(19)
(11) EP 0 282 686 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.09.1988  Patentblatt  1988/38

(21) Anmeldenummer: 87890294.9

(22) Anmeldetag:  22.12.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04B 2/96
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE ES FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 20.03.1987 AT 668/87

(71) Anmelder: Eckelt, Josef
A-4421 Aschach (AT)

(72) Erfinder:
  • Eckelt, Josef
    A-4421 Aschach (AT)

(74) Vertreter: Hübscher, Heiner, Dipl.-Ing. et al
Spittelwiese 7
4020 Linz
4020 Linz (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Glasfassade mit Glastafeln


    (57) Eine Glasfassade (1) besteht aus Glastafeln (2), die jeweils unter Zwischenfüllung einer dauerelastischen Masse (7) mit ihren oberen und unteren Rändern (3) in Haltenuten (4) von Tragprofilen (5a) eingesetzt sind, wobei zumindest eine der Seitenflächen (4a) jeder Halte­nut (4) auswärts geneigt ist und die Glastafeln (2) in den dieser Seitenfläche (4a) zugeordneten Randbereichen der Flächenneigung angepaßte Abschrägungen (3a) aufweisen, nach Patent Nr. 379.186.
    Um die Montage zu vereinfachen und größere Freiheiten in der Befestigungsart der Glastafeln zu erreichen, bilden die Tragprofile (5a) zusammen mit seitlichen Verbindungsprofilen(5b) einzelne, an den Glastafeln (2) vormontierbare Rahmen (5), deren an der Glastafelinnen­seite verlaufende Profilstege (9) in einen von den Glastafeln (2) weggerichteten Anschlußflansch (9a) zur Rahmenbefestigung an einer Fassadenunterkonstruktion (8) übergehen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Glasfassade mit Glastafeln, die jeweils unter Zwischenfüllung einer dauerelastischen Masse mit ihren oberen und unteren Rän­dern in Haltenuten von Tragprofilen eingesetzt sind, wobei zumindest eine der Seitenflächen jeder Haltenut der Tragprofile auswärts geneigt ist und die Glasta­feln in den dieser Seitenfläche bzw. diesen Seiten­flächen zugeordneten Randbereichen der Flächenneigung an­gepaßte Abschrägungen aufweisen, nach Patent Nr. 379.186.

    [0002] Solche Glasfassaden haben sich bereits bestens be­währt, da sie ein flächenbündiges Einsetzen der Glas­tafeln in die Tragkonstruktion ermöglichen und nicht nur für eine Klebeverbindung der Glastafeln mit den Trag­profilen durch die dauerelastische Masse, sondern auch für deren mechanisch Halterung ohne Beschädigungsgefahr in den Haltenuten der Tragprofile sorgen. Allerdings müssen bisher zuerst die Tragprofile an der Fassadenunter­konstruktion befestigt und dann die Glastafeln auf der Baustelle in die Tragprofile eingesetzt werden, so daß die Verglasungsarbeiten nur bei Schönwetter ausgeführt werden können und immer noch vergleichsweise umständlich sind. Abgesehen davon, lassen sich diese Fassaden nur mit fest verlegten Glastafeln herstellen und der Ein­satz schwenkbarer Tafeln ist unmöglich.

    [0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und eine Glasfassade der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, daß sich eine weitere Vereinfachung der Herstellung und Montage ergibt und sich Glastafeln auch schwenkbar einbauen lassen.

    [0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die Tragprofile zusammen mit seitlichen Verbindungs­profilen einzelne, an den Glastafeln vormontierbare Rahmen bilden, deren an der Glastafelinnenseite verlau­fende Profilstege in einen von den Glastafeln weg­gerichteten Anschlußflansch zur Rahmenbefestigung an einer Fassadenunterkonstruktion übergehen. Durch diese Profilrahmen ist es möglich, die einzelnen Glasta­feln bereits werkseitig mit den Trag- und Verbindungs­profilen zu versehen und sie durch das Einsetzen in den Profilrahmen für ein rationelles Fertigstellen der Fassade vorzubereiten. Die fertig verglasten Rahmen brauchen dann auf der Baustelle nur mehr mit ihren An­schlußflanschen an der Fassadenunterkonstruktion be­festigt zu werden, was sich schnell und praktisch bei jeder Witterung machen läßt, und die Fassade ist fertig.

    [0005] Grundsätzlich können die Rahmen mit ihren An­schlußflanschen auf jede geeignete Art an der Unter­konstruktion befestigt werden, besonders günstig ist es aber, wenn erfindungsgemäß die Anschlußflansche der Verbindungsprofile mit Haltebolzen zum Einhängen der Rahmen in hakenförmige Aufnahmeschlitze der Unterkonstruktion bestückt sind, da sich so die Rahmen mit wenigen Hand­griffen durch einfaches Einhängen montieren lassen, wobei die eingehängten Rahmen gegebenenfalls nur mehr vor einem ungewollten Aushängen, beispielsweise durch Fixierschrauben, zu sichern sind.

    [0006] Ist zwischen den Verbindungsprofilen zweier benach­barter Rahmen eine vorzugsweise U-förmige Richtleiste vorgesehen, können die Rahmen und damit die Glastafeln problemlos gegeneinander ausgerichtet werden, was vor allem bei der Befestigung durch Einhängen der Rahmen eine beträchtliche Montageerleichterung bedeutet.

    [0007] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Anschlußflansche mit Scharnier­beschlägen od.dgl. zur schwenkbaren Anlenkung der Rah­men an der Unterkonstruktion ausgerüstet, so daß sich wahlweise durch diese schwenkbaren Rahmen öffenbare Fenster in der Fassade einbauen lassen.

    [0008] Um das Abdichten der zwischen den benachbarten Rahmen verbleibenden Fugen zu vereinfachen, können an den Anschlußflanschen vorzugsweise der Trag­profile Abdeckleisten ansetzbar sein, wodurch die Fugen nach innen zu abgeschlossen werden und daher schnell und sauber mit dauerelastischer Dichtmasse ausfüllbar sind.

    [0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel rein schematisch veranschau­licht, und zwar zeigen
    Fig. 1 und 2 eine erfindungsgemäße Glasfassade im Verti­kalschnitt bzw. Horizontalschnitt.

    [0010] Eine Glasfassade 1 besteht aus einzelnen Glastafeln 2, die mit ihren Rändern 3 in Haltenuten 4 den einzelnen Glastafeln zugeordneter Rahmen 5 sitzen, welche Rahmen sich aus oberen und unteren Tragprofilen 5a und seit­lichen Verbindungsprofilen 5b zusammensetzen. Zur selbstzentrierenden und flächenbündigen Aufnahme der Glastafeln 2 in den Rahmen 5 sind die gebäudeabge­wandten Seitenflächen 4a der Haltenuten 4 auswärts geneigt und die Ränder 3 der Glastafeln 2 weisen entsprechende Abschrägungen 3a auf. Zur Lagefixierung und Abdichtung der Glastafeln 2 innerhalb der Haltenuten 4 gibt es Polsterungsprofile 6 und eine Nutenfüllung aus dauer­elastischem Dichtstoff 7.

    [0011] Die Rahmen 5 können bereits werkseitig an den Glastafeln 2 montiert werden, so daß die so vorge­fertigten Tafelelemente schnell und rationell auf der Baustelle an einer Fassadenunterkonstruktion 8 be­festigbar sind. Dazu bilden die an der Glastafelinnen­seite verlaufenden Profilstege 9 der Trag- und Verbindungs­profile 5a, 5b von den Glastafeln 2 weggerichtete An­schlußflansche 9a, von denen die Anschlußflansche der Verbindungsprofile 5b mit Haltebolzen 10 bestückt sind. Die Rahmen 5 mit ihren Glastafeln 2 lassen sich mit Hilfe dieser Haltebolzen 10 in hakenförmige Aufnahme­schlitze 8a der mit Steherprofilen angedeuteten Unter­konstruktion 8 einhängen. Zur seitlichen Ausrichtung benachbarter Rahmen 5 gibt es zwischen den Verbindungs­profilen 5b der Rahmen 5 an der Unterkonstruktion 8 angeordnete vertikale Richtleisten 11, die nach dem Einrichten der Rahmen ein seitliches Verrutschen verhindern. Die Dichtprofile 12 zwischen Rahmen 5 und der Unterkonstruktion 8 sowie eine Füllung der zwischen den Rahmen 5 verbleibenden Fugen mit dauerelastischer Dichtmasse 13 sorgen für eine Abdichtung der Fassade 1, wobei zur Verbesserung und Vereinfachung dieser Fassaden­abdichtung an den Anschlußflanschen 9a der Tragprofile 5a Abdeckleisten 14 angesetzt sind.

    [0012] Die den einzelnen Glastafeln 2 zugeordneten Profil­rahmen 5 erlauben nicht nur eine weitgehende Vorfertigung der Tafelemente und eine rasche Montage der werk­seitig bereits verglasten Rahmen auf der Baustelle, sondern sie ermöglichen auch eine wunschgemäße Befestigung der Glas­tafeln 2 an der Fassadenunterkonstruktion 8. So lassen sich etwa einzelne Tafeln 5 in nicht weiter dargestellter Weise schwenkbar an der Unterkonstruktion 8 lagern, so daß auswärts zu öffnende Fenster in der Glasfassade 1 integriert sind. Außerdem können die Rahmen 5 mit unter­schiedlichen Glastafeln verglast sein, wodurch nicht nur Fassaden aus Einfachscheiben, sondern auch aus Isolier­glasscheiben, aus Glaspaneelen oder anderen Mehrfach­scheiben entstehen.


    Ansprüche

    1. Glasfassade (1) mit Glastafeln (2), die jeweils unter Zwischenfüllung einer dauerelastischen Masse (7) mit ihren oberen und unteren Rändern (3) in Haltenuten (4) von Tragprofilen (5a) eingesetzt sind, wobei zumindest eine der Seitenflächen (4a) jeder Haltenut (4) der Trag­profile (5a) auswärts geneigt ist und die Glastafeln (2) in den dieser Seitenfläche (4a) bzw. diesen Seiten­flächen zugeordneten Randbereichen der Flächenneigung angepaßt Abschrägungen (3a) aufweisen, nach Patent Nr. 379 186, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragpro­file (5a) zusammen mit seitlichen Verbindungsprofilen (5b) einzelne, an den Glastafeln (2) vormontierbare Rahmen (5) bilden, deren an der Glastafelinnenseite verlaufende Profilstege (9) in einen von den Glastafeln ((2) weggerichteten Anschlußflansch (9a) zur Rahmenbe­festigung an einer Fassadenunterkonstruktion (8) übergehen.
     
    2. Glasfassade nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Anschlußflansche (9a) der Verbindungs­profile (5b) mit Haltebolzen (10) zum Einhängen der Rahmen (5) in hakenförmige Aufnahmeschlitze (8a) der Unterkonstruktion (8) bestückt sind.
     
    3. Glasfassade nach Anspruch 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß zwischen den Verbindungsprofilen (5b) zweier benachbarter Rahmen (5) eine vorzugsweise U-förmige Richtleiste (11) vorgesehen ist,
     
    4. Glasfassade nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Anschlußflansche (9a) mit Scharnier­beschlägen od.dgl. zur schwenkbaren Anlenkung der Rahmen (5) an der Unterkonstruktion (8) ausgerüstet sind.
     
    5. Glasfassade nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an den Anschlußflanschen (9a) vorzugsweise der Tragprofile (5a) Abdeckleisten (14) zur Abdichtung der zwischen benachbarten Rahmen (5) verbleibenden Fugen ansetzbar sind.
     




    Zeichnung