[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schutzvorrichtung für Kundenschalter, wie z.B.
Post-, Bahn- oder Bankkundenschalter, mit einem in vertikaler Richtung in Führungen
bewegten Schutzschild und einem Antrieb für das Hochfahren und Absenken des Schutzschildes.
[0002] Einrichtungen der eingangs genannten Art sind beispielsweise aus der AT-PS 359 259
zu entnehmen. Die bekannten Einrichtungen weisen einen starren Schutzschild auf,
dessen Gewicht zumindest teilweise durch ein Gegengewicht kompensiert wird. Bei der
Einrichtung nach der AT-PS 359 259 sind Schutzschild und Gegengewicht mit den Enden
von Ketten verbunden, wobei diese Ketten über ein Zahnrad durch eine Antriebswelle
bewegt werden können. Zum Hochfahren eines derartigen Schutzschildes müssen hohe Beschleunigungskräfte
aufgebracht werden, welche voll an den Zahnflanken des Kettenrades zur Wirkung gelangen.
Um einen derartigen Schutzschild exakt zu führen, sind wenigstens zwei Ketten erforderlich
und eine unterschiedliche Längung der beiden Ketten, beispielsweise durch Verschleiß,
muß in jedem Falle vermieden werden, um eine exakte Führung der Platte zu gewährleisten.
Das erforderliche Antriebsdrehmoment für das rasche Hochfahren einer derartigen plattenförmigen
Schutzeinrichtung ist überaus hoch, da am Beginn der Beschleunigung das gesamte Gewicht
des schweren Schutzschildes beschleunigt werden muß. Umgekehrt sind für die Abbremsung
des aufwärtsbewegten Schutzschildes aufwendige Bremsmechanismen erforderlich, um eine
Überbeanspruchung der Führung zu vermeiden. Die Bremsung kann nicht unmittelbar durch
den Antrieb selbst vorgenommen werden, da der Antrieb nur über Ketten mit dem Schutzschild
verbunden ist, so daß hier zusätzliche Einrichtungen, wie beispielsweise gedämpfte
Anschläge, erforderlich sind.
[0003] Alle bekannten Schutzvorrichtungen unter Verwendung von Schutzschildern, können auf
Grund der beschriebenen konstruktiven Ausgestaltung nicht beliebig rasch beschleunigt
werden, ohne den Aufwand für den Antrieb und die Führung übermäßig zu steigern. Weiters
ist bei derartigen plattenförmigen Schutzschildern unterhalb des Kundenschalters
ein hinreichend tiefer Raum vorzusehen, welcher die Aufnahme eines derartigen plattenförmigen
Schutzschildes gestattet, dessen Höhe der Höhe des Kundenschalters entspricht. In
der Schließstellung soll nämlich der Kundenschalter weitgehend vollständig, zumindest
aber bis zu einer Höhe abgeschlossen sein, welche größer ist als die Augenhöhe einer
vor dem Kundenschalter stehenden Person.
[0004] Die bekannten Einrichtungen, Überfälle auf Banken, Postschalter, Bahnschalter od.dgl.,
zu verhindern oder Schalterbeamte bei derartigen Überfällen zu schützen, leiden zum
einen daran, daß die Geschwindigkeit des Schließvorganges des Schutzschildes für einen
effektiven Schutz relativ langsam ist, und zum anderen daran, daß bestehende Schaltereinrichtungen
nicht ohne weiteres mit derartigen Einrichtungen nachgerüstet werden können. Vielmehr
muß bei der Anordnung derartiger plattenförmiger Schutzvorrichtungen bzw. Schutzschilde
eine spezielle Schalterkonstruktion gewählt werden, die die Unterbringung des der
Höhe der lichten Weite des Schalters entsprechenden Schildes ermöglicht.
[0005] Die Erfindung zielt nun darauf ab, eine Schutzvorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit welcher ein rascheres Schließen des Kundenschalters bei gleichzeitig
überaus geringem apparativen und konstruktiven Aufwand ermöglicht wird und welche
auch nachträglich in Kundenschalter unterschiedlicher Bauhöhe und Breite eingebaut
werden kann, ohne daß hiefür umfangreiche Adaptierungsarbeiten am Schalter bzw. im
Schalterraum erforderlich sind. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die erfindungsgemäße
Ausbildung der Schutzvorrichtung im wesentlichen darin, daß der Schutzschild als Rolladenpanzer
ausgebildet ist und in eingerollter Position unterhalb der Öffnung des Kundenschalters
angeordnet ist. Dadurch, daß der Schutzschild als Rolladenpanzer ausgebildet ist,
ergibt sich in eingerollter Position ein wesentlich geringerer Platzbedarf als bei
starren Schutzschildern, so daß der nachträgliche Einbau in Kundenschalter mit geringer
Höhe des Schalterpultes ohne weiteres möglich ist. Insbesondere für Paketschalter,
welche traditionell eine geringere Höhe aufweisen, ist der Einbau einer plattenförmigen
Schutzvorrichtung nahezu ausgeschlossen, wenn nicht umfangsreiche Adaptierungsarbeiten
im Bereich des Geschoßbodens der Schalterhalle vorgesehen sind. Die Verwendung eines
Rolladenpanzers ergibt aber darüber hinaus den Vorteil, daß die Beschleunigung beim
Schließvorgang wesentlich größer gewählt werden kann, ohne daß hiefür wesentlich größere
Antriebsaggregate erforderlich sind. Zum Hochfahren der Lamellen eines derartigen
Rolladenpanzers ist am Beginn der Beschleunigungsbewegung lediglich das Drehmoment
der rotierbar gelagerten Rolladenwelle zu überwinden, wobei nur ein geringes in vertikaler
Richtung lastendes Gewicht beschleunigt werden muß. Mit zunehmendem Ausfahren des
Rolladenpanzers nimmt dieses Gewicht der in Führungen nunmehr übereinander liegenden
Lamellen naturgemäß zu, wobei zu diesem Zeitpunkt aber die relativ hohe Anfangsbeschleunigung
dem Rolladenpanzer bereits erteilt wurde. Das zunehmende Gewicht des Rolladenpanzers
kann nun zum Unterschied von an Ketten angeschlossenen plattenförmigen Panzern unmittelbar
mit dem Antrieb wiederum gebremst werden, da es genügt, die Rolladenwelle zu bremsen.
Antrieb und Bremsung des Antriebes können somit in platzsparender Ausbildung integriert
werden und gleichfalls auf engstem Raume untergebracht werden. Für die exakte Positionierung
der Endlage genügen Kontrolleinrichtungen, welche gleichfalls in unmittelbarer Nähe
der Rolladenwelle angeordnet sein können, so daß sich eine kompakte und leicht nachträglich
nachrüstbare Baueinheit für einen wirkungsvollen Schutz eines Kundenschalters ergibt.
[0006] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Ausbildung so getroffen, daß der
Rolladenpanzer mit wenigstens einem in oder an der Führung angeordneten flexiblen
Zugglied, insbesondere Seilzug, verbunden ist, dessen freies Ende über eine Umlenkrolle
oberhalb der oberen Endlage des Rolladenpanzers umgelenkt und mit einem Antrieb, insbesondere
dem Antrieb der Rolladenwelle verbunden ist. Dadurch wird sichergestellt, daß bei
der raschen Ausfahrbewegung des Rolladenpanzers ein Verkanten desselben in den Führungen
vermieden wird. Um das flexible Zugglied immer in gespannter Lage zu halten, wodurch
die Antriebsbewegung des Panzers über die Rolladenwelle unterstützt werden kann, kann
dabei eine Rutschkupplung bzw. eine elastische Kupplung zwischen dem Antrieb der Rolladenwelle
und dem Antrieb des Zuggliedes eingeschaltet sein. Eine besonders einfache Ausführungsform
ergibt sich bei einer Anordnung, bei welcher mit der Rolladenwelle Wickelwellen für
zu beiden Seiten am oberen Abschnitt des Rolladenpanzers angreifende Zugglieder verbunden
sind. Dabei ergibt sich eine einfache Kopplung des Antriebes der Rolladenwelle mit
dem Antrieb der Zugglieder und es wird die Bewegung durch die Anordnung von Zuggliedern
zu beiden Seiten des Rolladenpanzers vergleichmäßigt.
[0007] Mit Vorteil ist die erfindungsgemäße Konstruktion so getroffen, daß der Antrieb
des Rolladenpanzers unterhalb der Öffnung des Kundenschalters, vorzugsweise unmittelbar
an der Rolladenwelle, angeordnet ist, wobei durch Anordnung des Antriebes unmittelbar
an der Rolladenwelle die Transmissionsverluste wesentlich herabgesetzt werden können.
Insbesondere können empfindliche Teile einer Getriebekette, wie beispielsweise Ketten
od.dgl., entfallen und es kann an der Rolladenwelle mit dem Antrieb gleichzeitig
die gewünschte Abbremsung vor der Endstellung vorgenommen werden.
[0008] In besonders einfacher Weise kann die Ausbildung so getroffen sein, daß der Rolladenpanzer
aus miteinander gelenkig verbundenen doppelwandigen Profilen besteht, deren Hohlräume
mit einem Füllmaterial, wie z.B. Stahlwolle, gefüllt sind, wodurch mit relativ leichten
Bauteilen ein hohes Maß an Sicherheit, insbesondere Schußsicherheit, gewährleistet
werden kann. Füllmaterialien, welche bei geringem Gewicht ein hohes Maß an Schutz
gegen Projektile gewährleisten, sind prinzipiell bekannt, wobei die doppelwandige
Ausbildung der Lamellen die Aufname beliebiger vorteilhafter Füllmaterialien ermöglicht.
[0009] Um auch den Antrieb des Rolladenpanzers entsprechend zu sichern, kann mit Vorteil
die Ausbildung so getroffen sein, daß der Rolladenpanzer und der Antrieb in einem
vorzugsweise gepanzerten Kasten angeordnet sind. Ein derartiger, gepanzerter Kasten
kann relativ kleinbauend ausgebildet werden und kann alle für den Antrieb des Schutzschildes
erforderlichen Bauteile an geschützter Stelle aufnehmen. Der gepanzterte Kasten kann
darüber hinaus die erforderlichen Führungseinrichtungen aufweisen, welche den Rolladenpanzer
in die gewünschte Verschiebelage bringen, so daß die oberhalb des Schalterpultes bzw.
oberhalb des Rolladenpanzers erforderlichen seitlichen Führungen leichter ausgebildet
werden können, ohne überbeansprucht zu werden. Mit Vorteil ist die Ausbildung hiebei
so getroffen, daß der gepanzerte Kasten die Rolladenwelle umgreifende Führungen für
den Rolladenpanzer zu einem an der Unterkante der Schalteröffnung angeordneten, gegebenenfalls
mit einer schwenkbaren Klappe abdeckbaren, Schlitz aufweist. Die die Rolladenwelle
umgreifenden Führungen tragen hiebei dem Umstand Rechnung, daß bei der anfänglichen
Beschleunigung die einzelnen Lamellen des Rolladenpanzers die Tendenz aufweisen würden,
eine relativ zueinander abgewinkelte Position einzunehmen. Durch diese Führungen wird
zusätzlich sichergestellt, daß tatsächlich die einzelnen Profile des Rolladenpanzers
in einer gemeinsamen Ebene aufwärts bewegt werden, wobei die exakte Führung durch
die Zugglieder gewährleistet werden kann. Die Strecklage wird in der Folge durch den
Bremsvorgang noch unterstützt, so daß höhere Beschleunigungen möglich sind, ohne daß
die Verankerung bzw. Führung des Schutzschildes in der Folge beim Erreichen der gewünschten
Ausfahrhöhe überbeansprucht wird.
[0010] Eine besonders einfache und kompakte Ausbildung der erfindungsgemäßen Schutzvorrichtung,
läßt sich dann verwirklichen, wenn der Antrieb von einem Elektromotor mit einem Beschleunigungs-
und Verzögerungsgetriebe gebildet ist. Der Antrieb kann hiebei, wie bereits erwähnt,
innerhalb des gepanzerten Kastens angeordnet sein, in welchem auch, wie es einer bevorzugten
Weiterbildung entspricht, mit dem Antrieb verbundene Endschalter für die Position
des Rolladenpanzers angeordnet sein können. Auf diese Weise werden alle Teile des
Antriebes sowie alle Teile, welche für den funktionssicheren Betrieb des Rolladenpanzers
erforderlich sind, im geschützten gepanzerten Kasten untergebracht.
[0011] Die Anordnung von Gegengewichten, wie sie bei plattenförmigen Panzern notwendig erscheint,
führt bei diesen Einrichtungen dazu, daß zusätzlich das Gegengewicht gebremst werden
muß, um den Panzer in der gewinschten Position zum Stillstand zu bringen. Auch diese
zusätzliche Bremsung beschränkt die mögliche Beschleunigung von plattenförmigen Panzern.
Erfindungsgemäß kann auf Grund der Verwendung eines Rolladenpanzers eine ausgleichende
Gewichtskompensation dadurch bewirkt werden, daß an der Rolladenwelle ein Federzug
und eine Bremsvorrichtung angreifen, wobei der Federzug auf Grund seiner wesentlich
geringeren Trägheit gegenüber Gegengewichten wesentlich leichter gebremst werden
kann als ein sich rasch bewegendes Gegengewicht.
[0012] Um Wartungsarbeiten an einem derartig en Rolladenpanzer, ebenso wie den Einbau und
den Zusammenbau zu erleichtern, ist die Ausbildung mit Vorteil so getroffen, daß die
die Rolladenwelle umgreifenden Führungen als zweiteiliges Gehäuse ausgebildet sind,
wobei ein Gehäuseteil abnehmbar mit dem anderen Gehäuseteil verbindbar, insbesondere
verschraubbar, ist.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispieles näher erläutert. In dieser zeigen Fig.1 eine Ansicht eines
Kundenschalters von der Innenseite; Fig.2 eine vergrößerte Schnittdarstellung entsprechend
der Linie II-II der Fig.1 und Fig.3 eine nochmals vergrößerte Darstellung entsprechend
der Fig.2 im Schnitt durch den gepanzerten Kasten für die Rolladenwelle.
[0014] In Fig.1 ist ein konventioneller Postschalter dargestellt, welcher den Normmaßen
eines Postschalters entspricht. Bei derartigen Postschaltern ist die lichte Weite
a üblicher Weise mit 500 oder 600 mm genormt. Jeweils links und rechts von der lichten
Weite des Kundenschalters sind Panzerglasfelder angeordnet, wobei die Höhe der Durchreiche
des Kundenschalters bei derartigen Schaltern etwa 1260 mm beträgt. Die Höhe ist in
Fig.1 mit b bezeichnet und es ist deutlich sichtbar, daß die Höhe b größer ist als
die Pulthöhe c des Kundenschalters vom Boden weg gemessen.
[0015] Wie die Darstellung in Fig.2 zeigt, ist unterhalb der Pultoberfläche 1 ein Panzerkasten
2 angeordnet, in welchem eine Rolladenwelle 3 rotierbar gelagert ist. Mit der Rolladenwelle
3 ist ein schematisch mit 4 angedeuteter Motor mit einem Beschleunigungs- und Verzögerungsgetriebe
verbunden. Die Rolladenwelle 3 trägt den aufgerollten Rolladenpanzer, welcher aus
einzelnen doppelwandigen Profilen 5 besteht. Die einzelnen Profile 5 sind gelenkig
miteinander verbunden und in Führungen 6 im Bereich der lichten Weite des Kundenschalters
seitlich geführt.
[0016] In den Führungen 6 ist weiters ein flexibles Zugglied 18 über eine oberhalb der oberen
Endlage des ausgefahrenen Rolladenpanzers angeordnete Umlenkrolle 19 geführt, wobei
das eine Ende des Seilzuges 18 an der Oberkante der ersten Lamelle 5 befestigt ist,
wie dies bei 20 angedeutet ist, während das andere Ende des Seilzuges 18 in nicht
näher dargestellter Weise mit einem Antrieb verbunden ist. Dieser Antrieb kann dabei
direkt mit der Rolladenwelle 3 gekoppelt sein, so daß bei einer Drehbewegung der Welle
3 gleichzeitig der Seilzug 18 aufgerollt wird und bei gespannter Lage desselben somit
die Aufwärtsbewegung des Rolladenpanzers unterstützt und ein Verkanten bzw. Verklemmen
der Lamellen 5 in den Führungen 6 verhindert wird. Weiters ist ein Endschalter 21
angedeutet, welcher beispielsweise von einer mit einem Druckschalter gekoppelten Spindel
gebildet sein kann, wodurch nach der Höhe des Schalters entsprechender Drehbewegung
der Rolladenwelle 3 der Antrieb ausgeschaltet wird und die an der Welle 3 angreifende
Bremsvorrichtung und der Federzug aktiviert werden.
[0017] Oberhalb des obersten Profiles 5 des Rolladenpanzers ist eine Abdeckplatte angeordnet,
welche die Oberfläche 1 des Schalterpultes bildet. Die genauere Konstruktion ist
in Fig.3 verdeutlicht.
[0018] In Fig 3 ist die Rolladenwelle wiederum mit 3 bezeichnet und als rohrförmiger Bauteil
ausgebildet. Am Umfang der Rolladenwelle 3 sind die einzelnen Rolladenprofile 5 aufgewickelt,
wobei die Rolladenprofile 5 jeweils aus zwei Wandteilen 7 und 8 bestehen, in deren
Hohlraum Stahlwolle 9 als Füllmaterial eingebracht ist. Die einzelnen Profile 5 sind
über aus der Ebene der Profile 5 herausgebogene Endbereiche 10 miteinander gelenkig
verbunden und das innere Ende des von einer Mehrzahl derartiger Profile 5 gebildeten
Rolladenpanzers ist bei 11 mit der äußeren Oberfläche der Rolladenwelle 3 beispielsweise
durch Schweißen verbunden. Die Rolladenwelle 3 ist in einem gepanzerten Gehäuse 2
aufgenommen, wobei dieses Gehäuse 2 einen abnehmbaren Gehäusedeckel 12 aufweist, welcher
Wartungsarbeiten erleichtert. Der abnehmbare Deckel 12 ist bei 13 und 14 mit dem
Unterteil des gepanzerten Kastens verschraubt und damit lösbar verbunden. Die Innenwand
des abnehmbaren Deckels 12 sowie des unteren Teils des gepanzerten Kastens 2 ist
als Führungsfläche ausgebildet, welche bei einer Rotation der Rolladenwelle 3 die
nach außen geschleuderten Profile in ihrer gewünschten Position bis zu einem Schlitz
15 führt, aus welchem der Rolladenpanzer in Richtung des Pfeiles 16 nach oben herausbewegt
werden kann. Zu diesem Zweck kann das deckelartige Pult 1 um eine Schwenkachse 17
verschwenkt werden, wobei diese Verschwenkung bei großer Anfangsbeschleunigung überaus
rasch erfolgt, so daß die Profile bzw. Lamellen rasch in den Führungen 6 im Durchreichenbereich
des Schalters aufwärts bewegt werden. Bedingt durch die relativ geringe Trägheit lassen
sich mit einer derartigen Ausbildung lichte Höhen von 1,2 bis 1,3 m ohne weiteres
in weniger als 1 Sekunde, typisch in weniger als 0,8 Sekunden, sicher verschließen,
wobei mit zunehmendem Austauchen der einzelnen Profile 5 aus dem Schlitz 15 in Richtung
des Pfeiles 16 das Gewicht der auflastenden Panzerelemente in vertikaler Richtung
zunimmt. Die Bremsung kann nun unmittelbar an der Rolladenwelle 3 erfolgen, so daß
hier zusätzliche Einrichtungen für das Abbremsen des rasch aufwärts bewegten Rolladenpanzers
entfallen können. Auch die Endschalter für die Bewegung können in Abhängigkeit von
der Drehstellung der Rolladenwelle 3 unmittelbar an der Rolladenwelle 3 angeordnet
sein, so daß alle kritischen Bauteile im gepanzerten Gehäuse bzw. im Panzerkasten
2 untergebracht werden können. Die Bauhöhe des Panzerkastens kann auch bei hoher lichter
Höhe der Kundenschalteröffnung relativ gering gehalten werden, so daß der nachträgliche
Umbau bestehender Schalter ohne weiteres möglich ist. Die Panzerelemente sind schußsicher
und es können einfache Profile für die seitliche Führung 6 des Rolladenpanzers im
Bereich der Schalteröffnung vorgesehen sein.
[0019] Der Antrieb kann von einem Elektromotor gebildet werden und an diesen Elektromotor
kann unmittelbar ein Beschleunigungs- und Verzögerungsgetriebe bzw. ein Drehmomentwandlergetriebe
ohne Zwischenschaltung weiterer Getriebeelemente angeflanscht sein. Für den einfachen
Betrieb aus Notstromversorgungen, wie z.B. Akkumulatoren mit automatischen Ladegeräten,
können Gleichstrommotoren vorteilhaft Verwendung finden.
1. Schutzvorrichtung für Kundenschalter, wie z.B. Post-, Bahn- oder Bankkundenschalter,
mit einem in vertikaler Richtung in Führungen (6) bewegten Schutzschild und einem
Antrieb (4) für das Hochfahren und Absenken des Schutzschildes, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schutzschild als Rolladenpanzer (5) ausgebildet ist und in eingerollter Position
unterhalb der Öffnung des Kundenschalters angeordnet ist.
2. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (4)
des Rolladenpanzers unterhalb der Öffnung des Kundenschalters, vorzugsweise unmittelbar
an der Rolladenwelle (3), angeordnet ist.
3. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rolladenpanzer
mit wenigstens einem in oder an der Führung (6) angeordneten flexiblen Zugglied (18),
insbesondere Seilzug, verbunden ist, dessen freies Ende über eine Umlenkrolle (19)
oberhalb der oberen Endlage des Rolladenpanzers umgelenkt und mit einem Antrieb,
insbesondere dem Antrieb (4) der Rolladenwelle (3) verbunden ist.
4. Schutzvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß mit der Rolladenwelle
(3) Wickelwellen für zu beiden Seiten am oberen Abschnitt des Rolladenpanzers angreifende
Zugglieder (18) verbunden sind.
5. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Rolladenpanzer aus miteinander gelenkig verbundenen doppelwandigen Profilen (5)
besteht, deren Hohlräume mit einem Füllmaterial, wie z.B. Stahlwolle, gefüllt sind.
6. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Rolladenpanzer (5) und der Antrieb (4) in einem vorzugsweise gepanzerten Kasten
(2) angeordnet sind.
7. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der gepanzerte Kasten (2) die Rolladenwelle (3) umgreifende Führungen für den Rolladenpanzer
zu einem an der Unterkante der Schalteröffnung angeordneten, gegebenenfalls mit einer
schwenkbaren Klappe abdeckbaren, Schlitz (15) aufweist.
8. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Antrieb (4) von einem Elektromotor mit einem Beschleunigungs- und Verzögerungsgetriebe
gebildet ist.
9. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
der Antrieb (4) mit Endschaltern (21) für die Position des Rolladenpanzers verbunden
ist.
10. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
an der Rolladenwelle (3) ein Federzug und eine Bremsvorrichtung angreifen.
11. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die die Rolladenwelle (3) umgreifenden Führungen als zweiteiliges Gehäuse ausgebildet
sind, wobei ein Gehäuseteil (12) abnehmbar mit dem anderen Gehäuseteil verbindbar,
insbesondere verschraubbar, ist.