(19)
(11) EP 0 274 580 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
04.04.1990  Patentblatt  1990/14

(21) Anmeldenummer: 87114807.8

(22) Anmeldetag:  10.10.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F42B 10/48, F42B 12/58

(54)

Drallstabilisiertes Trägergeschoss mit mindestens zwei Submunitionsgeschossen

Spin-stabilized carrier missile with at least two sub-projectiles

Charge militaire stabilisée par rotation porteuse de sous-munitions


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 18.12.1986 DE 3643293

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
20.07.1988  Patentblatt  1988/29

(73) Patentinhaber: Rheinmetall GmbH
40880 Ratingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Synofzik, Reinhard
    D-4053 Jülich 1 (DE)

(74) Vertreter: Podszus, Burghart, Dipl.-Phys. 
Rheinmetall GmbH Ulmenstrasse 125 Postfach 6609
D-4000 Düsseldorf
D-4000 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 195 854
DE-C- 3 127 071
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Efindung betrifft ein Drallstabilisiertes Trägergeschoß mit mindestens zwei Submunitionsgeschossen, wie es durch den Oberbegriff des Anspruchs 1 näher definiert wird.

    [0002] Trägergeschosse sind beispielsweise aus Flume: "Artilleriemunition: Bessere Wirkung im Ziel", Wehrtechnick 1985, Band 10, Seite 112 bis 120 bekannt. Dabei wird das Trägergeschoß z. B. mit Hilfe eines Geschützes verschossen. Das Trägergeschoß enthält zwei oder mehrere zielerkennende Submunitionskörper, die zu einem vorgegebenen Zeitpunkt aus dem Geschoß ausgestoßen werden. Nach diesem Ausstoßvorgang erfolgt zunächst ein Drallabbau sowie eine Abbremsung der Submunitionskörper. Üblicherweise wird die Abbremsung der Geschwindigkeit mit Hilfe eines Fallschirmes vorgenommen und der Drall mit Hilfe sogenannter Drallflügel abgebaut. Sobald die Geschwindigkeit und der Drall der Submunitionskörper auf vorgegebene Werte reduziert ist, werden die Drallbremse und der zum Geschwindigkeitsabbau benötige Fallschirm abgesprengt und es öffnet sich ein weiterer Fallschirm, an dem der Submunitionskörper zur Erde gleitet und eine rotierende Bewegung zwecks Abscannen des Zielgebietes macht.

    [0003] Sobald ein Ziel erkannt wird, erfolgt eine Zündung des Wirkteiles des Submunitionskörpers, so daß beispielsweise eine projektilbildende Ladung erzeugt wird, die dann das Ziel trifft. Nachteilig bei dieser bekannten Munition ist vor allem, daß die Submunitionskörper relative nahe beieinander in das Zielgebiet fliegen und daher mehrere Submunitionskörper ein bestimmtes Ziel treffen, während andere Ziele in dem Zielgebiet nicht getroffen werden.

    [0004] Es is bereits vorgeschlagen worden, den Drallabbau und die Geschwindigkeitsabbremsung der Submunitionskörper mittels einer Gewebebremsscheibe vorzunehmen, wie sie in der Figurenbeschreibung näher erläutert wird.

    [0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein drallstabilisiertes Trägergeschoß der eingangs erwähnten Art derart weiterzuentwickeln, daß die Submunitionskörper in dem vorgegebenen Zielgebiet auf eine möglichst große Zielfläche verteilt werden.

    [0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst.

    [0007] Nähere Einzelheiten und weitere Vorteile werden im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen und mit Hilfe von Zeichnungen näher erläutert.

    [0008] Es zeigen:

    Fig. 1 den zeitlichen Ablauf des Ausstoßvorganges von zwei Submunitionskörpern, die erfindungsgemäße Bremselemente besitzen;

    Fig. 2 die Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Submunitionskörpers; und

    Fig. 3 die Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Bremselement nach Fig. 2.



    [0009] In Fig. 1 ist mit 1 ein Geschoß bezeichnet, das beispielsweise mittels eines nicht dargestellten Geschützes verschossen wurde. Diese Geschoß 1 enthält z. B. zwei zielerkennende Submunitionskörper, die zu einem vorgegebenen Zeitpunkt aus dem Geschoß 1 ausgestoßen werden. Nach diesem Ausstoßvorgang fliegen zunächst die Hülle 100, die Submunitionskörper 200 und 300 sowie der Boden 400 des Geschosses 1 hintereinander. Durch das Entfalten der Bremselemente 20 und 30 verringern die Submuni tionskörper 200 und 300 ihre Geschwindigkeit und bewegen sich auf einer anderen Flugbahn als die weiterfliegende Geschoßhülle 100.

    [0010] Die Bremselemente 20 und 30 bewirken sowohl eine Geschwindigkeitsverminderung der Submunitionskörper 200 und 300 als auch eine Drallreduzierung. Sobald beide Größen auf einen vorgegebenen Wert abgesunken sind, werden die Bremselemente 20 und 30 von den Submunitionskörpern abgestoßen (nicht dargestellt).

    [0011] Erfindungsgemäß besitzen die Bremselemente 20 und 30 unterschiedliche Abmessungen (Außendurchmesser D1 und D2) und sorgen so durch den unterschiedlichen Luftwiderstand für eine Separierung der Submunitionskörper 200 und 300. Durch geeignete Durchmesserwahl der Bremselemente 20 und 30 ist es also möglich, in dem vorgegebenen Zielgebiet die Submunitionskörper auf eine relative große Zielfläche zu verteilen.

    [0012] Es kann dann beispielsweise durch Entfalten eines Fallschirmes ein weiteres Abbremsen der Submunitionskörper sowie durch die rotierende Bewegung dieser Körper ein Abscannen des Zielgebietes erfolgen (vgl. hierzu im einzelnen Flume , "Artilleriemunition: Bessere Wirkung im Ziel"; Wehrtechnick 1985, Heft 10, S 112 ff).

    [0013] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht des Submunitionskörpers 300 mit einem Schnitt im Bereich des Bremselementes 30. Außer dem Bremselement 30 enthält der Submunitionskörper 300 den eigentlichen Wirkkörper 31, der beispielsweise eine Hohlladung enthält, das Gehäuse 32, welches die Signalverarbeitung und eine nicht dargestellte ausschwenkbare Antenne enthalten kann und einen abtrennbaren Stützaufbau 33, an dem die Bremsscheibe 30, bei spielsweise mittels Schrauben 330, befestigt ist. Der ringförmige Vorsprung 331 des Stützaufbaukörpers 33 umschließt den Verpackungsraum für das Bremselement 30.

    [0014] In Fig. 3 ist eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Bremsscheibe nach Fig. 2 vom Heck aus gesehen, wiedergegeben. Mit 36 ist ein Saumband bezeichnet, welches sowohl die Aufgabe hat zu verhindern, daß die Bremsscheibe bei den hohen Rotationen des Geschosses 300 in ihrem Randbereich 35 ausreißt. Noch wesentlicher ist allerdings die Aufgabe des Saumbandes 36, dafür zu sorgen, daß in dem Randbereich 35 eine höhere Massenverteilung vorherrscht als in dem restlichen Bereich der Gewebebremsscheibe.

    [0015] Eine weitere Stabilität der Gewebebremsscheibe 30 wird durch zusätzliche Gurtbänder 37 erreicht, die vorzugsweise kreuzförmig angeordnet sind. Dadurch steigt die Festigkeit des gesamten Bremselementes 30 erheblich.

    [0016] Als Material für die Gewebebremsscheibe aber auch für die Gurtbänder und das Saumband hat sich besonders gut Polyamid oder eine reißfeste Kunststoffolie erwiesen.


    Ansprüche

    1. Drallstabilisiertes Trägergeschoß (1) mit mindestens zwei Submunitionsgeschossen (200, 300), die über einem vorgegebenen Zielgebiet aus dem Trägergeschoß(1) ausgestoßen werden, wobei die Submunitionskörper (200, 300) jeweils an ihrem heckseitigen Ende zur Geschwindigkeits- und Drallreduzierung ein aus einem Gewebe oder einer Kunststoffolie bestehendes Bremselement (20 bzw. 30) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremselemente (20, 30) unterschiedliche Abmessungen aufweisen, so daß der in Flugrichtung vordere Submunitionskörper (200) eine gegenüber dem jeweils nachfolgenden Submunitionskörpers (300) geringere Abbremsung erfährt.
     
    2. Drallstabilisiertes Trägergeschoß mit mindestens zwei Submunitionsgeschossen, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremselemente (20, 30) kreisförmig ausgebildet sind.
     


    Claims

    1. Spin-stabilised carrier missile (1) with at least two sub-projectiles (200, 300) which are ejected from the carrier missile (1) over a preselected target area, the sub-projectiles (200, 300) each having at their rear end, as a means of reducing the speed and the spin, a braking element (20, 30 respectively) consisting of a fabric or a plastic foil characterised by the fact that the braking elements (20, 30) have different dimensions, so that the sub-projectile (200) which is foremost as viewed in the direction of flight undergoes a smaller braking effect that the following sub-projectile (300).
     
    2. Spin-stabilised carrier missile with at least two sub-projectiles, characterised by the fact that the braking elements (20, 30) are of circular construction.
     


    Revendications

    1. Projectile porteur gyrostabilisé (1) comprenant au moins deux sous-munitions (200, 300) qui sont éjectées du projectile porteur (1) au-dessus d'une zone à cibles prédéterminée, les sous-munitions (200, 300) comprenant respectivement à leur extrémité arrière et pour réduire la vitesse et la gyration un élément de freinage (20 ou 30) constitué par une tissu ou une feuille de matière plastique, caractérisé en ce que les éléments de freinage (20, 30) présentent des dimensions différentes de façon que la sous-munition (200) se trouvant à l'avant dans la direction du vol subisse un freinage plus faible que la sous-munition respective (300) qui la suite.
     
    2. Projectile porteur gyrostabilisé comprenant au moins deux sous-munitions, caractérisé en ce que les éléments de freinage (20, 30) sont de forme circulaire.
     




    Zeichnung