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EP 0 283 732 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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22.05.1991 Patentblatt 1991/21 |
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Anmeldetag: 20.02.1988 |
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Verfahren zur Herstellung einer vernetzbaren Ethylenpolymerisatklebefolie und Verwendung
der Folie zu Herstellung von Verbundwerkstoffen
Method of making a cross-linkable ethylene polymer adhesive sheet, and its use in
manufacturing layered materials
Procédé pour préparer une feuille adhésive à base de polymère éthylénique réticulable
et utilisation de cette feuille pour fabriquer des matériaux stratifiés
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB LI NL SE |
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Priorität: |
24.02.1987 DE 3705784
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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28.09.1988 Patentblatt 1988/39 |
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Patentinhaber: BASF Aktiengesellschaft |
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67063 Ludwigshafen (DE) |
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Erfinder: |
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- Herner, Martin, Dr.
D-6706 Wachenheim (DE)
- Keller, Rudolf
D-6903 Neckargemuend (DE)
- Koehnlein, Ernst, Dr.
D-6700 Ludwigshafen (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 035 117 FR-A- 2 253 060
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DE-A- 1 917 277
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer vernetzbaren Ethylenpolymerisatklebefolie.
[0002] Bei derartigen Verfahren werden Ethylenpolymerisatfolien erhalten, die als Klebefolien
für die Herstellung von Verbundwerkstoffen verwendet werden und die durch Erwärmen
vernetzbar sind.
[0003] Verfahren zur Herstellung von vernetzbaren Ethylenpolymerisaten durch Mischen feinteiliger
Ethylenpolymerisate mit flüssigem Peroxid sind bereits bekannt (vgl. DE-A-21 24 941,
DE-A-22 20 147 und DE-A-27 31 420). Bei diesem bekannten Verfahren werden feinteilige
Ethylenpolymerisate, z.B. Granulatkörner, mit flüssigem Peroxid oberflächlich behandelt,
wobei das Peroxid in das Ethylenpolymerisatteilchen eindiffundiert. Diese vernetzbaren
Ethylenpolymerisate lassen sich ohne Schwierigkeiten im Extruder z.B. zu kabelummantelungen
verarbeiten.
[0004] Es ist auch bereits bekannt, carboxygruppenhaltige Ethylencopolymerisate als Klebefolien
zur Herstellung von Verbundwerkstoffen, z.B. aus zwei Metallschichten, zu verwenden
(vgl. DE-A-1 669 685, DE-A-2 606 389, DE-A-17 95 269 oder DE-A-26 06 389).
[0005] Nachteilig bei den bekannten Verfahren zum Einbringen von Peroxiden in kleinteilige
Ethylenpolymerisate ist die Tatsache, daß es technisch schwierig ist, peroxidhaltige
Ethylenpolymerisate zu Folien zu verarbeiten. Durch Extrusion peroxidhaltiger Ethylenpolymerisate
treten vorzeitige Vernetzungen, die in Form von Stippen und Inhomogenitäten erscheinen,
auf. Dabei sind Fehler in den Folien, die durch lokale Überhitzungen verursacht werden,
praktisch unvermeidbar. Vernetzbare Folien als Klebefolien zur Herstellung von Verbundwerkstoffen
sind aber erwünscht, weil durch Vernetzung der Folien die Schubsteifigkeit des Verbundwerkstoffes
bei Temperaturen oberhalb des Kristallitschmelzpunktes des Ethylenpolymerisats erhöht
wird.
[0006] Zur Vermeidung dieses Nachteils ist es auch bereits bekannt als Klebemittel Formmassen
aus einem Ethylen-Acrylsäure-Acrylsäureester-Terpolymerisat, welche 0,05 bis 7,0 Gew.%
eines organischen Peroxids enthalten, als Mittel zum Verkleben von zwei Schichten
zu verwenden. Diese Formmassen werden durch Mischen des Ethylenterpolymerisat mit
organischen Peroxid und Verarbeiten zu Klebefolien erhalten (vgl. DE-A-19 17 277).
[0007] Nachteilig bei diesem bekannten Verfahren sind die Schwierigkeiten, die zur Herstellung
derartiger Folien führen. So müssen gemäß Stand der Technik die Folien durch Zusammenpressen
der Komponenten hergestellt werden.
[0008] In der EP-A-35 117 werden Formkörper aus Kunststoff teilweise mit Peroxiden beschichtet.
Das Verfahren hat die Aufgabe nicht vernetzte Oberflächen bereitzustellen welche mittels
anderer Klebetechniken verbunden werden.
[0009] Aufgabe des vorliegenden Verfahrens war es, eine vollständig vernetzbare Ethylenpolymerisatklebefolie
zu schaffen, welche zur Verklebung von Schichten geeignet ist, wobei die oben erwähnten
Nachteile vermieden werden.
[0010] Diese Aufgabe wurde durch Verfahren gemäß Patentansprüchen 1 bis 3 gelöst.
[0011] Klebefolien aus carboxylgruppenhaltigen Ethylenpolymerisaten sind aus der oben zitierten
Literatur so bekannt, daß sich weitere Erläuterungen erübrigen. Carboxylgruppenhaltige
Ethylenpolymerisate sind dabei nicht nur die an sich bekannten und besonders bevorzugten
Terpolymerisate aus Ethylen, Acrylsäure und Acrylsäure-C₁- bis C₈-alkylester sondern
auch z.B. Pfropfcopolymerisate von ethylenisch ungesättigter Carbonsäure, wie Acrylsäure
oder Carbonsäureanhydrid, wie Maleinsäurenahydrid, auf Ethylenhomo- oder copolymerisate
(vgl. DE-A-26 06 389). Besonders bevorzugt sind aber die oben bezeichneten Ethylenterpolymerisate,
welche 60 bis 80 Gewichtsteile Ethylen, 0,5 bis 20 Gewichtsteile einer ethylenisch
ungesättigten Carbonsäure, insbesondere Acrylsäure und 0,5 bis 20 Gewichsteils eines
C₁- bis C₈-alkylesters einer ethylenisch ungesättigten Carbonsäure, insbesondere Acrylsäurebutylester,
einpolymerisiert enthalten sowie Pfropfcopolymerisate ungesättigter Carbonsäuren oder
Maleinsäureanhydrid auf Polyethylen. Als Ethylenpolymerisat ist nicht nur das Polyethylen
sondern auch ein Ethylen-α-Olefincopolymerisat - das sog. LLDPE -geeignet.
[0012] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung der Klebefolie werden die flüssigen
Peroxide mit Hilfe und unter Verwendungen von Druckwerken beschichtet. Dieses Beschichtungsverfahren
von Folien ist unter dem Namen Flexodruckverfahren bekannt. Das Flexodruckverfahren
ist ein für Papier und Kunststoffolien eingesetztes Rollenrotations-Druckverfahren,
bei dem flexible Druckvorlagen aus Gummi oder Kunststoff verwendet werden. Es wird
bei Raumtemperatur bevorzugt zwischen 20 und 25°C, gedruckt. Die Druckwerke sind bevorzugt
Druckwalzen.
[0013] Als Vernetzungsmittel wird ein bei Temperaturen von Raumtemperatur bis +45°C, bevorzugt
15 bis 30°C flüssiges organisches Peroxid eingesetzt. Derartige Peroxide sind bekannt,
bevorzugte Peroxide sind Di-tert.-butylperoxid, 2,5-Dimethyl-2,5-bis(tertiärbutylperoxy)hexan
und Ter.-butylcumylperoxid. Die Peroxide werden gleichmäßig auf die Folie aufgetragen,
die Folie soll später über den ganzen Bereich annähernd die gleiche Peroxidkonzentration
aufweisen. Im allgemeinen wird, je nach Dicke der Folie aufgetragen, die Peroxidkonzentration
soll, bezogen auf das Gewicht der Folie, 0,3 bis 3,0 bevorzugt 0,5 bis 2,0 Gew.% betragen.
Der Schmelzpunkt der Peroxide sollte bei Temperaturen gleich oder kleiner als +45°
liegen.
[0014] Nach dem Auftragen des Peroxids läßt man dieses in das Folienmaterial eindiffundieren.
Hierzu kann man die Folie aufwickeln und warten bis alles Peroxid eingewandert ist.
Die Zeit ist sehr unterschiedlich und hängt vom Folienmaterial und der Temperatur
ab. Im allgemeinen ist der Vorgang des Eindiffundierens in wenigen Minuten beendet.
[0015] Zur Herstellung des Verbundwerkstoffes wird die erhaltene vernetzbare Folie zwischen
zwei Deckschichten gelegt und mit diesen nach üblichen Verfahren durch Druckwalzen
unter der Einwirkung von Wärme und eines geringen Drucks verbunden. Die Deckschichten
bestehen bevorzugt aus Metallfolien- oder blechen. Die Herstellung von Schichtstoffen
unter Verwendung einer Klebeschlicht bzw. Klebefolie ist z.B. in den Druckschriften
DE-A-19 17 277, DE-A-26 06 389 und DE-A-29 09 604 beschrieben. Bevorzugt sind die
Verbundwerkstoffe dreischichtig bestehend aus Metallblech/carboxylhaltigem Ethylenpolymerisat/Metallblech.
[0016] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Verbundwerkstoffe erhalten, die eine
erhöhte Schubsteifigkeit des Verbunds bei Temperaturen oberhalb des Kristallitschmelzpunkts
des Ethylenpolymers aufweisen. Damit wird die Formbeständigkeit der Verbunde beim
Einbrennen des Lackes auf Kraftfahrzeuge sowie beim Verschweißen der Verbunde untereinander
erzielt. Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist insbesondere darin zu sehen,
daß die Klebefolie, welche Peroxid enthält und somit vernetzbar ist, nicht durch einen
aufwendigen und schwierig zu realisierenden Extrusionsschritt einer peroxidhaltigen
Schmelze hergestellt werden muß.
1. Verfahren zur Herstellung einer vollständig vernetzbaren Ethylenpolymerisatklebefolie,
dadurch gekennzeichnet, daß man auf eine Folie aus carboxylgruppenhaltigem Ethylenpolymerisat
bei Temperaturen von Raumtemperatur bis +45°C ein flüssiges organisches Peroxid in
Mengen von 0,3 bis 3,0 Gew.%, bezogen auf das Gewicht der Folie unter Verwendung von
Druckwerken gleichmäßig aufträgt so daß die Folie später über den ganzen Bereich annäherd
die gleiche Peroxidkonzentration aufweist und anschließend das Peroxid in die Folie
eindiffundieren läßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das carboxylgruppenhaltige
Ethylenpolymerisat eine Ethylen-Acrylsäure-Acrylsäure-C₁- bis C₈-alkylester-Terpolymerisat
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das carboxylgruppenhaltige
Ethylenpolymerisat eine Propfpolymerisat von Ethylenpolymerisat mit carboxylgruppenhaltigen
Monomeren ist.
4. Verwendung der vernetzbaren Ethylenpolymerisatfolie nach Anspruch 1 zur Herstellung
eines Verbundwerkstoffes durch Zwischenlegen der Klebefolie zwischen zwei Deckschichten
und Erwärmen unter Einwirkung eines geringen Drucks.
5. Verwendung der vernetzbaren Ethylenpolymerisatfolie nach Anspruch 1 zur Herstellung
eines dreischichtigen Verbundwerkstoffes bestehend aus Metallblech/carboxylgruppenhaltigem
Ethylenpolymerisat/Metallblech durch Zwischenlegen der Klebefolie zwischen zwei Metallbleche
und Erwärmen unter Einwirkung eines geringen Drucks.
1. A process for the production of a completely crosslinkable self-adhesive ethylene
polymer film, wherein a liquid organic peroxide is applied uniformly at from room
temperature to +45°C in an amount of from 0.3 to 3.0% by weight, based on the weight
of the film, with the use of pressure units, to a film of carboxyl-containing ethylene
polymer, in such a way that the film subsequently has almost the same peroxide concentration
over the entire area, and the peroxide is then allowed to diffuse into the film.
2. A process as claimed in claim 1, wherein the carboxyl-containing ethylene polymer
is an ethylene/acrylic acid/C₁-C₈-alkyl acrylate terpolymer.
3. A process as claimed in claim 2, wherein the carboxyl-containing ethylene polymer
is a graft polymer of an ethylene polymer with carboxyl-containing monomers.
4. Use of a crosslinkable ethylene polymer film as claimed in claim 1 for the production
of a laminate by placing the self-adhesive film between two cover sheets and heating
under the action of a slight pressure.
5. Use of a crosslinkable ethylene polymer film as claimed in claim 1 for the production
of a three-layer laminate consisting of metal sheet/carboxyl-containing ethylene polymer/metal
sheet by placing the self-adhesive film between two metal sheets and heating under
the action of a slight pressure.
1. Procédé de fabrication d'une feuille adhésive à base de polymère d'éthylène complètement
réticulable, caractérise en ce qu'on applique uniformément, sur une feuille de polymère
d'éthylène contenant des groupements carboxyle, avec utilisation de machines d'impression
et à une température allant de la température ambiante jusqu'à +45°C, un peroxyde
organique liquide dans des proportions de 0,3 à 3,0% en poids par rapport au poids
de la feuille, de telle sorte qu'ultérieurement, la feuille présente approximativement
la même concentration de peroxyde sur toute sa surface, et on laisse ensuite le peroxyde
diffuser dans la feuille.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le polymère d'éthylène contenant
des groupements carboxyle est un terpolymère éthylène/acide acrylique/acrylate d'alkyle
en C₁-C₈.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le polymère d'éthylène contenant
des groupements carboxyle est un polymère d'éthylène greffé avec des monomères contenant
des groupements carboxyle.
4. Utilisation de la feuile de polymère d'éthylène réticulable selon la revendication
1 pour la fabrication d'un matériau composite par interposition de la feuille adhésive
entre deux couches de recouvrement et par chauffage sous l'action d'une faible pression.
5. Utilisation de la feuile de polymère d'éthylène réticulable selon la revendication
1 pour la fabrication d'un matériau composite à trois couches composé de tôle métallique/polymère
d'éthylène contenant des groupements carboxyle/tôle métallique, par interposition
de la feuille adhésive entre deux tôles métalliques et par chauffage sous l'action
d'une faible pression.