(19)
(11) EP 0 277 912 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.08.1988  Patentblatt  1988/32

(21) Anmeldenummer: 88810023.7

(22) Anmeldetag:  18.01.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A47C 7/44
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 30.01.1987 CH 333/87

(71) Anmelder: EQUUS MARKETING AG
CH-9044 Wald (CH)

(72) Erfinder:
  • Schäfer, Stephan
    A-6845 Hohenems (AT)

(74) Vertreter: Riederer, Conrad A., Dr. 
Bahnhofstrasse 10
7310 Bad Ragaz
7310 Bad Ragaz (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Stuhl, insbesondere Bürostuhl mit einem Sitz und einer mehrteiligen Rückenlehne


    (57) Bei einem Stuhl, dessen Rückenlehne aus mehreren über­einander angeordneten Segmenten (19, 21) besteht, sind diese Segmente (19, 21) durch Federgelenke (23) miteinan­der verbunden. Das Federgelenk (23) weist ein Federelement (37) mit zwei Rundstäben (35) auf. Die wirksame Länge des Federelements wird durch den Anschlag (45) bestimmt, der mittels des Justierglieds nach oben und nach unten ver­schoben werden kann. Ein Justierglied (29) hält dabei den Anschlag (45) in der gewünschten Stellung fest. Befindet sich der Anschlag weit oben, so ist die wirksame Feder­länge kurz und die Federung relativ hart. Befindet sich der Anschlag (45) jedoch weit unten, so ist die wirksame Federlänge der Stäbe (35) relativ gross und die Federung somit relativ weich.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Stuhl, insbesondere einen Bürostuhl, mit einem Sitz und einer mehrteiligen Rückenlehne, welche aus mindestens zwei übereinander ange­ordneten Segmenten besteht, die durch mindestens ein Feder­gelenk miteinander verbunden sind.

    [0002] Die EP-A-O 107 627 beschreibt einen Stuhl, dessen Rücken­lehne aus fünf übereinander angeordneten Segmenten besteht, die durch vier horizontale Drehachsen miteinander verbunden sind. Die so gebildete Rückenlehne ist normalerweise leicht nach hinten gewölbt. Wenn der Stuhlbenützer zurücklehnt, so drehen sich die einzelnen Segmente um ihre Achse, so dass die Wölbung der Rückenlehne grösser wird. Die Drehung der Segmente erfolgt entgegen der Kraft von Federn, welche be­strebt sind, die Rückenlehne wieder in die Normallage zu­rückzuführen. Da die Rückenlehne normalerweise muldenförmig dem Körperquerschnitt angepasst ist,müssen die Gelenke, welche die einzelnen Segmente miteinander verbinden, grund­sätzlich in der Mitte der Rückenlehne angeordnet sein. Eine seitliche Anordnung ist nur dann möglich, wenn dafür Sorge getragen wird, dass die Drehachsen parallel zueinander ver­laufen, wie dies beispielsweise bei den Stühlen gemäss den Figuren 5, 6 und 9 der zitierten Patentschrift der Fall ist. Durch dieses Erfordernis wird jedoch die Gestaltungsfreiheit des Designers stark beschränkt. Werden hingegen die Gelenk­verbindungen in der Mitte der Rückenlehne angeordnet, so leidet darunter die Stabilität der Rückenlehne.

    [0003] Während bei der zitierten Entgegenhaltung die meisten Aus­führungsbeispiele separate Drehgelenke und Rückstellfedern vorsehen, zeigen Figur 40 und 41 eine Ausführungsform, bei der die Segmente durch Federgelenke in Form einer Torsions­feder miteinander verbunden sind. Zur Verbindung von zwei Segmenten sind zwei Torsionsfedern vorgesehen. Diese er­strecken sich von einer Seite der Rückenlehne zur anderen Seite der Rückenlehne und sind in der Mitte derselben dreh­bar gelagert. An jedem Ende der Torsionsfeder befindet sich ein nach unten bzw. nach oben abgebogener Teil zur Befesti­gung am unteren Segment, bzw. am oberen Segment. Diese Aus­führung hat den Nachteil, dass für zwei Segmente nicht weniger als fünf Befestigungen notwendig sind, nämlich vier für die Enden der Torsionsstäbe und eine zur Befestigung der Torsionsstäbe in der Mitte.

    [0004] Ein wichtiger Nachteil aller Ausführungsformen, die in der zitierten Vorveröffentlichung beschrieben werden, besteht darin, dass die Federkraft vom Benützer nicht justiert werden kann. Für eine leichte Person erweist sich die Rücken­lehne als zu steif, währenddem sie für eine schwere Person zu flexibel ist. Für eine leichte Person bietet somit die Auf­teilung der Rückenlehne in verschiedene Segmente keinen Vor­teil. Sie findet keinen Unterschied zu einer einstückigen Rückenlehne. Eine schwere Person fühlt sich unsicher, weil ihr die Rückenlehne beim Zurücklehnen keinen Halt bietet. Sie empfindet daher eine Rückenlehne mit mehreren Segmenten eher nachteilig als vorteilhaft.

    [0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Stuhl der eingangs erwähnten Art zu verbessern, um mindestens einen Teil der erwähnten Nachteile zu vermeiden.

    [0006] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass für das jeweilige Federgelenk eine Einrichtung mit einem Justier­glied zum Aendern der Federcharakteristik vorgesehen ist. Dies ermöglicht es dem Benützer, das Krümmungsverhalten der Rückenlehne beim Zurücklehnen seinen Bedürfnissen anzupassen.

    [0007] Vorteilhaft wird das Federgelenk durch mindestens einen Rund­stab gebildet. Dies ergibt eine sehr einfache und billige Konstruktion des Federgelenks. Zwei oder mehr Rundstäbe können unabhängig von der durch den Körperquerschnitt be­dingte Wölbung der Rückenlehne eingesetzt werden, da es nicht darauf ankommt, in welcher Richtung der jeweilige Rundstab bei seiner Benützung als Federelement durchgebogen wird. Im Gegensatz dazu müsste bei der Verwendung von Blatt­federn darauf geachtet werden, dass diese auf jeder Seite des Stuhls in der gleichen Ebene liegen.

    [0008] Vorteilhaft weist jedes Federgelenk zwei parallele Rund­stäbe auf. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn das Feder­gelenk ein haarnadelförmiges Federelement besitzt. Ent­sprechend der Rückenlehne können die Federgelenke in einem spitzen Winkel zur Sagittalebene angeordnet sein. Es besteht somit keine Notwendigkeit für jede Seite des Stuhls ein anderes Federgelenk vorzusehen oder die Federgelenke in einer gemeinsamen Ebene anzuordnen.

    [0009] Vorteilhaft ist das jeweilige Federelement an einem der Supporte leicht lösbar befestigt. So kann beispielsweise eine Klinke mit einem Betätigungsorgan, z.B. einem Druck­knopf, der Befestigung des Federelements dienen. Wenn somit ein Segment auf das andere aufgesetzt wird, können die die Klinken einrasten und das aufgesetzte Segment fest­halten. Umgekehrt genügt es zum Lösen eines Segments, die Druckknöpfe zu betätigen und das Segment anzuheben. Auf diese Weise wird eine leichte Austauschbarkeit der Segmente ermöglicht. Der Stuhl kann dann beispielsweise mit ver­schiedenen Rückenlehnensegmenten geliefert werden, die vom Kunden je nach Bedarf eingesetzt werden köannen.

    [0010] Es ist möglich, den ersten Support mit der Klinke, dem Betätigungsorgan und einer Klinkenfeder aus einem einzigen Stück aus Kunststoff oder Blech zu bilden. Dies führt zu einer erheblichen Vereinfachung des Federgelenks.

    [0011] Eine zweckmässige Ausführungsform sieht vor, dass ein Ende des Federelementes im ersten Support befestigt ist und dass durch das Justierglied in diesem ersten Support ein Anschlag für das Federelement verschoben werden kann, mit welchem die wirksame Länge des Federelementes veränderbar ist. Dies er­laubt eine einfache Einstellung der Federcharakteristik durch den Benützer des Stuhls.

    [0012] Der Anschlag ist vorteilhaft als Schieber ausgebildet, der in einer Führung im ersten Support läuft. Zum Festhalten des Schiebers in der gewünschten Stellung kann eine Rast­feder vorgesehen sein, die in längs der Führung angeordneten Raststellen einrasten kann. Dadurch wird sichergestellt, dass der Anschlag in der eingestellten Lage verbleibt. Vor­teilhaft wird vorgesehen, dass die Rastfeder am Schieber befestigt ist, und dass das Justierglied für den Schieber an der Rastfeder befestigt ist und durch einen Schlitz am Support nach aussen ragt, wobei der Schlitz als Mittel zur Begrenzung der Bewegung des Schiebers nach unten und nach oben dient.

    [0013] Es ist auch möglich, dass zum Festhalten des Schiebers in der gewünschten Stellung mindestens ein durch einen Griff betätigbares Klemmglied, z.B. ein Exzenter, vorgesehen ist. Auch diese Ausführung ermöglicht eine einfache Mani­pulation des Schiebers.

    [0014] Mit besonderem Vorteil wird die Führung für den Schieber durch einen federnden Stab oder besser zwei federnde Stäbe gebildet. Dies hat den Vorteil, dass sie auch zum Biegever­halten des Federgelenks beiträgt.

    [0015] Die Führung kann auch als haarnadelförmiges Federelement aus Federstahl mit vorzugsweise rundem Querschnitt ge­bildet sein. Dies ergibt eine billige und ästethisch an­sprechende Konstruktion.

    [0016] In der Regel ist es zweckmässig, je zwei Federgelenke, die in einem seitlichen Abstand voneinander angeordnet sind, zur Verbindung von zwei Segmenten zu benützen. Dadurch wird eine hohe Stabilität der Rückenlehne erreicht. Wie bereits erwähnt wurde, ist bei der Verwendung von Rund­stäben als Federelemente die Anordnung der Federgelenke unkritisch. Es kommt also nicht darauf an, ob die Rücken­lehne einen mehr oder weniger gewölbten horizontalen Quer­schnitt aufweist.

    [0017] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun unter Bezug­nahme auf die Zeichnung beschrieben. Es zeigt:

    Fig. 1 einen Stuhl von hinten gesehen

    Fig. 2 eine Seitenansicht des Stuhls von Fig. 1

    Fig. 3 einen horizontalen Schnitt durch die Rücken­lehne, wobei die Lage der Rundstäbe der beiden Federgelenke bei einer gewölbten Rückenlehne ersichtlich ist,

    Fig. 4 und 8 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Feder­gelenkes mit einem ersten und einem zweiten Support,

    Fig. 5 einen Schnitt entlang der Linie V-V durch den ersten Support mit dem Federgelenk von Figur 4,

    Fig. 6 einen Schnitt entlang der Linie VI-VI von Figur 4,

    Fig. 7 den ersten Support mit dem Federgelenk und der Befestigungsbride für das Federgelenk, von hinten gesehen,

    Fig. 8 den zweiten Support,

    Fig. 9 einen Schnitt entlang der Linie IX-IX von Figur 8,

    Fig. 10 ein zweites Ausführungsbeispiel eines Feder­gelenkes,

    Fig. 11 einen Schnitt entlang der Linie XI-XI von Figur 10,

    Fig. 12 einen Schnitt entlang der Linie XII-XII von Figur 10,

    Fig. 13 einen Schnitt entlang der Linie XIII-XIII von Figur 11,

    Fig. 14 eine Ansicht von hinten des oberen Teils des Federgelenkes von Figur 10

    Fig. 15 einen Schnitt entlang der Linie XV-XV von Figur 14,

    Fig. 16 einen Stuhl wie in Fig. 1, aber teilweise im Schnitt und von vorn gesehen, wobei die Feder­gelenke vorn angeordnet sind,

    Fig. 17 eine Seitenansicht des Stuhles von Figur 16,

    Fig. 18 einen horizontalen Schnitt durch die Rückenlehne.



    [0018] Der in den Figuren 1 und 2 gezeigte Arbeitsstuhl besteht im wesentlichen aus dem Fusskreuz 11, dem Standrohr 13, dem Sitz 15 und der Rückenlehne 17. Sitz 15 und Rückenlehne 17 können die übliche Polsterung aufweisen. Der Stuhl kann ein sogenannter Synchronstuhl sein,bei welchem sich bei einer Neigung der Rückenlehne 17 auch der Sitz 15 neigt, und zwar etwa halb so viel wie die Rückenlehne 17. Die Erfindung ist jedoch nicht auf Synchronstühle beschränkt.

    [0019] Die Rückenlehne 17 besteht aus mindestens zwei übereinander angeordneten Segmenten 19, 21, die durch zwei in Abstand voneinander angeordnete Federgelenke 23 miteinander gelenkig verbunden sind. Es wäre möglich auch nur ein Federgelenk 23 vorzusehen, das dann in bekannter Weise in der Mitte der Rückenlehne angeordnet würde. Es ist aber auch möglich, mehr als zwei Federgelenke 23 nebeneinander anzuordnen.

    [0020] Wie Figur 3 schematisch zeigt, haben Rückenlehnen in der Regel eine dem Körperquerschnitt angepasste Wölbung. Wie einleitend erwähnt wurde, ergeben sich daraus Probleme, weil die Drehachse senkrecht zur sogenannten Sagittal­ebene 25 verlaufen muss. Die üblichen Drehgelenke konnten daher nicht in einem spitzen Winkel zur Sagittalebene 25 montiert werden, wie dies bei den Federgelenken 23 gemäss Figur 3 der Fall ist.

    [0021] Ein erstes Ausführungsbeispiel eines Federgelenkes 23 wird nun unter Bezugnahme auf die Figuren 4 bis 9 beschrie­ben. Besonders wesentlich bei diesem Federgelenk 23 ist, dass eine Einrichtung 27 mit einem Justierglied 29 zum Aendern der Federcharakteristik des Federgelenks vorge­sehen ist. Der Benützer des Stuhls hat es somit in der Hand, eine härtere oder weichere Federung zu wählen.

    [0022] Das Federgelenk 23 weist einen ersten Support 31 (Figuren 4 bis 6) und einen zweiten Support 33 (Figuren 8 und 9) auf. Diese dienen der Befestigung an den Segmenten 19, 21 der Rückenlehne 17.

    [0023] Jedes Federgelenk 23 weist mindestens einen Rundstab 35 aus einem Federmaterial, z.B. Federstahl,auf. Diese Rund­stäbe 35 können Schenkel eines haarnadelförmigen Feder­elements 37 (Fig. 7) sein.

    [0024] Ein Ende des Federelementes 37 ist im Support 31 befestigt. Zu diesem Zwecke dient eine Bride 38, die mit Schrauben 39 festgeschraubt ist. Das andere Ende des Federelements 37 ist mit der Mutter 41 und der Bride 43 am Support 33 fest­geschraubt.

    [0025] Die Einrichtung 27 zum Aendern der Federcharakteristik des Federelements 37 besteht im wesentlichen aus einem Schieber 45, der in einer Führung 47 im Support 31 verschoben werden kann. An diesem Schieber 45 liegen die Rundstäbe 35 des Federelements 37 an oder befinden sich in unmittelbarer Nähe desselben. Je nachdem, ob sich der Schieber 45 etwas weiter unten oder weiter oben befindet, ist somit die wirk­same Federlänge grösser oder kleiner. Der Weg, um welchen der Schieber 45 verstellt werden kann, wird durch den Schlitz 49 begrenzt. Der Schieber 45 ist mit dem Justier­glied 29 mittels einer Rastfeder 53 verbunden, die in längs der Führung 47 angeordnete Raststellen 55 (Figuren 5 und 7) einrasten kann.

    [0026] Gemäss dem zweiten Ausführungsbeispiel nach den Figuren 10 bis 15 weist das Federgelenk 23 wiederum einen ersten Support 31 und einen zweiten Support 33 zur Befestigung an den Segmenten 19 und 21 der Rückenlehne auf. Es sind auch wiederum zwei Rundstäbe 35 aus einem Federmaterial, z.B. Federstahl, vorgesehen und zwar in Form von Schenkeln eines haarnadelförmigen Federelements 37. Ein Ende des Federelements 37 ist im Support 31 befestigt, der bei­spielsweise durch einen Block 30 aus Kunststoff gebildet ist. In diesem Block 30 sind Schrauben 32 eingegossen. Diese Schrauben 32 erlauben eine Befestigung des Supports 31 mittels der Muttern 34 am Segment 19.

    [0027] Das andere Ende des Federelements 37 ist mittels der Bride 43 und dem Support 33 am Segment 21 der Rückenlehne be­festigt. Zu diesem Zweck weist die Bride 43 vier Gewinde­stutzen 44 auf, welche durch Bohrungen 46 des Segments 21 ragen, so dass eine Anbringung von Muttern 48 möglich ist. Die Abmessungen der Arme 43ʹ der Bride sind jedoch so, dass die Schenkel 35 des Federelements 37 nicht festgeklemmt werden, sondern gleiten können. Dies erlaubt es, das Segment 21 mit Leichtigkeit auf das Segment 19 aufzusetzen oder von diesem zu entfernen.

    [0028] Der Support 33 ist als Kunststoffteil ausgebildet und be­sitzt oben einen federnden Teil 50 mit einer Klinke 52 und einem Betätigungsorgan, z.B. einem Druckknopf 54. Wenn somit das Segment 21 auf das Segment 19 aufgesetzt wird, so rastet die jeweilige Klinke 52 am obersten Teil des entsprechenden Federelements 37 ein und hält dieses in der eingezeichneten Lage fest. Zum Entfernen des Segments 21 genügt es, auf beiden Seiten des Segments 21 die Druckknöpfe 54 zu drücken, so dass die Klinken 52 die Federelemente 37 freigeben und das Segment 21 weggehoben werden kann. Statt aus Kunststoff könnte der Support 33 aber auch z.B. als Stanzteil aus Blech gefertigt sein.

    [0029] Wie aus den Figuren 10 und 14 ersichtlich, weist der Support 33 einen Anschlag 36 mit U-förmigem Querschnitt auf, wobei die Enden des U nach aussen umgebogen sind, um Flansche 40 zu bilden. Diese Ausbildung ermöglicht das Einsetzen des Supportes 33 in einen Schlitz 22 im Segment 21. In diesem Schlitz 22 wird der Support 33 festgehalten, weil durch das Festklemmen der Bride 43 der Flansch 40 gegen die Wandung des Segments 21 gepresst wird.

    [0030] Die Einrichtung 27 zum Aendern der Federcharakteristik des Federelements 37 besteht im wesentlichen aus einem Schieber 45, der auf einer Führung 47 des Supports 31 verschoben werden kann. Wenn keine Kraft in Richtung des Pfeils 60 auf das Segment 21 einwirkt, liegt das Federelement 37 an diesem Schieber 45 an oder befindet sich in unmittel­barer Nähe desselben. Je nachdem, ob sich nun der Schieber 45 etwas weiter unten oder weiter oben befindet, ist somit die wirksame Länge des Federelements 37 kleiner oder grösser. Dies ermöglicht es dem Benützer, das Krümmungsverhalten der Rückenlehne beim Zurücklehnen seinen Bedürfnissen anzupassen. Am Schieber 45 befindet sich das Justierglied 29, mit welchem der Schieber in der gewünschten Position festgehalten werden kann. Zu diesem Zweck ist das Justierglied 29 mit den Zapfen 54 drehbar gelagert und weist zwei Exzenter 56 auf, die mit dem Griff 58 betätigbar sind, um den Schieber 45 an der Führung 47 festzuklemmen oder zu lösen.

    [0031] Beim gezeigten Ausführungsbeispiel besteht die Führung 47 ebenfalls aus einem haarnadelförmigen Federelement aus Federstahl mit rundem Querschnitt oder einem anderen ge­eigneten Federmaterial. Zweckmässigerweise ist das als Führung verwendete Federelement 47 etwas steifer als das Federelement 37. Diese federnde Ausgestaltung der Führung 47 hat den Vorteil, dass sie auch zum Biegeverhalten des Federgelenkes 23 beiträgt.

    [0032] Betrachtet man nun die Wirkungsweise der Federgelenke, so kann man feststellen, dass wenn der Benützer zurücklehnt, eine Kraft in Richtung des Pfeils 60 (Fig. 11) auf die Rückenlehne 17 ausgeübt wird. Dadurch wird der obere Teil des Federelements 37, also der Teil, der sich über dem Schieber 45 befindet, ausgebogen (in Fig. 11 nach rechts). Je tiefer der Schieber 45 eingestellt wurde, desto weniger Kraft ist dazu nötig. Die Ausbiegung des Federelements 37 wird nach einer gewissen Wegstrecke durch den Anschlag 36 begrenzt, an dem die Führung 47 anschlägt. Der Benützer des Stuhls findet dadurch bei seiner Bewegung nach hinten Halt und hat daher nicht das unangenehme Gefühl, praktisch ungehindert nach hinten zu fallen. Da die Führung 47 eben­falls als Federelement ausgebildet ist, kann aber der Be­nützer des Stuhls trotzdem noch eine weitere Bewegung nach hinten machen. Bei dieser weiteren Bewegung werden aber die kombinierten Kräfte der Federelemente 37, 47 wirksam. Dies wird vom Benützer als angenehm empfunden, weil dies ihm ein Gefühl der Sicherheit verleiht.

    [0033] Es sind verschiedene Aenderungen möglich, ohne vom Gedanken der Erfindung abzuweichen. So können die Federgelenke 23 auf der Rückseite (Fig. 1 bis 3) oder bei entsprechender Aenderung der Konstruktion auf der Vorderseite (Fig. 16 bis 18) der Rückenlehne 17 angeordnet sein.Die Anordnung auf der Hinterseite hat den Vorteil der besseren Zugänglichkeit. Die Anordnung auf der Vorderseite hat den Vorteil, dass die Befestigungsmittel 31, 33 und das Justierglied 29 unter dem Rückenpolster versteckt angeordnet sind, so dass der Stuhl ein für das Auge gefälligeres Aussehen besitzt.


    Ansprüche

    1. Stuhl, insbesondere Bürostuhl,mit einem Sitz (15) und einer mehrteiligen Rückenlehne (17), welche aus mindestens zwei übereinander angeordneten Segmenten (19, 21) besteht, die durch mindestens ein Federgelenk (23) miteinander gelenkig verbunden sind, dadurch gekenn­zeichnet, dass für das jeweilige Federgelenk (23) eine Einrichtung (27) mit einem Justierglied (29) zum Aendern der Federcharakteristik vorgesehen ist.
     
    2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Federgelenk (23) durch mindestens einen Rundstab (35) gebildet wird.
     
    3. Stuhl nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Federgelenk (23) zwei parallele Rundstäbe (35) aufweist.
     
    4. Stuhl nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass entsprechend der Wölbung der Rückenlehne die Federgelenke (23) in einem spitzen Winkel zur Sagittalebene (25) ange­ordnet sind.
     
    5. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn­zeichnet, dass das Federgelenk (23) ein haarnadelförmiges Federelement (37) aufweist.
     
    6. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn­zeichnet, dass das Federgelenk (23) einen ersten und einen zweiten Support (31, 33) aufweist, welche der Befestigung des Federgelenks (23) an den Segmenten (19, 21) der Rücken­lehne (17) dienen.
     
    7. Stuhl nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (37) in einem (33) der Supporte leicht lösbar befestigt ist.
     
    8. Stuhl nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Klinke (52) mit einem Betätigungsorgan (54), z.B. einem Druckknopf, der Befestigung des Federelementes (37) dient.
     
    9. Stuhl nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Support (33) mit der Klinke (52), dem Betätigungs­organ (54) und einer Klinkenfeder (50) aus einem einzigen Stück besteht.
     
    10. Stuhl nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ende des Federelementes (37) im ersten Support (31) befestigt ist, und dass durch das Justierglied (29) ein Anschlag (45) für das Federelement (35, 37) verschoben werden kann, mit welchem Anschlag (45) die wirksame Länge des Federelements (35, 37) veränderbar ist.
     
    11. Stuhl nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (45) als Schieber ausgebildet ist, der in einer Führung (47) des ersten Supports (31) läuft.
     
    12. Stuhl nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zum Festhalten des Schiebers (45) in der gewünschten Stellung eine Rastfeder (53) vorgesehen ist, die in längs der Führung (47) angeordneten Raststellen (55) einrasten kann.
     
    13. Stuhl nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastfeder (53) am Schieber (45) befestigt ist und dass das Justierglied (29) für den Schieber (45) an der Rastfeder (53) befestigt ist und durch einen Schlitz (49) im Support (31) nach aussen ragt, wobei der Schlitz (49) als Mittel zur Begrenzung der Bewegung des Schiebers (45) nach unten und nach oben dient.
     
    14. Stuhl nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zum Festhalten des Schiebers (45) in der gewünschten Stellung mindestens ein durch einen Griff (58) betätig­bares Klemmglied, z.B. ein Exzenter (56), vorgesehen ist.
     
    15. Stuhl nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekenn­zeichnet, dass die Führung (47) für den Schieber (45) durch mindestens einen federnden Stab des ersten Supports (31) gebildet wird.
     
    16. Stuhl nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (47) durch ein zweites haarnadelförmiges Federelement aus Federstahl mit vorzugsweise rundem Quer­schnitt gebildet ist.
     
    17. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekenn­zeichnet, dass je zwei Segmente (19, 21) durch je zwei in einem seitlichen Abstand voneinander angeordneten Feder­gelenke (23) miteinander verbunden sind.
     
    18. Stuhl nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch ge­kennzeichnet, dass ein Anschlag 36 für das zweite Feder­element (47) vorgesehen ist.
     
    19. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch ge­kennzeichnet, dass das Federgelenk (23) hinten an der Rückenlehne (17) angeordnet ist.
     
    20. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch ge­kennzeichnet, dass das Federgelenk (23) vorn an der Rückenlehne (17) angeordnet ist.
     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht