulwalze (31) sichert.
     
    26. Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Stützeinrichtung (8) einen durch einen steuerbaren Antrieb (86) verschwenk­baren Antriebshebel (80) sowie einen auf diesem angeord­neten und zwischen zwei Endstellungen verschwenkbaren Stützhebel (81) aufweist, der durch ein elastisches Element (84) in Richtung zur Spule (33) beaufschlagt und dadurch in seine erste Endstellung (82) und bei Auflaufen auf einen der beiden Spulenarme (32) in seine zweite Endstellung (83) bringbar ist, der eine Schaltvorrichtung (85) zur Beendigung der Schwenkbewegung des Antriebs­hebels (80) zugeordnet ist.
     
    27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Endstellung des Stützhebels (81) durch zwei am Antriebshebel (80) ange­brachte Anschläge (82, 83) festgelegt werden.
     
    28. Vorrichtung nach Anspruch 26 oder 27, dadurch gekennzeichnet, daß der steuerbare An­trieb für den Antriebshebel (80) als elektrischer Motor (86) und die Schaltvorrichtung als ein auf dem Antriebs­hebel (80) angeordneter Schalter (85) ausgebildet sind, welcher bei Betätigung die Stromzufuhr zum Motor (86) unterbricht.
     
    29. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 14 bis 28, gekennzeichnet durch einen Druckroller, der von einer längs einer Vielzahl von Offenend-Spinnvorrichtungen verfahrbaren Wartungsvor­richtung (2) aus von der angetriebenen Abzugswalze abheb­bar und auf die angetriebene Abzugswalze wieder aufsetz­bar ist.
     




    Zeichnung