[0001] Die vorliegende Erfindng betrifft eine Einrichtung zum Befestigen von Verkleidungsplatten
in vorbestimmtem Abstand vor einer Wand
[0002] Es sind die verschiedensten Befestigungssysteme bzw. Befestigungseinrichtungen bekannt,
um Verkleidungsplatten vor Fassaden, Tunnelwänden usw. anzubringen.
[0003] Bei Wandverkleidungen werden einerseits bestimmte Anforderungen an die Platten bzw.
deren Beschaffenheit und andererseits Anforderungen an die Befestigung der Platten
gestellt, wie beispielsweise leichte Montage durch Personen ohne besondere Fachausbildung,
Auswechselbarkeit, Dichtigkeit gegen äussere Einflüsse, wie z.B. Flüssigkeiten (Regen,
Spritzwasser).
[0004] Es hat sich gezeigt, dass bei hohen Anforderungen an die Befestigungsart recht aufwendige
und komplizierte Befestigungskonstruktionen entstehen, die nicht nur einen hohen Beschauffungspreis
haben, sondern üblicherweise nur durch speziell ausgebildetes Personal eingesetzt
werden können. Auch der eventuelle Austausch und Unterhalt von montierten Platten
ist kaum von nichtfachmännischem Personal durchführbar.
[0005] Aufgabe der Erfindung war es somit, eine möglichst einfache, leicht anzuwandende
Befestigungsmitteleinrichtung zu finden.
[0006] Im Rahmen der Entwicklung einer Befestigungseinrichtung für Tunnelwandverkleidungen,
insbesondere im Hinblick auf ein Tunnelsanierungsprojekt, hat sich nun eine Lösung
ergeben, welche überraschenderweise die meisten der gestellten Anforderungen in ausserordentlich
einfacher Weise zu erfüllen vermag. Die Befestigungseinrichtung eignet sich dabei
nicht nur für Tunnelverkleidungen, sondern für Verkleidungsplatten schlechthin.
[0007] Die Befestigungseinrichtung für in vorbestimmtem Abstand vor einer Wand aufzubauenden
Verkleidungsplatten zeichnet sich erfindungsgemäss aus durch wenigstens eine untere
U-Plattentragschiene und eine obere, eine Tauchnut bildende U-Plattenabdeckschiene,
welche Schienen mit ihren Nuten sich gegenüberliegend in horizontaler Lage und in
der Plattenlänge im wesentlichen entsprechendem Abstand an der zu verkleidenden Wand
befestigbar sind, wobei die Platten dank der Tauchnut von vorn in die sich gegenüberliegenden
Schienennuten einsetzbar sind; durch weitere U-Stützshienen, welche in vertikaler
Richtung zwischen den Plattentragschienen und Plattenabdeckschienen mit seitlichen
Zwischenabständen, die etwas grösser sind als die Breite der zu befestigenden Platten,
auf in der Wand anzubringenden Befestigungsbolzen aufsetzbar und mittels Schraubenmuttern
an der Wand befestigbar sind, wobei die U-Stützschienen an den äusseren Schenkelenden
parallel zum zur Anlage an die Wand gelangenden Zwischensteg verlaufende Stützflächen
aufweisen, welche den Wandabstand für die daran zur Anlage gelangenden Platten bestimmen;
und durch von aussen auf die genannten, mit Gewinde versehenen Befestigungsbolzen
aufsetzbare und mittels weiterer Schraubenmuttern darauf befestigbare Klemmleisten,
welche dazu vorgesehen sind, unter Ueberbrückung der offenen Nut der Stützchienen
die Platten gegen die Stützflächen dieser Schienen anzupressen.
[0008] Vorzugsweise ist die Breite der Nut der U-Plattentragschiene nur unwesentlich grösser
als die Höhe der U-Stützschiene plus die Dicke der zu befestigenden Platten, während
die Breite der Nut U-Plattenabdeckschiene grösser ist als jene der Plattentragschiene,
um als Tauchnut zum Einsetzen der Platten zu dienen. Dies gewährleistet, dass die
Platten von vorn zuerst leicht schräg nach oben in die Nut der Plattenabdeckschiene
eingeführt, dann der untere Plattenrand nach innen gegen die Stützschiene und nach
unten in die Nut der Plattentragschiene eingeführt werden kann. Ein relativ grosses
Spiel zwischen Stützschiene und Nutenrand braucht somit nur in der Plattenabdeckschiene
vorhanden zu sein, damit die Platten über einen bestimmten Weg auch schräg eingeführt
werden können.
[0009] Vorzugsweise sind die Befestigungsbolzen derart ausgebildet, dass sie einen nach
der Verankerung frei nach aussen abstehenden, mit Schraubgewinde versehenen Abschnitt
aufweisen, welcher eine Länge aufweist, die das Befestigen der Stützschiene und der
Klemmleiste jeweils mittels Schraubenmuttern auf diesem Abschnitt erlaubt.
[0010] Vorzugsweise sind die U-Stützschienen so ausgebildet, dass sie an den freien Enden
der Schenkel jeweils eine Stützfläche für die Platten aufweisen, welche über die ganze
Länge des Schenkels verläuft und beidseits des Schenkels von diesem absteht, wobei
zwischen den sich gegenüberliegenden Innenlängskanten der beiden Stützflächen jeder
Schiene ein Spalt von solcher Breite offengelassen ist, dass die zu seiner Befestigung
erforderlichen Schraubenmuttern mit Werkzeug und gegebenenfalls der Verankerungsabschnitt
der Klemmleisten von aussen einführbar sind.
[0011] Die äussere Oberfläche der Stützflächen der Stützschienen kann strukturiert sein,
beispielsweise einen rauhen Belag aufweisen, oder mit leicht erhöhten feinen Rippen
ausgestaltet sein.
[0012] Bei einer besonders geeigneten Ausführungsform sind auch die Klemmleisten als U-Profile
ausgebildet, wobei deren freie Schenkel nach innen abgewinkelt sind, um Auflageflächen
für die Befestigungsmuttern zu bilden, während der Verbindungssteg seitlich über die
Schenkel hinaus verlängert ist, um Anpressflächen für die Platten zu bilden.
[0013] Die Klemmleiste weist dabei Oeffnungen zum Durchführen der Befestigungsbolzen bzw.
der Befestigungsmuttern auf, wobei sich diese vorzugsweise im Verbindungssteg der
U-förmigen Profile befinden. Diese Oeffnungen sind vorzugsweise mit Verschlusskappen
verschliessbar.
[0014] Dank der beschriebenen und definierten Befestigungseinrichtung lassen sich Platten
beliebiger Länge und Breite, beispielsweise solche einer Länge von 3 m und mehr und
einer Breite von 1 m und mehr auf einfachste Weise aneinandergereiht montieren, wobei
gleichzeitig die Trennfugen auf optimale Weise abgedichtet sind. Dank der besonderen
Ausbildung der Stützschienen und der Befestigungsbolzen lassen sich auch diese Teile
vollständig hinter den Plattenwänden bzw. den Klemmleisten unterbringen.
[0015] Die Erfindung wird nachstehend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
noch etwas näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 rein schematisch eine Ansicht von in einem Tunnel unter Verwendung einer erfindungsgemässen
Einrichtung angeordneten Verkleidungsplatten;
Fig. 2 einen Vertikalschnitt durch eine erfindungsgemäss befestigte Verkleidungsplatte,
zum Beispiel entlang der Linie A-A von Fig. 1;
Fig. 3 eine rein schematische Ansicht einer Plattentragschiene und einer Plattenabdeckschiene;
Fig. 4 einen Horizontalschnitt, etwa entlang der Linie B-B von Fig. 1 durch eine erfindungsgemäss
befestigte Plattenreihe; und
Fig. 5 eine schematische Ansicht eines in der Wand verankerten Befestigungsbolzens.
[0016] Fig. 1 der Zeichnung zeigt rein schematisch einen Strassentunnel, dessen Seitenwände
in den unteren Abschnitten über eine bestimmte Höhe, beispielsweise über eine Höhe
von 3,5 m, mittels Verkleidungsplatten 1 aus säurefestem Material abgedeckt sind.
Die Platten 1 sind dabei nebeneinander in einer unteren U-Plattentragschiene 2 und
einer oberen, eine Tauchnut bildenden U-Plattenabdeckschiene 3 gehalten. Diese Schienen
2,3 sind in der Tunnelwand auf geeignete Weise festgeschraubt, und die Verkleidungsplatten
liegen im Abstand vor der Wand. Auf die Vorteile einer solchen Tunnelwandverkleidung
sei weiter unten noch näher eingetreten.
[0017] Die nachstehend beschriebene Befestigungseinrichtung für Verkleidungsplatten eignet
sich selbstverständlich nicht nur für Verkleidungsplatten für Tunnelwände, sondern
für Verkleidungsplatten jeglicher Art.
[0018] Fig. 2 der Zeichnung zeigt einen Vertikalschnitt entlang der Linie A-A von Fig. 1
durch eine Verkleidungsplatte und deren Befestigungseinrichtung.
[0019] Die eigentliche Befestigungseinrichtung besteht aus einer unteren U-Plattentragschiene
2, einer oberen U-Plattenabdeckschiene 3, jeweils einer U-Stützschiene 4 an den Verbindungstellen
zwischen zwei Platten 1, und einer Klemmleiste 5 an jeder dieser Verbindungsstellen,
um die eingesetzten Platten 1 dicht und zwischen sich abgedichtet gegen die Stützchiene
4 anzudrücken.
[0020] Die Ausgestaltung der Plattentragschiene 2 und der Plattenabdeckschiene 3 geht noch
deutlicher aus Fig. 3 hervor. Daraus ist ersichtlich, dass im Verbindungssteg 2c
der beiden Schenkel 2a und 2b Oeffnungen 2d vorgesehen sind, welche eine Hinterlüftung
der später einzusetzenden Platten ermöglicht. Dasselbe gilt für die Plattenabdeckschiene
3, bei welcher ebenfalls zwischen den Schenkeln 3a und 3b im Steg 3c Lüftungsöffnungen
3d vorgesehen sind.
[0021] Die gezeigten beiden Schienen bestehen vorzugsweise aus Leichtmetall, beispielsweise
aus Aluminium und werden in an sich bekannter Weise in der zu verkleidenden Wand befestigt,
und zwar mit ihren Nuten sich gegenüberliegend, in horizontaler Lage, wobei der gegenseitige
Abstand im wesentlichen der Länge der zu befestigenden Platten entspricht, wobei die
Schienen bzw. Profile so ausgestaltet sind, dass die Platten dank der gebildeten Tauchnut
von vorn in die sich gegenüberliegenden Schienennuten einsetzbar sind. Dies geht
insbesondere aus Fig. 2 hervor.
[0022] Daraus ist auch ersichtlich, dass die Breite b1 der Nut der Plattentragschiene nur
leicht grösser ist, als die Höhe der Stützschienen 4 plus die Dicke der zu befestigenden
Platten 1, so dass die Platten 1 zwar leicht hinter den Schenkel 2a einschiebbar sind,
dort jedoch mit wenig Spiel festgehalten sind. Anders bei der Nut der Plattenabdeckschiene
3, deren Breite b2 grösser ist, als jene der Plattentragschiene, damit sie auch als
sogenannte Tauchnut zum Einsetzen der Platten von vorn dienen kann.
[0023] Die Platten werden von vorn zuerst leicht geneigt nach oben in die Nut der Schiene
3 eingeschoben, dann nach hinten gegen die Stützschiene 4 gelegt und nach unten in
die Nut der Schiene 2 eingesetzt. Dabei kommt die Platte 1 schliesslich hinter die
äusseren Schenkel 2a der Schiene 2 und 3a der Schiene 3 zu liegen und ist somit festgehalten.
Das Anpressen der Platten 1 gegen die Stützschienen 4 erfolgt durch andere, nachstehend
zu beschreibende Befestigungsmittel.
[0024] Bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel besitzt die Plattentragschiene eine
nach unten führende Verlängerung 2e, welche ihrerseits eine horizontal verlaufende
Längsnut bildet, in welcher beispielsweise ein sogenanntes Abschlussprofil 6 aus flexiblem
Material, beispielsweise eine Gummischürze einsetzbar ist, um auch den untersten Teil
der Wand zu schützen.
[0025] Fig. 4 der Zeichnung zeigt einen Horizontalschnitt durch eine erfindungsgemäss befestigte
Verkleidungsplattenreihe, beispielsweise entlang der Linie B-B von Fig. 1.
[0026] In der rechtseitigen Bildhälfte ist anstelle einer weiteren Anschlussplatte 1 ein
sogenanntes Abschlussprofil 7 eingesetzt, welches sich, wie ersichtlich, leicht anstelle
einer Abdeckplatte einsetzen, bzw. einspannen lässt.
[0027] Aus Fig. 4 geht ebenfalls hervor, dass je nach Breite der Platten 1 eine zusätzliche
Stützschiene 8 mit Stützfläche 8ʹ eingesetzt wird, deren Höhe ebenfalls dem verlangten
Wandabstand für die Platte 1 entspricht, zwischen jeweils zwei Stützschienen 4 ebenfalls
vertikal verlaufend eingesetzt wird.
[0028] Aus dieser Darstellung geht hervor, dass die U-Stützschienen 4 an den freien Enden
der Schenkel 4a jeweils eine Stützfläche 4b aufweisen, welche vorzugsweise über die
ganze Länge der Schiene verlaufen und beidseitig jedes Schenkels 4a von diesem abstehen,
wobei zwischen den sich gegenüberliegenden Innenlängskanten 4c der beiden Stützflächen
4b jeder Schiene ein Spalt von solcher Breite offen bleibt, dass der Verankerungsteil
der Klemmleisten 5 von aussen durchgeführt werden kann. Die Stützschienen 4 sind
mittels Befestigungsbolzen 9, welche in der Wand 10 verankert sind, mittels Schraubmuttern
11 befestigt. Der mit Gewinde versehene äussere Abschnitt des Befestigungsbolzens
9 ist dabei noch wesentlich länger ausgebildet und erstreckt sich bis in den Veranke
rungsteil der Klemmleiste 5 hinein, und dient dort der Befestigung der Klemmleiste
ebenfalls durch eine Schraubenmutter 12. Die Klemmleiste 5 besteht im Prinzip aus
einer U-Schiene bzw. einem U-Profil, vorzugsweise ebenfalls aus Aluminium wie die
Stützschiene 4 und die übrigen Schienen, wobei der Verbindungssteg 5b seitliche Verlängerungen
bzw. Verbreiterungen 5c aufweist, welche Anpressflächen für die zu befestigenden
Platten 1 bilden.
[0029] Die freien Schenkel 5a des U-Profils der Klemmleiste 5 sind nach innen abgewinkelt,
um Auflageflächen für die Befestigungsmuttern 12 zu bilden. Diese Befestigungsmuttern
12 werden durch runde oder gegebenenfalls ovale Oeffnungen 5d im Steg 5b der Klemmleiste
5 eingeführt. Selbstverständlich werden die Befestigungsbolzen 9 so angeordnet, dass
die Schienen 5 mit ihren Oeffnungen 5d jeweils an den richtigen Stellen über den Bolzen
9 zu liegen kommen.
[0030] Aus der vorstehenden Beschreibung geht hervor, wie mit einfachsten Mitteln eine Befestigungseinrichtung
für Verkleidungsplatten erstellt werden kann, welche es auch Personen ohne besondere
Fachkenntnisse erlaubt, solche Platten einzusetzen, bzw. auszuwechseln. Das besonders
Raffinierte an der Konstruktion liegt zweifelsohne in der besonderen Ausbildung von
Stützschiene 4 und Klemmleiste 5, welche zusammen das dichte Festmachen der Platten
1 auf nur wenigen Befestigungsbolzen 9 erlaubt, da diese gleichzeitig zur Befestigung
der Stützschienen 4 und der Klemmleisten 5 dienen. Die in den Klemmleisten 5 vorgesehenen
Montageoeffnungen 5d können durch Propfen aus Gummi oder Kunststoff abgedeckt werden,
um die dahinter angeordneten Konstruktionsteile, wie beispielsweise Befestigungsbolzen,
Schraubenmuttern uzw. vor schädlichen Einflüssen zu schützen.
[0031] Fig. 5 der Zeichnung zeigt noch ein Detail der Verankerung der Befestigungselemente
9 in der Wand 10. Selbstverständlich sind auch andere Befestigungsbolzen als die gezeigten
denkbar.
[0032] Wie bereits erwähnt, wurde die beschriebene Befestigungseinrichtung im Rahmen der
Suche nach neuen Lösungen zur Befestigung von Verkleidungsplatten in Tunnels gefunden.
Es hatte sich gezeigt, dass die vorzugsweise aus Beton oder Betonverkleidungen ausgestalteten
Tunnelwände durch äussere Einwirkungen, insbesondere durch Einwirkung von Streusalz
über eine bestimmte Höhe ab Boden (bis zu einer Höhe von ca. 2,5 m) grosse Schäden
aufwiesen, wie beispielsweise Spannungsrisse infolge Feuchtigkeitseinwirkung etc.
[0033] Eine Lösung des Problems bestand im Anbringen von Verkleidungsplatten, wobei folgende
Kriterien zu beachten waren:
- Reduktion der Salzangriffe auf Wände
- Lösung muss dauerhaft sein (Beachtung der klimatischen Besonderheiten)
- Schnelle rationnelle Montage durch regionale Firmen (Arbeitsbeschaffung)
- Beschädigungen müssen rasch repariert werden können (durch Strassenunterhaltungsdienst,
ohne spezielle Kenntnisse)
- preislich sehr gutes Kosten/Nutzenverhältnis
- qualitativ hochwertige Produkte und Materialien
- hinterlüftetes System und dadurch optimaler Betonschutz
- ästhetische Aufwertung (ev. durch Farbenspiel) von Tunnelwänden
- Fahrverhalten darf nicht gestört werden
[0034] Die zu verwendenden Materialien müssen gegen folgende Einflussfaktoren geschützt
oder resistent sein:
- Salzangriffe
- Abgasgemische
- extreme Temperaturschwankungen
- Feuchtigkeitsschwankungen
- Windeinflüsse
- Feuerangriff
- mechanische Angriffe
- unbekannte Faktoren
[0035] Nach Installation der Verkleidungsplatten muss die Funktionstüchtigkeit aufrechterhalten
bleiben, was durch Hilfskräfte und Service-Personal möglich sein muss. Einfachheit,
Verwendung nur weniger Spezialwerkzeuge und problemloses Auswechseln von beschüdigten
Teilen sind die Hauptkriterien für einen optimalen Service.
[0036] Die erfindungsgemässe Konstruktion einer Befestigungseinrichtung erfüllt im wesentlichen
alle diese Kriterien. Von besonderer Wichtigkeit ist, dass die eigentlichen Verkleidungsplatten
befestigt bzw. festgeklemmt sind, ohne dass Befestigungsmittel wie Schrauben und
dergleichen durch diese Platten selbst führen. Die Platten sind auf äusserst einfache
Weise einzusetzen, bzw. auszutauschen.
[0037] Als Verkleidungsplatten eignen sich insbesondere "Stenex"-Fassadenplatten. Es handelt
sich dabei um grossflächige Fassadenplatten, bestehend aus glasfaserverstärktem
Polyester mit Quarzsandfüllung. Die Oberfläche besteht aus einer qualitativ hochwertigen
Deckschicht, welche beliebig einfärbbar ist. Die Platten lassen sich problemlos biegen
und sind somit auch im Rundungsbereich von Tunnelwänden anwendbar.
[0038] Die Profile hinter den Platten sind nach der Montage an sich geschützt und brauchen
nicht besonders behandelt zu werden. Die Platten und Klemmleisten werden auf geeignete
Weise beschichtet, falls die äusseren Einflüsse dies bedingen.
1. Einrichtung zum Befestigen von Verkleidungsplatten in vorbestimmtem Abstand vor
einer Wand, gekennzeichnet durch wenigstens eine untere U-Plattentragschiene (2)und
eine obere, eine Tauchnut bildende U-Plattenabdeckschiene (3), welche Schienen mit
ihren Nuten sich gegenüberliegend in horizontaler Lage und in der Plattenlänge im
wesentlichen entsprechendem Abstand an der zu verkleidenden Wand befestigbar sind,
wobei die Patten (1) dank der Tauchnut von vorn in die sich gegenüberliegenden Schienennuten
einsetzbar sind; durch weitere U-Stützschienen (4), welche in vertikaler Richtung
zwischen den Plattentragschienen (2) und Plattenabdeckschienen (3) mit seitlichen
Zwischenabständen, die etwas grösser sind als die Breite der zu befestigenden Platten
(1), auf in der Wand anzubringenden befestigungsbolzen (9) aufsetzbar und mittels
Schraubenmuttern (11) an der Wand befestigbar sind, wobei die U-Stützschienen (4)
an den äusseren Schenkelenden parallel zum zur Anlage an die Wand gelangenden Zwischensteg
verlaufende Stützflächen (46) aufweisen, welche den Wandabstand für die daran zur
Anlage gelangenden Platten (1) bestimmen; und durch von aussen auf die genannten,
mit Gewinde versehenen Befestigungsbolzen (9) aufsetzbare und mittels weiterer Schraubenmuttern
(12) darauf befestigbare Klemmleisten (5), welche dazu vorgesehen sind, unter Ueberbrückung
der offenen Nut der Stützschienen (4) die Platten (1) gegen die Stützflächen (4b)
dieser Schienen anzupressen.
2. Befestigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die U-Plattentragschiene
(2)und die U-Plattenabdeckschiene (3) in ihren Verbindungsstegen (2c;3c) Belüftungsöffnungen
(2d;3d) aufweisen.
3. Befestigungseinrichtung nach Anspruch 1, oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Breite der Nut der U-Plattentragschiene (2) nur unwesentlich grösser ist als die Höhe
der U-Stützschienen (4) plus die Dicke der zu befestigenden Platten (1), während die
Breite der Nut der U-Plattenabdeckschiene (3) grösser als jene der Plattentragschiene
(2) ist, um als Tauchnut zum Einsetzen der Platten (1) zu dienen.
4. Befestigungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass
die in der Wand zu verankernden Befestigungsbolzen (9) einen nach der Verankerung
frei nach aussen abstehenden, mit Schraubgewinde versehenen Abschnitt aufweisen,
welcher eine Länge aufweist, die das Befestigen der Stützschiene (4) und der Klemmleiste
(5) jeweils mittels Schraubenmuttern (11; 12) auf diesem Abschnitt erlaubt.
5. Befestigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die U-Stützschienen
(4) an den freien Enden der Schenkel (4a) jeweils eine Stütz- für die Platten aufweisen,
welche über die ganze Länge des Schenkels verläuft und beidseits des Schenkels von
diesem absteht, wobei zwischen den sich gegenüberliegenden Innenlängskanten (4c) der
beiden Stützflächen (4b) jeder Schiene ein Spalt von solcher Breite offengelassen
ist, dass die zu seiner Befestigung erforderlichen Schraubenmuttern (11) mit Werkzeug
und gegebenenfalls der Verankerungsabschnitt (5a) der Klemmleisten (5) von aussen
einführbar sind.
6. Befestigungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass
die Klemmleisten (5) als U-Profile ausgebildet sind, deren freie Schenkel (5a) nach
innen abgewinkelt sind, um Auflageflächen für die Befestigungsmuttern (12) zu bilden,
während der Verbindungssteg (5b) über die Schenkel hinaus verlängert ist, um Anpressflächen
(5c) für die Platten (1) zu bilden.
7. Befestigungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die
Klemmleiste (5) mit Oeffnungen (5d) zum Durchführen der Befestigungsbolzen (9) bzw.
der Befestigungsmuttern (12) versehen ist.
8. Befestigungseinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass Verschlusskappen
zum Verschliessen der Oeffnungen (5d) in der Klemmleiste (5) vorgesehen sind.
9. Befestigungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass
weitere Stützen (8) vorgesehen sind, welche als Zusatzstützen zwischen jeweils zwei
vertikalen U-Stützschienen (5) an der Wand anzubringen sind.
10. Verwendung der Befestigungseinrichtung nach den Ansprüchen 1-9 zum Anbringen von
Verkleidungsplatten an Tunnelwänden.