[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung von mindestens zwei der für die
Qualität des fertigen rauchbaren Artikels maßgeblichen physikalischen Eigenschaften
eines Materialstranges aus Filter-oder Tabakmaterial für die Herstellung von rauchbaren
Artikeln, insbesondere bei der Filter-oder Cigarettenherstellung, der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Gattung.
[0002] Obwohl ähnliche Probleme auch bei anderen rauchbaren Artikeln auftreten, soll im
folgenden auf diesen Problemkreis nur noch in Verbindung mit der Herstellung von Cigaretten
eingegangen werden.
[0003] Bei der Herstellung von Cigaretten werden verschiedene Techniken eingesetzt, um die
kontinuierliche Regelung der physikalischen Eigenschaften des Strangs von Tabakfasen
während der Cigarettenherstellung und damit schließlich der entsprechenden Eigenschaften
der fertigen Cigaretten zu ermöglichen. So ist es bspw. bekannt, die für die Gewichtskonstanz
der Cigarette wesentliche Dichte des Strangs, die wiederum seinem Gewicht entspricht,
zu bestimmen, den ermittelten Ist-Wert mit einem Soll-Wert zu vergleichen und die
Ausbildung des Strangs in Abhängigkeit von dem Ergebnis des Vergleiches zu steuern
(DE-A- 2 208 944). Zur Messung der Dichte kann bspw. die Absorption von Strahlen in
dem Strang von Tabakfasern, insbesondere Beta-Strahlen oder Mikrowellen, dienen.
[0004] Weiterhin geht aus der DE-A- 2 728 797 ein Verfahren zum Herstellen von Cigarettenfiltern
hervor, bei dem der Zugwiderstand des Filterwergs ermittelt, mit einem Soll-Wert verglichen
und das Ergebnis des Vergleiches für die Filterwergzuführung benutzt wird; dabei wird
die Wergzuführung so gesteuert, daß der Druckabfall über dem gemessenen Werg im wesentlichen
konstant bleibt.
[0005] Ein weiteres Verfahren ist aus der EP-A-0 032 399 bekannt, wobei die Feuchtigkeit,
die Masse, die Maschinengeschwindigkeit und die Härte eines Strangs von Tabakfasern
für die Regelung ermittelt werden; der gemessene Härte-Wert wird mittels der anderen
Parameter, nämlich Feuchtigkeit, Masse und Maschinengeschwindigkeit, korrigiert, wodurch
ein korrigierter Ist-Wert erhalten wird, der mit einem Soll-Wert verglichen wird.
In Abhängigkeit von dem Ergebnis dieses Vergleiches werden die Trimmerscheiben verstellt,
die bei der Strangbildung eine bestimmte Höhe des Tabakstrangs einstellen.
[0006] Geeignete Fühler zur Erfassung der Härte des Tabakstrangs gehen aus der DE-A- 3 306
543 bzw. der DE-A- 3 404 635 hervor.
[0007] Schließlich wird in der älteren Patentanmeldung DE-A- 36 13 957 ein Verfahren zur
Regelung von mindestens zwei der für die Qualität des fertigen Produktes maßgeblichen
physikalischen Eigenschaften eines aus rauchbarem Material hergestellten Strangs,
insbesondere bei der Cigarettenherstellung, beschrieben, bei dem die Ist-Werte dieser
Eigenschaften erfaßt, die jeweiligen Differenzen zwischen den Ist-Werten und den dazugehörigen
Soll-Werten ermittelt und schließlich aus den ermittelten Differenzen Regelsignale
gewonnen werden; diese Regelsignale werden miteinander verglichen, so daß jeweils
das momentan größte Regelsignal auf ein einziges Stellglied für den Massenstrom des
rauchbaren Artikels gegeben werden kann. Die Regelsignale können aus der Härte des
Strangs aus rauchbarem Material, aus dem Zugwiderstand und/oder aus dem Gewicht des
Strangs gewonnen und miteinander verglichen werden.
[0008] Dadurch wird es möglich, die wesentlichen Qualitätsparameter eines rauchbaren Artikels,
bei einer Cigarette ihr Zugwiderstand und ihre Härte, sehr exakt auf den optimalen
Wert einzustellen und auch bei Störungen des Betriebs rasch wieder in den optimalen
Zustand zu gelangen.
[0009] Auf eine Strangmaschine, wie sie sowohl zur Cigaretten- als auch zur Filterherstellung
verwendet wird, wirken eine Reihe von mittel- bis langfristigen Störungen ein, die
die wesentlichen Produkt- und Qualitätsparameter, nämlich Gewicht, Härte, Zugwiderstand
und Durchmesser, stark beeinflussen können.
[0010] Zu diesen Störeinflüssen gehören bei einer Cigaretten-Maschine die Feuchte, die Zusammensetzung
und die Eigenschaften der Tabakmischung sowie Umgebungseinflüsse, Maschineneinstellungen
und die sich durch die Abnutzung von Maschinenteilen, insbesondere Formatband und
Format-Teile, ergebenden Toleranzschwankungen und bei der Filterherstellungsmaschine
die Materialeigenschaften des Filtermaterials, in der Regel Zelluloseacetat, der Weichmachergehalt
(Gehalt an Triacetin) des Filtermaterials und ebenfalls die Umgebungseinflüsse, Maschineneinstellungen
und Abnutzung von Maschinenteilen. Zu den wesentlichen Umgebungseinflüssen gehören
die Temperatur und die Feuchte, während als wesentliche Maschineneinstellung die Drehzahl
und damit die Transportgeschwindigkeit berücksichtigt werden muß.
[0011] Bei der Regelung der Herstellung müssen beispielsweise die Ist-Werte für das Gewicht
und/oder die Härte und/oder den Zugwiderstand und/ oder den Durchmesser durch entsprechende
Sensoren ermittelt und mit vorgegebenen Soll-Werten verglichen werden, um den Fertigungsablauf
schließlich auf den optimalen Zustand zu bringen.
[0012] Problematisch ist jedoch hierbei, daß die einzelnen Parameter sowohl voneinander
als auch von den oben erläuterten Störeinflüssen abhängen, so daß die Einstellung
der jeweiligen Soll-Werte, insbesondere beim Anlaufen der Maschine, problematisch
ist.
[0013] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Regelung von
mindestens zwei der für die Qualität des fertigen rauchbaren Artikels maßgeblichen
physikalischen Eigenschaften eines Materialstrangs für die Herstellung von rauchbaren
Artikeln, insbesondere eines Tabakstrangs oder eines Strangs aus Filtermaterial, der
angegebenen Gattung zu schaffen, bei dem die oben erwähnten Probleme nicht auftreten.
[0014] Insbesondere soll ein Verfahren vorgeschlagen werden, mit dem Abweichungen vom normalen
Betriebszustand, also insbesondere beim Anfahren, aber auch bei bestimmten Ereignissen,
rasch und stoßfrei wieder auf den optimalen Betriebszustand eingeregelt werden können.
Bestimmte Ereignisse können sein: Störfälle, Mischungswechsel, Überschreitung von
vorgegebenen Grenzwerten.
[0015] Dies wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmale erreicht.
[0016] Zweckmäßige Ausführungsformen werden durch die Merkmale der Unteransprüche definiert.
[0017] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile beruhen auf folgenden Überlegungen: Für
das Anfahren des Fertigungsprozesses, aber auch bei bestimmten Ereignissen, wird nur
einer der primären Produkt-Parameter als Regelgröße verwendet; für die Cigarettenmaschine
wird dies in der Regel das Gewichts- oder das Durchmesser-Signal sein, da es sich
hier um leicht zu kalibrierende Größen handelt.
[0018] Hat der Herstellungsprozeß den entsprechenden Soll-Wert, also entweder für das Gewicht
bzw. die Dichte oder aber für den Durchmesser, erreicht, so haben die anderen, oben
angegebenen wesentlichen sekundären Produkt-Parameter, insbesondere die Härte und/oder
der Zugwiderstand, einen bestimmten Ist-Wert, der mittels des zugehörigen Fühlers
erfaßt und nach Berechnung und Bewertung als Soll-Wert für die weitere Regelung eingesetzt
wird. Die bisher üblichen, aufwendigen Neu-Kalibrierungen der entsprechenden Produkt-Parameter
bei jeder Änderung der Störeinflüsse und die entsprechende Gewinnung eines absoluten
Meßwertes ist also nicht mehr erforderlich, da sich herausgestellt hat, daß innerhalb
der Toleranzbereiche eines solchen Fertigungsprozesses der Ist-Wert für den Zugwiderstand
und/oder die Härte, der sich nach der Einregelung auf die optimale Dichte oder den
optimalen Durchmesser einstellt, zu einer zufriedenstellenderen Regelung der Fertigungs-Parameter
führt.
[0019] Sollte die Maschine mit einer variablen Drehzahl gefahren werden, können die entsprechenden
Produkt-Parameter, wie beispielsweise Zugwiderstand und/oder Härte, durch eine leicht
zu messende Korrekturgröße, die von der Drehzahl der Maschine abhängt, korrigiert
werden. Auch eine Feuchtigkeitskorrektur ist problemlos möglich.
[0020] Um bei der Ermittlung des jeweiligen Soll-Wertes mit größerer statistischer Genauigkeit
zu arbeiten, wird der relative neue Sollwert nach einem vorgegebenen Takt über eine
mathematische Funktion ermittelt, insbesondere durch eine Mittelwertbildung, d.h.,
der jeweils vorliegende Ist-Wert für den Zugwiderstand und/oder die Härte wird beispielsweise
im Sekundentakt abgetastet und nach jeweils 60 Abtastungen, also einmal pro Minute,
ein Mittelwert gebildet, der dann als Soll-Wert für die weitere Regelung dient.
[0021] Die Produktparameter Zugwiderstand und Härte können entweder getrennt oder aber kombiniert
mittels einer Autoselektorschaltung geregelt werden, wie es in der älteren Patentanmeldung
P 36 13 957.2-23 beschrieben wird. Alternativ können die Regelsignale über eine mathematische
Verknüpfung, z. B. eine Mittelwertbildung oder Linearkombinationen, ermittelt werden.
[0022] Der jeweilige Sollwert, der von der aktuellen Mischung, der Maschineneinstellung
und den Umgebungseinflüssen abhängt, kann entweder einzeln für jeden Produkt-Parameter
oder als Kombination eingesetzt werden, indem die jeweiligen Ist-Werte miteinander
verknüpft werden. Die entsprechenden Einstellungen erfolgen sehr rasch, so daß beispielsweise
beim Anlaufen einer Maschine innerhalb weniger Sekunden der Soll-Wert des primären
Produkt-Parameters, also des Durchmessers oder der Dichte bzw. des Gewichtes, erreicht
wird und dann nach etwa 2 Minuten mit den ermittelten Ist-Werten für die sekundären
Produkt-Parameter, nämlich Härte, Zugwiderstand und/oder Durchmesser, als Soll-Wert
die weitere Regelung aufgenommen werden kann.
[0023] Die Neuberechnung des relativen Soll-Wertes der sekundären Produkt-Parameter Zugwiderstand,
Härte und Durchmesser kann sowohl bei externen, als auch bei internen Ereignissen
erfolgen; zu den externen Ereignissen gehören insbesondere der Materialwechsel oder
der Maschinenstop, die mit einem erneuten Anlaufen der Maschine verbunden sind, während
als interne Ereignisse eine Grenzwertverletzung der primären oder sekundären Produkt-Parameter
in Frage kommen. Es kann beispielsweise festgelegt werden, daß bei einer Abweichung
des sekundären Produkt-Parameters Zugwiderstand und/oder Härte von mehr als ± 10 %
von dem vorliegenden, relativen Soll-Wert eine Neuberechnung erfolgt; auch bei einer
entsprechenden Änderung des primären Produkt-Parameters, bei einer Cigarettenherstellungsmaschine
das Gewicht bzw. die Dichte oder der Durchmesser, kann eine solche Neuberechnung vorgenommen
werden.
[0024] Diese Soll-Wert-Ermittlung läßt sich nicht nur an der Cigarettenherstellungsmaschine,
sondern auch an der Filterherstellungsmaschine einsetzen, wobei auch hier die entsprechenden
Produkt-Parameter gemessen werden können, insbesondere Gewicht bzw. Dichte, Durchmesser
und Zugwiderstand.
[0025] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beiliegenden, schematischen Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- den Grundaufbau einer Regelvorrichtung für das Gewicht und den Zugwiderstand des Tabakstrangs
bei der Cigarettenherstellung, und
- Fig. 2
- eine andere Ansicht einer Regelvorrichtung für die Härte, den Zugwiderstand und das
Gewicht eines Tabakstrangs bei der Cigarettenherstellung.
[0026] Die aus Fig. 1 ersichtliche, allgemein durch das Bezugszeichen 10 angedeutete Strangmaschine
weist zwei drehbar gelagerte Rollen 12 und 14 auf, von denen mindestens eine angetrieben
wird. Über die beiden Rollen 12 und 14 läuft ein perforiertes, als Fördereinrichtung
dienendes Band 16. Zwischen den beiden Trümmern des Bandes 16 ist eine Unterdruckkammer
18 angeordnet.
[0027] Der von unten in Pfeilrichtung antransportierte Tabak wird durch den Unterdruck an
das in Pfeilrichtung umlaufende Band 16 angesaugt und mitgenommen, so daß sich eine
Tabakschicht 20 an dem Band 16 ausbildet. Zur Einstellung einer Tabakschicht 20 bestimmter
Dichte dient ein "Egalisator", nämlich Trimmerscheiben 22, die gemäß der Darstellung
in Fig. 1 in vertikaler Richtung über einen Stellmotor 24 verschoben werden können.
Der von den Trimmerscheiben 22 abgetrennte Überschuß-Tabak ist durch das Bezugszeichen
26 angedeutet.
[0028] Dadurch entsteht an dem Band 16 eine egalisierte Tabakschicht bestimmter Höhe, die
durch das Bezugszeichen 28 angedeutet ist und mittels eines Formatfingers auf Strangform
gebracht und vom Cigarettenpapier umhüllt wird.
[0029] Am Tabakstrang und an der fertigen, auf die jeweiligen Länge geschnittenen Cigarette
werden mindestens zwei verschiedene Arten von physikalischen Eigenschaften gemessen,
nämlich ein primärer Produkt-Parameter und ein sekundärer Produkt-Parameter; als primärer
Produkt- Parameter kommen das Gewicht bzw. die Dichte oder der Durchmesser des Tabakstrangs
bzw. der fertigen Cigarette und als sekundärer Produkt-Parameter der Zugwiderstand
und/oder die Härte und/oder der Durchmesser des Tabakstrangs bzw. der fertigen Cigarette
in Frage.
[0030] Im folgenden soll diese Ausführungsform für die Variante beschrieben werden, bei
der als primärer Produkt-Parameter das Gewicht G und als sekundärer Produkt-Parameter
der Zugwiderstand ZW dienen.
[0031] Die entsprechenden Ist-Werte werden von einem Fühler 30 für den Zugwiderstand ZW
und einem Fühler 32 für das Gewicht G zusammen mit zugehörigen Soll-Werten von Soll-Wertgebern
34 bzw. 36 auf ein erstes Differenzglied 37 für den Zugwiderstand ZW und ein zweites
Differenzglied 39 für das Gewicht G gegeben. Die Differenzsignale von den beiden Differenzgliedern
37, 39 werden auf zugehörige Regler 38, 40 geführt, die entsprechende Regelsignale,
im allgemeinen nach einer vorgegebenen Regelcharakteristik, bilden.
[0032] Die beiden Regelsignale werden auf eine Auto-Selector-Schaltung 42 geführt, die das
jeweils größte der Regelsignale feststellt und den Stellmotor 24 für die Trimmerscheiben
22 mittels dieses größten Regelsignals ansteuert.
[0033] Beim normalen Betrieb wird die Lage der Trimmerscheiben 22 in Abhängigkeit vom Zugwiderstand
ZW eingestellt, d.h., der Zugwiderstandsregler 38 steuert die Strangherstellung.
[0034] Bei einem zu starken Anstieg des Gewichtes G entspricht jedoch das Endprodukt Cigarette
nicht mehr den Vorgaben, so daß bei einem zu großen Ausgangssignal des Reglers 40
dieser die Führung der Trimmerscheiben 22 übernimmt, d.h. in diesem Fall wählt die
Auto-Selector-Schaltung 42 das Ausgangssignal des Reglers 40 aus und benutzt dieses
von dem gemessenen Gewicht G abhängige Regelsignal für die Einstellung der Trimmerscheiben
22.
[0035] Zwangsläufig treten nun geringe Abweichungen im Zugwiderstand ZW auf; diese können
jedoch im Vergleich mit zu starken Schwankungen des Gewichtes G akzeptiert werden.
[0036] In einem solchen Fall, der beispielsweise durch Einwirken von Störgrößen, insbesondere
durch inhomogenen Schnittabak, verursacht werden kann, bleibt die eigentliche Regelgröße,nämlich
der Zugwiderstand ZW, ungeregelt, bis die Bedingungen bei der Strangbildung eine erneute
Übernahme in den Normalbetrieb gestatten. Auch diese erneute Übernahme erfolgt - in
ähnlicher Weise wie beim Übergang von der Zugwiderstandsregelung auf die Gewichtsregelung
- automatisch und stoßfrei.
[0037] Nach Abklingen der eingetretenen Störungen, beispielsweise der inhomogenen Kondition
des Schnittabakes (Tabakvlies), übernimmt der Regler 38 für den Zugwiderstand ZW die
Einstellung der Trimmerscheiben 22.
[0038] Diese Regelung entspricht im wesentlichen dem Verfahren nach der älteren Anmeldung
DE-A- 36 13 957.
[0039] Beim Anlaufen der Strangmaschine 10 wird mit folgender Regelung gearbeitet: Die Trimmerscheiben
22 werden in die Fahrposition gebracht; bei Erreichen einer vorgegebenen Drehzahl,
beispielsweise einer Drehzahl von 1200 U/min., wird die Gewichts- bzw. Dichteregelung
eingeschaltet, während die Zugwiderstands-Regelung noch abgeschaltet bleibt. Die Ist-Werte
für den Druck als relatives Maß für den Zugwiderstand laufen hoch und erreichen schließlich
den unteren Grenzwert eines in aller Regel variablen Toleranzbereiches, den "gut"-Bereich;
die aktuellen Soll-Werte werden nach Berechnung und Bewertung ermittelt. Jetzt kann
bereits die Drehzahl und/oder Feuchte-Kompensation eingesetzt werden.
[0040] Die Abtastung der Ist-Werte für den Zugwiderstand ZW erfolgt entsprechend einem vorgegebenen
Takt, so daß beispielsweise innerhalb von zwei Minuten 120 Zugwiderstandswerte erfaßt
und ein entsprechender Mittelwert gebildet wird.
[0041] Dieser Mittelwert aus den Ist-Werten des Zugwiderstandes ZW wird in einer entsprechenden
Schaltung 41 gebildet, die ein beispielsweise aus dem Maschinentakt abgeleitetes Taktsignal
empfängt, und dann dem Speicher des Soll-Wertgebers 34 zugeführt. In aller Regel wird
dabei der gespeicherte, alte Soll-Wert überschrieben.
[0042] Nun wird die Regelung von der Gewichtsrelegung auf die Zugwiderstandsregelung umgeschaltet,
wobei als Soll-Wert der ermittelte Mittelwert der Ist-Werte des Zugwiderstandes ZW
dient.
[0043] Tritt beim anschließenden Betrieb eine Störung auf, so daß die Ist-Werte den oben
erläuterten Toleranz-Bereich verlassen, also beispielsweise einen Wert, der um mehr
als ± 10 % von dem Soll-Wert abweicht, so wird auf die Gewichtsregelung um- und die
Zugwiderstandsregelung abgeschaltet. Erreicht das Zugwiderstands-Regelsignal wieder
den Toleranz-Bereich, so beginnt wieder die oben erwähnte Mittelwertberechnung mit
anschließender Überschreibung des gewonnenen Sollwertes in den Speicher des Sollwertgebers
34, wonach die Zugwiderstandsregelung zugeschaltet wird.
[0044] Selbstverständlich ist auch eine solche Umstellung möglich, daß nur mit Gewichtsregelung
gearbeitet wird, also die Zugwiderstandsregelung abgeschaltet bleibt, wie es für bestimmte
Anwendungsfälle zweckmäßig ist.
[0045] Der im Betrieb befindliche Regelkreis sowie das zugehörige Stellsignal können auf
einer zentralen Konsole angezeigt werden.
[0046] Fig. 2 zeigt in einer anderen Darstellungsart eine Ausführungsform mit drei Regelgrößen,
d.h., neben der Regelung des Gewichtes G und des Zugwiderstandes ZW wird noch eine
Regelung der Härte bzw. der Deformation D vorgenommen. Die Verknüpfung der drei Regelstrecken
mit den Reglern 38, 40 und 44 erfolgt über eine Auto-Selector-Schaltung 46 oder über
eine mathematische Verknüpfung von mindestens zwei dieser Meßgrößen z.B. Mittelwertbildung,
die den Stellmotor 24 für den Egalisator, nämlich die Trimmerscheiben 22, ansteuert.
In dieser Figur sind außerdem noch die Formatierung und die Beleimung mit den anschließenden
Fühlern 30, 31 und 32 für das Gewicht G, den Zugwiderstand ZW und die Härte bzw. Deformation
D des Tabakstrangs bzw. der fertigen Cigarette angedeutet.
[0047] In den Leitungen, die die Ist-Werte für Gewicht, Zugwiderstand und Härte von den
Fühlern 30, 31 und 32 den jeweiligen Reglern 38, 40 und 44 zuführen, befinden sich
Grenzwertschaltungen 48, 50 und 52, die in an sich bekannter Weise den jeweiligen
Ist-Wert mit einem vorgegebenen Grenzwert vergleichen und bei Überschreiten eines
dieser Grenzwerte ein Ausstoßsignal erzeugen, d.h., Cigaretten werden ausgestoßen.
[0048] Auch hier werden während des Anlaufens der Strangmaschine, aber auch bei einer Betriebsstörung,
die Ist-Werte des Fühlers 30 für den Zugwiderstand ZW und des Fühlers 32 für die Härte
bzw. Deformation D über Schaltungen 53 und 54 als Soll-Werte für die entsprechenden
Regelgrößen den Regelkreisen zugeführt. Die Schaltungen 53, 54 bilden in der bereits
erörterten Weise taktgesteuert Mittelwerte aus den jeweils abgetasteten Ist-Werten
und ermöglichen außerdem noch eine weitere Korrektur, beispielsweise eine Drehzahl-
und/oder eine Feuchtekorrektur dieser Soll-Werte.
[0049] Bisher sind nur Ausführungsformen beschrieben worden, bei denen mittels der Auto-Selector-Schaltungen
42 und 46 das jeweils momentan größte Regelsignal für die Regelung verwendet wird.
[0050] Als Alternative hierzu ist es auch möglich, auf die Auto-Selector-Schaltung 42, 46
zu verzichten und beispielsweise während des Anfahrens nur mit Gewichtsregelung zu
arbeiten, nach dem Anfahren aber auf die Zugwiderstands- und/oder Härteregelung umzuschalten.
In diesem Fall dient also die Gewichtsregelung nur für das Anfahren und die gleichzeitige
Ermittlung eines geeigneten Soll-Wertes für die anschließende Zugwiderstands- oder
Härteregelung.
[0051] Als Alternative zu den beschriebenen Ausführungsformen ist es auch möglich, als primären
Produkt-Parameter nicht das Gewicht, sondern den Durchmesser des Tabakstrangs bzw.
der fertigen Cigarette zu verwenden, wobei ein entsprechender Fühler vorgesehen werden
muß, wie er beispielsweise in der älteren Anmeldung DE-A- 36 07 244. beschrieben wird.
Dann kann in gleicher Weise wie bisher beschrieben für das Anlaufen oder bei Störungen
allein mit Durchmesserregelung gearbeitet und bei Erreichen einer Art Gleichgewichtszustand
auf eine andere Regelung, gegebenenfalls auch mit Auto-Selector-Schaltung, umgeschaltet
werden.
[0052] Schließlich kann jedoch der Durchmesser auch noch als sekundärer Produkt-Parameter
eingesetzt werden, d.h., in einem solche Falle würde das Gewicht als primärer Produkt-Parameter
dienen, so daß nach dem Anfahren die Gewichtsregelung in Verbindung mit der Durchmesser-
und/oder Zugwiderstands- und/oder Härte-Regelung erfolgt.
1. Verfahren zur Regelung von mindestens zwei der für die Qualität des fertigen rauchbaren
Artikels maßgeblichen physikalischen Eigenschaften eines Materialstranges aus Filter-oder
Tabakmaterial für die Herstellung von rauchbaren Artikeln auf einer Strang maschine,
insbesondere bei der Filter-oder Cigarettenherstellung,
a) bei dem die Ist-Werte dieser Eigenschaften erfaßt,
b) die jeweiligen Differenzen zwischen den Ist-Werten und dazugehörigen Soll-Werten
ermittelt, und
c) aus den ermittelten Differenzen Regelsignale für die Masse des den Strang aufbauenden
Materials beeinflussende Stellglieder gewonnen werden,
dadurch gekennzeichnet, daß
d) während des Anlaufens der Strangmaschine oder bei bestimmten Störungen in dieser
Strangmaschine nur mittels eines einzigen, primären, eine dieser maßgeblichen physikalischen
Eigenschaften des Materialstranges darstellenden Produkt-Parameters geregelt wird,
daß
e) bei Erreichen des Soll-Wertes für diesen primären Produkt-Parameter die zugehörigen
Ist-Werte für mindestens einen anderen, sekundären, eine andere dieser maßgeblichen
physikalischen Eigenschaften des Materialstranges darstellenden Produkt-Parameter
erfaßt werden, und daß
f) zumindest einer dieser Ist-Werte nach Berechnung und Bewertung als Soll-Wert für
die dann ein- oder zugeschaltete Regelung mittels dieses sekundären Produkt-Parameters
verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als primärer Produkt-Parameter
das Gewicht des Materialstranges oder sein Durchmesser dient.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als sekundärer
Produkt-Parameter die Härte und/oder der Zugwiderstand und/oder der Durchmesser des
Materialstrangs dienen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß nach Erreichen
des Soll-Wertes für den primären Produktparameter mehrere Ist-Werte mindestens eines
sekundären Produkt-Parameters erfaßt und ein entsprechender Mittelwert gebildet werden,
der als Soll- Wert für diese Regelung verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei Erreichen
des Soll-Wertes des Primären Produkt-Parameters mindestens eine weitere Regelung mit
einem sekundären Produkt-Parameter zugeschaltet wird.
1. A method of regulating at least two of the physical properties of a material rod consisting
of filter or tobacco material for producing smokable articles on a rod-handling machine,
particularly in filter or cigarette production and which are vital to the quality
of the finished smokable article,
a) in which the actual values of these properties are detected,
b) the relevant differences between the actual values and the associated desired values
are ascertained and
c) regulating signals are obtained for the positioning members which influence the
mass of material forming the rod,
characterised in that
d) during starting-up of the rod-handling machine or in the event of certain types
of stoppage in this rod-handling machine, control is effected only by means of one
single primary product parameter representing one of these vital physical properties
of the rod of material, and in that
e) when the desired value for this primary product parameter is attained, the associated
actual values for at least one other secondary product parameter representing another
of these vital physical properties of the rod of material are detected and in that
f) after calculation and evaluation, at least one of these actual values is used as
a desired value for the use of the secondary parameter as a regulating means which
is then incorporated.
2. A method according to Claim 1, characterised in that the weight of the rod of material
or its diameter serves as the primary product parameter.
3. A method according to one of Claims 1 or 2, characterised in that the hardness and/or
the resistance to pull and/or the diameter of the rod of material serve as the secondary
product parameter.
4. A method according to one of Claims 1 to 3, characterised in that when the desired
value for the primary product parameter is attained a plurality of actual values of
at least one secondary product parameter are detected and a corresponding mean value
is formed which is used as a desired value for this regulating arrangement.
5. A method according to one of Claims 1 to 4, characterised in that when the desired
value of the primary product parameter is attained, at least one further regulating
arrangement with a secondary product parameter is incorporated.
1. Procédé pour la régulation d'au moins deux des propriétés physiques d'un cordon de
filtre ou de tabac essentielles pour la qualité de l'article à fumer terminé, intervenant
dans la fabrication d'articles fumables sur une cordonneuse, en particulier lors de
la fabrication de filtres ou de cigarettes,
a) dans lequel les valeurs effectives de ces propriétés sont captées,
b) les écarts relevés entre ces valeurs effectives et les valeurs de consigne correspondantes
sont calculés, et
c) des signaux de régulation pour des organes de réglage qui influencent la masse
de la matière dont est fait le cordon sont obtenus à partir des écarts relevés,
caractérisé
d) en ce qu'au cours du démarrage de la cordonneuse ou lors de certaines anomalies
survenant dans cette cordonneuse, la régulation ne s'opère qu'au moyen d'un seul paramètre
primaire du produit représentant l'une de ces propriétés physiques essentielles du
cordon de matière,
e) en ce qu'à l'atteinte de la valeur de consigne de ce paramètre primaire du produit,
les valeurs effectives d'au moins un autre paramètre secondaire du produit, représentant
une autre de ces propriétés physiques essentielles du cordon de matière, sont captées,
et
f) en ce qu'au moins l'une de ces valeurs effectives est utilisée, après calcul et
exploitation, comme valeur de consigne pour la régulation qui est alors insérée ou
ajoutée au moyen de ce paramètre secondaire du produit.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le poids du cordon de matière ou son diamètre sert de paramètre primaire du produit.
3. Procédé suivant l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la dureté et/ou la résistance à la traction et/ou le diamètre du cordon de matière
servent de paramètre secondaire du produit.
4. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'à l'atteinte de la valeur de consigne du paramètre primaire du produit, plusieurs
valeurs effectives d'un paramètre secondaire du produit sont captées et une moyenne
correspondante est établie, laquelle sert de valeur de consigne pour cette régulation.
5. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'à l'atteinte de la valeur de consigne du paramètre primaire du produit, au moins une
autre régulation est ajoutée avec un paramètre secondaire du produit.