(19)
(11) EP 0 279 278 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
24.08.1988  Patentblatt  1988/34

(21) Anmeldenummer: 88101530.9

(22) Anmeldetag:  03.02.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04F 15/024
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 19.02.1987 DE 3705303

(71) Anmelder: MAHLE GMBH
D-70376 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • Rothfuss, Thomas
    D-7254 Hemmingen (DE)
  • Stummer, Friedrich Georg
    D-7012 Fellbach (DE)
  • Wengert, Walter
    D-7148 Remseck 1 (DE)

(74) Vertreter: Pfusch, Volker, Dipl.-Ing. et al
MAHLE GMBH, Patentabteilung
70369 Stuttgart
70369 Stuttgart (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Rahmen für eine insbesondere nur an denEcken gelagerte Bodenplatte für aufgeständerte Doppelböden


    (57) Bei Rahmen aus Blechprofilen (1), die an der Kante zur Trittflächenebene eine Biegekante dadurch aufwei­sen, daß ein Schenkel (2) des Rahmens in die Tritt­flächenebene umgebogen ist, ist diese Kante nicht scharfkantig ausbildbar. Dadurch entsteht beim Anein­anderlegen der Platten ein geringer Spalt, der inbe­sondere bei dünnen harten Bodenbelägen zu einem Ein­brechen des Bodenbelages an dieser Stelle unter punktförmiger Belastung führen kann.
    Der scharfkantige Abschluß ist zum einen durch Aus­bildung des Schenkels (2) als auf sich selbst zurück­gebogenes Blechteil (5) erreichbar, wobei das freie Ende des Blechteils (5) am Plattenrand zu liegen kommt. Alternativ ist es dadurch erzielbar, daß eine in der Nähe der betreffenden Plattenkante in das Blechprofil (7) eingeformte Sicke (9) in einem Werk­zeug so eingeebnet wird, daß er sich durch Fließen des Blechmaterials ausbildet.
    Der Rahmen ist bei der fertigen Bodenplatte mit einem fließfähigen erhärtenden Material ausgefüllt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Rahmen für insbesondere Doppelbodenplatten.

    [0002] Bei derartigen Bodenplatten besteht ein Problem dar­in, daß die Biegekante zwischen an der Trittfläche der Platte liegendem Schenkel einerseits und die Sei­tenkante der Platten bildendem Teil des Rahmenbleches andererseits einen Radius von in der Regel mindestens etwa 1 mm aufweist. Dadurch bildet sich bei einem An­einanderlegen der Platten ein entsprechend großer Spalt, der in der Praxis unerwünscht ist. Besonders störend wirkt dieser Spalt z.B., wenn die Bodenplat­ten mit einem dünnen Hartbelag als Trittflächenbelag versehen werden. In solchen Fällen kann es nämlich passieren, daß der Hartbelag durch Belastung, z.B. durch auf diese Stelle mit Pfennigabsätzen auftreten­de Damen, einbricht. Diese Gefahr besteht vor allem in den Eckbereichen der Platten.

    [0003] Hier eine Verbesserung zu schaffen, ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung. Alternative Lösungen die­ser Aufgabe enthalten die kennzeichnenden Teile der Ansprüche 1 und 2.

    [0004] Bei der Lösung nach Anspruch 1 kann der auf dem Schenkel nach außen umgebogene Blechteil mit seiner freien Seitenkante derart den Seitenabschluß der Bo­denplatte bilden, daß die zu einem geschlossenen Bo­den verlegten Platten jeweils direkt an diesem Sei­tenrand anliegen. Es ist aber auch möglich, die frei­en Seitenränder des nach außen umgeklappten Blechtei­les an den Schenkeln seitlich um ein ganz geringes Maß von z.B. etwa 1/10 mm zurückstehen zu lassen, da­mit die Platten nicht direkt an den freien Rändern der umgeklappten Blechteile, sondern an dem darunter­liegenden Rahmenprofil kontaktbildend aneinanderlie­gen. Entscheidend ist lediglich, daß ein Spalt in ei­ner Größenordnung vermieden wird, wie er im vorbe­kannten Stand der Technik bei lediglich durch Biegen erzeugter oberen Plattenaußenkante gegeben ist.

    [0005] Bei der Lösung nach Anspruch 2 wird an den mit Sicken versehenen vorgeformten Blechprofilen nachträglich der obere Biegekantenbereich rechtwinklig ausgeformt, indem durch Einebnen der Sicken Blechmaterial gezielt in den Biegekantenbereich gedrückt wird. Wie dieses Ausformen des Biegekantenbereiches im einzelnen kon­kret erfolgen kann, kann der nachfolgenden Beschrei­bung eines Ausführungsbeispieles entnommen werden.

    [0006] Je ein Ausführungsbeispiel zu jeder der beiden erfin­dungsgemäßen Lösungen ist in der Zeichnung darge­stellt. Es zeigen

    Fig. 1 einen Schnitt durch ein Rahmenblech­ profil entsprechend der Lösung nach Anspruch 1

    Fig. 2 den Schnitt durch ein vorgeformtes Rahmenblechprofil als Ausgangsprofil für das Umformverfahren nach Anspruch 2

    Fig. 3 das Blechprofil nach Fig. 2 eingespannt in ein Umformwerkzeug

    Fig. 4 einen Schnitt durch das fertig geformte Rahmenprofilblech mit rechtwinkliger Oberkante



    [0007] Durch Zusammenschweißen von vier Rahmenblechprofilen 1 in der Form nach Figur 1 entsteht ein mit einer Masse aufüllbarer Rahmen für eine Bodenplatte. Der an der Trittflächenseite der Bodenplatte zu liegen kommende Schenkel 2 besteht aus einem ersten Teil 3, der aus dem die Seitenkante der Bodenplatte bildenden Teil 4 des Blechprofiles 1 abgebogen ist und einem zweiten Teil 5, der auf den Teil 3 nach außen umgebo­gen ist. Der freie Seitenrand 6 bildet den Seitenab­schluß der späteren Bodenplatte. Dabei kann dieser von dem freien Seitenrand 6 gebildete Abschluß mit dem am weitesten außen liegenden Bereich des Teiles 4 des Blechprofils 1 übereinstimmen. Der freie Seiten­rand 6 kann aber auch geringfügig, d.h. etwa 1/10 mm gegenüber dem äußersten Bereich des Teiles 6 zurück- oder vorstehen.

    [0008] Auch der untere Schenkel 13 des Blechprofiles 1 kann nach außen auf sich selbst zurückgebogen sein. Dabei ist es allerdings nicht erforderlich, daß der zurück­gebogene Teil bis ganz nach außen ragt.

    [0009] In Fig. 2 ist das Ausgangsblechprofil für das Verfah­ren nach Anspruch 2 dargestellt. Das dortige Blech­profil 7 besitzt U-förmige Grundform. Nahe der Biege­kante 8 ist eine Längssicke 9 in das Blechprofil ein­geformt.

    [0010] Zur Ausbildung einer exakt rechteckigen Biegekante 8 wird das Blechprofil 7 in ein Veformwerkzeug einge­spannt. Dieses Werkzeug besteht im einzelnen aus ei­ner Aufnahme 10, einer Niederhalteplatte 11 und einer Druckplatte 12. Um die Sicke 9 einzuebnen und damit einen Materialfluß in Richtung der Biegekante 8 zu bewirken, wird das Werkzeug wie folgt betätigt:

    [0011] Das Belchprofil 7 wird mit seiner Innenkontur in die Aufnahme 10 eingelegt und mit der Niederhalteplatte 11 festgeklemmt. Mit der Druckplatte 12 wird die Sik­ke 9 planeben so verformt, daß die Auswölbung der Sicke 9 in Richtung der rechtwinkligen Biegekante 8 fließt.

    [0012] Das fertige Blechprofil mit einer tatsächlich recht­winkligen bzw. rechteckigen Biegekante 8, bei dem die Sicke 9 eingeebnet ist, zeigt Figur 4.


    Ansprüche

    1. Rahmen für eine insbesondere nur an den Ecken ge­lagerte Bodenplatte für aufgeständerte Doppelbö­den, der mit einer eingeformten Masse ausgefüllt ist und aus einem Blechprofil mit einem minde­stens an seiner Trittfläche der Platte zugekehr­ten Längsseite etwa rechtwinklig zum Rahmeninne­ren hin umgebogenen Schenkel besteht,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Schenkel (2) aus einem auf sich selbst um 180 Grad zurückgebogenen Blechteil (5) besteht, bei dem das umgeklappte Ende in der die Trittflä­che bildenden Plattenoberfläche liegt und dort mit seinem freien Seitenrand (6) den seitlichen Plattenabschluß bildet.
     
    2. Verfahren zur Herstellung eines Rahmens für eine insbesondere nur an den Ecken gelagerte Boden­platte für aufgeständerte Doppelböden, der mit einer einzuformenden Masse ausfüllbar ist und aus einzelnen miteinander verschweißten Blechprofilen besteht, die jeweils mindestens an der der Tritt­fläche der Platte zuzukehrenden Längsseite etwa rechtwinklig zum Rahmeninneren umgebogene Schen­kel aufweisen,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß jedes Blechprofil (7) entweder in der den Seitenabschluß der Platte bildenden Fläche oder in dem umgebogenen Schenkel (2) zunächst nahe der Biegekante (8) eine in Längsrichtung verlaufende Sicke (9) aufweist, die anschließend in die je­weilige Ebene des Bleches so verformt wird, daß Material lediglich in Richtung der Biegekante (8) zur Bildung einer nach außen exakt rechtwinkligen Biegekante (8) fließen kann, wozu einerseits die nicht in Fließrichtung liegenden Teile des Blech­profiles (7) während des Verformens der Sicke (9) lagefixiert sind und daß dabei andererseits der Biegekanten (8)-Bereich in eine Form mit recht­winkliger Innenkontur zu liegen kommt.
     




    Zeichnung