[0001] Die Erfindung betrifft einen Verstellpropeller für ein Wasserfahrzeug, bei welchem
die Motorwelle des im Rumpf des Wasserfahrzeuges liegenden Motors direkt oder über
ein Getriebe mit der Antriebswelle des Propellers gekuppelt ist, welche sich durch
die Rumpfwand erstreckt und ausserhalb des Rumpfes in einem Wellenlager gelagert ist,
das in einem an der Rumpfwand befestigten Wellenbock abgestützt und in der Nähe des
Verstellpropellers angeordnet ist, wobei der Verstellpropeller mit in der Propellernabe
gelagerten verstellbaren Schaufeln ausgerüstet und für die Verstellung der Propellerschaufeln
ein Schubstangen-Gestänge vorgesehen ist, dessen Schubstangen über eine Dreh-Schiebe-Kupplung
durch ein Verstellgestänge verschiebbar sind, welches von der Propellernabe entfernt
manuell oder motorisch betätigbar ist.
[0002] Verstellpropeller und ihre Verstellvorrichtungen, mit denen die Steigung der Propellerschaufeln
eingestellt wird, sind in verschiedenen Ausführungen bekannt. Sie dienen dazu, einerseits
die in einem Wasserfahrzeug installierte Leistung des Motors besser auszunützen und
andererseits das Manövrieren des Wasserfahrzeuges zu erleichtern. Die Steigung der
Propellerschaufeln kann hierbei dem jeweiligen Einsatz von Hand oder selbsttätig angepasst
werden, wobei auch eine Einstellung der Propellerschaufeln für die Rückwärtsfahrt
möglich ist.
[0003] Während der Verstellpropeller durch eine von einem motorischen Antrieb im Innern
des Wasserfahrzeuges angetriebene Propellerwelle angetrieben wird, erfolgt die Verstellung
der Propellerschaufeln auf verschiedene Weise. So ist es bekannt, ein Druckmedium
in die Propellernabe einzuführen und damit ein in der Nabe angeordnetes Kolbensystem
zu beaufschlagen, durch welches die Propellerschaufeln verstellt werden (US-PS 2 931
443).
[0004] Weiter ist es bekannt, mittels eines mechanischen Gestänges oder Getriebes die Verstellung
der Propellerschaufeln durchzuführen, wobei die Verstellkraft manuell aufgebracht
wird. Hierzu wird die Verstellbewegung über eine in der Propellernabe gelagerte Dreh-Schiebe-Kupplung
auf Schubstangen übertragen, mit denen die einzelnen Propellerblätter verstellt werden
(US-PS 2 742 097). Die Dreh-Schiebe-Kupplung setzt sich aus einem nicht drehenden
Teil und einem rotierenden Teil zusammen, zwischen denen Radial- und Axiallager eingebaut
sind, welche einerseits die Relativbewegung der beiden Teile ermöglichen und andererseits
die Uebertragung der Verstellkraft vom nichtdrehenden zum rotierenden Teil übernehmen.
[0005] Für die Anordnung der Verstellpropeller am Wasserfahrzeug sind zwei Ausführungsformen
bekannt. Bei einer ersten Ausführungsform, die unter dem Namen Z-Antrieb bekannt ist,
ist die Nabe in einem Teil des Ruderblattes eingebaut und wird über zwei Winkel-Getriebe
angetrieben, durch welche eine Z-förmige Anordnung der Wellenführung vom Antriebsmotor
zur Verstellnabe entsteht.
[0006] Bei der zweiten Ausführungsform ist die Motorwelle direkt oder über ein Getriebe
mit der Propellerwelle gekuppelt, welche sich durch den Rumpf des Wasserfahrzeuges
nach aussen erstreckt und an ihrem Ende den Verstellpropeller trägt. Hierbei ist es
erforderlich, die Propellerwelle in der Nähe der Propellernabe zu lagern. Dieses Wellenlager
wird am Rumpf des Wasserfahrzeuges mittels eines Stützkörpers, der als Wellenbock
bezeichnet wird, abgestützt.
[0007] Die Erfindung betrifft einen Propellerantrieb der zweiten Ausführungsform, und es
ist Aufgabe der Erfindung einen Verstellpropeller der eingangs beschriebenen Art so
weiter auszugestalten, dass eine einfache, wenig aufwendige und strömungsgünstige
Anordnung für den Stützkörper und das Verstell-Gestänge erreicht wird.
[0008] Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass der das Wellenlager
aufnehmende und am Rumpf des Wasserfahrzeuges abgestützte Stützkörper als Träger des
Verstell-Gestänges ausgebildet ist.
[0009] Zweckmässig ist hierbei der Stützkörper als Hohlkörper ausgebildet, welcher einen
Zugang zum Rumpfinnern aufweist und in dessen Innenraum das Verstell-Gestänge für
die Verstellung der Propellerschaufeln untergebracht ist.
[0010] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt und nachfolgend
beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Anordnung eines Verstellpropellers mit seiner
Verstellvorrichtung, wobei letzteres auf der Ablaufseite des Verstellpropellers angeordnet
ist,
Fig. 2 eine erste Ausführungsform eines am Rumpf eines Wasserfahrzeuges befestigten
Verstellpropellers nach der Anordnung nach Fig. 1,
Fig. 3 eine zweite Ausführungsform eines am Rumpf eines Wasserfahrzeuges befestigten
Verstellpropellers, teilweise im Schnitt, jedoch mit auf der Anströmseite des Verstellpropellers
angeordnetem Wellenlager,
Fig. 4 einen Schnitt längs der Linie IV-IV in Fig. 3 und
Fig. 5 eine dritte Ausführungsform eines am Rumpf eines Wasserfahrzeuges befestigten
Verstellpropellers, teilweise im Schnitt, ähnlich der Ausführungsform nach Fig. 3,
jedoch mit der Ableitung der Motorabgase durch den Stützkörper und die Propellernabe
des Verstellpropellers, wobei Pfeile die Motorabgase darstellen.
[0011] In Fig. 1 schematisch dargestellten Antrieb für ein Wasserfahrzeug ist mit 1 ein
Verstellpropeller bezeichnet, welcher verstellbare Propellerschaufeln 2 und eine durch
eine Antriebswelle 3 angetriebene Propellernabe 4 aufweist. Die Antriebstelle 3 ist
von einer Antriebsmaschine 5 angetrieben und in einem Wellenlager 6 gelagert, welches
auf der Abströmseite des Verstellpropellers, jedoch in seiner Nähe angeordnet ist.
[0012] Die Verstellung der Steigung der Propellerschaufeln 2 erfolgt durch ein Verstell-Gestänge
7, der einen zweiarmigen Verstellhebel 8 aufweist, dessen Schwenkachse 9 in einem
Stützlager 10 schwenkbar abgestützt ist. Das Stützlager 10 ist am Rumpf des Wasserfahrzeugs
abgestützt. Der Verstellhebel 8 weist einen obern und einen untern Arm 11, 12 auf,
wobei der obere Arm 11 über ein Gelenk 13 mit einer Stossstange 14 eines von einer
Kraftquelle 26 angetriebenen Linearmotors 15 gekuppelt ist, während der untere Arm
12 über ein Gelenk 12ʹ mit einer Dreh-Schiebe-Kupplung 16 verbunden ist. Diese Kupplung
weist einen nichtrotierenden Kupplungsteil 17 auf, der über das Gelenk 12ʹ mit dem
unteren Arm 12 verbunden ist, während der rotierende Kupplungsteil 19 auf der Antriebswelle
3 befestigt ist und über Radial- und Axiallager (nur ein Lager 18 schematisch dargestellt)
den nichtrotierenden Teil führt. An dem Flansch 19ʹ des rotierenden Kupplungsteils
19 sind Schubstangen 20 abgestützt, welche in der Propellernabe 4 geführt sind und
die einzelnen Propellerschaufeln 2 gleichzeitig verstellen. Die Dreh-Schiebe-Kupplung
16 und die Schubstangen 20 bilden das Schubstangen-Gestänge.
[0013] In Fig. 2 ist der Verstellpropeller 1 fest unterhalb des Rumpfes 25 eines Wasserfahrzeuges
angeordnet, wobei ein hohler Stützkörper 21 am Rumpf befestigt ist, an dessen unteren
Ende der Verstellpropeller gelagert ist. Hierzu ist im Stutzkörper 21 ein Wellenlager
6 für die Lagerung der Propellerwelle 3 vorgesehen, das mittels eines Supportes 27
am Stützkörper 21 befestigt ist. Der Support 27 kann Z.B. aus zwei V-förmig angeordneten
Streben bestehen, die an zwei Stellen des Stützkörpers 21 befestigt sind. Am Stützkörper
21 ist abströmseitig ein Steuerruder 22 mittels Scharniergelenken 24 schwenkbar gelagert,
während im Innern des Stützkörpers 21 das Verstell-Gestänge 7 eingebaut ist. Die in
Fig. 2 nicht beschriebenen Bezugszeichen stimmen mit denjenigen von Fig. 1 überein.
Der Linearmotor 15 ist Z.B. ein doppelt wirkender Hydrozylinder, dessen Kolbenstange
die Stossstange 14 bildet und mittels des Gelenkes 13 mit dem oberen Arm 11 des Hebels
8 verbunden ist. Der Linearmotor 15, der auch ein elektrisches oder pneumatisches
Aggregat sein kann, ist bei der Ausführung nach Fig. 2 unterhalb des Rumpfes 25 im
hohlen Stützkörper 21 gelagert, jedoch wäre es auch möglich, den oberen Arm 11 des
Verstellhebels so auszubilden, dass er in das Wasserfahrzeug ragt und der Linearmotor
15 dann innerhalb des Rumpfes 25 liegen würde. Dadurch, dass das Verstell-Gestänge
7 für die Ueberleitung der Verstellkräfte in das Schubstangen-Gestänge 16, 20 eingesetzt
ist, während der Linearmotor 15 im Abstand davon die benötigte Energie für die Ueberwindung
der Verstellkräfte erzeugt, wird eine an beliebige Platzverhältnisse anpassbare, aufwand-
und platzgünstige Lösung geschaffen.
[0014] In Fig. 3 ist eine ähnliche Befestigung des Verstellpropellers 1 wie in Fig. 2 dargestellt,
mit dem Unterschied allerdings, dass das Wellenlager 6 auf der Anströmseite des Verstellpropellers
1 angeordnet ist. Es ist jedoch in gleicher Weise wie bei der Ausführung nach Fig.
2 durch den Support 27 an der Innenwand des Stützkörpers 21 befestigt. Ebenso ist
auch die Schwenkachse 9 des Verstellhebels 8 an der Wand des hohlen Stützkörpers 21
abgestützt. Im Inneren des Schiffrumpfes 25 ist der Linearmotor 15 mittels eines Stehlagers
28 befestigt.
[0015] Der Stützkörper 21 weist einen Flansch 29 auf, mit dem es mittels Schrauben 30 am
Rumpf 25 befestigt ist. Im Rumpf 25 selbst ist eine schmale Oeffnung 31 ausgespart,
durch welche sich der obere Arm 11 des Verstellhebels 8 erstreckt. Zudem ist die Oeffnung
31 durch eine Dichtung 32, Z.B. eine Faltenbalg-Dichtung, gegen Wassereintritt geschützt.
[0016] Der untere Arm 12 des Verstellhebels 8 weist an seinem freien Ende ein Joch 36 auf,
das über die Propellerwelle 3 greift. An den Enden des Joches 36 sind Gelenke 37 vorgesehen,
in welchen ein Bügel 35 mit Laschen 38 gelagert ist. Die Laschen 38 sind über Gelenke
39 mit dem verschiebbaren, nichtrotierenden Teil 17 der Dreh-Schiebe-Kupplung 16
verbunden, während der rotierende Teil 19 mit den Schubstangen 20 (nicht dargestellt)
verbunden ist. Bezüglich der Details des Schubstangen-Gestänges 16, 20 wird auf die
Ep-Anmeldung 86117737.6 verwiesen.
[0017] In Fig. 4 ist erkennbar, dass drei Schubstangen 20 vorgesehen sind, die am Flansch
19ʹ des rotierenden Teils 19 befestigt sind. Es wird auch bezüglich der Lagerung der
Propellerschaufeln 2 auf dieses Schutzrecht verwiesen. Der Stützkörper 21 ist im
Bereich des Wellenlagers 6 durch eine Abdeckung 40 abgeschlossen, während die Propellernabe
durch eine strömungsgünstige Haube 41 abgedeckt ist.
[0018] In Fig. 5 ist eine ähnliche Ausführungsform des Stützkörpers 21 dargestellt, mit
dem Unterschied, dass in der Nabe des Verstellpropellers Durchgänge 42 vorgesehen
sind, durch welche die Motorabgase von im Innern des Schiffsrumpfes angeordneten Motoren
abgeleitet werden. Hierbei entfällt die Haube 41. Die Motorabgase werden durch eine
Leitung 43 in das Innere des Stützkörpers 21 geleitet, von wo sie durch die Durchgänge
42 der Nabe des Verstellpropellers in das Wasser austreten.
[0019] Die beschriebenen Verstellpropeller zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine platzgünstige
Lösung darstellen. Die Anordnung des Verstell-Gestänges 7 für die Verstellung der
Propellerschaufeln 2 erlaubt es, eine schmale und daher strömungsgünstige Form des
Stützkörpers 21 zu wählen, so dass der Gesamtwiderstand dieser Ausführungsformen kaum
grösser ist als für einen Propeller mit festen Schaufeln. Der Stützkörper 21 übt hierbei
eine Doppelfunktion aus: Er bildet einerseits den Wellenbock zur Abstützung des Wellenlagers
6 am Schiffsrumpf 25 und andererseits die Aufnahme und die Abstützung für das Verstell-Gestänge
7.
1. Verstellpropeller für ein Wasserfahrzeug, bei welchem die Motorwelle des im Rumpf
des Wasserfahrzeugs liegenden Motors (5) direkt oder über ein Getriebe mit der Antriebswelle
(3) des Verstellpropellers (1) gekuppelt ist, welche sich durch die Rumpfwand erstreckt
und ausserhalb des Rumpfes in einem Wellenlager (6) gelagert ist, das in einem an
der Rumpfwand befestigten Wellenbock abgestützt und in der Nähe des Verstellpropellers
angeordnet ist, wobei der Verstellpropeller mit in der Propellernabe (4) gelagerten,
verstellbaren Schaufeln (2) ausgerüstet und für die Verstellung der Propellerschaufeln
ein Schubstangen-Gestänge (16, 20) vorgesehen ist, dessen Schubstangen (20) über eine
Dreh-Schiebe-Kupplung (16) durch ein Verstell-Gestänge (7) verschiebbar sind, welches
von der Propellernabe entfernt betätigbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der am
Rumpf (25) abgestützte Stützkörper (21) sowohl als Träger des Wellenlagers (6) der
Propellerwelle (3) als auch als Aufnahme und Abstützung des Verstell-Gestänges (7)
ausgebildet ist.
2. Verstellpropeller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper
(21) als Hohlkörper ausgebildet ist, welcher einen Zugang (31) zum Rumpfinnern aufweist
und in dessen Innenraum das Verstell-Gestänge (7) für die Verstellung der Propellerschaufeln
(2) untergebracht ist.
3. Verstellpropeller nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstell-Gestänge
(7) als Hebel-Gestänge ausgebildet ist, von welchem ein zweiarmiger Hebel (8) in einer,
in der Wand des Stützkörpers (21) abgestützten Schwenkachse (9) schwenkbar gelagert
ist, wobei der nach abwärts gerichtete Arm (12) mit der Dreh-Schiebe-Kupplung (16)
und der aufwärts gerichtete Arm (11) mit einer Betätigung verbunden ist.
4. Verstellpropeller nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Arm
(12) des Verstell-Gestänges (7) ein Joch (36) aufweist, das die Propellerwelle (3)
zusammen mit einem Bügel (35) umgibt, welche mittels Gelenke (37) miteinander verbunden
sind.
5. Verstellpropeller nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Bügel (35)
mit Laschen (38) versehen ist, welche mittels eines weiteren Gelenkes (39) mit dem
verschiebbaren, nichtrotierenden Teil (17) der Dreh-Schiebe-Kupplung (16) verbunden
ist.
6. Verstellpropeller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in den Stützkörper
(21) eine Leitung (43) mündet und in der Nabe des Verstellpropellers Durchgänge 42
vorgesehen sind, wobei durch die Leitung (43) Motorabgase ins Innere des Stützkörpers
und von dort durch die Durchgänge (42) abgeleitet werden.