(19)
(11) EP 0 282 679 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.09.1988  Patentblatt  1988/38

(21) Anmeldenummer: 87810163.3

(22) Anmeldetag:  20.03.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04C 1/39, E02D 17/20, E01F 8/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(71) Anmelder: Scheiwiller, Rolf
CH-6052 Hergiswill (CH)

(72) Erfinder:
  • Scheiwiller, Rolf
    CH-6052 Hergiswill (CH)

(74) Vertreter: Seehof, Michel et al
c/o AMMANN PATENTANWAELTE AG BERN Schwarztorstrasse 31
3001 Bern
3001 Bern (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Bausatz zur Erstellung von Verbundbauwerken


    (57) Der Bausatz zur Erstellung von Verbundbauwerken enthält ein erstes Element (1), das an zwei einander gegenüber­liegenden Querseiten je einen Schwalbenschwanz-Verbin­dungsteil (2) und an zwei einander gegenüberliegenden Längsseiten drei Flügel (3) aufweist, die je beidseitig, von aussen gesehen, eine Ausbuchtung (5) mit daran anschliessender, entsprechender Ausnehmung (6) aufweisen derart, dass der Zwischenraum (7) zwischen zwei benach­barten Flügeln gleich dem Flügel gebildet ist, um eine Verzahnung bilden zu können. Der Bausatz enthält ferner ein zweites Element (17), das auf einer Längs­seite ein Schwalbenschwanz-Verbindungsteil (18) und auf der gegenüberliegenden Seite drei Flügel (3) aufweist sowie ein Verbindungsteil (14), das auf zwei einander gegenüberliegenden Seiten je ein Schwalbenschwanz-Ver­bindungsteil (15) aufweist, das komplementär zu den Schwalbenschwanz-Verbindungsteilen (2) des ersten Elementes ausgebildet ist.
    Mit einem solchen Bausatz können auf einfacher Weise wirkungsvolle Schallschutzwände oder Böschungsmauern in Verbundbauweise erstellt werden, wobei die einzelnen Elemente wirtschaftlich produziert werden können.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Bausatz zur Erstellung von Verbundbauwerken, wobei Elemente des Bausatzes über Schwalbenschwanzverbindungen miteinander verbindbar sind. Dabei ist insbesondere an freistehende Mauern gedacht, die in Trockenbauweise erstellt werden können sowie an Schallschutzwände.

    [0002] Es sind eine Vielzahl von Bausätzen mit den verschieden­sten Elementen bekannt, um Mauern, beispielsweise frei­stehende Mauern oder Schallschutzwände zu erstellen, wo­bei auch Bausätze bekannt sind, die eine Errichtung von Mauern in Trockenbauweise ermöglichen. So ist beispiels­weise aus der EP-A- 0 2l5 994 ein Bausatz zur Erstellung von Verbundbauwerken bekannt, bei welcher Elemente über Schwalbenschwanzverbindungen miteinander verbindbar sind. Diese Elemente sind trogförmig gestaltet und beidseitig bepflanzbar.

    [0003] Es ist nun Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen Bausatz anzugeben, der einerseits mit einem vorgenannten Bausatz mit Schwalbenschwanzverbindungen kompatibel ist und andererseits leicht und ohne aufwendige Hilfsmittel zu einer wirkungsvollen Schallschutzwand oder eine andere Mauer, die auch für Böschungen verwendbar ist, zusammensetzbar ist. Ausserdem soll der Bausatz in Bezug auf die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten relativ wenige Elemente umfassen und möglichst wirt­schaftlich und rationell herstellbar sein. Diese Aufga­ben werden mit einem in den Ansprüchen definierten Bausatz gelöst.

    [0004] Die Erfindung wird nun im einzelnen anhand einer Zeich­nung von Ausführungsbeispielen näher erläutert.

    Fig. l zeigt in perspektivischer Sicht ein erstes er­ findungsgemässes Element des Bausatzes,

    Fig. 2 zeigt das Element von Fig. l in der Draufsicht,

    Fig. 3 zeigt in perspektivischer Sicht ein Verbin­dungselement,

    Fig. 4 zeigt das Element von Fig. 3 von oben,

    Fig. 5 zeigt in perspektivischer Sicht ein weiteres erfindungsgemässes Element,

    Fig. 6 zeigt das Element von Fig. 5 von oben,

    Fig. 7 zeigt von oben eine Ausführungsvariante des ersten Elementes,

    Fig. 8 zeigt eine aus vorbekannten und erfindungs­gemässen Elementen erstellte Schallschutzwand in Seitenansicht,

    Fig. 9 zeigt die Wand von Fig. 8 in der Draufsicht,

    Fig.10 zeigt eine Ausführungsvariante einer Schall­schutzwand,

    Fig.ll zeigt ein Abschlusselement des Bausatzes,

    Fig.l2 zeigt ein Anwendungsbeispiel der erfindungs­gemässen Elemente als Böschungswand, und

    Fig.l3 zeigt ein weiteres Anwendungsbeispiel.



    [0005] Die Figuren l und 2 beschreiben ein erstes Element l, das an seinen beiden Querseiten eine Schwalbenschwanz­nut 2 und an seinen Längsseiten je drei Flügel 3 auf­weist. Jeder Flügel 3 weist, von aussen, das heisst von der Spitze 4 aus gesehen eine Ausbuchtung, respek­tive einen Absatz 5 auf, der beidseitig des Flügels angeordnet ist. An diesen Absatz 5 schliesst sich eine entsprechende Ausnehmung 6 an, wobei aus den Figuren 2 und 7 klar ersichtlich ist, dass die Zwischenräume 7 zwischen den Flügeln genau gleich, um l80° gedreht, gestaltet sind, wie die Flügel selber, so dass ein Flügel jeweils genau in den Zwischenraum zwischen zwei Flügeln passt. Dies gilt selbstverständlich auch für die Flügel 8 und Zwischenräume 9 des Elementes l0 gemäss Figur 7, dessen Absatz ll, respektive Ausnehmung 12 sägezahnartig ausgebildet ist. Neben der gezeichneten Form der Flügel 3 mit rechteckigen Absätzen und der sich verjüngenden Form der Flügel 8 mit sägezahnartigen Absätzen, respektive Ausnehmungen, sind eine Reihe von anderen Formen denkbar, beispielsweise spitzer zulau­fende, dreieckige Formen oder andere. In den Figuren 1, 2 und 7 erkennt man ferner, dass das Element 1 oder 10 mit einer länglichen Oeffnung 13 versehen ist, die einerseits eine Gewichtsreduktion bringt und anderer­seits der Verankerung, respektive Stabilisierung der aufeinandergebauten Elemente mittels Armierungseisen 25 und Betonfüllung dient, wobei auch Elemente mittels Gewindestangen verspannt werden können. Selbstverständ­lich können anstatt einer länglichen Oeffnung auch mehrere Oeffnungen und mit anderen Formen im Mittelteil des Elementes 1 oder 10 angeordnet sein.

    [0006] In den Figuren 3 und 4 ist ein Verbindungselement 14 dargestellt, das an zwei gegenüberliegenden Seiten je eine Schwalbenschwanzfeder 15 aufweist, die in die Schwalbenschwanznut 2 passt. Es ist klar, dass auch eine Umkehrung der beiden Verbindungsteile möglich ist d.h., dass am ersten Element Schwalbenschwanzfedern und am Verbindungselement Schwalbenschwanznuten vorgesehen sind. Das Verbindungselement weist ferner eine Sicke 16 auf, an der es gespalten werden kann.

    [0007] In den Figuren 5 und 6 ist ein zweites Element 17 dargestellt, das auf einer seiner Längsseiten, in der Mitte, eine Schwalbenschwanzfeder 18 und auf der anderen Längsseite, wie das erste Element mit drei Flügeln 3 oder gegebenenfalls 8 versehen ist. Das zweite Element 26 (Figur 12) kann auch in der Form der Ausführungsvari­ante gemäss Figur 7 ausgebildet sein.

    [0008] Man erkennt aus den Figuren 1, 2 und 7 ferner, dass das erste Element an der in der Zeichnung oben liegenden Seite eine breite, durchgehende Nut 19 und die Unter­seite eine entsprechende Rippe 20 aufweist. Wie aus den Figuren 8 und 11 hervorgeht, gestattet dies eine Verriegelung der aufeinander liegenden ersten Elemente auch in vertikaler Richtung.

    [0009] Als Materialien für solche Elemente kommen sämtliche für die Herstellung von Verbundsteinen gebräuchlichen Stoffe in Frage, insbesondere auch Leichtbeton und grobporiges, schallschluckendes Material. In den vorliegenden Ausfüh­rungsbeispielen sind jeweils Elemente mit drei Flügeln gezeichnet, doch können auch Elemente mit zwei, vier oder mehr Flügeln verwendet werden. Allerdings nimmt dann mit der Zunahme der Flügel die Handlichkeit ab.

    [0010] In den Figuren 8 und 9 ist der Aufbau einer Schall­schutzwand dargestellt, wobei Teile eines anderen Bausatzes zur Erstellung von Verbundbauwerken, die mit bepflanzbaren Trögen verbunden werden können, verwendet werden. In den Figuren 8, 9 und 10 ist ein aus der EP-A-0 2l5 994 bekannter, quadratischer Trogstein T dargestellt, der an allen seinen vier Seiten je eine Schwalbenschwanznut N aufweist, die der Schwalben­schwanznut 2, respektive Schwalbenschwanzfeder 15 der Elemente gemäss den Figuren 1 und 3 entspricht. An­schliessend an diese Trogsteine T können nun über die Verbindungselemente 14 die ersten Elemente 1 aneinander und übereinander gereiht werden. In Figur 8 ist ersicht­lich, dass die Verbindungselemente bezüglich der Trog­elemente und der ersten Flügelelemente um eine halbe Höhe versetzt angeordnet sind, um einen guten Verbund zu erzielen. In Figur 9 ist ferner angedeutet, dass Flügel­elemente auch senkrecht zu der Schallschutzwand ange­reiht werden können, die zudem als Schallschluckelemente dienen. Dies gilt ebenfalls für das zweite Element 17, das in Figur 9 am linken Trogstein angebaut wurde. Sowohl die Trogsteine als auch die Flügelelemente können ausgegossen werden, wobei Armierungseisen 25 verwendet werden können. Insbesondere aus Figur 9 ergibt sich eine weitere Funktion der geformten Flügel, respek­tive der Ausbuchtungen und Ausnehmungen der Flügel, nämlich deren Fähigkeit, den Schall weitgehendst zu absorbieren und somit zu vernichten. Infolge des mo­dularen Aufbaus der Schallschutzwand ist es ohne wei­teres möglich, einzelne Elemente entweder auszulassen und statt dessen eine Türe einzubauen, die das gleiche Aussehen hat oder Elemente direkt an Scharnieren anzu­bringen, um als Notausgang zu dienen. Die Abmessungen und das Material der Flügelelemente können derart gewählt sein, dass handliche Elemente entstehen, die ohne besondere Hilfsmittel wie schwere Krane und der­gleichen entladen und aufgestellt werden können.

    [0011] In Figur l0 sind weitere Ausführungsvarianten darge­stellt. Falls beispielsweise auf einer Seite entweder glatte Wände oder eine Verstärkung der Mauern erwünscht ist, können die Elemente 22, die keine Schwalbenschwanz­feder aufweisen, wie in Figur 10 links unten dargestellt in den ersten Elementen eingeführt werden, so dass deren glatte Aussenseite nach aussen schaut. Dabei kann die Schwalbenschwanzfeder entweder entfernt werden, oder es können Elemente vorgesehen sein, die eine solche Schwal­benschwanzfeder 18 nicht aufweisen. Auf der rechten Seite von Figur 10 sind schallschluckende Stäbe 21 aus Steinwolle oder dergleichen dargestellt, die in die Zwischenräume zwischen zwei Flügeln gepresst werden können. Statt der zweiflügligen Elemente 22 in Figur 10 links können selbstverständlich auch 3- oder 4-flüglige Elemente verwendet werden, die dann eine noch bessere Verbundwirkung erzielen können.

    [0012] In Figur 11 ist ein Deckstein 23 dargestellt, der einerseits einen ästhetischen Abschluss bildet und andererseits verhindert, dass Regen und Schmutz von oben in die Wand eindringen. Der Deckstein weist an seiner unteren Seite die in die Nut 19 passende Rippe 20 auf, während die Seiten beliebig gestaltet werden können und wie in Figur 11 dargestellt nach unten weisen.

    [0013] In Figur 12 ist eine andere Anwendung der erfindungsge­mässen Elemente dargestellt, nämlich für die Errichtung einer Böschungsmauer. Man erkennt, dass die Elemente entweder wie bei der Schallschluckmauer vollständig mittels der Flügel verzahnt werden können, wobei in vorliegendem Fall die nach oben, respektive unten weisenden Seiten die Seiten mit den Flügeln sind. Dabei können die zweiten halben Elemente 26 unten der Veranke­rung in einem Fundament 27 und oben als Abschluss dienen. Ausserdem ist aus der Figur 12 ersichtlich, dass es nicht immer notwendig ist, eine vollständige Verzah­nung zwischen den Flügeln der Elemente zu erzielen, sondern auch die Elemente aufeinander gelegt werden können, wobei auch bei nicht vollständiger Verzahnung der Flügel eine Verbundmauer entsteht. Im gezeichneten Beispiel werden die Schwalbenschwanzverbindungsteile nicht benötigt, doch ist es selbstverständlich möglich, dort mittels dieser Schwalbenschwanzverbindungen Veran­kerungs- oder Verzierungselemente anzuschliessen.

    [0014] In Figur 13 ist ein weiteres Anwendungsbeispiel der erfindungsgemässen Elemente dargestellt. Falls man die Schwalbenschwanzfedern der Verbindungselemente etwas kleiner gestaltet als die entsprechenden Nuten der ersten Elemente ist es möglich, eine gewisse Krümmung zu erzielen. Falls jedoch eine grössere Krümmung erwünscht ist, können asymetrische Verbindungselemente 24 vorge­sehen sein, die eine Krümmung in beiden Richtungen erlauben. Dabei ist gemäss Figur 13 die Oberseite des Verbindungselementes 24 grösser als dessen Unterseite, so dass eine Krümmung der Wand erzielt werden kann.

    [0015] Es ist auch möglich, die oben angeführten Elemente des Bausatzes aus Holz oder Kunststoff eventuell in einem verkleinerten Massstab anzufertigen, womit diese Elemen­te auch als Spielwaren verwendet werden können.


    Ansprüche

    1. Bausatz zur Erstellung von Verbundbauwerken, wobei Elemente des Bausatzes über Schwalbenschwanz-Verbindun­gen miteinander verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass er ein erstes Element (1, 10) enthält, das an zwei einander gegenüberliegenden Querseiten je einen Schwal­benschwanz-Verbindungsteil (2) und an zwei einander gegenüberliegenden Längsseiten mindestens zwei Flügel (3, 8) aufweist, die je beidseitig, von aussen gesehen, eine Ausbuchtung (5) mit daran anschliessender, entspre­chender Ausnehmung (6) aufweisen derart, dass der Zwischenraum (7, 9) zwischen zwei benachbarten Flügeln entsprechend dem Flügel gebildet ist.
     
    2. Bausatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Seiten des ersten Elementes (1), die weder die Schwalbenschwanz-Verbindungsteile (2) noch die Flügel (3, 8) enthalten, eine durchgehende Nut (19) und die gegenüberliegende Seite eine entsprechende Rippe (20) aufweist.
     
    3. Bausatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich­net, dass das erste Element (1) quer zu der Nut (19) und der Rippe (20) eine Oeffnung (13) aufweist.
     
    4. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass er ein zweites Element (17, 26) enthält, das auf einer Längsseite ein Schwalbenschwanz-­Verbindungsteil (18) und auf der gegenüberliegenden Seite mindestens zwei Flügel (3, 8) aufweist.
     
    5. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass er ferner ein Verbindungselement (14, 24) enthält, das auf zwei einander gegenüberliegen­den Seiten je ein Schwalbenschwanz-Verbindungsteil (15) aufweist, das komplementär zu den Schwalbenschwanz-Ver­ bindungsteilen (2) des ersten Elementes ausgebildet ist.
     
    6. Bausatz nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (14,24) mit einer Sicke (16) versehen ist.
     
    7. Bausatz nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeich­net, dass zwei einander gegenüberliegende Seiten des Verbindungselementes (24) ungleich lang sind.
     
    8. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Element (1, 10; 17, 26) pro Seite je drei Flügel (3, 8) aufwei­sen und das erste Element (1, 10) mit Schwalbenschwanz-­Nuten (2) und das Verbindungselement (14) mit Schwalben­schwanz-Federn (15) versehen sind.
     
    9. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass er ferner ein Deckstein (23) aufweist, der an seiner Unterseite eine der Nut (19) des ersten Elementes (1, 10) entsprechende Rippe (20) aufweist.
     
    10. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass er ferner schallabsorbierende Stäbe (21) enthält.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht