(19)
(11) EP 0 290 426 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.11.1988  Patentblatt  1988/45

(21) Anmeldenummer: 88890115.4

(22) Anmeldetag:  09.05.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04F 13/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 08.05.1987 AT 1160/87

(71) Anmelder: Eggert, Heinz
A-5020 Salzburg (AT)

(72) Erfinder:
  • Eggert, Heinz
    A-5020 Salzburg (AT)

(74) Vertreter: Itze, Peter, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Casati, Wilhelm, Dipl.-Ing. Itze, Peter, Dipl.-Ing. Amerlingstrasse 8
1061 Wien
1061 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Gebäudewand-Verkleidung


    (57) Gebäudewand-Verkleidung, bestehend aus einer Dämmschicht, einer vorsatzschalenartigen Verputzauflage mit einer Armierung bzw. einem Putzträger sowie einer Anzahl an der Gebäudewand be­festigter und die Dämmschicht durchdringender Anker, wobei die Armierungen bzw. Putzträger (31) als steife Felder ausgebildet sind, die mittels der an der Gebäudewand befestigten, in an sich bekannter Weise unter einem Winkel, der bezüglich der Gebäudewandung kleiner als 45° ist, schräg nach unten gerich­teten Ankerschenkel (4, 1) in Anlage an die Dämmschicht ge­halten sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Gebäudewand-Verkleidung mit einer durch eine Vorsatzschale geschützten Dämmung an einer Gebäudewand. Dämmungen müssen, vor allem wenn sie außerhalb der Außenwand angebracht sind, aus optischen Gründen, wegen mechanischer Einwirkungen sowie wegen Witterungseinflüssen mit einer schützenden Vorsatzschale versehen sein. Dabei gibt es Vorsatzschalen auf Grundlage von Lattenrosten und Verblend­platten. Ferner im Schichtverfahren aufgebrachte, gewebeverstärkte Kunst­stoffbeschichtungen auf der Dämmstoffoberfläche. Bei hohen Dämmschicht­stärken sind gemauerte Vorsatzschalen üblich. Diese sind, soweit die Stand­festigkeit nicht ausreicht, z.B. wegen Windlasten mit Ankern am Bauwerk zu befestigen. Abgesehen vom Platzbedarf und den hohen Kosten für Mauer­werk und Fundament, wird durch die Anker, die aus Metall bestehen, Ver­lustwärme übertragen, sowie Fehlerstellen in der Dämmung in den Ankerbe­reichen mit zusätzlichen Wärmeverlusten verursacht. Ähnliches gilt auch für ein Verfahren, bei welchem ein direkt verputzbares Drahtziegelgewebe mit Ankern vor der Dämmung befestigt wird.

    [0002] Ziel der vorliegenden Erfindung ist, verbundartig an einer mit einer Schall-, Wärme-, oder Kältedämmung versehenen Wandfläche unter Vermeidung der aufgezählten Nachteile eine preisgünstige Vorsatzschale zu verankern. Dies geschieht erfindungsgemäß so, daß mehrere an der Gebäudewand be­festigte und die Dämmschicht durchdringende Anker, die vorzugsweise in senkrecht zur Gebäudewand stehenden vertikalen Ebenen schräg nach unten hängend angeordnet sind und die unteren Ankerenden kraftschlüssige Ver­bindungen mit der Vorsatzschale oder mit Armierungselementen derselben aufweisen, wobei das Gewicht der Vorsatzschale die Anker im wesentlichen auf Zug und die Dämmschicht oder Zonen derselben, auf Druck beansprucht und daß die Zugkomponente dabei wesentlich größer als die Druckkomponente ist. D.h., daß die Vorsatzschale hängend befestigt ist. Die durch die gegen­über herkömmlichen Ankern wesentlich vergrößerte Länge des Ankerschenkels, senkt dessen Wärme- und Schallübertragung. Die übliche Biegebeanspruchung des Ankerschenkels entfällt. Die Vorsatzschale hängt und braucht deshalb vorteilhafterweise kein Fundament, was im Falle nachträglicher Sanierungen wichtig ist. Der resultierende Druck auf die Dämmung bzw. gegen die Gebäudewand bewirkt, zusammen mit der Schrägstellung des Ankers, die vorteilhafte Möglichkeit eines Verzichts auf ein separates Befestigen der Dämmung an der Wand. Einen weiteren Vorteil stellt die Möglichkeit dar, den Druck der Vorsatzschale zonenweise statt vollflächig auf die Dämmung und/oder von der Dämmung auf die Wand zu übertragen, sodaß sowohl Hohlräume zur Hinterlüftung der Vorsatzschale als auch solche zur Hinter­lüftung der Dämmung ausbildbar sind. Durch die Schrägstellung des Anker­schenkels einerseits und die überwiegende Scherbeanspruchung zwischen diesem und dem Befestigungsbereich in der Gebäudewand andererseits, so­wie durch die große Hebellänge des Ankerschenkels bzw. die kurze des Befestigungsteils des Ankers, sind vorteilhafterweise geringe Ausziehkräfte hinsichtlich der Befestigung in der Gebäudewand möglich, die durch einfa­che Klemmeffekte im Bohrloch der Gebäudewand beherrschbar sind. Der Fortfall von Biegebeanspruchungen an den Ankern schafft die vorteilhafte Möglichkeit, textile Werkstoffe für die Ankerschenkel zu verwenden und deren Wärmeleitung herabzusetzen. Die erfindungsgemäß hängende Vorsatz­schale ermöglicht vorteilhafterweise das Befestigen von Armierungen der Vorsatzschale an den Ankern durch bloßes Einhängen. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäß hängenden Vorsatzschale bzw. der Verwendung von Zug- statt normaler biegungsbeanspruchter Anker, ist die Einsetzbarkeit schwerer, dafür aber billiger Kalk- oder Zement- oder Gipsputze für die Vorsatzschale. Die Belastbarkeit des Systems mit schweren Vorsatzschalen eröffnet auch die vorteilhafte Möglichkeit der Verwendung vorgefertigter Putzträgerkörper, wie z.B. solcher auf Faserzementbasis.

    Ausführungsbeispiele:



    [0003] Fig.1 zeigt wie Fig.2 den senkrechten Schnitt durch einen eingebauten Anker. 1 zeigt die zu dämmende Wand, 2 die Dämmung, 3 die Vorsatzschale. Die Vorsatzschale kann aus vorgefertigten Teilen oder aber einer armierten Putzschale bestehen. Der Anker 4 ist durch den abgewinkelten Fortsatz 6 in der entsprechenden Bohrung in der Wand mit dieser durch Einhaken ver­bunden. Eine Ausformung 6.1 am Ende des Fortsatzes bewirkt ein Klemmen im Bohrloch, wobei dieser Effekt durch Neigen des Ankerschenkels 4.1 gegen die Wand noch verstärkt wird. Die Dämmung mit einer vorgefertigten Aussparung 7.1 wird durch den Anker bzw. den Ankerschenkel niedergehalten, wordurch eine Verklebung der Dämmung mit der Wand unterbleiben kann. Die Ausspa­rung in der Dämmung ist durch ein Paßstück 7 aus Dämmstoff verschlossen. Das der Vorsatzschale zugewandte untere Ankerende 8 ist hakenförmig aufge­bogen und dient dem Einhängen der Armierung der Vorsatzschale. Diese be­steht aus einem Seil Draht, 9 und einem oder mehreren (sandwichartig) angeordneten Armierungsgitter (n) 10 , beispielsweise aus einem textilen Netzwerk. Das Paßstück 7 ist so ausgebildet, daß durch die Vorsatzschale einsickerndes Wasser mittels Nase 11 abgewiesen bzw. durch eine Drainage 12 abgeleitet wird. Wahlweise weist das Paßstück außerdem Fortsätze oder Vertiefungen od Auflagen zum seitlichen Fixieren in der Dämmung auf. Eine andere Art der Befesti­gung des Paßstückes oder aber auch zur Fixierung der Dämmung ist ein Dämmstoffhalterfortsatz 8.1 am Ankerende 8. Dieser kann sowohl einstückig aus dem Anker geformt sein als auch z.B. als Schiebe/Klemmteil am Anker­schenkel. Innerhalb eines Verbandes von Ankern kann eine bestimmte Anzahl dieser einen anderen Neigungswinkel aufweisen, um bestimmte statische oder dynamische Anforderungen an das Verhalten der Vorsatzschale zu beeinflussen.

    [0004] Beispiel Fig.2 stellt eine Verankerung der Vorsatzschale 3 mit Ankern 4 dar, wobei diese einerseits in vertikalen, in der Wand befestigten Montageschienen 13 , andererseits in Montageschienen 14, die zur Aufnahme von vorgefertigten Platten als Vorsatzschale eingerichtet sind, befestigt. Der Raum zwischen beiden Mon­tageschienen 13, 14 ist mit einer vorgefertigten druckfesten Distanzleiste 2.1 aus Dämmstoff ausgefüllt. Der nicht dargestellte Raum zwischen benachbarten Distanzleisten wird beispielsweise mit Dämmstoff nachträglich ausgefüllt. Die Montageschienen 13, 14 können einzeln oder zusammen in anderen Einbau­lagen angeordnet sein. Die Montageschienen 13, 14 sowie die Distanzleiste 2.1 können auch eine vorgefertigte Baueinheit darstellen. Die Ankerschenkel sind (bandförmig) aus flexiblem od.textilem Werkstoff gefertigt, wobei die Breite beliebig wählbar ist. Die Ankerschenkel weisen außerdem, wenn sie aus Blech gefertigt sind, Lochungen zur Reduktion von Übertragungsverlusten auf. Die schema­tisch dargestellten Anker⁴ sind solche aus Runddraht, wobei die umgebogenen Ankerenden gelenkig in Bohrungen der Montageschienen gelagert sind.

    [0005] Fig.3 zeigt schematisch eine abweichende Ausbildungsform von Fig.1. Darin sind die horizontalen Stoßfugen der aus Platten zusammengesetzten Dämmung 2 mit der durch die Ankerschenkel 4.1 beschriebenen, geneigten Ebene identisch. Der Bereich der Stoßfugen weist elastische Beschichtungen 2.3 der Platten auf, die die durch die Anker notwendige Distanz dichten. Der rhomboide Quer­schnitt der Platten der Dämmung hat eine schindelartige und damit wasser­ableitende Anordnung zur Folge. Damit eine Trockenmontage der Platten ohne zusätzliche Befestigungsmittel nur mit Hilfe der Anker möglich ist, weisen diese an ihrem unteren Ende neben der hakenförmigen Ausbildung zur Auf­nahme der Armierung der Vorsatzschale einen auf dem Anker verschieblich angeordneten Dämmstoffhalter 4.3 auf. Eine ähnliche Wirkung wird erzielt, wenn das hakenförmig aufgebogene untere Ende des Ankerschenkels so aus­geformt ist, daß es in den Dämmstoff hineinragt.

    [0006] Fig.4 zeigt im Vertikalschnitt durch die Wand 1 ein Beispiel einer vorgefertig­ten Vorsatzschale 15 aus Belchelementen mit Dämmstoffkern 2. Die Elemente sind in horizontalen Montageschienen 13 eingehängt. Der schräge Ankerschenkel 4 wird durch das Blechgehäuse des Elements gebildet. Diese den Anker bildenden Verblechungen weisen noch Aussparungen 16 zur Reduktion von Übertragungs­verlusten auf. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Verblechung im Anker­bereich durch Folien oder Gewebe zu ersetzen. Um das Eindringen von Wasser zu verhindern, weist die St oßfuge im Ankerbereich eine Dichtung 16.1 auf.

    [0007] Fig.5 und Fig.6 sind ebenfalls Vertikalschnitte im Verlauf der Anker. Beide Figuren zeigen schematisch einen Anker flexibler oder wahlweise gelenkiger Bauart zwischen den Befestigungspunkten 17 an der Wand 1 und 18 an der Vorsatzschale. Der Umlenkpunkt 19 in Fig.5 befindet sich auf der Druckplatte 20, mit welcher die Dämmschicht an beliebigen Stellen zur Anpressung gebracht wer­den kann. Die in Fig.6 dargestellte, mehrfache Verankerung 4, 4.1 die beim Befe­stigungspunkt 17 an der Wand 1 ein gemeinsames Gelenk oder im Falle eines fle­xiblen Ankerwerkstoffs einen Umlenkpunkt aufweist, kann mit verschieden ge­richteten Ankern Anforderungen bezüglich Lastaufteilung, Schwingungsdämpfung, Schallverhalten usw. erfüllen. Der Ankerteil 4.1 trägt dabei vorwiegend das Ge­wicht der Vorsatzschale 3 der Anker 4.7 verhindert deren Abheben von der Dämmung bei starker Sogwirkung. Der Anker kann aber auch in mehr als 2 Ankerteile aufgefächert sein, was konstruktive Vorteile bei der Verbindung mit z.B. filigranen Armierungen der Vorsatzschale einerseits und bei der Mon­tage an der Wand andererseits bedeutet. Desgleichen besteht bei solchen Anord­nungen die Möglichkeit, Ankerteile verschiedener Anker zu verschiedenen Befe­stigungspunkten an der Wand nach Durchlaufen von Befestigungspunkten an der Vorsatzschal e umzuleiten bzw. zu befestigen

    [0008] Fig.7 zeigt in Ansicht eine gedämmte Wand 2, zusammengesetzt aus einzelnen, rechteckigen Dämmstoffplatten mit für Verputzarbeiten vorbereiteter, schema­tisch dargestellter Armierung. Diese besteht aus "kleiderbügelartig" in durch geformte Ankerenden gebildete Haken 8 einzuhängende Armierungselemente 22, die durch Übergreifen an wenigstens 3 Punkten fixiert, die einzelnen Dämmstoff­platten vor Aufbringen der die Vorsatzschale bildenden Putzschicht gegen die Wand niederhalten. Das provisorische Niederhalten der mit der Wand nicht ver­klebten Dämmplatten wird bis zum Einhängen der Armierungselemente 22 durch die Ankerenden bzw. Dämmstoffhalter besorgt. Eine einfachere Möglichkeit ist das Einhängen von geraden Armierungsstangen 21 in die Haken 8. Nach Setzen der Anker sowie Klemmen der Dämmstoffplatten werden die Aussparungen für die Anker in den Dämmstoffplatten durch Paßstücke 7 abgeschlossen. Die Armie­rungselemente 21, 22 werden wahlweise mit einer oder mehreren Lagen Armierungs­gittern 23 und/oder mit faserverstärktem Mörtel in der Vorsatzschale ergänzt.

    [0009] Fig.8 und Fig.9 zeigen schematisch im Schnitt bzw. Ansicht die Anwendung eines durchgehenden Seiles 27 als Anker- und Armierungselement. Das Verbin­dungselement 6, welches an der Wand 1 befestigt ist, weist einen Fortsatz zum Einhängen des Seiles auf. Es sitzt beispielsweise zwischen 2 gegeneinanderlie­genden Platten 24, 25 mit entsprechenden seitlichen Aussparungen 7.1, die nach der Montage mit Paßstücken 7 verschlossen werden. Das von Platte zu Platte und durch das Verbindungselement verlaufende Seil 27 ist zur Entlastung der außenliegenden Plattenkanten mit beiden Strängen durch einen Ring 28 ge­führt, der in der Aussparung 7.1 angeordnet ist. Eine weitere Ausführungsmög­lichkeit besteht darin, das Seil in Nuten 29 vesenkt anzuordnen, die zur Ver­besserung der Putzhaftung, wenn die Putzschale aus Mörtel besteht, durch eine Reihe weiterer Vertiefungen 30, ergänzt sind. Der Ring 28 kann dabei auch Teil eines Armierungs- oder Dämmstoffhalterelements sein.

    [0010] Fig.10 zeigt in Ansicht schematisch eine Vorsatzschalenarmierung, die bau­kastenartig aus Putzträgerplatten 31 zusammengesetzt ist. Diese bestehen bei­spielsweise aus halbharten oder harten (Kunststoff-) Faser-(Zement)-Werkstoff. Eine rasterartige Lochung 32 in den Putzträgerplatten verbessert die Putz­haftung und senkt den Dampfdiffusionswiderstand des Wandaufbaus. Lochquer­schnitt und Raster sind dermaßen abgestimmt, daß bei Überlappungen 33 von 2 oder 3 Putzträgerplatten, durch alle Platten gehende Restöffnungen bestehen bleiben. Die Restöffnungsquerschnitte sich überdeckender Lochungen sind min­destens größer als die Putzkörnung. Der erhärtete Putz in den einzelnen kanal­artigen Öffnungen der Lochungen verkeilt die Platten untereinander gegen Schubkräfte parallel zur Wand. Die rasterartigen Lochungen haben außerdem den Zweck von Sollbruchlinien zum Brechen der Putzträgerplatten, sodaß Son­derabmessungen ohne bzw. mit einfachem Werkzeug herstellbar sind. Die Breite der Überlappungsbereiche ist ohne Nachteil für die Qualität der Vorsatzschale variabel. Die Anker 4 weisen im Bereich der Ankerschenkel 4.1 federnde Aus­formungen auf, um Relativbewegungen von Vorsatzschale und Wand auszuglei­chen. Das ist beispielsweise von großer Bedeutung, wenn eine sich mit der Zeit setzende Holzblockwand mit einer erfindungsgemäßen Gebäudewandverklei­dung innen oder außen zu verkleiden ist. Das untere Ankerende 4.2 ragt ösen­förmig durch eine entsprechende Ausnehmung in der Putzträgerplatte durch diese hindurch. Die Befestigung der Putzträgerplatte mit dem Anker geschieht in diesem Fall mit einem Splint 4.3, der durch die Öse gesteckt ist. Die Länge des Splints und dessen Form sind so wählbar, daß Armierungsfunktionen er­füllbar sind. In den aufzubringenden Putz sind bei Bedarf noch weitere Armie­rungselemente, wie z.B.Armierungsgitter, eingebaut.

    [0011] Eine andere Möglichkeit des Aufbaus einer Armierung aus Putzträgerplatten ist,auf solche andere geometrische Formen zurückzugreifen als in der Figur dargestellt. Beispielsweise solche in rechteckiger Ausführung, wobei eine An­ordnung in zwei Lagen mit versetzten Stoßfugen möglich ist. Ebenso besteht die Möglichkeit der einlagigen Anordnung in Verbindung mit die Stoßfugen überdeckenden Streifen oder mit Armierungsgittern. Der Montageablauf solcher Gebäudewandverkleidungen ist ein einfacher: am Beispiel einer Montagefolge von unten nach oben fortschreitend ergibt sich folgender Ablauf: 1.) untereste horizontale Dämmplattenreihe oder Dämmplattenstreifen an der Wand befestigen; 2.) Ankerlöcher unmittelbar darüber bohren; 3.) Anker einhängen bzw. ein­stecken; 4.) Putzträgerplatten einhängen; die Putzträgerplatten ragen bereits über den ersten Dämmplattenstoß hinaus, sodaß sie die nächstfolgende Dämm­plattenreihe in der Stoßfuge dämmstoffhalterartig, ähnlich wie in Fig.1 und Fig.3 beschrieben, fixiert; 5.) der Vorgang 1 - 4 wird wiederholt.

    [0012] In Verbindung mit flexiblen oder biegesteifen Putzträgerplatten bietet sich weiters die vorteilhafte Möglichkeit, diese mit system gleichen Profilleisten und/oder Formstücken, etwa zur Herstellung von Fensterlaibungen, profi­lierten Hauskanten, Lisenen, Gesimsen usw. zu kombinieren. Die Profil­leisten und Formstücke können dabei innerhalb deren Rändern fertige Sichtflächen aufweisen. Über die fertig montierte Wandarmierung, (ggf. bereits mit fertigen Sichtteilen) wird der Außenputz aufgebracht.Dabei werden zuvor die Plattenstöße erforderlichen­falls durch Armierungsstreifen überdeckt oder die ganze Vorsatzschalenarmie­rung, die aus Putzträgerplatten zusammengesetzt ist, mit einem alles überspan­nenden Armierungsgitter versehen, oder mit einer zweiten Lage Putzträger­platten belegt.

    [0013] Eine weitere erfindungsgemäße Lösung betrifft die in Fig. 11 in Ansicht darge­stellte Verwendung einer Vorsatzschale aus fertigen Plattenelementen, am Bei­spiel einer Innenwandverkleidung mit Gipskartonplatten 3 zwischen Fußboden 35.1 und Decke 35. Die nicht dargestellten Dämmungsplatten werden mittels Ankern bzw. Ankerschenkeln 4.1 vor der Gebäudewand befestigt. Die unteren Anker­enden 4.2 einer vertikalen Reihe von Ankern sind mit einer Leiste 34 verbunden, an der die Montage der Gipsplatten wie bekannt erfolgt. Im Beispiel ist die Leiste 34 eine Profilleiste aus Kunststoff oder Metall. Die Leiste ist als Bohr­schablone für die Herstellung der Wandbohrungen ausgebildet. Gegen den Fuß­boden hat die Vorsatzschale ein Spiel 35.2 wenn, wie z.B. bei Holzdecken, wechselnde Belastungen auf die Vorsatzschale wirksam werden könnten. Bei Wandmaterialien geringerer Druckfestigkeit werden die Anker mit Schrauben und Dübeln oder mit Nägeln befestigt. Eine andere Möglichkeit ist die, die Bohrungen in der Wand durch Stützhülsen, in die die oberen Ankerenden einge­steckt werden, zu verstärken. Die Befestigung der unteren Ankerenden 4.2 in den Leisten 34 ist derartig, daß bei der Plattenmontage ein Verschieben der Leisten nach rechts oder links um einige Zentimeter möglich ist. Die Gipsplat­ten 3 weisen eine rasterartige Schlitzlochung 3.1 auf. Die Platten werden so eingerichtet, daß der Rand der Profilleiste jeweils in einer Schlitzlochreihe sichtbar ist. Mit einem Werkzeug wird eine Lasche vom Rand der Profilleiste weg in die Profilleiste hineingeschnitten, herausgebogen, über den Rand des Schlitz­loches hinaus umgebogen und in der Plattenoberfläche versenkt. Der Plattenstoß 36 weist gemäß Schnittdetail Fig. 12 einen mit der Deckschicht der Platte ver­bundenen, durchgehenden Verbindungsstreifen 37 mit Selbstklebeschicht (und abziehbarer Schutzfolie 37.1) zur Überbrückung der Stoßfuge auf. Um eine etwaige Rißbildung im später verschachtelten Stoßfugenbereich 37 zu vermeiden, weisen die Gipskartonplatten 3 im Gipskern oder in einer oder beiden Deck­schichten oder durch alles durchgehend, eine oder mehrere Schlitzreihen 38 auf. Diese Maßnahme ist auf andere sandwichartig aufgebauten Platten bzw. Verbände aus solchen Platten übertragbar.

    [0014] Fig. 13 zeigt im Schnitt das Beispiel einer erfindungsgemäß ausgeführten Vorsatzschale aus schweren, vorgefertigten Plattenelementen 3, wie z.B. Natur­steinplatten. Diese weisen an der Ober- und Unterkanten Nuten 3.1 auf. In diese Nuten sind u-förmig bzw. hakenförmig ausgebildete Profilleisten 4.3 eingesetzt, die einen Verbindungsfortsatz 4.5 für scharnierartige Verbindungen aufweisen. Der Anker der im Beispiel dargestellten Platte besitzt einen längen­verstellbaren Ankerschenkel 4.1, welcher an seinem oberen Ende mittels einer mechanischen Verbindung 4.6 an einer horizontalen Ankerschiene 1.1 der Wand 1 aufgehängt ist. Ein höhenverstellbares Druckelement 39 nimmt die aus dieser Auf­hängung resultierende Querkraft auf. Ebenfalls in der mechanischen Verbindung 4.6 einerseits, sowie in der oberen Profilleiste 4.3 andererseits, ist ein längen­verstellbarer Hilfsanker 40 eingebaut. Zur einfachen Montage oder Demontage der Platten 3 kann die Längenverstellung des Hilfsankers 40 mit einem Werkzeug durch die Stoßfuge der Platten 3 hindurch erfolgen. Im Falle der Demontage z.B. wird der Hilfsanker 40 so weit verkürzt, daß die vorderste, oberste Kante der Platte 3 hinter der untersten rückwärtigen Kante der nicht dargestellten darüber befindlichen Nachbarplatte zu liegen kommt. Es kann dann die Platte 3 über den Drehpunkt 4.6 einfach hochgekippt werden. Damit kann der Ausbau beginnen. Die mechanische Verbindung der Profilleisten 4.3 untereinander geschieht ent­weder durch jeweiliges mechanisches Verbinden mit der Platte, durch separate Zuganker zwischen beiden Profilleisten oder durch eine wahlweise längenverstell­bare Strebe 41 für den Fall, daß der Hilfsanker 40 in einem steilen Winkel zur Platte 3 angeordnet ist. Diese erfindungsgemäße Verankerung der Vorsatzschale hat den Vorteil der Einsetzbarkeit nicht druckfesten Dämmstoffs.


    Ansprüche

    1. Gebäudewand-Verkleidung, bestehend aus einer Dämmschicht, einer vorsatzschalenartigen Verputzauflage mit einer Armierung bzw. einem Putzträger sowie einer Anzahl an der Gebäudewand be­festigter und die Dämmschicht durchdringender Anker, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierungen bzw. Putzträger (31) als steife Felder ausgebildet sind, die mittels der an der Gebäude­wand befestigten, in an sich bekannter Weise unter einem Winkel, der bezüglich der Gebäudewandung kleiner als 45° ist, schräg nach unten gericheteten Ankerschenkel (4, 1) in Anlage an die Dämmschicht gehalten sind.
     
    2. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gebäudewand-Verkleidung Anker in senkrecht zur Gebäudewand stehenden, schiefen Ebenen oder gekrümmten Flächen schräg nach unten hängend aufweist, wahlweise mit mehreren Ankerschenkeln pro Anker und/oder mehreren Befestigungsebenen innerhalb der Vorsatzschale, wobei die Summe deren horizontaler, parallel zur Gebäudewand wirkender Kräfte der Kräfteparallelogramme der Anker annähernd 0 ergibt.
     
    3. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie Anker, die im Befestigungsbereich an der Gebäudewand Ausformungen (Fig.1, 6.2) aufweist, die Biegsamkeit, Federn oder Gelenkigkeit hinsichtlich der Neigung der Schenkelachse herbeiführen.
     
    4. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeich­net, daß deren Anker jeweils einen, vorzugsweise aus metallischem Werkstoff , im Befestigungsbereich an der Gebäudewand schräg nach unten gerich­teten Fortsatz, wahlweise mit Klemmvorrichtungen,und die Gebäudewand eine ebenso schräg nach unten verlaufende Bohrung zur Aufnahme des Fortsatzes aufweist.
     
    5. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß deren Anker jeweils im Bereich des nach unten gerichteten Schenkels eine oder mehrere Ausformungen(Fig.10, 4.1), die ein Federn in der Schenkelachse unter Belastung bewirken, aufweisen.
     
    6. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schenkel des Ankers im Bereich der Anlagefläche mit dem Dämmstoff, drucktellerartige Ausformungen aufweist.
     
    7. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß deren Anker in Gruppen durch mechanische Verbindungen mit vertikalen oder horizontalen Profilleisten (Fig, 2, 14, 13, Fig. 11, 34) zu Montageeinheiten zu­sammengefaßt sind, wobei wahlweise die Profilleisten an den unteren Ankerenden eine horizontal verschiebliche Verbindung aufweisen.
     
    8. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß d Anker aus faserigem Werkstoff bestehen und mindestens an einem Ende schlau­fen- oder ösenförmige Ausbildungen und/oder ringartige Halterungen (Fig.8, 28), durch die der Anker geführt ist, aufweisen.
     
    9. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie Anker mit jeweils einem oder mehreren starren oder beweglichen Dämmstoffhaltern (Fig. 1, 8.1), (Fig. 3, 4.3) im Bereich des unteren Ankerendes aufweist.
     
    10. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß deren Dämmschicht vorgefertigte Platten mit Nuten (Fig.1,4) mit schrägem Nutgrund als Anlagefläche der Ankerschenkel bzw. der drucktellerartigen Ausformungen derselben, sowie einsetzbare Abschluß-Formstücke (7) oder Ort­schaumfüllungen in den Nuten, aufweist.
     
    11. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeich­net, daß die Dämmschicht vorgefertigte Platten, im Vertikalschnitt rhomboiden Querschnitts, aufweist, wobei in den horizontalen, schräg nach unten abfallen­den Sto ßfugen(Fig.3, 2.3) die Ankerschenkel der Anker liegen und wahlweise diese Flächen und/oder auch die seitlichen, elastische Auflagen (2.3) besitzen.
     
    12. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß deren einzelne Anker einen flächig ausgebildeten Ankerschenkel (Fig. 4, 4) von beliebiger Breite, aus biegesteifen oder flexiblem Werkstoff, wahl­weise mit Aussparungen (Fig. 4, 16) versehen, welcher an der Wand direkt oder indirekt, punkt- oder streifenartig befestigt ist, aufweist.
     
    13. Gebäudewandverkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß deren Vorsatzschale plattenförmige, vorzugsweise an ihren Rändern überlappende Putzträger- und Armierungselemente in Form gelochter oder genoppter tafelförmi­ger Putzträgerplatten (Fig. 10, 31) aufweist.
     
    14. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß deren Vorsatzschale Putzträgerplatten und Formstücke mit fertigen Sichtflächen, die peripher mit putzträgerartigen Öberlsppungs - Fortsätzen ausgegbildet sind, aufweist.
     
    15. Gebäudewand-Verkleidung mit einer aus sandwichartig aus Deckschichten so­wie einer Kernschicht aufgebauten Platten, zusammengesetzten Vorsatzschale, dadurch gekennzeichnet, daß die Plattenränder in Stoßfugenbereichen eine oder mehrere Schlitzreihen (Fig. 11, 38) in einer oder beiden Deckschichten, wahlweise auch durch die Kernschicht gehend, aufweisen.
     




    Zeichnung