Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Steuergerät nach der Gattung des Hauptanspruchs.
Die Spannungsversorgung von Steuergeräten mit mindestens einem Mikroprozessor beispielsweise
von Glühzeitsteuergeräten für Glühkerzen in Kraftfahrzeugen mit einer selbstzündenden
Brennkraftmaschine kann insbesondere beim Anlassen des Fahrzeugs zusammenbrechen.
Im Mikroprozessor gespeicherte Informationen können dabei verloren gehen, wenn dessen
Versorgungsspannung einen bestimmten Wert unterschreitet. Das kann dazu führen, daß
ausgeführte Arbeitsschritte vom Mikroprozessor wiederholt werden. Beispielsweise kann
durch den Anlassvorgang die Information verlorengehen, daß das Vorglühen der Glühkerzen
bereits ausgeführt wurde. Ein erneutes Vorglühen nach dem Anlassen führt zur Überlastung
der Glühkerzen.
Vorteile der Erfindung
[0002] Das erfindungsgemäße Steuergerät mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs
hat demgegenüber den Vorteil, daß auch bei großen Spannungsschwankungen insbesondere
Spannungszusammenbrüchen eine optimale Betriebssicherheit gewährleistet ist. Insbesondere
können aufgrund von Spannungszusammenbrüchen verlorene Informationen dem Mikroprozessor
über mindestens ein Speicherelement eingegeben werden, dessen Funktionsfähigkeit
auch bei Spannungen gewährleistet ist, die unterhalb der Versorgungsspannung des Mikroprozessors
liegt.
[0003] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen des im Hauptanspruch angegebenen Steuergeräts möglich. Besonders
vorteilhaft ist, daß auch vom Mikroprozessor unabhängige Informationen in dem Speicherelement
gespeichert werden können, so daß die Betriebssicherheit auch bei Fehlbedienungen
der vom Steuergerät gesteuer ten Vorrichtung gewährleistet ist.
Zeichnung
[0004] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der
Beschreibung näher erläutert.
[0005] Die Figur zeigt einen Ausschnitt aus der Schaltung eines Steuergeräts, nämlich einen
Mikroprozessor, ein Speicherelement und deren Beschaltung.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0006] In der Figur ist ein Mikroprozessor 1 dargestellt, der über die Leitungen 3 und 5
mit einer nicht dargestellten Spannungsversorgung verbunden ist. An der Leitung 3
liegt beispielsweise eine Spannung von +5 V und an der Leitung 5 eine Spannung von
-5 V. Die Spannungen können auch vertauscht sein. Eine der Leitungen kann auch an
Masse liegen. Der Mikroprozessor 1 weist mehrere Ein- und Ausgänge auf. Dargestellt
ist hier u.a. ein Ausgang 7, der über einen Widerstand R1 und eine Diode D1 mit einem
Speicherelement verbunden ist, das hier einen Widerstand R2 und einen zu R2 parallel
geschalteten Kondensator C aufweist. Die Diode D1 ist so angeordnet, daß ihre Anode
mit dem Mikroprozessor 1 und ihre Kathode mit dem Speicherelement und zwar mit der
Verbindungsstelle 9 von R2 und C verbunden ist. Die der Verbindungsstelle 9 gegenüberliegende
Seite des Speicherelements ist mit der zweiten Leitung 5 verbunden. Eine als Informationseingang
11 dienende Klemme ist über einen Widerstand R3 und eine Diode D2 mit der Verbindungsstelle
9 verbunden, wobei die Kathode der Diode D2 an der Verbindungsstelle 9 Speicherelements
liegt.
[0007] Die Verbindungsstelle 9 ist über einen Widerstand R4 mit dem ersten Eingang eines
als Komparator 13 dienenden Operationsverstärkers verbunden, dessen Ausgang mit einem
Eingang 15 des Mikroprozessors 1 verknüpft ist. Ein zweiter Eingang des Komparators
13 ist mit einem zwischen der ersten Leitung 3 und der zweiten Leitung 5 liegenden
Spannungsteiler aus R5 und R6 verbunden und zwar mit der Verbindungsstelle 17 der
Widerstände R5 und R6.
[0008] Der Mikroprozessor 1 gibt Steuersignale beispielsweise über einen Signalausgang 19
ab.
[0009] Die Funktion des Steuergeräts wird im folgenden anhand der Figur näher erläutert:
[0010] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich um ein Steuergerät mit
nur einem Mikroprozessor. Mit Steuergeräten dieser Art lassen sich verschiedene Vorrichtungen
auch in Kraftfahrzeugen steuern. Die Funktion soll hier anhand eines Glühzeitpunktsteuergeräts
für Glühkerzen in Kraftfahrzeugen mit einer selbstzündenden Brennkraftmaschine erläutert
werden. Der Mikroprozessor 1 gibt zur Steuerung des Glühzeitpunkts der Glühkerzen
eines Fahrzeugs nacheinander verschiedene Steuersignale über den Steuerausgang 19
ab. Diese Signale dienen beispielsweise dazu, das Vorglühen der Glühkerzen zu steuern,
aber auch dazu, die Glühkerzen auf einer vorgegebenen Temperatur zu halten und einen
Ausfall von Glühkerzen festzuhalten. Auf die parallele Abgabe von Steuersignalen über
mehrere Signalausgänge wird unten eingegangen.
[0011] Das jeweils aktuelle Steuersignal wird über den Ausgang 7 an das vorzugsweise aus
einem RC-Glied bestehende Speicherelement abgegeben. Statt des separaten Ausgangs
7 kann eine Verbindungsleitung zwischen dem Signalausgang 19 und dem Speicherelement
vorgesehen werden.
[0012] Wenn beispielsweise der Mikroprozessor 1 über den Signalausgang 19 das Vorglühen
der Glühkerzen beendet hat, wird der Kondensator C des Speicherelements durch ein
am Ausgang 7 abgegebenes Signal über R1 und D1 geladen. R1 und R2 sind so dimensioniert,
daß der Ladevorgang über R1 und D1 rasch erfolgen kann, während die Entladung über
R2 nur langsam erfolgt. Die Zeitkonstante der Entladung kann an die Schaltgeschwindigkeit
der Steuerschaltung angepaßt werden; sie liegt bei diesem Ausführungsbeispiel vorzugsweise
in einem Bereich von 0,3 bis 3 s. Statt der Diode D1 kann auch ein anderes gleichwirkendes
Schaltelement Verwen dung finden, das so angeordnet ist, daß die gespeicherte Information
nicht über den Ausgang 7 verlorengehen kann, d.h. eine Entladung über den Kondensator
C über den Ausgang 7 ausgeschlossen ist.
[0013] Wenn nach dem Vorglühen der Glühkerzen beispielsweise durch das Anlassen der Brennkraftmaschine
die Spannung des Bordnetzes des Fahrzeugs und/oder der Spannungsversorgung des Mikroprozessors
1 zusammenbricht, d.h. auf einen Wert sinkt, bei dem im Mikroprozessorgespeicherte
Informationen vorlorengehen, so bleibt die im Speicherelement enthaltene Information
aufgrund der gewählten Zeitkonstante erhalten.
[0014] Herkömmliche Steuergeräte leiten aufgrund des Informationsverlustes nach Wiederansteigen
der Versorgungsspannung ein erneutes Vorglühen der Glühkerzen ein, die dadurch überhitzt
und zerstört werden können. Zumindest wird deren Lebensdauer reduziert.
[0015] Der Mikroprozessor 1 ist so ausgelegt, daß er vor Abgabe von Steuersignalen den
Zustand des Speicherelements abfragt. Wenn in dem Speicherelement die Information
vorhanden, das aus C und R2 bestehende RC-Glied also geladen ist, daß das Vorglühen
der Glühkerze schon vollendet war, gibt der Mikroprozessor 1 kein den Vorglühvorgang
auslösendes Steuersignal mehr ab. Dadurch wird eine Überhitzung und unnötige Belastung
bzw. Zerstörung der Glühkerzen vermieden.
[0016] Über den Informationseingang 11 können aber auch unabhängig von Signalen des Mikroprozessors
1 Informationen in das Speicherelement eingeben werden. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist nur eine Klemme als Informationseingang 11 dargestellt. Bei Bedarf können jedoch
auch mehrere Informationseingänge an der Verbin dungsstelle 9 des Speicherelements
vorgesehen sein.
[0017] Bei diesem Ausführungsbeispiel wird das Speicherelement durch einen Anlass- oder
Startvorgang über den Widerstand R3 und die Diode D2 geladen, indem der Informationseingang
11 beim Starten der Brennkraftmaschine beispielsweise mit der Klemme 50 des Anlassers
verbunden wird. Die Diode D2 dient dazu, daß die in das Spei cherelement eingegebene
Information nicht über den Informationseingang 11 verlorengehen kann; eine Entladung
des Kondensators C des Speicherelements über den Informationseingang wird also verhindert.
[0018] Wenn der Fahrer des Kraftfahrzeugs den Motor anläßt, bevor der Vorglühvorgang abgeschlossen
war, bevor also der Mikroprozessor 1 den Kondensator C des Speicherelements durch
ein über den Ausgang 7 abgegebenes Signal geladen hatte, wird der Kondensator C durch
die beim Startvorgang an dem Informationseingang 11 liegende Spannung aufgeladen.
Das führt dazu, daß bei einem Informationsverlust im Mikroprozessor aufgrund des Zusammenbruchs
der Versorgungsspannung beim Startvorgang das Speicherelement dieselbe Information
enthält wie sie bei abgeschlossenem Vorglühvorgang gegeben ist: der Kondensator C
ist geladen.
[0019] Bevor der Mikroprozessor 1 Steuersignale über den Signalausgang 19 abgibt, erfolgt
- wie oben schon dargetan - eine Abfrage des Status des Speicherelements. Da der Kondensator
C bei dem Anlassvorgang aufgeladen wurde, erhält der Mikroprozessor die gleiche Information
wie nach einem vollständigen Vorglühvorgang und überspringt diesen Arbeitsschritt.
Eine Überlastung der Glühkerzen wird folglich vermieden.
[0020] Dadurch, daß unabhängig vom am Ausgang 7 anliegenden Signalen über den Informationseingang
11 Informationen in das Speicherelement eingegeben werden können, ist eine Fehlfunktion
des Mikroprozessors 1, hier ein ungewolltes Wiederholen des Vorglühvorgangs, auch
bei Fehlbedienungen der durch das Steuergerät gesteuerten Vorrichtungen ausgeschlossen.
[0021] Die Information im Speicherelement wird über den als Komparator 13 ausgelegten Operationsverstärker
abgefragt. Es findet ein Vergleich des Potentials an der Verbindungsstelle 9 mit
dem an der Verbindungsstelle 17 vorhandenen Potential statt. Die Schaltung ist beispielsweise
so ausgelegt, daß am Eingang 15 des Mikroprozessors 1 nur dann ein Signal anliegt,
wenn das Speicherelement geladen ist. Durch Vertauschen des invertierenden und des
nichtinvertierenden Eingangs des Operationsverstärkers ist der umgekehrte Fall gegeben:
es liegt kein Signal am Eingang 15 an, wenn das Speicherelement geladen ist.
[0022] Die an der Verbindungsstelle 17 vorhandene Spannung kann durch geeignete Wahl der
Widerstände des aus R5 und R6 bestehenden Spannungsteilers vorbestimmt werden. Dazu
können einer dieser Widerstände aber auch beide änderbar sein. Zur Einstellung der
erforderlichen Spannung am zweiten Eingang des Komparators 13 ist der Widerstand
R4 vorgesehen, der ebenfalls veränderbar ausgelegt sein kann.
[0023] Werden von dem Mikroprozessor 1 Steuersignale über zwei oder mehr Signalausgangsklemmen
parallel abgegeben, so können jeder dieser Klemmen eine dem Ausgang 7 entsprechende
Ausgangsklemme mit je mindestens einem Speicherelement zugeordnet werden. Die Speicherelemente
werden über entsprechende Signale mit Informationen versorgt bzw. geladen. Die den
Speicherelementen eingegebene Information muß dann vor Abgabe von Steuersignalen
seriell oder parallel abgefragt werden, um eine Wiederholung von schon ausgeführten
Steuerschritten zu vermeiden.
[0024] Das Steuergerät kann auch mehrere Mikroprozessoren aufweisen. Diesen wird dann jeweils
mindestens ein Speicherelement zugeordnet, das die von dem Mikroprozes sor eingegebene
Informationen auch bei Spannungszusammenbrüchen speichert.
[0025] Es ist auch möglich, bei einem Mikroprozessor mehrere dem Ausgang 7 entsprechende
Ausgangsklemmen vorzusehen, die jeweils mit einem Speicherelement verbunden sind.
Auf diese Weise können mehrere dem Spannungszusammenbruch vorangehende Informationen
bzw. Steuerschritte gespeichert werden.
[0026] Das beschriebene Speicherelement kann analoge Signale speichern und wiedergeben.
Das als Speicherelement dienende, aus R2 und C bestehende RC-Glied kann aber auch
durch andere auch mehrstufige Speicherelemente ersetzt werden, die digitale Informationen
speichern können.
[0027] Durch die Verwendung von Speicherelementen der oben beschriebenen Art können in Steuergeräten
auch solche Mikroprozessoren eingesetzt werden, die mit einer Versorgungsspannung
betrieben werden, die höher ist als in ungünstigen Fällen, beispielsweise beim Anlassvorgang,
zur Verfügung steht. Kondensatoren für die Spannungsstabilisierung bzw. -pufferung
können entfallen.
1. Steuergerät mit mindestens einem Mikroprozessor insbesondere für Glühzeitsteuergeräte,
gekennzeichnet durch mindestens ein Speicherelement (R2, C), dessen Funktionsfähigkeit
bei Spannungen unterhalb der Versorgungsspannung des Steuergeräts und/oder des Mikroprozessors
(1) gewährleistet ist.
2. Steuergerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Informationen des Mikroprozessors
(1) in dem Speicherelement (R2, C) speicherbar sind.
3. Steuergerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Speicherelement
(R2, C) mindestens ein Informationseingang (11) zugeordnet ist, über den von dem Mikroprozessor
(1) unabhängige Informationen in das Speicherelement (R2, C) eingebbar sind.
4. Steuergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
in dem Speicherelement (R2, C) gespeicherte Information von dem Mikroprozessor (1)
abfragbar ist.
5. Steuergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Abfragung der im Speicherelement (R2, C) vorliegenden Information ein zwischen Speicherelement
(R2, C) und Mikroprozessor (1) geschalteter Komparator (13) vorgesehen ist.
6. Steuergerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein erster Eingang des
Komparators (13) mit einem an der Spannungsversorgung (3, 5) des Mikroprozessors (1)
liegenden Spannungsteiler (R5, R6) und ein zweiter Eingang des Komparators (13) mit
dem Speicherelement (R2, C) verbindbar ist.
7. Steuergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das
Speicherelement mindestens einen Widerstand (R2) sowie mindestens einen zum Widerstand
(R2) parallel geschalteten Kondensator (C) aufweist.