[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1, mittels welcher vorgeschliffene Formteilrohlinge auf Mass geschliffen werden können.
[0002] Es ist bekannt, bezüglich ihrer Längsachse symmetrische profilierte Formteile mittels
Décolletage und anschliessendem Schleifen herzustellen. Derartige Teile werden, sofern
an ihre Masshaltigkeit und Achssymmetrie hohe Anforderungen gestellt werden, herkömmlicherweise
nach dem Décolletieren und gegebenenfalls einem Härten in einer Zenterless-Schleifoperation
vorgeschliffen und dann in einer oder mehreren Schleifoperationen auf Mass geschliffen.
[0003] Dieses auf Mass schleifen der vorgeschliffenen Formteile muss, sofern auch nur ein
Ende des Formteiles auf Mass geschliffen werden muss und eine hohe Masshaltigkeit,
insbesondere der Zylindrizität oder Konizität eines anderen Bereiches des Formteiles
verlangt wird, ein Schleifen zwischen Spitzen sein, das in zwei oder mehr nacheinander
geschalteten Schleifoperationen mit dazwischenliegendem Umspannen der Formteile auf
der Schleifmaschine, geschieht.
[0004] Ein solches Schleifverfahren in mehreren Schleifoperationen bei unterschiedlichen
Formteileinspannungen ist sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig und erschwert, wenn
nicht sogar verunmöglicht, das genaue Einhalten hochpräziser Masse. Es ist zudem zwangsläufig
teuer.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung vorzuschlagen,
mittels welcher die Nachteile des herkömmlichen auf Mass schleifen vorgeschliffener
Formteilrohlinge überwunden und kostengünstig hochpräzise achssymmetrische profilierte
Formteile möglichst in einem einzigen Schleifvorgang zwischen Spitzen auf Mass geschliffen
werden können, selbst wenn ein Endbereich der Formteilrohlinge dabei mitgeschliffen
werden muss.
[0006] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung gemäss Patentanspruch
1 gelöst.
[0007] Dank der Erfindung ist es erstmals möglich, rationell und wirtschaftlich hochpräzise
achssymmetrische Formteile, die bisher mittels zwei oder mehreren Schleifoperationen
bei unterschiedlichen Einspannungen der Formteilrohlinge auf der Schleifmaschine auf
Mass geschliffen werden mussten, in einer einzigen Operation zwischen Spitzen auf
Mass zu schleifen. Auch mehrfach abgesetzte Formteile können dank der Erfindung in
der Regel in einer einzigen Einspannung zwischen Spitzen fertig auf Mass geschliffen
werden, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Fertigung und die Masshaltigkeit
der Formteile auswirkt.
[0008] Weitere Vorteile und Details der Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung und
der dieser zugeordneten Zeichnung hervor. Darin wird die Erfindung an einem speziell
schwierigen Massenteil, nämlich einer Düsennadel für Einspritzdüsen, näher erläutert.
[0009] In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine typische Düsennadel für Einspritzdüsen in Seitenansicht, in vergrössertem
Massstab,
Fig. 2 schematisch die Anordnung einer Vorrichtung, in welcher ein erster Verfahrensschritt
zur Herstellung eines Formteiles vorgenommen wird, nämlich die Vorbearbeitung und
das bestechen des Rohlings von der Stange, von oben her gesehen,
Fig. 3 eine erfindungsgemässe Vorrichtung, die dazu dient, den vorgeschliffenen Formteilrohling
erfindungsgemäss in einer einzigen Einspannung zwischen Spitzen und in einem einzigen
Schleifvorgang fertig auf Mass zu schleifen, von oben her gesehen, teilweise geschnitten,
Fig. 4 ein Detail der Bearbeitung der Nadelspitze, ebenfalls von oben her gesehen,
und
Fig. 5 ein weiteres Detail der Bearbeitung der Nadelspitze, von oben her gesehen.
Fig. 1 zeigt in vergrössertem Massstab eine Düsennadel für Benzineinspritzdüsen, wie
sie vorteilhafterweise mittels dem erfindungsgemässen Verfahren in der erfindungsgemässen
Vorrichtung in einem einzigen Schleifvorgang zwischen Spitzen auf Mass geschliffen
werden kann, sofern der dazu benötigte Formteilrohling zumindest die Präzision eines
zenterlessgeschliffenen Teiles aufweist oder wie hiernach beschrieben aus einer Stange
von Rundstahl herausgeschliffen worden ist. Wenn man bedenkt, dass ein derartiges
Teil, das eine Länge von ca 50 mm und einen mittleren Durchmesser von ca 4,8 mm aufweist,
auf 0,001 mm genau geschliffen werden muss und an seiner Spitze einen maximalen Schlag
von 0,001 mm aufweisen darf, dank der Erfindung, die vorteilhafterweise in Rombination
mit dem nachfolgend beschriebenen Herausschleifens des Formteilrohlings aus einer
Stange vollautomatisch mit einer einzigen Operation des Schleifens auf Mass zwischen
Spitzen herstellbar ist, wird offensichtlich, welch enorme Verbesserungen die Erfindung
im auf Mass schleifen und daher der Serienfertigung auch schwieriger hochpräzieser
Formteile gegenüber den heutigen Herstellverfahren bringt. Dabei gilt es zu beachten,
dass diese Düsennadel neben zylindrischen Teilen, bei denen es sich um einen Düsenzapfen
1, eine Freistellung 2, einen Führungsdurchmesser 3 und einen Nadelschaft 4 handelt,
auch ein präzise im rechten Winkel zu der Düsennadel-Längsaches A zu schleifendes
Teilende 1′, eine Nadelhubauflage 5 und einen Freistellübergang 6 aufweist. Der Nadelschaft
4 ist, wie erkenntlich, durch eine Nut 7 vom Führungsdurchmesser 3 abgesetzt, wobei
die Nut 7 durch zwei unterschiedliche, definierte Winkel aufweisende Konen, nämlich
einen Lünettensitz 8 und eine Phase 9, begrenzt wird. Die Spitze 10 der Düsennadel
weist zwei unterschiedlich geneigte Konussegmente, nämlich einen Sitzwinkel 11 und
einen Freiwinkel 12 auf, die sowohl bezüglich Winkel als auch Konuslänge hochpräzise
sein müssen um ein ordnungsgemässes Funktionnieren der Einspritzdüse sicherzustellen.
Der zylindrische Führungsdurchmesser 3 dieser Düsennadel muss nicht nur eine perfekte
Zylindrizität aufweisen, sondern muss auch mit der Innenbohrung des die Düsennadel
aufnehmenden Nadelgehäuses (nicht dargestellt) paarungsgeschliffen werden, derart
dass eine spielfreie Führung garantiert werden kann.
[0010] Der Fachmann erkennt aus diesen Angaben, dass es sich bei diesem für die Illustration
der vorliegenden Erfindung gewählten repräsentativen Formteil um ein ausserordentlich
anspruchsvolles Teil handelt, das in den herkömmlichen Verfahren und mit den herkömmlichen
Mittel ausserordentlich schwierig zu fertigen ist und dessen Serienfertigung mittels
dem herkömmlichen Verfahren des Décolletierens und schrittweisen Schleifens der unterschiedlichen
Durchmesser und Winkel sehr teuer zu stehen kommt. Dieses anspruchsvolle Teil eignet
sich aber sehr gut dazu, die Vorteile und Möglichkeiten der gegenständlichen Erfindung
gegenüber den herkömmlichen Herstellverfahren solcher Teile darzulegen.
[0011] Für die Beurteilung der Vorteile, die die vorliegende Erfindung gegenüber dem Stand
der Technik bringt, ist davon auszugehen, dass bei jedem zum Stand der Technik gehörenden
Verfahren zur Herstellung einer solcher Düsennadel ein Düsennadelrohling mittels einer
Décolletage-Operation aus einer ungehärteten Stahlstange herausgedreht wird, worauf
dieser Rohling gehärtet und im Rahmen eines Zenterless-Schleifens vorgeschliffen wird
bevor in einzelnen Schleif Operationen, bei unterschiedlichen Einspannungen des Formteilrohlings
18 zuerst der Führungsdurchmesser 3 und dann der Sitzwinkel 11 und der Freiwinkel
12 der Spitze 10 geschliffen werden. Dabei ist es nahezu unmöglich, die geforderte
Achsparallelität mit dem als maximal zulässig bezeichneten Schlag sicherzustellen,
denn für das Zylindrischschleifen des Führungsdurchmessers 3 ist der Formteilrohling
anders eingespannt, als er für das Schleifen der beiden Konussegmente 11 und 12 der
Spitze 10 in einer Spannzange eingespannt werden muss.
[0012] Zwecks Herstellung der für das auf Mass schleifen gemäss der Erfindung notwendigen
Formteilrohlinge kann, an Stelle des Décolletierens und Zenterless-Schleifens vorteilhafterweise
ein Schleifvorgang verwendet werden, wie er hiernach anhand von Fig. 2 beschrieben
ist. In letzterer erkennt man eine Stange 13 von Rundmaterial, vorteilhafterweise
ungehärteter oder gehärteter Stahl, die durch eine erste Spannzange 14 eines lediglich
schematisch und strichpunktiert angedeuteten Werzeugspindelstockes 15 hindurch vorgeschoben
wird und aus der heraus die Formteilrohlinge 18 in Serie herauszuformen sind. Der
ersten Spannzange 14 gegenüber ist auf der selben Achse B eine zweite Spannzange 16
in einem Synchron-Werkzeugspindelstock 17 angeordnet, in die die Stange 13, resp.
ein noch mit der Stange 13 verbundener, vorbearbeiteter Formteilrohling 18 bis an
einen einstell- und verstellbaren Anschlag 19 heran eingeführt ist. Vorteilhafter
Weise sind die beiden Werkzeugspindelstöcke Bestandteile einer NC-gesteuerten Maschine,
die eine automatische Steuerung aller Arbeitsabläufe und -gänge ermöglicht.
[0013] Ferner erkennt man in Fig. 2 eine Profilschleifscheibe 20 und eine Stützlünette 21.
Es fällt auch auf, dass die Achse B gegenüber der durch den Doppelpfeil C illustrierten
Vorschubachse der Profilschleifscheibe 20 nicht in einem rechten Winkel steht, sondern
geneigt dazu liegt. Eine Neigung von ca 10° hat sich bewährt und ermöglicht es, das
senkrecht zur Längsachse A des Formteils zu stehen kommende Teilende 1′ und die Nadelhubauflage
5 und den Freistellungsübergang 6 in einem einzigen Schleifvorgang korrekt rechtwinklig
zur besagten Längsachse A des Formteiles zu schleifen. Es ist selbstverständlich,
dass der Umfang der Profilschleifscheibe 20 in bekannter Art und Weise ohne Ausspannen
der Profilschleifscheibe 20 in Abhängigkeit der Neigung der Achse B und des dem vorbearbeiteten
Formteilrohling 18 zu gebenden Profil in regelmässigen Abständen direkt auf der NCgesteuerten
Maschine, z.B. mittels einer Diamantrolle, abgezogen wird. Der dadurch bedingte Abtrag
von Schleifscheibenmaterial wird in bekannter Weise bei der automatischen Berechnung
des Profilschleifscheibenvorschubs berücksichtig. Vorteilhafterweise ist die Profilschleifscheibe
20 so ausgelegt, dass sie in einem Arbeitsgang gleichzeitig einen Teil eines ersten
Formteilrohlings 18′ vorschleift und zumindest einen Teil oder den ganzen Formteilrohling
18˝ fertigschleift und ihn vom fertig vorbearbeiteten und teilweise in der zweiten
Spannzange 16 liegenden Formteilrohling 18 trennt. Um zu verhindern, dass der dabei
in Bearbeitung stehende Formteilrohling 18˝ durch die Profilschleifscheibe 20 aus
der Achse B und damit der Längsachse A des Formteils selber herausgedrückt wird, ist
die Stützlünette 21 entsprechend angeordnet.
[0014] Sobald der in Bearbeitung stehende Formteilrohling 18˝ fertig vorgeschliffen ist,
wird vorteilhafterweise die zweite Spannzange 16 im Synchron-Werkzeugspindelstock
17 geöffnet und so zurückgefahren, dass der teilweise in sie eingeführte und nun von
der Stange 13 getrennte Formteilrohling 18 mittels des Anschlags 19 aus ihr herausgestossen
werden kann, bevor die Stange 13 so weit vorgeschoben wird, bis der noch mit ihr verbundene
Formteilrohling 18˝ an die Stelle des Formteilrohlings 18 in die zweite Spannzange
16 eingefahren wird. Dann, eventuell nach einem vorgängigen Abziehen der Profilschleifscheibe
20, erfolgt wiederum der hiervor beschriebene Schleifvorgang, bei welchem ein Teil
eines neuen Formteilrohlings 18′ vorgeschliffen und ein Teil oder der ganze Formteilrohling
18˝ bis auf das Abtrennen von der Stange 13 fertiggeschliffen wird. Es kann bei diesem
Arbeitsgang angezeigt sein, einen kritischen Teildurchmesser während des Schleifvorganges
mittels eines Durchmessermesskopfes 22 zu überwachen, derart, dass der Profilscheibenvorschub
in Abhängigkeit dieses Teilemasses gesteuert werden kann.
[0015] Die gemäss obiger Schleifoperation erzeugten Formteilrohlinge 18 sind, sofern sie
aus gehärteten Stangen 13 herausgeschliffen sind, fertig bearbeitet und weisen zumindest
die Masshaltigkeit und Oberflächengüte zenterlessgeschliffener Teile auf. Sie können
daher ohne weitere Vorbearbeitung direkt dem auf Mass schleifen zugeführt werden.
[0016] Auch wenn die Formteilrohlinge 18 aus ungehärteten Stangen 13 herausgeschliffen werden,
sind sie wesentlich masshaltiger, als wenn sie mittels einer Décolletageoperation
hergestellt worden wären. Bei einem anschliessenden sorgfältigen Härten verziehen
sie sich praktisch nicht, so dass, wenn sie mit Uebermassen versehen sind, die erst
anlässlich des Schleifens auf Mass abgetragen werden, sie direkt und ohne weitere
Vorbearbeitung auf Mass geschliffen werden können.
[0017] In jedem Falle erübrigt diese Art der Herstellung der Formteilrohlinge ein Zenterless-Schleifen
derselben vor dem auf Mass schleifen in der erfindungsgemässen Vorrichtung gemäss
Fig. 3.
[0018] Das auf Mass schleifen der Formteilrohlinge 18 ist in den Fig. 3, 4 und 5 dargestellt,
wobei die beiden letzteren Figuren nur Details einzelner Arbeitsschritte illustrieren
und Fig. 3 die Formteilrohling-Aufnahme und eine Feinschleif-Profilschleifscheibe
29 zeigt, mittels der der Formteilrohling 18 zu der fertig bearbeiteten hochpräzisen
und mit der Innenbohrung des nicht dargestellten Düsennadelgehäuses paarungsgeschliffenen
Düsennadel fertigbearbeitet wird. Dank dem erfindungsgemässen Verfahren und der erfindungsgemässen
Vorrichtung kann die Fertigbearbeitung der Düsennadel wie erwähnt in einer einzigen
Einspannung des Formteilrohlings 18 zwischen Spitzen geschehen. Da dieser Formteilrohling
18 lediglich an seinem grössten Durchmesser, dem Führungsdurchmesser 3 sowie der Spitze
10, resp. deren Sitzwinkel 11 und Freiwinkel 12 nachgeschliffen werden muss, um einerseits
die Zylindrizität des Führungsdurchmessers 3 und dessen vorbestimmtes Spiel in der
Innenbohrung des Düsengehäuses mittels Paarungsschleifen zu erzeugen und andererseits
die Spitze 10 mit dem vorbestimmten maximalen Schlag auf die Längsachse A der Düsennadel
zu legen, kann er nicht, wie sonst üblich, zwischen Hohlspitzmitnehmern, in die die
beiden Teilenden zu liegen kommen, geschliffen werden. Es bedarf dazu einer speziellen
Zentrierlünette 23 (Fig. 3) gemäss der vorliegenden Erfindung.
[0019] Aus Fig. 3 ist ersichtlich, dass der Formteilrohling 18 mit seinem hinteren Ende,
also dem Druckzapfen 1, in einen sogenannten 6° -Mitnehmer 24 eingelegt wird, der
Teil eines querkraftfreien Werkstückantriebes 34 ist, derart, dass er über die zwischen
dem Druckzapfen 1 und der Freistellung 2 der Nadelhubauflage 5 liegende Kante mitgenommen
wird, wenn der Mitnehmer 24 selbst in Drehung versetzt wird. Vorteilhafterweise ist
der Mitnehmer 24 in Richtung des Werkstückspindelstockes 25 zurückziehbar, um den
Formteilrohling 18 von der Seite des Werkstückspindelstockes 25 her in die Zentrierlünette
23 einzuführen, bevor der Mitnehmer 24 mit dem Formteilrohling 18 in Wirkverbindung
gebracht wird. Bei der Zentrierlünette 23 handelt es sich im wesentlichen um einen
U-förmigen Träger 26, der ähnlich einer Hohlgegenspitze mit dem Reitstock 27 der vorteilhafterweise
NC-gesteuerten Schleifmaschine verbunden wird und eine genau in der Zwischenspitzenachse
D liegende ganz durchgebohrte Hohlspitze 28 trägt, durch die der Formteilrohling 18
hindurchtreten kann, derart, dass die Hohlspitze 28 ihn an einer Stelle führt und
zentriert, die anlässlich der Fertigbearbeitung des Formteilrohlings 18 nicht mehr
geschliffen werden braucht und als Lünettensitz ausgebildet ist.
[0020] Bei der hier beschriebenen Düsennadel wird der Lünettensitz 8 der Nut 7 durch die
Hohlspitze 28 aufgenommen, derart, dass nur der Führungsdurchmesser 3, der wie vorerwähnt
paarungsgeschliffen werden muss, effektiv "zwischen Spitzen" geschliffen wird. Der
Nadelschaft 4 und die daran anschliessende Spitze 10 mit ihren fertigzuschleifenden
Konussegmenten, dem Sitzwinkel 11 und dem Freiwinkel 12 ragen in Richtung des Reitstockes
27 aus der Hohlspitze 28 heraus, derart, dass der Nadelschaft 4 mit den daran anschliessenden
Sitzwinkel 11 und Freiwinkel 12 freistehend durch die in die Zwischenlünette 23 hineinragende
Feinschleif-Profilschleifscheibe 29 geschliffen werden können. Die erfindungsgemässe
Zwischenlünette 23 ermöglicht es, dass in einer einzigen Einspannung des Formteilrohlings
18 sowohl mehrere seiner zylindrischen Bereiche als auch ein Endbereich auf Mass fertiggeschliffen
werden können. Bei der hier beschriebenen Düsennadel handelt es sich beim zylindrischen
Bereich um den paarungszuschleifenden Führungsdurchmesser 3, der entweder durch eine
eigens dafür verwendete Feinschleif-Profilschleifscheibe oder einen Teil einer kombinierten
Feinschleif-Profilschleifscheibe 29 gemäss Fig. 3 fertiggeschliffen werden kann. Beim
Endbereich handelt es sich um die Spitze 10 des Formteilrohlings 18. Mittels eines
Doppelmesskopfes 30 kann in bekannter Art und Weise die Zylindrizität des Führungsdurchmessers
3 als auch dessen genauer Durchmesser gemessen und sichergestellt werden. Der Werkzeugspindelstock
ist diesbezüglich vorteilhafterweise mit einer Vorrichtung gemäss CH-Pat. Nr. 623
261 zum Zylindrischschleifen von Werkstücken, versehen. Durch eine Messung der Längsposition
des Formteilrohlings 18 im Mitnehmer 24, resp. der genauen Lage z.B. der Nadelhubauflage
5 auf der Zwischenspitzenachse D mittels eines hier nur andeutungsweise dargestellten
handelsüblichen Längenpositionmessgerätes 31, kann die Feinschleif-Profilschleifscheibe
29 rechtwinklig zu ihrer normalen Vorschubrichtung gemäss Doppelpfeil E auch seitlich
gemäss Doppelpfeil F verstellt werden, derart, dass derjenige Teil der Feinschleif-Profilschleifscheibe
29, oder gegebenenfalls eine separate Schleifscheibe, der zum Fertigschleifen des
Sitzwinkels 11 und des Freiwinkels 12 der Spitze 10 dient, neben dem Fertigschleifen
dieser Winkel auch die korrekte Länge der Düsennadel sicherstellt. Sofern aus Festigkeitsgründen
erforderlich, kann auch bei diesem Schleifvorgang eine hier nicht dargestellte Stützlünette
den freistehenden Teil des Formteilrohlings 18 abstützen, um einer nicht gewünschten
Verformung dieses Teiles vorzubeugen. Vorteilhafterweise werden, für Formteile wie
die hier beschriebenen Düsennadeln, zwei Feinschleifscheiben zu einer einzigen zusammengefügt,
um als einteilige Feinschleif-Profilschleifscheibe 29 eingesetzt zu werden. Auch sie
kann, wie auf NC-gesteuerten Schleifmaschinen üblich, regelmässig automatisch abgezogen
werden, derart, dass die damit fertiggeschliffenen Düsennadeln höchste Präzision und
beste Oberflächengüte aufweisen.
[0021] Für das Fertigschleifen des Sitzwinkels 11 und des Freiwinkels 12 der Spitze 10 kann
die Feinschleif-Profilschleifscheibe 29 mit zwei individuell zum Einsatz kommenden
Profilen 32 und 33 versehen sein, derart, dass beispielsweise gleichzeitig mit dem
Fertigschleifen des paarungszuschleifenden Führungsdurchmessers 3 mittels des ersten
Profils 32 gemäss Fig. 4 der Sitzwinkel 11 fertiggeschliffen und der Freiwinkel 12
vorgeschliffen wird, wogegen der Freiwinkel 12 nach dem Zurückziehen der Feinschleif-Profilschleifscheibe
29 und deren erneutes Heranfahren mittels des zweiten Profils 33 gemäss Fig. 5 fertiggeschliffen
wird.
[0022] Der Fachmann erkennt, dass dank der erfindungsgemässen Vorrichtung ein nach herkömmlichen
Verfahren nur in mehreren Werkstückeinspannungen auf Mass schleifbares Formteil in
zwei Arbeitsschritten mit einer einzigen Werkstückeinspannung zwischen Spitzen auf
Mass geschliffen werden kann. Selbstverständlich können auf einer erfindungsgemässen
Vorrichtungen auch andere Formteile als Düsennadeln für Einspritzpumpen kostengünstig
und mit einer gegenüber den herkömmlichen Herstellverfahren reduzierten Anzahl von
Einspannungen gefertigt werden. Es genügt dabei, die Profilschleifscheiben 20 und
29 sowie die der Aufspannung des Formteilrohlings 18 dienende Zentrierlünette 23 den
konkreten Gegebenheiten anzupassen. Erfinderisches Dazutun ist dafür nicht mehr notwendig.
[0023] Es ist auch naheliegend, dass je nach herzustellendem Formteil bei der Vorbearbeitung
desselben, also beim Heraustrennen aus der Stange 13 mittels Schleifoperation, je
nach Bedarf nur einzelne Teile des Formteils vorbearbeitet werden, wogegen andere
unbearbeitet bleiben. Auch bei der Fertigbearbeitung des Formteilrohlings 18 können
mehr als die hier beschriebenen drei Formteil-Segmente fertiggeschliffen werden. Gegebenenfalls
kann der Fertigbearbeitungsvorgang in zwei Einzeloperationen aufgeteilt werden.
[0024] Wenn ein automatisches Stangennachladegerät und eine automatische Formteileinspannvorrichtung
verwendet werden, kann dank der Erfindung im Zusammenwirken mit dem beschriebenen
Herausschleifen der Formteilrohlinge 18 aus der Stange 13 eine vollautomatische Formteile-Fertigung
realisiert werden, die ohne manuelle Nachjustierung der Bearbeitungswerkzeuge auskommt,
denn die Profilschleifscheiben 20 und 29 können direkt auf den NC-gesteuerten Schleifmaschinen
mittels Diamantrollen abgezogen und automatisch nachgerichtet werden.
[0025] Wenn an Stelle von Stangen als Ausgangsmaterial für die Herstellung der Formteile
Rollenmaterial verwendet wird, was dank der wesentlich niedrigeren Drehzahlen, die
ein zu schleifendes Teil gegenüber einem zu décolletierenden Teil aufweisen muss,
durchaus möglich ist, kann eine über mehrere Tage vollautomatische Teilefertigung
realisiert werden, die ohne Einwirkung durch den Menschen völlig autonom arbeitet,
was bei Décolletage-Operationen wegen der zwangsläufig notwendig werdenden Nachschleifoperationen
der Stechbeutel ausserhalb der Maschine, und deren nachträglicher Nachjustierung in
Handarbeit, nicht möglich ist.
1. Vorrichtung zum auf Mass schleifen von bezüglich ihrer Längsachse (A) symmetrischen
profilierten vorgeschliffenen Formteilrohlingen (18), enthaltend auf einer Schleifmaschine
zumindest einen Werkzeugspindelstock (25), einen damit wirkverbundenen Mitnehmer (24),
einen darauf wirkenden Doppelmesskopf (30) für die Zylinderkorrektur sowie das Ausrichten
der Längsachse (A) des Formteilrohlings (18) auf die Zwischenspitzenache (D) der Schleifmaschine
und einen Reitstock (27) mit Hohlspitze (28), derart, dass die Zwischenspitzenachse
(D) durch den Mitnehmer (24) und die Hohlspitze (28) definiert ist, dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine U-förmige Zentrierlünette (23) umfasst, deren einer Schenkel mit dem
Reitstock (27) verbunden ist und deren anderer, dem Werkzeugspindelstock (25) zugewandte
Schenkel die Hohlspitze (28) aufweist, die lünettenförmig ausgebildet und durchbohrt
ist, wobei ein konischer Teil der Hohlspitze (28) einen letzterem angeformten Lünettensitz
(8) bildet.
2. Vorrichtung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnehmer (24)
Bestandteil eines querkraftfreien Werkstückantriebs (34) ist und in Zusammenwirkung
mit dem Längenmesskopf (30) eine Ausrichtung der Längsachse (A) des Formteilrohlings
(18) auf die Zwischenspitzenachse (D) der Schleifmaschine ermöglicht, und dass die
Zwischenlünette (23) derart ausgebildet ist, dass der zwischen Hohlspitze (28) und
Reitstock (27) freistehende Endbereich (10) des Formteilrohlings (10) mit einer über
die Zwischenspitzenachse (D) reichenden Schleifscheibe (29) bearbeitet werden kann.
3. Vorrichtung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnehmer (24)
in Richtung des Werkzeugspindelstockes (25) zurückziehbar ist, um das Einfahren des
Formteilrohlings (18) in die Hohlspitze (28) zu ermöglichen.
4. Verwendung der Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3 derart, dass der Formteilrohling
(18) so in die Hohlspitze (28) eingelegt wird, dass ein Teil (4; 10) desselben durch
diese hindurchtritt und er durch diese an dem Lünettensitz (8) abgestützt wird, sodass
in einem oder mehreren Schleifschritten sowohl der sich zwischen dem Mitnehmer (24)
und der Hohlspitze (8) befindliche Teil (3) als auch der durch die Hohlspitze (28)
hindurchtretende Teil (4; 10) des Formteilrohlings (18) ohne Umspannen desselben in
der Schleifmaschine geschliffen werden können.
1. A device for grinding to size profiled, rough ground moulding blanks (18), which
are symmetrical with respect to their longitudinal axis (A), containing on a grinding
machine at least one tool headstock (25), a driving plate (24) operatively connected
thereto, a double measuring head (30) acting thereon for the cylinder adjustement
and the alignment of te longitudinal axis (A) of the moulding blank (18) on the axis
(D) of the intermediate tip of the grinding machine and a tailstock (27) with a hollow
tip (28) in such a way that the axis (D) of the intermediate tip is defined by the
driving plate (24) and the hollow tip (28), characterised in that it comprises a U-shaped centering rest (23), one arm of which is connected to the
tailstock (27) and the other arm of which, which is nearer the rool headstock (25),
comprises the hollow tip (28), which is constructed in the form of a rest and is bored,
with a conical part of the hollow tip (28) forming a latter tip-stretched rest (8).
2. A device according to Claim 1, characterised in that the driving plate (24) is a component of a workpiece drive (34) not subject to transverse
forces and in conjunction with the length measuring head (30) permits an alignement
of the longitudinal axis (A) of the moulding blank (18) on the axis (D) of the intermediate
tip of the grinding machine, and in that the intermediate rest (23) is constructed
in such a way that the self-supporting end region (10) of the moulding blank (10)
between the hallow tip (28) and the tailstock (27) can be worked with a grinding disk
(29) extending over the axis (D) of the intermediate tip.
3. A device according to Claim 1, characterised in that the driving plate (24) can be withdrawn in the direction of the tool headstock (25)
so as to permit the introduction of the moulding blank (18) into the hollow tip (28).
4. The use of the device according to Claims 1 to 3 in such a way that the moulding
blank (18) is inserted into the hollow tip (28) in such a way that one part (4; 10)
thereof passes through said tip and it is supported by said tip on the rest (8), so
that in one or more grinding stages both the part (3) located between the driving
plate (24) and the hollow tip (2) and also the part (4; 10) of the moulding blank
(18) passing through the hollow tip (28) can be ground without re-chucking said moulding
blank in the grinding machine.
1. Dispositif pour rectifier des ébauches (18) meulées, a profil symétrique par rapport
à leur axe longitudunal (A), comportant sur une rectifiseuse, au moins un touret porte-pièces
(25) auquel est relié un organe d'entraînement (24), une double tête de mesure (30)
pour la correction cylindrique ainsi que l'alignement de l'axe longitudinal (A) de
l'ébauche (18) sur l'axe entre pointeaux (D) de la rectifiseuse ainsi qu'une contre-poupée
(27) avec une pointe creuse (28), de façon que l'axe entre pointaux (D) soit défini
par l'organe d'entraînement (24) et la pointe creuse (28), dispositif caractérisé
en ce qu'il comprend une lunette de centrage (23) en forme de U dont une branche est
relié à la contre-poupée (27) et dont l'autre branche tournée vers la poupée porte-outil
(25) comprend la pointe creuse (28) qui est en forme de lunette et est percée, une
partie conique de la pointe creuse (28) formant un siège de lunette (8) adapté à la
pointe creuse (28).
2. Dispositif selon la revendication 1, carctérisé en ce que l'organe d'entraînement
(24) fait partie d'un moyen d'entraînement de pièce (34) non soumis à des efforts
transversaux et en coopération avec la tête de mesure de longueur (30), il permet
un alignement de l'axe longitudinal (A) de l'ébauche (18) sur l'axe entre pointaux
(D) de la rectifiseuse et en ce que la lunette intermediare (23) est réalisée pour
que la zone d'extrémité libre (10) de l'ébauche (18) entre la pointe creuse (28) et
la contre-poupée (27) puisse être usinée avec un disque de rectifiseuse (29) allant
au-delà de l'axe entre pointeaux (D).
3. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'organe d'entraînement
(24) peut être rétracté en direction de la poupée porte-outil (25) pour permettre
une mise en place de l'ébauche (18) dans la pointe creuse (28).
4. Application du dispositif selon les revendications 1 à 3, pour que l'ébauche (18)
puisse être placée dans la pointe creuse (28) pour qu'une partie (4, 10) de cette
ébauche traverse la pointe creuse et soit appuyée sur le siège de lunette (8) pour
qu'au cours d'une ou plusieurs étapes de rectifications, à la fois la partie (3) comprise
entre l'organe d'entraînement (24) et la pointe creuse (8) et la partie (4, 10) de
l'ébauche (18) traversant la pointe creuse (28) puisse être rectifiée dans la rectifiseuse
sans avoir à modifier la fixation.