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EP 0 285 075 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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16.10.1991 Patentblatt 1991/42 |
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Anmeldetag: 28.03.1988 |
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Verfahren zum selbsttätigen Beschichten von Werkstücken
Method for automatic coating of work-pieces
Procédé pour le revêtement automatique de pièces d'oeuvre
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE DE ES FR GB IT SE |
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Priorität: |
02.04.1987 DE 3711020
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.10.1988 Patentblatt 1988/40 |
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Patentinhaber: Dürr GmbH |
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D-70432 Stuttgart (DE) |
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Erfinder: |
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- Handke, Heinz
D-7121 Gemrigheim (DE)
- Rothenburger, Hermann
D-7121 Erligheim (DE)
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Vertreter: Heusler, Wolfgang, Dipl.-Ing. et al |
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Dr. Dieter von Bezold
Dipl.-Ing. Peter Schütz
Dipl.-Ing. Wolfgang Heusler
Brienner Strasse 52 80333 München 80333 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 091 663 DE-A- 3 301 022 US-A- 4 604 026
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EP-A- 0 129 853 DE-A- 3 526 958 US-E- 32 151
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Serienweise zu beschichtende Werkstücke wie z.B. die Rohkarossen von Kraftfahrzeugen
werden von Boden- oder Hängefördereinrichtungen durch eine Sprühkabine geführt, in
der sich durch ein gespeichertes Bearbeitungs- und Bewegungsprogramm gesteuerte Lackierroboter
od. dgl. befinden können. Das Bewegungsprogramm kann bekanntlich durch eine Teach-in-Methode
erstellt werden, bei der eine Vielzahl von Farbauftreffpunkten der Karosse bestimmt
wird, die von dem Roboter im Betrieb nacheinander angefahren werden. Zweckmässig erfolgt
die Beschichtung während einer kontinuierlichen Förderbewegung der Karossen durch
die Sprühkabine, so daß die Sprühvorrichtung des Roboters nicht nur relativ zu der
zu beschichtenden Karosse, sondern auch parallel zur Bewegung der Fördereinrichtung
bewegt wird.
[0003] Bei derartigen Beschichtungsverfahren besteht die Möglichkeit, daß z.B. bei Stromausfall
, in Notfällen oder aus sonstigen Gründen selbsttätig oder von Hand der programmgesteuerte
Beschichtungsbetrieb unterbrochen wird und der Roboter sowie die Fördereinrichtung
stillgesetzt werden. In einem solchen Fall war es bisher nicht möglich, die Beschichtung
nach Beseitigung der Unterbrechungsursache einfach durch Wiederaufnahme des Programms
fortzusetzen, da sowohl die Fördereinrichtung als auch der Lackierroboter nach dem
Abschalten aufgrund ihrer Eigenträgheit in undefinierten Endpositionen stehenbleiben
und die sich dadurch ergebende neue Relativposition zwischen Sprühvorrichtung und
Karosse nicht mehr in definiertem Zusammenhang mit dem unterbrochenen Programm stand.
[0004] Selbst wenn man die Sprühvorrichtung von Hand wieder ungefähr in die Relativposition
bringen würde, bei der die Beschichtung unterbrochen wurde, wäre eine selbsttätige
Fortsetzung des Beschichtungsbetriebs nicht möglich, da der zuletzt durch die Programmsteuerung
angefahrene genaue Farbauftreffpunkt an der Karosse unbekannt ist. Aus diesen Gründen
wurden bisher die erst teilweise beschichteten Karossen nicht fertig bearbeitet, sondern
als Ausschuß entfernt. Die Unterbrechung betriff in der Regel nicht nur eine, sondern
mehrere gleichzeitig beschichtete Karossen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, das es ermöglicht,
bei unplanmäßigen Unterbrechungen des Beschichtungsbetriebes das abgebrochene Bearbeitungsprogramm
an der Unterbrechungsstelle fortzusetzen, also das teilweise beschichtete Werkstück
selbsttätig fertigzustellen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch das im Anspruch 1 gekennzeichnete Verfahren gelöst.
[0007] Am Beispiel der Beschichtung von Kraftfahrzeugkarossen mit einen Lackierroboter wird
die Erfindung erläutert. Die zu beschichtenden Karossen werden hierbei im Durchlaufbetrieb
auf einem Förderer üblicher Art durch eine Sprühkabine bewegt, wobei die Position
der Karosse längs der Förderbahn kontinuierlich durch einen sogenannten Bandgeber
ermittelt wird. Der beispielsweise aus einem Resolver od. dgl. bestehende Bandgeber
erzeugt zu diesem Zweck ausgehend von einer Referenzposition (Nullposition) in an
sich bekannter Weise für von der Karosse zurückgelegte Wegeinheiten jeweils Impulse
(z.B. 10 Impulse für jeden mm), mit denen auch eine gleichzeitige Bewegung des Roboters
auf einer "7. Achse" längs der Transportbewegungsbahn synchronisiert und gesteuert
wird. Weitere Positionsgeber können diese Gesamtbewegung des Roboters und dessen Bewegungen
um seine anderen 6 Achsen melden.
[0008] Bei unplanmäßigem Abschalten der Anlage etwa durch automatische oder versehentliche
Betätigung eines Not- oder sonstigen Schalters wird in der Regel der Sprühvorgang
nahezu sofort unterbrochen. Der Förderer und somit die Karosse und auch der längs
der Förderbahn bewegte Roboter werden zwar sofort abgebremst, setzen aber ihre Bewegungen
aufgrund ihrer eigenen Trägheit fort, bis sie an irgendwelchen nicht genau vorherbestimmbaren
Positionen stehen bleiben, wobei die Nachlaufstrecken von Förderer und Roboter gewöhnlich
voneinander abweichen. Auch zum Zeitpunkt der Abschaltung in Bewegung befindliche
Glieder des Roboters und somit die Sprühvorrichtung werden sich um die betreffenden
Roboterachsen weiterbewegen und in willkürlichen Stellungen stehen bleiben.
[0009] Die Endstellungen des Förderers und des Roboters werden aber durch den jeweiligen
Stand des erwähnten Bandgebers bzw. der Positionsgeber des Roboters gemeldet und in
Form elektrischer Signale gespeichert. Zuvor war auch der zum Zeitpunkt der Abschaltung
gerade erreichte Stand gespeichert worden. Die gespeicherten Signale werden nun einem
Rechner zugeführt, der hieraus unter Berücksichtigung der Steuerdaten des Bearbeitungsprogramms
einen Bewegungsweg errechnet, auf dem der Roboter zu der Position relativ zu der Karosse
gefahren werden kann, die er bei der Abschaltung der Anlage hatte. Allerdings ist
diese Relativposition für einen erneuten Sprühbeginn in der Regel nicht geeignet,
weil es sich nicht um einen der im Bearbeitungsprogramm vorgesehenen Farbauftreffpunkte
der Karosse handelt, die bei der Programmierung des Roboters im üblichen Teach-in-Verfahren
definiert werden. Das Steuersystem kennt aber die definierten Farbauftreffpunkte,
die sich in der Reihenfolge des Programmablaufs vor und nach der Unterbrechungsstelle
befinden, und zu einem dieser beiden Punkte wird der Roboter gefahren. Wenn es zweckmäßiger
ist, einzelne Stellen der Karosse eher zu wenig als doppelt zu beschichten, beginnt
der erneute Beschichtungsbetrieb vorzugsweise an dem zweitgenannten Punkt.
[0010] Die erläuterte Wiederaufnahme des Programmbetriebs kann durch das Bedienungspersonal
beispielsweise durch Handbetätigung eines Wiederstartschalters eingeleitet werden,
nachdem zuvor die Ursache der Notabschaltung ermittelt und ggf. beseitigt wurde. Unter
Umständen kann die Roboterhand mit der Sprühvorrichtung aber während der Auslaufbewegungen
eine Endstellung erreicht haben, aus der sie durch das errechnete Bewegungsprogramm
nicht ohne weiteres, insbesondere nicht ohne Anstoßen an Teilen der Karosse, in die
ursprüngliche Relativposition gefahren werden kann. In diesem Fall wird der Roboter
zunächst durch Handsteuerbetrieb in eine günstigere Zwischenposition gefahren, wobei
die vorläufigen Bewegungsinformationen selbsttätig dem Steuerrechner zugeführt werden,
der dann für die endgültige Rückführbewegung in die ursprüngliche Relativposition
sorgt.
[0011] Bei der Verwendung einer parallel zu der Förderbahn fahrbaren Sprühvorrichtung ist
es zweckmäßiger, nach der Bewegungsunterbrechung die Sprühvorrichtung zum Erreichen
der vorherigen Position relativ zu dem Werkstück längs der Förderbahn zu bewegen,
statt die Fördereinrichtung an die Stelle zurückzufahren, an der sie sich bei der
Unterbrechung befunden hatte. In anderen Fällen, insbesondere bei ortsfester Sprühvorrichtung,
kann aber auch die Fördereinrichtung und damit das Werkstück zurückbewegt werden.
1. Verfahren zum selbsttätigen Beschichten von Werkstücken, die von einer Fördereinrichtung
einer relativ zu der Fördereinrichtung unter Steuerung durch ein gespeichertes Bearbeitungsprogramm
bewegbaren Sprühvorrichtung, insbesondere einem Lackierroboter od. dgl., zugeführt
werden,
wobei die Möglichkeit besteht, daß die Beschichtung und die Bewegungen vor Beendigung
des Bearbeitungsprogramms notfalls oder unprogrammgemäß unterbrochen werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der vorzeitigen Bewegungsunterbrechung der aktuelle Status des Bearbeitungsprogramms
gespeichert wird und die örtlichen Positionen der Sprühvorrichtung und der Fördereinrichtung
zur Zeit der Beschichtungsunterbrechung sowie nach Beendigung der Bewegungen festgestellt
werden,
daß die Sprühvorrichtung und/oder die Fördereinrichtung auf einer aufgrund der festgestellten
örtlichen Positionen selbsttätig ermittelten Bewegungsbahn in die vorherige Position
relativ zueinander bewegt werden, in der sie sich bei Unterbrechung der Beschichtung
befunden hatten,
und daß dann das Bearbeitungsprogramm von der unterbrochenen Stelle an ausgeführt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Bewegungsunterbrechung die Sprühvorrichtung zum Erreichen der vorherigen
Position relativ zu dem Werkstück längs der Bewegungsbahn der Fördereinrichtung bewegt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Endposition der Fördereinrichtung mit einem Bandzähler festgestellt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Bewegungsunterbrechung die Sprühvorrichtung durch Handsteuerung auf
eine Zwischenposition gefahren wird, von der aus sie dann selbsttätig in die vorherige
Position relativ zu dem Werkstück bewegt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Bearbeitungsprogramm Steuerdaten für die Beschichtung einer Vielzahl einzelner
definierter Farbauftreffpunkte des Werkstücks enthält, die während der Programmdurchführung
der Reihe nach von der Sprühvorrichtung angefahren werden, und daß die Sprühvorrichtung
nach der Bewegungsunterbrechung bis zu dem letzten vor der Unterbrechung erreichten
Farbauftreffpunkt bewegt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung nach der Unterbrechung bei dem ersten Farbauftreffpunkt beginnt,
der gemäß der programmierten Beschichtungsfolge nach der Unterbrechungsstelle vorgesehen
ist.
1. Method for automatic coating of workpieces which are fed by a conveying device to
a spraying device which is movable relative to the conveying device under control
by a stored processing programme, particularly a painting robot or the like,
there being the possibility of the coating and the movements being interrupted of
necessity or in an unscheduled manner before the processing programme is finished,
characterised in that
in the event of a premature interruption of the movements the actual status of the
processing programme is stored and the locations of the spraying device and the conveying
device are determined at the time of the interruption in the coating and at the termination
of the movements,
that the spraying device and/or the conveying device are moved with respect to one
another over a movement path automatically determined on the basis of the established
locations into the previous position at which they were located when the coating was
interrupted,
and that the processing programme is then carried on from the location of the interruption.
2. Method as claimed in claim 1, characterised in that after the interruption of the
movements the spraying device is moved relative to the workpiece along the movement
path of the conveying device in order to reach the previous position.
3. Method as claimed in claim 1 or 2, characterised in that the final position of the
conveying device is determined with a tape counter.
4. Method as claimed in one of the preceding claims, characterised in that after the
interruption of the movements the spraying device is moved by manual control to an
intermediate position from which it is then moved automatically into the previous
position relative to the workpiece.
5. Method as claimed in one of the preceding claims, characterised in that the processing
programme includes control data for the coating of a plurality of individual defined
paint impact points on the workpiece which are passed sequentially by the spraying
device during execution of the programme and that after the interruption of the movements
the spraying device is moved to the last paint impact point reached before the interruption.
6. Method as claimed in one of the preceding claims, characterised in that after the
interruption the coating begins at the first paint impact point which is provided
in accordance with the programmed coating sequence after the location of the interruption.
1. Procédé pour le revêtement automatique de pièces à traiter, qui sont amenées par un
dispositif transporteur à un dispositif de pulvérisation, notamment un robot de peinture
ou l' analogue, pouvant être déplacé par rapport au dispositif transporteur à l'aide
d'une commande comportant un programme de travail enregistré, ce procédé permettant
également d'interrompre le revêtement et les mouvements avant la fin du programme
de travail, en cas de nécessité ou non conformément au programme, caractérisé en ce
que, lors de l'interruption prématurée des mouvements, l'état actuel du programme
de travail est enregistré et les positions locales du dispositif de pulvérisation
et du dispositif transporteur au moment de l'interruption du revêtement ainsi qu'après
la fin du mouvement sont constatées, en ce que le dispositif de pulvérisation et/ou
le dispositif transporteur sont déplacés l'un par rapport à l'autre sur un trajet
de déplacement calculé automatiquement en fonction des positions locales constatées,
et ramenées dans la position antérieure dans laquelle ils se trouvaient lors de l'interruption
du revêtement, et en ce que le programme de travail se déroule alors à partir de l'endroit
de l'interruption.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, après l'interruption des
mouvements, le dispositif de pulvérisation est déplacé par rapport à la pièce à traiter
le long du trajet de déplacement du dispositif transporteur, pour atteindre la position
antérieure.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la position terminale
du dispositif transporteur est déterminée par un compteur à bande.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, après l'interruption
des mouvements, le dispositif de pulvérisation est amené, par commande manuelle, à
une position intermédiaire, à partir de laquelle il est alors ramené automatiquement
à la position antérieure par rapport à la pièce à traiter.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le programme
de travail contient des données de commande pour le revêtement d'une multiplicité
de points d'application de la couleur sur la pièce à traiter, définis individuellement,
dont le dispositif de pulvérisation s'approche successivement pendant le déroulement
du programme, et en ce que, après l'interruption des mouvements, le dispositif de
pulvérisation est amené jusqu'au dernier point d'application de peinture atteint avant
l'interruption.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, après l'interruption,
le revêtement commence au premier point d'application de peinture qui est prévu, selon
la séquence de revêtement programmée, après l'endroit de l'interruption.