[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zuführen von Munition aus einem Munitionsbehälter
zu einer automatischen Feuerwaffe. Insbesondere sollen zwei Sorten von Munition zugeführt
werden.
[0002] Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art (siehe CH-PS 379 969 entspr. DE-AS 1 112
427) sind in einem Munitionsmagazin für automatische Feuerwaffen in Ladestreifen zusammengefasste
Patronensätze übereinanderliegend geschichtet, wobei sich der unterste Patronensatz
auf einer beweglichen Tragfläche abstützt. In diesem Munitionsmagazin ist eine Fördervorrichtung
vorgesehen, welche beim Schiessen die einzelnen Ladestreifen senkrecht zu den einzelnen
Schichten gegen die Tragfläche schiebt. Diese Tragfläche wird aus den Schraubenflächen
von zwei Führungsflächen gebildet, welche in Antriebsverbindung mit der darüberliegenden
Fördervorrichtung steht.
[0003] Bei einer anderen bekannten Vorrichtung dieser Art (siehe DE-AS 1 026 201) ist ein
drehbares Trommelmagazin vorhanden, mit einer Fördervorrichtung, welche die Patronen
nach unten aus dem Trommelmagazin auskämmt und auf einer feststehenden Grundplatte
angeordnet ist. Diese Fördervorrichtung ist als endlose, umlaufende, mit Mitnehmern
versehene Kette ausgebildet, die in Antriebsverbindung mit dem drehbaren Trommelmagazin
steht und eine Schräglage einnimmt, die mit der sich aus der Drehbewegung des Magazins
einerseits und der Bewegung der Patronen in der in Entleerung befindlichen Kammer
andererseits ergebenden resultierenden Bewegungsrichtung übereinstimmt.
[0004] Bei einer anderen bekannten Vorrichtung dieser Art (siehe US-PS 3 437 005) ist ein
flexibles Transportband zum Transport von Munition zwischen einer Schnellfeuerwaffe
(insbesondere Gatlingkanone) und einem ortsfesten Munitionsbehälter angeordnet. Dieses
Transportband ist sowohl biegbar als auch verdrehbar, um die Relativbewegung zwischen
Waffe und Behälter auszuhalten. Dieses Transportband enthält eine äussere Führung
und ein inneres schraubenförmiges Transportorgan zum Transport der Patronen vom Behälter
zur Waffe.
[0005] Gegenüber diesen bekannten Vorrichtungen unterscheidet sich die erfindungsgemässe
Vorrichtung durch folgende Merkmale:
a) Der Munitionsbehälter bewegt sich mit der Waffe um die Azimutachse, er bewegt sich
jedoch nicht bei der Elevation der Waffe.
b) Die Patronenachsen stehen senkrecht, wobei die Patronenspitzen entweder nach oben
oder nach unten gerichtet sein können.
[0006] Die Zufuhr der Munition vom Munitionsbehälter zur Waffe wird wesentlich vereinfacht.
Die relativ grosse Masse des Munitionsbehälters muss nicht um die Elevationsachse
geschwenkt werden. Erfindungsgemäss enthält die Zuführvorrichtung folgende Elemente:
a) einen mit mehreren Ladestreifen gefüllten Behälter, der sich mit der Waffe um die
Azimutachse dreht, wobei sich auf jedem Ladestreifen eine Anzahl Patronen befindet;
b) eine Vorrichtung zum Ausschieben der vollen Ladestreifen aus dem Munitionsbehälter;
c) eine Vorrichtung zum Ausschieben der Patronen aus dem Ladestreifen, bestehend aus
einem endlosen Förderband, das relativ zu den Ladestreifen schräg angeordnet ist (Schrägabschöpfung);
d) eine flexible Endloskette, welche bis mindestens 90° verwindbar ist, zum Transport
der aus dem Ladestreifen ausgeschobenen Patronen zur Feuerwaffe.
[0007] Vorzugsweise sind - zum Zuführen von zwei Sorten Munition - sämtliche Elemente zweimal
vorhanden. Die Patronen sind vorzugsweise vertikal im Munitionsbehälter angeordnet,
wobei die Spitzen der Patronen entweder nach oben oder nach unten gerichtet sind.
[0008] Zwei Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Vorrichtung zum Zuführen von Munition
aus einem Munitionsbehälter zu einer automatischen Feuerwaffe sind im folgenden anhand
der beigefügten Zeichnung ausführlich beschrieben. Es zeigt:
Fig.1 eine perspektivische Darstellung durch einen Panzerturm gemäss einem ersten
Ausführungsbeispiel,
Fig.2 einen Querschnitt,
Fig.3 einen Längsschnitt und
Fig.4 einen Grundriss durch den in Fig.1 dargestellten Panzerturm;
Fig.5 eine perspektivische Darstellung durch einen Panzerturm gemäss einem zweiten
Ausführungsbeispiel;
Fig.6 einen Querschnitt;
Fig.7 einen Längsschnitt und
Fig.8 einen Grundriss durch den in Fig.5 dargestellten Panzerturm.
[0009] Gemäss Fig.1 befindet sich auf einem Panzerturm 10 vorne in der Mitte eine automatische
Feuerwaffe 11 mit einem einzigen Waffenrohr 12. Hinter der Waffe 11 befindet sich
der Schütze 13 in einer Kuppel 14 und hinter dieser Kuppel 14 ist ein Radargerät 15
aufgebaut. Zu beiden Seiten der Kuppel 14 ist unterhalb der Panzerplatten 16 und 17
je ein Munitionsbehälter 18 (siehe Fig.2 und 4) eingebaut.
[0010] Gemäss Fig.2 sind die Patronen 19 in jedem Munitionsbehälter 18 zu beiden Seiten
der Waffe 11 senkrecht angeordnet und mit den Patronenspitzen nach oben gerichtet.
Selbstverständlich können die Patronen 19 auch mit den Spitzen nach unten in die Munitionsbehälter
18 eingesetzt werden. Es sind jeweils sieben Patronen 19 in einem Ladestreifen angeordnet.
[0011] Gemäss Fig.3 ist die Feuerwaffe 11 um eine Elevationsachse 20 um ca. 90° schwenkbar,
wobei die oberste Stellung durch eine strichpunktierte Linie angedeutet ist und die
unterste Stellung mit ausgezogenen Linien dargestellt ist. Die beiden Munitionsbehälter
18 sind dagegen nicht um die Elevationsachse 20 schwenkbar im Panzerturm 10 eingebaut.
[0012] Um die Waffe im Azimut richten zu können, ist der Panzerturm 10 im nicht dargestellten
Fahrzeug um eine vertikale Azimutachse 21 schwenkbar gelagert (Fig.2). Für die Elevation
ist die Waffe 11 gemäss Fig.2 und 3 in Rollenlagern 22 gelagert. Für die Drehung im
Azimut ist der Panzerturm in einem Rollenlager 23 (Fig.3 und 4) schwenkbar gelagert.
Bei der Drehung des Panzerturmes 10 um die Azimutachse 21 bewegen sich somit auch
die Munitionsbehälter 18. Bei der Schwenkung der Waffe 11 um die Elevationsachse 20
können diese Munitionsbehälter jedoch diese Schwenkung nicht mitmachen. Damit die
Zufuhr der Patronen 19 aus den Munitionsbehältern 18 in jeder Stellung der Waffe 11
gewährleistet ist, muss ein flexibler Munitionskanal 24 vom Munitionsbehälter 18 zur
Waffe 11 führen.
[0013] Gemäss Fig.4 werden die einzelnen Ladestreifen 25 mit je sieben Patronen 19 in Richtung
des Pfeiles A durch eine an sich bekannte Fördervorrichtung 26 (Fig.2) gegen eine
Entnahmevorrichtung 27 (Fig.4) geschoben. Diese Entnahmevorrichtung 27 weist im wesentlichen
ein endloses, gegenüber den Ladestreifen 25 schräg stehendes Förderband auf, an dem
zwei Mitnehmer befestigt sind, welche in an sich bekannter Weise die Patronen 19 aus
dem Ladestreifen herausschieben und zum flexiblen Munitionskanal 24 transportieren.
In diesem flexiblen Munitionskanal 24 befindet sich ein weiteres endloses, ebenfalls
flexibles Förderband, das die Patronen 19 im Munitionskanal 24 zur Feuerwaffe 11 transportiert.
[0014] Damit der Feuerwaffe 11 zwei verschiedene Sorten Munition zugeführt werden können,
befindet sich im rechten Munitionsbehälter 18 eine andere Munitionssorte als im linken
Munitionsbehälter 18.
[0015] Gemäss Fig.5 befindet sich bei dem zweiten Ausführungsbeispiel auf dem Panzerturm
30 vorne in der Mitte eine automatische Feuerwaffe 31 mit zwei Waffenrohren 32. Hinter
der Waffe 31 befindet sich der Schütze 33 in einer Kuppel 34 und hinter dieser Kuppel
34 ist ein Radargerät 35 aufgebaut. Zu beiden Seiten der Kuppel 34 sind unterhalb
der Panzerplatten 36 und 37 je zwei Munitionsbehälter 38 und 39 (siehe Fig.8) eingebaut.
[0016] Gemäss Fig.6 sind auch beim zweiten Ausführungsbeispiel die Patronen 19 genau wie
beim ersten Ausführungsbeispiel in beiden Munitionsbehältern 38,39 zu beiden Seiten
der Waffe 31 senkrecht angeordnet und mit den Patronenspitzen nach oben gerichtet.
Auch hier könnten die Patronen 19 mit den Spitzen nach unten in den Munitionsbehälter
38,39 eingesetzt werden. Es sind jeweils sieben Patronen 19 in einem Ladestreifen
25 angeordnet.
[0017] Gemäss Fig.7 sind die beiden Feuerwaffen 31 um eine Elevationsachse 20 um ca. 90°
schwenkbar, wobei die oberste Stellung der beiden Waffen 31 durch eine strichpunktierte
Linie angedeutet ist und die unterste Stellung mit ausgezogenen Linien dargestellt
ist. Die vier Munitionsbehälter 38,39 sind auch hier nicht um die Elevationsachse
20 schwenkbar im Panzerturm 30 eingebaut. Der Panzerturm 30 ist ebenfalls auf einem
Fahrzeug 40 drehbar um eine vertikale Azimutachse 21 schwenkbar gelagert (Fig.6).
Für die Elevation ist die Waffe 30 gemäss Fig.6 und 7 in Rollenlagern 41 gelagert.
Für die Drehung im Azimut ist der Panzerturm 30 in einem Rollenlager 42 (Fig.6 und
7) schwenkbar gelagert. Bei der Drehung des Panzerturmes 30 um die Azimutachse 21
bewegen sich somit auch die vier Munitionsbehälter 38,39 mit der Waffe 31 um die Azimutachse
21. Bei der Schwenkung der Waffe 31 um die Elevationsachse 20 können diese Munitionsbehälter
jedoch die Schwenkung nicht mitmachen. Damit die Zufuhr der Patronen 19 aus den vier
Munitionsbehältern 38,39 in jeder Stellung der beiden Waffen 31 gewährleistet ist,
müssen vier flexible Munitionskanäle 43-46 von den Munitionsbehältern 38,39 zu den
Waffen 31 führen.
[0018] Gemäss Fig.8 werden die einzelnen Ladestreifen 25 mit den je sieben Patronen 19 in
Richtung der Pfeile A bzw. B durch eine an sich bekannte Fördervorrichtung 26 (Fig.6)
gegen eine Entnahmevorrichtung 27 (Fig.8) geschoben. Diese Entnahmevorrichtung ist
gleich aufgebaut wie die im ersten Ausführungsbeispiel und muss daher hier nicht nochmals
beschrieben werden. Damit den beiden Feuerwaffen 31 je zwei verschiedene Sorten Munition
zugeführt werden können, befindet sich im vorderen Munitionsbehälter 38 eine andere
Munitionssorte als im hinteren Munitionsbehälter 39.
1. Vorrichtung zum Zuführen von Munition aus einem Munitionsbehälter (18) zu einer
automatischen Feuerwaffe (11), gekennzeichnet durch die Kombination folgender Elemente:
a) Einen mit mehreren Ladestreifen (25) gefüllten Behälter (18), der sich mit der
Waffe (11) um die Azimutachse (21) dreht, wobei sich auf jedem Ladestreifen (25) eine
Anzahl Patronen (19) befindet;
b) Eine Vorrichtung (26) zum Ausschieben der vollen Ladestreifen (25) aus dem Munitionsbehälter
(18);
c) Eine Vorrichtung (27) zum Ausschieben der Patronen (19) aus dem Ladestreifen (25),
bestehend aus einem endlosen Förderband (27), das relativ zu den Ladestreifen (25)
schräg angeordnet ist (Schrägabschöpfung);
d) Eine flexible Endloskette (24), welche bis mindestens 100°verwindbar ist zum Transport
der aus den Ladestreifen (25) ausgeschobenen Patronen (19) zur Feuerwaffe (11).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zuführen von zwei
Sorten Munition sämtliche Elemente zweimal vorhanden sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Patronen (19) vertikal
im Munitionsbehälter (18) angeordnet sind.