[0001] Die Erfindung betrifft eine Vibrationsvorrichtung bestehend aus einem Vibrator-Arbeitskopf
mit einem dessen Antrieb, nämlich einen Elektromotor mit Getriebe und Exzenter, aufnehmenden
Handgriff. Sie betrifft ferner ein Verfahren zum Vibrieren eines Arbeitskopfes beim
Kämmen, Bürsten, Mischen, Rühren, Massieren, Schleifen, Schütteln oder dergleichen.
[0002] Eine Vorrichtung dieser Art zum Kämmen oder Bürsten der Haare mit einem einen in
der Hand zu haltenden Stiel aufweisenden Gerät, insbesondere Stielkamm oder Stielbürste,
wird in dem älteren DE-GM 86 03 383 beschrieben. Ein solcher Kamm bzw. eine solche
Bürste gestatten es, auch nasses oder trockenes Haar zu ordnen, ohne daß der Kamm
bzw. die Bürste nennenswert gehemmt oder wesentliche Mengen an Haar ausgerissen werden.
Außerdem kann unmittelbar durch das Kämmen oder Bürsten eine Frisur mit ansprechendem
Haarvolumen durch Wellen, Toupieren oder dergleichen erzeugt werden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Antriebssystem für die aus einem Arbeitskopf
mit einem dessen Antrieb aufnehmenden Handgriff bestehende Vivrationsvorrichtung zu
schaffen, welches noch optimaler zum Entheddern von Haaren geeignet ist als der bisherige
einfache Exzenterantrieb. Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß der Arbeitskopf
an einem Ende einer elastisch gelagerten, von dem Exzenter angetriebenen Torkelwelle
mit Abstand von deren Torkelzentrum befestigt ist.
[0004] Die erfindungsgemäße Kombination von Exzenter und Torkelwelle ermöglicht eine elliptische
Torkelbewegung und damit einen Bewegungsablauf, der es gestattet, einen Kamm oder
eine Bürste optimal durch das Gewirr von Schlaufen ungeordneten, nassen oder trockenen
Haars zu führen. Das Kämmen oder Bürsten mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung
erfolgt wegen der Torkelbewegung von Kamm oder Bürste in einer Art rotierender Pilgerschrittbewegung,
so daß Haarschlaufen nicht aufgerissen sondern durch mehrfaches, zunehmend stärker
werdendes Anschlagen der Zinken vorsichtig geöffnet werden. Das Anschlagen der Zinken
erfolgt mit einer die Kraft auf das Haar allmählich erhöhenden Kreiselbewegung und
nicht - wie bisher - durch Anschlagen von sich auf einer Geraden hin- und herbewegenden
Kammzinken oder dergleichen. Die auf das Haar ausgeübten Kräfte sind daher in besonderer
Weise geeignet, Schlaufen allmählich aufzuziehen und nicht zu zerreißen oder etwa
das die Schlaufe enthaltende Haar auszureißen.
[0005] Unerwartet ist die erfindungsgemäße Vibrationsvorrichtung durch die vorzugsweise
zu erzielende elliptische Torkelbewegung in optimaler Weise auch für den Antrieb anderer
Vibrationsgegenstände bzw. Werkzeuge, z. B. Mischer, Rührer, Massagegeräte, Schleifgeräte,
Schüttelapparaturen oder dergleichen, anwendbar. In allen Fällen führt der sich schrittweise,
gewissermaßen digital, steigernde Kraftangriff zu wesentlich verbesserten Arbeitsergebnissen.
[0006] Zum Erzeugen der Torkelbewegung wird die Torkelwelle gemäß weiterer Erfindung in
einem in einer Hülse insgesamt gehaltenen Gummipuffer gelagert. Der Gummipuffer soll
zwar eine Bewegung der in ihm gelagerten Torkelwelle ermöglichen, sich aber selbst
nicht bewegen können. Vorzugsweise soll die Anordnung so getroffen werden, daß das
durch einen Bereich minimaler Bewegung etwa in der Mitte der Torkelwelle definierte
Torkelzentrum im wesentlichen noch innerhalb des Gummipuffers liegt. Wenn also der
Exzenter am einen Ende der Torkelwelle und der Arbeitskopf am anderen Ende der torkelwelle
befestigt wird, läßt sich unter Berücksichtigung einer auch vom Material des Gummipuffers
abhängenden Eigenfrequenz eine elliptische Torkelbewegung des Arbeitskopfes einstellen,
die der Abtriebsstelle des Exzenters in etwa um eine halbe Periode nacheilt. Anstelle
eines Gummipuffers kann auch eine Federanordnung, z. B. mit mindestens vier kreuzweise
gespannten Federn, vorgesehen werden.
[0007] Anhand der schematischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels mit einem Vibrationskamm
werden Einzelheiten der Erfindung erläutert.
[0008] In der Zeichnung wird eine Vibrationsvorrichtung zum Entheddern der Haare mit einem
einen in der Hand zu haltenden Stiel aufweisenden Stielkamm dargestellt, wobei der
Stiel als Gehäuse einen unmittelbar mit dem mit den Haaren in Berührung zu bringenden
Kamm 1 verbundenen Vibrator enthält und wobei zum Vibrator im wesentlichen ein Elektromotor
2 mit Getriebe 3 und Exzenter 4 gehört. Diese Teile werden ebenso wie die dem Motor
2 zugeordnete Batterie 5 und ein Schalter 6 in einem den Handgriff der Vibrationsvorrichtung
bildenden Gehäuse gelagert. Der Einfachheit halber wird von dem Gehäuse lediglich
eine Grundplatte 7 dargestellt.
[0009] Erfindungsgemäß wird der Kamm 1 an einem Ende 8 einer in einem Gummipuffer 9 gelagerten
Torkelwelle 10 mit Abstand von deren Torkelzentrum 11 befestigt. Mit dem anderen Ende
12 der Torkelwelle 10 wird der Exzenter 4, beispielsweise über eine elastische, vorzugsweise
als Feder ausgebildete Kupplung 13, verbunden. Der Gummipuffer 9 soll so in eine auf
der Grundplatte 7 fixierte Hülse 14 eingeschlossen werden, daß die torkelwelle 10
zwar die gewünschte Torkelbewegung ausführen kann, der Gummipuffer 9 selbst aber
nicht bewegt wird. Zweckmäßig soll der Gummipuffer 9 mit einem Sicherungsstift 15
gegen Drehung in der Hülse 14 festgelegt werden. Der Kamm 1 wird außerhalb des Gummipuffers
9 an dem der Angriffsseite des Exzenters 4 gegenüberliegenden Ende 8 der Welle 10,
beispielsweise mit Hilfe einer Halterung 16 mit Klemmschraube 17, festgelegt.
Bezugszeichenliste
[0010] 1 = Kamm
2 = Motor
3 = Getriebe
4 = Exzenter
5 = Batterie
6 = Schalter
7 = Grundplatte
8 = Ende (10)
9 = Gummipuffer
10 = Torkelwelle
11 = Torkelzentrum
12 = Ende (10)
13 = elastische Kupplung
14 = Hülse
15 = Sicherungsstift
16 = Halterung
17 = Klemmschraube
1. Vibrationsvorrichtung bestehend aus einem Vibrator-Arbeitskopf (1) mit einem dessen
Antrieb, nämlich einen Elektromotor (2) mit Getriebe (3) und Exzenter (4) aufnehmenden
Handgriff,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitskopf (1) an einem Ende (8) einer elastich gelagerten, von dem Exzenter
(4) angetriebenen Torkelwelle (10) mit Abstand von deren Torkelzentrum (11) befestigt
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Torkelwelle (10) in einem in einer Hülse (14) insgesamt gehaltenen Gummipuffer
(9) gelagert ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Torkelwelle in einer Anordnung von mindestens vier kreuzweise gespannten
Federn gelagert ist.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Exzenter (4) über eine elastische Kupplung (13), vorzugsweise über eine Feder,
mit der Torkelwelle (10), insbesondere an deren dem Arbeitskopf (1) abgewandten Ende
(12) gekuppelt ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Torkelwelle (10) im Sinne der Erzeugung einer elliptischen Torkelbewegung
des Arbeitskopfes (1) gelagert und angetrieben ist.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitskopf (1) als Mittel zum Entheddern der Haare, insbesondere als Kamm
oder Bürste, als Mischer, Rührer, Massage- oder Schleifgerät oder als Schüttelapparatur
ausgebildet ist.
7. Verfahren zum Vibrieren eines Arbeitskopfes (1) beim Kämmen, Bürsten, Mischen,
Rühren, Massieren, Schleifen, Schütteln oder dergleichen, insbesondere zum Betrieb
der Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitskopf (1) in eine elliptische Torkelbewegung versetzt wird.