[0001] Die Erfindung betrifft ein verwindungsweiches, zweiachsiges Drehgestell für Schienenfahrzeuge,
mit zwei biegesteif ausgebildeten Längsträgern, welche je einen im wesentlichen kastenförmigen
Querschnitt aufweisen und welche durch eine in einem mittleren Längenabschnitt des
Drehgestells querliegend angeordnete, verdrehweich und biegesteif ausgebildete Tragkonstruktion
miteinander verbunden sind.
[0002] Es sind zahlreiche Ausführungen von verwindungsweichen Drehgestellen bekannt, welche
je eine Verschränkung der Längsträger um eine Drehgestell-Querachse zulassen und welche
damit eine insbesondere für das Wankverhalten des Fahrzeuges vorteilhafte, relativ
harte Federung (Primärfederung) der Längsträger auf den Radsätzen gestatten.
[0003] Bei einem aus der DE-OS 16 05 141 bekannten Drehgestell der eingangs genannten Art
sind die Längsträger, welche je mit einem durchgehenden Längsschlitz versehen sind,
verdrehweich ausgeführt. Die die Längsträger verbindende Tragkonstruktion enthält
zwei im Abstand voneinander angeordnete Querträger mit U-förmigem Querschnitt, von
denen nur die Stege mit den Längsträgern verbunden sind, und einen zwischen den Querträgern
angeordneten Versteifungsverband aus horizontalen Diagonalstreben. Die Tragkonstruktion
dieses bekannten Drehgestells mit ihrer relativ grossen Ausdehnung in Drehgestell-Längsrichtung
beansprucht einen relativ grossen Teil des Raumes zwischen den Radsätzen, der dadurch
für den Einbau grösserer Teile nicht genutzt werden kann. Das bekannte Drehgestell
ist daher für Ausführungen mit zwischen den Radsätzen anzuordnenden voluminösen Einbauteilen,
etwa von Aggregaten der Antriebseinrichtung eines Schienentriebfahrzeuges, nicht
geeignet.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein insbesondere in dieser Hinsicht verbessertes
Drehgestell zu schaffen, mit einer in kompakter Bauweise ausgeführten querliegenden
Tragkonstruktion, welche bei geringem Platzbedarf starke Verschränkungen der Längsträger
gegeneinander zulässt und welche zugleich eine ausreichende Eckensteifigkeit der
Verbindung zwischen den Längsträgern gewährleistet.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Längsträger verdrehsteif,
je mit einem im wesentlichen über die ganze Länge geschlossenen Querschnitt ausgeführt
sind, und dass die querliegende Tragkonstruktion durch einen einzigen Querträger
mit offenem Profil gebildet ist, welcher einen im wesentlichen horizontal angeordneten,
zur Uebertragung zumindest eines Hauptanteils der in Drehgestell-Längsrichtung wirkenden
horizontalen Kräfte und der um eine vertikale Drehachse wirkenden Biegemomente bestimmten,
mit den beiden Längsträgern starr verbundenen Flanschteil und mindestens einen vertikal
angeordneten, mit dem Flansch und den beiden Längsträgern starr verbundenen Stegteil
enthält, und dass dieser Querträger zumindest innerhalb des mittleren Drittels seiner
Längserstreckung mit einem Querschnitt ausgeführt ist, dessen Schubmittelpunkt innerhalb
oder zumindest in der Nähe des Flanschteils liegt.
[0006] Die erfindungsgemässe Ausbildung des Drehgestells gestattet, durch entsprechende
Dimensionierung des Flanschteils und des Stegteils, auf einfache Weise eine Optimierung
der entsprechenden, je für die Uebertragung der horizontalen bzw. vertikalen Kräfte
und Biegemomente hauptsächlich massgebenden Querschnittsteile des Querträgers. In
Verbindung mit der verdrehsteifen Ausbildung der Längsträger wird dadurch eine besonders
einfache, günstig beanspruchte H-förmige Konstruktion des Drehgestellrahmens erzielt.
Durch die erfindungsgemässe Ausführung des Querschnitts des Querträgers verläuft die
durch die Lage des Schubmittelpunktes des Querschnitts bestimmte Verdrehachse des
Querträgers zumindest in einem mittleren Längenabschnitt innerhalb oder in der Nähe
des den Hauptanteil der horizontalen Kräfte und Biegemomente übertragenden Flanschteils,
welcher dadurch einen entsprechend geringen Torsionswiderstand bezüglich dieser Verdrehachse
aufweist. Der erfindungsgemäss ausgeführte Querschnitt des Querträgers gestattet daher,
bei einer durch Gleisverwindungen verursachten Verschränkung der Längsträger eine
Verdrehung des Querträgers mit sehr geringem Verdrehwiderstand, ohne dabei im Flanschteil,
der die grossen horizontal wirkenden Kräfte und die um die vertikale Drehachse wirkenden
Biegemomente aufnehmen muss, eine nennenswerte Beanspruchung durch parallel zur Längsachse
des Querträgers verlaufende Wölbspannungen hervorzurufen.
[0007] Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von in der Zeichnung
schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen der Erfindung, in Verbindung mit
den Patentansprüchen. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 ein Schienenfahrzeug mit einem erfindungsgemäss ausgebildeten Drehgestell,
in einer Teilansicht mit einem Teillängsschnitt entspechend der Linie I-I in der Fig.
2;
Fig. 1a eine Einzelheit der Fig. 1 in einer grösseren Darstellung;
Fig. 2 das Drehgestell nach Fig. 1 in einer Draufsicht;
Fig. 3 den Schnitt III-III aus der Fig. 2;
Fig. 4 ein vereinfacht dargestelltes Drehgestell in einer abgewandelten Ausführungsform,
in einem Längsschnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 5;
Fig. 4a eine Einzelheit der Fig. 4 in einer grösseren Darstellung;
Fig. 5 das Drehgestell nach Fig. 4 in einer Draufsicht;
Fig. 6 ein Drehgestell in einer weiteren Ausführungsform, in einer der Fig. 4 entspechenden
Darstellung;
Fig. 7 den Querschnitt VII-VII aus der Fig. 6;
Fig. 8 ein Drehgestell in einer weiteren Ausführungsform, in einem Längsschnitt entsprechend
der Linie VIII-VIII in der Fig. 9;
Fig. 9 das Drehgstell nach Fig. 8 in einer Draufsicht;
Fig.10 den Querschnitt X-X aus der Fig. 9;
Fig.11 ein Drehgestell in einer weiteren Ausführungsform in einem Längsschnitt entsprechend
der Linie XI-XI in der Fig. 12;
Fig.12 das Drehgestell nach Fig. 11 in einer Draufsicht;
Fig.13 den Querschnitt XIII-XIII aus der Fig. 12 und
Fig.14 ein Drehgestell in einer weiteren Ausführungsform, in einer der Fig. 11 entsprechenden
Darstellung.
[0008] Das Schienenfahrzeug nach den Fig. 1 bis 3 weist einen Kasten 1 und mindestens zwei
Drehgestelle 2 auf, von denen nur eines dargestellt ist. Jedes Drehgestell 2 enthält
einen H-förmigen Drehgestellrahmen 3 mit zwei Längsträgern 4 und einem diese verbindenden
Querträger 5. Der Kasten 1 ist über zwei Paar seitlich angeordnete Schraubenfedern
6 auf den Längsträgern 4 abgestützt, welche ihrerseits über bekannte Primärfedern
7 auf den Achsen zweier Radsätze 8 abgestützt sind. Die Radsätze 8 sind je mit einem
auf der betreffenden Achse abgestützten Antriebsmotor 10 gekuppelt, der über eine
Aufhängung 11 am Querträger 5 befestigt ist. Die Drehgestelle 2 sind ferner je über
eine nicht dargestellte Einrichtung zur Uebertragung der Zug- und Bremskräfte, z.B.
eine Tiefzugvorrichtung der etwa aus der CH-PS 638 731, Fig. 4, bekannten Art, mit
dem Kasten 1 um eine vertikale Drehachse (Hochachse) 12 drehbar verbunden. Weitere,
im Drehgestell 2 vorhandene Teile sind zwecks Vereinfachung der Darstellung in der
Zeichnung weggelassen.
[0009] Die Längsträger 4 sind als verdrehsteife Hohlträger ausgeführt, die je ein durch
einen Obergurt 13, einen Untergurt 14 und zwei Stege 15 gebildeten, geschlossenen
kastenförmigen Querschnitt aufweisen. Der Querträger 5 weist ein durch einen breiten
ersten Flanschteil (Hauptflansch) 16 mit einer Breite B, einen zweiten Flanschteil
17 mit einer kleineren Breite und einen Stegteil 18 gebildetes I-förmiges Profil auf.
Die Flanschteile 16 und 17 sind mit verbreiterten, ausgerundeten Endpartien 20 bzw.
21 ausgeführt, die je in die Untergurte 14 bzw. die Obergurte 13 der Längsträger 4
übergehen und mit diesen starr verbunden, z.B.verschweisst sind oder mit diesen, wie
in Fig. 2 dargestellt, eine Einheit bilden. Die Endpartien der Stegteile 18 sind ebenfalls
an den Längsträgern 4 angeschweisst, welche entsprechend der Darstellung nach den
Fig. 2 und 3 mit Versteifungsrippen 22 versehen sein können. Wie aus der Zeichnung
ebenfalls hervorgeht, kann der erste Flanschteil 16 mit zwei entlang seinen Randpartien
verlaufenden Verstärkungsrippen 23 geringer Höhe versehen sein, deren Endpartien
ebenfalls an den Längsträgern 4 angeschweisst sind.
[0010] Der die Untergurte 14 verbindende erste Flanschteil 16 und der Stegteil 18 sind mit
einem über den grössten Teil der Länge des Querträgers 5 konstanten Querschnitt ausgeführt,
während der die Obergurte 13 verbindende zweite Flansch 17 einen von seinen Endpartien
21 je gegen die vertikale Längsmittelebene x des Drehgestells 2 kontinuierlich abnehmende
Breite aufweist, die durch zwei in der Draufsicht konkav eingeschnürt verlaufende,
ellipsenartig gekrümmte Randpartien 24 begrenzt ist. Entsprechend weist der Querträger
5 im Bereich der Längsmittelebene x einen Querschnitt auf, der wesentlich kleiner
ist als in seinen an die Längsträger 4 anschliessenden Endpartien 20, 21, wobei sich
im Bereich der kleinsten Breite B₂ des zweiten Flanschteils 17 eine Querschnittsform
ergibt, deren Schubmittelpunkt S, wie insbesondere aus der Fig. 1a ersichtlich ist,
in der Nähe des ersten Flanschteils 16, in der dargestellten Ausführung unterhalb
des Flanschteils 16, liegt. Entsprechend verläuft im Bereich der Längsmittelebene
x die durch den Schubmittelpunkt S bestimmte Verdrehachse des Querträgers 5 in der
Nähe des ersten Flanschteils 16, der dadurch einen entsprechend geringen Torsionswiderstand
bezüglich dieser Verdrehachse aufweist und der somit bei einer durch Gleisverwindungen
verursachten Verschränkung der Längsträger 4 jeweils eine Verdrehung des Querträgers
5 unter geringen, parallel zu dessen Längsachse wirkenden Wölbspannungen zulässt.
[0011] Nach einer in dieser Hinsicht optimalen Querschnittsverteilung ist der erste Flanschteil
16 für die Uebertragung des Hauptanteils der insbesondere beim Durchfahren von Kurven,
in Drehgestell-Längsrichtung wirkenden horizontalen Kräfte und der um die Drehachse
12 wirkenden grossen Biegemomente sowie, zusammen mit dem Stegteil 18, für die Uebertragung
des grössten Teils der aus der Abstützung des Kastens 1 und der Aufhängung der Antriebsmotoren
10 sich ergebenden Biegemomente um die Längsmittelebene x dimensioniert. Der zweite
Flanschteil 17 ist im Bereich der Längsmittelebene x für die Aufnahme des restlichen
Anteils der um die vertikale Drehachse und um die Längsachse des Drehgestells auftretenden
Biegemomente dimensioniert, während der Stegteil 18 in bekannter Weise die vertikalen
Querkräfte aufnimmt.Der zweite Flanschteil 17 wird bei einer Verdrehung des Querträgers
5, infolge seiner starren Verbindung mit den Längsträgern 4 und infolge seines grossen
Abstandes von der Verdrehachse, durch parallel zu dessen Längsachse wirkende Normalspannungen
(Wölbspannungen) beansprucht. Aufgrund der relativ kleinen Breite des Flanschteils
17 und bei entsprechend günstig verlaufenden, in beschriebener Weise gegen die Drehgestellmitte
abnehmenden Breiteabmessungen des Flanschteils 17 können diese Spannungen innerhalb
der zulässigen Werte gehalten werden. Durch die verbreiterten, ausgerundeten Endpartien
20 und 21 der Flanschteile 16 und 17 wird eine biege- und eckensteife Verbindung zwischen
dem Querträger 5 und den Längsträgern 4 bei kompakter Bauweise des Drehgestellrahmens
3 erzielt. Durch Anbringen der Verstärkungsrippen 23 kann die Lage des Schubmittelpunktes
S nach unten in die in Fig. 1a angedeutete Stellung verschoben werden. Es können dadurch
auch unerwünschte Verformungen (Ausbeulungen) des durch Normal- und Schubspannungen
beanspruchten ersten Flanschteils 16 vermieden werden. Je nach Ausführung des Flanschteils
16 können die Verstärkungsrippen 23 auch weggelassen werden.
[0012] In den Fig. 4 bis 14 sind nur die für die Erläuterung der Erfindung notwendigen Teile
dargestellt, wobei entsprechende Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind.
[0013] Das Drehgestell nach den Fig. 4 und 5 enthält einen Querträger 27, der ein aus dem
einzigen Flanschteil 16 und dem Stegteil 18 gebildetes T-förmiges Profil mit über
seine Längserstreckung konstantem Querschnitt und konstanter Höhe H aufweist. Der
Flanschteil 16 kann gemäss Fig. 4 mit den Obergurten 13 der Längsträger 4 starr verbunden
sein oder mit diesen eine Einheit bilden. Der mit den Stegen 15 der Längsträger 4
verbundene Stegteil 18 ist an seinen freien Endpartien zusätzlich über flanschartige,
ausgerundete Versteifungspartien 28 mit den Untergurten 14 starr verbunden. Nach
einer anderen Ausführungsform kann der Flanschteil 16 mit den Untergurten 14, und
der Stegteil 18 über die Versteifungspartien 28 mit den Obergurten 13 verbunden sein.
Wie insbesondere aus der Fig. 4a hervorgeht, liegt der die Verdrehachse des Querträgers
27 bestimmende Schubmittelpunkt S des Trägerquerschnitts im Schnittpunkt der Symmetrieachsen
V und W der beiden Teilquerschnitte, also innerhalb des Flanschteils 16, so dass eine
entsprechend geringe Beanspruchung des Flanschteils 16 durch Wölbspannungen erzielt
wird.
[0014] Das Drehgestell nach den Fig. 6 und 7 enthält einen Querträger 30, der ein aus dem
einzigen Flanschteil 16, dem Stegteil 18 und einem zweiten Stegteil 19 gebildetes
kreuzförmiges Profil mit im wesentlichen über seinen mittleren Längenbereich konstantem
Querschnitt und konstanter Höhe H aufweist. Der Stegteil 18 ist, wie bereits beschrieben,
an den einander zugewandten Stegen 15 der Längsträger 4 angeschweisst. Der Flanschteil
16 ist mit den Untergurten 14 starr verbunden oder bildet mit diesen eine Einheit.
Der vom Flanschteil 16 nach unten abstehende zweite Stegteil 19 verläuft über die
beiden Untergurte 14 und ist an diesen angeschweisst. Nach einer anderen Ausführungsform
können der Flanschteil 16 und der zweite Stegteil 19 mit den Obergurten 13 der Längsträger
4 verbunden sein. Der Schubmittelpunkt S des Querschnitts des Querträgers 30 kann
in den Querschnittsbereich des Flanschteils 16 verlegt werden, so dass bei einer
Verdrehung des Querträgers 30 um die entsprechende Verdrehachse der Flanschteil 16
keine oder nur eine vernachlässigbar geringe Beanspruchung durch Wölbspannungen erfährt.
[0015] Das Drehgestell nach den Fig. 8 bis 10 enthält einen Querträger 31 mit einem durch
den breiten ersten Flanschteil 16, einen schmaleren zweiten Flanschteil 17a und einen
Stegteil 18a gebildeten I-förmigen Profil. Die Flanschteile 16 und 17a verlaufen über
den grössten Teil ihrer Länge zueinander parallel, wobei der Querträger 31 in diesem
Längenbereich mit einer kleineren Höhe H₁ ausgeführt als in seinen an die Längsträger
4 anschliessenden Endpartien. Der erste Flanschteil 16 ist in der Ebene der Untergurte
14 der Längsträger 4 angeordnet und mit diesen in beschriebener Weise starr verbunden.
Der zweite Flanschteil 17a ist mit aufgebogenen Endpartien 21a ausgeführt, die mit
den Obergurten 13 verschweisst sind. Diese Ausführung gestattet die Verwendung eines
relativ breiten zweiten Flansches 17a, welcher mit dem ersten Flanschteil 16 und dem
Stegteil 18a einen insbesondere für die Uebertragung relativ grosser vertikaler Kräfte
sowie grosser Biegemomente um die Drehgestell-Längsachse geeigneten Querschnitt
bildet, wobei die an die Obergurte 13 starr angeschlossenen Endpartien 21a eine auf
Verdrehung nachgiebige Verbindung zwischen dem Querträger 31 und den Längsträgern
4 gewährleisten. Aufgrund der aufgebogenen und somit relativ verdrehweich ausgebildeten
Endpartien 21a liegt auch bei dieser Ausführungsform die Verdrehachse des Querträgers
31 in der Nähe des breiten Flanschteils 16, so dass dieser Hauptflansch bei einer
Verdrehung des Querträgers 31 nur durch entsprechend geringe Wölbspannungen beansprucht
wird.
[0016] Das Drehgestell nach den Fig. 11 bis 13 enthält ebenfalls einen I-förmigen Querträger
32, mit einem im wesentlichen über seine ganze Länge kontinuierlich gebogenen Flanschteil
17b, dessen Breite B₁ darstellungsgemäss annähernd der Breite B des Flanschteil 16
entsprechen kann. Der zweite Flanschteil 17b ist mit einer entsprechend konkav verlaufenden
Partie des Stegteils 18b verbunden, so dass der Querträger 32 eine von seinen mit
den Längsträgern 4 starr verbundenen Endpartien gegen die Längsmittelebene x hin kontinuierlich
abnehmende Höhe H bis H₁ bzw. einen entsprechend abnehmenden Querschnitt aufweist.
Die Ausführungen nach den Fig. 8 bis 10 und 11 bis 13 sind insbesondere für Drehgestelle
geeignet, die für die Aufnahme grosser und schwerer Einbauteile vorgesehen sind.
[0017] Bei allen dargestellten Ausführungen können jeweils am ersten Flanschteil 16 Verstärkungsrippen
23 entsprechend der Darstellung nach den Fig. 1 bis 3 vorgesehen sein. Gemäss Fig.14
können entsprechende Verstärkungen 23a auch durch aufgebogene Randpartien eines entsprechend
ausgeführten Flanschteils 16a gebildet sein. Die erfindungsgemässe Ausbildung des
Drehgestellrahmens ist auch für Laufdrehgestelle ohne Antriebseinrichtung geeignet.
1. Verwindungsweiches, zweiachsiges Drehgestell für Schienenfahrzeuge, mit zwei biegesteif
ausgebildeten Längsträgern (4), welche je einen im wesentlichen kastenförmigen Querschnitt
aufweisen und welche durch eine in einem mittleren Längenabschnitt des Drehgestells
querliegend angeordnete, verdrehweich und biegesteif ausgebildete Tragkonstruktion
miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsträger (4) verdrehsteif,
je mit einem im wesentlichen über die ganze Länge geschlossenen Querschnitt ausgeführt
sind, und dass die querliegende Tragkonstruktion durch einen einzigen Querträger (5,
27, 30, 31, 32) mit offenem Profil gebildet ist, welcher einen im wesentlichen horizontal
angeordneten, zur Uebertragung zumindest eines Hauptanteils der in Drehgestell-Längsrichtung
wirkenden horizontalen Kräfte und der um eine vertikale Drehachse (12) wirkenden Biegemomente
bestimmten, mit den beiden Längsträgern (4) starr verbundenen Flanschteil (16, 16a)
und mindestens einen vertikal angeordneten, mit dem Flanschteil (16, 16a) und den
beiden Längsträgern (4) starr verbundenen Stegteil (18, 18a, 18b, 19) enthält, und
dass dieser Querträger (5, 27, 30, 31, 32) zumindest innerhalb des mittleren Drittels
seiner Längserstreckung mit einem Querschnitt ausgeführt ist, dessen Schubmittelpunkt
(S) innerhalb oder zumindest in der Nähe des Flanschteils (16, 16a) liegt.
2. Drehgestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Querträger (27) ein
durch den Flanschteil (16) und den Stegteil (18) gebildetes T-förmiges Profil aufweist.
3. Drehgestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Querträger (30) ein
durch den Flanschteil (16) und zwei übereinander angeordnete Stegteile (18, 19) gebildetes
kreuzförmiges Profil aufweist.
4. Drehgestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Querträger (5, 31,
32) ein durch den den Hauptanteil der horizontalen Kräfte und der um die vertikale
Drehachse (12) wirkenden Biegemomente übertragenden, ersten Flanschteil (16, 16a),
den Stegteil (18, 18a, 18b) und einen zweiten Flanschteil (17, 17a, 17b) gebildetes
I-förmiges Profil aufweist, welches zumindest innerhalb des mittleren Drittels der
Längserstreckung des Querträgers (5, 31, 32) mit einem kleineren Querschnitt ausgeführt
ist als in seinen an die Längsträger (4) anschliessenden Endpartien, wobei der zweite
Flanschteil (17, 17a, 17b) ebenfalls mit den betreffenden Längsträgern (4) starr verbunden
ist.
5. Drehgestell nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Flanschteil
(17, 17a, 17b) zumindest innerhalb des mittleren Drittels der Längserstreckung des
Querträgers (5, 31, 32) mit einem kleineren Querschnitt ausgeführt ist als der erste
Flanschteil (16, 16a).
6. Drehgestell nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der
Querträger (5, 27, 30) eine über seine Längserstreckung im wesentlichen konstante
Höhe (H) aufweist.
7. Drehgestell nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der
zweite Flanschteil (17, 17a, 17b) zumindest innerhalb des mittleren Drittels der Längserstreckung
des Querträgers (5, 31, 32) mit einem kleineren Querschnitt ausgeführt ist als in
seinen an die Längsträger (4) anschliessenden Endpartien (21, 21a).
8. Drehgestell nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Flanschteil
(17) mit von seinen Endpartien (21) je gegen die Längsmitte des Querträgers (5) hin
kontinuierlich abnehmender Breite (B1, B2) ausgeführt ist.
9. Drehgestell nach einem der Ansprüche 1 bis 5, 7 und 8, dadurch gekennzeichnet,
dass der Querträger (31, 32) zumindest innerhalb des mittleren Drittels einer Längserstreckung
mit einer kleineren Höhe (H₁) ausgeführt ist als in seinen an die Längsträger (4)
anschliessenden Endpartien.
10. Drehgestell nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Querträger (31)
mit von seinen Endpartien je gegen einen mittleren Längenabschnitt hin kontinuierlich
abnehmender Höhe (H₁) ausgeführt ist.
11. Drehgestell nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite
Flanschteil (17a, 17b) des Querträgers (31, 32) in Drehgestell-Längsrichtung (x) gesehen,
mindestens einen bogenförmig gekrümmten Längenabschnitt aufweist.
12. Drehgestell nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der
den Hauptanteil der horizontalen Kräfte und der um die vertikale Drehachse wirkenden
Biegemcmente übertragende Flanschteil (16, 16a) mit an seinen Randpartien angebrachten,
über die Längserstreckung des Querträgers (5) verlaufenden Verstärkungsrippen (23,
23a) versehen ist.