(19)
(11) EP 0 283 431 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.09.1988  Patentblatt  1988/38

(21) Anmeldenummer: 88810080.7

(22) Anmeldetag:  11.02.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D03J 1/22
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB LI

(30) Priorität: 03.03.1987 CH 801/87

(71) Anmelder: GEBRÜDER SULZER AKTIENGESELLSCHAFT
CH-8401 Winterthur (CH)

(72) Erfinder:
  • Pechstein, Walter
    CH-6830 Rüti (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Breithalter für Webmaschinen


    (57) Die Lager (30) des Breithalters (31) sind je mit zwei unabhängig voneinander drehbaren Nadelrädchen (32) und (33) versehen. Die Nadelrädchen (32) und (33) sind je mit einer einzigen Reihe von Nadeln (34) bzw. (35) besetzt. Im Betrieb werden die Nadelrädchen (32) und (33) durch die in das Gewebe (38) eingedrungenen Nadeln (34) und (35) gedreht. Die benachbarten Nadeln (34) und (35) behalten dabei ihre ursprüngliche Lage in Bezug auf den Schussfaden, die sie beim Auflaufen des Gewebes auf den Breithalter einnehmen, bei, so dass der Schussfaden (37) nicht verformt wird. Auf diese Weise wird der Kulier­effekt im Gewebe, der sonst im Bereich des Breithalters entsteht, dessen Lager mit nur einem einzigen Nadelräd­chen mit zwei Nadelreihen versehen sind, vermieden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Breithalter für Webmaschi­nen, mit auf einem Trägerstab fest aufgereihten schräg zum Trägerstab angeordneten Lagern, auf denen Nadelräd­chen drehbar gelagert sind.

    [0002] Bei einem bekannten Breithalter dieser Art (DE-AS-­25 53 749) trägt jedes Lager ein einzelnes Nadelrädchen, das am Umfang mit zwei Reihen von Nadeln versehen ist. Beim Verweben von feinen Schussgarnen, insbesondere Azetatgarnen, entstehen unschöne, verzerrte Kanten im Gewebe. Die Erscheinung wird als Kuliereffekt bezeichnet. Die Ursache des Effekts liegt in der für das Breithalten des Gewebes notwendigen Schräglage der Nadelrädchen. Dadurch bekommen die Schussfäden im Bereich des Breithal­ters einen welligen Verlauf, der im Gewebe erhalten bleibt.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Breithal­ter der eingangs definierten Art zu schaffen, der im Gewebe nicht den Kuliereffekt verursacht. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass mindestens ein Nadelrädchen mit einer einzigen Reihe von Nadeln besetzt ist, und dass das betreffende Lager mindestens ein weiteres, vom ersten Nadelrädchen unabhängig drehbares Nadelrädchen aufweist, das ebenfalls mit einer einzigen Reihe von Nadeln besetzt ist.

    [0004] Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist nachfolgend anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Breithal­ters; die Darstellung gilt für den Stand der Technik wie für die Erfindung,

    Fig. 2 ein Teilquerschnitt eines Breithalters gemäss dem Stand der Technik,

    Fig. 3a die Vorderansicht in der Richtung A in Fig. 1,

    Fig. 3b die Draufsicht in der Richtung B in Fig. 1,

    Fig. 3c die Hinteransicht in der Richtung C in Fig. 1,

    Fig. 4 eine Teildraufsicht eines Breithalters gemäss dem Stand der Technik, schematisch den Kulier­effekt zeigend,

    Fig. 5 ein Teilquerschnitt eines Breithalters gemäss der Erfindung,

    Fig. 6a die Vorderansicht in der Richtung A in Fig. 1,

    Fig. 6b die Draufsicht in der Richtung B in Fig. 1,

    Fig. 6c die Hinteransicht in der Richtung C in Fig. 1 und

    Fig. 7 eine Teildraufsicht eines Breithalters gemäss der Erfindung.



    [0005] Fig. 1 zeigt ein Webfach 1 mit Kettfäden 2 und 3, ein Riet 4 und ein Gewebe 5, das über einen Breithalter 6 geführt ist. Mit 7 ist ein Breithalterdeckel bezeichnet.

    [0006] Der Breithalter 8 gemäss dem Stand der Technik (Fig. 2) besteht aus einem feststehenden Trägerstab 9 mit darauf in bekannter Weise drehsteif nebeneinander angeordneten Lagern, wovon nur zwei benachbarte Lager 10 und 11 gezeichnet sind. Die Lager sind in Bezug auf die Längs­achse 12 des Trägerstabes 9 schräg angeordnet und deren Achse 13 bildet daher einen Winkel α mit dem Trägerstab. Auf jedem Lager ist ein Nadelrädchen 14 frei drehbar angeordnet und zwischen einem Flansch 15 des benachbarten Lagers 10 und einem Flansch 16 des auf der anderen Seite benachbarten Lagers 11 eingeschlossen. Auch die Nadelräd­chen 14 bilden somit einen Winkel α mit der Längsachse des Trägerstabes. Jedes Nadelrädchen ist an seinem Umfang mit einer Anzahl Nadelpaaren 17, die aus Nadeln 18 und 19 bestehen, besetzt.

    [0007] Die Arbeitsweise des Breithalters wird im folgenden nur für das Nadelrädchen 14 und das Nadelpaar 17 beschrieben; für die anderen Nadelrädchen gilt dasselbe. Während des Webbetriebes läuft das Gewebe 5 in einem Bereich 20 auf den Breithalter 6 auf. Das Nadelrädchen hat dort die in Fig. 3a gezeigte schräge Lage und bildet einen Winkel mit dem Trägerstab 9. Die Ebene 21 durch das Nadelpaar 17 bildet ebenfalls einen Winkel α mit der Längsachse des Trägerstabes. Ein Schussfaden 22 verläuft zwischen den Nadeln des Nadelpaares. Das Nadelrädchen wird von beiden in das Gewebe eingedrungenen Nadeln des Nadelpaares mitgenommen und in Richtung des Pfeiles 23 in Drehung versetzt. Dadurch, dass die Nadeln nach dem Eindringen in das Gewebe relativ in Richtung auf den Geweberand laufen, entsteht die gewünschte Streckwirkung auf das Gewebe. Der Schussfaden 22 liegt in Fig. 3a zwischen zwei Nadeln 18 und 19, wobei er noch parallel zur Schusseintragsrichtung bzw. zur Achse des Breithalters ist. Nach einer Drehung um 90° liegen die Nadeln 18 und 19, welche das Nadelpaar 17 bilden, in Achsrichtung des Breithalters 6 fluchtend hintereinander, wodurch eine Biegung 28 im Schussfaden entsteht, da er zwischen beiden Nadeln umgelenkt wird.

    [0008] Bei der weiteren Drehung der Nadelrädchen bis in den Bereich 29 in Fig. 1 ändert sich die Lage des Nadelpaares 17 so, dass der Schussfaden zunehmend verformt wird und schliesslich einen Knick 28ʹ in Fig. 3c aufweist. Die Verbindungslinie 21 durch die Nadeln 18 bzw. 19 in Fig. 3ʹ bildet mit dem Schussfaden einen Winkel α , und in Fig. 3c den Winkel -α mit der ursprünglichen Richtung des Schussfadens. Der Schussfaden wird also zwischen den Nadeln 18 und 19 etwa um den Winkelbetrag 2 α aus der ursprünglichen Lage abgelenkt. Das Resultat ist einen gewellten Verlauf des Schussfadens. Der Vorgang ist der gleiche für jedes Nadelpaar des Nadelrädchens und für jedes Nadelrädchen des Breithalters. Fig. 4 zeigt dies für einen grösseren Bereich des Breithalters.

    [0009] Gemäss Fig. 5 ist nun jedes Lager 30 des erfindungsge­mässen Breithalters 31 mit zwei unabhängig voneinander frei drehbaren Nadelrädchen 32 und 33 versehen. Jedes Nadelrädchen ist am Umfang mit einer einzigen Reihe von Nadeln 34 bzw. 35 besetzt, die man sich paarweise zu Nadelpaaren 36 zusammengefasst denken kann. Im übrigen ist die Konstruktion wie für Fig. 2 beschrieben. Durch die Nadeln führt ein Schussfaden 37.

    [0010] Im Betrieb werden beide Nadelrädchen durch die im Gewebe 38 eingedrungenen Nadeln gleichzeitig und unabhängig voneinander in Drehung versetzt. Wie aus der Bildfolge 6a - 6c hervorgeht, behält die Projektion der Geraden 39 durch das Nadelpaar ihre ursprüngliche Richtung, die sie einnimmt, wenn das Gewebe im Bereich 20 in Fig. 1 auf den Breithalter aufläuft, während der Drehung der beiden Nadelrädchen über 180° bis den Bereich 26 bei. Der Winkel zwischen der Projektion der Geraden 39 und der Richtung der Schussfäden 37 hat unverändert den Wert β. Der Schussfaden 37 wird somit durch das Nadelpaar nicht verformt, sondern behält seinen geraden Verlauf zwischen den Nadeln. Der Vorgang ist der gleiche für jedes Nadel­paar der beiden Nadelrädchen und für alle Nadelrädchen des Breithalters. Fig. 7 zeigt dies für einen grösseren Bereich des Breithalters. Wie ersichtlich, tritt kein Kuliereffekt auf.

    [0011] Obschon die Erfindung hier für einen Breithalter be­schrieben ist, dessen Lager mit nur einem zusätzlichen Nadelrädchen je Lagerstelle versehen sind, können mehrere zusätzliche Nadelrädchen auf den Lagern angebracht sein.

    [0012] Es sei hier noch bemerkt, das nicht alle Lager des Breithalters mit einem oder mehrere Nadelrädchen versehen sein müssen. Dies kann auf eine Anzahl dafür ausgewählter Lager beschränkt sein.


    Ansprüche

    1. Breithalter für Webmaschinen, mit auf einem Trägerstab fest aufgereihten schräg zum Trägerstab angeordneten Lagern, auf denen Nadelrädchen drehbar gelagert sind, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Nadelrädchen (32) mit einer einzigen Reihe von Nadeln (34) besetzt ist, und dass das betreffende Lager (30) mindestens ein weiteres, vom ersten Nadelrädchen unabhängig drehbares Nadelrädchen (33) aufweist, das ebenfalls mit einer einzigen Reihe von Nadeln (35) besetzt ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht