[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Stuhl, insbesondere einen Bürostuhl, mit einem
Sitz und einer mehrteiligen Rückenlehne, welche aus mindestens zwei übereinander angeordneten
Segmenten besteht, die durch mindestens ein Federgelenk miteinander verbunden sind.
[0002] Die EP-A-O 107 627 beschreibt einen Stuhl, dessen Rückenlehne aus fünf übereinander
angeordneten Segmenten besteht, die durch vier horizontale Drehachsen miteinander
verbunden sind. Die so gebildete Rückenlehne ist normalerweise leicht nach hinten
gewölbt. Wenn der Stuhlbenützer zurücklehnt, so drehen sich die einzelnen Segmente
um ihre Achse, so dass die Wölbung der Rückenlehne grösser wird. Die Drehung der Segmente
erfolgt entgegen der Kraft von Federn, welche bestrebt sind, die Rückenlehne wieder
in die Normallage zurückzuführen. Da die Rückenlehne normalerweise muldenförmig dem
Körperquerschnitt angepasst ist,müssen die Gelenke, welche die einzelnen Segmente
miteinander verbinden, grundsätzlich in der Mitte der Rückenlehne angeordnet sein.
Eine seitliche Anordnung ist nur dann möglich, wenn dafür Sorge getragen wird, dass
die Drehachsen parallel zueinander verlaufen, wie dies beispielsweise bei den Stühlen
gemäss den Figuren 5, 6 und 9 der zitierten Patentschrift der Fall ist. Durch dieses
Erfordernis wird jedoch die Gestaltungsfreiheit des Designers stark beschränkt. Werden
hingegen die Gelenkverbindungen in der Mitte der Rückenlehne angeordnet, so leidet
darunter die Stabilität der Rückenlehne.
[0003] Während bei der zitierten Entgegenhaltung die meisten Ausführungsbeispiele separate
Drehgelenke und Rückstellfedern vorsehen, zeigen Figur 40 und 41 eine Ausführungsform,
bei der die Segmente durch Federgelenke in Form einer Torsionsfeder miteinander verbunden
sind. Zur Verbindung von zwei Segmenten sind zwei Torsionsfedern vorgesehen. Diese
erstrecken sich von einer Seite der Rückenlehne zur anderen Seite der Rückenlehne
und sind in der Mitte derselben drehbar gelagert. An jedem Ende der Torsionsfeder
befindet sich ein nach unten bzw. nach oben abgebogener Teil zur Befestigung am unteren
Segment, bzw. am oberen Segment. Diese Ausführung hat den Nachteil, dass für zwei
Segmente nicht weniger als fünf Befestigungen notwendig sind, nämlich vier für die
Enden der Torsionsstäbe und eine zur Befestigung der Torsionsstäbe in der Mitte.
[0004] Ein wichtiger Nachteil aller Ausführungsformen, die in der zitierten Vorveröffentlichung
beschrieben werden, besteht darin, dass die Federkraft vom Benützer nicht justiert
werden kann. Für eine leichte Person erweist sich die Rückenlehne als zu steif, währenddem
sie für eine schwere Person zu flexibel ist. Für eine leichte Person bietet somit
die Aufteilung der Rückenlehne in verschiedene Segmente keinen Vorteil. Sie findet
keinen Unterschied zu einer einstückigen Rückenlehne. Eine schwere Person fühlt sich
unsicher, weil ihr die Rückenlehne beim Zurücklehnen keinen Halt bietet. Sie empfindet
daher eine Rückenlehne mit mehreren Segmenten eher nachteilig als vorteilhaft.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Stuhl der eingangs erwähnten
Art zu verbessern, um mindestens einen Teil der erwähnten Nachteile zu vermeiden.
[0006] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass für das jeweilige Federgelenk eine
Einrichtung mit einem Justierglied zum Aendern der Federcharakteristik vorgesehen
ist. Dies ermöglicht es dem Benützer, das Krümmungsverhalten der Rückenlehne beim
Zurücklehnen seinen Bedürfnissen anzupassen.
[0007] Vorteilhaft wird das Federgelenk durch mindestens einen Rundstab gebildet. Dies
ergibt eine sehr einfache und billige Konstruktion des Federgelenks. Zwei oder mehr
Rundstäbe können unabhängig von der durch den Körperquerschnitt bedingte Wölbung
der Rückenlehne eingesetzt werden, da es nicht darauf ankommt, in welcher Richtung
der jeweilige Rundstab bei seiner Benützung als Federelement durchgebogen wird. Im
Gegensatz dazu müsste bei der Verwendung von Blattfedern darauf geachtet werden,
dass diese auf jeder Seite des Stuhls in der gleichen Ebene liegen.
[0008] Vorteilhaft weist jedes Federgelenk zwei parallele Rundstäbe auf. Dies ist z.B.
dann der Fall, wenn das Federgelenk ein haarnadelförmiges Federelement besitzt. Entsprechend
der Rückenlehne können die Federgelenke in einem spitzen Winkel zur Sagittalebene
angeordnet sein. Es besteht somit keine Notwendigkeit für jede Seite des Stuhls ein
anderes Federgelenk vorzusehen oder die Federgelenke in einer gemeinsamen Ebene anzuordnen.
[0009] Vorteilhaft ist das jeweilige Federelement an einem der Supporte leicht lösbar befestigt.
So kann beispielsweise eine Klinke mit einem Betätigungsorgan, z.B. einem Druckknopf,
der Befestigung des Federelements dienen. Wenn somit ein Segment auf das andere aufgesetzt
wird, können die die Klinken einrasten und das aufgesetzte Segment festhalten. Umgekehrt
genügt es zum Lösen eines Segments, die Druckknöpfe zu betätigen und das Segment anzuheben.
Auf diese Weise wird eine leichte Austauschbarkeit der Segmente ermöglicht. Der Stuhl
kann dann beispielsweise mit verschiedenen Rückenlehnensegmenten geliefert werden,
die vom Kunden je nach Bedarf eingesetzt werden köannen.
[0010] Es ist möglich, den ersten Support mit der Klinke, dem Betätigungsorgan und einer
Klinkenfeder aus einem einzigen Stück aus Kunststoff oder Blech zu bilden. Dies führt
zu einer erheblichen Vereinfachung des Federgelenks.
[0011] Eine zweckmässige Ausführungsform sieht vor, dass ein Ende des Federelementes im
ersten Support befestigt ist und dass durch das Justierglied in diesem ersten Support
ein Anschlag für das Federelement verschoben werden kann, mit welchem die wirksame
Länge des Federelementes veränderbar ist. Dies erlaubt eine einfache Einstellung
der Federcharakteristik durch den Benützer des Stuhls.
[0012] Der Anschlag ist vorteilhaft als Schieber ausgebildet, der in einer Führung im ersten
Support läuft. Zum Festhalten des Schiebers in der gewünschten Stellung kann eine
Rastfeder vorgesehen sein, die in längs der Führung angeordneten Raststellen einrasten
kann. Dadurch wird sichergestellt, dass der Anschlag in der eingestellten Lage verbleibt.
Vorteilhaft wird vorgesehen, dass die Rastfeder am Schieber befestigt ist, und dass
das Justierglied für den Schieber an der Rastfeder befestigt ist und durch einen Schlitz
am Support nach aussen ragt, wobei der Schlitz als Mittel zur Begrenzung der Bewegung
des Schiebers nach unten und nach oben dient.
[0013] Es ist auch möglich, dass zum Festhalten des Schiebers in der gewünschten Stellung
mindestens ein durch einen Griff betätigbares Klemmglied, z.B. ein Exzenter, vorgesehen
ist. Auch diese Ausführung ermöglicht eine einfache Manipulation des Schiebers.
[0014] Mit besonderem Vorteil wird die Führung für den Schieber durch einen federnden Stab
oder besser zwei federnde Stäbe gebildet. Dies hat den Vorteil, dass sie auch zum
Biegeverhalten des Federgelenks beiträgt.
[0015] Die Führung kann auch als haarnadelförmiges Federelement aus Federstahl mit vorzugsweise
rundem Querschnitt gebildet sein. Dies ergibt eine billige und ästethisch ansprechende
Konstruktion.
[0016] In der Regel ist es zweckmässig, je zwei Federgelenke, die in einem seitlichen Abstand
voneinander angeordnet sind, zur Verbindung von zwei Segmenten zu benützen. Dadurch
wird eine hohe Stabilität der Rückenlehne erreicht. Wie bereits erwähnt wurde, ist
bei der Verwendung von Rundstäben als Federelemente die Anordnung der Federgelenke
unkritisch. Es kommt also nicht darauf an, ob die Rückenlehne einen mehr oder weniger
gewölbten horizontalen Querschnitt aufweist.
[0017] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun unter Bezugnahme auf die Zeichnung
beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 einen Stuhl von hinten gesehen
Fig. 2 eine Seitenansicht des Stuhls von Fig. 1
Fig. 3 einen horizontalen Schnitt durch die Rückenlehne, wobei die Lage der Rundstäbe
der beiden Federgelenke bei einer gewölbten Rückenlehne ersichtlich ist,
Fig. 4 und 8 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Federgelenkes mit einem ersten
und einem zweiten Support,
Fig. 5 einen Schnitt entlang der Linie V-V durch den ersten Support mit dem Federgelenk
von Figur 4,
Fig. 6 einen Schnitt entlang der Linie VI-VI von Figur 4,
Fig. 7 den ersten Support mit dem Federgelenk und der Befestigungsbride für das Federgelenk,
von hinten gesehen,
Fig. 8 den zweiten Support,
Fig. 9 einen Schnitt entlang der Linie IX-IX von Figur 8,
Fig. 10 ein zweites Ausführungsbeispiel eines Federgelenkes,
Fig. 11 einen Schnitt entlang der Linie XI-XI von Figur 10,
Fig. 12 einen Schnitt entlang der Linie XII-XII von Figur 10,
Fig. 13 einen Schnitt entlang der Linie XIII-XIII von Figur 11,
Fig. 14 eine Ansicht von hinten des oberen Teils des Federgelenkes von Figur 10
Fig. 15 einen Schnitt entlang der Linie XV-XV von Figur 14,
Fig. 16 einen Stuhl wie in Fig. 1, aber teilweise im Schnitt und von vorn gesehen,
wobei die Federgelenke vorn angeordnet sind,
Fig. 17 eine Seitenansicht des Stuhles von Figur 16,
Fig. 18 einen horizontalen Schnitt durch die Rückenlehne.
[0018] Der in den Figuren 1 und 2 gezeigte Arbeitsstuhl besteht im wesentlichen aus dem
Fusskreuz 11, dem Standrohr 13, dem Sitz 15 und der Rückenlehne 17. Sitz 15 und Rückenlehne
17 können die übliche Polsterung aufweisen. Der Stuhl kann ein sogenannter Synchronstuhl
sein,bei welchem sich bei einer Neigung der Rückenlehne 17 auch der Sitz 15 neigt,
und zwar etwa halb so viel wie die Rückenlehne 17. Die Erfindung ist jedoch nicht
auf Synchronstühle beschränkt.
[0019] Die Rückenlehne 17 besteht aus mindestens zwei übereinander angeordneten Segmenten
19, 21, die durch zwei in Abstand voneinander angeordnete Federgelenke 23 miteinander
gelenkig verbunden sind. Es wäre möglich auch nur ein Federgelenk 23 vorzusehen, das
dann in bekannter Weise in der Mitte der Rückenlehne angeordnet würde. Es ist aber
auch möglich, mehr als zwei Federgelenke 23 nebeneinander anzuordnen.
[0020] Wie Figur 3 schematisch zeigt, haben Rückenlehnen in der Regel eine dem Körperquerschnitt
angepasste Wölbung. Wie einleitend erwähnt wurde, ergeben sich daraus Probleme, weil
die Drehachse senkrecht zur sogenannten Sagittalebene 25 verlaufen muss. Die üblichen
Drehgelenke konnten daher nicht in einem spitzen Winkel zur Sagittalebene 25 montiert
werden, wie dies bei den Federgelenken 23 gemäss Figur 3 der Fall ist.
[0021] Ein erstes Ausführungsbeispiel eines Federgelenkes 23 wird nun unter Bezugnahme auf
die Figuren 4 bis 9 beschrieben. Besonders wesentlich bei diesem Federgelenk 23 ist,
dass eine Einrichtung 27 mit einem Justierglied 29 zum Aendern der Federcharakteristik
des Federgelenks vorgesehen ist. Der Benützer des Stuhls hat es somit in der Hand,
eine härtere oder weichere Federung zu wählen.
[0022] Das Federgelenk 23 weist einen ersten Support 31 (Figuren 4 bis 6) und einen zweiten
Support 33 (Figuren 8 und 9) auf. Diese dienen der Befestigung an den Segmenten 19,
21 der Rückenlehne 17.
[0023] Jedes Federgelenk 23 weist mindestens einen Rundstab 35 aus einem Federmaterial,
z.B. Federstahl,auf. Diese Rundstäbe 35 können Schenkel eines haarnadelförmigen Federelements
37 (Fig. 7) sein.
[0024] Ein Ende des Federelementes 37 ist im Support 31 befestigt. Zu diesem Zwecke dient
eine Bride 38, die mit Schrauben 39 festgeschraubt ist. Das andere Ende des Federelements
37 ist mit der Mutter 41 und der Bride 43 am Support 33 festgeschraubt.
[0025] Die Einrichtung 27 zum Aendern der Federcharakteristik des Federelements 37 besteht
im wesentlichen aus einem Schieber 45, der in einer Führung 47 im Support 31 verschoben
werden kann. An diesem Schieber 45 liegen die Rundstäbe 35 des Federelements 37 an
oder befinden sich in unmittelbarer Nähe desselben. Je nachdem, ob sich der Schieber
45 etwas weiter unten oder weiter oben befindet, ist somit die wirksame Federlänge
grösser oder kleiner. Der Weg, um welchen der Schieber 45 verstellt werden kann, wird
durch den Schlitz 49 begrenzt. Der Schieber 45 ist mit dem Justierglied 29 mittels
einer Rastfeder 53 verbunden, die in längs der Führung 47 angeordnete Raststellen
55 (Figuren 5 und 7) einrasten kann.
[0026] Gemäss dem zweiten Ausführungsbeispiel nach den Figuren 10 bis 15 weist das Federgelenk
23 wiederum einen ersten Support 31 und einen zweiten Support 33 zur Befestigung an
den Segmenten 19 und 21 der Rückenlehne auf. Es sind auch wiederum zwei Rundstäbe
35 aus einem Federmaterial, z.B. Federstahl, vorgesehen und zwar in Form von Schenkeln
eines haarnadelförmigen Federelements 37. Ein Ende des Federelements 37 ist im Support
31 befestigt, der beispielsweise durch einen Block 30 aus Kunststoff gebildet ist.
In diesem Block 30 sind Schrauben 32 eingegossen. Diese Schrauben 32 erlauben eine
Befestigung des Supports 31 mittels der Muttern 34 am Segment 19.
[0027] Das andere Ende des Federelements 37 ist mittels der Bride 43 und dem Support 33
am Segment 21 der Rückenlehne befestigt. Zu diesem Zweck weist die Bride 43 vier
Gewindestutzen 44 auf, welche durch Bohrungen 46 des Segments 21 ragen, so dass eine
Anbringung von Muttern 48 möglich ist. Die Abmessungen der Arme 43ʹ der Bride sind
jedoch so, dass die Schenkel 35 des Federelements 37 nicht festgeklemmt werden, sondern
gleiten können. Dies erlaubt es, das Segment 21 mit Leichtigkeit auf das Segment 19
aufzusetzen oder von diesem zu entfernen.
[0028] Der Support 33 ist als Kunststoffteil ausgebildet und besitzt oben einen federnden
Teil 50 mit einer Klinke 52 und einem Betätigungsorgan, z.B. einem Druckknopf 54.
Wenn somit das Segment 21 auf das Segment 19 aufgesetzt wird, so rastet die jeweilige
Klinke 52 am obersten Teil des entsprechenden Federelements 37 ein und hält dieses
in der eingezeichneten Lage fest. Zum Entfernen des Segments 21 genügt es, auf beiden
Seiten des Segments 21 die Druckknöpfe 54 zu drücken, so dass die Klinken 52 die Federelemente
37 freigeben und das Segment 21 weggehoben werden kann. Statt aus Kunststoff könnte
der Support 33 aber auch z.B. als Stanzteil aus Blech gefertigt sein.
[0029] Wie aus den Figuren 10 und 14 ersichtlich, weist der Support 33 einen Anschlag 36
mit U-förmigem Querschnitt auf, wobei die Enden des U nach aussen umgebogen sind,
um Flansche 40 zu bilden. Diese Ausbildung ermöglicht das Einsetzen des Supportes
33 in einen Schlitz 22 im Segment 21. In diesem Schlitz 22 wird der Support 33 festgehalten,
weil durch das Festklemmen der Bride 43 der Flansch 40 gegen die Wandung des Segments
21 gepresst wird.
[0030] Die Einrichtung 27 zum Aendern der Federcharakteristik des Federelements 37 besteht
im wesentlichen aus einem Schieber 45, der auf einer Führung 47 des Supports 31 verschoben
werden kann. Wenn keine Kraft in Richtung des Pfeils 60 auf das Segment 21 einwirkt,
liegt das Federelement 37 an diesem Schieber 45 an oder befindet sich in unmittelbarer
Nähe desselben. Je nachdem, ob sich nun der Schieber 45 etwas weiter unten oder weiter
oben befindet, ist somit die wirksame Länge des Federelements 37 kleiner oder grösser.
Dies ermöglicht es dem Benützer, das Krümmungsverhalten der Rückenlehne beim Zurücklehnen
seinen Bedürfnissen anzupassen. Am Schieber 45 befindet sich das Justierglied 29,
mit welchem der Schieber in der gewünschten Position festgehalten werden kann. Zu
diesem Zweck ist das Justierglied 29 mit den Zapfen 54 drehbar gelagert und weist
zwei Exzenter 56 auf, die mit dem Griff 58 betätigbar sind, um den Schieber 45 an
der Führung 47 festzuklemmen oder zu lösen.
[0031] Beim gezeigten Ausführungsbeispiel besteht die Führung 47 ebenfalls aus einem haarnadelförmigen
Federelement aus Federstahl mit rundem Querschnitt oder einem anderen geeigneten
Federmaterial. Zweckmässigerweise ist das als Führung verwendete Federelement 47 etwas
steifer als das Federelement 37. Diese federnde Ausgestaltung der Führung 47 hat den
Vorteil, dass sie auch zum Biegeverhalten des Federgelenkes 23 beiträgt.
[0032] Betrachtet man nun die Wirkungsweise der Federgelenke, so kann man feststellen, dass
wenn der Benützer zurücklehnt, eine Kraft in Richtung des Pfeils 60 (Fig. 11) auf
die Rückenlehne 17 ausgeübt wird. Dadurch wird der obere Teil des Federelements 37,
also der Teil, der sich über dem Schieber 45 befindet, ausgebogen (in Fig. 11 nach
rechts). Je tiefer der Schieber 45 eingestellt wurde, desto weniger Kraft ist dazu
nötig. Die Ausbiegung des Federelements 37 wird nach einer gewissen Wegstrecke durch
den Anschlag 36 begrenzt, an dem die Führung 47 anschlägt. Der Benützer des Stuhls
findet dadurch bei seiner Bewegung nach hinten Halt und hat daher nicht das unangenehme
Gefühl, praktisch ungehindert nach hinten zu fallen. Da die Führung 47 ebenfalls
als Federelement ausgebildet ist, kann aber der Benützer des Stuhls trotzdem noch
eine weitere Bewegung nach hinten machen. Bei dieser weiteren Bewegung werden aber
die kombinierten Kräfte der Federelemente 37, 47 wirksam. Dies wird vom Benützer als
angenehm empfunden, weil dies ihm ein Gefühl der Sicherheit verleiht.
[0033] Es sind verschiedene Aenderungen möglich, ohne vom Gedanken der Erfindung abzuweichen.
So können die Federgelenke 23 auf der Rückseite (Fig. 1 bis 3) oder bei entsprechender
Aenderung der Konstruktion auf der Vorderseite (Fig. 16 bis 18) der Rückenlehne 17
angeordnet sein.Die Anordnung auf der Hinterseite hat den Vorteil der besseren Zugänglichkeit.
Die Anordnung auf der Vorderseite hat den Vorteil, dass die Befestigungsmittel 31,
33 und das Justierglied 29 unter dem Rückenpolster versteckt angeordnet sind, so dass
der Stuhl ein für das Auge gefälligeres Aussehen besitzt.
1. Stuhl, insbesondere Bürostuhl,mit einem Sitz (15) und einer mehrteiligen Rückenlehne
(17), welche aus mindestens zwei übereinander angeordneten Segmenten (19, 21) besteht,
die durch mindestens ein Federgelenk (23) miteinander gelenkig verbunden sind, dadurch
gekennzeichnet, dass für das jeweilige Federgelenk (23) eine Einrichtung (27) mit
einem Justierglied (29) zum Aendern der Federcharakteristik vorgesehen ist.
2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Federgelenk (23) durch
mindestens einen Rundstab (35) gebildet wird.
3. Stuhl nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Federgelenk (23) zwei
parallele Rundstäbe (35) aufweist.
4. Stuhl nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass entsprechend der Wölbung der
Rückenlehne die Federgelenke (23) in einem spitzen Winkel zur Sagittalebene (25) angeordnet
sind.
5. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Federgelenk
(23) ein haarnadelförmiges Federelement (37) aufweist.
6. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Federgelenk
(23) einen ersten und einen zweiten Support (31, 33) aufweist, welche der Befestigung
des Federgelenks (23) an den Segmenten (19, 21) der Rückenlehne (17) dienen.
7. Stuhl nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (37) in einem
(33) der Supporte leicht lösbar befestigt ist.
8. Stuhl nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Klinke (52) mit einem
Betätigungsorgan (54), z.B. einem Druckknopf, der Befestigung des Federelementes (37)
dient.
9. Stuhl nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Support (33) mit
der Klinke (52), dem Betätigungsorgan (54) und einer Klinkenfeder (50) aus einem
einzigen Stück besteht.
10. Stuhl nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ende des Federelementes
(37) im ersten Support (31) befestigt ist, und dass durch das Justierglied (29) ein
Anschlag (45) für das Federelement (35, 37) verschoben werden kann, mit welchem Anschlag
(45) die wirksame Länge des Federelements (35, 37) veränderbar ist.
11. Stuhl nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (45) als Schieber
ausgebildet ist, der in einer Führung (47) des ersten Supports (31) läuft.
12. Stuhl nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zum Festhalten des Schiebers
(45) in der gewünschten Stellung eine Rastfeder (53) vorgesehen ist, die in längs
der Führung (47) angeordneten Raststellen (55) einrasten kann.
13. Stuhl nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastfeder (53) am Schieber
(45) befestigt ist und dass das Justierglied (29) für den Schieber (45) an der Rastfeder
(53) befestigt ist und durch einen Schlitz (49) im Support (31) nach aussen ragt,
wobei der Schlitz (49) als Mittel zur Begrenzung der Bewegung des Schiebers (45) nach
unten und nach oben dient.
14. Stuhl nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zum Festhalten des Schiebers
(45) in der gewünschten Stellung mindestens ein durch einen Griff (58) betätigbares
Klemmglied, z.B. ein Exzenter (56), vorgesehen ist.
15. Stuhl nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung
(47) für den Schieber (45) durch mindestens einen federnden Stab des ersten Supports
(31) gebildet wird.
16. Stuhl nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (47) durch ein
zweites haarnadelförmiges Federelement aus Federstahl mit vorzugsweise rundem Querschnitt
gebildet ist.
17. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass je zwei
Segmente (19, 21) durch je zwei in einem seitlichen Abstand voneinander angeordneten
Federgelenke (23) miteinander verbunden sind.
18. Stuhl nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass ein Anschlag
36 für das zweite Federelement (47) vorgesehen ist.
19. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Federgelenk
(23) hinten an der Rückenlehne (17) angeordnet ist.
20. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Federgelenk
(23) vorn an der Rückenlehne (17) angeordnet ist.