[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Magneteinrichtung in einem gekrümmten Abschnitt
der Bahn elektrisch geladener Teilchen einer Beschleunigeranlage, wobei die Magneteinrichtung
um eine die Teilchenbahn umgebende Strahlführungskammer angeordnet ist und gekrümmte
Spulenwicklungen enthält, die konvex geformte Außenseiten, konkav geformte Innenseiten
und Übergangsbereiche an den Wickelköpfen zwischen diesen Seiten aufweisen und aus
supraleitenden Rechteckleitern aufgebaut sind. Eine supraleitende Spulenwicklung
für eine derartige Magneteinrichtung geht z.B. aus der EP-A-0 190 623 hervor.
[0002] Beschleunigeranlagen für geladene Teilchen wie z.B. Elektronen weisen vielfach Speicherringe
auf, die wegen ihrer gekrümmten Teilchenbahnen mit entsprechend gekrümmten Dipolmagneten
zu versehen sind. Derartige Anlagen können insbesondere auch vom sogenannten Rennbahn-Typ
sein. Ihre Teilchenbahn setzt sich dann aus zwei Halbkreisen mit jeweils einem entsprechenden
180°-Ablenkmagneten und aus zwei geraden Bahnabschnitten zusammen (vgl. "Nucl. Instrum.
and Meth.", Vol. 177, 1980, Seiten 411 bis 416, oder Vol. 204, 1982, Seiten 1 bis
20). Werden hohe Endenergien angestrebt, können die Magnetfelder derartiger Ablenkmagnete
insbesondere mit supraleitenden Spulenwicklungen erzeugt werden.
[0003] Auch die aus der DE-OS 35 30 446 bekannte Synchrotronstrahlungsquelle weist einen
Elektronenspeicherring vom Rennbahn-Typ auf. Die Synchrotronstrahlung, d.h. die relativistische
Strahlungsemission der Elektronen, die nahezu mit Lichtgeschwindigkeit umlaufen und
durch Ablenken in einem magnetischen Feld auf der vorgeschriebenen Teilchenbahn gehalten
werden, liefert eine Röntgenstrahlung mit paralleler Strahlungscharakteristik und
großer Intensität. Diese Synchrotronstrahlung kann vorteilhaft für eine Röntgenstrahl-Lithographie
verwendet werden, welche insbesondere bei einer Herstellung von integrierten Schaltkreisen
zur Erzeugung von Mikrostrukturen geeignet ist.
[0004] Bei einer Herstellung der für einen Speicherring benötigten gekrümmten Magneteinrichtungen
werden hohe Anforderungen an die Maßhaltigkeit ihrer supraleitenden Wicklungen gestellt,
um die notwendige Feldhomogenität zu gewährleisten. Entsprechende Wicklungen können
beispielsweise aus supraleitenden Rechteckleitern nach einem Verfahren aufgebaut
werden, wie es aus der eingangs genannten EP-A zu entnehmen ist. Dementsprechend werden
die Leiter um einen zentralen Wickelkern mit konvexer Außenseite und konkaver Innenseite
sowie jeweils dazwischenliegendem Übergangsbereich an einem Wickelkopf gewickelt
und fixiert. Es ergibt sich so eine in einer Ebene liegende Wicklung, wobei deren
einzelne Windungen in dieser Ebene radial bzgl. des Krümmungsradiusʹ der Wicklung
nebeneinandergereiht sind. In der Magneteinrichtung werden dann die hergestellten
Wicklungen so angeordnet, daß ihre Wickelebenen zumindest weitgehend parallel zu der
durch die Teilchenbahn festgelegten Ebene zu liegen kommen.
[0005] Bei einem derartigen radialen Aufbau einer gekrümmten supraleitenden Spulenwicklung
besteht jedoch die Gefahr, daß bei einem Abkühlen ihrer Supraleiter auf die Betriebstemperatur
von beispielsweise 4,2 K Längenänderungen auftreten, die zudem noch wegen der gekrümmten
Wickelform an der konvexen Außenseite deutlich von denen an der konkaven Innenseite
verschieden sind. Damit kann aber insbesondere an den Wickelköpfen eine gegenseitige
Verschiebung der einzelnen Leiter verbunden sein, die zu unerwünschten Feldinhomogenitäten
führen.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, die Magneteinrichtung der eingangs
genannten Art dahingehend zu verbessern, daß die Gefahr solcher Leiterverschiebungen
deutlich vermindert ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen
Maßnahmen gelöst.
[0008] Die mit einer entsprechenden Ausgestaltung der Magneteinrichtung verbundenen Vorteile
sind insbesondere darin zu sehen, daß durch eine genaue Fertigung und Position der
vertikal bezüglich der Teilchenbahnebene ausgedehnten Nutenquerschnitte radiale Bewegungen
der supraleitenden Rechteckleiter praktisch auszuschließen sind. An den Wicklungsköpfen
lassen sich die Wicklungen sattelartig senkrecht nach oben oder nach unten mit verhältnismäßig
kleinem Krümmungsradius aufgebogen ausbilden. Dort sind eventuelle derartige Bewegungen
wegen des größeren Abstandes von der Teilchenbahn entsprechend weniger kritisch.
Darüber hinaus kann auf die einzelnen Leiterstapel in den Nuten in bekannter Weise
eine vertikale Vorspannung ausgeübt werden. Auf diese Weise lassen sich Längenänderungen
der Leiter und insbesondere Verschiebungen ihrer Enden weitgehend ausschließen.
[0009] Ein Problem bei der Auslegung von Magneteinrichtungen mit hohen Anforderungen an
die Feldhomogenität stellt ferner die störungsfreie Lage der Stromzuführungen an
den Leiterenden dar. Da der störende Einfluß mit dem Abstand zur Teilchenbahn abnimmt,
können die Zuleitungen die Wicklungen vorteilhaft an den Wickelköpfen verlassen.
Auf diese Weise ist der Effekt der Zuleitungen vernachlässigbar, während sich die
Krümmung der gesamten Wickelpakete nach oben bzw. unten bei der Feldgestaltung ohne
weiteres berücksichtigen läßt.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Magneteinrichtung gehen aus den
Unteransprüchen hervor.
[0011] Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung Bezug genommen, deren
Figur 1 schematisch einen Teil einer Synchrotronstrahlungsquelle mit einer erfindungsgemäß
gestalteten Magneteinrichtung zeigt. In den Figuren 2 und 3 sind je eine Ausführungsform
einer Teilwicklung für eine derartige Magneteinrichtung schematisch veranschaulicht.
[0012] Beim Aufbau der in Figur 1 angedeuteten Strahlungsquelle wird von bekannten Ausführungsformen,
insbesondere vom Rennbahn-Typ, ausgegangen (vgl. z.B. DE-PS 35 11 282, DE-OS 35 30
446 oder die Veröffentlichung des "Institute for Solid State Physics" of the University
of Tokyo, Japan, Sept. 1984, Ser. B., No. 21, Seiten 1 bis 29 mit dem Titel: "Superconducting
Racetrack Electron Storage Ring and Coexistent Injector Microtron for Synchrotron
Radiation"). In der Figur ist ein Querschnitt im Bereich ihrer um 180° gekrümmten
Teilchenbahn 2 mit einer entsprechenden erfindungsgemäßen Magneteinrichtung 3 dargestellt.
Der Krümmungsradius ist dabei mit R bezeichnet. Diese Magneteinrichtung enthält zu
beiden Seiten der durch die Teilchenbahn 2 aufgespannten, in x-y-Richtung eines rechtwinkligen
x-y-z-Koordinatensystems liegenden Äquatorialebene E je eine gekrümmte supraleitende
Dipolspulenwicklung 4 bzw. 5 und gegebenenfalls noch zusätzliche supraleitende Spulenwicklungen
wie z.B. Korrekturspulenwicklungen 6. Die supraleitenden Spulenwicklungen mit konvexer
Außenseite, konkaver Innenseite und Wickelköpfen zwischen diesen Seiten werden vorteilhaft
in baugleichen oberen und unteren Rahmenstrukturen 7 bzw. 8 gehalten, die in der
Äquatorialebene E zusammenzufügen sind und dabei eine die Teilchenbahn 2 umschließende
Strahlführungskammer 10 aufnehmen. Innerhalb dieser Kammer 10 ist ein Dipolfeld
B hinreichender Qualität ausgebildet. Die Kammer 10 geht radial oder tangential nach
außen hin eine äquatoriale, einseitig offene Austrittskammer 12 mit einer Austrittsöffnung
oder -mündung 13 für die durch einen Pfeil 14 angedeutete Synchrotronstrahlung über.
Die Austrittskammer kann insbesondere schlitzförmig ausgebildet sein, wobei der entsprechende
Schlitz den gesamten 180°-Bogen des gekrümmten Teilchenbahnabschnittes ausmachen
kann.
[0013] Die einzelnen supraleitenden Dipolspulenwicklungen 4 und 5 befinden sich zumindest
mit ihren die konvexe Außenseite und konkave Innenseite festlegenden Wicklungsteilen
in azimut umlaufenden Nuten 20 entsprechend ausgebildeter, einzelner Spulenkörper
15 und 16 aus Metall oder Kunststoff-Verbundwerkstoff. Diese Spulenkörper sind in
ein oberes bzw. unteres Rahmenstück 17 bzw. 18 der jeweiligen Rahmenstruktur 7 bzw.
8 eingepaßt und werden senkrecht zur äquatorialen x-y-Ebene E mit Schrauben 19 gehalten.
Der Wicklungsaufbau kann dabei vorteilhaft von dem jeweiligen Nutengrund des Spulenkörpers
in Richtung auf die Äquatorialebene E hin oder auch in umgekehrter Richtung erfolgen.
Hierbei sichert je ein abgestuft ausgeführtes Klammerteil 21 bzw. 22 die exakten
Abstände und Positionen der jeweiligen Wicklungskanten zur Äquatorialebene einerseits
und erhöht andererseits durch einen Formschluß mit den Spulenkörpern 15 bzw. 16 und
den Rahmenstücken 17 bzw. 18 die Steifigkeit der gesamten Konstruktion im Hinblick
auf radial gerichtete Lorentzkräfte. Die Klammerteile 21 und 22 können außerdem mit
Hilfe von Schrauben 23 und 24 die einzelnen Wicklungen verdichten und somit Leiterbewegungen
im Betrieb der Magneteinrichtung 3, die zu einem vorzeitigen, unerwünschten Übergang
des supraleitenden Materials in den normalleitenden Zustand, d.h. zu einem sogenannten
Quenchen der Wicklungen führen können, verhindern. Hierzu dienen insbesondere auch
stempelartige Druckleisten 27 am jeweiligen Nutengrund, die über Schrauben 28 gegen
die jeweiligen Wicklungsteile zu pressen sind. Auf diese Weise ist die Wicklung innerhalb
der Nuten von zwei Seiten vertikal zusammenzupressen. Darüber hinaus können die Wicklungen
oder Teile von ihnen gegebenenfalls auch in den Nuten vergossen werden.
[0014] Die Rahmenstücke 17 und 18 der Rahmenstrukturen 7 und 8 sind starr mit einem oberen
bzw. unteren Plattenelement 31 bzw. 32 verbunden. Es ist so eine sehr genaue Positionierung
der einzelnen supraleitenden Spulenwicklungen 4 bis 6 zur Teilchenbahn 2 gewährleistet.
Am peripheren Außenrand der Magneteinrichtung 3 im Bereich der schlitzförmigen Austrittsöffnung
13 für die Synchrotronstrahlung 14 sind die oberen und unteren Plattenelemente 31
und 32 der Rahmenstrukturen 7 bzw. 8 gegen ringartige, kraftübertragende Verteilerstücke
34 und 35 verspannt. Zwischen diesen Verteilerstücken hindurch erstreckt sich die
schlitzartige Austrittskammer 12 nach außen hin. Dabei ist der gegenseitige Abstand
und eine Kraftabstützung zwischen den Verteilerstücken 34 und 35 über mindestens ein
Stützelement 40 gewährleistet, das sich radial weiter außen als die Mündung der Austrittsöffnung
13 befindet. Da die Verteilerstücke 34 und 35 innerhalb eines Kryostaten Teile eines
kalten Heliumgehäuses 42 zur Aufnahme von flüssigem Helium zur Kühlung der supraleitenden
Spulenwicklungen darstellen, befindet sich auch das zwischen ihnen verlaufende Stützelement
40 etwa auf dieser Temperatur.
[0015] Mit den Rahmenstrukturen 7 und 8, den Verteilerstücken 34 und 35 sowie dem mindestens
einen Stützelement 40 ist somit eine verhältnismäßig einfache und sichere Abstützung
und Halterung der zu beiden Seiten der Äquatorialebene E liegenden supraleitenden
Spulenwicklungen zu gewährleisten.
[0016] Mit dieser Konstruktion können außerdem vorteilhaft die in der Figur nicht ausgeführten
Aufhängungs- und Positionierelemente der Magneteinrichtung innerhalb eines ebenfalls
nicht dargestellten Vakuumgehäuses des Kryostaten direkt an den Ver teilungsstücken
34 und 35 und damit in unmittelbarer Nähe zu den supraleitenden Spulenwicklungen 4
bis 6 ansetzen. Dies bringt eine entsprechend hohe Positioniergenauigkeit der Wicklungen
hinsichtlich der Teilchenbahn mit sich.
[0017] Der auf das Stützelement 40 auftreffende Anteil der Synchrotronstrahlung 14 wird
von einem Strahlungsabsorber 46 aufgefangen, der zweckmäßig gekühlt wird. Als bevorzugtes
kryogenes Kältemedium ist hierzu flüssiger Stickstoff anzusehen.
[0018] Im allgemeinen ist jede der Spulenwicklungen 4 und 5 aus mehreren Teilwicklungen
aufgebaut, die sich gegenseitig schalenförmig umschließen. Gemäß dem in Figur 1 gezeigten
Ausführungsbeispiel stellen drei solcher Teilwicklungen jeweils eine Spulenwicklung
dar. Eine dieser Teilwicklungen, die der in Figur 1 mit 4a bezeichneten Wicklung der
Spulenwicklung 4 weitgehend entspricht, ist in Figur 2 als Schrägansicht näher veranschaulicht.
Diese mit 4aʹ gekennzeichnete Teilwicklung ist aus einem supraleitenden Rechteckleiter
50 erstellt, mit dem sogenannte "Pancakes" 51 aus jeweils zwei in einer Lage nebeneinander
angeordneten Windungen ausgebildet sind. Hierzu wird der Rechteckleiter 50 mit seiner
Breitseite in Nuten entsprechend angepaßter radialer Ausdehnung Lage für Lage eingelegt.
Das so entstandene Wickelpaket wird dann in den Nuten, welche in der Figur aus Gründen
der Übersichtlichkeit nicht dargestellt sind, fixiert. Diese Nuten verlaufen dabei
in mindestens einem ebenfalls nicht eingezeichneten Spulenkörper derart, daß sich
die gekrümmte Form der Teilwicklung 4aʹ mit einer konvexen Außenseite 53 und einer
konkaven Innenseite 54 ergibt. In den beiden Übergangsbereichen zwischen diesen Seiten
53 und 54 sind zwei Wickelköpfe ausgebildet. Von diesen Wickelköpfen ist in der Figur
nur einer ausgeführt und mit 55ʹ bezeichnet.
[0019] Wie aus Figur 2 deutlich hervorgeht, liegt der Wickelkopf 55ʹ der Teilwicklung 4aʹ
nicht in einer gemeinsamen Ebene mit den die Seiten 53 und 54 bildenden, gekrümmten
Wicklungsteilen 57 und 58. Die für die Wicklungsteile 57 und 58 gemeinsame Ebene liegt
dabei parallel zu der durch die x- und y-Koordinaten des x-y-z-Koordinatensystems
nach Figur 1 aufgespannten Ebene. Vielmehr ist erfindungsgemäß die Teilwicklung 4aʹ
im Bereich des Wickelkopfes 55ʹ gegenüber dieser gemeinsamen Ebene sattelartig bzw.
nach Art eines Bettgestells aufgebogen, d.h. aus dieser Ebene herausgeführt. Insbesondere
kann dort die Wicklung soweit aufgebogen sein, daß sie in eine vertikale Ebene zu
liegen kommt, die parallel zu der durch die x- und z-Ebene des Koordinatensystems
aufgespannten Ebene verläuft. Dabei kann vorteilhaft ein verhältnismäßig kleiner Biege-
oder Krümmungsradius vorgesehen werden. Mit diesem Aufbiegen der Teilwicklung 4aʹ
an dem Wickelkopf 55ʹ wird nicht nur der Einfluß von eventuellen Leiterbewegungen
auf die Feldhomogenität reduziert; vielmehr wird auch ein störender Einfluß der Leiterenden
der Wicklung bzw. ihrer Stromzuführungen aufgrund des entsprechend größeren Abstandes
zur Teilchenbahn vermindert. In der Figur sind der Wicklungsanfang und das Wicklungsende
an dem Wickelkopf 55ʹ mit 60 bzw. 61 bezeichnet.
[0020] Bei dem vorstehend erläuterten Ausführungsbeispiel wurde davon ausgegangen, daß die
supraleitenden Spulenwicklungen 4 und 5 nur mit ihren in einer Ebene liegenden Wicklungsteilen
57 und 58 innerhalb von Nuten einzelner Spulenkörper verlaufen, während an den Wickelköpfen
55ʹ keine Nuten vorgesehen sind. Selbstverständlich ist es jedoch auch möglich, für
diese Teile der Wicklungen entsprechend geformte Nuten auszubilden, wie sie z.B. für
nicht-gekrümmte, sattelartige Magnetspulen an sich bekannt sind (vgl. z.B. die DE-PS
1 514 445).
[0021] Außerdem brauchen die beiden gekrümmten Wicklungsteile der Teilwicklung 4aʹ nicht,
wie in Figur 2 angenommen, in einer gemeinsamen Ebene angeordnet sein, die parallel
zu der durch die Teilchenbahn festgelegten Ebene verläuft. Wie nämlich bereits aus
Figur 1 deutlich hervorgeht, können die beiden gekrümmten Wicklungsteile auch in zwei
verschiedene Ebenen mit verschiedenen Abständen zur Teilchenbahnebene zu liegen kommen.
Eine entsprechende Ausführungsform der Teilwicklung 4a ist aus Figur 3 ersichtlich,
für die eine Figur 2 entsprechende Darstellung gewählt ist.
[0022] Dementsprechend enthält die in Figur 3 nur teilweise ausgeführte Teilwicklung 4a
einen die konkave Innenseite 54 bildenden, gekrümmten Wicklungsteil 64, der in einer
ersten Ebene E1 verläuft. Bei dieser Ebene handelt es sich gemäß der Darstellung
der Figur beispielsweise um die x-y-Ebene eines rechtwinkligen x-y-z-Koordinatensystems.
Ein zu diesem Wicklungsteil 64 parallel verlaufender, die konvexe Außenseite 53 der
Teilwicklung 4a bildender Wicklungsteil 63 liegt dann in einer parallelen zweiten
Ebene E2, die gegenüber der Ebene E1 um eine Distanz d beabstandet ist. Innerhalb
der Teilwicklung 4a kann diese Distanz beispielsweise am Wickelkopf 55 dadurch ausgeglichen
werden, daß man ein in z-Richtung verlaufendes, gerades Zwischenstück 66 mit entsprechender
Ausdehnung zwischen gekrümmten Wicklungsteilen vorsieht. Gemäß dem dargestellten
Ausführungsbeispiel ist das Zwischenstück 66 dem inneren Wicklungsteil 64 zum Niveauausgleich
gegenüber dem äußeren Wicklungsteil 63 zuzuordnen. Durch geeignete Wahl unterschiedlicher
Abstände des inneren und äußeren Wicklungsteils 64 bzw. 63 gegenüber der Teilchenbahnebene
ist es dann gegebenenfalls sogar möglich, daß auf eine besondere Gradientenspule,
wie sie z.B. gemäß der DE-OS 35 30 446 vorgesehen ist, verzichtet werden kann.
[0023] Die erfindungsgemäße Magneteinrichtung kann zwar vorteilhaft gemäß dem in Figur 1
angedeuteten Ausführungsbeispiel für eine Synchrotronstrahlungsquelle mit radialer
Austrittsöffnung für die Synchrotronstrahlung konzipiert werden. Die erfindungsgemäßen
Maßnahmen lassen sich jedoch ebensogut auch für andere Typen von Beschleunigeranlagen
mit gekrümmten Bahnen ihre elektrisch geladenen Teilchen einsetzen.
1. Magneteinrichtung in einem gekrümmten Abschnitt der Bahn elektrisch geladener Teilchen
einer Beschleunigeranlage, wobei die Magneteinrichtung um eine die Teilchenbahn umgebende
Strahlführungskammer angeordnet ist und gekrümmte Spulenwicklungen enthält, welche
konvex geformte Außenseiten, konkav geformte Innenseiten sowie Übergangsbereiche
an den Wickelköpfen zwischen diesen Seiten aufweisen und aus supraleitenden Rechteckleitern
aufgebaut sind, dadurch gekennzeichnet, daß die supraleitenden Spulenwicklungen (4, 5) zumindest mit ihren die konvexen Außenseiten
(53) und konkaven Innenseiten (54) bildenden Wicklungsteilen (57 bzw. 58; 63 bzw.
64) in Nuten entsprechend geformter Spulenkörper (15, 16) der Magneteinrichtung (3)
angeordnet sind, wobei die Nuten zumindest annähernd senkrecht zu der durch die Teilchenbahn
(2) festgelegten Ebene (E) in die Tiefe gehen, und daß die supraleitenden Spulenwicklungen
(4, 4a, 4aʹ, 5) im Bereich ihrer Wickelköpfe (55, 55ʹ) sattelartig aufgebogen sind.
2. Magneteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Nuten (20) in den Spulenkörpern (15, 16) auch die Bereiche der Wickelköpfe
(55, 55ʹ) mit erfassen.
3. Magneteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spulenkörper (15, 16) in mindestens einer Rahmenstruktur (7, 8) der Magneteinrichtung
(3) starr befestigt sind.
4. Magneteinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwei zumindest weitgehend baugleiche Rahmenstrukturen (7, 8) vorgesehen sind,
die in der Teilchenbahnebene (E) zusammenzufügen sind.
5. Magneteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß Vorrichtungen zur mechanischen Fixierung der Spulenwicklungen (4, 5) in den
Nuten (20) vorgesehen sind.
6. Magneteinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß am Nutengrund jeder Nut (20) mindestens eine Druckleiste (27) angeordnet ist,
mit welcher die jeweilige Spulenwicklung (4, 5) gegen mindestens ein die Nutenöffnung
verschließendes Abschlußteil (Klammerteil 21) zu pressen ist.
7. Magneteinrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest Teile der Spulenwicklungen (4, 5) in den Nuten (20) vergossen sind.
8. Magneteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die radiale Ausdehnung der Nuten (20) an die Breite der Rechteckleiter (50) angepaßt
ist.
9. Magneteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Rechteckleiter (50) in den Nuten (20) mit ihrer Breitseite dem Nutengrund
zugewandt stapelartig übereinander angeordnet sind.
10. Magneteinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß je zwei nebeneinanderliegende Teile (51) des Rechteckleiters (50) eine Lage des
Leiterstapels in den Nuten (20) bilden.
11. Magneteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Wicklungsanfang (60) und das Wicklungsende (61) jeder Spulenwick lung (4,
5) in den Bereich ihres Wickelkopfes (55, 55ʹ) gelegt sind.
12. Magneteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die die konvexen Außenseiten (53) bildenden Wicklungsteile (63) gegenüber den
die konkaven Innenseiten (54) bildenden Wicklungsteilen (64) unterschiedliche Abstände
zu der Teilchenbahnebene (E) haben.