[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, bzw. eine Vorrichtung zum Verbinden
der Enden zweier Materialbahnen gemäss Oberbegriff des Anspruches 1 bzw. des Anspruches
5.
[0002] Es ist bekannt, die miteinander zu verbindenden, mit Querperforationen versehenen
und entlang letzterer vorgefalteten Materialbahnen so aneinander zu legen, dass deren
Enden stumpf aneinanderstossen und dann diese Enden mittels eines Klebstreifens miteinander
zu verbinden (EP-OS 0 042 619; EP-OS 0 134 533 sowie US-PS 4,289,556). Dieser Klebstreifen
kann mit einer parallel zu den Querperforationen der Materialbahnen verlaufenden Perforation
versehen sein, die das nachfolgende Falten und Trennen der Materialbahnen erleichtern
soll.
[0003] Trotz dieser Perforation lässt sich jedoch die aus den miteinander verbundenen Materialbahnen
gebildete Endlosbahn an diesen Klebestellen weniger gut falten als entlang der Querperforationen
der Materialbahnen, die ja bereits vor dem Zusammenfügen entlang dieser Querperforationen
zickzackförmig gefaltet wurden. Die Materialbahnen haben von dieser Vorfaltung her
ein "Falzgedächtnis", das das erneute zickzackförmige Falten nach erfolgtem Zusammenfügen
der Materialbahnen erleichtert. An der Verbindungsstelle felt ein solches "Falzgedächtnis",
weil der Klebstreifen ja nicht vorgefalzt ist.
[0004] Auch kann die gebildete Endlosbahn später an der Klebestelle weniger leicht getrennt
werden als entlang der Querperforationen der Materialbahnen.
[0005] Werden Klebestreifen ohne Perforation verwendet, so sind die vorstehend erläuterten
Probleme beim Falten und Trennen der Materialbahn entlang der Klebestellen entsprechend
grösser.
[0006] Beim Durchlaufen der mittels Klebstreifen miteinander verbundenen Materialbahnen
durch einen Laserdrucker wird infolge Wärmeeinwirkung das Klebemittel des Klebestreifens
thermoplastisch, was zur Folge hat, dass sich die Verbindung zwischen den Materialbahnen
ganz oder soweit löst, dass die Materialbahnen nicht mehr genügend stark zusammengehalten
werden.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zu schaffen, mit dem bzw. der Materialbahnen, die mit Schwächungslinien
versehen sind, auf möglichst einfache und sichere Weise miteinander verbunden werden
können, ohne dass ein nachfolgendes Falten oder Trennen der gebildeten Endlosbahn
an den Verbindungsstellen zu Schwierigkeiten führt.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Anspruches 1 bzw. des Anspruches 5 gelöst.
[0009] Durch das Aufeinanderkleben der Enden der Materialbahnen mittels eines aufgetragenen
Klebstoffes entlang von Bereichen, die an eine vorhandene Schwächungslinie anschliessen,
kann ein Falten und Trennen an dieser Verbindungsstelle praktisch auf dieselbe Weise
erfolgen wie entlang der übrigen Schwächungslinien, da ja die zur Verbindungsstelle
benachbart liegende Schwächungslinie ebenso freiliegt wie die übrigen Schwächungslinien.
Ein von der Vorfalzung her vorhandenes "Falzgedächtnis" bleibt auch nach dem Verbinden
der Materialbahnen erhalten.
[0010] Durch den Wegfall eines Klebstreifens, der ja zusätzlich zu den zusammenzufügenden
Materialbahnen positioniert werden muss, wird auch die Handhabung beim Verbinden der
Materialbahnen vereinfacht.
[0011] Da die Materialbahnen mittels eines aufgetragenen Klebstoffes miteinander verklebt
werden (und nicht mittels eines Klebstreifens) ist es möglich, einen geeigneten wärmebeständigen
Klebstoff zu verwenden, dessen Klebwirkung durch Wärmeeinwirkung nicht beeinträchtigt
wird. Auf die erfindungsgemässe Weise miteinander verbundene Materialbahnen können
somit unbeschadet auch einen Laserdrucker durchlaufen, in dem die Materialbahnen
eine Erwärmung erfahren.
[0012] Das erfindungsgemässe Verfahren bzw. die erfindungsgemässe Vorrichtung eignet sich
insbesondere zur Bildung einer einem Drucker, vorzugsweise einem Schnelldrucker, zuzuführenden
Endlosbahn aus vorzugsweise vorgefalzten Materialbahnen gegebener Länge.
[0013] Bevorzugte Weiterausgestaltungen des Erfindungsgegenstandes sind in den abhängigen
Ansprüchen umschrieben.
[0014] Im folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen rein schematisch:
Fig. 1 In perspektivischer Darstellung eine Vorrichtung zum Verbinden von zickzackförmig
gefalteten Papierbahnen zu einer Endlosbahn,
Fig. 2 & 3 in Seitenansicht bzw. in Perspektive Teile der Vorrichtung gemäss Fig.
1,
Fig. 4 den Auflagetisch der Vorrichtung gemäss Fig. 1 in Draufsicht,
Fig. 5 - 8 In Seitenansicht bzw. in Perspektive Teile der Vorrichtung gemäss Fig.
1 in verschiedenen Phasen des Zusammenfügens von zickzackförmig zu Stapeln gefalteten
Materialbahnen,
Fig. 9 In perspektivischer Darstellung die Verbindungsstelle zweier Materialbahnen,
und
Fig.10 & 11 in Seitenansicht eine Variante der Vorrichtung gemäss Fig. 1.
[0015] Anhand der Fig. 1 - 9 wird nun im folgenden der Aufbau und die Wirkungsweise einer
ersten Ausführungsform einer Vorrichtung zum Zusammenfügen von vorgefalzten Materialbahnen
zu einer Endlosbahn erläutert.
[0016] Diese Vorrichtung weist ein Gestell 1 auf, das zwei Tischplatten 2 und 3 aufweist.
Diese Tischplatten 2, 3 sind in einem Abstand voneinander angeordnet, so dass zwischen
diesen beiden Tischplatten 2 und 3 ein querverlaufender Zwischenraum 4 gebildet wird.
Die beiden Tischplatten 2, 3 können auf gleicher Höhe angeordnet sein. Doch ist es
in gewissen Fällen von Vorteil, wenn die Tischplatte 2 etwas tiefer liegt als die
Tischplatte 3. Wie die Fig. 5 zeigt, sind beide Tischplatten 2 und 3 mit einem geschlossenen
Hohlraum 5 versehen, in den eine an eine nicht gezeigte Druckluftquelle angeschlossene
Verbindungsleitung 6 mündet. An der Oberseite der Tischplatten 2, 3 sind in den Hohlraum
5 mündende Austrittsöffnungen 7 vorhanden, die mittels Kugeln 8 (Fig. 5) verschlossen
sind. Die dem Hohlraum 5 zugeführte und aus den Austrittsöffnungen 7 ausgestossene
Druckluft erzeugt ein Luftpolster, auf dessen Zweck später eingegangen werden wird.
[0017] An der einen, hintern Stirnseite des Gestelles 1 ist an diesem eine vertikale Wand
9 befestigt. Am Fusse dieser Wand ist im Gestell 1 ein nur schematisch angedeuteter
Vorschubantrieb 10 an sich bekannter Bauart angeordnet.
[0018] Unterhalb des Zwischenraumes 4 zwischen den beiden Tischplatten 2 und 3 ist ein
Auffangbehälter 11 angeordnet, dessen Konstruktion am beseten aus Fig. 1 ersichtlich
ist. Dieser Auffangbehälter 11 wird durch Stäbe 12 gebildet, die paarweise V-förmig
miteinander verbunden sind. Unten wird der Auffangbehälter 11 durch einen Bodenrost
13 abgeschlossen, der durch einzelne Stäbe 14 gebildet wird, die zwischen die Stabpaare
12 eingreifen, wie das aus Fig. 1 ersichtlich ist. Die Stäbe 14 des Bodenrostes 13
sind an einer gemeinsamen Schwenkwelle 15 befestigt. Die Stäbe 14 können somit gemeinsam
in Richtung des Pfeiles A bzw. Aʹ verschwenkt werden, um so die Tiefe des Auffangbehälters
11 einstellen zu können.
[0019] Oberhalb der beiden Tischplatten 2, 3 ist ein Auflagetisch 16 vorgesehen, der an
einer Säule 17 befestigt ist. Letztere ist in der Richtung des Pfeiles B hin und her
ver schiebbar. Von dieser Säule 17 ragt ein Tragarm 18 weg, der parallel zum Auflagetisch
16 verläuft. An diesem Tragarm 18 ist ein Wagen 19 (Fig. 3) aufgehängt, der entlang
des Tragarmes 18 in Richtung des Pfeiles C bzw. in Rücklaufrichtung Cʹ verschiebbar
ist. An diesem Wagen 19 ist eine Trenneinheit 20 und eine Klebstoffauftragseinheit
21 angeordnet. Die Trenneinheit 20 wird durch eine drehbar gelagerte Messerscheibe
22 gebildet. Die Klebstoffauftragseinheit 21 weist einen Klebstoffbehälter 23,auf
der in vertikaler Richtung, d.h. in Richtung des Pfeiles D, auf und ab bewegbar ist.
Am untern Ende ist der Klebstoffbehälter 23 mit einer Klebstoffauftragsspitze 23a
versehen. Am Wagen 19 kann ferner eine nicht näher dargestellte Presseinrichtung sowie
eine ebenfalls nicht gezeigte Detektoranordnung zur Überwachung des Klebstoffauftrages
angeordnet sein. Der Zweck dieser Pressanordnung und der Detektoranordnung wird später
noch erläutert werden.
[0020] Vom Auflagetisch 16 ragen nach oben Spitzen 24 bzw. 25 weg, die in zwei zueinander
parallelen Reihen angeordnet sind. Diese Reihen von Spitzen 24 bzw. 25 erstrecken
sich rechtwinklig zur Verschieberichtung C, Cʹ des Wagens 19. Der Abstand zwischen
den beiden Spitzenreihen entspricht der Breite der zu verarbeitenden Materialbahnen,
während der Abstand der Spitzen 24 bzw. 25 innerhalb einer Reihe den Randlochungen
der zu verarbeitenden Materialbahnen entspricht, wie das später noch deutlich werden
wird. Ein benachbart zur Trenneinheit 20 und zur Klebstoffauftragseinheit 21 verlaufender
Abschnitt 16a des Auflagetisches 16, der beim gezeigten Ausführungsbeispiel durch
eine Metallleiste gebildet ist, ist mit nur schematisch dargestellten Austrittslöchern
26 versehen, die sich zumindest über den zwischen den Spitzen 24 und 25 liegenden
Bereich des Tischabschnittes 16a erstrecken und von denen in Fig. 3 nur einige Löcher
gezeigt sind. Diese Löcher stehen mit einer nicht gezeigten Vakuumpumpe in Verbindung.
[0021] An der der Tischplatte 2 zugekehrten Stirnseite 3a (Fig. 2) der Tischplatte 3 ist
eine Leiste 27 mit keilförmigem Querschnitt befestigt, welche mit ihrer Kante 27a
(Fig. 2) gegen die Tischplatte 2 weist. Entlang der dem Betrachter der Fig. 1 zugekehrten
Längskante der Tischplatten 2 und 3 ist eine Führungsleiste 28 befestigt, die nur
in Fig. 4 dargestellt, in den übrigen Figuren der Übersichtlichkeit halber jedoch
weggelassen ist. Diese Führungsleiste 28 weist eine erste Führungsfläche 28a auf,
die parallel zur Längskante der Tischflächen 2 und 3 verläuft und die sich von der
Tischplatte 3 über den Zwischenraum 4 hinaus zur Tischplatte 2 hin erstreckt. An diese
erste Führungsfläche 28a schliesst eine gegenüber dieser abgewinkelte zweite Führungsfläche
28b an, die ganz im Bereich der Tischplatte 2 angeordnet ist, wie das aus Fig. 4 klar
hervorgeht.
[0022] Wie die Fig. 1 zeigt, sind auf die Tischplatte 3 zwei Papierstapel 29 und 33 und
auf die Tischplatte 2 ein Papierstapel 31 aufgelegt. Diese Papierstapel 29, 30, 31
werden je durch eine zickzackförmig gefaltete Papierbahn 32, 33 bzw. 34 gebildet.
Die Papierbahnen 32, 33, 34 sind mit Randlochungen (Transportlochungen) 35 und 36
sowie mit Schwächungslinien festlegenden Querperforationen 37 versehen, die die Materialbahnen
32, 33, 34 in einzelne Bahnabschnitte 38 unterteilen. Die Falzung der Papierbahnen
32, 33, 34 erfolgt entlang dieser Querperforationen 37. Die drei Materialbahnen
32, 33, 34 sind zu einer Endlosbahn P zusammengefügt, die durch den Vorschubantrieb
10 vom Stapel 29 abgezogen und auf nicht näher dargestellte, an sich bekannte Weise
einem Schnelldrucker, z.B. einem Laserprinter, zugeführt wird.
[0023] In der Führungsleiste 28 sind nicht näher dargestellte Detektoranordnungen, z.B.
Fotozellen, angeordnet, welche das Vorhandensein von Papierstapeln auf den Tischplatten
2 und 3 überwachen und die mit dem nachgeschalteten Schnelldrucker steuerungsmässig
verbunden sind, um diesen stillzusetzen, falls der Nachschub von Papierstapeln ausbleibt.
Es versteht sich, dass die Länge der Tischplatten 2, 3 an sich beliebig gross gewählt
werden kann, was das Bereitstellen von mehr als zwei Stapeln auf der Tischplatte 3
erlaubt.
[0024] Im folgenden wird nun anhand der Papierbahnen 33 und 34 erläutert, wie die zickzackförmig
gefalteten Papierbahnen miteinander verbunden werden. Hiezu dienen vor allem die Fig.
4 - 9.
[0025] Einer neuer Stapel (im vorliegenden Fall der Stapel 30) wird auf die Tischplatte
2 aufgelegt. Dies kann von Hand oder auch automatisch erfolgen. Dieser Stappel 30
wird wie bereits erwähnt durch die zickzackförmig gefaltete Materialbahn 33 gebildet.
Der Stapel 30 ruht auf dem durch die aus den Austrittsöffnungen 7 austretende Luft
gebildeten Luftkissen und lässt sich somit leicht von Hand verschieben. Der Stapel
30 wird nun mit einer Ecke 30c voraus gegen die andere Tischplatte 3 gestossen. Um
den Stapel 30 in die richtige Lage zu bringen, wird er von Hand mit seiner Breitseite
30b zur Anlage an die Führungsfläche 28b der Führungsleiste 28 gebracht (Fig. 4).
Der sich nun in einer Schräglage befindliche Stapel ist in den Fig. 4 und 5 mit 30ʹ
bezeichnet. Der Stapel 30ʹ wird nun entlang der Führungsfläche 28b, d.h. in Richtung
des Pfeiles E, vorgeschoben. Im Verlaufe dieses Vorschiebens gelangt nun die durch
die Seiten 30b und 30a festgelegte Ecke 30c in den Wirkbereich der Trennleiste 27,
die in den Zwischenraum 4 hineinragt. Beim weitern Vorschieben des Stapels 30ʹ dringt
nun diese Trennleiste zwischen zwei aufeinanderliegende Bahnab schnitte 38 ein und
trennt damit einen unteren Teil 39 (Fig.5) des Stapels 30ʹ vom Rest des Stapel. Dieser
untere Teil 39 besteht aus einigen Zickzackfaltungen. Nun wird der Stapel 30ʹ während
des weiteren Vorschiebens wieder zurückgedreht, so dass die Breitseite 30b des Stapels
30 zur Anlage an der Führungsfläche 28a der Führungsleiste 28 kommt, wie das aus
Fig. 4 hervorgeht. Der Stapel 30 wird nun in Richtung des Pfeiles Eʹ vorgeschoben.
Dabei schält die Trennleiste 27 den erwähnten unteren Stapelteil 39 vollständig ab.
Dank der keilförmigen Ausbildung dieser Trennleiste 27 erfolgt dieses Abschälen des
unteren Stapelteiles 39 ohne Verletzung der Papierbahn 33.
[0026] Der wie erwähnt abgeschälte untere Stapelteil 39 fällt nun nach unten in den Auffangbehälter
11, wie das aus Fig. 6 hervorgeht. Vorgängig ist der Bodenrost 13 durch entsprechendes
Verschwenken der Stäbe 14 auf die Formathöhe eingestellt worden, so dass der abgeschälte
Stapelunterteil 39 nur soweit in den Auffangbehälter 11 hineinfällt, dass er leicht
von Hand wieder aus dem Auffangbehälter 11 herausgenommen werden kann. Idealerweise
wird die Tiefe des Auffangbehälters 11 so eingestellt, dass sie der Höhe der Bahnabschnitte
38, d.h. dem Abstand zwischen benachbarten Querperforationen 37, entspricht.
[0027] Die Vorschubbewegung des Stapels 30, der auch auf dem Stapeltisch 3 auf einem Luftkissen
ruht, wird beendet, sobald der Stapel 30 den Zwischenraum 4 überfahren hat und nun
ganz auf der Tischplatte 3 ruht, wie das in Fig. 6 dargestellt ist.
[0028] Der sich im Auffangbehälter 11 befindliche Stapelteil 39 wird nun von Hand entnommen
und neben den Rest des Stapels 30 gelegt, der nun weiter in Richtung des Pfeiles Eʹ
gegen die Wand 9 vorgeschoben werden kann, falls dies zweckmässig ist. Der Stapelteil
39 wird nun auf die Tischplatte 2 oder die Tischplatte 3 gelegt. Der letzte Bahnabschnitt
38‴ des Stapelteiles 39 ist gleichzeitig der letzte Abschnitt der Papierbahn 33, der
nun mit dem Anfang des nächsten Papierstapels 31 verbunden werden muss. Dieser nächste
Papierstapel 31 wird nun auf die Tischplatte 2 aufgelegt. Die Säule 17 mit dem Auflagetisch
16 wird in ihre Arbeitsstellung vorgeschoben, die in Fig. 1 dargestellt ist. Die
beiden obersten Bahnabschnitte 38ʹ und 38ʺ der den Stapel 31 bildenden Papierbahn
34 werden nun auf den Auflagetisch 16 aufgelegt und zwar derart, dass die diese beiden
Abschnitte 38ʹ und 38ʺ trennende Querperforation 37ʹ benachbart zur Wirkebene der
Messerscheibe 22 zu liegen kommt, wie das aus Fig. 7 ersichtlich ist. Diese Wirkebene
der Messerscheibe 22 verläuft somit in einem Abstand von der Querperforation 37ʹ durch
den vordersten Bahnabschnitt 38ʹ hindurch. Die beiden Papierbahnabschnitte 38ʹ und
38ʺ werden durch die Spitzen 24 und 25 positioniert, die in die Randlochungen 35 und
36 eingreifen (Fig.7). Der Papierbahnabschnitt 38ʺ wird mittels Unterdruck am Abschnitt
16a des Auflagetisches 16 festgehalten.
[0029] Der Wagen 19, der sich während des Auflegens der Bahnabschnitte 38ʹ und 38ʺ auf
den Auflagetisch 16 in seiner hinteren Position befindet, wird nun in Richtung des
Pfeiles C vorgeschoben. Dabei wird der Klebstoffbehälter 23 von Hand in Richtung des
Pfeiles D gegen den Auflagetisch 16 gedrückt, so dass die Klebstoffauftragsspitze
23a auf einem zur Querperforation 37ʹ benachbarten Papierstreifen 40 zur Auflage kommet.
Während des Vorschiebens des Wagens 19 in Richtung des Pfeiles C wird nun der Bahnabschnitt
38ʹ durch die Messerscheibe 22 entlang einer Trennlinie T abgetrennt, die parallel
zur und in einem Abstand von der Querperforation 37ʹ verläuft. Diese Trennlinie T
bildet zusammen mit der Querperforation 37ʹ den erwähnten Papierstreifen 40, der Teil
des ersten Bahnabschnittes 38ʹ bildet. Gleichzeitig mit dem Schneiden erfolgt das
Auftragen des im Klebstoffbehälter 23 untergebrachten Klebstoffes 41 auf den erwähnten
Papierstreifen 40. Da der Klebstoffbehälter 23 in Verschieberichtung C des Wagens
19 gesehen der Messerscheibe 22 vorgelagert ist, erfolgt der Klebstoffauftrag 42
auf den Papierstreifen 40 vor dem Wegschneiden des Restes des ersten Bahnabschnittes
38ʹ, wie das aus Fig. 7 ohne weiteres ersichtlich ist. Nach beendetem Schneidvorgang
wird der weggeschnittene Teil des Bahnabschnittes 38ʹ vom Auflagetisch 16 entfernt.
[0030] Um den Klebstoffauftrag 42 überprüfen zu können, kann am Wagen 19 eine geeignete,
nicht dargestellte Detektoranordnung vorgesehen werden, die beispielsweise eine Fluoreszenzlampe
aufweisen kann, die den Klebstoffauftrag belichtet. Dem Klebstoff 41 sind geeignete
Partikel beigemischt, die bei Bestrahlung durch die Fluoreszenzlampe aufleuchten,
was eine Kontrolle des aufgetragenen Klebstoffes ermöglicht. Je nach Art der dem Klebstoff
41 beigemengten Partikel ist eine andere Art von Leuchte nötig als eine Fluoreszenzlampe.
Die Detektoranordnung kann auch eine andere geeignete Ausbildung haben. Diese Art
der Überwachung des Klebstoffauftrages 42 hat den Vorteil, dass der Klebstoff 41
nicht eingefärbt werden muss, da bei farbigen Klebstoffen die Gefahr des Durchscheinens
durch das Papier besteht, was unerwünscht ist.
[0031] Nun wird der letzte Bahnabschnitt 38‴ des vorgängig wie erwähnt abgeschälten Stapelteils
39 des Stapels 30 von Hand erfasst und derart auf den Auflagetisch 16 aufgelegt, dass
seine Endkante 38a knapp vor die Querperforation 37ʹ zu liegen kommt, so dass letztere
nicht überdeckt wird (Fig. 8). Dieses Positionieren des Bahnabschnittes 38‴ ist mit
Hilfe der in die Randlochungen 35 und 36 der Papierbahn 33 eingreifenden Stifte 24
und 25 leicht möglich. Der hinterste Bahnabschnitt 38‴ der Papierbahn 33 wird nun
mit seinem Endbereich 43 auf den mit einem Klebstoffauftrag 42 versehenen Papierstreifen
40 der folgenden Papierbahn 34 aufgelegt und verklebt. Die beiden übereinanderliegenden
Bereiche 40 und 43 werden von Hand aneinandergepresst. Es ist jedoch auch denkbar,
am Wagen 19 eine nicht dargestellte Presseinreichtung vorzusehen, die bei der Zurückbewegung
des Wagens 19 in Richtung des Pfeiles Cʹ die gewünschte Anpressung bewirkt. Es ist
natürlich auch möglich, am Tragarm 18 eine vom Wagen 19 getrennte Pressvorrichtung
vorzusehen.
[0032] Die beiden auf die beschriebene Weise miteinander verbundenen Papierbahnen 33 und
34 werden nun von Hand oder mittels einer nicht dargestellten, geeigneten Hebevorrichtung
vom Auflagetisch 16 abgehoben, der nun zusammen mit dem Wagen 19 in Richtung des Pfeiles
B nach hinten in die Ruhestellung verschoben wird.
[0033] Anschliessend wird nun der auf der Tischplatte 2 ruhende Papierstapel 31 mit seiner
Ecke voran über den Zwischenraum 4 hinweg auf die Tischplatte 3 verschoben, wobei
wie bereits früher erwähnt durch die Trennleiste 27 der unterste Teil des Stapels
31 abgeschält wird, der dann in den Auffangbehälter 11 fällt. Anschliessend erfolgt
auf die beschriebene Weise das Verbinden des Endes der Papierbahn 34 mit dem Anfang
der nächsten Papierbahn, welche als Stapel auf die Tischplatte 2 aufgelegt wird. Der
beschriebene Vorgang des Abschälens der untersten Zickzacklagen vom einen Stapel und
das Verkleben mit der nächsten Papierbahn wiederholt sich auf die beschriebene Weise.
[0034] Die beschriebene Vorrichtung bzw. das beschriebene Verfahren zum Zusammenfügen von
Materialbahnen zu einer Endlosbahn hat verschiedene Vorteile, die sich zum Teil bereits
aus den bisherigen Erläuterungen ergeben. So lässt sich der unterste Teil 39 der Stapel
rasch und einwandfrei abschälen, ohne dasss die Papierbahnen beschädigt werden. Dabei
ist die Mithilfe einer Bedienungsperson nicht oder höchstens in ganz beschränktem
Masse erforderlich. Der abgeschälte Stapelteil liegt geordnet im Aufnahmebehälter
und kann leicht erfasst und mühelos dem Aufnahmebehälter entnommen werden.
[0035] Das Verkleben der miteinander zu verbindenden Papierbahnen kann auf einfache und
rasche Weise erfolgen. Ein Klebstreifen ist hiezu nicht erforderlich. Da beim Zusammenfügen
der Papierbahnen die Querperforationen nicht überdeckt werden, ist es ohne weiteres
möglich, die zusammengefügten Papierbahnen an den Verbindungsstellen zu falten oder
zu trennen. Das durch das vorgängige Falten der Papierbahnen zu Stapeln geschaffene
"Falzgedächtnis" bleibt auch an den Verbindungsstellen erhalten, so dass sich die
zusammengefügten Materialbahnen nachher auch an den Verbindungsstellen mühelos wieder
falten lassen. Dies lässt sich ohne weiteres aus Fig. 9 erkennen, welche den Bereich
der Verbindung zwischen den Papierbahnen 33 und 34 zeigt und aus der hervorgeht,
dass die Querperforation 37ʹ vom letzten Bahnabschnitt 38‴ der Papierbahn 33 nicht
überdeckt ist.
[0036] In den Figuren 10 und 11 ist in einer den Figuren 2 und 6 entsprechenden Darstellung
eine Variante der Vorrichtung gemäss den Figuren 1 - 8 gezeigt. Diese Variante unterscheidet
sich von der Ausführungsform gemäss den Fig. 1 - 8 dadurch, dass anstelle einer stationären
Trennleiste 27 im Zwischenraum 4 zwischen den beiden Tischplatten 2 und 3 ein drehbar
angetriebenes Trennelement 44 vorgesehen ist, gegen das die vorlaufende Ecke 30c (Fig.
4) der von der Tischplatte 2 auf die Tischplatte 3 geschobenen Stapel zu läuft. Dieses
Trennelement 44 weist einen auf nicht näher dargestellte Weise in Richtung des Pfeiles
F umlaufend angetriebenen Träger 45 auf, an dem ein Trennfinger 46 angebracht ist,
der etwas vom zylindrischen Träger 45 absteht.
[0037] Wie die Fig. 11 zeigt, greift dieser Trennfinger 46 zwischen die Zickzacklagen des
vorbeigeschobenen Stapels 30 ein und schält den untersten Teil 39 des Stapels 30 ab,
wie das anhand der Fig. 5 und 6 bereits erläutert wurde. Die Ausführungsform gemäss
den Fig. 1 - 8 hat gegenüber der Variante gemäss den Fig. 10 und 11 den Vorteil, dass
ein Antreiben des Trennorganes entfällt.
[0038] Es versteht sich, dass die beschriebene Vorrichtung in verschiedenen Teilen noch
anders als wie dargestellt ausgebildet werden kann.
[0039] Im weitern können auf die beschriebene Weise nicht nur vorgefalzte Papierbahnen
miteinander verklebt werden, sondern auch solche, die von Rollen abgezogen werden.
Es ist auch möglich, eine Klebestation der beschriebenen Art statt wie gezeigt vor
dem Drucker auch in diesem selber vorzusehen, falls dort genügend Platz vorhanden
ist.
[0040] Es versteht sich weiter, dass es auch möglich ist, beim Zusammenkleben die Rollen
der beiden miteinander zu verbindenden Materialbahnen zu tauschen, d.h. unter Bezugnahme
auf die Fig. 7 und 8 die Papierbahn 33 mit einem über eine Querperforation vorstehenden
Materialstreifen 40 zu versehen, diesen mit Klebstoff zu belegen und anschliessend
die nachfolgende Materialbahn 34 auf diesen Papierstreifen 40 aufzulegen, ohne dass
die Querperforation 37 überdeckt wird. Die Trenn- und Klebstoffauftragseinheit 20,
21 müssten für diesen Fall entsprechend angepasst werden.
[0041] Anstatt den flüssigen oder pastösen Klebstoff wie beschrieben aufzutragen, ist es
auch möglich, diesen Materialstreifen 40 mit Hilfe eines sogenannten Transferklebers
mit einem Klebstoffauftrag 42 zu versehen. Hiezu geeignete Transferkleber bestehen
aus einem bandförmigen Träger, der einseitig mit Klebstoff beschichtet ist. Dieser
Träger wird mit der Klebstoffschicht dem Materialstreifen 40 zugekehrt auf letzteren
aufgelegt. Anschliessend wird der Träger abgezogen, wobei der Klebstoff auf dem Materialstreifen
40 verbleibt.
[0042] Vorzugsweise wird der Transferkleber von einer Rolle abgezogen und in der erfoderlichen
Länge auf den Materialstreifen 40 aufgelegt.
[0043] Werden die Verbindungsstellen der Materialbahnen einer Wärmeeinwirkung ausgesetzt,
z.B. beim Durchlauf durch einen Laserdrucker, so sind warmfeste Klebstoffe zu verwenden.
[0044] Es versteht sich, dass Endlosbahnen, die aus auf die beschriebene Weise zusammengefügten
Materialbahnen bestehen, statt Druckern auch andersartigen Verarbeitungsstationen
für Endlosbahnen zugeführt werden können.
1. Verfahren zum Verbinden der Enden zweier Materialbahnen, die mit quer verlaufenden
Schwächungslinien versehen und vorzugsweise entlang dieser Schwächungslinien zickzackförmig
vorgefaltet sind, dadurch gekennzeichnet, dass am einen Ende der einen, ersten Materialbahn
(34) ein Abschnitt (38ʹ) entlang einer Trennlinie (T), die in einem Abstand von der
benachbarten Schwächungslinie (37ʹ) verläuft, abgetrennt wird, so dass ein an diese
Schwächungslinie (37ʹ) angrenzender Materialstreifen (40) stehen bleibt, und dass
anschliessend das eine Ende (43) der andern, zweiten Materialbahn (33) unter Freilassung
der genannten Schwächungslinie (37ʹ) mit dem Materialstreifen (40) zusammengebracht
und mit diesem mittels eines aufgetragenen Klebstoffes verklebt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim Zusammenfügen der
beiden Materialbahnen (33, 34) das Ende (43) der zweiten Materialbahn (33) auf den
festgehaltenen Materialstreifen (40) der ersten Materialbahn (34) aufgelegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Zusammenfügen
der beiden Materialbahnen (33, 34) Klebstoff (42) auf den Materialstreifen (40) der
ersten Materialbahn (34) aufgetragen wird, vorzugsweise gleichzeitig mit dem Abtrennen
des vordern Abschnittes (38ʹ) der ersten Materialbahn (34).
4. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 - 3 zur Bildung einer einem
Drucker, vorzugsweise einem Schnelldrucker, zuzuführenden Endlosbahn aus vorzugsweise
vorgefalzten Materialbahnen (32, 33, 34) gegebener Länge.
5. Vorrichtung zum Verbinden der Enden zweier Materialbahnen, die mit quer verlaufenden
Schwächungslinien versehen und vorzugsweise entlang dieser Schwächungslinie zickzackförmig
vorgefaltet sind, gekennzeichnet durch eine Trenneinrichtung (20) zum Abtrennen eines
Abschnittes (38ʹ) der einen, ersten Materialbahn (34) an deren einem Ende entlang
einer Trennlinie (T), die in einem Abstand von der benachbarten Schwächungslinie (37ʹ)
verläuft, unter Bildung eines an diese Schwächungslinie (37ʹ) angrenzenden Materialstreifens
(40), und durch eine Klebstoffauftragseinrichtung (21) zum Aufbringen von Klebstoff
(42) auf den Materialstreifen (40) der ersten Materialbahn (34) oder den mit diesem
zur Überlappung zu bringenden Endbereich (43) der andern, zweiten Materialbahn (33).
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch ein Auflageorgan (16) für die
beiden miteinander zu verbindenden Materialbahnen (33, 34) und eine Positionieranordnung
(24, 25, 26) zum Halten der ersten Materialbahn (34) in einer Lage, in der die Schwächungslinie
(37ʹ) zwischen zwei aneinanderhängenden Materialbahnabschnitten (38ʹ, 38ʺ) in einem
Abstand vom Wirkbereich der Trenneinrichtung (20) verläuft.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionieranordnung
am Auflageorgan (16) angeordnete Stifte (24, 25) aufweist, die in Randlochungen (35,
36) der Materialbahnen (33, 34) einzugreifen bestimmt sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Materialbahn
(34) mittels Unterdruck am Auflageorgan (16) festgehalten ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Trenneinrichtung
(20) ein Trennorgan (22), vorzugsweise ein Schneidorgan und insbesondere eine Messerscheibe
aufweist, das quer, vorzugsweise rechtwinklig, zur Längserstreckung der ersten Materialbahn
(34) hin und her bewegbar ist und vorzugsweise oberhalb des Auflageorganes (16) angeordnet
ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 - 9, dadurch gekennzeichnet, dass die
Klebstoffauftragseinrichtung (21) ein Klebstoffauftragsorgan (23) aufweist, das quer,
vorzugsweise rechtwinklig zur Längserstreckung der ersten Materialbahn (34) hin und
her bewegbar ist und vorzugsweise oberhalb des Auflageorganes (16) angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennorgan
(22) und das Klebstoffauftragsorgan (23) an einem gemeinsamen, verschiebbar gelagerten
Träger (19) befestigt sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass in der ein Durchtrennen
bewirkenden Verschieberichtung (C) des Trägers (19) gesehen das Klebstoffauftragsorgan
(23) dem Trennorgan (22) vorgelagert ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 - 12, gekennzeichnet durch eine Presseinrichtung
zum Zusammenpressen der miteinander verklebten Materialbahnbereiche (40, 43), die
vorzugsweise am Träger (19) befestigt ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 - 13, gekennzeichnet durch eine Detektoranordnung
zum Überwachen des Klebstoffauftrages (42), die vorzugsweise am Träger (19) angeordnet
ist.
15. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 - 14 zur Bildung einer einem
Drucker, vorzugsweise einem Schnelldrucker, zuzuführenden Endlosbahn aus vorzugsweise
vorgefalzten Materialbahnen (32, 33, 34) gegebener Länge.
16. Endlosbahn bestehend aus wenigstens zwei Materialbahnen (32, 33, 34) gegebener
Länge, die mit quer verlaufenden Schwächungslinien (37) versehen und vorzugsweise
entlang dieser Schwächungslinien (37) zickzackförmig vorgefaltet sind, wobei das eine
Ende (43) der einen Materialbahn (33) unter Freilassung der Schwächungslinien (37ʹ)
mit einem Materialstreifen (40) der andern Materialbahn (34), der an eine Schwächungslinie
(37ʹ) angrenzt, mittels eines aufgetragenen Klebstoffes verklebt ist.