[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie
eine Vorrichtung , mit der das Verfahren ausführbar ist.
[0002] Zum serienweisen Beschichten von Werkstücken wie z.B. der Rohkarossen von Kraftfahrzeugen
können bekanntlich Lackierroboter oder sonstige von einem Bearbeitungsprogramm gesteuerte
Sprühvorrichtungen verwendet werden, deren Programm einer Vielzahl von einzelnen Farbauftreffpunkten
, die von dem Roboter während der Beschichtung angefahren werden, zugeordnete Steuerinformationen
enthält. Hierzu gehören nicht nur die Bewegungssteuerdaten, sondern auch Informationen
über die benötigte Farbmenge und im Falle mit Luft arbeitender Spritzpistolen auch
über die benötigten Zerstäuberluft- und ggf. Lenkluftmengen. Außerdem werden Informationen
über bestimmte Verzögerungszeiten gespeichert, mit denen Schaltbefehle des Programms
zum Ein- und Ausschalten des Farbventils der Spritzpistole und deren Farbmengendosiereinrichtung
ausgeführt werden sollen. Dadurch werden die unterschiedlichen Ansprechzeiten der
Spritzpistole für das Öffnen und Schließen des Farbventils und für das Ein- und Ausschalten
der Farbmengendosierung berücksichtigt und die tatsächlichen Schaltzeitpunkte so
eingestellt, daß im Laufe der Roboterbewegung genau an den vorbestimmten Stellen der
Karosse die richtigen Bedingungen herrschen. Beispielsweise müssen wegen der unvermeidbaren
Ansprechverzögerungen Schaltbefehle schon erteilt werden, bevor der Roboter einen
gewünschten Farbauftreffpunkt erreicht , und ähnlich müssen Abschaltbefehle bereits
erteilt werden, wenn sich der Roboter noch an einer zu beschichtenden Stelle befindet.
[0003] Bei gegebenem Ansprechverhalten der Sprühvorrichtung können die für das Programm
benötigten Verzögerungsinformationen ohne besondere Schwierigkeiten gefunden werden.
Die im Programm gespeicherten Verzögerungsinformationen stimmen aber dann nicht mehr
mit den tatsächlichen Verhältnissen überein, wenn sich das Ansprechverhalten im Laufe
der Zeit ändert, was aus verschiedenen Gründen wie z.B. Reibungsänderungen oder Verschleiß
der sich bewegenden Teile der Sprühvorrichtung, Auswechseln der Sprühvorrichtung
oder von Einzelteilen usw. möglich und häufig unvermeidbar ist. Aus diesen Gründen
verschlechterte sich bisher die Beschichtungsqualität im Laufe der Zeit, worauf die
Verzögerungszeiten in mühsamem Handbetrieb neu eingestellt bzw. programmiert werden
mußten.
[0004] Aus ähnlichen Gründen können sich auch Probleme in den Farbzufuhrleitungen der Sprühvorrichtung
ergeben, die üblicherweise eine Förderpumpe enthalten, welche bei abgeschalteter
Sprühvorrichtung in einen die Pumpe überbrückenden Rückführungskreis fördert, damit
beim Öffnen des Farbnadelventils der Sprühvorrichtung sofort der benötigte Druck zur
Verfügung steht. Der Rückführungskreis enthält ein Ventil, das beim Schließen des
Farbnadelventils selbsttätig geöffnet und beim Öffnen des Farbnadelventils geschlossen
wird. Bisher wurde hierfür ein Überdruckventil verwendet. Damit kein unerwünschter
Über- oder Unterdruck in den Farbzufuhrschläuchen entsteht, wäre es wünschenswert,
das Ventil des Rückführungskreises zu genau auf das Öffnen und Schließen des Farbnadelventils
abgestimmten Zeitpunkten durch äußere Signale zu schalten. Die eingestellten Schaltzeiten
des Rückführungskreises würden aber bei Änderungen des Ansprechverhaltens der Sprühvorrichtung
nicht mehr den tatsächlichen Bedingungen entsprechen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren bzw. eine geeignete Vorrichtung
zu schaffen, mit denen auch bei sich änderndem zeitlichen Ansprechverhalten eines
Ventils oder sonstigen gesteuerten Teils der Sprühvorrichtung eine gleichmäßig gute
Beschichtungsqualität gewährleistet werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird durch das im Anspruch 1 gekennzeichnete Verfahren gelöst.
[0007] Anhand der Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Zeitdiagramm mit den Schaltzeiten verschiedener Ventile des Sprühsystems;
und
Fig. 2 ein Beispiel eines Farbnadelventils, dessen Betätigungsdauer gemessen werden
kann.
[0008] Das in Fig. 1 dargestellte Zeitdiagramm gilt für ein System beispielsweise zum selbsttätigen
serienweisen Beschichten von Kraftfahrzeugkarossen unter Verwendung eines programmierten
Lackierroboters. Die von dem Roboter betätigte Sprühvorrichtung soll aufgrund eines
von der Robotersteuerung zur Zeit t₀ erzeugten Schaltbefehls FN zunächst ein- und
später wieder ausgeschaltet werden. Der Schaltbefehl FN veranlaßt eine gesonderte,
z.B. einen Mikroprozessor enthaltende Zeitsteuereinheit, nach einer voreingestellten
Wartezeit zum Zeitpunkt t₁ das eigentliche Einschaltsignal für das Farbnadelventil
der Sprühvorrichtung zu liefern, wie die Kurve FN′ zeigt. Aufgrund der unvermeidbaren
Ansprechverzögerung wird das Farbnadelventil aber erst nach einer gewissen Farbnadelzeit
T8 tatsächlich geöffent, die gemäß dem hier beschriebenen Verfahren überwacht und
gemessen werden soll. Nach der Farbnadelzeit T8 wird vom Farbnadelventil zum Zeitpunkt
t₂ in einer noch zu beschreibenden Weise (vgl. Fig. 2) ein Rückmeldesignal erzeugt.
Nach der Farbflugzeit T6 trifft die Farbe zum Zeitpunkt t₃ auf der zu beschichtenden
Karosse auf. Die Gesamtzeit zwischen t₀ und t₃ ist die im Roboterprogramm als Prozeßparameter
vorgesehene Einschaltzeit (Vorhaltezeit) T0 des Farbnadelventils.
[0009] Ähnlich ist die ebenfalls als Prozeßparameter benötigte Ausschaltzeit T1 des Farbnadelventils
erkennbar. Sie setzt sich zusammen aus der Zeit zwischen Verschwinden des übergeordneten
Einschaltbefehls FN zum Zeitpunkt t₄ und des von der Zeitsteuereinheit erzeugten Schaltsignals
FN′ zum Zeitpunkt t₅, der Abschaltverzögerungszeit des Farbnadelventils, die hier
als gleich der gemessenen Einschalt-Farbnadelzeit T8 angenommen wird, sowie wieder
der Farbflugzeit T6. Zum Zeitpunkt t₆ endet also die Beschichtung der Karosse.
[0010] In Fig. 1 sind ferner die Einschaltzeiten T2 und T4 und die Ausschaltzeiten T3 bzw.
T5 von zwei im Farbzufuhrsystem der Sprühvorrichtung befindlichen Drosselventilen
dargestellt, die ebenfalls von der Zeitsteuereinheit durch Schaltsignale D1 bzw. D2
betätigt werden. Diese beiden Drosselventile befinden sich in Rückführungskreisen,
welche jeweils eine Förderpumpe in parallelen Farbzufuhrleitungen für unterschiedliche
Farben überbrücken, und sollen für stets gleichmäßigen Druck in den Farbzufuhrschläuchen
vor und nach dem Öffnen und Schließen des Farbnadelventils sorgen. Damit dieses Ziel
erreicht wird, müssen die Ein- und Ausschaltzeiten der Drosselventile genau auf die
Schaltzeitpunkte und Verzögerungszeiten des Farbnadelventils abgestimmt sein. Die
Schaltzeitpunkte können beispielsweise durch entsprechenden Versuchsbetrieb ermittelt
werden.
[0011] Die Drosselschaltzeiten liegen bei dem in Fig. 1 dargestellten Beispiel vor den
Farbnadelschaltzeiten. In anderen Fällen kann es sich aber z.B. aufgrund anderer Ventilkonstruktionen
oder Leitungsverhältnisse als notwendig erweisen, die Drosselventile zeitlich nach
dem Farbnadelventil zu schalten.
[0012] Ein Problem kann sich durch selbsttätige, beispielsweise auf Reibungsänderungen oder
Verschleiß beruhenden Änderungen der tatsächlichen Farbnadelzeit T8 im Laufe der
Zeit ergeben. Wenn die Farbnadelzeit T8 kürzer oder länger ist als der beim Programmieren
des Roboters und bei den Einstellungen der Zeitsteuereinheit ZST zugrundegelegte
Wert, ergeben sich nicht mehr oder weniger große Beschichtungsfehler an der Karosse.
Daneben können auch Druckfehler im Leitungssystem auftreten, weil die Schaltzeiten
der Drosselventile nicht mehr auf die tatsächlichen Öffnungs- und Schließzeiten des
Farbnadelventils abgestimmt sind.
[0013] Zur Lösung dieses Problems ist in dem hier beschriebenen System eine theoretisch
errechnete maximal zulässige Farbnadelzeit T7 zugrundegelegt, deren Dauer von der
gemessenen Zeit T8 nicht überschritten werden darf. Im Normalbetrieb ist die Dauer
von T8 kürzer als T7, und damit das Farbnadelventil genau zum richtigen Zeitpunkt
t₂ geöffnet wird, schaltet die Zeitsteuereinheit das Farbnadelventil um eine der Differenz
entsprechende Zeitspanne dt später ein, als es bei Zugrundelegung der theoretischen
Farbnadelzeit T7 der Fall wäre.
[0014] Wenn nun durch Messung der tatsächlichen Farbnadelzeit T8 eine Änderung ihrer früher
gemessenen Dauer festgestellt wird, kann diese Änderung in der Farbsteuereinheit durch
vorzugsweise selbstttätiges Anpassen der Zeitspanne dt kompensiert werden.
[0015] Wenn sich die gemessene Farbnadelzeit T8 im Laufe der Zeit so vergrößert, daß sie
nicht mehr durch Verringerung von dt kompensiert werden kann, d.h. die Zeitspanne
dt gegen Null gehen oder negativ werden und die Farbnadelzeit T8 gleich oder größer
als T7 würde, dann wird von der Zeitsteuereinheit ein Alarmsignal erzeugt und unter
gleichzeitiger Öffnung der Drosselventile das Farbnadelventil gesperrt. Bevor dies
geschieht, besteht die Möglichkeit, zunächst ein Warnsignal zu erzeugen, sobald sich
der gemessene Wert der Farbnadelzeit T8 einer kritischen Grenze nähert.
[0016] Es kann zweckmäßig sein, in der Steuereinheit die laufend gemessene Farbnadelzeit
T8 nicht direkt mit dem gespeicherten Normalwert entsprechend der Zeit T7 zu vergleichen,
sondern aus einer Mehrzahl jeweils letzter Messungen zunächst einen Mittelwert zu
bilden. Erst wenn dieser Mittelwert die betreffende Grenze überschreitet, werden
die Warn- bzw. Alarmsignale erzeugt.
[0017] Die im Rahmen der Kompensation durch die Zeitspanne dt möglichen Einschaltzeitpunkte
t₁ sollen bei dem in Fig. 1 gezeigten Beispiel früherer Drosselschaltzeiten nicht
vor Ablauf einer Zeitspanne max(T2,T4) nach dem Zeitpunkt t₀ liegen, die der maximal
möglichen Einschaltzeit T2 bzw. T4 der Drosselventile entspricht. Beim Abschalten
wird die maximal mögliche Zeitspanne max(T3,T5) der Abschaltzeiten der Drosselventile
bei der Wahl der Zeitpunkte t₄ und t₅ berücksichtigt.
[0018] Bei dem ebenfalls möglichen Fall der Drosselventilbetätigung nach der Farbventilbetätigung
kann sich die Kompensationszeitspanne dt dagegen unmittelbar an den Zeitpunkt der
Erzeugung des Schaltbefehls FN durch die Programmsteuerung anschließen, und zwar
sowohl beim Einschalten als auch beim Ausschalten.
[0019] Die sich ggf. ändernde Farbnadelzeit T8 und die von der Zeitsteuereinheit zur Kompensation
entsprechend nachgeführte Zeitspanne dt können vom Bedienungspersonal laufend mit
Hilfe eines Bildschirms überwacht werden, der über eine Schnittstelle an die Zeitsteuereinheit
angeschlossen sein kann. Über diese Schnittstelle können auch die erforderlichen
Zeiten eingestellt und geändert werden.
[0020] Die anhand von Fig. 1 beschriebene Kompensationsmethode mit dem durch die Zeit T7
gebildeten Zeitfenster erfordert relativ wenig Steueraufwand. Es ist aber auch denkbar,
aufgrund der ständigen Messung der tatsächlichen Verzögerungszeit des Farbnadelventils,
deren Meldung an das Steuersystem und des Vergleiches mit einem gespeicherten Normalwert
kontinuierlich oder stufenweise das gesamte Steuerprogramm an die gemessene Zeit anzupassen,
d.h. insbesondere die programmgemäße Vorhaltezeit des Farbnadelventils laufend zu
ändern. In anderen Fällen kann es zweckmäßiger sein, lediglich die eingestellten Schaltzeiten
von Zeit zu Zeit zur Anpassung an den gemessenen Verzögerungswert von Hand zu ändern.
Auch Kombinationen zwischen den erwähnten Möglichkeiten sind denkbar.
[0021] In Fig. 2 ist in teilweise vereinfachter Darstellung ein Teil eines Farbnadelventils
dargestellt, in das ein Sensor 1 eingebaut ist, mit dem die tatsächliche Farbnadelzeit
T8 (Fig.1) gemessen werden kann. Darstellungsgemäß ist die Farbnadel 2 an ihrem hinteren
(rechten) Ende in einem Kolben 4 befestigt, der axial in einer entsprechend bemessenen
Ausnehmung des Gehäuses 3 des Farbnadelventils verschiebbar gelagert ist. Zwischen
dem Kolben 4 und der Gehäusewand ist eine ringförmige Dichtung 5 angeordnet. Das vordere
(linke) Ende der Farbnadel 2 wirkt mit einer nicht dargestellten Farbdüse zusammen
und öffnet oder schließt diese je nach der axialen Nadelstellung. Aus der dargestellten
Ruheposition, in der das Ventil geschlossen ist, kann die Farbnadel durch Beaufschlagung
der einen (linken) Seite des Kolben 4 mit Druckluft z.B. gegen die Kraft einer Druckfeder,
die zwischen der anderen Kolbenseite und der dem Kolben zugewandten Fläche eines Deckelteils
6 des Gehäuses 3 sitzen kann, in die Öffnungsposition geschoben werden, wie durch
den Pfeil 7 angedeutet ist.
[0022] Derartige Ventilkonstruktionen sind an sich bekannt und üblich. Abweichend von konventionellen
Konstruktionen gleitet jedoch der Kolben 4 mit einer zentralen axialen Bohrung auf
einem beispielsweise hohlzylindrischen Vorsprung 8 des Deckelteils 6, in den achsgleich
mit der Farbnadel 2 der erwähnte Sensor 1 eingesetzt ist. Der Sensor 1 ist ein Annäherungsschalter
mit einer quer zur Achse verlaufenden Sensorfläche 9, die der zu ihr parallelen, die
Bohrung des Kolbens 4 begrenzenden Stirnflächen 10 der Farbnadel 2 gegenüberliegt.
Der der Stirnfläche 10 zugewandte Rand des Vorsprungs 8 kann als Anschlagfläche für
die Stirnfläche 10 dienen und wenigstens annähernd in derselben Ebene liegen wie die
Sensorfläche 9.
[0023] Der Sensor 1 kann axial justierbar in den Vorsprung 8 eingesetzt , z.B. eingeschraubt
sein und nach Abnahme des Deckelteils 6 vom Gehäuse 3 ausgewechselt werden. Wenn die
Farbnadel 2 durch Druckluft in ihre entsprechende (rechte) Endstellung zum Öffnen
des Ventils bewegt wird, erzeugt der Sensor 1 aufgrund der Annäherung der Stirnfläche
10 der Farbnadel 2 an die Sensorfläche 9 ein elektrisches Rückmeldesignal, das an
durch Öffnungen des Deckelteils 6 nach außen geführten Anschlußleitungen 11 des Sensors
1 zur Verfügung steht.
[0024] Die Beaufschlagung des Kolbens 4 zur Betätigung des Farbnadelventils erfolgt in ebenfalls
an sich bekannter Weise durch Öffnung eines (nicht dargestellten) Druckluftventils
unter Steuerung eines Einschaltsignals gemäß FN′ in Fig. 1. Die mit Hilfe des Sensors
1 zu messende Verzögerungsdauer der Ventilbetätigung , also die Farbnadelzeit T8
ist die Zeitdauer zwischen der Erzeugung dieses Einschaltsignals zur Zeit t₁ und dem
zur Zeit t₂ an den Anschlußleitungen 11 erscheinenden Rückmeldesignal.
[0025] Eine derartige Messung der Betätigungsverzögerung ist nicht nur bei Farbnadelventilen
möglich, sondern in gleicher oder ähnlicher Weise auch bei anderen gesteuerten Elementen
des Beschichtungssystems , insbesondere bei Ventilen von Dosiereinrichtungen, Druckluftsystemen
usw.
[0026] Anhand von Fig.1 wurde nur die zeitlich genau auf das Ein- und Ausschalten von Drosselventilen
des Farbzufuhrsystems oder dessen Farbmengendosiereinrichtung abgestimmte Betätigung
des Farbnadelventils erläutert. In einem programmgesteuerten Beschichtungssystem
, für das die Erfindung bestimmt ist, kann es aber auch auf die zeitrichtige Steuerung
anderer Elemente in Abhängigkeit voneinander ankommen. Beispielsweise gibt es Zerstäuber,
bei denen während des Absprühens der Farbe kontinuierlich entsprechend der Farbmenge
bemessene Steuerluft und ggf. sonstige Steuerparameter benötigt werden. Beim Ablauf
des Programms werden die gelesenen Steuerbefehle zum Einstellen der Farbmenge und
der Luftmenge usw. vom Robotersteuersystem an ein Parametersteuersystem abgegeben,
das seinerseits die Regler oder Einstellglieder für die betreffenden Parameter steuert.
Eine Verbesserung der Programmsteuerung läßt sich erreichen, wenn man hierbei die
unterschiedlichen Vorhaltzeiten für z.B. durch Ventile unterschiedlich schnell änderbaren
Beschichtungsparameter berücksichtigt. Insbesondere sprechen die z.Zt. verwendeten
Farbmengenregler bei einer Beschichtungsvorrichtung für Fahrzeugkarossen schneller
auf einen Änderungsbefehl an als die z.Zt. verwendeten Luftmengenregler. Würde man
die gelesenen Steuerbefehle für Farbmenge und Luftmenge gleichzeitig an die betreffenden
Regler abgeben, könnten sich zunächst falsche Sprühbedingungen ergeben, weil für
die eingestellte Farbmenge noch nicht sofort die richtigen Luftwerte erreicht werden.
Entsprechendes kann für andere Parameter gelten. Aus diesem Grund können erfindungsgemäß
beim Ablauf des Steuerprogramms vom Robotersteuersystem stets mindestens zwei verschiedene
Übergabesignale erzeugt werden. Das eine Signal, das die Einstellung des schneller
änderbaren Parameters (Farbmenge) steuert, wird beim Durchfahren der Bewegungsbahn
des Roboters zeitlich früher an das Parametersteuersystem abgegeben als das andere
Signal, und/oder das Parametersteuersystem übergibt den Steuerbefehl schneller, d.h.
zeitlich früher an den zugehörigen (Luftmengen-)Regler. Das Ergebnis ist dann eine
im wesentlichen gleichzeitige Einstellung oder Änderung der Beschichtungsparameter.
Durch die verschiedenen Übergabesignale kann die Charakteristik der Regelkreise der
betreffenden Parameter optimiert werden.
1. Verfahren zum selbsttätigen serienweisen Beschichten von Werkstücken unter Verwendung
einer von einem gespeicherten Bearbeitungsprogramm gesteuerten Sprühvorrichtung insbesondere
eines Lackierroboters,
wobei während der Ausführung des Programms Schaltsignale zum Steuern der Sprühvorrichtung,
insbesondere zum Ein- und Ausschalten eines Farbventils und/oder einer Farbmengendosiereinrichtung,
zu vorbestimmten Zeitpunkten erzeugt werden, die dem Programm zugeordneten Vorhalte-
oder Verzögerungszeitinformationen entsprechen, welche die Relativbewegungen zwischen
Sprühvorrichtung und Werkstück und das mechanische Ansprechverhalten der Sprühvorrichtung
berücksichtigen,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Ausführung des Bearbeitungsprogramms die tatsächliche Verzögerungsdauer
zwischen dem Schaltsignal und dem Ansprechen des gesteuerten Elementes der Sprühvorrichtung
gemessen wird,
daß der gemessene Verzögerungswert selbsttätig mit einem gespeicherten Normalwert
verglichen wird, der den Zeitinformationen des Programms entspricht,
und daß bei einer unzulässigen Abweichung der gemessenen Verzögerungsdauer von dem
gespeicherten Normalwert ein Alarmsignal erzeugt wird und/oder die vom Programm gesteuerten
Zeiten so geändert werden, daß sie den gemessenen Verzögerungswert berücksichtigen.
2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zeitpunkt (t₁) der Erzeugung
des Schaltsignals (FN′) von einer Zeitsteuereinheit selbsttätig zur Kompensation von
Änderungen des laufend gemessenen Verzögerungswertes (T8) in entsprechendem Maße
kontinuierlich oder stufenweise vorverlegt bzw. verzögert wird.
3) Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Alarmsignal
erzeugt wird, wenn die Abweichung eine vorbestimmte Grenze (Fenster) überschreitet.
4) Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verzögerungsdauer zwischen dem Schaltsignal und einem Signal gemessen wird, das erzeugt
wird, wenn ein sich bewegendes Element der Sprühvorrichtung eine vorbestimmte Stellung
erreicht.
5) Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die vorbestimmte Stellung
die Öffnungsstellung eines Ventils ist.
6) Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Beschichtungsmaterial der Sprühvorrichtung über eine Leitung mit einer Förderpumpe
zugeführt wird, die durch einen ein Drosselventil enthaltenden Rückführungskreis
überbrückt ist,
daß das Drosselventil durch zu vorbestimmten Vorhalt- oder Verzögerungszeitspannen
vor bzw. nach dem Schaltsignal (FN′) der Sprühvorrichtung erzeugte Signale (D1,D2)
betätigt wird,
und daß diese Zeitspannen bei Änderungen der Verzögerungsdauer der Sprühvorrichtung
entsprechend geändert werden.
7) Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Ausführung des Programms mindestens zwei verschiedene Übergabesteuersignale
für schneller bzw. langsamer änderbare Beschichtungsparameter erzeugt werden, und
daß das die Einstellung der Parameter steuernde System aus dem Programm gelesene Steuerbefehle
zum Einstellen der langsamer änderbaren Parameter zeitlich früher empfängt und/oder
schneller an ein zugehöriges Einstellglied übergibt als die anderen Steuerbefehle
, so daß die Wirkung der unterschiedlichen Beschichtungsparameter zeitlich zusammenfällt.
8) Sprühvorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
7,
mit einem Ventil,das ein durch eine insbesondere pneumatische Steuereinrichtung zwischen
zwei Endstellungen, in denen das Ventil offen bzw. geschlossen ist, bewegbares Ventilglied
enthält,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Ventil einen Sensor (1) enthält, der ein Signal erzeugt, wenn das Ventilglied
(2) eine Endstellung erreicht.
9) Sprühvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (1) ein
elektrischer Annäherungsschalter ist, dessen Sensorende einer Stirnfläche (10) am
Ende des Ventilgliedes (2) zugewandt ist.
10) Sprühvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensorfläche
(9) des Annäherungsschalters wenigstens annähernd in der Ebene einer Anschlagfläche
für das rückwärtige Ende des Ventilgliedes (2) liegt.
11) Sprühvorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor
(1) axial justierbar und auswechselbar in das Ventilgehäuse (3,6) eingebaut ist.