(19)
(11) EP 0 282 691 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.09.1988  Patentblatt  1988/38

(21) Anmeldenummer: 88100592.0

(22) Anmeldetag:  18.01.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A47L 15/42, A47L 15/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 19.02.1987 CH 629/87

(71) Anmelder: Electrolux AG
CH-8048 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Keller, Edwin
    CH-8604 Volketswil (CH)

(74) Vertreter: Troesch, Jacques J., Dr. sc. nat. et al
Troesch Scheidegger Werner AG Siewerdtstrasse 95
8050 Zürich
8050 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Geschirrspüler, insbesondere mit einer Wasserauffangwanne


    (57) Der Geschirrspüler weist, insbesondere mit Wasserauf­fangwanne, Mittel (7) zur Verhütung des Einfallens von Flüssigkeitstropfen in eine Wassserlache oder einen Wassersumpf, zwecks Dämpfung von hydraulisch bedingten Geräuschen des im Betrieb oder unmittelbar darnach be­findlichen Spülers auf. Unmittelbar über dem Wannenboden (2) ist eine Tropfenauffang- und Abflusseinrichtung (7) angeordnet, um das Auffangwasser in das Wasserbad (4) zu führen. Dieser Geschirrspüler ist im Betrieb lärmärmer, wobei die Lärmdämpfung auf einfache, billige und wenig störende Weise erreicht wird.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Geschirrspü­ler, insbesondere mit einer Wasserauffangwanne.

    [0002] Zur Eindämmung der Geräuschentwicklung bei Geschirr­spülmaschinen ist es bekannt, die Geschirrspülmaschine mit einer Auskleidung aus weichem oder halbhartem Schaum zwischen dem Gehäusemantel und dem innenlie­genden Spülbehälter auszuschäumen. Das Ausschäumen erfordert einen hohen Aufwand und bewirkt, dass die zwischen dem Spülbehälter und dem Gehäusemantel an­zuordnenden Maschinenteile entweder miteingeschäumt werden, was eine Reparatur erschwert oder Geräusch­brücken bilden. (DE-Gm 7 136 896)

    [0003] Es wurde auch schon versucht, diese im Betrieb bei Geschirrspülmaschinen auftretenden Lärmquellen durch eine im Spülbehälter angeordnete Schutzvorrichtung für die Spülbehälterinnenwände gegen den Aufprall der Sprühstrahlen der Spritzvorrichtungen zu dämpfen. (DE-OS 23 47 253)

    [0004] Aber diese Massnahmen führten nicht zum angestreb­ten Erfolg.

    [0005] Eine weitere Einrichtung zur Geräuschdämpfung bei Geschirrspülern o. dgl. offenbart die DE-OS 23 57 084, welche eine Dämpfung dadurch zu erreichen trachtet, dass zumindest ein Teil der Behälterwandungen gegen die aus den Düsen austretenden Flüssigkeitsstrahlen durch zwischengesetzte, in sich steife und freitra­gende Prallwände abgeschirmt wird. Aufgrund der ge­stiegenen Lärmempfindlichkeit bewältigt auch diese Massnahme das Problem nicht im verlangten Rahmen.

    [0006] Die vorliegende Erfindung bezweckt die Schaffung eines Geschirrspülers, welcher im Betrieb lärmärmer ist, wobei die Lärmdämpfung auf einfache, billige und wenig störende Weise zu erreichen ist.

    [0007] Dieses Problem löst der erfindungsgemässe Geschirr­spüler, der sich durch einen der Ansprüche auszeich­net.

    [0008] Die Erfindung wird anschliessend beispielsweise an­hand einer Figur erläutert, welche in rein schemati­scher Darstellung das Innere des Unterteils eines Geschirrspülers mit der lärmdämpfenden Einbaute zeigt.

    [0009] In dieser Figur ist der Unterteil eines Geschirrspü­lergehäuses 1 ersichtlich, mit einem Boden 2, der Wasserauffangwanne, sowie einem Wasserabfluss 3 und einem in der Wanne gebildeten Wassersumpf 4.

    [0010] Die beiden Gehäuseseitenwände 6, welche ebenfalls dem Zubringen von Spritzwasser in die Wanne dienen, sind Träger von Laufschienen 10 für die Geschirrkör­be. Der Unterteil der Laufschienen 10 dient der Auf­nahme eines Tropfenauffangbleches 7 mit einem geneig­ten Sammelboden 9. Dieses Auffangblech 7 kann aus einem entsprechenden Material, auch Kunststoff, bestehen. In der Mitte befindet sich ein Tropfwasser­abfluss 12, welcher als Längskanal oder als mittiger Stutzen ausgeführt werden kann. Es sind ferner die von oben anfallenden Tropfen 13 dargestellt.

    [0011] Es hat sich gezeigt, dass hydraulisch bedingte Geräu­sche auf folgende Arten in Geschirrspülern entstehen:
    - Propellergeräusche in der Pumpe
    - Strömungsgeräusche in den Leitungen
    - Sprühgeräusche durch Auftreffen von Wasserstrahlen an Gehäuseteilen
    - Geräusche durch Tropfen, welche in Wasserlachen oder Wassersümpfe, insbesondere in die Auffang­wanne zurückfallen
    - Geräusche durch Wandwasser, welche beim Auftreffen des an den Wänden abfliessenden Wassers in das Wasserbad der Auffangwanne entstehen.

    [0012] Eingehende Versuche liessen erkennen, dass in Geschirr­spülern die hydraulischen Geräusche die massgeblichen sind.

    [0013] Durch die bisher in der Technik bei Geschirrspülern vorgesehenen diesbezüglichen Massnahmen liessen sich Lärmpegel zwischen 55 und 60 dB im allgemeinen errei­chen und zwischen 50 und 55 dB bei den letzten Neu­entwicklungen. Der Wert von 50 dB gilt bei den Speziali­sten als ohne grösste Aufwendungen nicht unterschreit­bar.

    [0014] Im Sinne der Erfindung zeigten Laborversuche, dass beim heutigen Stande der Technik der grösste verblei­bende Lärmanteil vom Wasser herrührt, welches in das Bad bzw. den Sumpf oder die Lache zurücktropft resp. fliesst. Es sind dies grössenordnungsmässig 80 bis 120 1/min. Es entsteht durch diese Tropfen ein Geräusch, wie man es von tropfenden Wasserhahnen kennt. Wassertropfen bilden insbesondere intensive Lärmquellen, wenn das Wasser in eine Wasserlache oder einen Wassersumpf bzw. ein Wasserbad fällt. Damit ergab sich auch schon die Möglichkeit einer Lösung, nämlich die Verhinde­rung des Abtropfens oder Abfliessens von Wasser in das Wasserbad bzw. den Wassersumpf des Geschirrspülers.

    [0015] In diesem Sinne sammelt das Tropfenauffangblech 7 die von oben kommenden Wasser in Form von Tropfen oder an den Seitenwänden 6 abfliessenden Wasserfäden, welche der geneigte Sammelboden 9 über seinen Tropf­wasserabfluss 12, der vorzugsweise ins Wasserbad ein­taucht, sanft in dieses zurückführt. Messungen zeigten, dass diese Massnahme die auftretenden Geräusche um ca. 5 dB, beipsielsweise von 50 auf ca. 45 dB reduzieren kann.

    [0016] Das Tropfenauffangblech 7 kann in zwei Hälften ein­legbar bzw. zusammenlegbar ausgeführt werden. Es ist derart konzipiert, dass es auch das längs der Seiten­wände 6 abfliessende Wasser auffängt und geführt der Auffangwanne zuleitet. Das Topfenauffangblech 7 ist vorzugsweise mit Aussparungen versehen, welche den Zugriff zum darunter liegenden Filter und die Be­netzung der darunter liegenden Heizung usw. sicher­stellen. Im übrigen kann dieses Tropfenauffangblech von beliebiger geometischer Form sein, muss aber die sanfte Ableitung des aufgefangenen Wassers in das Bad sicherstellen.

    [0017] Es ist natürlich grundsätzlich möglich, derartige Mittel zur Verhütung des Einfallens von Flüssigkeits­tropfen in das Wasserbad bzw. in eine Wasser­lache oder einen Wassersumpf des Geschirrspülers auf eine andere als die beschriebene Art zu erreichen, nämlich:

    [0018] Das Wasserbad kann unterhalb des Bodens 2 des Ge­schirrspülergehäuses vorgesehen werden und der Boden 2 als Tropfblech wirken.

    [0019] Es ist ferner möglich, mehrere derartige Tropfbleche, nämlich je eines unter jedem Korb, vorzusehen.

    [0020] Es ist grundsätzlich möglich, den Sammelboden 9 der­art geneigt auszuführen, dass die Zuleitung zum Wasser­sumpf über die untersten Teile der Gehäuseseitenwände 6 erfolgt.

    [0021] Eine weitere Möglichkeit der Lärmdämpfung kann mittels eines auf dem Wasserbad schwimmenden Deckbelages in Form schwimmender Körper, beispielsweise aus Kunststoff, insbesondere "Styropor" erfolgen oder durch Einbau eines Drahtgitters über dem Wasserbad. Es kann ferner die Bildung einzelner Inseln, welche aus dem Wasserbad herausragen, vorgesehen werden. Eine aufwendigere Ausführung, die den Erfolg bringen kann, kann in einem rotierenden Flügelrad bestehen, welches, beispielsweise in Verbindung mit dem Sprüharm, vorgesehen ist und bei dem Ableitlamellen über dem Wasserbad angeordnet werden. Es wäre auch das Erstellen eines Luftkissens über dem Wasserbad eine mögliche, erfolgversprechende Massnahme.

    [0022] Alle in der Beschreibung und/oder der Figur dargestell­ten Einzelteile und Einzelmerkmale sowie deren Permu­tationen, Kombinationen und Variationen sind erfinde­risch und zwar für n Einzelteile und Einzelmerkmale mit den Werten n = 1 bis n → ∞.


    Ansprüche

    1. Geschirrspüler, insbesondere mit Wasserauffang­wanne, vorzugsweise nach mindestens einem der An­sprüche, gekennzeichnet durch Mittel (7) zur Verhü­tung des Einfallens von Flüssigkeitstropfen bzw. Sprühstrahlen in eine Wasserlache oder einen Was­sersumpf, zwecks Dämpfung von hydraulisch bedingten Geräuschen des in Betriebszustand befindlichen Spü­lers oder unmittelbar nach dessen Betriebsende.
     
    2. Geschirrspüler, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass unmittelbar über dem Wannenboden (2) eine Tropfen­auffang- und Abflusseinrichtung (7) angeordnet ist, um das Auffangwasser in das Wasserbad (4) oder di­rekt zur Umwälzpumpe zu führen.
     
    3. Geschirrspüler, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel ein Tropfenauffangblech oder -Gitter umfassen, welches vorzugsweise in den Geschirr­spüler einschieb- oder -legbar und z.B. zweiteilig, insbesondere faltbar, ist.
     
    4. Geschirrspüler, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Auffangblech Oeffnungen für den Zugang zum Fil­ter und/oder der Benetzung der Heizung aufweist.
     
    5. Geschirrspüler, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel ein Tropfenauffangnetz umfassen.
     
    6. Geschirrspüler, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel mindestens einen Zwischenboden des Spülers umfassen, der als Tropfenblech wirkt.
     
    7. Geschirrspüler, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel einen auf dem Tropfenaufnahmewasser schwimmenden Belag, z.B. aus Kunststoffkörpern bestehend oder als Luftkissen ausgebildet, aufweisen.
     
    8. Geschirrspüler, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel mindestens ein Flügelrad, vorzugsweise mit Ableit­lamellen, umfassen.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht