(19)
(11) EP 0 288 690 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.11.1988  Patentblatt  1988/44

(21) Anmeldenummer: 88103088.6

(22) Anmeldetag:  01.03.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D01H 13/18
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR IT LI

(30) Priorität: 30.04.1987 DE 3714548

(71) Anmelder: Zinser Textilmaschinen GmbH
D-73061 Ebersbach/Fils (DE)

(72) Erfinder:
  • Lattner, Manfred
    D-7333 Ebersbach-Sulpach (DE)
  • Nickolay, Helmut, Dipl.-Ing.
    D-7336 Uhingen (DE)

(74) Vertreter: Schieschke, Klaus, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Dipl.-Ing. E. Eder Dipl.-Ing. K. Schieschke Elisabethstrasse 34
D-80796 München
D-80796 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Luntenstop-Vorrichtung am Streckwerk einer Spinnmaschine


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf eine Luntenstop-Vorrichtung am Streckwerk 1 einer Spinnmaschine, mit einem bei Faden­bruch zwischen Eingangsoberwalze und Eingangsunterwalze des Streckwerkes eintretenden Klemmelement 5, welches die Walzen 2 voneinander trennt, die Lunte 15 gegen die Oberwalze drückt und über einen Hebelarm 6 mit einem Mitnehmer 7 an einer unterhalb des Streckwerkes 1 angeordneten Betätigungs­stange 8 verbunden ist. Erfindungsgemäß ist der Mitnehmer 7 an einem auf der Betätigungsstange 8 verschiebbaren und feststellbaren Schlitten 12 angeordnet.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Luntenstop-Vorrichtung am Streckwerk einer Spinnmaschine, mit einem bei Fadenbruch zwischen Eingangsoberwalze und Eingangsunterwalze des Streckwerkes eintretenden Klemmelement, welches die Walzen voneinander trennt, die Lunte gegen die Oberwalze drückt und über einen Hebelarm mit einem Mitnehmer an einer unterhalb des Streckwerkes angeordneten Betätigungsstange verbunden ist.

    [0002] Es ist Stand der Technik, bei Streckwerken entsprechend dem zu verarbeitendem Fasermaterial die Abstände zwischen den einzelnen Walzenpaaren zu verändern. Hierbei war es schwie­rig, die Funktion der Luntenstop-Vorrichtung auch bei verän­derten Walzenabständen des Streckwerkes beizubehalten. Insbesondere muß auch der Mitnehmer auf der Betätigungsstange entsprechend verstellt werden. Hierbei muß die Betätigungsstange lang genug sein, um den Mitnehmer auch in der vordersten Stellung des Walzenpaares haltern zu können - sie darf aber andererseits nicht so lang sein, daß sie in der hintersten Stellung des Walzenpaares mit Teilen dieses Walzenpaares, insbesondere mit deren Unterriemchen, in Berührung kommt.

    [0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Luntenstop-­Vorrichtung so zu gestalten, daß ihre volle Funktionsfähig­keit insbesondere auch in den extremen Abständen der Walzenpaare eines Streckwerkes an einer Spinnmaschine gegeben ist.

    [0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Mitnehmer an einem auf der Betätigungsstange verschiebbaren und feststellbaren Schlitten angeordnet ist. Es ergibt sich hierdurch der Vorteil, daß der Schlitten auf der Betäti­gungsstange entsprechend des gewünschten Walzenabstandes der einzelnen Walzenpaare des Streckwerkes verschoben und fest­gestellt werden kann, so daß trotz unterschiedlicher Walzen­paarabstände die volle Funktionsfähigkeit der an sich be­kannten Luntenstop-Vorrichtung beibehalten ist.

    [0005] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der Mitnehmer auf dem Schlitten bezüglich der Längsachse der Betätigungs­stange asymmetrisch angeordnet sein, wobei der Schlitten hinsichtlich seiner Längsachse um 180° gewendet auf der Betätigungsstange anordenbar und feststellbar ist. Durch diese um 180° gewendete Anordnung des Mitnehmers auf der Be­tätigungsstange mit dem asymmetrisch verschobenen Mitnehmer ist es möglich, auch extreme Walzenpaarabstände des Streck­werkes zu erfassen, d.h. auch bei extremen Walzenpaarabstän­den wird die Funktionsfähigkeit der Luntenstop-Vorrichtung nicht beeinträchtigt.

    [0006] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Mitnehmer im Endbereich einer Schlittenseite angeordnet sein. Weiter hin besteht die Möglichkeit, daß der Hebelarm gabelförmig ausgebildet ist, wobei die Betätigungsstange zwischen den beiden gabelförmigen Enden des Hebelarmes mit dem Schlitten in Verbindung steht.

    [0007] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:

    Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Streckwerkes, teils im Schnitt, mit sehr weit zurückgestelltem Ein­gangswalzenpaar,

    Fig. 2 die Ausführungsform nach Fig. 1 mit sehr weit in den Bereich des Mittelwalzenpaares vorgeschobenem Ein­gangswalzenpaar.



    [0008] Nach Fig. 1 weist ein Streckwerk 1 im wesentlichen ein Ein­gangswalzenpaar 2, ein mittleres Walzenpaar 3 mit Oberriem­chen 10 und Unterriemchen 11 sowie ein Ausgangswalzenpaar 4 auf. Das Oberriemchen 10 und das Unterriemchen 11 sind in an sich bekannter, jedoch nicht näher dargestellter Weise ge­führt.

    [0009] Im Bereich der Unterwalze 16 des Eingangswalzenpaares 2 ist ein Klemmelement 5 einer Luntenstop-Vorrichtung vorgesehen. Dieses kann bei Fadenbruch der Lunte 15 zwischen die Ein­gangsoberwalze 17 und die Eingangsunterwalze 16 eintreten und die beiden Walzen voneinander trennen. Hierbei wird die Lunte 15 gegen die Eingangsoberwalze 17 des Walzenpaares 2 gedrückt.

    [0010] Diese vorgenannte Bewegung des Klemmelements 5 der Lunten­stop-Vorrichtung wird durch einen Hebelarm 6 ausgelöst, wel­cher mit einer Betätigungsstange 8 in Verbindung steht, die in einem Lagerteil 9 des Streckwerkes hin- und her ver­schiebbar gelagert ist. Auf dieser Betätigungsstange 8 ist ein Schlitten 12 angeordnet, welcher einen Mitnehmer 7, bei­spielsweise in Form einer Ausnehmung 13 besitzt. Der Hebel­arm 6 des Klemmelements 5 greift hierbei in den Mitnehmer 7, d.h. die Ausnehmung 13 des Schlittens 12, wodurch bei Bewe­gung der Betätigungsstange 8 ein Schwenken des Klemmelements 5 der Luntenstop-Vorrichtung über den Hebelarm 6 erfolgt.

    [0011] Wie ersichtlich, ist der Mitnehmer 7 auf dem Schlitten 12 bezüglich der Längsachse der Betätigungsstange 8 asymme­trisch angeordnet, befindet sich also bei der Position nach Fig. 1 im rechten Bereich des Schlittens 12, wodurch verhindert wird, daß der Schlitten 12 in dieser Stellung mit dem Lagerteil 9 in Berührung kommt.

    [0012] Der Schlitten 12 ist über eine schematisch dargestellte Klemmschraube 14 auf der Betätigungsstange 8 feststellbar.

    [0013] Wird nun nach Fig. 2 der Abstand der Walzenpaare 3 gegenüber 4 und 2 gegenüber 3 verändert, so läßt sich nach Lösen der Klemmschraube 14 der Schlitten 12 auf der Betätigungsstange 8 sehr weit nach links verschieben, wobei in der Extremlage die Möglichkeit besteht, daß der Schlitten 12 bezüglich sei­ner Längsachse um 180° gewendet auf der Betätigungsstange mit Hilfe der Klemmschraube 14 fest arretiert wird. Durch die 180°-Wendung des Schlittens 12 ist nunmehr der Mitnehmer 7 im linken Bereich des Schlittens, wobei der Mitnehmer 7 über das Ende der Betätigungsstange 8 hinaustritt, die - wie aus Fig. 1 ersichtlich - in ihrer Länge notwendigerweise beschränkte Betätigungsstange 8 also sozusagen verlängert wird. So ist es möglich, das Eingangswalzenpaar 2 sehr nahe an das mittlere Walzenpaar 3 heranzubringen, wenn dies technologisch erforderlich ist.

    [0014] Der Hebelarm 6 des Klemmelements 5 der Luntenstop-Vorrich­tung kann in nicht näher dargestellter Weise gabelförmig ausgebildet sein, wobei die Betätigungsstange 8 zwischen den beiden gabelförmigen Enden des Hebelarms 6 mit dem Schlitten 12 verbunden ist, d.h. in dessen Mitnehmer 7 eingreift.

    [0015] Durch die spezielle Gestaltung des Schlittens 12, welcher auf der Betätigungsstange 8 verschiebbar und um 180° gewen­det feststellbar ist, wird auf einfache Weise gewährleistet, daß auch bei unterschiedlichen Walzenpaarabständen des Streckwerkes stets die volle Funktionsfähigkeit der Lunten­stop-Vorrichtung am Streckwerk der Spinnereimaschine gegeben ist.


    Ansprüche

    1. Luntenstop-Vorrichtung am Streckwerk einer Spinnmaschine, mit einem bei Fadenbruch zwischen Eingangsoberwalze und Eingangsunterwalze des Streckwerkes eintretenden Klemm­element, welches die Walzen voneinander trennt, die Lunte gegen die Oberwalze drückt und über einen Hebelarm mit einem Mitnehmer an einer unterhalb des Streckwerkes ange­ordneten Betätigungsstange verbunden ist, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Mitnehmer (7) an einem auf der Betäti­gungsstange (8) verschiebbaren und feststellbaren Schlit­ten (12) angeordnet ist.
     
    2. Luntenstop-Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Mitnehmer (7) auf dem Schlitten (12) bezüglich der Längsachse der Betätigungsstange (8) asym­metrisch angeordnet ist und daß der Schlitten (12) bezüg­lich seiner Längsachse um 180° gewendet auf der Betäti­gungsstange (8) anordenbar und feststellbar ist.
     
    3. Luntenstop-Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Mitnehmer (7) im Endbereich einer Schlittenseite angeordnet ist.
     
    4. Luntenstop-Vorrichtung nach einem der vorhergehenden An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebelarm (6) ga­belförmig ausgebildet ist, wobei die Betätigungsstange (8) zwischen den beiden gabelförmigen Enden des Hebelarms (6) mit dem Schlitten (12) verbunden ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht