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EP 0 275 039 A2 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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20.07.1988 Patentblatt 1988/29 |
(22) |
Anmeldetag: 08.01.1988 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)4: B41F 21/08 |
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(84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
16.01.1987 DE 3701103
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Anmelder: M.A.N.-ROLAND Druckmaschinen
Aktiengesellschaft |
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63012 Offenbach (DE) |
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Erfinder: |
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- Rebel, Herbert
D-6054 Rodgau 3 (DE)
- Bergmann, Marco
D-6050 Offenbach/Main (DE)
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Vertreter: Marek, Joachim, Dipl.-Ing. |
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c/o MAN Roland Druckmaschinen AG
Patentabteilung/FTB S,
Postfach 10 12 64 63012 Offenbach 63012 Offenbach (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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Vorrichtung zum Transport von in einer Druckmaschine bedruckten Bogen mittels Kettenübergabesystemen |
(57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Transport von in einem Druckwerk bedruckten
Bogen mittels Kettenübergabesystemen, welche Greifer tragende Greiferwagen aufweisen,
die an Transportketten angelenkt durch Laufrollen geführt sind, die in Führungsschienen
laufen. Um den Bogen mit annähernd gleicher Spannung vom Druckzylinder abzunehmen
bis das Bogenende die Drucklinie verlassen hat, ist der Greiferwagen (2) durch vorgebbare
Federkraft (8) mittels einer Federabstützung (4, 8 bis 11) um die Drehachse (18) schwenkbar
gelagert und mittels einer Laufrolle (7) in Führungsschienen (5, 6) für die Transportketten
(12) verriegelbar sowie nach der Übergabe des Bogens an den Greiferwagen (2) durch
eine Aussparung (24) in der äußeren Führungsschiene (6) entriegelbar. Dadurch kann
die von dem Greiferwagen (2) auf den Bogen ausübbare Zugspannung durch Federkraft
(8) auf einer Wegstrecke AA-BB reguliert werden, die von der Länge der Aussparung
(24) in der äußeren Führungsschiene (6) bestimmt ist.
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[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Transport von in einem Druckwerk bedruckten
Bogen mittels Kettenübergabesystemen nach dem Oberbegriff des ersten Patentanspruches.
[0002] Vorrichtungen genannter Gattung sind allgemein bekannt. Beispielsweise wird eine
derartige Vorrichtung in der DE-PS 830 959 beschrieben.
[0003] Bei derartigen Vorrichtungen ragen die Greiferauflagen der Greifersysteme über den
Teilkreisdurchmesser von Umlenkkettenräder hinaus, um die die Transportketten im
Bereich der Übernahmestelle der Bogen von einem Druckmaschinenzylinder geführt sind.
Die Greiferauflagen der Greifersysteme laufen während der Bogenübergabe auf einem
Radius, der etwa gleich dem Radius der Greiferauflagen der Greifer des Druckmaschinenzylinders
ist. Somit bewegen sich die Greiferauflagen der Greifersysteme während der Bogenübergabe
schneller als die um je ein Umlenkkettenrad geführten Transportketten. Laufen anschließend
die Transportketten von den Umlenkkettenräder ab und etwa geradlinig weiter, so vermindert
sich die Geschwindigkeit der Greiferauflagen der Greifersystemen auf die Geschwindigkeit
der Transportkette. Das hintere Ende des Bogens hat jedoch zu diesem Zeitpunkt unter
Umständen noch nicht den Druckmaschinenzylinder verlassen und wird dementsprechend
schneller vorwärts bewegt als das vordere Ende des Bogens abgezogen wird. Hierdurch
verliert der Bogen seine Spannung und kann Wellen bilden, die zu einer erhöhten Abschmiergefahr
führen. Außerdem bleibt der Bogen an dem mit dem Druckzylinder zusammenwirkenden
Gummizylinder haften, bis er abgerissen wird. Dies kann zu einer bleibenden Verformung
des Bogens führen. Außerdem können während des Druckvorganges durch unterschiedlichste
Einwirkungen Längenänderungen des Druckpapiers auftreten. Beispielsweise seien der
Walkprozeß des Bogens in der Druckzone und die durch unterschiedliche Feuchtigkeit
bzw. Farbe verursachten unterschiedlichen Dehnungen zu erwähnen. Infolge dieser Dehnungen
des Papiers verändert sich die Greiferspannung am Bogen ständig. Als Folge können
Doubliererscheinungen insbesondere zum Bogenende hin auftreten.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung der eingangs genannten Art derart auszubilden, daß der Bogen nach
der Übergabe an die Greifersysteme der Transportketten mit annähernd gleicher Spannung
vom Druckzylinder abgenommen wird bis das Bogenende die Drucklinie verlassen hat.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Patentanspruches.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der Zeichnung und der Beschreibung
enthalten.
[0006] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert.
[0007] Es zeigt:
Fig. 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäß wesentlichen Teile, schematisch,
Fig. 2 eine Schnittdarstellung der seitlichen Führung mit Verbindung von Greiferwagen
zur Transportkette,
Fig. 3 den Schnitt AA nach Fig. 2,
Fig. 4 eine Einzelheit.
[0008] Vom Druckzylinder 1 werden die Bogen mittels Kettenübergabesystemen abgenommen und
zu einem Druckwerk oder zur Auslage transportiert. Die Kettenübergabesysteme umfassen
Greifer tragende Greiferwagen 2, die zwischen Transportketten 12 angeordnet sind.
Die Greiferwagen 2 weisen in bekannter Weise eine Greiferauflagespindel 15 und eine
Greiferwelle 16 (Fig. 2) auf. Diese tragen voneinander beabstandete Greifer, deren
Greiferauflage 14 an der Greiferauflagespindel 15 und deren Greiferfinger 17 an der
Greiferwelle 16 drehbar gelagert sind. In üblicher Weise werden jeweils die Greiferfinger
17 durch Drehen der Greiferwelle 16 zur Erfassung und Freigabe eines Bogens verschwenkt.
Hierfür wird eine über eine nicht dargestellte Kurve laufende Greifersteuerrolle 13
verwendet. Im Bereich der Übernahmestelle der Bogen vom Druckmaschinenzylinder 1 sind
die Transportketten 12 um je ein Umlenkkettenrad 23 geführt, dessen Teilkreisdurchmesser
kleiner als der Durchmesser des Druckmaschinenzylinders 1 ist.
[0009] Die Seitenteile des Greiferwagens 2 sind in einer Drehachse 18 gelenkig mit je einer
Trägerplatte 3 verbunden, die an Kettenbolzen 21, 22 der Transportketten 12 befestigt
ist. Die Transportketten 12 sind außerdem in Führungsschienen 5, 6 geführt. Der Greiferwagen
2 ist durch vorgebbare Federkraft mittels einer Federabstützung 4, 8 bis 11 um die
Drehachse 18 schwenkbar gelagert. Die Drehachse 18 verläuft verzugsweise durch den
Massenmittelpunkt des Greiferwagens 2. Ferner ist jeder Greiferwagen 2 mittels einer
Laufrolle 7 in den Führungsschienen 5, 6 verriegelbar und nach Übergabe des Bogens
vom Druckmaschinenzylinder 1 an die Greiferwagen 2 wieder entriegelbar. Hierzu weist
die äußere Führungsschiene 6 eine Aussparung 24 derart auf, daß die von dem Greiferwagen
2 auf den Bogen ausübbare Zugspannung durch Federkraft der Feder 8 auf einer Weg
strecke AA-BB regulierbar ist, die von der Länge der Aussparung 24 in der äußeren
Führungsschiene 6 bestimmt ist. Die Feder 8 ist auf einer Federstange 9 geführt, die
an einem Ende im Gelenk 11 mit einer abgewinkelten Abstützung 4 verbunden ist und
die am anderen Ende in einem festen Anschlag 10.1 am Greiferwagen 2 längsverschiebbar
geführt ist. Die Federkraft der Feder 8 ist zwischen dem festen Anschlag 10.1 und
einem einstellbaren Anschlag 10.2 stufenlos verstellbar. Gemäß Fig. 4 sind Trägerplatte
3 und abgewinkelte Abstützung 4 durch Schrauben 19, 20 fest miteinander verbunden.
[0010] Die Kette 12 weist ferner ein bananenförmiges Kettenglied 25 auf, welches die Laufrolle
7 umgibt.
[0011] Die äußere Führungsschiene 6 ist an der Innenseite, wie bereits erwähnt, beginnend
ab der Übergabe, ausgespart. Diese Aussparung 24 kann eine Kurvenform oder eine kreisförmige
Form aufweisen. Mit Hilfe der Federabstützung 4, 8 bis 11 wird nun der Greiferwagen
2 um die Drehachse 18 geschwenkt, wobei nur bei max. Abschwenkung die Laufrolle 7
an der äußeren Führungsschiene 6 anläuft. Vorzugsweise weist aber die Laufrolle 7
keine Berührung mit der äußeren Führungsschiene 6 auf, so daß die von dem Greifersystem
des Greiferwagens 2 auf den Bogen ausübbare Zugspannung auf der gesamten Wegstrecke
AA-BB bis weit nach Ablauf des Bogenanfanges vom Umlenkkettenrad 23 durch die Federkraft
der Feder 8 regulierbar ist. Dadurch erfährt der Bogen im Bereich der Aussparung 24
eine federnde Voreilung und wird stets gestreckt geführt, bis das Bogenende die Druckzone
verlassen hat. Die federnde Voreilung wirkt somit sowohl im Bereich des Umlenkkettenrades
als auch auf der sich anschließenden geraden Wegstrecke.
1.) Vorrichtung zum Transport von in einem Druckwerk bedruckten Bogen mittels Kettenübergabesystemen,
welche Greifer tragende Greiferwagen aufweisen, die an Transportketten angelenkt
durch Laufrollen geführt sind, die in Führungsschienen laufen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Seiten des Greiferwagens (2) in einer Drehachse (18) gelenkig mit je einer
Trägerplatte (3) verbunden sind, die an den Transportketten (12) befestigt ist, daß
der Greiferwagen (2) durch vorgebbare Federkraft (8) mittels einer Federabstützung
(4, 8 bis 11) um die Drehachse (18) schwenkbar gelagert ist, wobei der Greiferwagen
(2) mittels einer Laufrolle (7) in Führungsschienen (5, 6) für die Transportketten
(12) verriegelbar und nach der Übergabe des Bogens an den Greiferwagen (2) durch eine
Aussparung (24) in der äußeren Führungsschiene (6) entriegelbar ist, so daß die von
dem Greiferwagen (2) auf den Bogen ausübbare Zugspannung durch Federkraft (8) auf
einer Wegstrecke AA-BB regulierbar ist, die von der Länge der Aussparung (24) in der
äußeren Führungsschiene (6) bestimmt ist.
2.) Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehachse (18) durch den Massemittelpunkt des Greiferwagens (2) verläuft.
3.) Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Feder (8) auf einer Federstange (9) geführt ist, die an einem Ende in einem
Gelenk (11) mit einer abgewinkelten Abstützung (4) verbunden ist und die am anderen
Ende in einem festen Anschlag (10.1) am Greiferwagen (2) längsverschiebbar geführt
ist und daß die Feder (8) zwischen dem festen Anschlag (10.1) und einem einstellbaren
Anschlag (10.2) stufenlos verstellbar abgestützt ist.
4.) Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportkette (12) ein bananenförmiges Kettenglied (25) aufweist, welches
um die Laufrolle (7) herumgeführt ist.