(19)
(11) EP 0 285 885 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.10.1988  Patentblatt  1988/41

(21) Anmeldenummer: 88104411.9

(22) Anmeldetag:  19.03.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D06C 15/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT NL

(30) Priorität: 10.04.1987 DE 3712203

(71) Anmelder: Ramisch Kleinewefers GmbH
D-47803 Krefeld (DE)

(72) Erfinder:
  • Nacken, Hans
    D-4154 Tönisvorst (DE)
  • Mai, Udo
    D-4154 Tönisvorst 1 (DE)

(74) Vertreter: Goddar, Heinz J., Dr. et al
FORRESTER & BOEHMERT Franz-Joseph-Strasse 38
80801 München
80801 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung für Kalanderwalzen


    (57) Vorrichtung zum Gasbeheizen von Kalanderwalzen, mit einer Mehrzahl von nebeneinander angeordneten, auf die Innenfläche der Kalanderwalzen gerichteten Gasdüsen (2) und einem mit den Gasdüsen (2) kommunizierenden Gaszu­fuhrrohr (19) mit zwei in dem Gaszufuhrrohr (19) ver­schiebbar geführten Schiebern, die von dem Äußeren der Kalanderwalze zum Inneren der Kalanderwalze abgeschrägt ausgebildet sind und so zu den jeweils oberhalb des inneren Bereichs der Schieber (4) angeordneten Gasdüsen (2) den Zutritt einer relativ großen Gasmenge und zu den jeweils oberhalb des äußeren Bereiches der Schieber (4) angeordneten Gasdüsen (2) den Zutritt einer zuneh­mend geringeren Gasmenge erlauben.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für Kalander­walzen mit einer Mehrzahl von nebeneinander angeordne­ten, auf die Innenfläche der Kalanderwalze gerichteten Gasdüsen und einem mit den Gasdüsen kommunizierenden Gaszufuhrrohr.

    [0002] Es ist bekannt, zur Veredelung von Textilien Walzen einzusetzen, die von innen über Gasbrenner beheizt werden. Üblicherweise werden derartige Kalanderwalzen über die gesamte Walzenbreite beheizt, unabhängig davon, wie breit die zu verarbeitende Materialbahn ist. Bei der Verarbeitung von Materialbahnen, die schmaler sind als die Breite der Kalanderwalze, wird die Wärme in dem Bereich, in dem die Materialbahn aufliegt, in stärkerem Maße abgeführt als im übrigen Bereich. Dieses führt gegenüber der gewünschten Arbeitstemperatur im Bereich der Materialbahn zu einem Wärmestau im übrigen Bereich der Kalanderwalze und damit zu Überhitzungen. Hierdurch entstehen Energieverluste und unerwünschte thermische Belastungen im Lagerbereich der Kalanderwalzen.

    [0003] Der naheliegende Vorschlag, lediglich die Gasdüsen mit Gas zu versorgen, die in dem Bereich liegen, in dem die Kalanderwalze mit der Materialbahn belegt ist, hat den Nachteil, daß eine Verringerung der Temperatur im Bereich des Randes der Materialbahn auftreten wird. Der Versuch, dies Problem dadurch zu lösen, daß auch noch die Gasdüsen, die dem Bereich unmittelbar angrenzend an den Rand der jeweiligen Materialbahn zugeordnet sind, mit Gas versorgt werden, muß scheitern, weil dann un­mittelbar an der Kante der Materialbahn eine zu hohe Temperatur auftreten wird.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrich­tung zum Gasbeheizen von Kalanderwalzen zu schaffen, die eine geeignete Temperatursteuerung im Bereich der Kante der jeweils auf der Kalanderwalze aufliegenden Materialbahn ermöglicht.

    [0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch zwei in dem Gaszufuhrrohr verschiebbar geführte Schieber, die von dem Äußeren zum Inneren der Kalanderwalze abge­schrägt ausgebildet sind und so zu den jeweils oberhalb des inneren Bereichs der Schieber angeordneten Gasdüsen den Zutritt einer relativ großen Gasmenge und zu den jeweils oberhalb des äußeren Bereiches der Schieber angeordneten Gasdüsen den Zutritt einer zunehmend ge­ringeren Gasmenge erlauben.

    [0006] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich aus durch auf die Schieber wirkende und diese in dem Gaszu­fuhrrohr verschiebende Gewindespindelanordnungen, be­stehend aus einer Handkurbel, einer mit der Handkurbel verbundenen Spindelstange und einer die Spindelstange aufnehmenden, mit dem Schieber verbundenen Spindelmut­ter.

    [0007] Zur Vermeidung eines Verklemmens der Gewindespindelan­ordnung durch Wärmeeinwirkung wird vorgeschlagen, daß die Spindelstangen mit einem Kreuzgelenk versehen sind.

    [0008] Um ein reproduzierbares Einstellen der Schieber zu erleichtern, ist die Handkurbel mit einer die Position des zugehörigen Schiebers in dem Gaszufuhrrohr angeben­den Skala versehen.

    [0009] Weiter kann eine in der Mitte der Kalanderwalze ange­ordnete, das Gaszufuhrrohr unterteilende Trennwand vorgesehen sein.

    [0010] Ferner kann die Vorrichtung nach der Erfindung gekenn­zeichnet sein durch Servomotoren mit Positionsgebung, die im Rahmen einer frei programmierbaren Steuerung und Breitenerfassung der zugeführten Ware die Handkurbeln ersetzen.

    [0011] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung, in der ein Ausführungsbei­spiel der Erfindung anhand einer Zeichnung erläutert wird. Dabei zeigt:

    Fig. 1 eine Schnittdarstellung durch die Vor­richtung, und

    Fig. 2 eine Längsschnittdarstellung der linken Hälfte der Vorrichtung.



    [0012] Die Vorrichtung besteht aus einem Gaszufuhrrohr 19, das eine Mehrzahl von nebeneinander angeordneten, auf die Innenfläche der - nicht gezeigten - Kalanderwalze ge­richteten Gasdüsen 2 trägt und diese mit einem Gas/­Luft-Gemisch versorgt. Die Gasdüsen 2 sind dabei in einer Sekundärluft-Kammer 3 angeordnet, die über einen Sekundärluft-Anschluß 10 mit Sekundärluft versorgt wird.

    [0013] In der Zeichnung ist nur die linke Hälfte - teilweise unterbrochen - der gesamten Anordnung dargestellt, wobei die Trennwand 7 die Mitte der Anordnung bildet.

    [0014] Von beiden Seiten ist in das Gaszufuhrrohr 19 ein Schieber 4 eingeschoben, der nach innen hin abgeflacht ausgebildet ist. Der Schieber 4 definiert so eine Ge­mischverteilerkammer 6 unterhalb der Gasdüsen 2 derart, daß die oberhalb des inneren Endes des Schiebers 4 angeordneten Gasdüsen mit einer großen Gasmenge ver­sorgt werden, die weiter nach außen angeordneten Gasdü­sen 2 dagegen mit zunehmend geringerer Gasmenge. Durch ein Verschieben des Schiebers 4 in das Gaszufuhrrohr hinein kann also bewirkt werden, daß die außen angeord­neten Gasdüsen 2 nicht mit Gas versorgt werden, die sich daran anschließenden Gasdüsen mit wenig und die weiter nach innen liegenden Gasdüsen mit zunehmend mehr Gas versorgt werden.

    [0015] Die Gasdüsen 2 werden von einer Flammen-Schutzhaube 1 abgedeckt.

    [0016] Um das Verschieben des Schiebers 4 in dem Gaszufuhrrohr 19 derart, daß dieser im Bereich unterhalb der Kante der auf der Kalanderwalze aufliegenden Materialbahn steht, zu bewirken, ist eine Gewindespindelanordnung vorgesehen, die aus einer Handkurbel 17, einer mit der Handkurbel 17 verbundenen Spindelstange 18 und einer die Spindelstange 18 aufnehmenden, mit dem Schieber verbundenen Spindelmutter 5 besteht. Bei Verdrehen der Handkurbel 17 wird die Spindelmutter entsprechend in Drehung versetzt, was eine Axialverschiebung der Spin­delmutter 5 und damit des Schiebers 4 bewirkt. Zur Vermeidung einer Verklemmung aufgrund einer Wärme­einwirkung ist ein Kreuzgelenk 8 vorgesehen.

    [0017] Die Spindelstange 18 wird in einem mit einer Dichtung 12 versehen Flansch 11 geführt. Die Abdichtung der Spindelstange 18 erfolgt in der Stopfbuchse 15 durch die Packung 13, die von einer Feder 14 über eine Brille 16 vorgespannt wird.

    [0018] Die Gemischverteilerkammer 6 wird über den Gemisch-­Anschluß 9 durch das Gaszufuhrrohr 19 hindurch mit dem Gas/Luft-Gemisch versorgt, wobei dieses Gasgemisch die Düsen oberhalb des Bereiches des Schiebers ungehindert erreicht. Die Gasdüsen oberhalb des Bereichs, in dem der Schieber 4 verstärkt ausgebildet ist, erreicht nur eine zunehmend geringere Menge des Gas/Luft-Gemisches die Gasdüsen 2; die von den Gasdüsen erzeugte, auf die Kalanderwalze übertragene Energie nimmt somit in dem Bereich, in dem der Schieber 4 jeweils angeordnet ist, nach außen kontinuierlich ab.

    [0019] Die vorgeschlagene Vorsehung eines abgeschrägten, die Zufuhr des Gas/Luft-Gemisches zu den Gasdüsen bestim­menden Schiebers ermöglicht es so, die Wärmezufuhr zu der Kalanderwalze im Bereich der Ränder der auf der Walze aufliegenden Materialbahn den jeweiligen Erfor­dernissen entsprechend so zu steuern, daß das Auftreten entweder einer Überhitzung außerhalb des Bereichs der Materialbahn oder aber einer unzureichenden Erhitzung im Bereich der Kanten der Materialbahn vermieden wird.

    [0020] Die Erfindung eignet sich in besonders vorteilhafter Weise in Verbindung mit einem Verfahren und einer Vor­richtung zum Gasbeheizen von Kalanderwalzen mit ver­stellbarem Gaszufuhrrohr, wie es Gegenstand der gleich­zeitig eingereichten Patentanmeldung P 37 .. ... (An­waltsakte RX 1608) ist.

    [0021] Die in der vorstehenden Beschreibung, in der Zeichnung sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfin­dung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kom­bination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.

    1 Flammen-Schutzhaube

    2 Gasdüse

    3 Sekundärluft-Kammer

    4 Schieber

    5 Spindelmutter

    6 Gemischverteilerkammer

    7 Trennwand

    8 Kreuzgelenk

    9 Gemisch-Anschluß

    10 Sekundärluft-Anschluß

    11 Flansch

    12 Dichtung

    13 Packung

    14 Feder

    15 Stopfbuchse

    16 Brille

    17 Handkurbel

    18 Spindelstange

    19 Gaszufuhrrohr




    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Gasbeheizen von Kalanderwalzen, mit einer Mehrzahl von nebeneinander angeordneten, auf die Innenfläche der Kalanderwalzen gerichteten Gasdüsen (2) und einem mit den Gasdüsen (2) kommunizierenden Gaszufuhrrohr (19), gekennzeichnet durch zwei in dem Gaszufuhrrohr (19) verschiebbar geführte Schieber (4), die von dem Äußeren zum Inneren der Kalanderwalze abge­schrägt ausgebildet sind und so zu den jeweils oberhalb des inneren Bereichs der Schieber (4) angeordneten Gasdüsen (2) den Zutritt einer relativ großen Gasmenge und zu den jeweils oberhalb des äußeren Bereiches der Schieber (4) angeordneten Gasdüsen (2) den Zutritt einer zunehmend geringeren Gasmenge erlauben.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch auf die Schieber (4) wirkende und diese in dem Gaszu­fuhrrohr (19) verschiebende Gewindespindelanordnungen, jeweils bestehend aus einer Handkurbel (17), einer mit der Handkurbel (17) verbundenen Spindelstange (18) und einer die Spindelstange (18) aufnehmenden, mit dem Schieber (4) verbundenen Spindelmutter (5).
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Spindelstange (18) mit einem Kreuzgelenk (8) versehen sind.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Handkurbel (17) mit einer die Position des zugehörigen Schiebers (4) in dem Gaszu­fuhrrohr (19) angebenden Skala versehen ist.
     
    5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprü­che, gekennzeichnet durch eine in der Mitte der Kalan­derwalze angeordnete, das Gaszufuhrrohr unterteilende Trennwand (7).
     
    6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprü­che, gekennzeichnet durch Servomotoren mit Positionsge­bung, die im Rahmen einer frei programmierbaren Steue­rung und Breitenerfassung der zugeführten Ware die Handkurbeln (17) ersetzen.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht