[0001] Die Erfindung betrifft eine Bodenbearbeitungsmaschine der im Oberbegriff des Patentanspruches
1 angegebenen Gattung.
[0002] Eine solche Bodenbearbeitungsmaschine ist beispielsweise aus der US-PS 4,365,377
bekannt. Das Arbeitselement kann beispielsweise aus einem Filz, aus einem groben Wirrfaservlies,
aus steifen, gekräuselten Filamenten oder aus einer Scheibenbürste bestehen. Das Arbeitselement
verdankt diesem Gefüge bzw. Aufbau eine begrenzte Kompressibilität. Bei der bekannten
Maschine ist die durch die Bearbeitungsfläche definierte Ebene eine Tangentialebene
zu den koaxial zueinander angeordneten Laufräder. Das heisst, dass die Maschine in
Arbeitsstellung zumindest mit einem Teil ihres Eigengewichtes über die Laufräder auf
dem zu bearbeitenden Boden abgestützt ist.
[0003] Dadurch ist es zwar möglich, den schwersten Teil der Maschine, nämlich den Elektromotor,
so anzuordnen, dass dessen Gewicht grösstenteils über die Laufräder abgestützt ist.
Andererseits birgt dies den Nachteil in sich, dass die Maschine in Arbeitsstellung
normalerweise nur in einer zur gemeinsamen Achse der Laufräder rechtwinkligen Richtung
bewegt werden kann. Die unter Wirkung der Druckfeder stehende, in der Mitte des Arbeitselementes
angeordnete Lenkrolle soll lediglich dazu dienen, das seitliche "Wegdriften" der Maschine
(und damit das "Radieren" der Laufräder) zu vermindern und der Bedienungsperson die
Kraftanstrengung zu ersparen, die Ma schine über die Deichsel "auf Kurs" zu halten.
Diese Tendenz zum seitlichen "Wegdriften" soll nur dann auftreten, wenn die bekannte
Maschine in der durch ihre Laufräder bestimmten Fahrrichtung beschleunigt oder verzögert
wird und ist eine Folge der beschränkten Kompressibilität (d.h. des erhöhten Reibschlusses
zum Boden, wenn komprimiert) des Arbeitselementes.
[0004] Ausserdem sind an der bekannten Maschine keine Massnahmen vorgesehen, um der unvermeidbaren
Abnützung, d.h. der beim Gebrauch eintretenden Dickenverminderung des Arbeitselementes
Rechnung zu tragen. Dies hat zur Konsequenz, dass schon nach kurzer Benützungszeit
das Arbeitselement gar nicht mehr in der Lage ist, ganzflächig auf dem zu bearbeitenden
Boden aufzuliegen, mit der Folge, dass der spezifische Auflagedruck des Arbeitselementes
auf dem Boden nicht mehr regelmässig verteilt ist, womit die Tendenz zum seitlichen
"Wegdriften" trotz der Lenkrolle erst recht ausgeprägt auftritt.
[0005] Der Erfindung ist daher die Aufgabe zugrundegelegt, eine Maschine der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei der Nutzen aus den bei der bekannten Maschine als nachteilig
beschriebenen Eigenschaften gezogen wird, d.h. dass die Maschine durch geschickte
Führung durch die Bedienungsperson in beliebige Richtungen verfahren werden kann,
und bei der der spezifische Auflagedruck des Arbeitselementes (und damit das durch
den Elektromotor zu überwindende Bremsmoment) zum einen im wesentlichen regelmässig
verteilt und zum anderen praktisch unabhängig vom Eigengewicht der Maschine und praktisch
unabhängig von der Abnützung des Arbeitselementes ist. Damit ist es auch möglich,
mit einer relativ bescheidenen Nennleistung des Motors, d.h. mit einer bescheidenen,
auch aus einer herkömmlichen Steckdose beziehbaren Stromaufnahme des Motors, dem
Arbeitselement hohe Drehzahlen in der Grössenordnung von 1000 U/min. und mehr anstelle
der bisher üblichen 400 - 500 U/min. zu erteilen, was namentlich beim Polieren von
Fussböden mit glatten Oberflächen erwünscht ist.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe weist die vorgeschlagene Maschine die im Kennzeichen des
Patentanspruches 1 umschriebenen Merkmale auf.
[0007] In Arbeitsstellung sind damit die Laufräder vom zu bearbeitenden Boden abgehoben
und dienen nur noch als Transporträder bei hochgekippter Maschine. Durch geschicktes
"Verwinden" der Deichsel nach der einen oder andern Seite durch die Bedienungsperson
kann dadurch die Maschine zur selbsttätigen Bewegung vorwärts oder rückwärts veranlasst
werden. Auch das seitliche "Wegdriften" der Maschine wird damit zur herbeigewünschten
Tugend, ohne dass die Regelmässigkeit des Auflagedruckes dank der Taumelfähigkeit
des Arbeitselementes auf dem Boden wesentlich beeinträchtigt würde, wobei dieser
spezifische Auflagedruck nicht mehr vom Gesamtgewicht der Maschine abhängig ist, sondern
nur noch von dessen vom Druckfederelement nicht kompensierten Rest.
[0008] Bei der vorgeschlagenene Maschine kommt damit der Lenkrolle und dem dieser zugeordneten
Druckfederelement die eigentliche Rolle einer ununterbrochenen, teilweisen Abstützung
des Maschinengewichtes zu.
[0009] Weitere Vorteile der vorgeschlagenen Maschine ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung. Es zeigt:
Fig. 1 eine Maschine in Arbeitsstellung, teilweise im Schnitt,
Fig. 2 in grösserem Massstab einen Schnitt durch den zentralen Teil der Maschine,
und
Fig. 3 eine Seitenansicht der Maschine in hochgekippter Transportstellung.
[0010] Die in der Zeichnung dargestellte Bodenbearbeitungsmaschine 10 besitzt ein Gehäuse
11, das an seinem einen Ende mit einem Paar frei drehbar gelagerter, koaxial zueinander
angeordneten Laufräder 12 (nur eines davon ist in Fig. 1 sichtbar) und mit einer bei
13 auf arretierbare Weise angelenkten Deichsel 14 versehen ist. Auf der Oberseite
des bespielsweise aus Druckguss bestehenden Gehäuses 11 ist ein vertikalachsiger
Elektromotor 15, beispielsweise ein Doppelkondensatormotor für einphasigen Anschluss,
angeflanscht, dessen zugeordnete, aus Anlauf- und Betriebskondensatoren bestehene
Kondensatorbatterie mit 16 bezeichnet ist und ebenfalls auf der Oberseite des Gehäuses
11 verankert ist.
[0011] Die Abtriebswelle 17 des Motors 15 erstreckt sich durch das Gehäuse 11 nach unten
und trägt eine aufgekeilte Zahnriemenscheibe 18. Diese Zahnriemenscheibe 18 ist mittels
eines Zahnriemens 19 formschlüssig an eine weitere Zahnriemenscheibe 20 gekoppelt,
die über ein Wälz lager 21 (Fig. 2) auf einem hohlen Wellenstummel 22 mit einem Endflansch
23 drehbar gelagert ist. Der Endflansch 23 ist auf nicht näher dargestellte Weise
am Gehäuse 11 fest verankert.
[0012] Ein Antriebsflansch 24, der zugleich als Klemmring für die äussere Laufbahn des Wälzlagers
21 dient, ist an die Unterseite der Zahnriemenscheibe festgeschraubt und mittels
einer Ringdichtung 25 gegen den unteren Endbereich des hohlen Wellenstummels 22 abgedichtet.
[0013] Ueber einen Kopplungsring 26 ist eine ringförmige Antriebsscheibe 27 drehfest mit
dem Antriebsflansch 24 verbunden. An der Antriebsscheibe 27 ist beispielsweise durch
Verklebung, eine elastisch komprimierbare Schicht 28, beispielsweise aus Schaumstoff
oder aus Schaumgummi, befestigt, die etwa gleich dick wie die Antriebsscheibe 27 ist.
Diese komprimierbare Schicht 28 ist umfangsseitig von einem nach oben abstehenden
Randflansch 29 einer Ringscheibe 30 umschlossen, deren obere, ebene Seite an der unteren
Seite der komprimierbaren Schicht 28, beispielsweise durch Verklebung, befestigt
ist. Dadurch ist die Ringscheibe 30 bezüglich der mit 31 bezeichneten Drehachse gegen
die von der komprimierbaren Schicht 28 ausgehende Rückstellkraft beschränkt taumelfähig.
[0014] An der unteren Seite der Ringscheibe 30 ist auf austauschbare Weise, beispielsweise
mittels eines Klettenverschlusses 32 (der Einfachheit halber als Schicht dargestellt)
ein Arbeitselement 33 befestigt. Wie bereits erwähnt, kann das Arbeitselement 33 aus
einem groben Wirrfaservlies (mit oder ohne eingelagertem Abrasiv oder Politurmaterial)
oder aus einer Scheibenbürste bestehen.
[0015] Aus Fig. 1 und 2 ist zu ersehen, dass alle Elemente 27, 28, 30, 32 und 33 je einen
zur Drehachse koaxialen Durchlass aufweisen, welche Durchlässe einen Raum 34 umschliessen.
In diesem Raum 34 ist eine Lenkrolle 35 angeordnet, deren Lenkachse mit der Drehachse
31 zusammenfällt. Der Schaft 36 der Lenkrolle 35 ist längsverschiebbar in der durchgehenden
Bohrung 37 des Wellenstummels 22 gelagert und ist seinerseits mit einer Sackbohrung
38 versehen.
[0016] In dieser Sackbohrung 38 steckt der Zylinder 40 eines Gasfederelemtes 39, dessen
Kolbenstange 41 in einer Bohrung an der unteren Seite des Gehäuses 11 abgestützt
ist. Es versteht sich, dass das Gasfederelement 39 auch umgekehrt eingebaut werden
kann. Das Gasfederelement 39 ist so bemessen, dass in der in Fig. 1 und 2 dargestellten
Stellung der Maschine, d.h. wenn die Bearbeitungsfläche 42 des Arbeitselementes 33
ganzflächig auf dem zu bearbeitenden Boden 43 aufliegt, die Lenkrolle 35 mit einer
Kraft auf den Boden 43 gedrückt wird, die dem Gesamtgewicht der Maschine bis auf
einen Rest entspricht, wobei dieser Rest über das Arbeitselement 33 flächig mit einem
Auflagedruck von höchstens etwa 0,25 N/cm² abgestützt ist.
[0017] Rein beispielsweise kann das Gesamtgewicht der Maschine etwa bei 400 N liegen, der
Aussendurchmesser des Arbeitselementes 43 cm und sein Innendurchmesser etwa 12 cm
betragen. Wird das Federelement so bemessen, dass die Lenkrolle 35 mit etwa 200 N
gegen den Boden 43 drückt, dann beträgt der mittlere, spezifische Auflagedruck des
Arbeitselementes 33 auf den Boden etwa 0,15 N/cm².
[0018] Das Gasfederelement 39 bietet den Vorteil einer praktisch konstanten Federkraft
im Bereich des Federweges. Damit das Gasfederelement 39 den Schaft 36 der (unbelasteten)
Lenkrolle 35 nicht aus der Bohrung 37 drücken kann, ist das obere Ende des Schaftes
36 mittels eines Federringes 44 gesichert, der bei unbelasteter Lenkrolle 35 gegen
eine Schulter 45 im Endflansch 43 anschlägt.
[0019] Wird die Deichsel 14 in der in Fig. 3 gezeigten Bezugslage zum Gehäuse 11 arretiert,
lässt sich die ganze Maschine 10 vom Boden 43 hochkippen, bis die Laufräder 12 auf
dem Boden 43 anstehen. Dann kann die Maschine 11 bequem transportiert werden.
[0020] Die Schicht 28 dient auch als "Stossdämpfer", der verhindert, dass Vibrationen,
die von Unebenheiten des zu bearbeitenden Bodens 43 stammen und auf das Arbeitselement
33 übetragen werden, nicht auf das Gehäuse 11 mit dem Motor 15 und an die Deichsel
14 weiterübertragen werden.
[0021] Der Fahrkranz der Lenkrolle 35 ist bezüglich Breite und Material so zu wählen, dass
diese mit Sicherheit keine Fahrspuren in dem zu bearbeitenden Boden hinterlässt. Als
zweckmässig hat sich eine Doppellenkrolle erwiesen.
[0022] Bei der beschriebenene Maschine lässt sich mit einer Motorleistung von lediglich
etwa 1100 W bei einem Aussen durchmesser des Arbeitselementes von 43 cm dessen Betriebsdrehzahl
auf etwa 1000 U/min. festlegen, ohne dass der Motor überlastet würde. Die Maschine
ist also besonders für Politurarbeiten geeignet.
1. Bodenbearbeitungsmaschine mit einem mit Laufrädern und einer Deichsel versehenen
Maschinengehäuse und mit einem einen zentralen Durchlass aufweisenden Arbeitselement
mit einer ebenen Bearbeitungsfläche, die in Arbeitsstellung der Maschine dazu bestimmt
ist, ganzflächig auf dem zu bearbeitenden Boden aufzuliegen, und die mittels eines
am Maschinengehäuse montierten Elektromotors in Drehung versetzbar ist, wobei die
Lenkachse einer längs derselben verschiebbar gelagerten Lenkrolle koaxial zur Drehachse
des Arbeitselementes angeordnet ist, welche Lenkrolle über ein in Richtung der Lenkachse
wirkendes Druckfederelement am Maschinenghäuse abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Laufräder von der durch die Bearbeitungsfläche des Arbeitselementes definierten
Ebene abgehoben sind und in Arbeitsstellung der Maschine das Federelement die Lenkrolle
mit einer Kraft auf den zu bearbeitenden Boden drückt, welche das Eigengewicht der
Maschine bis auf einen Rest kompensiert, der einen spezifischen Auflagedruck des Arbeitselementes
von höchstens etwa 0,25 N/cm ergibt, wobei das Arbeitselement bezüglich seiner Drehachse
gegen die Wirkung einer Rückstellkraft beschränkt taumelfähig ist.
2. Bodenbearbeitungsmaschine nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das
Druckfederelement auf eine mindestens näherungsweise konstante Federkraft vorgespannt
ist.
3. Bodenbearbeitungsmaschine nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das
Druckfederelement durch eine vorgespannte Gasfeder gebildet ist.
4. Bodenbearbeitungsmaschine nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass das Arbeitselement auf austauschbare Weise auf einer Ringscheibe befestigt
ist, die unter Zwischenlage eines elastisch komprimierbaren Elementes an einer Antriebsscheibe
befestigt ist.
5. Bodenbearbeitungsmaschine nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das
elastisch komprimierbare Element aus Schaumstoff, beispielsweise aus Schaumgummi,
besteht.