[0001] Die Erfindung betrifft Kraftstoffe für Otto- und Dieselmotoren, enthaltend einen
Zusatz A) geringer Mengen Alkoxylate, erhalten durch Alkoxilierung von Mono- oder
Polyhydroxiverbindungen und B) geringer Mengen von Tri-oder Tetracarbonsäureamiden
bzw. -imiden.
[0002] Vergaser- und Einlaßsysteme von Ottomotoren, aber auch Einspritzsysteme für die Kraftstoffdosierung
in Otto- und Dieselmotoren werden durch Verunreinigungen belastet, die durch Staubteilchen
aus der Luft, unverbrannte Kohlenwasserstoffreste aus dem Brennraum und die in das
Ansaug- bzw. Einlaßsystem zurückgeleiteten Entlüftungsgase aus dem Kurbelwellengehäuse
verursacht werden. Durch die Zurückführung dieser sog. "Blow-by-Gase" in den Ansaugteil
oder das Luftfilter wird zwar ein Teil der Ölnebel, die in der Kurbelwanne entstehen,
über das Einlaßsysdtem wieder in den Motor gebracht und dort größtenteils verbrannt,
doch schlagen sich aus den Ölnebeln auch Anteile in den Innenräumen der Vergaser,
in den Einlaßkanälen, auf den Einlaßventilen sowie an den Einspritzdüsen nieder. Hochleistungsvergaser
sind komplizierte Gebilde mit sehr feinen Kanälen und Bohrungen und genau kalibrierten
Düsen zum Versprühen und Dosieren des Kraftstoffs.
[0003] Ähnlich kompliziert und gegen Ablagerungen von Schmutzteilchen anfällig sind die
Hochleistungseinspritzaggregate für Otto- und Dieselmotoren. Wenn nur geringfügige
Schmutz- und Rückstandsablagerungen in diesen feinen Regelorganen, Düsen und Kanälen
auftreten, wird deren Funktionsfähigkeit stark beeinflußt und in der Regel verschlechtert.
Die Folge davon ist eine falsche Zusammensetzung des Kraftstoff-Luft-Gemisches, so
daß in höherem Maße unverbrannte oder teilverbrannte Kohlenwasserstoffe in den Auspuffgasen
auftreten.
[0004] Gleichzeitig wird auch das Verhältnis von Kohlenmonoxid zu Kohlendioxid in den Auspuffgasen
ungünstig beeinflußt, d.h. es treten bei verschmutzten Einspritzaggregaten bzw. Einlaßsystemen
höhere Anteile an Kohlenmonoxid im Abgas auf.
[0005] Zur Kontrolle dieser in hohem Maße unerwünschten Erscheinungen werden seit Jahren
Kraftstoffadditive den Otto- bzw. Dieselkraftstoffen zugesetzt.
[0006] Im Zuge von Energieeinsparungsmaßnahmen und aus Umweltgründen kam es in den letzten
Jahren ferner zu konstruktiven Änderungen in der Gemischaufbereitung moderner Hochleistungsmotoren.
Diese Maßnahmen hatten zum Ziel, den Anteil an Kohlenmonoxid und verbrannten Kohlenwasserstoffen
sowie von Stickoxiden im Abgas zu minimieren. Dies wurde im wesentlichen durch eine
Änderung des Luft-Kraftstoff-Gemisches erreicht. Während Ottomotoren früher im wesentlichen
mit dem theoretischen Luftbedarf oder auch geringfügig darunter, d.h. mit λ = 0,9
- 1,0 betrieben wurden, hat sich dies in den letzten Jahren geändert. Die Kennzahl
λ für das Luft-Kraftstoff-Gemisch liegt heute bei λ = 1,1 - 1,3, d.h. die Ottomotoren
werden hinsichtlich des Kraftstoffangebotes magerer betrieben. Man spricht vom sog.
"Magerkonzept".
[0007] Diese Maßnahmen führten zu einer deutlichen Reduzierung des Anteils an Kohlenmonoxid
bzw. teilverbrannten Kohlenwasserstoffen im Abgas, jedoch aus thermodynamischen Gründen
leider nicht zu einer Reduzierung, sondern eher zu einer Erhöhung des Anteils der
Stickoxide (NO
x) im Abgas.
[0008] Eine Reduzierung des NO
x-Gehaltes bzw. die noch weitere Absenkung von Kohlenmonoxid und teilverbrannten Kohlenwasserstoffen
im Abgas ist jedoch durch den Einbau von Abgaskatalysatoren möglich. Als Folge dieser
Maßnahmen treten - bedingt durch den höheren Luftüberschuß bei der Verbrennung des
Kraftstoffs - in den letzten Jahren zum Teil sogar deutlich höhere Temperaturen an
den Einlaßventilen der Motoren auf. Dies machte die Entwicklung von in ihrer thermisch-oxidativen
Stabilität deutlich verbesserten Kraftstoffadditiven erforderlich.
[0009] Neben den geänderten Konzepten zur Gemischaufbereitung hat sich in den letzten Jahren
auch ein deutlicher Trend zu einer Verlängerung der Ölwechselintervalle vollzogen.
Die Folge davon war nicht nur eine erhöhte, sondern auch eine zeitlich länger andauernde
Anforderung an die Leistungsfähigkeit der Motorenöle. Diese Veränderungen bei Motorenölen
haben auch die Anforderungen an Kraftstoffadditive mitbeeinflußt. Durch den konstruktionsbedingt
in den Motorenölen stets mehr oder weniger vorhandenen Gehalt an Kraftstoff (sog.
Kraftstoffverdünnung) gelangen auch entsprechende Anteile an Kraftstoffadditiven in
das Öl. Die Kraftstoffverdünnung liegt je nach Fahrweise und Zustand des Motors in
Größenordnungen von 0,5 bis ca. 3%. Nachdem Motorenöle wesentlich länger und vor allem
heißer gefahren werden, spielt deshalb auch die Frage der Ölverträglichkeit von Kraftstoffadditiven
eine wichtige Rolle.
[0010] Es war daher Ziel der Erfindung, thermisch und oxidativ stabilere Kraftstoffadditive
zur Verfügung zu stellen, die den Vergaser, die Ventile und das Einlaßsystem bzw.
die Einspritzdüsen reinhalten und ferner keine unerwünschten Nebenreaktionen im Motor
bzw. im Motorenöl zeigen.
[0011] Eine wichtige Eigenschaft von Kraftstoffadditiven ist neben der Reinhaltung der
Einlaßventile auch die Erhaltung ihrer grundsätzlichen tech nisch-mechanischen Funktionsfähigkeit.
Vergaser- und Ventilreiniger allein auf Basis von Kondensationsprodukten aus Aminen
bzw. Polyaminen mit Mono- bzw. Polycarbonsäuren verfügen zwar über eine ausgezeichnete
Reinhaltewirkung, lagern sich jedoch - je nach Molekularstruktur -aufgrund ihres
hohen Siedepunktes im Laufe der Zeit in Form einer dünnen Schicht auf dem Ventilteller
und dem Ventilschaft (Ventilführung) der Einlaßventile ab. Unter bestimmten Fahrbedingungen
und vor allem bei niedrigen Außentemperaturen kann die klebrige Schicht so viskos
werden, daß die Funktionsfähigkeit der Ventile beeinträchtigt wird. Es kann dann
zu Kompressionsverlusten auf einzelnen Zylindern und in ungünstigen Fällen zum Ausfall
des Motors durch Ventilstecken kommen.
[0012] Deshalb haben solche Kraftstoffadditive Vorteile, die zwar als Folge ihres Reinigungseffektes
- durchaus erwünscht - dünne Schutzfilme in den Einlaßsystemen (Ventilteller und
Ventilschaft) bilden, jedoch darf die Viskosität dieser Schutzfilme bei niedrigen
Temperaturen nicht zu hoch bzw. ihrer Konsistenz nicht zu klebrig sein, daß es zu
Ausfallerscheinungen kommt, d.h. daß die Einlaßventile durch zu hohe Klebrigkeit des
Ventilschaftes stecken bleiben.
[0013] Es war daher ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung, solche Kraftstoffadditive
bzw. Additivkombinationen für Otto- und Dieselkraftstoffe zu finden, die sowohl Vergaser,
als auch Einlaßventile, Einspritzdüsen und das gesamte Einspritzsystem reinhalten
bzw, reinigen, aber ansonsten keine negativen Nebenwirkungen im oben geschilderten
Sinn aufweisen.
[0014] Diese Aufgabe wird durch Kraftstoffe für Otto- und Dieselmotoren gelöst, die geringe
Mengen enthalten
(A) an Alkoxylaten, die durch Umsetzung von Ethylenoxid, Propylenoxid oder Butylenoxid
mit Mono- oder Polyhydroxyverbindungen erhalten werden und ein Molekulargewicht (Molmassen,
Zahlenmittel) von 500 bis 6000 aufweisen und
(B) an Imiden oder Amid-Imiden oder von deren Gemischen, aus Nitrilotriessigsäure
und/oder aus Äthylendiamintetraessigsäure und Aminen oder Amingemischen mit 7 bis
18 Kohlenstoffatomen, der Formel I

in der X gleiche oder verschiedene Reste -HN-R oder benachbarte Reste X unter
Bildung eines Ringes

bedeuten, wobei
m = 0 oder 1 ist und R unverzweigte oder verzweigte aliphatische Reste mit 7
bis 18 Kohlenstoffatomen bedeuten.
[0015] Die Zusatzmenge der erfindungsgemäßen Zusätze (A) und (B) zu Otto- und Dieselkraftstoffen
liegt zwischen 0,01 und 0,3 Gew.%, bevorzugt zwischen 0,005 und 0,15 Gew.%.
[0016] Das Gewichtsverhältnis der Komponenten (A) und (B) beträgt in der Regel zwischen
5:1 bis 1:3.
[0017] Als Alkoxylate verwendet man bevorzugt Butoxilate von Mono- oder Polyhydroxiverbindungen
bzw. gemischte Alkoxilate unter Verwendung von Propylen/Butylen-Mischoxiden. Der Anteil
an Butylenoxid bzw. längerkettigem Alkylenoxid in dem gemischten Alkoxilat ist verantwortlich
für die Öllöslichkeit bzw. Ölverträglichkeit des Alkoxids. Das Propylenoxid/Butylenoxid-Verhältnis
kann zwischen 5:95 und 95:5 Gew.-Teilen liegen. Vorteilhafte Gemische enthalten Propylenoxid/Butylenoxid
im Verhältnis 60:40 bis 30:70. Prinzipiell sind alle Butylenoxide, d.h. Buten-1, Buten-2
bzw. Isobutenoxid bzw. beliebige Gemische dieser Oxide untereinander bzw. mit Propylenoxid
zur Herstellung der erfindungsgemäßen Alkoxilate geeignet. Ebenso werden wirksame
Alkoxilate aus Gemischen von Propylenoxid, Butylenoxid und höheren offenkettigen und
cyclischen Alkenoxiden bzw. aus den höheren offenkettigen und cyclischen Alkenoxiden
allein erhalten.
[0018] Als Beispiele seien genannt: Penten-1-oxid, Decen-1-oxid, Cyclopentenoxid, Cyclohexenoxid
und Cyclooctenoxid sowie Vinyl-cyclohexenoxide.
[0019] Als Mono- oder Polyhydroxiverbindungen kommen Alkohole der allgemeinen Formel
R(OH)
n,
in der n die Zahlen 1 bis 4 und R ein C₁-C₂₀-geradkettig oder vorzugsweise verzweigtes
Alkan bedeutet, in Betracht.
[0020] Typische Beispiele sind Butanol, Isobutanol, 2-Ethylhexanol, Isononanol, Isodekanol,
Isotridekanol, Ethylenglykol, 1,2-Propylenglykol, 1,3-Propandiol, 1,2-Butylenglykol,
Butandiol-1,4, Pentandiol-1,5, Neopentylglykol, Hexandiol-1,6, Trimethylolpropan,
1,2,4-Butandiol und Pentaerythrit.
[0021] Die Herstellung der Alkoxilate erfolgt nach den Methoden des Standes der Technik,
d.h. als Startmolekül wird eine Mono-oder Polyhydroxiverbindung zusammen mit dem Katalysator
(z.B. Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid oder Alkalialkoholate) in einem Reaktor vorgelegt
und mit Alkylenoxiden bzw. Alkylenoxidgemischen begast bzw. mit flüssigen Alkylenoxiden
unter Rühren bei Temperaturen von 120 bis 150°C umgesetzt. Nach Beendigung der Umsetzung
wird das ggf. nicht umgesetzte gasförmige Alkylenoxid unter Vakuum abgezogen und das
rohe Alkoxilat ggf. mit Wasser weitgehend alkalifrei gewaschen. Zur vollständigen
Entfernung des alkalischen Katalysators kann z.B. bei Verwendung von Kaliumhydroxid
das Alkoxilat mit ausreichender Menge einer wäßrigen Lösung von Natriumpyrophosphat
(Na₂H₂P₄O₇) gewaschen werden. Dabei fällt als unlösliches Doppelsalz Natrium-Kalium-Pyrophosphat
aus und kann abfiltriert werden.
[0022] Bei den erfindungsgemäßen zu verwendenden Alkoxilaten ist es nicht erforderlich,
im Falle von Mischalkoxilaten auch von Gemischen der betreffenden Alkylenoxide auszugehen.
Man kann ebenso zwei oder mehrere Alkylenoxide nacheinander mit der Mono- oder Polyhydroxiverbindung
als Startmolekül umsetzen. Auch Alkoxilate, die durch Umsetzung von Mono- oder Polyhydroxiverbindungen
zunächst nur mit einer geringen Menge Ethylenoxid (z.B. 1-5 Mol Ethylenoxid je Hydroxylgruppe
der Mono- oder Polyhydroxiverbindung) erhalten werden, lassen sich durch nachfolgende
Umsetzung mit einer entsprechend großen Menge höherer Alkylenoxide noch zu erfindungsgemäßen
zu verwendenden Alkoxilaten umsetzen.
[0023] Als Komponenten (B) kommen beispielsweise Umsetzungsprodukte aus stickstoffhaltigen
Polycarbonsäuren mit Mono-, Oligo- oder Polyaminen bzw. technischen Amingemischen,
wie sie z.B. als Mischkomponenten in der EP-A- 6527 beschrieben sind, in Betracht.
[0024] Die Verbindungen gemäß (B) der Formel I werden nach an sich bekannten Methoden, z.B.
durch Umsetzung von Nitrilotriessigsäure bzw. Äthylendiamintetraessigsäure mit den
Aminen oder Amingemischen
R-NH₂
bei Temperaturen von 150 bis 220°C in der Regel 160 bis 200°C erhalten. Dabei werden
die Amine je nach dem gewünschten Produkt im molaren Verhältnis 2:1 (cyclisches Diimid)
oder in einer Menge von 3 Mol Amin oder Amingemisch je Mol Äthylendiamintetraessigsäure
(Amin-Imid) bzw. 2 Mol je Mol Nitriloessigsäure (Amid-Imid) oder in geringem Maße
darüber hinaus gehenden Mengen angewandt. Man erhält so in jedem Fall in überwiegendem
Anteil Amidimide bzw. Imide neben untergeordneten Mengen Amiden, d.h. Substitution
sämtlicher Carbonylgruppen durch je einen Amidrest.
[0025] Im einzelnen geht man so vor, daß man das Amin oder Amingemisch unter Stickstoffatmosphäre
in einem Rührgefäß vorlegt und die Nitriloessigsäure bzw. die Äthylendiamintetraessigsäure
bei ungefähr 80°C einträgt und die Mischung unter Rühren 4 bis 10 Stunden auf 160
bis 200°C, bei langsam reagierenden Aminen oder Amingemischen auch auf höhere Temperatur
erhitzt, bis die Säurezahl kleiner 10 ist.
[0026] Als Amine der Formel
R-NH₂
kommen solche mit 7 bis 18, vorzugsweise 8 bis 14 Kohlenstoffatomen in Betracht. Diese
Amine können noch weitere Aminogruppen, z.B. nicht primäre Aminogruppen oder Alkoxygruppen
aufweisen. Gleichermaßen können Sauerstoffatome in der Kette vorhanden sein.
[0027] Im einzelnen kommen z.B. die folgenden Amine in Betracht, wobei die Alkylreste durch
Stickstoff oder Sauerstoffatome unterbrochen sein können: 2-Äthylhexylamin, n-Dodecylamin,
n-Tridecylamin, n-Pentadecylamin, Stearylamin, 2-Amino-5-dimethylaminopentan und 1-(2-Äthylhexoxy)-propylamin-(3).
[0028] In einigen Fällen hat sich auch der Einsatz von Amingemischen als vorteilhaft erwiesen.
[0029] Je nach Zusammensetzung der Gemische aus den erfindungsgemäßen Alkoxilaten mit den
Imiden oder Amid-Imiden der EP-A-6527 ist es möglich, auf die gleichzeitige Verwendung
von im Vergleich stabilen und damit für die angestrebte Wirkung weniger geeigneten
hochhydrierten Erdöldestillaten (sog. Trägerölen), wie sie ebenfalls in der EP-A-6527
beschrieben sind, ganz oder zumindest teilweise zu verzichten.
[0030] Kraftstoffadditive unter Verwendung der Alkoxilate (A) und der Polycarbonsäureimide
können zusätzlich noch eine Reihe anderer bekannter Wirkkomponenten enthalten, wie
sterisch gehinderte substituierte Phenole als Antioxidantien, Dipropylenglykol bzw.
ähnlich aufgebaute Glykole als Antiicing-Additive zum Schutz des Vergasern vor Eisbildung,
Korrosionsinhibitoren, Metalldeaktivatoren, Demulgatoren und Antistatika zur Erhöhung
der Leitfähigkeit der Kraftstoffe.
[0031] Die Wirksamkeit der erfindungsgemäßen zu verwendenden Kombination wird im Vergleich
zu den bisher verwendeten marktüblichen Kraftstoffadditiven durch verschiedene Prüfverfahren
im folgenden belegt.

[0032] Für die Wirksamkeit von Kraftstoffadditiven entscheidend ist das Verhalten im Fahrbetrieb,
d.h. in einem unter praxisähnlichen oder praxisnahen Bedingungen betriebenen Motor
auf einem motorischen Prüfstand. Zu diesem Zweck wurde die Wirkung der erfindungsgemäßen
Kombination in einer Reihe von Prüfmotoren untersucht.
[0033] Prüfung der Reinhaltewirkung im Opel-Kadett-Motor gemäß CEC-Methode F-02-C 79
[0034] Die ventilreinigende Wirkung von additivierten Kraftstoffen wird in dieser Prüfmethode
nach 40 Stunden beurteilt. Die Bedingungen für die Methode sind in der nachfolgenden
Tabelle zusammengestellt.
Motor:
4-Zylinder-Motor, 1,2 l Hubraum, 40 KW, Vergaser 2 Solex PDSI
Motoröl:
Referenzöl RL 51
Laufzeit:
40 Stunden
Testprogramm je Zyklus:
Stufe 1: 30 s Leerlauf bei 1000 U/min
Stufe 2: 1 min bei 3000 U/min 11,0 KW
Stufe 3: 1 min bei 1300 U/min 4,0 KW
Stufe 4: 2 min bei 1850 U/min 6,3 KW
Öltemperatur in der Ölwanne 94 ± 2°C
Kühlmitteltemperatur (Ausgang) 92 ± 2°C
Ansauglufttemperatur (Leerlauf) 100°C
Kohlenmonoxidgehalt im Abgas, im Leerlauf 3, 5 ± 0,5 Vol.%
[0035] Die Auswertung der Ergebnisse geschieht wie folgt. Die neuen Einlaßventile werden
vor dem Versuch mit Lösemittel gereinigt bzw. entfettet und auf drei Stellen hinter
dem Komma genau gewogen. Nach Beendigung des Versuches werden die Ventile ausgebaut.
Zunächst erfolgt eine eine Bewertung der Schäfte bzw. der Ventiltulpen durch Prüfen
der Klebrigkeit mittels Fingerdruck. Danach werden die Ventile einschließlich der
Schäfte je 2 mal für 5 Sekunden in n-Heptan geschwenkt und durch Schwenken an der
Luft getrocknet. Danach werden die Ventile nach Einspannen an den Schäften in eine
horizontal gelagerte Bohrmaschine mit Hilfe eines Holzspans bzw. Schleifleinens der
Körnung 400 bei ca. 100-200 U/min von den an der Unterseite der Tulpe anhaftenden
Verbrennungsrückständen mechanisch befreit und anschließend auf drei Stellen hinter
dem Komma genau zurückgewogen. Die Ab lagerungen aller 4 Ventile werden gemittelt
und das Ergebnis in mg/Ventil angegeben.
[0036] Die Reinhaltewirkung auf den Vergaser erfolgt durch Bewertung der Vergaser gemäß
der CRC-Rating-Skala. Die Vergaserverschmutzung bei nicht additivierten Kraftstoffen
ergibt in der Regel ein Rating von 6,5 bis 8,5. Bei Anwesenheit wirksamer vergaserreinigender
Additive liegt das Rating nach Versuchsende zwischen 8,0 und 10,0. Die Wertung 10,0
entspricht einem vollständigen sauberen Vergaser.
[0037] Tabelle 2 enthält Versuchsergebnisse mit Kraftstoffen ohne Verwendung von Kraftstoffadditiven
(Bsp. 1 bis 3), sowie Ergebnisse von motorischen Prüfläufen unter Verwendung der
Komponenten der erfindungsgemäßen zu verwendenden Kombination.

[0038] Außer dem Opel-Kadett-Motor wurde für die Prüfung der Reinhaltewirkung im Einlaßsystem
auch ein Daimler-Benz M 102 E-Motor verwendet.
[0039] Das Prüfverfahren ist ähnlich wie im Opel-Kadett-Test, die Prüfbedingungen zeigt
die nachfolgende Zusammenstellung:
Motor:
4-Zylinder-Einspritzmotor, 2,3 l Hubraum, 100 KW
Motoröl:
RL 51 oder SAE 15W/40, API-SF/CC
Laufzeit:
40 bis 150 Stunden
Testprogramm je Zyklus:
Stufe 1: 30 s Leerlauf bei 800 U/min
Stufe 2: 1 min bei 3000 U/min 18,4 KW
Stufe 3: 1 min bei 1300 U/min 4,4 KW
Stufe 4: 2 min bei 1750 U/min 7,4 KW
Öltemperatur in der Ölwanne 90 ± 3°C
Kühlmitteltemperatur (Ausgang) 89 ± 3°C
Ansauglufttemperatur 30 ± 5°C
[0040] Die Auswertung der Ventile erfolgt nach der gleichen Methode wie beim Opel-Kadett-Motor.
Zur Verschärfung der Prüfbedingungen können auch längere Laufzeiten als 40 Stunden
gewählt werden.
Beispiel 12 (Vergleichsbeispiel)
[0041] Die Prüfung von nicht-additiviertem Benzin wurde (als Vergleichsversuch wie auch
in Tabelle 2, Bsp. 1, 2, 3) auch im Daimler-Benz M 102 E-Motor durchgeführt. Es zeigte
sich, daß bei den üblichen Testläufen über 40, 60, 80 oder 150 Stunden mit verschiedenen
Exemplaren des serienmäßigen Daimler-Benz M 102 E-Motors schwankende Mengen an Ablagerungen
auf den Einlaßventilen gefunden wurden. Möglicherweise sind diese Schwankungen auf
die produktionsbedingten Schwankungen innerhalb der Fertigungstoleranzen des Motors
zurückzuführen. Auch hängt die Menge an Ventilablagerungen in mg/Ventil (als Mittelwert
aus den 4 Einzelwerten eines jeden Prüflaufs) stark vom "Zustand" (d.h. von der gesamten
Laufzeit bzw. der Anzahl der vorher schon durchgeführten Tests ab.
[0042] Einige Ergebnisse für Ventilablagerungen von nicht-addivierten Kraftstoffen im Daimler-Benz
M 102 E-Motor zeigt die Tabelle 3. Jeder Prüflauf wurde über 40 h Prüfzeit durchgeführt.

Beispiel 12 (Vergleichsbeispiel)
[0043] Es wurden die Einzeladditive A, B und E gemäß Tabelle 2 im M 102 E-Prüfmotor getestet.
Die Tabelle 4 enthält die Ergebnisse.

Beispiel 14
[0044] Eine Additivmischung der folgenden Zusammensetzung wurde verwendet:
24 Gew.-Tl. der Komponente F in Tabelle 1
60 Gew.-Tl. des Alkoxilates B in Tabelle 1
16 Gew.-Tl. eines hochsiedenden aromatischen Lösemittels (Solventnaphtha mit Siedebeginn
ca. 160°C, vorwiegend bestehend aus C₉ + Aromaten, wie z.B. Handelsprodukte Solvesso
150 oder Shellsol AB)
[0045] Von dieser Mischung werden 500 g/t einem handelsüblichen verbleiten Superkraftstoff
(westdeutsche Raffinerieware gemäß DIN 51 600) zugesetzt und der motorische Prüflauf
im Opel-Kadett-Motor nach Vorschrift gefahren.
Ergebnis Ventilablagerung: 0 mg/Ventil
Vergaserbewertung: Rating 9,9
[0046] Bei Dosierung von nur 350 g/t Additivdosierung wurden Ablagerungen von 23 mg/Ventil
und ein Vergaserrating von 9,6 erhalten.
Beispiel 15
[0047] Die Additivmischung war die gleiche wie in Beispiel 14 angegeben, jedoch wurde in
einem Prüfmotor des Typs Daimler-Benz M 102 E geprüft. Additivdosierung 800 g/t.
Ergebnis nach 40 Stunden Laufzeit
Ventilablagerungen: 0 mg/Ventil
Ergebnis nach 150 Stunden Laufzeit
Ventilablagerungen: 22 mg/Ventil
Beispiel 16
[0048] Eine Additivmischung der folgenden Zusammensetzung wurde verwendet:
10 Gew.-Tl. der Komponente F in Tabelle 1
25 Gew.-Tl. des Alkoxilates B in Tabelle 1
65 Gew.-Tl. der Schmierölmischung G in Tabelle 1
[0049] Von dieser Mischung wurden 600 g/t wie in Bsp. 14 beschrieben dosiert und geprüft.
Ergebnis Ventilablagerungen 18 mg/Ventil
Vergaserbewertung Rating 9,2
[0050] Bei Dosierung von 800 g/t betragen die Ventilablagerungen 0 mg/Ventil und die Vergaserbewertung
9,4.
Beispiel 17
[0051] Eine Additivmischung der folgenden Zusammensetzung wurde verwendet:
25 Gew.-Tl. der Komponente E in Tabelle 1
60 Gew.-Tl. des Alkoxilates B in Tabelle 1
10 Gew.-Tl. Dipropylenglykol
5 Gew.-Tl. Solventnaphtha gemäß Bsp. 17
[0052] Von dieser Mischung wurden 800 g/t dem Prüfkraftstoff zudosiert und im Daimler-Benz
M 102 E-Motor geprüft.
[0053] Ergebnis nach 40 Stunden Laufzeit: Ventilablagerungen 0 mg/Ventil.
Beispiel 18
[0054] Bei Verwendung der Additivmischung gemäß Beispiel 17, jedoch unter Verwendung gleicher
Mengen der Komponente F statt Komponente E in Tabelle 1 erhielt man folgende Ergebnisse:
Ventilablagerungen weniger als 3 mg/Ventil.
[0055] Prüfung der Ventilklebrigkeit im Einlaßventil mit einem 4-Zylinder-Motor, Tpy: Opel-Ascona,
Hubraum 1,6 l, 66 KW
[0056] Der Motor wird nach dem gleichen Prüfzyklus betrieben wie der Daimler Benz M 102
E-Motor. Die Bewertung der Reinhaltewirkung für die Einlaßventile erfolgt nach 40,
80, 120 oder 200 Stunden, die Auswertung geschieht auf die gleiche Weise wie beim
Opel-Kadett- und Daimler-Benz-Motor.
[0057] Die Prüfung der Ventilklebrigkeit erfolgt visuell. Zu diesem Zweck wird der Zylinderkopf
nach Demontage mit den noch darin befindlichen Einlaßventilen in einer schrägen Position
von ca. 45-60° gelagert. Bei nicht additivierten Kraftstoffen, bei denen keinerlei
Ventilkleben zu beobachten ist, rutschen die Einlaßventile in kürzester Zeit durch
ihr Eigengewicht aus der Ventilführung heraus. Klebende Ventile als Folge ungeeigneter
Kraftstoffadditive erkennt man daran, daß die Einlaßventile nicht durch ihr Eigengewicht
aus der Führung herausrutschen bzw. nur durch mechanisches Nachhelfen herauszubewegen
sind.
[0058] Für die Bewertung der Ventilgängigkeit werden 4 Stufen unterschieden:
Stufe 1: Freies Herausgleiten der Ventile innerhalb von 5 bis 10 s.
Stufe 2: Allmähliches Herausgleiten der Ventile, Dauer mehr als 30 s.
Stufe 3: Ventile gleiten nicht frei heraus, können jedoch mit der Hand herausgezogen
werden.
Stufe 4: Ventile kleben so fest, daß sie nicht mehr mit der Hand herausgezogen werden
können.
Beispiel 19
[0059] Es wurden im 1,6 t-Motor, Typ Opel Ascona Testläufe zur Prüfung der Ventilklebrigkeit
durchgeführt. Alle Versuche wurden über eine Dauer von 200 Stunden gefahren. Dies
entspricht einem Kraftstoffverbrauch von ca. 2000 l und einer ungefähren Laufstrecke
von 4000-5000 km. Die Ergebnisse zeigt die Tabelle 4.

[0060] Testbedingungen zur Prüfung der Ventilklebrigkeit im praktischen Fahrversuch
Motor:
Volkswagen, Boxer-Motor, 1,9 l Hubraum, 44 KW
Fahrprogramm:
10 km mit max. 50 km/h
10 km mit max. 60 km/h
10 min Stillstand
[0061] Nach diesem Wechselprogramm werden insgesamt 130 km pro Tag gefahren. Das Fahrzeug
wird über Nacht im Freien abgestellt. Am nächsten Morgen werden folgende Aufgaben
durchgeführt und das Verhalten des Fahrzeugs beschrieben:
- Kompression prüfen
- Visuelle Bewertung der Einlaßventile bzw. der Ventilschäfte mittels Endoskop durch
die Kerzenöffnungen
- Startversuch (e)
[0062] Gemäß dem vorstehenden Prüfraum wurden die in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellten
Versuche durchgeführt. Alle Versuche wurden mit demselben handelsüblichen Superkraftstoff,
verbleit aus einer westdeutschen Raffinerie gefahren.
[0063] Bei allen Versuchen lag die Außentemperatur während des Stillstands des Fahrzeugs
in der Nacht zwischen +3 und -3°C. Die Temperaturen im Motorraum lagen vor der Messung
am nächsten Morgen zwischen +3 und +8°C.
