[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Bausatz zur Erstellung von Verbundbauwerken,
wobei Elemente des Bausatzes über Schwalbenschwanzverbindungen miteinander verbindbar
sind. Dabei ist insbesondere an freistehende Mauern gedacht, die in Trockenbauweise
erstellt werden können sowie an Schallschutzwände.
[0002] Es sind eine Vielzahl von Bausätzen mit den verschiedensten Elementen bekannt, um
Mauern, beispielsweise freistehende Mauern oder Schallschutzwände zu erstellen, wobei
auch Bausätze bekannt sind, die eine Errichtung von Mauern in Trockenbauweise ermöglichen.
So ist beispielsweise aus der EP-A- 0 2l5 994 ein Bausatz zur Erstellung von Verbundbauwerken
bekannt, bei welcher Elemente über Schwalbenschwanzverbindungen miteinander verbindbar
sind. Diese Elemente sind trogförmig gestaltet und beidseitig bepflanzbar.
[0003] Es ist nun Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen Bausatz anzugeben, der einerseits
mit einem vorgenannten Bausatz mit Schwalbenschwanzverbindungen kompatibel ist und
andererseits leicht und ohne aufwendige Hilfsmittel zu einer wirkungsvollen Schallschutzwand
oder eine andere Mauer, die auch für Böschungen verwendbar ist, zusammensetzbar ist.
Ausserdem soll der Bausatz in Bezug auf die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten relativ
wenige Elemente umfassen und möglichst wirtschaftlich und rationell herstellbar sein.
Diese Aufgaben werden mit einem in den Ansprüchen definierten Bausatz gelöst.
[0004] Die Erfindung wird nun im einzelnen anhand einer Zeichnung von Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
Fig. l zeigt in perspektivischer Sicht ein erstes er findungsgemässes Element des
Bausatzes,
Fig. 2 zeigt das Element von Fig. l in der Draufsicht,
Fig. 3 zeigt in perspektivischer Sicht ein Verbindungselement,
Fig. 4 zeigt das Element von Fig. 3 von oben,
Fig. 5 zeigt in perspektivischer Sicht ein weiteres erfindungsgemässes Element,
Fig. 6 zeigt das Element von Fig. 5 von oben,
Fig. 7 zeigt von oben eine Ausführungsvariante des ersten Elementes,
Fig. 8 zeigt eine aus vorbekannten und erfindungsgemässen Elementen erstellte Schallschutzwand
in Seitenansicht,
Fig. 9 zeigt die Wand von Fig. 8 in der Draufsicht,
Fig.10 zeigt eine Ausführungsvariante einer Schallschutzwand,
Fig.ll zeigt ein Abschlusselement des Bausatzes,
Fig.l2 zeigt ein Anwendungsbeispiel der erfindungsgemässen Elemente als Böschungswand,
und
Fig.l3 zeigt ein weiteres Anwendungsbeispiel.
[0005] Die Figuren l und 2 beschreiben ein erstes Element l, das an seinen beiden Querseiten
eine Schwalbenschwanznut 2 und an seinen Längsseiten je drei Flügel 3 aufweist.
Jeder Flügel 3 weist, von aussen, das heisst von der Spitze 4 aus gesehen eine Ausbuchtung,
respektive einen Absatz 5 auf, der beidseitig des Flügels angeordnet ist. An diesen
Absatz 5 schliesst sich eine entsprechende Ausnehmung 6 an, wobei aus den Figuren
2 und 7 klar ersichtlich ist, dass die Zwischenräume 7 zwischen den Flügeln genau
gleich, um l80° gedreht, gestaltet sind, wie die Flügel selber, so dass ein Flügel
jeweils genau in den Zwischenraum zwischen zwei Flügeln passt. Dies gilt selbstverständlich
auch für die Flügel 8 und Zwischenräume 9 des Elementes l0 gemäss Figur 7, dessen
Absatz ll, respektive Ausnehmung 12 sägezahnartig ausgebildet ist. Neben der gezeichneten
Form der Flügel 3 mit rechteckigen Absätzen und der sich verjüngenden Form der Flügel
8 mit sägezahnartigen Absätzen, respektive Ausnehmungen, sind eine Reihe von anderen
Formen denkbar, beispielsweise spitzer zulaufende, dreieckige Formen oder andere.
In den Figuren 1, 2 und 7 erkennt man ferner, dass das Element 1 oder 10 mit einer
länglichen Oeffnung 13 versehen ist, die einerseits eine Gewichtsreduktion bringt
und andererseits der Verankerung, respektive Stabilisierung der aufeinandergebauten
Elemente mittels Armierungseisen 25 und Betonfüllung dient, wobei auch Elemente mittels
Gewindestangen verspannt werden können. Selbstverständlich können anstatt einer länglichen
Oeffnung auch mehrere Oeffnungen und mit anderen Formen im Mittelteil des Elementes
1 oder 10 angeordnet sein.
[0006] In den Figuren 3 und 4 ist ein Verbindungselement 14 dargestellt, das an zwei gegenüberliegenden
Seiten je eine Schwalbenschwanzfeder 15 aufweist, die in die Schwalbenschwanznut 2
passt. Es ist klar, dass auch eine Umkehrung der beiden Verbindungsteile möglich ist
d.h., dass am ersten Element Schwalbenschwanzfedern und am Verbindungselement Schwalbenschwanznuten
vorgesehen sind. Das Verbindungselement weist ferner eine Sicke 16 auf, an der es
gespalten werden kann.
[0007] In den Figuren 5 und 6 ist ein zweites Element 17 dargestellt, das auf einer seiner
Längsseiten, in der Mitte, eine Schwalbenschwanzfeder 18 und auf der anderen Längsseite,
wie das erste Element mit drei Flügeln 3 oder gegebenenfalls 8 versehen ist. Das zweite
Element 26 (Figur 12) kann auch in der Form der Ausführungsvariante gemäss Figur
7 ausgebildet sein.
[0008] Man erkennt aus den Figuren 1, 2 und 7 ferner, dass das erste Element an der in der
Zeichnung oben liegenden Seite eine breite, durchgehende Nut 19 und die Unterseite
eine entsprechende Rippe 20 aufweist. Wie aus den Figuren 8 und 11 hervorgeht, gestattet
dies eine Verriegelung der aufeinander liegenden ersten Elemente auch in vertikaler
Richtung.
[0009] Als Materialien für solche Elemente kommen sämtliche für die Herstellung von Verbundsteinen
gebräuchlichen Stoffe in Frage, insbesondere auch Leichtbeton und grobporiges, schallschluckendes
Material. In den vorliegenden Ausführungsbeispielen sind jeweils Elemente mit drei
Flügeln gezeichnet, doch können auch Elemente mit zwei, vier oder mehr Flügeln verwendet
werden. Allerdings nimmt dann mit der Zunahme der Flügel die Handlichkeit ab.
[0010] In den Figuren 8 und 9 ist der Aufbau einer Schallschutzwand dargestellt, wobei
Teile eines anderen Bausatzes zur Erstellung von Verbundbauwerken, die mit bepflanzbaren
Trögen verbunden werden können, verwendet werden. In den Figuren 8, 9 und 10 ist ein
aus der EP-A-0 2l5 994 bekannter, quadratischer Trogstein T dargestellt, der an allen
seinen vier Seiten je eine Schwalbenschwanznut N aufweist, die der Schwalbenschwanznut
2, respektive Schwalbenschwanzfeder 15 der Elemente gemäss den Figuren 1 und 3 entspricht.
Anschliessend an diese Trogsteine T können nun über die Verbindungselemente 14 die
ersten Elemente 1 aneinander und übereinander gereiht werden. In Figur 8 ist ersichtlich,
dass die Verbindungselemente bezüglich der Trogelemente und der ersten Flügelelemente
um eine halbe Höhe versetzt angeordnet sind, um einen guten Verbund zu erzielen. In
Figur 9 ist ferner angedeutet, dass Flügelelemente auch senkrecht zu der Schallschutzwand
angereiht werden können, die zudem als Schallschluckelemente dienen. Dies gilt ebenfalls
für das zweite Element 17, das in Figur 9 am linken Trogstein angebaut wurde. Sowohl
die Trogsteine als auch die Flügelelemente können ausgegossen werden, wobei Armierungseisen
25 verwendet werden können. Insbesondere aus Figur 9 ergibt sich eine weitere Funktion
der geformten Flügel, respektive der Ausbuchtungen und Ausnehmungen der Flügel, nämlich
deren Fähigkeit, den Schall weitgehendst zu absorbieren und somit zu vernichten. Infolge
des modularen Aufbaus der Schallschutzwand ist es ohne weiteres möglich, einzelne
Elemente entweder auszulassen und statt dessen eine Türe einzubauen, die das gleiche
Aussehen hat oder Elemente direkt an Scharnieren anzubringen, um als Notausgang zu
dienen. Die Abmessungen und das Material der Flügelelemente können derart gewählt
sein, dass handliche Elemente entstehen, die ohne besondere Hilfsmittel wie schwere
Krane und dergleichen entladen und aufgestellt werden können.
[0011] In Figur l0 sind weitere Ausführungsvarianten dargestellt. Falls beispielsweise
auf einer Seite entweder glatte Wände oder eine Verstärkung der Mauern erwünscht ist,
können die Elemente 22, die keine Schwalbenschwanzfeder aufweisen, wie in Figur 10
links unten dargestellt in den ersten Elementen eingeführt werden, so dass deren glatte
Aussenseite nach aussen schaut. Dabei kann die Schwalbenschwanzfeder entweder entfernt
werden, oder es können Elemente vorgesehen sein, die eine solche Schwalbenschwanzfeder
18 nicht aufweisen. Auf der rechten Seite von Figur 10 sind schallschluckende Stäbe
21 aus Steinwolle oder dergleichen dargestellt, die in die Zwischenräume zwischen
zwei Flügeln gepresst werden können. Statt der zweiflügligen Elemente 22 in Figur
10 links können selbstverständlich auch 3- oder 4-flüglige Elemente verwendet werden,
die dann eine noch bessere Verbundwirkung erzielen können.
[0012] In Figur 11 ist ein Deckstein 23 dargestellt, der einerseits einen ästhetischen Abschluss
bildet und andererseits verhindert, dass Regen und Schmutz von oben in die Wand eindringen.
Der Deckstein weist an seiner unteren Seite die in die Nut 19 passende Rippe 20 auf,
während die Seiten beliebig gestaltet werden können und wie in Figur 11 dargestellt
nach unten weisen.
[0013] In Figur 12 ist eine andere Anwendung der erfindungsgemässen Elemente dargestellt,
nämlich für die Errichtung einer Böschungsmauer. Man erkennt, dass die Elemente entweder
wie bei der Schallschluckmauer vollständig mittels der Flügel verzahnt werden können,
wobei in vorliegendem Fall die nach oben, respektive unten weisenden Seiten die Seiten
mit den Flügeln sind. Dabei können die zweiten halben Elemente 26 unten der Verankerung
in einem Fundament 27 und oben als Abschluss dienen. Ausserdem ist aus der Figur 12
ersichtlich, dass es nicht immer notwendig ist, eine vollständige Verzahnung zwischen
den Flügeln der Elemente zu erzielen, sondern auch die Elemente aufeinander gelegt
werden können, wobei auch bei nicht vollständiger Verzahnung der Flügel eine Verbundmauer
entsteht. Im gezeichneten Beispiel werden die Schwalbenschwanzverbindungsteile nicht
benötigt, doch ist es selbstverständlich möglich, dort mittels dieser Schwalbenschwanzverbindungen
Verankerungs- oder Verzierungselemente anzuschliessen.
[0014] In Figur 13 ist ein weiteres Anwendungsbeispiel der erfindungsgemässen Elemente dargestellt.
Falls man die Schwalbenschwanzfedern der Verbindungselemente etwas kleiner gestaltet
als die entsprechenden Nuten der ersten Elemente ist es möglich, eine gewisse Krümmung
zu erzielen. Falls jedoch eine grössere Krümmung erwünscht ist, können asymetrische
Verbindungselemente 24 vorgesehen sein, die eine Krümmung in beiden Richtungen erlauben.
Dabei ist gemäss Figur 13 die Oberseite des Verbindungselementes 24 grösser als dessen
Unterseite, so dass eine Krümmung der Wand erzielt werden kann.
[0015] Es ist auch möglich, die oben angeführten Elemente des Bausatzes aus Holz oder Kunststoff
eventuell in einem verkleinerten Massstab anzufertigen, womit diese Elemente auch
als Spielwaren verwendet werden können.
1. Bausatz zur Erstellung von Verbundbauwerken, wobei Elemente des Bausatzes über
Schwalbenschwanz-Verbindungen miteinander verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet,
dass er ein erstes Element (1, 10) enthält, das an zwei einander gegenüberliegenden
Querseiten je einen Schwalbenschwanz-Verbindungsteil (2) und an zwei einander gegenüberliegenden
Längsseiten mindestens zwei Flügel (3, 8) aufweist, die je beidseitig, von aussen
gesehen, eine Ausbuchtung (5) mit daran anschliessender, entsprechender Ausnehmung
(6) aufweisen derart, dass der Zwischenraum (7, 9) zwischen zwei benachbarten Flügeln
entsprechend dem Flügel gebildet ist.
2. Bausatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Seiten des ersten
Elementes (1), die weder die Schwalbenschwanz-Verbindungsteile (2) noch die Flügel
(3, 8) enthalten, eine durchgehende Nut (19) und die gegenüberliegende Seite eine
entsprechende Rippe (20) aufweist.
3. Bausatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Element
(1) quer zu der Nut (19) und der Rippe (20) eine Oeffnung (13) aufweist.
4. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass er ein zweites
Element (17, 26) enthält, das auf einer Längsseite ein Schwalbenschwanz-Verbindungsteil
(18) und auf der gegenüberliegenden Seite mindestens zwei Flügel (3, 8) aufweist.
5. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass er ferner
ein Verbindungselement (14, 24) enthält, das auf zwei einander gegenüberliegenden
Seiten je ein Schwalbenschwanz-Verbindungsteil (15) aufweist, das komplementär zu
den Schwalbenschwanz-Ver bindungsteilen (2) des ersten Elementes ausgebildet ist.
6. Bausatz nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (14,24)
mit einer Sicke (16) versehen ist.
7. Bausatz nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei einander gegenüberliegende
Seiten des Verbindungselementes (24) ungleich lang sind.
8. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste
und das zweite Element (1, 10; 17, 26) pro Seite je drei Flügel (3, 8) aufweisen
und das erste Element (1, 10) mit Schwalbenschwanz-Nuten (2) und das Verbindungselement
(14) mit Schwalbenschwanz-Federn (15) versehen sind.
9. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass er ferner
ein Deckstein (23) aufweist, der an seiner Unterseite eine der Nut (19) des ersten
Elementes (1, 10) entsprechende Rippe (20) aufweist.
10. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass er ferner
schallabsorbierende Stäbe (21) enthält.