[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Gebäudewand-Verkleidung mit einer durch eine
Vorsatzschale geschützten Dämmung an einer Gebäudewand. Dämmungen müssen, vor allem
wenn sie außerhalb der Außenwand angebracht sind, aus optischen Gründen, wegen mechanischer
Einwirkungen sowie wegen Witterungseinflüssen mit einer schützenden Vorsatzschale
versehen sein. Dabei gibt es Vorsatzschalen auf Grundlage von Lattenrosten und Verblendplatten.
Ferner im Schichtverfahren aufgebrachte, gewebeverstärkte Kunststoffbeschichtungen
auf der Dämmstoffoberfläche. Bei hohen Dämmschichtstärken sind gemauerte Vorsatzschalen
üblich. Diese sind, soweit die Standfestigkeit nicht ausreicht, z.B. wegen Windlasten
mit Ankern am Bauwerk zu befestigen. Abgesehen vom Platzbedarf und den hohen Kosten
für Mauerwerk und Fundament, wird durch die Anker, die aus Metall bestehen, Verlustwärme
übertragen, sowie Fehlerstellen in der Dämmung in den Ankerbereichen mit zusätzlichen
Wärmeverlusten verursacht. Ähnliches gilt auch für ein Verfahren, bei welchem ein
direkt verputzbares Drahtziegelgewebe mit Ankern vor der Dämmung befestigt wird.
[0002] Ziel der vorliegenden Erfindung ist, verbundartig an einer mit einer Schall-, Wärme-,
oder Kältedämmung versehenen Wandfläche unter Vermeidung der aufgezählten Nachteile
eine preisgünstige Vorsatzschale zu verankern. Dies geschieht erfindungsgemäß so,
daß mehrere an der Gebäudewand befestigte und die Dämmschicht durchdringende Anker,
die vorzugsweise in senkrecht zur Gebäudewand stehenden vertikalen Ebenen schräg nach
unten hängend angeordnet sind und die unteren Ankerenden kraftschlüssige Verbindungen
mit der Vorsatzschale oder mit Armierungselementen derselben aufweisen, wobei das
Gewicht der Vorsatzschale die Anker im wesentlichen auf Zug und die Dämmschicht oder
Zonen derselben, auf Druck beansprucht und daß die Zugkomponente dabei wesentlich
größer als die Druckkomponente ist. D.h., daß die Vorsatzschale hängend befestigt
ist. Die durch die gegenüber herkömmlichen Ankern wesentlich vergrößerte Länge des
Ankerschenkels, senkt dessen Wärme- und Schallübertragung. Die übliche Biegebeanspruchung
des Ankerschenkels entfällt. Die Vorsatzschale hängt und braucht deshalb vorteilhafterweise
kein Fundament, was im Falle nachträglicher Sanierungen wichtig ist. Der resultierende
Druck auf die Dämmung bzw. gegen die Gebäudewand bewirkt, zusammen mit der Schrägstellung
des Ankers, die vorteilhafte Möglichkeit eines Verzichts auf ein separates Befestigen
der Dämmung an der Wand. Einen weiteren Vorteil stellt die Möglichkeit dar, den Druck
der Vorsatzschale zonenweise statt vollflächig auf die Dämmung und/oder von der Dämmung
auf die Wand zu übertragen, sodaß sowohl Hohlräume zur Hinterlüftung der Vorsatzschale
als auch solche zur Hinterlüftung der Dämmung ausbildbar sind. Durch die Schrägstellung
des Ankerschenkels einerseits und die überwiegende Scherbeanspruchung zwischen diesem
und dem Befestigungsbereich in der Gebäudewand andererseits, sowie durch die große
Hebellänge des Ankerschenkels bzw. die kurze des Befestigungsteils des Ankers, sind
vorteilhafterweise geringe Ausziehkräfte hinsichtlich der Befestigung in der Gebäudewand
möglich, die durch einfache Klemmeffekte im Bohrloch der Gebäudewand beherrschbar
sind. Der Fortfall von Biegebeanspruchungen an den Ankern schafft die vorteilhafte
Möglichkeit, textile Werkstoffe für die Ankerschenkel zu verwenden und deren Wärmeleitung
herabzusetzen. Die erfindungsgemäß hängende Vorsatzschale ermöglicht vorteilhafterweise
das Befestigen von Armierungen der Vorsatzschale an den Ankern durch bloßes Einhängen.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäß hängenden Vorsatzschale bzw. der Verwendung
von Zug- statt normaler biegungsbeanspruchter Anker, ist die Einsetzbarkeit schwerer,
dafür aber billiger Kalk- oder Zement- oder Gipsputze für die Vorsatzschale. Die Belastbarkeit
des Systems mit schweren Vorsatzschalen eröffnet auch die vorteilhafte Möglichkeit
der Verwendung vorgefertigter Putzträgerkörper, wie z.B. solcher auf Faserzementbasis.
Ausführungsbeispiele:
[0003] Fig.1 zeigt wie Fig.2 den senkrechten Schnitt durch einen eingebauten Anker. 1 zeigt
die zu dämmende Wand, 2 die Dämmung, 3 die Vorsatzschale. Die Vorsatzschale kann aus
vorgefertigten Teilen oder aber einer armierten Putzschale bestehen. Der Anker 4 ist
durch den abgewinkelten Fortsatz 6 in der entsprechenden Bohrung in der Wand mit dieser
durch Einhaken verbunden. Eine Ausformung 6.1 am Ende des Fortsatzes bewirkt ein
Klemmen im Bohrloch, wobei dieser Effekt durch Neigen des Ankerschenkels 4.1 gegen
die Wand noch verstärkt wird. Die Dämmung mit einer vorgefertigten Aussparung 7.1
wird durch den Anker bzw. den Ankerschenkel niedergehalten, wordurch eine Verklebung
der Dämmung mit der Wand unterbleiben kann. Die Aussparung in der Dämmung ist durch
ein Paßstück 7 aus Dämmstoff verschlossen. Das der Vorsatzschale zugewandte untere
Ankerende 8 ist hakenförmig aufgebogen und dient dem Einhängen der Armierung der
Vorsatzschale. Diese besteht aus einem Seil Draht, 9 und einem oder mehreren (sandwichartig)
angeordneten Armierungsgitter (n) 10 , beispielsweise aus einem textilen Netzwerk.
Das Paßstück 7 ist so ausgebildet, daß durch die Vorsatzschale einsickerndes Wasser
mittels Nase 11 abgewiesen bzw. durch eine Drainage 12 abgeleitet wird. Wahlweise
weist das Paßstück außerdem Fortsätze oder Vertiefungen od Auflagen zum seitlichen
Fixieren in der Dämmung auf. Eine andere Art der Befestigung des Paßstückes oder
aber auch zur Fixierung der Dämmung ist ein Dämmstoffhalterfortsatz 8.1 am Ankerende
8. Dieser kann sowohl einstückig aus dem Anker geformt sein als auch z.B. als Schiebe/Klemmteil
am Ankerschenkel. Innerhalb eines Verbandes von Ankern kann eine bestimmte Anzahl
dieser einen anderen Neigungswinkel aufweisen, um bestimmte statische oder dynamische
Anforderungen an das Verhalten der Vorsatzschale zu beeinflussen.
[0004] Beispiel Fig.2 stellt eine Verankerung der Vorsatzschale 3 mit Ankern 4 dar, wobei
diese einerseits in vertikalen, in der Wand befestigten Montageschienen 13 , andererseits
in Montageschienen 14, die zur Aufnahme von vorgefertigten Platten als Vorsatzschale
eingerichtet sind, befestigt. Der Raum zwischen beiden Montageschienen 13, 14 ist
mit einer vorgefertigten druckfesten Distanzleiste 2.1 aus Dämmstoff ausgefüllt. Der
nicht dargestellte Raum zwischen benachbarten Distanzleisten wird beispielsweise mit
Dämmstoff nachträglich ausgefüllt. Die Montageschienen 13, 14 können einzeln oder
zusammen in anderen Einbaulagen angeordnet sein. Die Montageschienen 13, 14 sowie
die Distanzleiste 2.1 können auch eine vorgefertigte Baueinheit darstellen. Die Ankerschenkel
sind (bandförmig) aus flexiblem od.textilem Werkstoff gefertigt, wobei die Breite
beliebig wählbar ist. Die Ankerschenkel weisen außerdem, wenn sie aus Blech gefertigt
sind, Lochungen zur Reduktion von Übertragungsverlusten auf. Die schematisch dargestellten
Anker⁴ sind solche aus Runddraht, wobei die umgebogenen Ankerenden gelenkig in Bohrungen
der Montageschienen gelagert sind.
[0005] Fig.3 zeigt schematisch eine abweichende Ausbildungsform von Fig.1. Darin sind die
horizontalen Stoßfugen der aus Platten zusammengesetzten Dämmung 2 mit der durch die
Ankerschenkel 4.1 beschriebenen, geneigten Ebene identisch. Der Bereich der Stoßfugen
weist elastische Beschichtungen 2.3 der Platten auf, die die durch die Anker notwendige
Distanz dichten. Der rhomboide Querschnitt der Platten der Dämmung hat eine schindelartige
und damit wasserableitende Anordnung zur Folge. Damit eine Trockenmontage der Platten
ohne zusätzliche Befestigungsmittel nur mit Hilfe der Anker möglich ist, weisen diese
an ihrem unteren Ende neben der hakenförmigen Ausbildung zur Aufnahme der Armierung
der Vorsatzschale einen auf dem Anker verschieblich angeordneten Dämmstoffhalter 4.3
auf. Eine ähnliche Wirkung wird erzielt, wenn das hakenförmig aufgebogene untere Ende
des Ankerschenkels so ausgeformt ist, daß es in den Dämmstoff hineinragt.
[0006] Fig.4 zeigt im Vertikalschnitt durch die Wand 1 ein Beispiel einer vorgefertigten
Vorsatzschale 15 aus Belchelementen mit Dämmstoffkern 2. Die Elemente sind in horizontalen
Montageschienen 13 eingehängt. Der schräge Ankerschenkel 4 wird durch das Blechgehäuse
des Elements gebildet. Diese den Anker bildenden Verblechungen weisen noch Aussparungen
16 zur Reduktion von Übertragungsverlusten auf. Eine andere Möglichkeit besteht darin,
die Verblechung im Ankerbereich durch Folien oder Gewebe zu ersetzen. Um das Eindringen
von Wasser zu verhindern, weist die St oßfuge im Ankerbereich eine Dichtung 16.1 auf.
[0007] Fig.5 und Fig.6 sind ebenfalls Vertikalschnitte im Verlauf der Anker. Beide Figuren
zeigen schematisch einen Anker flexibler oder wahlweise gelenkiger Bauart zwischen
den Befestigungspunkten 17 an der Wand 1 und 18 an der Vorsatzschale. Der Umlenkpunkt
19 in Fig.5 befindet sich auf der Druckplatte 20, mit welcher die Dämmschicht an beliebigen
Stellen zur Anpressung gebracht werden kann. Die in Fig.6 dargestellte, mehrfache
Verankerung 4, 4.1 die beim Befestigungspunkt 17 an der Wand 1 ein gemeinsames Gelenk
oder im Falle eines flexiblen Ankerwerkstoffs einen Umlenkpunkt aufweist, kann mit
verschieden gerichteten Ankern Anforderungen bezüglich Lastaufteilung, Schwingungsdämpfung,
Schallverhalten usw. erfüllen. Der Ankerteil 4.1 trägt dabei vorwiegend das Gewicht
der Vorsatzschale 3 der Anker 4.7 verhindert deren Abheben von der Dämmung bei starker
Sogwirkung. Der Anker kann aber auch in mehr als 2 Ankerteile aufgefächert sein, was
konstruktive Vorteile bei der Verbindung mit z.B. filigranen Armierungen der Vorsatzschale
einerseits und bei der Montage an der Wand andererseits bedeutet. Desgleichen besteht
bei solchen Anordnungen die Möglichkeit, Ankerteile verschiedener Anker zu verschiedenen
Befestigungspunkten an der Wand nach Durchlaufen von Befestigungspunkten an der Vorsatzschal
e umzuleiten bzw. zu befestigen
[0008] Fig.7 zeigt in Ansicht eine gedämmte Wand 2, zusammengesetzt aus einzelnen, rechteckigen
Dämmstoffplatten mit für Verputzarbeiten vorbereiteter, schematisch dargestellter
Armierung. Diese besteht aus "kleiderbügelartig" in durch geformte Ankerenden gebildete
Haken 8 einzuhängende Armierungselemente 22, die durch Übergreifen an wenigstens 3
Punkten fixiert, die einzelnen Dämmstoffplatten vor Aufbringen der die Vorsatzschale
bildenden Putzschicht gegen die Wand niederhalten. Das provisorische Niederhalten
der mit der Wand nicht verklebten Dämmplatten wird bis zum Einhängen der Armierungselemente
22 durch die Ankerenden bzw. Dämmstoffhalter besorgt. Eine einfachere Möglichkeit
ist das Einhängen von geraden Armierungsstangen 21 in die Haken 8. Nach Setzen der
Anker sowie Klemmen der Dämmstoffplatten werden die Aussparungen für die Anker in
den Dämmstoffplatten durch Paßstücke 7 abgeschlossen. Die Armierungselemente 21,
22 werden wahlweise mit einer oder mehreren Lagen Armierungsgittern 23 und/oder mit
faserverstärktem Mörtel in der Vorsatzschale ergänzt.
[0009] Fig.8 und Fig.9 zeigen schematisch im Schnitt bzw. Ansicht die Anwendung eines durchgehenden
Seiles 27 als Anker- und Armierungselement. Das Verbindungselement 6, welches an
der Wand 1 befestigt ist, weist einen Fortsatz zum Einhängen des Seiles auf. Es sitzt
beispielsweise zwischen 2 gegeneinanderliegenden Platten 24, 25 mit entsprechenden
seitlichen Aussparungen 7.1, die nach der Montage mit Paßstücken 7 verschlossen werden.
Das von Platte zu Platte und durch das Verbindungselement verlaufende Seil 27 ist
zur Entlastung der außenliegenden Plattenkanten mit beiden Strängen durch einen Ring
28 geführt, der in der Aussparung 7.1 angeordnet ist. Eine weitere Ausführungsmöglichkeit
besteht darin, das Seil in Nuten 29 vesenkt anzuordnen, die zur Verbesserung der
Putzhaftung, wenn die Putzschale aus Mörtel besteht, durch eine Reihe weiterer Vertiefungen
30, ergänzt sind. Der Ring 28 kann dabei auch Teil eines Armierungs- oder Dämmstoffhalterelements
sein.
[0010] Fig.10 zeigt in Ansicht schematisch eine Vorsatzschalenarmierung, die baukastenartig
aus Putzträgerplatten 31 zusammengesetzt ist. Diese bestehen beispielsweise aus halbharten
oder harten (Kunststoff-) Faser-(Zement)-Werkstoff. Eine rasterartige Lochung 32 in
den Putzträgerplatten verbessert die Putzhaftung und senkt den Dampfdiffusionswiderstand
des Wandaufbaus. Lochquerschnitt und Raster sind dermaßen abgestimmt, daß bei Überlappungen
33 von 2 oder 3 Putzträgerplatten, durch alle Platten gehende Restöffnungen bestehen
bleiben. Die Restöffnungsquerschnitte sich überdeckender Lochungen sind mindestens
größer als die Putzkörnung. Der erhärtete Putz in den einzelnen kanalartigen Öffnungen
der Lochungen verkeilt die Platten untereinander gegen Schubkräfte parallel zur Wand.
Die rasterartigen Lochungen haben außerdem den Zweck von Sollbruchlinien zum Brechen
der Putzträgerplatten, sodaß Sonderabmessungen ohne bzw. mit einfachem Werkzeug herstellbar
sind. Die Breite der Überlappungsbereiche ist ohne Nachteil für die Qualität der Vorsatzschale
variabel. Die Anker 4 weisen im Bereich der Ankerschenkel 4.1 federnde Ausformungen
auf, um Relativbewegungen von Vorsatzschale und Wand auszugleichen. Das ist beispielsweise
von großer Bedeutung, wenn eine sich mit der Zeit setzende Holzblockwand mit einer
erfindungsgemäßen Gebäudewandverkleidung innen oder außen zu verkleiden ist. Das
untere Ankerende 4.2 ragt ösenförmig durch eine entsprechende Ausnehmung in der Putzträgerplatte
durch diese hindurch. Die Befestigung der Putzträgerplatte mit dem Anker geschieht
in diesem Fall mit einem Splint 4.3, der durch die Öse gesteckt ist. Die Länge des
Splints und dessen Form sind so wählbar, daß Armierungsfunktionen erfüllbar sind.
In den aufzubringenden Putz sind bei Bedarf noch weitere Armierungselemente, wie
z.B.Armierungsgitter, eingebaut.
[0011] Eine andere Möglichkeit des Aufbaus einer Armierung aus Putzträgerplatten ist,auf
solche andere geometrische Formen zurückzugreifen als in der Figur dargestellt. Beispielsweise
solche in rechteckiger Ausführung, wobei eine Anordnung in zwei Lagen mit versetzten
Stoßfugen möglich ist. Ebenso besteht die Möglichkeit der einlagigen Anordnung in
Verbindung mit die Stoßfugen überdeckenden Streifen oder mit Armierungsgittern. Der
Montageablauf solcher Gebäudewandverkleidungen ist ein einfacher: am Beispiel einer
Montagefolge von unten nach oben fortschreitend ergibt sich folgender Ablauf: 1.)
untereste horizontale Dämmplattenreihe oder Dämmplattenstreifen an der Wand befestigen;
2.) Ankerlöcher unmittelbar darüber bohren; 3.) Anker einhängen bzw. einstecken;
4.) Putzträgerplatten einhängen; die Putzträgerplatten ragen bereits über den ersten
Dämmplattenstoß hinaus, sodaß sie die nächstfolgende Dämmplattenreihe in der Stoßfuge
dämmstoffhalterartig, ähnlich wie in Fig.1 und Fig.3 beschrieben, fixiert; 5.) der
Vorgang 1 - 4 wird wiederholt.
[0012] In Verbindung mit flexiblen oder biegesteifen Putzträgerplatten bietet sich weiters
die vorteilhafte Möglichkeit, diese mit system gleichen Profilleisten und/oder Formstücken,
etwa zur Herstellung von Fensterlaibungen, profilierten Hauskanten, Lisenen, Gesimsen
usw. zu kombinieren. Die Profilleisten und Formstücke können dabei innerhalb deren
Rändern fertige Sichtflächen aufweisen. Über die fertig montierte Wandarmierung, (ggf.
bereits mit fertigen Sichtteilen) wird der Außenputz aufgebracht.Dabei werden zuvor
die Plattenstöße erforderlichenfalls durch Armierungsstreifen überdeckt oder die
ganze Vorsatzschalenarmierung, die aus Putzträgerplatten zusammengesetzt ist, mit
einem alles überspannenden Armierungsgitter versehen, oder mit einer zweiten Lage
Putzträgerplatten belegt.
[0013] Eine weitere erfindungsgemäße Lösung betrifft die in Fig. 11 in Ansicht dargestellte
Verwendung einer Vorsatzschale aus fertigen Plattenelementen, am Beispiel einer Innenwandverkleidung
mit Gipskartonplatten 3 zwischen Fußboden 35.1 und Decke 35. Die nicht dargestellten
Dämmungsplatten werden mittels Ankern bzw. Ankerschenkeln 4.1 vor der Gebäudewand
befestigt. Die unteren Ankerenden 4.2 einer vertikalen Reihe von Ankern sind mit
einer Leiste 34 verbunden, an der die Montage der Gipsplatten wie bekannt erfolgt.
Im Beispiel ist die Leiste 34 eine Profilleiste aus Kunststoff oder Metall. Die Leiste
ist als Bohrschablone für die Herstellung der Wandbohrungen ausgebildet. Gegen den
Fußboden hat die Vorsatzschale ein Spiel 35.2 wenn, wie z.B. bei Holzdecken, wechselnde
Belastungen auf die Vorsatzschale wirksam werden könnten. Bei Wandmaterialien geringerer
Druckfestigkeit werden die Anker mit Schrauben und Dübeln oder mit Nägeln befestigt.
Eine andere Möglichkeit ist die, die Bohrungen in der Wand durch Stützhülsen, in die
die oberen Ankerenden eingesteckt werden, zu verstärken. Die Befestigung der unteren
Ankerenden 4.2 in den Leisten 34 ist derartig, daß bei der Plattenmontage ein Verschieben
der Leisten nach rechts oder links um einige Zentimeter möglich ist. Die Gipsplatten
3 weisen eine rasterartige Schlitzlochung 3.1 auf. Die Platten werden so eingerichtet,
daß der Rand der Profilleiste jeweils in einer Schlitzlochreihe sichtbar ist. Mit
einem Werkzeug wird eine Lasche vom Rand der Profilleiste weg in die Profilleiste
hineingeschnitten, herausgebogen, über den Rand des Schlitzloches hinaus umgebogen
und in der Plattenoberfläche versenkt. Der Plattenstoß 36 weist gemäß Schnittdetail
Fig. 12 einen mit der Deckschicht der Platte verbundenen, durchgehenden Verbindungsstreifen
37 mit Selbstklebeschicht (und abziehbarer Schutzfolie 37.1) zur Überbrückung der
Stoßfuge auf. Um eine etwaige Rißbildung im später verschachtelten Stoßfugenbereich
37 zu vermeiden, weisen die Gipskartonplatten 3 im Gipskern oder in einer oder beiden
Deckschichten oder durch alles durchgehend, eine oder mehrere Schlitzreihen 38 auf.
Diese Maßnahme ist auf andere sandwichartig aufgebauten Platten bzw. Verbände aus
solchen Platten übertragbar.
[0014] Fig. 13 zeigt im Schnitt das Beispiel einer erfindungsgemäß ausgeführten Vorsatzschale
aus schweren, vorgefertigten Plattenelementen 3, wie z.B. Natursteinplatten. Diese
weisen an der Ober- und Unterkanten Nuten 3.1 auf. In diese Nuten sind u-förmig bzw.
hakenförmig ausgebildete Profilleisten 4.3 eingesetzt, die einen Verbindungsfortsatz
4.5 für scharnierartige Verbindungen aufweisen. Der Anker der im Beispiel dargestellten
Platte besitzt einen längenverstellbaren Ankerschenkel 4.1, welcher an seinem oberen
Ende mittels einer mechanischen Verbindung 4.6 an einer horizontalen Ankerschiene
1.1 der Wand 1 aufgehängt ist. Ein höhenverstellbares Druckelement 39 nimmt die aus
dieser Aufhängung resultierende Querkraft auf. Ebenfalls in der mechanischen Verbindung
4.6 einerseits, sowie in der oberen Profilleiste 4.3 andererseits, ist ein längenverstellbarer
Hilfsanker 40 eingebaut. Zur einfachen Montage oder Demontage der Platten 3 kann die
Längenverstellung des Hilfsankers 40 mit einem Werkzeug durch die Stoßfuge der Platten
3 hindurch erfolgen. Im Falle der Demontage z.B. wird der Hilfsanker 40 so weit verkürzt,
daß die vorderste, oberste Kante der Platte 3 hinter der untersten rückwärtigen Kante
der nicht dargestellten darüber befindlichen Nachbarplatte zu liegen kommt. Es kann
dann die Platte 3 über den Drehpunkt 4.6 einfach hochgekippt werden. Damit kann der
Ausbau beginnen. Die mechanische Verbindung der Profilleisten 4.3 untereinander geschieht
entweder durch jeweiliges mechanisches Verbinden mit der Platte, durch separate Zuganker
zwischen beiden Profilleisten oder durch eine wahlweise längenverstellbare Strebe
41 für den Fall, daß der Hilfsanker 40 in einem steilen Winkel zur Platte 3 angeordnet
ist. Diese erfindungsgemäße Verankerung der Vorsatzschale hat den Vorteil der Einsetzbarkeit
nicht druckfesten Dämmstoffs.
1. Gebäudewand-Verkleidung, bestehend aus einer Dämmschicht, einer vorsatzschalenartigen
Verputzauflage mit einer Armierung bzw. einem Putzträger sowie einer Anzahl an der
Gebäudewand befestigter und die Dämmschicht durchdringender Anker, dadurch gekennzeichnet,
daß die Armierungen bzw. Putzträger (31) als steife Felder ausgebildet sind, die mittels
der an der Gebäudewand befestigten, in an sich bekannter Weise unter einem Winkel,
der bezüglich der Gebäudewandung kleiner als 45° ist, schräg nach unten gericheteten
Ankerschenkel (4, 1) in Anlage an die Dämmschicht gehalten sind.
2. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gebäudewand-Verkleidung
Anker in senkrecht zur Gebäudewand stehenden, schiefen Ebenen oder gekrümmten Flächen
schräg nach unten hängend aufweist, wahlweise mit mehreren Ankerschenkeln pro Anker
und/oder mehreren Befestigungsebenen innerhalb der Vorsatzschale, wobei die Summe
deren horizontaler, parallel zur Gebäudewand wirkender Kräfte der Kräfteparallelogramme
der Anker annähernd 0 ergibt.
3. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie
Anker, die im Befestigungsbereich an der Gebäudewand Ausformungen (Fig.1, 6.2) aufweist,
die Biegsamkeit, Federn oder Gelenkigkeit hinsichtlich der Neigung der Schenkelachse
herbeiführen.
4. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
deren Anker jeweils einen, vorzugsweise aus metallischem Werkstoff , im Befestigungsbereich
an der Gebäudewand schräg nach unten gerichteten Fortsatz, wahlweise mit Klemmvorrichtungen,und
die Gebäudewand eine ebenso schräg nach unten verlaufende Bohrung zur Aufnahme des
Fortsatzes aufweist.
5. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß deren
Anker jeweils im Bereich des nach unten gerichteten Schenkels eine oder mehrere Ausformungen(Fig.10,
4.1), die ein Federn in der Schenkelachse unter Belastung bewirken, aufweisen.
6. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schenkel
des Ankers im Bereich der Anlagefläche mit dem Dämmstoff, drucktellerartige Ausformungen
aufweist.
7. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß deren Anker
in Gruppen durch mechanische Verbindungen mit vertikalen oder horizontalen Profilleisten
(Fig, 2, 14, 13, Fig. 11, 34) zu Montageeinheiten zusammengefaßt sind, wobei wahlweise
die Profilleisten an den unteren Ankerenden eine horizontal verschiebliche Verbindung
aufweisen.
8. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß d Anker
aus faserigem Werkstoff bestehen und mindestens an einem Ende schlaufen- oder ösenförmige
Ausbildungen und/oder ringartige Halterungen (Fig.8, 28), durch die der Anker geführt
ist, aufweisen.
9. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie Anker
mit jeweils einem oder mehreren starren oder beweglichen Dämmstoffhaltern (Fig. 1,
8.1), (Fig. 3, 4.3) im Bereich des unteren Ankerendes aufweist.
10. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß deren Dämmschicht
vorgefertigte Platten mit Nuten (Fig.1,4) mit schrägem Nutgrund als Anlagefläche der
Ankerschenkel bzw. der drucktellerartigen Ausformungen derselben, sowie einsetzbare
Abschluß-Formstücke (7) oder Ortschaumfüllungen in den Nuten, aufweist.
11. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Dämmschicht
vorgefertigte Platten, im Vertikalschnitt rhomboiden Querschnitts, aufweist, wobei
in den horizontalen, schräg nach unten abfallenden Sto ßfugen(Fig.3, 2.3) die Ankerschenkel
der Anker liegen und wahlweise diese Flächen und/oder auch die seitlichen, elastische
Auflagen (2.3) besitzen.
12. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß deren einzelne
Anker einen flächig ausgebildeten Ankerschenkel (Fig. 4, 4) von beliebiger Breite,
aus biegesteifen oder flexiblem Werkstoff, wahlweise mit Aussparungen (Fig. 4, 16)
versehen, welcher an der Wand direkt oder indirekt, punkt- oder streifenartig befestigt
ist, aufweist.
13. Gebäudewandverkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß deren Vorsatzschale
plattenförmige, vorzugsweise an ihren Rändern überlappende Putzträger- und Armierungselemente
in Form gelochter oder genoppter tafelförmiger Putzträgerplatten (Fig. 10, 31) aufweist.
14. Gebäudewand-Verkleidung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß deren Vorsatzschale
Putzträgerplatten und Formstücke mit fertigen Sichtflächen, die peripher mit putzträgerartigen
Öberlsppungs - Fortsätzen ausgegbildet sind, aufweist.
15. Gebäudewand-Verkleidung mit einer aus sandwichartig aus Deckschichten sowie einer
Kernschicht aufgebauten Platten, zusammengesetzten Vorsatzschale, dadurch gekennzeichnet,
daß die Plattenränder in Stoßfugenbereichen eine oder mehrere Schlitzreihen (Fig.
11, 38) in einer oder beiden Deckschichten, wahlweise auch durch die Kernschicht gehend,
aufweisen.