(19)
(11) EP 0 281 974 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.09.1988  Patentblatt  1988/37

(21) Anmeldenummer: 88103447.4

(22) Anmeldetag:  05.03.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A45D 24/10, A46B 13/02, B06B 1/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
ES GR

(30) Priorität: 13.03.1987 DE 3708126

(71) Anmelder: Henkel Kommanditgesellschaft auf Aktien
40191 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Busch, Peter, Dr.
    D-4006 Erkrath (DE)
  • Thiele, Klaus
    D-4018 Langenfeld (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vibrationsvorrichtung und Verfahren zum Vibrieren eines Arbeitskopfes


    (57) Eine Vibrationsvorrichtung bestehend aus einem Vibrator-Arbeitskopf (1) mit einem dessen Antrieb, nämlich einen Elektromotor (2) mit Getriebe (3) und Exzenter (4), aufnehmenden Handgriff läßt ein optimales Entheddern ungeordneten Haars zu, wenn der als Kamm oder Bürste ausgebildete Arbeitskopf (1) an einem Ende (8) einer elastisch gelagerten, von dem Exzenter (4) angetriebenen Torkel­welle (10) mit Abstand von deren Torkelzentrum (11) befestigt wird.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vibrationsvorrichtung bestehend aus einem Vibrator-Arbeitskopf mit einem dessen Antrieb, nämlich einen Elektromotor mit Getriebe und Exzenter, aufnehmenden Handgriff. Sie betrifft ferner ein Verfahren zum Vibrieren eines Arbeitskopfes beim Kämmen, Bürsten, Mischen, Rühren, Massieren, Schleifen, Schütteln oder dergleichen.

    [0002] Eine Vorrichtung dieser Art zum Kämmen oder Bürsten der Haare mit einem einen in der Hand zu haltenden Stiel aufweisenden Gerät, insbesondere Stielkamm oder Stielbürste, wird in dem älteren DE-GM 86 03 383 beschrieben. Ein solcher Kamm bzw. eine solche Bürste gestatten es, auch nasses oder trockenes Haar zu ordnen, ohne daß der Kamm bzw. die Bürste nennenswert gehemmt oder wesent­liche Mengen an Haar ausgerissen werden. Außerdem kann unmittel­bar durch das Kämmen oder Bürsten eine Frisur mit ansprechendem Haarvolumen durch Wellen, Toupieren oder dergleichen erzeugt werden.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Antriebssystem für die aus einem Arbeitskopf mit einem dessen Antrieb aufnehmenden Handgriff bestehende Vivrationsvorrichtung zu schaffen, welches noch optimaler zum Entheddern von Haaren geeignet ist als der bisherige einfache Exzenterantrieb. Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß der Arbeitskopf an einem Ende einer elastisch gelagerten, von dem Exzenter angetriebenen Torkelwelle mit Ab­stand von deren Torkelzentrum befestigt ist.

    [0004] Die erfindungsgemäße Kombination von Exzenter und Torkelwelle ermöglicht eine elliptische Torkelbewegung und damit einen Bewegungs­ablauf, der es gestattet, einen Kamm oder eine Bürste optimal durch das Gewirr von Schlaufen ungeordneten, nassen oder trockenen Haars zu führen. Das Kämmen oder Bürsten mit Hilfe der erfindungs­gemäßen Vorrichtung erfolgt wegen der Torkelbewegung von Kamm oder Bürste in einer Art rotierender Pilgerschrittbewegung, so daß Haarschlaufen nicht aufgerissen sondern durch mehrfaches, zunehmend stärker werdendes Anschlagen der Zinken vorsichtig geöffnet werden. Das Anschlagen der Zinken erfolgt mit einer die Kraft auf das Haar allmählich erhöhenden Kreiselbewegung und nicht - wie bisher - ­durch Anschlagen von sich auf einer Geraden hin- und herbewegenden Kammzinken oder dergleichen. Die auf das Haar ausgeübten Kräfte sind daher in besonderer Weise geeignet, Schlaufen allmählich aufzu­ziehen und nicht zu zerreißen oder etwa das die Schlaufe enthaltende Haar auszureißen.

    [0005] Unerwartet ist die erfindungsgemäße Vibrationsvorrichtung durch die vorzugsweise zu erzielende elliptische Torkelbewegung in optimaler Weise auch für den Antrieb anderer Vibrationsgegenstän­de bzw. Werkzeuge, z. B. Mischer, Rührer, Massagegeräte, Schleifge­räte, Schüttelapparaturen oder dergleichen, anwendbar. In allen Fällen führt der sich schrittweise, gewissermaßen digital, steigernde Kraftangriff zu wesentlich verbesserten Arbeitsergebnissen.

    [0006] Zum Erzeugen der Torkelbewegung wird die Torkelwelle gemäß weiterer Erfindung in einem in einer Hülse insgesamt gehaltenen Gummipuffer gelagert. Der Gummipuffer soll zwar eine Bewegung der in ihm gelagerten Torkelwelle ermöglichen, sich aber selbst nicht bewegen können. Vorzugsweise soll die Anordnung so getroffen werden, daß das durch einen Bereich minimaler Bewegung etwa in der Mitte der Torkelwelle definierte Torkelzentrum im wesent­lichen noch innerhalb des Gummipuffers liegt. Wenn also der Ex­zenter am einen Ende der Torkelwelle und der Arbeitskopf am anderen Ende der torkelwelle befestigt wird, läßt sich unter Berück­sichtigung einer auch vom Material des Gummipuffers abhängenden Eigenfrequenz eine elliptische Torkelbewegung des Arbeitskopfes einstellen, die der Abtriebsstelle des Exzenters in etwa um eine halbe Periode nacheilt. Anstelle eines Gummipuffers kann auch eine Federanordnung, z. B. mit mindestens vier kreuzweise gespann­ten Federn, vorgesehen werden.

    [0007] Anhand der schematischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels mit einem Vibrationskamm werden Einzelheiten der Erfindung er­läutert.

    [0008] In der Zeichnung wird eine Vibrationsvorrichtung zum Entheddern der Haare mit einem einen in der Hand zu haltenden Stiel aufwei­senden Stielkamm dargestellt, wobei der Stiel als Gehäuse einen unmittelbar mit dem mit den Haaren in Berührung zu bringenden Kamm 1 verbundenen Vibrator enthält und wobei zum Vibrator im wesentlichen ein Elektromotor 2 mit Getriebe 3 und Exzenter 4 gehört. Diese Teile werden ebenso wie die dem Motor 2 zugeord­nete Batterie 5 und ein Schalter 6 in einem den Handgriff der Vibrationsvorrichtung bildenden Gehäuse gelagert. Der Einfachheit halber wird von dem Gehäuse lediglich eine Grundplatte 7 darge­stellt.

    [0009] Erfindungsgemäß wird der Kamm 1 an einem Ende 8 einer in einem Gummipuffer 9 gelagerten Torkelwelle 10 mit Abstand von deren Torkelzentrum 11 befestigt. Mit dem anderen Ende 12 der Torkel­welle 10 wird der Exzenter 4, beispielsweise über eine elastische, vorzugsweise als Feder ausgebildete Kupplung 13, verbunden. Der Gummipuffer 9 soll so in eine auf der Grundplatte 7 fixierte Hülse 14 eingeschlossen werden, daß die torkelwelle 10 zwar die ge­wünschte Torkelbewegung ausführen kann, der Gummipuffer 9 selbst aber nicht bewegt wird. Zweckmäßig soll der Gummipuffer 9 mit einem Sicherungsstift 15 gegen Drehung in der Hülse 14 festgelegt werden. Der Kamm 1 wird außerhalb des Gummipuffers 9 an dem der Angriffsseite des Exzenters 4 gegenüberliegenden Ende 8 der Welle 10, beispielsweise mit Hilfe einer Halterung 16 mit Klemm­schraube 17, festgelegt.

    Bezugszeichenliste



    [0010] 1 = Kamm
    2 = Motor
    3 = Getriebe
    4 = Exzenter
    5 = Batterie
    6 = Schalter
    7 = Grundplatte
    8 = Ende (10)
    9 = Gummipuffer
    10 = Torkelwelle
    11 = Torkelzentrum
    12 = Ende (10)
    13 = elastische Kupplung
    14 = Hülse
    15 = Sicherungsstift
    16 = Halterung
    17 = Klemmschraube



    Ansprüche

    1. Vibrationsvorrichtung bestehend aus einem Vibrator-Arbeitskopf (1) mit einem dessen Antrieb, nämlich einen Elektromotor (2) mit Getriebe (3) und Exzenter (4) aufnehmenden Handgriff,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Arbeitskopf (1) an einem Ende (8) einer elastich gelagerten, von dem Exzenter (4) angetriebenen Torkelwelle (10) mit Abstand von deren Torkelzentrum (11) befestigt ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Torkelwelle (10) in einem in einer Hülse (14) insgesamt gehaltenen Gummipuffer (9) gelagert ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Torkelwelle in einer Anordnung von mindestens vier kreuz­weise gespannten Federn gelagert ist.
     
    4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Exzenter (4) über eine elastische Kupplung (13), vorzugsweise über eine Feder, mit der Torkelwelle (10), insbesondere an deren dem Arbeitskopf (1) abgewandten Ende (12) gekuppelt ist.
     
    5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Torkelwelle (10) im Sinne der Erzeugung einer elliptischen Torkelbewegung des Arbeitskopfes (1) gelagert und angetrieben ist.
     
    6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Arbeitskopf (1) als Mittel zum Entheddern der Haare, ins­besondere als Kamm oder Bürste, als Mischer, Rührer, Massage- ­oder Schleifgerät oder als Schüttelapparatur ausgebildet ist.
     
    7. Verfahren zum Vibrieren eines Arbeitskopfes (1) beim Kämmen, Bürsten, Mischen, Rühren, Massieren, Schleifen, Schütteln oder dergleichen, insbesondere zum Betrieb der Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Arbeitskopf (1) in eine elliptische Torkelbewegung versetzt wird.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht