[0001] Die Erfindung betrifft einen Schussfadenspeicher mit einem rotierenden Wickler und
einer auf der Wicklerwelle gelagerten stillstehenden Trommel zur Aufnahme eines Fadenwickels
und mit einer Verstelleinrichtung für die den Fadenwickel tragenden Teile der Trommel.
Es sind derartige Schussfadenspeicher mit einer Verstelleinrichtung bekannt, beispielsweise
nach der europäischen Patentanmeldung Nr. 0 181 985, welche eine Verstellung des für
den Fadenwickel wirksamen Durchmessers der tragenden Teile der Trommel von Hand erlauben.
Für den Verstellvorgang ist der Schussfadenspeicher ausser Funktion zu setzen, da
während des Auf- bzw. Abwickelns von Faden am Schussfadenspeicher kein direkter Zugriff
möglich ist. Soll die in die Webmaschine abzugebende Fadenlänge verändert werden,
kann dies in der Regel nur durch wiederholtes Einstellen erreicht werden, wenn die
Schussfadenlänge möglichst genau abgemessen werden soll. Dieses wiederholte Einstellen
des Schussfadenspeichers mit Betriebsunterbrüchen ist sehr zeitraubend. Bei der Veränderung
der Garnstruktur oder der Elastizität über eine längere Laufzeit des Schussfadenspeichers
kann es vorkommen, dass trotz genauer ursprünglicher Einstellung des Schussfadenspeichers
die in die Webmaschine abgegebene Fadenlänge sich mit der Zeit verändert.
[0002] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Schussfadenspeicher zu schaffen,
bei dem die Einstellung der Schussfadenlänge ohne direkten Zugriff ermöglicht wird
und eine selbsttätige Nachstellung der die Schussfadenlänge bestimmenden Organe erfolgt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Schussfadenspeicher
einen gesteuerten Stellantrieb für die Verstelleinrichtung enthält. Der Stellantrieb
kann dabei vorteilhaft wenigstens teilweise in der Trommel gelagert sein, wobei Mittel
zur berührungslosen Uebertragung der Antriebsenergie zum Stellantrieb vorgesehen
sein können.
[0003] Nach Vorgabe eines gewünschten Wertes der Schussfadenlänge an ein Steuergerät kann
die Verstelleinrichtung ohne direkten Zugriff von aussen so eingestellt und nachgeregelt
werden, dass eine exakte Längenabmessung des Schussfadens auch über eine längere Betriebszeit
ermöglicht wird.
[0004] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Figuren im einzelnen beschrieben.
[0005] Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Uebersicht über den Schussfadenspeicher an einer Webmaschine,
Fig. 2 einen Meridianschnitt durch den Schussfadenspeicher in einer bevorzugten Ausführungsform,
Fig. 3a ein Schema der Energieübertragung zum Stellantrieb in der Trommel,
Fig. 3b die Verstelleinrichtung in der Trommel,
Fig. 3c das Schaltschema des Stellantriebes,
Fig. 3d das Steuerschema der automatischen Schussfadenlängenregulierung,
Fig. 4a eine andere Art der Energieübertragung zum Stellantrieb,
Fig. 4b eine Ausführungsform der Steuerung für den Motor der Verstellvorrichtung,
Fig. 4c das Prinzip der Energieübertragung an die Trommel bei automatischer Schussfadenlängeneinstellung,
Fig. 5a - 5c Ausführungsformen der Verstelleinrichtung und des Stellantriebes,
Fig. 6a - 6c prinzipielle Ausführungsformen für die Verstelleinrichtung und
Fig. 7a, 7b eine bevorzugte Ausführung des Schussfadenspeichers gemäss der Erfindung.
[0006] Der in der Webmaschine 30 zu verarbeitende Schussfaden 10 wird durch den Schussfadenspeicher
1 von einer Garnspule 100 abgezogen, indem ein Wickler 12 den Schussfaden auf einer
stillstehenden Trommel in mehreren Windungen aufwickelt, worauf der Schussfaden 10
mittels der Blasdüse 33 durch die Oese 34 hindurch abgezogen wird und in das durch
die Kettfäden 31 und 32 der Webmaschine gebildete Webfach eingetragen wird. Das Ende
des Schusseintrages wird durch Betätigung der Fadenklemme 25 eingeleitet, wenn ein
Magnet 20 einen Sperrstift 21 gegen einen Anschlag 22 in der Trommel bewegt, wodurch
das Ablaufen des Schussfadens vom Trommelumfang unterbunden wird. Die Anzahl der auf
der Trommel abgelegten Fadenwindungen wird durch den Sensor 125 kontrolliert. Der
Sensor 125 ist mit dem Antriebsmotor 13 für den Wickler 12 verbunden, welcher zum
Stillstand kommt, wenn eine genügende Anzahl von Fadenwindungen am Trommelumfang abgelegt
ist. Der Elektromotor 13 ist über den Riementrieb 14 mit der Wicklerwelle 17 verbunden,
welche im Lager 171 im Gehäuse 15 des Schussfadenspeichers 1 sitzt. Die Trommel 11
ist mittels der Trommelachse 118 drehbar auf der Wicklerwelle 17 gelagert, wobei das
Magnetpaar 16, einerseits am Gehäuse 15 und andererseits an der Trommel 17 befestigt,
das Mitdrehen der Trommel 11 mit der Wicklerwelle 17 verhindert.
[0007] Der Schussfaden tritt durch den Trichter 172 gemäss Fig. 2 in die Wicklerwelle 17
des Schussfadenspeichers 1 ein und durchläuft dann den an der Wicklerwelle befestigten
Wickler 12, der aus den Einlaufstücken 121 und 122 und dem dazwischenliegenden Rohr
120 gebildet wird. Diametral gegenüber dem Wickler befindet sich ein Stab 173 als
Massenausgleich zum Wickler 12. Die Wicklerwelle 17 ist im Lager 171 im Gehäuse 15
gelagert und wird über den Riementrieb 140, 141 und 142 von einem gesteuerten Elektromotor
13 angetrieben. Auf der Wicklerwelle ist die Trommel 11 des Schussfadenspeichers mittels
der Radiallager 18 gelagert. Nach Ablage des Schussfadens auf der konischen Partie
114 der Trommel 11 rutschen die Schussfadenwindungen weiter nach rechts in Fig. 2
auf die zylindrische Partie der Trommel 11, um dann diskontinuierlich über Kopf abgezogen
zu werden. Um das abzugsseitige Ende der Trommel 11 greift die Kappe 112, welche
mit der Trommel einen schmalen Ringspalt zur Abbremsung der vom Speicher ablaufenden
Fadenwindungen bildet. An der Kappe 112 ist die Kontrollvorrichtung 19 befestigt,
welche im wesentlichen aus einem Kontrollring 190, einem Sender 191 und einem Empfänger
192 gebildet wird.
[0008] Die Verstelleinrichtung 40 für den Trommeldurchmesser besteht aus einer Spindel 41,
die in den Flanschen 111 und 114 gelagert ist, aus einer auf der Spindel 41 sitzenden
Gewindehülse 42, Laschen 43, welche einerseits an der Gewindehülse 42 und andererseits
an Bügeln 44 schwenkbar gelagert sind, sowie aus einem Antrieb, von dem in Fig. 2
nur das Zahnrad 115 gezeigt ist.
[0009] In Fig. 3a ist das Antriebsritzel 116 für das Zahnrad 115 dargestellt. Für den Antrieb
sorgt ein Elektromotor 117, der vom Akkumulator 54 über die Steuerung 56 mit Strom
versorgt wird. Der Strom wird durch einen Dynamo 50 bestehend aus einer Wicklung 51
und einem Magnet 52 erzeugt und über den Gleichrichter 55 dem Akkumulator 54 zugeführt.
Diese Art der Stromerzeugung bietet sich mit Vorteil an, da keine direkte elektrische
Leitung aufgrund der Bauart des Schussfadenspeichers an die Speichertrommel herangeführt
werden kann. Bei Betätigung der Verstelleinrichtung 40 dreht sich die Spindel 41
um ihre Achse, wodurch die Gewindehülse 42 auf ihr axial verschoben wird. Sie ist
gegen Drehung gesichert, da die über die Laschen 43 mit ihr verbundenen Bügeln 44
so in der Speichertrommel 11 geführt sind, dass sie sich nur radial verschieben können.
Diese Radialbewegung wird durch die Axialverschiebung der Gewindehülse 42 bewirkt.
Wenn sich ein Fadenwickel 101 auf den Bügeln befindet, darf die Verstelleinrichtung
40 nur langsam betätigt werden und nur dann, wenn laufend neues Garn 10 auf die Trommel
11 aufgewickelt und gleichzeitig von der Trommel abgezogen wird, damit der Garnwickel
101 nicht unzulässig gedehnt wird bzw. locker wird.
[0010] In Fig. 3b ist dargestellt, wie die Verstelleinrichtung berührungslos durch Sender
58 und 59 ausserhalb der Speichertrommel gesteuert werden kann, welchen die Empfänger
58ʹ bzw. 59ʹ innerhalb der Trommel gegenüberstehen. Die Steuersignale können vom
Sender zum Empfänger beispielsweise als Lichtstrahlen übertragen werden. Die Empfänger
58ʹ bzw. 59ʹ stehen mit der Steuerung 56 für den Elektromotor 57 in Verbindung. Der
Elektromotor 57 ist bei diesem Ausführungsbeispiel direkt mit der Spindel 41 verbunden.
Die Spindel 41 weist hier einen Teil mit rechtgängigem Gewinde und einen zweiten Teil
mit linksgängigem Gewinde 41ʹ auf. Jedem Teil der Spindel ist eine entsprechende
Gewindehülse 42 bzw. 42ʹ zugeordnet.
[0011] In Fig. 3c ist ein vereinfachtes Steuerschema des Schussfadenspeichers wiedergegeben.
Der Sollwert des Trommeldurchmessers wird dem Fadenspeicher mittels der Eingabevorrichtung
62 mitgeteilt, die einen Teil der Steuerung 61 des Schussfadenspeichers 1 bildet.
In der Steuerung 61 wird der Eingabewert für den Trommeldurchmesser in Steuersignale
umgesetzt, welche mittels der Sendeleitungen 68 den Sendern 58 und 59 und von diesen
den Empfängern 58ʹ und 59ʹ übermittelt werden. Die Empfänger 58ʹ und 59ʹ sind hier
als in einem Bügel 44 gelagert dargestellt. Die Sender 58 bzw. 59 sitzen in einer
nicht gezeichneten Halterung radial über einem Bügel der Speichertrommel 11. Der den
Schussfadenwickel 101 tragende Teil der Speichertrommel 11 muss nicht als Zylindermantel
ausgebildet sein, sondern kann aus mehreren am Umfang der Speichertrommel angeordneten
Bügeln bestehen, über welche der Schussfaden 10 gespannt wird, wobei eine einzelne
Schussfadenwindung des Fadenwickels 101 eine Polygon am Trommelumfang bildet. Die
Bezeichnung "Trommeldurchmesser" ist als fiktive Grösse zu verstehen. Der rechnerische
Wert des Trommeldurchmessers ergibt sich aus der Länge des Fadens in Form eines Polygons,
das die Bügel der Speichertrommel umschliesst, geteilt durch die Zahl π. Von den Empfängern
58 bzw. 58ʹ sind Leitungen 69 bzw. 69ʹ zu den Schaltern 63 bzw. 63ʹ gezogen. Jeder
Schalter ist durch einen eigenen Stromkreis mit dem steuerbaren Elektromotor 57 verbunden.
Wie aus der Verdrahtung von Dynamo 50, Gleichrichter 55, Akkumulator 54 und der Schalter
63 bzw. 63ʹ und des Elektromotors 57 hervorgeht, sind die Polaritäten der Schalter
auf der Eingangsseite gleich, während sie auf der Ausgangsseite bezüglich der Anschlüsse
am Elektromotor vertauscht sind. Bei Betätigung der Schalter 63 bzw. 63ʹ läuft also
der Elektromotor 57 vorwärts bzw. rückwärts, wodurch eine Durchmesserverstellung der
Trommelbügel 44 in der einen bzw. anderen Richtung bewirkt wird.
[0012] In Fig. 3d ist ein Steuerschema abgebildet, welches zeigt, wie die in die Webmaschine
einzutragende Schussfadenlänge L automatisch eingestellt wird. Es wird davon ausgegangen,
dass für einen Schusseintrag jeweils eine bestimmte Anzahl von Fadenwindungen von
der Speichertrommel 11 abgezogen wird. Die Anzahl der abgezogenen Fadenwindungen
kontrolliert die Fadenklemme 25 gemäss Fig. 1. Durch Veränderung des Trommeldurchmessers
bzw. der Lage der Bügel 44 wird die Länge einer Fadenwindung am Trommelumfang und
somit auch die Gesamtlänge des abgezogenen Schussfadens verändert. Beim Schusseintrag
in die Webmaschine 30 gelangt die Fadenspitze, welche vor dem Schusseintrag aus
der Düse 33 hervorragt und bei der Schere 66 endet, in den Bereich zwischen den Fadensensoren
64 und 65 auf der von der Eintragsdüse 33 entfernten Seite der Webmaschine. Die Entfernung
der Fadensensoren 64 und 65 zueinander entspricht dem Bereich, in dem die Fadenlänge
zwischen einer Minimallänge L₁ und einer Maximallänge L₂ reguliert wird. Die Steuerung
61 empfängt Signale von den Sensoren 64 und 65 über die Empfangsleitungen 67 und gibt
Signale an die Sendeleitung 68 ab, wenn der Durchmesser der Speichertrommel 11 geändert
werden soll. Bei normalem Webbetrieb soll die Schussfadenspitze nach dem Eintrag im
Bereich zwischen den Sensoren 64 und 65 liegen. Dies wird dadurch angezeigt, dass
der Sensor 64 beim Passieren der Fadenspitze ein Signal an die Steuerung 61 abgibt
und vom Sensor 65 kein Signal erzeugt wird. Beim Fehlen eines Signales vom Sensor
64 nach einem Schusseintrag, also wenn die Schussfadenspitze diesen Sensor nicht erreicht
hat, ist die eingetragene Fadenlänge zu kurz. In diesem Fall muss der effektive Trommeldurchmesser
durch die Verstelleinrichtung 40 vergrössert werden. Wird vom Sensor 65 ein Signal
abgegeben, bedeutet dies, dass zu viel Faden vom Speicher 1 geliefert worden ist.
In diesem Fall muss die Verstelleinrichtung 40 den effektiven Trommeldurchmesser verringern.
Somit ist die Steuerung 61 des Schussfadenspeichers in der Lage, eine Soll-Fadenlänge
selbsttätig einzustellen, auch wenn der Soll-Wert der Fadenlänge der Eingabevorrichtung
62 nur ungenau mitgeteilt worden ist, oder wenn sich die Struktur des Schussfadens
während des Webprozesses ändert und damit auch die abgezogene Fadenlänge L betroffen
ist.
[0013] Die Stromversorgung des Akkumulators 54 kann auch durch magnetische Induktion aus
dem Bereich ausserhalb der Speichertrommel durchgeführt werden. Der Transformator
70 in Fig. 4a wird gebildet durch eine Primärwicklung 71ʹ mit Eisenkern 71 ausserhalb
der Speichertrommel 11 und eine Sekundärwicklung 72ʹ mit einem Eisenkern im Inneren
der Speichertrommel 11. Der Schussfaden bewegt sich im Bereich zwischen den Eisenkernen
71 und 72 am Trommelumfang.
[0014] Gemäss Fig. 4b kann durch magnetische Induktion ein Gleichstrommotor 57 ohne Zwischenschaltung
eines Akkumulators direkt von Transformatoren 73 bzw. 70 über Gleichrichter 55 bzw.
55ʹ mit Gleichstrom der jeweils erforderlichen Polarität versorgt werden. In diesem
Fall befindet sich auch die Steuerung für den Elektromotor 57 ausserhalb der Speichertrommel.
Durch diese Steuerung werden wahlweise die Schalter 70ʹ oder 73ʹ geschlossen, wodurch
ein Wechselstromkreis in der Primärwicklung 71ʹ bzw. 74ʹ geschlossen ist. Damit wird
auch Strom in den Sekundärwicklungen 72ʹ bzw. 75ʹ induziert und nach Umwandlung in
Gleichstrom an den Elektromotor 57 geleitet.
[0015] In den weiteren Figuren ist dargestellt, wie die Bügel 44 der Verstelleinrichtung
auch ohne Elektromotor verstellt werden können. Ausserhalb der Speichertrommel sind
gemäss Fig. 5a gegenüber den Bügeln 44 Elektromagneten 80 angeordnet, deren Magnetfeld
als gegen entsprechende Magneten in den Bügeln 44 gerichtet angenommen wird. Die Bügel
44 ihrerseits werden mittels Federn 82 gegen das Zentrum der Trommel hin abgestützt.
Bei Veränderung des Magnetfeldes in den Magneten 80 ändert sich die von aussen auf
die Bügel ausgeübte Kraft, so dass sich die Lage der Bügel verändert, bis wieder ein
Gleichgewichtszustand zwischen der jeweils nun anders deformierten Feder und der
geänderten Magnetkraft hergestellt ist. Dadurch nimmt auch der auf den Bügeln 44 bzw.
den Bügeln 110, welche stationär angeordnet sind, gespannte Faden eine andere Lage
ein, wodurch der effektive Durchmesser der Trommel 11 geändert ist.
[0016] In Fig. 5b ist ausserhalb der Trommel 11 ein Ring 83 angeordnet, der um sein Zentrum
auf der Trommelachse verdreht werden kann. Diese Verdrehung kann von einem elektrischen
Stellmotor 79 bewirkt werden. Im Ring 83 sitzt ein Magnetpaar 80, das auf ein Magnetpaar
85 in der Speichertrommel einwirken kann. Das Magnetpaar 85 ist mit der Spindel 41
der eingangs beschriebenen Verstellvorrichtung drehfest verbunden. Bei Verstellung
des Ringes 83 in Umfangsrichtung folgt das Magnetpaar 85 der Lage des Magnetpaars
80 in die Stellung 80ʹ. Durch das Mitdrehen der Spindel 41 werden die Bügel 44 der
Verstelleinrichtung verschoben.
[0017] In Fig. 5c ist ausserhalb der Trommel 11 an einer Spindel ein Magnet 84 befestigt,
welcher auf den Magnet 85ʹ eine Kraft ausübt. Der Magnet 85ʹ wiederum ist von einer
Feder 82 gehalten. In entsprechender Weise wie für Fig. 5a beschrieben, bewirkt eine
Verstellung der Spindel 84 und des daran sitzenden Magneten eine Verschiebung des
Magnets 85ʹ, der die Schubbewegung in der Verzahnung 86 in eine Drehbewegung der Spindel
41 umwandelt. Die Bügel 44 sind in der bekannten Weise mit der Spindel 41 gekoppelt.
[0018] Die Fig. 6a - 6c zeigen andere prinzipiellen Möglichkeiten zur Veränderung des wirksamen
Durchmessers der Trommel mittels verstellbaren Bügeln. Gemäss Fig. 6a werden die Bügel
44 radial zur Achse der Spindel 41 verstellt, wenn die Gewindehülse 42 axial auf der
Spindel 41 wandert und die Laschen 43 mehr oder weniger in Schräglage gelangen.
[0019] In Fig. 6c wird der Trommelumfang durch die Bügel 44 gebildet, welche durch die Stege
45 verbunden sind und insgesamt um die Spindelachse 41ʹ drehbar sind, sowie durch
entsprechende Bügel 110 am Trommelumfang, welche ortsfest angeordnet sind. Duch die
Veränderung der Lage der Bügel 44 relativ zu den Bügeln 110 ändert sich auch die Länge
der Fadenwindungen, welche auf den Bügeln abgelegt sind. Die Verdrehung der Bügel
44 die gemäss Fig. 6c kann durch Vorrichtungen gemäss Fig. 5b oder 5c erreicht werden.
[0020] Schliesslich ist in Fig. 6b eine weitere Verstelleinrichtung gezeigt. An der Spindel
41 sind Abschnitte einer Kurvenscheibe 90 angebracht, auf welchen Arme 94ʹ von Winkelhebeln
94 aufliegen. An den jeweils anderen Armen 94ʺ sind die bekannten Bügel 44 befestigt.
Bei Verdrehung der Spindel 41 ändert sich die Lage der Kurvenscheibe 90 gegenüber
dem jeweiligen Winkelhebelarm 94ʹ, wodurch der Winkelhebel 94 um das Schwenklager
92 verdreht wird. Dadurch gelangen auch die Bügel 44 in eine neue Lage 44ʹ. Während
die Feineinstellung des wirksamen Trommeldurchmessers durch Verdrehen der Spindel
41 bewirkt wird, kann eine Grobeinstellung gewählt werden, indem die Schwenklager
92 der Winkelhebel 94 innerhalb der Kulissen 91 verschoben werden. Neben den Bügeln
44 der Verstellvorrichtung können wiederum ortsfeste Bügel 110 angeordnet sein, deren
Lage beispielsweise von der Position 110 in die Position 110ʹ nach Erfordernis geändert
werden kann. Der Schussfaden 10 ist ringsum die Trommel 11 über die Bügel 44 und 110
gespannt.
[0021] In den Fig. 7a und 7b sind bevorzugte Ausführungsarten des Schussfadenspeichers im
Schnitt dargestellt. Im Trommelkörper 11 in Fig. 7a befinden sich in bekannter Weise
der Elektromotor 117, der Antrieb 115, 116, die Verstellspindel 41 und die darauf
gelagerte Gewindehülse 42. Zur Energieübertragung sind neben der Trommel in den Primärwicklungen
71ʹ Polschuhe 71 verschiebbar angeordnet. Der magnetische Fluss geht über auf den
Eisenkern 72 und die Sekundärwicklung 72ʹ innerhalb der Trommel, wodurch in der Wicklung
Strom induziert wird. Anstatt dieser Stromversorgung kann auch ein aufladbarer Akkumulator
in der Trommel angeordnet sein, der von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden muss, wenn
keine Speisung des Akkus vorgesehen ist.
[0022] Fig. 7b zeigt die konstruktive Ausführung der Verstelleinrichtung, wie sie in Fig.
3b schematisch angedeutet ist. Die Spindel 41 hat einen Abschnitt 41ʹ mit gegenüber
dem Abschnitt 41 gegenläufigem Gewinde. Auf diesen Abschnitten laufen Gewindehülse
42 und 42ʹ, die bei Rotation der Spindel hin und her geschoben werden. Die Gewindehülsen
42 bzw. 42ʹ tragen einen Ring 431 bzw. Ringe 431ʹ, an welchen gelenkig Laschen 43
bzw. 43ʹ befestigt sind. Die gelenkige Verbindung beispielsweise zwischen dem Ring
431 und der Lasche 43 kann dadurch erzielt werden, dass das Gelenk 432 als Dünnstelle
eines Kunststoffteils ausgebildet ist, das den Ring 431, die Lasche 43 sowie den Fortsatz
433 umfasst. Der Fortsatz 433 ist mit der Lasche 43 ebenfalls gelenkig verbunden und
zwischen den Platten 442 und mittels des Zwischenstücks 445 am Halter 441 befestigt.
Der Halter 441 wiederum trägt je einen Bügel 44. Die Bügel 44 sind am Umfang der Trommel
11 mindestens vierfach angeordnet. In derselben Anzahl sind dann die Halter 441, die
Zwischenstücke 445 und die Laschen 43 sowie die Fortsätze 433 vorhanden. Die Laschen
43ʹ bei der Gewindehülse 42ʹ sind doppelt angeordnet, wodurch eine Parallelogrammführung
für den Halter 441 und gleichzeitig den Bügel 44 erzielt wird. Zur zusätzlichen Führung
des Halters 441 sind an der Trommel Führungen 119 und 120 angebracht.
1. Schussfadenspeicher mit einem rotierenden Wickler und einer auf der Wicklerwelle
gelagerten stillstehenden Trommel zur Aufnahme eines Fadenwickels und mit einer Verstelleinrichtung
für die den Fadenwickel tragenden Teile der Trommel, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfadenspeicher einen gesteuerten Stellantrieb (50,54,115,116,117) für
die Verstelleinrichtung (41,42, 43,44) enthält.
2. Speicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellantrieb (50,54,117)
wenigstens teilweise innerhalb der Trommel angeordnet ist.
3. Speicher nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Mittel zur berührungslosen Uebertragung
(70,80,84) der Antriebsenergie zum Stellantrieb (117,85,85ʹ).
4. Speicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die den Schussfadenwickel
(101) tragenden Teile der Trommel (11) mindestens teilweise aus verschiebbaren, im
wesentlichen parallel zur Trommelachse sich erstreckenden Bügeln (44) gebildet werden.
5. Speicher nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinrichtung
aus einer in der Trommelachse gelagerten antreibbaren Spindel (41), einer Gewindehülse
(42) auf der Spindel und Laschen (43) zwischen Gewindehülse und den Bügeln gebildet
werden, wobei eine Axialverschiebung der Gewindehülse (42) mit Hilfe der Laschen eine
Radialverschiebung der Bügel (44) bewirkt.
6. Speicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellantrieb durch einen
ferngesteuerten Elektromotor (117) gebildet wird.
7. Speicher nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellantrieb durch ausserhalb
der Trommel angeordnete magnetische Mittel (71,71ʹ80,85) gebildet wird, welche auf
innerhalb der Speichertrommel gelagerte magnetische Mittel (44,85,85ʹ) der Verstelleinrichtung
einwirken.
8. Speicher nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Energieübertragung mindestens
auf der Trommel eine elektrische Wicklung (51,72ʹ,75ʹ) angebracht ist und gegenüber
der Wicklung eine Vorrichtung (51,71,71ʹ) zur Erzeugung eines Magnetfeldes vorgesehen
ist, wobei der durch das Magnetfeld in der Wicklung induzierte Strom dem Stellantrieb
(117) zugeführt wird.
9. Betriebsverfahren für den Speicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die in eine Webmaschine vom Schussfadenspeicher her eingetragene Schussfadenlänge
(L) gemessen (64,65) wird und dass der Trommeldurchmesser durch die Verstellvorrichtung
(117,41,42,43,44) automatisch verändert wird, wenn die eingetragene Schussfadenlänge
nicht in einem gewünschten Soll-Bereich liegt.