[0001] Die Erfindung betrifft einen Breithalter für Webmaschinen, mit auf einem Trägerstab
fest aufgereihten schräg zum Trägerstab angeordneten Lagern, auf denen Nadelrädchen
drehbar gelagert sind.
[0002] Bei einem bekannten Breithalter dieser Art (DE-AS-25 53 749) trägt jedes Lager ein
einzelnes Nadelrädchen, das am Umfang mit zwei Reihen von Nadeln versehen ist. Beim
Verweben von feinen Schussgarnen, insbesondere Azetatgarnen, entstehen unschöne, verzerrte
Kanten im Gewebe. Die Erscheinung wird als Kuliereffekt bezeichnet. Die Ursache des
Effekts liegt in der für das Breithalten des Gewebes notwendigen Schräglage der Nadelrädchen.
Dadurch bekommen die Schussfäden im Bereich des Breithalters einen welligen Verlauf,
der im Gewebe erhalten bleibt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Breithalter der eingangs definierten
Art zu schaffen, der im Gewebe nicht den Kuliereffekt verursacht. Diese Aufgabe wird
erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass mindestens ein Nadelrädchen mit einer einzigen
Reihe von Nadeln besetzt ist, und dass das betreffende Lager mindestens ein weiteres,
vom ersten Nadelrädchen unabhängig drehbares Nadelrädchen aufweist, das ebenfalls
mit einer einzigen Reihe von Nadeln besetzt ist.
[0004] Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist nachfolgend anhand der Zeichnung
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Breithalters; die Darstellung gilt für
den Stand der Technik wie für die Erfindung,
Fig. 2 ein Teilquerschnitt eines Breithalters gemäss dem Stand der Technik,
Fig. 3a die Vorderansicht in der Richtung A in Fig. 1,
Fig. 3b die Draufsicht in der Richtung B in Fig. 1,
Fig. 3c die Hinteransicht in der Richtung C in Fig. 1,
Fig. 4 eine Teildraufsicht eines Breithalters gemäss dem Stand der Technik, schematisch
den Kuliereffekt zeigend,
Fig. 5 ein Teilquerschnitt eines Breithalters gemäss der Erfindung,
Fig. 6a die Vorderansicht in der Richtung A in Fig. 1,
Fig. 6b die Draufsicht in der Richtung B in Fig. 1,
Fig. 6c die Hinteransicht in der Richtung C in Fig. 1 und
Fig. 7 eine Teildraufsicht eines Breithalters gemäss der Erfindung.
[0005] Fig. 1 zeigt ein Webfach 1 mit Kettfäden 2 und 3, ein Riet 4 und ein Gewebe 5, das
über einen Breithalter 6 geführt ist. Mit 7 ist ein Breithalterdeckel bezeichnet.
[0006] Der Breithalter 8 gemäss dem Stand der Technik (Fig. 2) besteht aus einem feststehenden
Trägerstab 9 mit darauf in bekannter Weise drehsteif nebeneinander angeordneten Lagern,
wovon nur zwei benachbarte Lager 10 und 11 gezeichnet sind. Die Lager sind in Bezug
auf die Längsachse 12 des Trägerstabes 9 schräg angeordnet und deren Achse 13 bildet
daher einen Winkel α mit dem Trägerstab. Auf jedem Lager ist ein Nadelrädchen 14 frei
drehbar angeordnet und zwischen einem Flansch 15 des benachbarten Lagers 10 und einem
Flansch 16 des auf der anderen Seite benachbarten Lagers 11 eingeschlossen. Auch die
Nadelrädchen 14 bilden somit einen Winkel α mit der Längsachse des Trägerstabes.
Jedes Nadelrädchen ist an seinem Umfang mit einer Anzahl Nadelpaaren 17, die aus Nadeln
18 und 19 bestehen, besetzt.
[0007] Die Arbeitsweise des Breithalters wird im folgenden nur für das Nadelrädchen 14 und
das Nadelpaar 17 beschrieben; für die anderen Nadelrädchen gilt dasselbe. Während
des Webbetriebes läuft das Gewebe 5 in einem Bereich 20 auf den Breithalter 6 auf.
Das Nadelrädchen hat dort die in Fig. 3a gezeigte schräge Lage und bildet einen Winkel
mit dem Trägerstab 9. Die Ebene 21 durch das Nadelpaar 17 bildet ebenfalls einen Winkel
α mit der Längsachse des Trägerstabes. Ein Schussfaden 22 verläuft zwischen den Nadeln
des Nadelpaares. Das Nadelrädchen wird von beiden in das Gewebe eingedrungenen Nadeln
des Nadelpaares mitgenommen und in Richtung des Pfeiles 23 in Drehung versetzt. Dadurch,
dass die Nadeln nach dem Eindringen in das Gewebe relativ in Richtung auf den Geweberand
laufen, entsteht die gewünschte Streckwirkung auf das Gewebe. Der Schussfaden 22 liegt
in Fig. 3a zwischen zwei Nadeln 18 und 19, wobei er noch parallel zur Schusseintragsrichtung
bzw. zur Achse des Breithalters ist. Nach einer Drehung um 90° liegen die Nadeln 18
und 19, welche das Nadelpaar 17 bilden, in Achsrichtung des Breithalters 6 fluchtend
hintereinander, wodurch eine Biegung 28 im Schussfaden entsteht, da er zwischen beiden
Nadeln umgelenkt wird.
[0008] Bei der weiteren Drehung der Nadelrädchen bis in den Bereich 29 in Fig. 1 ändert
sich die Lage des Nadelpaares 17 so, dass der Schussfaden zunehmend verformt wird
und schliesslich einen Knick 28ʹ in Fig. 3c aufweist. Die Verbindungslinie 21 durch
die Nadeln 18 bzw. 19 in Fig. 3ʹ bildet mit dem Schussfaden einen Winkel α , und in
Fig. 3c den Winkel -α mit der ursprünglichen Richtung des Schussfadens. Der Schussfaden
wird also zwischen den Nadeln 18 und 19 etwa um den Winkelbetrag 2 α aus der ursprünglichen
Lage abgelenkt. Das Resultat ist einen gewellten Verlauf des Schussfadens. Der Vorgang
ist der gleiche für jedes Nadelpaar des Nadelrädchens und für jedes Nadelrädchen des
Breithalters. Fig. 4 zeigt dies für einen grösseren Bereich des Breithalters.
[0009] Gemäss Fig. 5 ist nun jedes Lager 30 des erfindungsgemässen Breithalters 31 mit
zwei unabhängig voneinander frei drehbaren Nadelrädchen 32 und 33 versehen. Jedes
Nadelrädchen ist am Umfang mit einer einzigen Reihe von Nadeln 34 bzw. 35 besetzt,
die man sich paarweise zu Nadelpaaren 36 zusammengefasst denken kann. Im übrigen ist
die Konstruktion wie für Fig. 2 beschrieben. Durch die Nadeln führt ein Schussfaden
37.
[0010] Im Betrieb werden beide Nadelrädchen durch die im Gewebe 38 eingedrungenen Nadeln
gleichzeitig und unabhängig voneinander in Drehung versetzt. Wie aus der Bildfolge
6a - 6c hervorgeht, behält die Projektion der Geraden 39 durch das Nadelpaar ihre
ursprüngliche Richtung, die sie einnimmt, wenn das Gewebe im Bereich 20 in Fig. 1
auf den Breithalter aufläuft, während der Drehung der beiden Nadelrädchen über 180°
bis den Bereich 26 bei. Der Winkel zwischen der Projektion der Geraden 39 und der
Richtung der Schussfäden 37 hat unverändert den Wert β. Der Schussfaden 37 wird somit
durch das Nadelpaar nicht verformt, sondern behält seinen geraden Verlauf zwischen
den Nadeln. Der Vorgang ist der gleiche für jedes Nadelpaar der beiden Nadelrädchen
und für alle Nadelrädchen des Breithalters. Fig. 7 zeigt dies für einen grösseren
Bereich des Breithalters. Wie ersichtlich, tritt kein Kuliereffekt auf.
[0011] Obschon die Erfindung hier für einen Breithalter beschrieben ist, dessen Lager mit
nur einem zusätzlichen Nadelrädchen je Lagerstelle versehen sind, können mehrere zusätzliche
Nadelrädchen auf den Lagern angebracht sein.
[0012] Es sei hier noch bemerkt, das nicht alle Lager des Breithalters mit einem oder mehrere
Nadelrädchen versehen sein müssen. Dies kann auf eine Anzahl dafür ausgewählter Lager
beschränkt sein.
1. Breithalter für Webmaschinen, mit auf einem Trägerstab fest aufgereihten schräg
zum Trägerstab angeordneten Lagern, auf denen Nadelrädchen drehbar gelagert sind,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Nadelrädchen (32) mit einer einzigen Reihe von Nadeln (34) besetzt
ist, und dass das betreffende Lager (30) mindestens ein weiteres, vom ersten Nadelrädchen
unabhängig drehbares Nadelrädchen (33) aufweist, das ebenfalls mit einer einzigen
Reihe von Nadeln (35) besetzt ist.