(19)
(11) EP 0 282 856 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.09.1988  Patentblatt  1988/38

(21) Anmeldenummer: 88103480.5

(22) Anmeldetag:  05.03.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4: A63C 5/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR IT LI

(30) Priorität: 14.03.1987 DE 8703833 U

(71) Anmelder: HEAD Sportgeräte Ges.m.b.H. & Co. OHG
A-6921 Kennelbach (AT)

(72) Erfinder:
  • Giesen, Klaus
    D-2845 Damme (DE)

(74) Vertreter: Haffner, Thomas M., Dr. et al
Patentanwalt Schottengasse 3a
A-1014 Wien
A-1014 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Mehrschichtenski


    (57) Der Mehrschichtenski besteht aus mit langen Fasern verstärkten Kunst­stoffen und besitzt einen Kern in Sandwichbauweise sowie Deck- (8) und Laufsohlenbelag (9). Um gute Festigkeitseigenschaften und gleichzeitig ein gutes Dämpfungsverhalten des Skis zu gewährleisten, ist der Kern aus einem Hohlprofil (1) und mit dem Hohlprofil verbundenen Zwischenschichten (5, 6, 7) aufgebaut, wobei der Kern insgesamt einen mit der Schichtfolge von innen nach außen steigenden Faseranteil aufweist. Vorzugsweise sind die Fasern des Hohlprofils und/oder der Zwischenschichten im wesentlichen parallel zur Skilängsachse ausgerichtet.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Mehrschichtenski entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Es ist bekannt, Skier aus Holz, faserverstärktem Kunststoff, Metall usw. herzustellen. Im allgemeinen sind solche Skier mehrschichtig aufgebaut, derart, daß die den Deckbelag bildende Folie, glasfaserverstärkte Zwischenschichten und die den Laufsohlenbelag bildende Folie zusammen mit einem Kern, beispielsweise in einer Heizpresse, verklebt werden. Als Kern kann dabei ein üblicher Holzkern, aber auch ein Kunststoffkern verwendet werden. Die Herstellung solcher Skier ist indes verhältnismäßig aufwendig, weil die Verweilzeit in der Heizpresse, um eine gute Klebeverbindung zu erreichen, relativ hoch ist. Häufig müssen auch, da sich in diesem Aufbau Schichten unterschiedlichen Last-Dehnungsverhaltens aneinanderfügen, die Schichten in aufwendigen Einzel-Arbeitsschritten miteinander verklebt werden.

    [0003] Weiterhin ist aus WO 86/04512 ein Kunststoffski bekannt, in dessen Kern zur Gewichtsverminderung Hohlräume vorgesehen sind, die sich jeweils über die ganze Skikerndicke erstrecken. Der Skikern besteht aus fasermatten­verstärkten duromeren oder thermoplastischen Kunststoffen. Nachteilig ist, daß diesem Kern für die Erzielung ausreichender Steifigkeit wiederum ver­stärkende Zwischenschichten im aufwendigen Preßverfahren appliziert werden müssen.

    [0004] Mit der Erfindung soll ein Mehrschichtenski geschaffen werden, der die vorstehend geschilderten Nachteile vermeidet und insbesondere so aufgebaut ist, daß die einander beeinflussenden Parameter, wie Torsionsfestigkeit, Biegefestigkeit, Schwingungsdämpfung, Luftwiderstand usw. gut aufeinander abgestimmt sind.

    [0005] Zur Lösung dieser Aufgabe werden die Maßnahmen nach dem Kennzeichen des Anspruchs 1 vorgeschlagen.

    [0006] Bei dem erfindungsgemäßen Ski ist ein Kern aus mit langen Fasern ver­stärkten thermoplastischen Kunststoffen vorgesehen. Der Kern besteht aus einem mehrteiligen Hohlprofil, welches durch wenigstens einen Steg in der Skibreite untergliedert ist, und mit dem Hohlprofil verbundenen Zwischen­schichten.

    [0007] Der Kern kann aus praktisch allen thermoplastisch verformbaren Kunst­stoffen, die aufgrund einer niedrigen Schmelzviskosität eine vollständige Tränkung des Fasermaterials ermöglichen, gefertigt werden, z.B. aus Olefinpolymerisaten, wie Polyethylen oder Polypropylen, Styrolpoly­merisaten, Polyamid, Polycarbonat, Polymethylmethacrylat sowie Mischungen dieser Polymerisate.

    [0008] Diese Kunststoffe sollen faserverstärkt sein. Vorzugsweise kommen hierfür mineralische Fasern, wie Glas oder Kohlenstoff in Betracht. Bevorzugt sind langfaserige Substanzen mit Faserlängen von 10 mm oder mehr. Der Anteil der faserigen Substanzen soll zweckmäßig im Hohlprofil bis zu 40 Gew.% und in den Zwischenschichten bis zu 80 Gew.% betragen, wobei mit der Schicht­folge von innen nach außen der Faseranteil ansteigen soll. Die Glasfasern können in üblicher Weise vorbehandelt sein. Außer Fasern kann der Kern auch noch Zusatzstoffe, wie Farbstoffe, Pigmente, Füllstoffe und Gleit­mittel enthalten.

    [0009] Die Herstellung des Kerns erfolgt auf bekannte Weise durch Imprägnieren, Beschichten oder Tränken des Fasermaterials mit geschmolzenen Thermo­plasten mit nachfolgendem Abkühlen und Erstarren zum plattenförmigen Halbzeug. Aus solchen plattenförmigen Halbzeugen werden dann in form­gebenden Preßwerkzeugen unter Druck Profile hergestellt, die anschließend durch Schweißen zu Hohlprofilen gefügt werden. Dabei ist es von Vorteil, daß sich Formteile aus thermoplastischen Kunststoffen einfach und ohne Zuhilfenahme von Klebern miteinander verbinden lassen. Eine kraft­schlüssige Verbindung kommt allein durch Anwendung von Wärme und Druck zustande. Die Wärme kann z.B. durch Schweißspiegel, Ultraschall oder durch Reibung erzeugt werden.

    [0010] Zur Erhöhung der Steifigkeit des Kerns werden auf das Hohlprofil Zwischen­schichten in Form dünner Laminate aufgebracht. Wenn das Hohlprofil und die Zwischenschichten aus artgleichen thermoplastischen Kunststoffen bestehen, können sie zusammen in einem Preßvorgang verarbeitet werden. Zwischen den einzelnen Kernschichten bildet sich eine homogene, durch den Kunststoff vorgegebene, scherfeste Verbindung.

    [0011] Die Steifigkeit und Festigkeit eines Verbundwerkstoffes aus thermoplasti­schem Kunststoff und Glas- oder Kohlenstoffaser wird in erster Linie durch den Anteil der verstärkenden Faser bestimmt. Bei der erfindungsgemäßen Ausführung, bei der mit der Schichtenfolge von innen nach außen der Faser­anteil ansteigt, werden die Schichten von innen nach außen steifer und fester. Das gibt dem Kern größere Steifigkeit und Festigkeit im Vergleich zu einem solchen Kern, der zwar insgesamt gleichen aber von innen nach außen unveränderten Anteil an verstärkter Faser hat.

    [0012] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung sind die Fasern des Hohlprofils und/oder der Zwischenschichten im wesentlichen parallel zur Skilängsachse ausgerichtet. Hierdurch können in besonders hohem Maße durch Biegung des Skis hervorgerufene Zug- und Druckkräfte aufgenommen werden.

    [0013] Eine beispielhafte Ausführungsform des Mehrschichtenski nach der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt. Darin ist mit (1) das aus zwei Teilprofilen (2) und (3) zusammengesetzte und bezogen auf die Höhe des Skis geteilte Hohlprofil bezeichnet. Die Teilprofile weisen jeweils einen Steg (4) auf, so daß in dem Hohlprofil zwei sich in Skilängsrichtung erstreckende Hohlräume entstehen. Auf der Ober- und Unterseite des Hohlprofils sind Zwischenschichten (5, 6, 7) mit jeweils unterschiedlichen Faseranteilen vorgesehen. Weiterhin besitzt der Mehrschichtenski oben einen Deckbelag (8) und unten einen Laufsohlenbelag (9).


    Ansprüche

    1. Mehrschichtenski aus mit langen Fasern verstärkten Kunststoffen mit einem Kern in Sandwichbauweise sowie Deck- und Laufsohlenbelag, wobei der Kern aus einem Hohlprofil (1) besteht, welches bezogen auf die Höhe des Ski mehrteilig ausgebildet und durch wenigstens einen Steg (4) in der Skibreite untergliedert ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Hohlprofil mit Zwischenschichten (5, 6, 7) verbunden ist und der Kern insgesamt einen mit der Schichtfolge von innen nach außen steigenden Faseranteil aufweist.
     
    2. Mehrschichtenski nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern des Hohlprofils (1) und/oder der Zwischenschichten (5, 6, 7) im wesentlichen parallel zur Skilängsachse ausgerichtet sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht