[0001] Die Erfindung betrifft ein Abenteuermesser, daß ein einen Handgriff und eine Klinge
aufweisendes Messer, eine zur Aufnahme des in sie einzusteckenden Klinge des Messers
bestimmte Schneide und eine Schleifeinrichtung für die Schneide der Klinge des Messers
aufweist. Die Erfindung ist aber in gleicher Weise für Messer anwendbar, die zu Jagdzwecken
oder für militärische Zwecke geeignet sind, beispielsweise für Jagdmesser oder Bajonetts
bzw. Seitengewehre.
[0002] Bei Messern dieser Art besteht das Bedürfnis, die Schneide der Klinge derselben von
Zeit zu Zeit nachzuschleifen, um die Funktionsfähigkeit des Messers aufrechterhalten
zu können.
[0003] Zu diesem Zweck ist es bekannt, das Abenteuermesser oder dergleichen mit einem Schleifstein
aufzurüsten, der in einer an bzw. auf der Scheide angebrachten Aufnahme steckt und
bei Bedarf herausgenommen werden kann. Da der Schleifstein jedoch ein separater Teil
ist, kann er bei oder nach Benutzung herabfallen, falsch abgelegt werden oder einfach
verloren gehen, so daß nicht gewährleistet ist, daß die Schneide der Klinge des Messers
bei Bedarf stets nachgeschliffen werden kann, selbst wenn keine speziellen Werkzeuge
oder sonstige Hilfsmittel zur Verfügung stehen.
[0004] Hinzu kommt, daß sich in den offenen Poren von Schleifsteinen mit der Zeit Schmutz
und Fette absetzen können, welche die Poren schließen, wodurch die Schleiffähigkeit
und Schleifleistung deutlich verringert werden.
[0005] Hinzu kommt, daß die Benutzung eines in einen an der Scheide des Messers vorgesehenen
Behältnis untergebrachten separaten Schleifsteines umständlich und unbequem ist,
denn zum Schleifen mit der Schleifstein aus dem mit einer Klappe verschlossenen Behältnis
herausgenommen und von Hand über die Schneide der Klinge geführt werden. Dies ist
nicht nur umständlich, sondern auch unbequem, weil der Schleifstein verhältnismäßig
klein ist und daher nur unbequem gehalten werden kann. Deshalb unterbleibt bei derart
ausgerüsteten Abenteuermessern oder dergleichen vielfach das notwendige Nachschleifen
der Klinge, so daß die Klinge vielfach trotz der vorhandenen Nachschleifmöglichkeit
stumpf ist.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Abenteuermesser oder dergleichen zu
schleifen, das eine preiswerte, einfach zu handhabende und zuverlässig bzw. dauerhaft
wirksame Schleifeinrichtung zum Nachschleifen der Schneide der Messerklinge aufweist.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung mit einem Abenteuermesser oder dergleichen
der eingangs genannten Gattung gelöst, welches die Merkmale des kennzeichnenden Teiles
des Patentanspruches 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
[0008] Die erfindungsgemäß auf der Außenseite der Scheide des Abenteuermessers oder dergleichen
angebrachte Schleifmittelschicht ist nicht nur preiswert herzustellen bzw. anzubringen,
sondern auch einfach und bequem zu benutzen. Der Benutzer des Abenteuermessers oder
dergleichen kann nämlich die Schneide der Messerklinge schnell und wirksam nachschleifen,
weil ein guter und wirksamer Kontakt zwischen Schleifmittelschicht und der nachzuschleifenden
Klinge gewährleistet ist. Die Schleifmittelschicht ist an einem Ende der Scheide
angebracht, so daß für den Schleifvorgang die Scheide einen Handgriff mit verhältnismäßig
langem Hebelarm entspricht, welcher dem Hebelarm der nachzuschleifenden Messerschneide
entspricht, das heißt dem durch den Handgriff des Messers bestimmten Hebelarm.
[0009] Hinzu kommt, daß die erfindungsgemäß vorzusehende Schleifmittelschicht kaum über
die Oberfläche der Scheide des Abenteuermessers oder dergleichen übersteht und somit
bei normalem Gebrauch bzw. bei normalem Tragen des Messers nicht stört. Im Gegensatz
zu einem porenenthaltenen Schleifstein hat eine erfindungsgemäß vorzusehende Schleifmittelschicht
den Vorteil, daß sie keine Poren oder ähnliche Öffnungen enthält, welche sich mit
Körperfetten, Schmutz oder Verunreinigungen zusetzen können, so daß die Schleifwirkung
der erfindungsgemäß vorzusehenden Schleifeinrichtung auch im rauhen Feldbetrieb, wo
Schmutz- und Schlammeinwirkung nicht zu vermeiden sind, nicht beeinträchtigt werden
kann.
[0010] Schutz gegen Umweltschmutz bietet insbesondere, daß die Schleifmittelschicht erfindungsgemäß
an der Innenseite der Scheide vorgesehen sein kann, weil sie dann normalerweise am
Körper des Trägers des Abenteuermessers oder dergleichen anliegt und somit Umwelteinflüssen
und insbesondere dem Einfluß von Schmutz wenig ausgesetzt ist.
[0011] Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß als Schleifmaterial Kristalle
bzw. Kristallsplitter aus Korund, Saphir und/oder Diamant verwendet werden, die in
einer Trägerschicht, beispielsweise aus Nickel, verankert sind. Dementsprechend sind
keine Poren vorgesehen, die sich durch Fett oder sonstigen Schmutz zusetzen können.
Die Kristallsplitter bzw. Kristallkörper können zwar durch Benutzung oder aufgrund
sonstiger Verschleißerscheinungen abbrechen, jedoch entstehen dabei stets neue Kanten
und/oder Spitzen, die die gewünschte Schleifwirkung aufweisen. Eventuell sich zwischen
die einzelnen Kristalle oder Kristallsplitter bzw. Schleifkörperteile setzenden Schmutzpartikel
bleiben dort nicht dauerhaft haften und stören insbesondere nicht die Schleifwirkung
der Schleifkörper.
[0012] Die erfindungsgemäß an der Scheide des Abenteuermessers oder dergleichen vorzusehende
Schleifmittelschicht kann auf die Scheide galvanisch aufgebracht, aufgeklebt, aufgedruckt
oder aufgestempelt werden. Auf diese Weise ist es einfach und preiswert möglich, die
Schleifeinrichtung dauerhaft mit der Scheide zu verbinden. Dabei ist ein absatzloser
Übergang in die Oberfläche der Scheide möglich, das heißt es entstehen keine scharfen
Kanten oder Übergänge, die zum Abreißen oder Abbrechen der Schleifmittelbeschichtung
führen könnten.
[0013] Durch die Erfindung wird ein Abenteuermesser oder ein für jagdliche oder militärische
Zwecke geeignetes Messer geschaffen, das mit einer sehr einfach ausgebildeten, jedoch
äußerst wirkungsvollen und dauerhaften Schleifeinrichtung ausgestattet ist, so daß
die Schneide des Messers jederzeit einfach und wirkungsvoll nachgeschliffen bzw. geschärft
werden kann. Zu diesem Zweck ist es lediglich erforderlich, das Messer in die eine
Hand und die Scheide in die andere Hand zu nehmen und zum Schärfen die Schneide über
die Schleifmittelbeschichtung zu führen. Beide Teile, nämlich Messer und Scheide bilden
einen verhältnismäßig langen Hebelarm zu den miteinander zusammenwirkenden Abschnitten,
nämlich der Klinge und der Schleifmittelbeschichtung, so daß das Nachschleifen bzw.
Schärfen der Schneide kraftvoll und somit wirkungsvoll ausgeführt werden kann.
[0014] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäß ausgestalteten
Abenteuermessers oder auch Seitengewehrs dargestellt, und zwar zeigt
Figur 1 eine Ansicht der Rückseite des Abenteuermessers, das heißt also der Seite,
die am Körper getragen wird, und
Figur 2 einen Querschnitt der Scheide des Abenteuermessers nach Linie II - II aus
Figur 1, wobei die auf der Rückseite der Scheide angebrachte Schleifmittelschicht
zur besseren Erkennbarkeit übertrieben groß bzw. dick dargestellt ist.
[0015] Das Abenteuermesser (1) besteht im wesentlichen aus dem eigentlichen Messer (2) und
einer Scheide (3), in deren innere Öffnung (4) die Klinge (5) des Messers (2) eingesteckt
werden kann, während der Handgriff (6) außerhalb der Scheide (3) verbleibt und sich
das Heft (7) bei eingestecktem Messer (2) als eine Art Anschlag auf die Oberseite
der Scheide (3) legt.
[0016] An der Rückseite der Scheide (3) ist am oberen Ende eine Halterung (8) angebracht,
mit der die Scheide (3) beispielsweise an einen Gürtel angebracht werden kann, um
das Abenteuermesser (1) am Körper eines Benutzers tragen zu können.
[0017] Am oberen Ende der Scheide (3) befindet sich auf der Rückseite derselben in einer
begrenzten Zone (9) eine streifenförmige Schleifmittelbeschichtung (10), die aus einem
unmittelbar auf der Scheide angebrachten Einbettmedium (11) und in diese eingebetteten
Schleifkörner (12), beispielsweise Kristalle oder Kristallsplitter, gebildet ist.
[0018] Die Schleifmittelbeschichtung (10) ist am oberen Ende und auf der Rückseite der
Scheide (3) angebracht. Will man die Schneide der Klinge (5) des Messers (2) nachschleifen
oder anschärfen, nimmt man das Messer (2) am Handgriff (6) in die eine Hand und die
Scheide (3) in die andere Hand, zieht das Messer (2) aus der Scheide heraus und führt
die Schneide der Klinge (5) über die Schleifmittelbeschichtung (10). Sowohl das Messer
(2) als auch die Scheide (3) können bequem gehalten werden, ohne daß die Hände in
den Bereich der Schleifmittelbeschichtung (10) bzw. der anzuschärfenden Klinge (5)
kommen können. Somit sind nicht nur günstige Hebelarme für ein kraftvolles Nachschleifen
bzw. Anschärfen der Klinge gegeben, sondern es besteht auch keine Verletzungsgefahr,
weil der Benutzer die Schleifeinrichtung nicht unmittelbar anfassen muß.
[0019] Die Schleifmittelbeschichtung (10) enthält keine Poren oder sonstige Öffnungen,
in welchen sich Schmutz oder sonstige Verunreinigungen festsetzen und dadurch die
Schleifkörner unwirksam machen können. Die Schleifkörner (12) sind zweckmäßig Kristalle
oder Kristallsplitter, die aus Korund, Saphir, Diamant oder Mischungen dieser Kristallarten
bestehen können.
[0020] Die Schleifkörner (12) sind so im Einbettmedium (11) angeordnet, daß stets spitze
und/oder scharfe Kanten der eingebetteten Kristalle aus dem Einbettmedium herausragen
und somit ein insgesamt zackiges Schleifprofil bilden.
[0021] Das Einbettmedium (11) ist bei der dargestellten Ausführungsform Nickel und wurde
galvanisch auf die Scheide (3) aufgetragen, so daß an den Rändern der Schleifmittelbeschichtung
(10) keine scharfen Absätze oder Kanten vorhanden sind. Vielmehr geht die Schleifmittelbeschichtung
allmählich in die Oberfläche der Scheide (3) über, wie Figur 2 zeigt.
1. Abenteuermesser oder dergleichen, mit einem einen Handgriff und eine Klinge aufweisenden
Messer, einer zur Aufnahme der in sie einzusteckenden Klinge des Messers bestimmten
Scheide und einer Schleifeinrichtung für die Schneide der Klinge,
dadurch gekennzeichnet, daß als Schleifeinrichtung auf der Außenseite der Scheide (3) in einer begrenzten
Zone (9) eine Schleifmittelbeschichtung (10) dauerhaft angeordnet ist.
2. Abenteuermesser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleifmittelbeschichtung
(10) auf der Rückseite der Scheide (3) angeordnet ist.
3. Abenteuermesser nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleifmittelbeschichtung
(10) am oberen Ende der Scheide (3) angeordnet ist.
4. Abenteuermesser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schleifmittelbeschichtung (10) ein Einbettmedium (11) mit darin eingebetteten
Schleifkörnern (12) aufweist.
5. Abenteuermesser nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Einbettmedium
(11) Nickel ist.
6. Abenteuermesser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schleifkörner (12) Kristalle bzw. Kristallsplitter mit einer Härte von mindestens
9 nach der Mohs'schen Härteskala aufweisen.
7. Abenteuermesser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schleifkörner (12) aus Korund, Saphir und/oder Diamant bestehen.
8. Abenteuermesser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schleifmittelbeschichtung (10) galvanisch, durch Kleben, Drucken oder Stempeln
auf die Scheide (3) aufgebracht ist.