[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bilden eines Fadensteges beim Befestigen
eines mehrere Befestigungsöffnungen aufweisenden Knopfes an einem flächigen Material,
insbesondere an einem Bekleidungsstück, mit einem wenigstens eine im wesentlichen
ebene Anlagefläche aufweisenden Abstandshalter, der mit einer auf die Befestigungsöffnungen
des Knopfes ausrichtbaren Durchgangsöffnung versehen ist.
[0002] Beim Befestigen von Knöpfen an einem flächigen Material, insbesondere Textilien aus
verhältnismäßig dickem Textilmaterial und/oder mehrlagigen Textilabschnitten, ist
es bekanntlich erforderlich, Knöpfe, die nicht bereits von vornherein einen einem
Fadensteg entsprechenden Steg aufweisen, wie dieses beispielsweise bei Lederknöpfen
mit einer an ihrer Rückseite angeordneten Öse od.dgl. der Fall ist, einen Fadensteg
zu schaffen. Dieses geschieht bekanntlich dadurch, daß der Knopf nicht mit fester
Anlage an das betreffende flächige Material angenäht wird, sondern gleichsam mit Lose.
Dabei werden bisher i.a. die zwischen dem Knopf und dem betreffenden flächigen Material
(also i.a. einem Textilmaterial) verlaufenden, letztlich den Fadensteg bildenden
Fäden i.a. mit Fadenmaterial umwickelt, so daß die Unterseite des Knopfes im fertig
angenähten Zustand letztlich mit Abstand zur Oberseite des flächigen Materials verläuft
und demgemäß auch an beispielsweise relativ dickes Textilmaterial angeknöpft werden
kann.
[0003] Die Bildung eines derartigen Fadensteges ohne Hilfsmittel ist höchst problematisch,
da es praktisch nicht möglich ist, die einzelnen Fadenschlaufen mit genau der gleichen
Länge auszubilden. Ungleich lange Fadenschlaufen haben dann aber zur Folge, daß bei
der Benutzung des betreffenden Stückes (beispielsweise eines Mantels) lediglich die
kleineren Schlaufen beansprucht werden, so daß es in solchen Fällen i.d.R. alsbald
zu einer Überbeanspruchung der kleinsten Schlaufe mit anschließendem Reißen, sodann
einer entsprechenden Überbeanspruchung der nächstkleineren Schlaufe etc. kommt und
ein auf diese Weise angenähter Knopf i.a. demgemäß nicht lange hält, sondern abreißt.
[0004] Um diesem Übelstand zu begegnen, benutzt man häufig ein Streichholz, welches zwischen
Unterseite des Knopfes und dem betreffenden Textilmaterial oder aber auch bei Anlage
des Knopfes an dem Textilmaterial auf dem Knopf mittig zwischen den Befestigungsöffnungen
placiert und nach dem Annähen herausgezogen wird. Abgesehen davon, daß sich auf diese
Weise lediglich ein Fadensteg mit einer Länge schaffen läßt, die etwa der Dicke eines
Streichholzes entspricht, ist diese Arbeitsweise auch schon deshalb höchst unbefriedigend,
weil die rauhen Flächen und insbesondere Kanten eines Streichholzes in den Faden einschneiden
und diesen insbesondere beim Herausziehen beschädigen.
[0005] Aus der CH-PS 428 623 ist eine gattungsgemäße Vorrichtung bekannt, die in ihrer Funktionsweise
im wesentlichen dem oben bereits erwähnten Hilfsmittel (Streichholz od.dgl.) zur Schaffung
eines Fadensteges entspricht. Bei dieser bekannten Vorrichtung werden nämlich zwischen
der Unterseite des anzunähenden Knopfes einerseits und der Außenseite des betreffenden
Textilmaterials andererseits - je nach erforderlicher bzw. gewünschter Länge des
Fadensteges - zwei oder mehr scheibenförmige Elemente angeordnet, die nach dem Annähen
des Knopfes seitlich herausziehbar sind.
[0006] Diese bekannte Vorrichtung hat jedoch den erheblichen Nachteil, daß sich der Stoff
des betreffenden Bekleidungsstückes beim Befestigen des Knopfes durch Annähen aufgrund
der vom Faden erzeugten Kraft bzw. Spannung relativ zum Knopf und damit in die Durchgangsöffnung
bewegt, so daß beim Annähen nicht nur erhebliche Kräfte auf den betreffenden Knopf
ausgeübt werden, die in Grenzfällen sogar zu einem Ausreißen führen können, sondern
auch nur ein Ergebnis erzielt wird, bei dem die Steglänge unregelmäßig und vor allem
auch kleiner als die ursprünglich angestrebte ist.
[0007] Aus der US-PS 3 213 816 ist ebenfalls eine gattungsgemäße Vorrichtung bekannt, die
ebenfalls aus einem scheibenförmigen Abstandshalter mit einem in Richtung auf den
Knopf an der Durchgangsöffnung vorstehenden Buchse sowie einer auf die Buchse aufsetzbaren
Hülse besteht. Außerdem ist diese bekannte Vorrichtung für Knöpfe vorgesehen, die
mit einem an der Innenseite des betreffenden flächigen Materials anzuordnenden (i.a.
kleineren) Gegenknopf versehen sind.
[0008] Zum Annähen eines Knopfes mit Fadensteg wird der Abstandshalter so auf das flächige
Material (also i.a. einen textilen Stoff eines Bekleidungsstückes) aufgelegt, daß
seine Durchgangsöffnung zu den Befestigungsöffnungen des Knopfes ausgerichtet ist,
wobei die erwähnte Hülse bereits auf den buchsenförmigen Abschnitt des Abstandshalters
aufgeschoben ist. An der anderen Seite des flächigen Materials wird sodann zentrisch
zu dem Knopf der Gegenknopf angeordnet. Danach wird der Knopf in üblicher Weise angenäht.
[0009] Ist der Befestigungsvorgang beendet, so wird der eigentliche Abstandshalter weggebrochen
(hierfür ist er in seinem Flanschabschnitt von vornherein mit einer als Nut ausgebildeten
Schwächungslinie versehen), so daß dann nur noch der Knopf, der Gegenknopf und die
Hülse verbleiben, wobei die Hülse den Fadensteg von außen umgibt und funktionsmäßig
praktisch als Steg wirkt.
[0010] Obwohl die dem Gegenstand dieser Druckschrift zugrundeliegende Idee originell ist,
ist sie dennoch mit erheblichen Nachteilen versehen, und zwar zunächst einmal demselben
Nachteil, wie er weiter oben unter Bezugnahme auf die CH-PS 428 623 bereits dargelegt
worden ist. Außerdem ist diese bekannte Vorrichtung ersichtlich nur ein einziges Mal
zu verwenden, da der Abstandshalter nach dem Befestigen des Knopfes zerbrochen wird
und die Hülse am Knopf verbleibt.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, die bekannten Vorrichtungen
der eingangs beschriebenen Gattung unter Vermeidung ihrer Nachteile insbesondere dahingehend
zu verbessern, daß es beim Befestigen eines mit Fadensteg anzunähenden Knopfes an
ein flächiges Material wie beispielsweise Textilmaterial eines Bekleidungsstückes
nicht zum Einziehen des flächigen Materials in die Durchgangsöffnung der Vorrichtung
kommen kann. Außerdem soll die erfindungsgemäße Vorrichtung beliebig oft wiederverwendbar
sein. Dabei wird weiterhin angestrebt, daß sich der beim Befestigen eines Knopfes
zu schaffende Fadennsteg mühelos auch von Laien ohne weiteres bilden läßt, und daß
es selbst dann nicht zu einer Beschädigung des Fadens oder des betreffenden flächigen
Materials kommen kann. Schließlich soll der Gegenstand der vorliegenden Erfindung
sowohl für ein Befestigen eines Knopfes von Hand als auch ein Annähen eines Knopfes
mittels einer Nähmaschine geeignet sein.
[0012] Die Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß der Abstandshalter
zur Auflage auf einen vorher auf den Stoff aufgesetzten Knopf ausgebildet ist und
einen sich parallel zur Anlagefläche erstreckenden und auf die Durchgangsöffnung durchsetzenden
Distanzstift aufweist, dessen Abstand zur Anlagefläche der Länge des zu bildenden
Fadensteges entspricht.
[0013] Der zweckmäßigerweise i.a. scheiben- bzw. plattenförmig ausgebildete Abstandsalter
besitzt bei einer solchen Ausgestaltung ersichtlich zwei im wesentlichen zueinander
parallele Seiten (Ober- und Unterseite bzw. umgekehrt), die grundsätzlich aufgrund
ihrer Ausbildung beide als Anlagefläche verwendet werden können. Eine derartige Ausgestaltung
führt nicht nur zu einer sehr handlichen und relativ einfachen Ausgestaltung, sondern
eröffnet beispielsweise auch die Möglichkeit, mit ein und derselben Vorrichtung unterschiedliche
Fadensteglängen realisieren zu können, wenn nämlich die Abstände des Distanzstiftes
zu den Anlageflächen unterschiedlich sind, wobei der Abstand des Distanzstiftes zur
(jeweiligen) Anlagefläche einstellbar ausgebildet werden kann, um beispielsweise
bei einer kontinuierlichen Einstellungsmöglichkeit beliebige Zwischen-Fadensteglängen
realisieren zu können.
[0014] Ist der Abstandshalter scheibenförmig ausgebildet, so braucht er mithin lediglich
um 180° gewendet zu werden, um eine andere Steghöhe verwirklichen zu können, wobei
es sich herausgestellt hat, daß zwei unterschiedliche Steghöhen in der Praxis i.a.
ausreichen.
[0015] Für eine Verwirklichungsmöglichkeit von ein oder zwei unterschiedlichen Steghöhen
ist der Abstandshalter bevorzugt mit dem Distanzstift integral ausgebildet, da eine
einteilige Ausbildung (beispielsweise aus Metall oder Kunststoff) sich besonders preiswert
herstellen läßt.
[0016] Obwohl es grundsätzlich durchaus möglich ist, daß der Distanzstift von einer Seitenfläche
des Abstandshalters frei nach außen vorsteht, beseht eine bevorzugte Ausgestaltung
darin, daß der Abstandshalter eine rechtwinklig zu seiner Anlagefläche verlaufende
Durchgangsöffnung aufweist, in welche sich der Distanzstift mittig erstreckt, wobei
die Querschnittsfläche der Durchgangsöffnung kleiner ist als ein anzunähender Knopf,
jedoch wenigstens so groß wie der die Befestigungsöffnuen des Knopfes enthaltende
Knopfabschnitt. Mit einer derartigen Vorrichtung kann ein mit Fadensteg anzunähender
Knopf mithin zweckmäßigerweise zwischen der Vorrichtung und dem betreffenden flächigen
Material angeordnet und dabei zugleich gehalten werden, ohne daß es dabei zu einem
seitlichen Kippen des Abstandshalters kommen kann.
[0017] Um ein relatives Rutschen zwischen dem Abstandshalter und dem anzunähenden Knopf
zu verhindern, kann wenigstens die Anlageseite des Abstandshalters aus einem Material
mit einem relativ hohen Reibungskoeffizienten wie beispielsweise Gummi bestehen, wobei
sich eine Beschichtung durch Aufsprühen oder aber auch Aufkleben einer (dünnen) Gummischicht
als sehr zweckmäßig herausgestellt hat.
[0018] Insbesondere für eine Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die für ein
Annähen von Hand bestimmt und geeignet ist, kann an dem der Verbindungsstelle des
Distanzstiftes mit dem Abstandshalter gegenüberliegenden Seite des Abstandshalters
bevorzugt ein symmetrisch zum Distanzstift verlaufender Durchgangsschlitz ausgebildet
sein, dessen Breite größer ist als die Breite bzw. der Durchmesser des Distanzstiftes,
um die Vorrichtung nach erfolgtem Annähen auf einfachste Art und Weise von den gebildeten
Fadenschlaufen abziehen zu können. Dabei kann sich der Schlitz von der Durchgangsöffnung
zum Rand des Abstandshalters hin erweitern, was insbesondere dann zweckmäßig ist,
wenn der Distanzstift sich bis in den Schlitz hineinerstreckt.
[0019] Insbesondere für eine Anwendung der vorliegenden Erfindung bei Nähmaschinen, bei
welchen der Abstandshalter durch den Nähfuß der Nähmaschine gebildet wird, hat es
sich als besonders zweckmäßig herausgestellt, wenn der Distanzstift in Richtung seiner
Längsachse aus seiner normalen Arbeitsstellung (= Nähstellung) in eine Knopf-Abzugsstellung
zu bewegen ist, was in einem solchen Falle bevorzugt gegen die Rückstellkraft einer
Feder erfolgt, damit der Distanzstift sich stets selbsttätig in die normale Nähstellung
bewegt und beim Nähen nicht gesondert fixiert bzw. gehalten werden muß.
[0020] Bevorzugte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
[0021] Die Erfindung ist nachstehend an einem Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf eine
Zeichnung weiter erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine seitliche Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Annähen
von Knöpfen von Hand in Richtung des Pfeiles I in Fig. 2 gesehen;
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung gemäß Fig. 1 in Richtung des Pfeiles II
in Fig. 1 gesehen;
Fig. 3 eine etwas schematisiert dargestellte Variante für eine Nähmaschine in normaler
Arbeitsstellung in einer Draufsicht; und
Fig. 4 die Vorrichtung gemäß Fig. 3 in KnopfAbzugsstellung des Distanzstiftes.
[0022] Die Fig. 1 und 2 zeigen eine im ganzen mit 1 bezeichnete Vorrichtung zum Bilden eines
Fadensteges eines vier (Faden-) Befestigungsöffnungen 2 aufweisenden Knopfes 3 an
ein in Fig. 1 in einem kleinen Ausschnitt angedeutetes Bekleidungsstück 4.
[0023] Die Vorrichtung 1 besteht aus einem kreisförmig ausgebildeten, scheibenförmigen Abstandshalter
6 mit einer ebenen Unterseite 7 sowie einer hierzu parallelen Oberseite 8, die jeweils
eine Anlageseite bilden können, wobei bei der Anordnung gemäß Fig. 1 die Unterseite
7 die Anlageseite für den Knopf 3 bildet.
[0024] Der Abstandshalter 6 ist mit einer zentrischen, sich rechtwinklig zur Unter- und
Oberseite 7 bzw. 8 erstreckenden Durchgangsöffnung 9 versehen, die als Bohrung ausgebildet
ist (grundsätzlich aber auch beispielsweise eine rechtwinklige Querschnittsform aufweisen
könnte), wobei die Querschnittsfläche der Durchgangsöffnung 9 kleiner ist als die
Außenkontur des anzunähenden Knopfes 3 und etwas größer als der die Befestigungsöffnungen
2 des Knopfes 3 enthaltende mittlere Knopfabschnitt, wie dieses aus Fig. 1 erkennbar
ist.
[0025] Von der zylindrischen Wandung der Durchgangsöffnung 9 aus erstreckt sich ein Distanzstift
11 parallel zur Unter- und Oberseite 7 bzw. 8 mittig durch die Durchgangsöffnung 9
in einen der Verbindungsstelle des Distanzstiftes 11 mit dem Abstandshalter 6 gegenüberliegenden
Durchgangsschlitz 12 hinein, dessen Breite b an allen Stellengrößer ist als der Durchmesser
des Distanzstiftes 11, wobei aus Fig. 1 erkennbar ist, daß sich der Durchgangsschlitz
12 von der Durchgangsöffnung 9 zum Rand des Abstandshalters 6 hin erweitert. Der
Distanzstift 11 ist in einer Höhe a mit Abstand zur Unterseite 7 bzw. mit einem Abstand
c zur Oberseite 8 des scheibenförmigen Abstandshalters 6 angeordnet, welche die Länge
des zu bildenden (Faden-)Steges bestimmt. Da der Abstand a zur Unterseite 7 bzw.
der Abstand c zur Oberseite 8 ungleich ist, können mithin mit der Vorrichtung 1 zwei
unterschiedliche Steghöhen verwirklicht werden. Bei der Anordnung gemäß Fig. 1 ist
die Steghöhe etwa a, während bei einer um 180° gewendeten Anordnung des Abstandshalters
6 ein Steg mit einer Länge von etwa c gebildet werden kann.
[0026] Falls zwei unterschiedliche Steghöhen nicht ausreichen, kann ggf. der Abstand des
Distanzstiftes 11 zur Anlageseite veränderbar ausgebildet sein. Dieses kann beispielsweise
dadurch erfolgen, daß eine weitere Aufnahmeöffnung 13 für den Distanzstift 11 vorgesehen
wird. Grundsätzlich kann der Abstand des Distanzstiftes 11 zur Anlagefläche 7 bzw.
8 aber auch stufenlos veränderbar sein, und zwar beispielsweise dann, wenn er in einem
rechtwinklig zur Anlageseite 7 bzw. 8 verlaufenden Schlitz verschieblich und in einer
gwählten Höhenstellung arretierbar ist.
[0027] Wie bereits ausgeführt worden ist, reichen jedoch zwei Steghöhen völlig aus, so
daß in einem solchen Falle nicht nur eine feste Verbindung des Distanzstiftes 11 zum
Abstandshalter 6 zu realisieren ist, sondern auch eine integrale Ausbildung schon
aus Kostengründen zweckmäßig ist, wobei bei einer solchen einteiligen Ausbildung die
Vorrichtung 1 zweckmäßigerweise aus Metall oder Kunststoff bestehen kann.
[0028] Es sei noch darauf verwiesen, daß die Ober- und Unterseite 8 bzw. 7 des Abstandshalters
6 jeweils mit einer Gummischicht 14 versehen ist, um ein gegenseitiges Verrutschen
der Vorrichtung 1 relativ zum Knopf 3 beim Annähen zu verhindern.
[0029] Soll ein Knopf 3 mit Steg an einem Bekleidungsstück 4 angenäht werden, so wird der
Knopf 3 an der vorgesehenen Stelle des Kleidungsstückes 4 placiert und die Vorrichtung
1 zweckmäßigerweise auf den Knopf in der aus den Fig. 1 und 2 ersichtlichen Weise
angelegt.
[0030] Wie insbesondere aus Fig. 2 erkennbar ist, erfolgt die Placierung der Vorrichtung
1 zentrisch zum Knopf 3 derart, daß sich der Distanzstift 11 mittig zwischen den vier
Befestigungsöffnungen 2 des Knopfes 3 befindet. Wird nunmehr der Knopf 3 in üblicher
Weise an das Bekleidungsstück 4 angenäht, so bilden sich mithin im wesentlichen gleich
lange Fadenschlaufen 16. Ist der Annähvorgang beendet, so kann die Vorrichtung 1 auf
einfachste Weise in Richtung des Pfeiles 17 abgezogen werden. Daraufhin erfolgt sodann
noch das übliche Umwickeln der Fadenschlaufen mit Fadenmaterial.
[0031] Die Fig. 3 und 4 zeigen eine Variante, bei der gleiche oder gleichwirkende Teile
mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind wie bei der Ausgestaltung gemäß den Fig.
1 und 2.
[0032] Die Vorrichtung 1 gemäß den Fig. 3 und 4 ist für eine Nähmaschine bestimmt, wobei
der Nähfuß, dessen Halterung 18 mit einer strichpunktierten Linie angedeutet ist,
zugleich den Abstandshalter 6 bildet. Auch bei dieser Ausgestaltung erstreckt sich
der Distanzstift 11 in der normalen Arbeitsstellung (Annähstellung) mittig zur Durchgangsöffnung
9 durch diese hindurch und ist mit seinem freien Ende in eine Halteöffnung 19 geführt,
wobei eine in einem Schlitz 12ʹ geführte Feder 21, die sich an ihrem einen Ende am
Abstandshalter 6 und an ihrem anderen Ende an einem flanschförmigen Ansatz 22 des
Distanzstiftes 11 abstützt, den Distanzstift 11 selbsttätig in Richtung des Pfeiles
23 in die normale Arbeitsstellung bewegt.
[0033] Ist bei Anwendung der Vorrichtugn 1 gemäß den Fig. 3 und 4 der Annähvorgang beendet,
so kann der Distanzstift 11 in Richtung des Pfeiles 24, also in Richtung seiner Längsachse,
in der Zeichnung nach rechts bewegt werden, so daß er die in den Fig. 3 und 4 nicht
dargestellten Fadenschlaufen freigibt und der Abstandshalter 6 (= Nähfuß) mithin abgehoben
werden kann. Hierfür ist der Distanzstift 11 an seinem außenliegenden Ende mit einer
scheibenförmigen Handhabe 26 versehen. Wird die Handhabe 26 losgelassen, so bewegt
sich der Distanzstift 11 auf der Rückstellkraft der Feder 21 selbsttätig in seine
normale Arbeitsstellung zurück.
[0034] Auch gerade bei einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung für eine Nähmaschine,
bei welcher der Nähfuß den Abstandshalter 6 bildet, ist es vorteilhaft, wenn man den
Abstand des Distanzstiftes 11 zur Anlagefläche veränderbar gestaltet, um unterschiedliche
Steglängen verwirklichen zu können. Dieses kann beispielsweise dadurch geschehen,
daß der Distanzstift 11 am Abstandshalter 6 in einem Vertikalschlitz geführt ist
und in der jeweils gewählten Höhenstellung arretierbar ist.
1. Vorrichtung zum Bilden eines Fadensteges beim Befestigen eines mehrere Befestigungsöffnungen
aufweisenden Knopfes an einem flächigen Material, insbesondere an einem Bekleidungsstück,
mit einem wenigstens eine im wesentlichen ebene Anlagefläche aufweisenden Abstandshalter,
der mit einer auf die Befestigungsöffnungen des Knopfes ausrichtbaren Durchgangsöffnung
versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstandshalter (6) zur Auflage auf einen
vorher auf den Stoff aufgesetzten Knopf ausgebildet ist und einen sich parallel zur
Anlagefläche (7, 8) erstreckenden und auf die Durchgangsöffnung (9) durchsetzenden
Distanzstift (11) auf weist, dessen Abstand (a, c) zur Anlagefläche (7, 8) der Länge
des zu bildenden Fadensteges entspricht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem der Verbindungsstelle
des Distanzstiftes (11) mit dem Abstandshalter (6) gegenüberliegenden Abschnitt des
Abstandshalters (6) ein in Verlängerung des Distanzstiftes (11) verlaufender Durchgangsschlitz
(12) ausgebildet ist, dessen Breite (b) größer ist als der Durchmesser des Distanzstiftes
(11) (Fig. 1, 2).
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Distanzstift
(11) bis in den Durchgangsschlitz (12) hinein erstreckt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Durchgangsschlitz
(12) von der Durchgangsöffnung (9) zum Außenrand des Abstandshalters (6) hin erweitert.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abstände (a, c) des Distanzstiftes (11) zu den Anlageflächen (7, 8) unterschiedlich
sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstand des Distanzstiftes (11) zur Anlagefläche (7, 8) einstellbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Anlagefläche (7, 8) des Abstandshalters (6) aus einem Material mit einem hohen
Reibungskoeffizienten, insbesondere Gummi, besteht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Distanzstift (11)
in Richtung seiner Längsachse aus seiner normalen Arbeitsstellung in eine Knopf-Abzugsstellung
bewegbar ist (Fig. 3, 4).
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Distanzstift (11)
gegen die Rückstellkraft einer Feder (21) in die Knopf-Abzugsstellung bewegbar ist.