[0001] Die Erfindung betrifft ein Scharniergelenk der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten
Art.
[0002] Derartige Scharniergelenke dienen beispielsweise zur schwenkbaren Befestigung des
Deckels eines herkömmlichen Musikkassettengehäuses an diesem Kassettengehäuse. Der
Deckel besitzt zwei zueinander parallele Laschen mit gegeneinander gerichteten, koaxialen
Zapfen. Die Laschen sind in Richtung der Zapfenachsen elastisch. Die Lagerausnehmungen
zur Aufnahme der Zapfen sind an den Außenseiten zweier Seitenwände des Kassettengehäuses
ausgebildet. Zur Montage des Deckels werden die Laschen elastisch auseinandergebogen,
so daß die Zapfen auf die als Führungswände dienenden Seitenwände aufgesetzt werden.
Der Deckel wird quer zur Richtung der Zapfenachse verschoben, bis die Zapfen mit den
zugeordneten Lagerausnehmungen fluchten und in diese wegen der Federspannung der
Laschen einrasten.
[0003] Ein Nachteil dieser bekannten Scharniergelenke besteht darin, daß beim einzelnen
Gelenk während der Montage eine Ausrichtung des Zapfens zur Achse der Lagerausnehmung
nicht erfolgt, so daß der Zapfen gegenüber der Achse der Lagerausnehmung in beliebiger
Richtung gekippt sein kann, wodurch ein exaktes Einrasten des Zapfens in die Lagerausnehmung
nicht sichergestellt ist. Eine Ausrichtung des Zapfens zur Lagerausnehmung erfolgt
erst durch eine exakte Führung des mit dem Zapfen jeweils paarweise zusammenwirkenden
anderen Zapfens. Deshalb ist auch eine Scharniergelenkk-nstruktion der bekannten
Art als Einzelscharnier nicht brauchbar.
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Scharniergelenk der im Oberbegriff
des Anspruches 1 genannten Art zu schaffen, bei welchem während der Montage eine weitgehende
Ausrichtung des Zapfens zur Achse der Lagerausnehmung zwangsläufig erfolgt.
[0005] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 enthaltenen
Merkmale gelöst.
[0006] Durch die den Zapfen in einem Abstand vom Zapfenende führende Führungsschiene wird
der Zapfen gezwungen, eine Lage einzunehmen, bei der die Zapfenachse in einer die
Achse der Lagerausnehmung enthaltenden Ebene liegt. Eine eventuell vorhandene Neigung
in dieser Ebene wird automatisch dadurch korrigiert, daß der Zapfen in der Endphase
der Montagebewegung einerseits durch die Lageraus nehmung, andererseits durch die
Anschlagkante exakt ausgerichtet wird.
[0007] Die Führungsschiene kann als geschlossene Schiene ausgebildet sein, in die der Zapfen
in axialer Richtung eingeführt und dann quer zu seiner Achsrichtung verschoben wird.
Vorzugsweise ist jedoch die Führungsschiene an ihrem in Verschieberichtung vorderen
Ende offen, so daß der Zapfen quer zur Achsrichtung in diese Schiene eingeführt und
aus dieser Schiene herausgeführt werden kann.
[0008] An ihrem hinteren Ende ist die Führungsschiene vorzugsweise halbkreisförmig mit
einer zur Achse der Lagerausnehmung (Scharnierachse) konzentrischen Achse und mit
einem dem Durchmesser des Zapfens in dem von der Führungsschiene geführten Bereich
entsprechenden Innendurchmesser ausgebildet. Auf diese Weise dient das hintere Ende
der Führungsschiene als Lagerschale für den Zapfen, die diesen auf seinem halben Umfang
umfaßt und gegen in entsprechender Richtung auf den Zapfen wirkende Kräfte abstützt.
Die Lagerausnehmung kann dann in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung in Richtung
der Scharnierachse gesehen im wesentlichen die Form einer in Montagerichtung offenen
Lagerhalbschale haben; die durch die Führungsschiene gebildete, in Montagerichtung
abstützende Lagerschale und die durch die Lagerausnehmung gebildete Lagerschale, die
den Zapfen in der entgegengesetzten Richtung abstützt, ergänzen sich zu einer den
Zapfen allseitig umgebenden Lagerung.
[0009] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Führungsschiene durch eine
zur Führungswand des zweiten Bauteils im wesentlichen parallele Lasche mit einer etwa
U-förmigen, mit ihrem offenen Ende in einen freien Laschenrand mündenden Ausnehmung
gebildet. Eine derartige Ausgestaltung ist fertigungstechnisch sehr einfach, wie
weiter unten noch genauer ausgeführt wird.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß mit dem ersten Bauteil
wenigstens eine im wesentlichen quer zur Zapfenachse angeordnete Führungsfläche verbunden
ist, welche bei der Verschiebebewegung des Zapfens an einer im wesentlichen quer zur
Scharnierachse angeordneten, mit dem zweiten Bauteil verbundenen Führungsfläche anliegt.
Eine derartige Ausgestaltung schafft die Möglichkeit, das Scharniergelenk im Gegensatz
zu den vorne beschriebenen, bekannten Scharniergelenken auch als Einzelgelenke zu
verwenden. Bei den bekannten Scharniergelenken wird die axiale Fixierung eines Zapfens
in seiner Lagerausnehmung jeweils nur durch die mit diesem paarweise zusammenwirkende
andere Zapfenanordnung sichergestellt, so daß ein derartiges Gelenkscharnier als
Einzelgelenk nicht funktionieren kann. Die am ersten Bauteil und am zweiten Bauteil
erfindungsgemäß vorgesehenen Führungsflächen, die bei der Montage des Zapfens zur
gegenseitigen Anlage kommen, bewirken dagegen eine axiale Fixierung des Zapfens unabhängig
vom Vorhandensein einer zweiten Gelenkanordnung. Diese Führungsflächen sind vorzugsweise
so ausgelegt, daß sie den Zapfen gegen eine Rückzugbewegung aus der Lagerausnehmung
heraus sichern; es besteht jedoch auch die Möglichkeit, den Zapfen in beiden Achsrichtungen
festzulegen, wie weiter unten genauer beschrieben wird.
[0011] Um ein elastisches Einrasten des Zapfens in die Lagerausnehmung zu ermöglichen,
muß entweder das den Zapfen haltende Bauteil oder die die Lagerausnehmung aufweisende
Führungswand in Richtung der Scharnierachse elastisch ausweichen können. In bevorzugter
Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, daß die Führungswand des
zweiten Bauteils durch eine zur Scharnierachse querstehende, in Richtung der Scharnierachse
elastische Lasche gebildet ist, die die Ausweich- und Schnappbewegung durchführt.
[0012] Um die elastische Ausweichbewegung der Führungswand und/oder des Zapfens durch die
Querverschiebung dieses Zapfens selbst zu verursachen, ist weiterhin erfindungsgemäß
vorgesehen, daß an der Führungswand des zweiten Bauteils eine in Montagerichtung vor
der Lagerausnehmung angeordnete, in Montagerichtung zur Führungsschiene hin ansteigende
Rampe vorgesehen ist. Bei der Querverschiebung des Zapfens gleitet das Zapfenende
über die Rampe und bewirkt je nach der vorgesehenen Konstruktion ein Ausweichen der
Führungswand oder des Zapfens in Zapfenachsenrichtung.
[0013] An der Führungswand des zweiten Bauteils ist vorzugsweise ein Lagerbock angeordnet,
in welchem die Lagerausnehmung ausgebildet ist; dabei weist der Lagerbock eine von
seiner Oberseite aus entgegen der Montagerichtung bis etwa auf die Führungswand abfallende
Rampe auf. Die Lagerausnehmung ist etwa U-förmig ausgebildet mit einem halbkreisförmigen,
zur Scharnierachse konzentrischen Teil mit einem dem Außendurchmesser des Zapfenendes
entsprechenden Innendurchmesser, sowie mit einem daran in Montagerichtung sich anschließenden
geradlinigen, in eine Seitenfläche des Lagerbockes mündenden Teil. Diese Ausgestaltung
hat insbesondere fertigungstechnische Vorteile bei einer Herstellung des Scharniergelenkes
als Spritzteil aus Kunststoff, wie weiter unten noch erläutert wird.
[0014] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Zapfen mit seinem
dem freien Zapfenende abgewandten Wurzelende senkrecht auf einer Haltelasche befestigt,
d.h. einseitig eingespannt ist. Die Haltelasche steht vorzugsweise allseitig über
den Umfang der Zapfenwurzel über, die Ober- und Unterseite der Haltelasche können
im Zusammenwirken mit am zweiten Bauteil ausgebildeten Gegenflächen als Führungsflächen
zur axialen Festigung des Zapfens dienen. Eine dieser Gegenflächen wird erfindungsgemäß
durch die Führungsschiene gebildet, auf der die Haltelasche aufliegt. Außerdem ist
erfindungsgemäß auf der der Führungswand abgewandten Seite der Führungsschiene in
einem der Dicke der Haltelasche entsprechenden Abstand eine zur Scharnierachse querstehende
Führungsfläche angeordnet, welche den Zapfen in der axialen Gegenrichtung festlegt.
[0015] Der Zapfen ist in weiterer Ausgestaltung im wesentlichen kegelförmig mit von der
Zapfenwurzel zum Zapfenende abnehmendem Durchmesser ausgebildet und das Zapfenende
ist durch einen zylindrischen Abschnitt mit einem gegenüber dem an diesen zylindrischen
Abschnitt anschließenden Zapfenabschnitt geringeren Durchmesser gebildet. Die Lagerausnehmung
hat in weiterer Ausgestaltung mindestens eine der Länge des zylindrischen Abschnittes
entsprechende Tiefe, so daß für den Fall, daß die Lagerausnehmung die Führungswand
nicht vollständig durchsetzt, die Stirnseite des Zapfenendes auf dem Boden der Lagerausnehmung
nicht aufsitzt. Dadurch kann eine statische Unbestimmtheit der axialen Festlegung
des Zapfens vermieden werden.
[0016] In bevorzugter Ausgestaltung ist die die Führungsschiene bildende Lasche mit einer
parallel zur Montagerichtung verlaufenden Seitenkante und einer quer zur Montagerichtung
verlaufenden Hinterkante jeweils an senkrecht zur Ebene der Lasche stehenden Wänden
des zweiten Bauteils befestigt, so daß diese Lasche in Richtung der Scharnierachse
äußerst stabil ist. Die die Führungswand bildende Lasche hingegen ist erfindungsgemäß
nur mit einer quer zur Montagerichtung verlaufenden Hinterkante an einer senkrecht
zur Ebene der Lasche stehenden Wand des zweiten Bauteils befestigt, so daß diese
Führungswand in Richtung der Scharnierachse elastisch sein kann, womit die elastische
Ausweich- und Schnappbewegung eindeutig dieser Lasche zugeordnet ist.
[0017] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen. Ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und im folgenden näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Scharniergelenkes in demontiertem Zustand;
Fig. 2 einen bei der Herstellung des Gelenkscharniers als Spritzteil verwendeten Formschieber
und
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines anderen Ausführungsbeispiels eines
Scharniergelenkes.
[0018] Das in Fig. 1 dargestellte Scharniergelenk dient zur schwenkbaren Verbindung eines
ersten Bauteils 2 mit einem zweiten Bauteil 4. Am ersten Bauteil, welches beispielsweise
der Deckel eines Gehäuses sein kann, ist an einer Haltelasche 6 ein Zapfen 8 einseitig
befestigt, so daß dieser mit seinem Zapfenende 10 frei absteht. Der Zapfen 8 ist im
wesentlichen kegelförmig mit von der Zapfenwurzel zum Zapfenende 10 abnehmendem Durchmesser
ausgebildet. Das Zapfenende ist durch einen zylindrischen Abschnitt 12 gebildet, dessen
Durchmesser geringer als der kleinste Kegeldurchmesser des an diesen Abschnitt 12
anschließenden Zapfens 8 ist.
[0019] Das zweite Bauteil 4, beispielsweise ein Gehäuse, weist mehrere das Gehäuseinnere
begrenzende Wände auf; in Fig. 1 sind zwei senkrecht aufeinanderstehende seitliche
Wände 14, 16 und eine Deckwand 18 dargestellt, die eine Gehäuseecke bilden.
[0020] Eine Führungswand 20 ist mit einer Lagerausnehmung 22 zur Aufnahme des Zapfenendes
10 versehen. Die zentrale Achse der Lagerausnehmung 22 bildet die Scharnierachse 24.
[0021] Bei der Montage des Scharniergelenkes werden das erste Bauteil 2 und der daran befestigte
Zapfen 8 in einer quer zur Zapfenachse 26 liegenden Montagerichtung entsprechend dem
Pfeil 28 verschoben, bis er eine zur Lagerausnehmung 22 fluchtende Rastposition erreicht
hat und in die Lagerausnehmung einrastet.
[0022] In Richtung der Scharnierachse 24 in einem Abstand zur Führungswand 20 ist eine Führungsschiene
30 angeordnet. Sie ist in der Montagerichtung 28 ausgerichtet und an ihrem in Montagerichtung
hinteren Ende geschlossen, so daß sie eine Anschlagkante 32 bildet. Diese Anschlagkante
32 definiert die Rastposition des Zapfens 8, bei welcher die Scharnierachse 24 und
die Zapfenachse 26 zusammenfallen. An ihrem in der Verschieberichtung 28 vorderen
Ende ist die Führungsschiene 30 offen, so daß der Zapfen 8 quer zur Zapfenachse 26
in die Führungsschiene 30 eingeführt werden kann.
[0023] Die Anschlagkante 32 ist halbkreisförmig mit einem dem Außendurchmesser des Zapfens
8 in seinem Wurzelbereich entsprechenden Innendurchmesser und einer zur Scharnierachse
24 konzentrischen Achse ausgebildet. Auf diese Weise bildet die Anschlagkante 32 eine
die Zapfenwurzel auf der Hälfte ihres Umfanges umgreifende und abstützende Lagerschale.
[0024] Die Lagerausnehmung 22 hat dagegen die Form einer in der Montagerichtung 28 offenen
Lagerhalbschale, die das Zapfenende 10 ebenfalls auf der Hälfte seines Umfanges umfaßt
und abstützt. Die durch die Anschlagkante 32 gebildete Lagerschale und die durch
die Lagerausnehmung 22 gebildete Lagerschale ergänzen sich zu einem allseitig geschlossenen
Lager, so daß der Zapfen 8 nach dem Einrasten in die Lagerausnehmung 22 in allen
radialen Richtungen fixiert ist.
[0025] Die Führungsschiene 30 ist durch eine zur Führungswand 20 parallele Lasche 34 gebildet,
in die eine U-förmige, mit ihrem offenen Ende in den freien Laschenrand 36 mündende
Ausnehmung 38 eingebracht wurde. Die Lasche 34 ist zumindest mit ihrer quer zur Montagerichtung
28 verlaufenden Hinterkante 40, vorzugsweise jedoch auch mit ihrer in Montagerichtung
28 verlaufenden Seitenkante 42 an den Wänden 14 bzw. 16 befestigt, so daß sie in Richtung
der Scharnierachse 24 äußerst steif ist.
[0026] Die Führungswand 20 ist ebenfalls als Lasche 44 ausgebildet, die vorzugsweise nur
mit ihrer Hinterkante 46 an der Wand 14 befestigt ist, so daß sie in Richtung der
Scharnierachse elastisch ausweichen kann. Auf der Führungswand 20 ist ein Lagerbock
48 angeordnet, in welchem die Lagerausnehmung 22 ausgebildet ist. Der Lagerbock 48
weist eine von seiner Oberseite aus entgegen der Montagerichtung 28 bis etwa auf die
Oberseite der Führungswand 20 abfallende Rampe 50 auf. Die Lagerausnehmung 22 durchsetzt
nur einen Teil der Höhe des Haltebockes 48. Die Tiefe der Lagerausnehmung 22 ist mindestens
gleich, vorzugsweise etwas größer als die Länge des zylindrischen Abschnittes 12 des
Zapfens 8.
[0027] Die der Lasche 34 zugewandte Unterseite der Deckwand 18 bildet eine funktional mit
dem Scharniergelenk zusammenwirkende Führungsfläche. Wie aus Fig. 1 hervorgeht, entspricht
der Abstand a zwischen der Lasche 34 und der Deckwand 18 etwa der Dicke b der Haltelasche
6. Bei der Montage des Scharniers schiebt sich die Haltelasche 6 in den Zwischenraum
zwischen der Lasche 34 und der Deckwand 18, so daß die an der Unterseite der Haltelasche
6 anliegende Lasche 34 einerseits und die an der Oberseite der Haltelasche 6 anliegende
Deckwand 18 andererseits eine axiale Festlegung des Zapfens 8 bewirken. Auf das Scharniergelenk
in Richtung der Scharnierachse 24 wirkende Kräfte werden demnach eindeutig über die
Haltelasche 6 auf die in Richtung der Scharnierachse 24 stabile Lasche 34 sowie die
Deckwand 18 übertragen, so daß die Lasche 44, die in Richtung der Scharnierachse 24
elastisch ausweichen kann, in dieser Richtung nicht belastet wird. Außerdem verhindert
die großflächige Führung der Haltelasche 6 zwischen der Lasche 34 und der Deckwand
18 jegliches Verkanten, so daß einerseits der Zapfen 8 bei der Montagebewegung exakt
zur Lagerausnehmung 22 ausgerichtet ist und andererseits nach dem Einrasten des Zapfens
8 in die Lagerausnehmung der Zapfen auch axial fixiert ist, so daß das Scharniergelenk
ohne weiteres auch als Einzelgelenk verwendbar und nicht auf ein Zusammenwirken mit
einem Gegengelenk angewiesen ist.
[0028] Bei der Verschiebung des Zapfens 8 in der Montagerichtung läuft das Zapfenende 10
gegen die Rampe 50 an und lenkt dadurch die Lasche 44 nach unten aus. Nach Erreichen
der Rastposition rastet das Zapfenende 10 in die Lagerausnehmung 22 ein und die Lasche
44 schnappt in ihre Ausgangsposition zurück. Durch die gemeinsame Wirkung der Lagerausnehmung
22 einerseits und der lagerschalenartigen Anschlagkante 32 andererseits ist der Zapfen
8 auch in radialer Richtung allseitig fixiert.
[0029] Die Abmessungen des zylindrischen Abschnittes 12 des Zapfens 8 einerseits und des
Lagerbockes 48 und der Lagerausnehmung 22 andererseits sind so aufeinander abgestimmt,
daß der Zapfen 8 weder mit seiner Stirnseite auf dem Grund der Lagerausnehmung 22
noch mit dem Absatz 52 zwischen dem Abschnitt 12 und dem übrigen Zapfenteil auf der
Oberseite des Lagerbockes 48 aufliegt, so daß jede statische Unbe stimmtheit der
axialen Lagerung vermieden wird. Andererseits hat eine eventuelle Auflage des Absatzes
52 auf der Oberseite des Lagerbockes 48 bzw. der Stirnseite des Zapfens 8 auf dem
Grund der Lagerausnehmung 22 keine wesentliche Wirkung, da die Lasche 44 ja nach
unten ausweichen kann.
[0030] Der Zapfen 8 kann grundsätzlich auch eine zylindrische Form haben; die kegelige
Ausbildung kann jedoch Vorteile für die Biegefestigkeit des Zapfens haben, da den
bei Biegebelastung zur Zapfenwurzel hin zunehmenden Biegekräften ein zunehmender
Zapfenquerschnitt entspricht. Die zylindrische Ausbildung des Abschnittes 12 ermöglicht
es, die Lagerausnehmung 22 in ihrem halbkreisförmigen Teil ebenfalls zylindrisch auszubilden,
was fertigungstechnische Vorteile hat.
[0031] Wie Fig. 1 zeigt, ist in der Wand 14 ein Schlitz 54 ausgebildet, dessen Höhe und
Breite wenigstens der Höhe und Breite des Lagerbockes 48 entsprechen.Bei einer Herstellung
des zweiten Bauteils 4 als Kunststoffspritzteil kann durch diesen Schlitz 54 ein
Formschieber 56 der in Fig. 2 dargestellten Art eingeführt werden, welcher in bekannter
Weise die Ausbildung des zur Wand 14 hin offenen Profils des Lagerbockes 48 ermöglicht.
[0032] Fig. 3 zeigt ein dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 im wesentlichen entsprechendes
Scharniergelenk in einer anderen Blickrichtung; gleiche Teile sind jeweils mit gleichen
Bezugszeichen, vermehrt um einhundert, bezeichnet. Es ist zu erkennen, daß die Seitenkanten
der die Führungswand bildenden Lasche 144, insbesondere die der Wand 116 zugewandte
Seitenkante 117 schräg verläuft und mit der Wand 116 nicht verbunden ist. Auf diese
Weise wird eine elastische Ausweichbewegung in Richtung der Scharnierachse 124 bei
der Montage des Scharniergelenkes nicht behindert.
[0033] An der den Zapfen 108 haltenden Haltelasche 106 ist eine Anschlagwarze 107 ausgebildet,
die bei einer vollkommen in Richtung des Teiles 109 verschwenkten Lage der Haltelasche
106 bei montiertem Scharniergelenk sich gegen die Außenkante 111 der die Führungsschiene
bildenden Lasche 134 anlegt und damit eine Schwenkendstellung des ersten Bauteils
102 definiert. Die Lasche 134 ist in dem Bereich, in welchem die Anschlagwarze 107
zur Anlage kommt, durch einen Verstärkungssteg 113 verstärkt, welcher ein Anheben
der Lasche 134 durch die Anschlagwarze 107 und damit ein Unwirksamwerden des Anschlages
verhindert. Um den Zapfen 108 ist eine Schraubenfeder 115 gewunden, deren eines Ende
117 sich am ersten Bauteil 102 abstützt und deren zweites Ende 119 sich bei montiertem
Scharniergelenk gegen die Wand 116 anlegt. Diese Schraubenfeder 115 erzeugt eine in
Richtung des Pfeiles 109 auf das erste Bauteil 102 wirkende Kraft; wenn das erste
Bauteil 102 beispielsweise der Dekkel eines Gehäuses ist, so wirkt die Schraubenfeder
115 vorzugsweise in einer das Deckelgewicht abstützenden Richtung.
[0034] Wie Fig. 2 zeigt, ist der vordere Laschenrand 136 der Lasche 134 mit einer in die
Ausnehmung 138 übergehenden Abrundung 139 versehen, die ein Einführen des Zapfens
108 in die Ausnehmung 138 erleichtern soll.
1. Scharniergelenk mit einem an einem ersten Bauteil angeordneten Zapfen mit wenigstens
einem freien Zapfenende, und mit wenigstens einer in einer Führungswand eines zweiten
Bauteils ausgebildeten Lagerausnehmung, wobei der mit seinem Zapfenende federnd in
der Führungswandfläche anliegende Zapfen in einer quer zur Zapfenachse liegenden
Montagerichtung verschiebbar ist, bis er eine zur Lagerausnehmung fluchtende Rastposition
erreicht und in die Lagerausnehmung einrastet, dadurch gekennzeichnet, daß am zweiten Bauteil (4, 104) eine in Montagerichtung (28, 128) ausgerichtete,
den Zapfen (8,108) in einem Abstand vom Zapfenende (10, 110) beidseitig führende
Führungsschiene (30, 130) mit einer an dem in Montagerichtung (28, 128) hinteren
Ende ausgebildeten, die Rastposition definierenden Anschlagkante (32, 132) vorgesehen
ist.
2. Scharniergelenk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsschiene (30, 130) an ihrem hinteren Ende halbkreisförmig mit einer
zur Achse der Lagerausnehmung (Scharnierachse 24, 124) konzentrischen Achse und mit
einem dem Durchmesser des Zapfens (8, 108) in dem von der Führungsschiene (30,130)
geführten Bereich entsprechenden Innendurchmesser ausgebildet ist.
3. Scharniergelenk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lageraus nehmung (22) in Richtung der Scharnierachse (24) gesehen im wesentlichen
die Form einer in Montagerichtung (28) offenen Lagerhalbschale hat.
4. Scharniergelenk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsschiene (30) durch eine zur Führungswand (20) des zweiten Bauteils
(4) im wesentlichen parallele Lasche (34) mit einer etwa U-förmigen, mit ihrem offenen
Ende in einen freien Laschenrand (36) mündenden Ausnehmung (38) gebildet ist.
5. Scharniergelenk nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß mit dem ersten Bauteil (2) wenigstens eine im wesentlichen quer zur Zapfenachse
(26) angeordnete Führungsfläche verbunden ist, welche bei der Verschiebebewegung des
Zapfens (8) an einer im wesentlichen quer zur Scharnierachse (24) angeordneten, mit
dem zweiten Bauteil (4) verbundenen Führungsfläche anliegt.
6. Scharniergelenk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungswand (20) des zweiten Bauteils (4) durch eine zur Scharnierachse
(24) querstehende, in Richtung der Scharnierachse (24) elastische Lasche (44) gebildet
ist.
7. Scharniergelenk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an der Führungswand (20) des zweiten Bauteils (4) eine in Montagerichtung
(28) vor der Lagerausnehmung (22) angeordnete, in Montagerichtung (28) zur Führungsschiene
hin ansteigende Rampe (50) vorgesehen ist.
8. Scharniergelenk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß an der Führungswand (20) des zweiten Bauteils (4) ein Lagerbock (48) angeordnet
ist, in welchem die Lagerausnehmung (22) ausgebildet ist, und daß der Lagerbock (48)
eine von seiner Oberseite aus entgegen der Montagerichtung (28) bis etwa auf die Führungswand
(20) abfallende Rampe (50) aufweist.
9. Scharniergelenk nach einem der Ansprüche 1 bis 8 , dadurch gekennzeichnet, daß der Zapfen (8) mit seinem dem freien Zapfenende (10) abgewandten Wurzelende
senkrecht auf einer Haltelasche (6) befestigt ist.
10. Scharniergelenk nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß auf der der Führungswand (20) abgewandten Seite der Führungsschiene (30) in
einem der Dicke (b) der Haltelasche (6) entsprechenden Abstand (a) eine zur Scharnierachse
(24) querstehende Führungsfläche angeordnet ist.
11. Scharniergelenk nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß am ersten Bauteil (102) und am zweiten Bauteil (104) jeweils Anschläge (107,
111) ausgebildet sind, welche bei wenigstens einer Endlage der Schwenkbewegung des
Scharniergelenkes zur gegenseitigen Anlage kommen.
12. Scharniergelenk nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine den Zapfen (108) umschlingende Schraubenfeder (115) vorgesehen ist, deren
eines Ende (117) sich bei montiertem Zapfen (108) am ersten Bauteil (102) und deren
anderes Ende (119) sich am zweiten Bauteil (104) abstützt.