(19)
(11) EP 0 290 743 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.11.1988  Patentblatt  1988/46

(21) Anmeldenummer: 88103962.2

(22) Anmeldetag:  12.03.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D01H 5/72
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR IT LI

(30) Priorität: 12.05.1987 DE 3715811
21.01.1988 DE 3801687

(71) Anmelder: Zinser Textilmaschinen GmbH
D-73061 Ebersbach/Fils (DE)

(72) Erfinder:
  • Nickolay, Helmut, Dipl.-Ing.
    D-7336 Uhingen (DE)
  • Lattner, Manfred
    D-7333 Ebersbach-Sulpach (DE)

(74) Vertreter: Schieschke, Klaus, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Dipl.-Ing. E. Eder Dipl.-Ing. K. Schieschke Elisabethstrasse 34
D-80796 München
D-80796 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Luntenführungs-Vorrichtung


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf eine Luntenführungs-Vorrich­tung, mit einem zwischen zwei Walzenpaaren 1, 2 an einer Ar­beitsstelle einer Spinnereimaschine angeordneten Führungs­element. Dieses Führungselement ist ein zwischen den beiden Walzenpaaren 1, 2 befestigter, längenveränderbarer Lunten­führungskanal, dessen Endbereiche jeweils in den Walzenspalt der beiden Walzenpaare 1, 2 ragen. Dieser Luntenführungska­nal kann durch zwei teleskopartig ineinander geführte, durch die Kraft einer Feder 11 auseinandergedrückte, zwischen den beiden Walzenpaaren 1, 2 eingespannte Rohre 9, 10 gebildet sein.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Luntenführungs-Vorrich­tung, mit einem zwischen zwei Walzenpaaren an einer Arbeits­stelle einer Spinnereimaschine angeordneten Führungselement.

    [0002] In der Praxis kann der Fall eintre]ten, daß ein aus einem Walzenpaar heraushängendes Luntenende bei Wiederinbetrieb­nahme an einer Arbeitsstelle einer Spinnereimaschine nicht funktionsgerecht in den Walzenspalt des nachgeordneten Wal­zenpaares eingeführt wird. Hierbei zählt es bereits zum Stand der Technik, zwischen den beiden Walzenpaaren einen Tisch anzuordnen, auf welchem das Luntenende liegt. Eine derartige Konstruktion hat jedoch den Nachteil, daß bei größeren Abstandsänderungen der beiden Walzenpaare Tische unterschiedlicher Breite eingesetzt werden müssen.

    [0003] Weiterhin hat sich in der Praxis gezeigt, daß bei Verwendung eines sogenannten Wanderbläsers, welcher an der Spinnereima­schine entlang läuft und mittels eines Luftstromes Staub- und Faserablagerungen auf den Verzugselementen abbläst, auch das Luntenende auf dem Tisch so verblasen wird, daß es bei Wiederaufnahme der Lieferung nicht in den Klemmspalt des nachgeordneten Walzenpaares findet. Ein als Tisch ausgebil­detes Führungselement hat sich damit in der Praxis als feh­leranfällig erwiesen.

    [0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Luntenfüh­rungs-Vorrichtung zu schaffen, welche auf einfache Weise ein sicheres Wiedereinführen des Luntenendes in den Klemmspalt des nachgeordneten Walzenpaares gestattet.

    [0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Führungselement ein zwischen den beiden Walzenpaaren befe­stiger, längenveränderbarer Luntenführungskanal ist, dessen Endbereiche jeweils in die Walzenspalte der beiden Walzen­paare ragen. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, daß dieser Luntenführungskanal die Lunte einwandfrei auch dann führt, wenn eine Änderung der Abstände der beiden Walzenpaare ein­tritt oder wenn das betreffende Streckwerk der Einwirkung eines Wanderbläsers ausgesetzt ist.

    [0006] Dieser Luntenführungskanal kann durch zwei teleskopartig in­einander geführte, durch Federkraft auseinandergedrückte, zwischen den beiden Walzenpaaren eingespannte Rohre gebildet sein, wobei die Breite des Luntenführungskanals auf die Changierbreite der Lunte in dem zuführenden Walzenpaar und auf der Auslaufseite auf die Changierbreite der Lunte in dem dem zuführenden Walzenpaar unmittelbar nachfolgenden Walzen­paar abgestellt sein kann. Damit ist sichergestellt, daß die Lunte in allen Stellungen ihrer Changierbreite in den Kanal einlaufen bzw. auslaufen kann.

    [0007] Um den Durchlauf der Lunte durch den Luntenführungskanal nicht zu behindern, ist nach einem weiteren Merkmal der Er­findung das innere Teleskoprohr auf der Einlaufseite des Luntenkanals angeordnet. Auf ihrer Oberseite haben die bei­den teleskopartig ausgebildeten Kanalteile jeweils einen Schlitz, um ein Einlegen der Lunte zu ermöglichen, wobei beide Schlitze miteinander fluchten.

    [0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung umgreifen die Endbe­reiche der beiden Teleskoprohre die Unterwalzen der zugeord­neten Walzenpaare bis über deren Mitte, damit der Luntenka­ nal beim Hochschwenken eines die Oberwalzen führenden Trag­und Belastungsarmes in seiner Stellung gehalten wird.

    [0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird ein seitliches Verschieben des Luntenführungskanals durch als Führung aus­gebildete Wangen verhindert, welche sich an den Flanken der gegenüber dem Grunddurchmesser der Walzen erhöhten Riffel­feld abstützen.

    [0010] Weiterhin kann mindestens ein Gehäuse des Luntenführungs­kanals so schmal ausgebildet sein, daß zum getrennten Führen zweier Lunten durch die Arbeitsstelle zwei Gehäuse nebenein­ander zwischen zwei Walzenpaaren anordenbar sind. Daraus re­sultiert der Vorteil, daß zwei Luntenführer nebeneinander angeordnet das Vorgarn bzw. die Lunte getrennt in dem vorge­sehenen Abstand führen. Einzeln angeordnet können diese Lun­tenführer beim normalen Spinnen eingesetzt werden.

    [0011] Um die korrekte Stellung zweier nebeneinander angeordneter Gehäuse der Luntenführungskanäle zueinander sicherzustellen, ist es vorteilhaft, das eine Rohr eines Gehäuses an einer Halteschiene zu befestigen und das andere Rohr demgegenüber verschiebbar auszubilden. Ggf. können die Halteschienen changieren. Zwischen den beiden Rohren des Gehäuses kann eine das verschiebbare Rohr gegen eines der Walzenpaare drückende Feder angeordnet sein. Hierbei kann das verschieb­bare Rohr vorteilhafterweise an der Einlaufseite der Lun­tenführungsvorrichtung liegen.

    [0012] Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, daß das in Lunten­laufrichtung nachgeordnete Rohr des Gehäuses an seiner Aus­laufseite im Luntenlaufbereich sich verengend ausgebildet ist, wodurch eine Verbesserung der Führungswirkung im Aus­laufbereich erzielt wird.

    [0013] Statt des Einsatzes einer Feder zwischen den beiden Rohren des Gehäuses der Luntenführungsvorrichtung besteht al­ternativ auch die Möglichkeit, daß eine die Stellung des verschiebbaren Rohres festlegende Arretierung vorgesehen ist, welche beispielsweise als Rasterung ausgebildet sein kann.

    [0014] Nach der ersten Alternative drückt die Feder den ver­schiebbaren Teil der Luntenführungsvorrichtung in den Wal­zenspalt des davorliegenden Walzenpaares. Bei der letzteren Variante wird die Stellung des vorderen verschiebbaren Roh­res in Abhängigkeit vom Abstand der beiden Walzenpaare, zwi­schen denen die Luntenführungsvorrichtung angeordnet ist, durch die Arretierung festgelegt, was den Vorteil hat, daß das vordere bewegliche Teil nicht an dem vorgeordneten Wal­zenpaar schleift.

    [0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:

    Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Streckwerks mit Luntenführungs-Vorrichtung, teils geschnitten;

    Fig. 2 eine nähere Darstellung der Luntenführungs-Vorrich­tung zwischen zwei Walzenpaaren im Schnitt;

    Fig. 3 eine Draufsicht auf die Konstruktion nach Fig. 2;

    Fig. 4 eine schematische Seitenansicht einer anderen Ausfüh­rungsform der Luntenführungsvorrichtung zwischen zwei Walzenpaaren;

    Fig. 5 eine Draufsicht auf die Anordnung nach Fig. 4;

    Fig. 6 eine vergrößerte Ansicht der Luntenführungsvorrich­tung im Mittelschnitt;

    Fig. 7 eine Draufsicht auf die Luntenführungsvorrichtung nach Fig. 6;

    Fig. 8 eine Rückansicht der Luntenführungsvorrichtung nach Fig. 6 und 7;

    Fig. 9 eine andere Ausführungsmöglichkeit der Positionierung der beiden Rohre der Luntenführungsvorrichtung zu­einander, teils gebrochen.



    [0016] Figur 1 stellt schematisch ein Streckwerk, d.h. eine Ar­beitsstelle einer Spinnereimaschine dar. Hierbei ist er­sichtlich, daß dieses Streckwerk aus einem Eingangswalzen­paar 1, einem mittleren Walzenpaar 2 mit Oberriemchen 6 und Unterriemchen 7 sowie einem Ausgangswalzenpaar 3 besteht. Das Oberriemchen 6 sowie das Unterriemchen 7 des mittleren Walzenpaares 2 sind in nicht näher dargestellter, jedoch an sich bekannter Weise, durch entsprechende Führungen geführt und gespannt.

    [0017] Zwischen dem Eingangswalzenpaar 1, welches aus einer Ober­walze 4 und einer Unterwalze 5 besteht und dem mittleren Walzenpaar 2, befindet sich eine Luntenführungs-Vorrichtung mit einem Luntenführungskanal 8. Dieser Luntenführungskanal 8 ist durch zwei teleskopartig ineinander geführte, durch die Kraft einer Feder 11 auseinandergedrückte, zwischen den beiden Walzenpaaren 1 und 2 eingespannte Teleskoprohre 9 und 10 gebildet. Wie ersichtlich, ist hierbei das innere Tele­skoprohr 10 auf der Einlaufseite des Luntenführungskanals 8 angeordnet, d.h. in dem Bereich des Eingangswalzenpaares 1.

    [0018] Um ein Einführen der Lunte in den Luntenführungskanal 8, d.h. in die beiden Teleskoprohre 9 und 10 zu gewährleisten, weisen die beiden Teleskoprohre 9 und 10 jeweils einen in den Luntenführungskanal 8 führenden Schlitz 12 und 13 nach Fig. 2 und 3 auf.

    [0019] Weiterhin weisen die beiden Teleskoprohre 9 und 10 nach Fig. 3 endseitig jeweils eine Führung 14 und 15 bzw. 16 und 17 auf, welche als Wangen ausgebildet sind. Diese Wangen ver­hindern ein seitliches Verschieben des Luntenführungskanals, wobei sich die Führungen 14 und 15 bzw. 16 und 17 an den Flanken der gegenüber dem Grunddurchmesser der Walzen der Walzenpaare 1 und 2 erhöhten Riffelfeld mindestens einer der Unterwalzen der beiden vorgenannten Walzenpaare abstützen.

    [0020] Aus Fig. 2 ist weiterhin ersichtlich, daß die Endbereiche 18 und 19 der beiden Teleskoprohre 9 und 10 die entsprechenden Unterwalzen der zugeordneten Walzenpaare 1 und 2 bis über deren Mitte übergreifen. Damit werden die beiden Teleskop­rohre 9 und 10, und damit der Luntenführungskanal, beim Hochschwenken eines die Oberwalzen der Walzenpaare 1, 2 und 3 führenden Trag- und Belastungsarms in ihrer Stellung ge­halten und können nicht aus der in Fig. 1 und 2 mit Hilfe der Feder 11 eingespannten Stellung herausgleiten.

    [0021] Aus Fig. 3 ist ersichtlich, daß die Breite B des Luntenfüh­rungskanals 8 in Richtung der Streckwerksebene auf seiner Einlaufseite so groß ist, daß die Lunte in allen Stellungen ihrer Changierbreite in den Führungskanal 8 im Bereich des Teleskoprohres 10 einlaufen kann. Auch die Auslaufbreite B′ im nachfolgenden Teleskoprohr 9 ist so groß, daß sich die Changierung der Lunte in dem nachfolgenden Walzenpaar 2 fortsetzen kann.

    [0022] Der Einsatz einer derartigen Luntenführungs-Vorrichtung mit einem Führungskanal 8 innerhalb der beiden Teleskoprohre 9 und 10 ist dann von Vorteil, wenn beispielsweise Streckwerke von Spinnereimaschinen mit Luntenstop-Vorrichtungen an sich bekannter Art ausgestattet werden. Bei Einsatz dieser Lun­tenstop-Vorrichtungen wird durch ein zwischen das Eingangs­walzenpaar eingeführtes keilförmiges Klemmelement die Ober­walze 4 in nicht näher dargestellter Weise von der Unter­walze 5 des Walzenpaares 1 abgehoben, stillgesetzt und die Lunte festgeklemmt. Da das nachgeordnete Walzenpaar 2 mit den Unterriemchen 6 und 7 weiterläuft, wird die Lunte zwi­schen diesen beiden Walzenpaaren getrennt.

    [0023] Damit nun das aus dem Eingangswalzenpaar 1 heraushängende Luntenende bei der Wiederinbetriebnahme des Streckwerkes in den Walzenspalt des Walzenpaares 2 findet, ist die erfin­dungsgemäße Luntenführungs-Vorrichtung mit dem Luntenfüh­rungskanal 8 innerhalb der beiden Teleskoprohre 9 und 10 vorgesehen. Da sich diese beiden Teleskoprohre 9 und 10 un­ter Wirkung der Feder 11 zwischen den beiden Walzenpaaren 1 und 2 abstützen und das innere Teleskoprohr 10 innerhalb des Teleskoprohres 9 über einen längeren Bereich geführt ist, ist die Führung der Lunte auch bei größeren Abstandsänderun­gen der beiden Walzenpaare 1 und 2 einwandfrei gegeben.

    [0024] Ein weiterer Vorteil ergibt sich darin, daß der Luntenfüh­rungskanal 8 den Luntenlauf auch vor evtl. unerwünschter Einwirkung eines Wanderbläsers schützt, welcher an der Spin­nereimaschine entlang läuft und mittels eines Luftstromes Staub- und Faserablagerungen von den Verzugselementen ab­bläst. Damit ist einwandfrei gewährleistet, daß die Lunte innerhalb des Luntenführungskanals abgedeckt geführt ist und nicht verblasen werden kann.

    [0025] Gemäß Fig. 4 und 5 befindet sich gemäß einer anderen Ausfüh­rungsform eine Luntenführungsvorrichtung zwischen den Wal­zenpaaren 1 und 2.

    [0026] Die Luntenführungsvorrichtung besteht aus einem Gehäuse, welches die zwei teleskopartig ineinander geführten Rohre 9 und 10 aufweist. Hierbei ist das Gehäuse dieser Luntenfüh­rungsvorrichtung so schmal ausgebildet, daß gemäß Fig. 5 zwei Gehäuse 24, 25 zum getrennten Führen zweier Lunten 22, 23 durch die Arbeitsstelle zwischen den Walzenpaaren 1 und 2 anordenbar sind. Jedes dieser beiden Gehäuse 24 und 25 weist einen Luntenführungskanal 8 auf.

    [0027] In Fig. 6 ist die erfindungsgemäße Luntenführungsvorrichtung mit dem Luntenführungskanal 8 näher dargestellt. Wie er­sichtlich, ist das eine Rohr 9 der Luntenführungsvorrichtung an einer Halteschiene 30 befestigt, vorteilhafterweise durch nicht näher bezeichnete, überstehende Klauen angeclipst; das andere Rohr 10 ist demgegenüber verschiebbar ausgebildet. Zwischen den beiden Rohren 9 und 1O des jeweiligen Gehäuses 24 bzw. 25 ist eine das verschiebbare Rohr 10 gegen das Walzenpaar 1 und seine Einlauföffnung in dessen Walzenspalt drückende Feder 29 angeordnet. Das verschiebbare Rohr 10 befindet sich vorteilhafterweise an der Einlaufseite der Luntenführungsvorrichtung, d.h. im Bereich des Walzenpaares 1. Durch überstehende Anschläge 34 und 35 an beiden Rohren 9 und 10 wird verhindert, daß die Feder 29 die beiden vorge­nannten Rohre beispielsweise im ausgebauten Zustand ausein­anderdrückt.

    [0028] Wie aus Fig. 6, 7 und 8 ersichtlich, ist das in Luntenlauf­richtung nachgeordnete Rohr 9 des Gehäuses 24 bzw. 25 an seiner Auslaufseite im Luntenlaufbereich mit einer Verengung 36 versehen, wobei der Luntenführungskanal 8 in diesen Be­reich über konisch verlaufende Flächen 40 und 41 in diese Verengung 36 übergeht. Hierdurch erfährt die jeweilige Lunte 22 bzw. 23 im Auslaufbereich der Luntenführungsvorrichtung vorteilhafterweise nicht nur eine sehr gute Führung quer zur Laufrichtung, sondern auch eine, die Verzugsarbeit des nach­geordneten Hauptverzugsfeldes vorteilhaft beeinflussende seitliche Zusammenfassung.

    [0029] Wie insbesondere aus Fig. 8 hervorgeht, beschränkt sich die Verengung 36 auf den unteren Bereich des Luntenführungs­kanals 8, in dem die Lunten 22 bzw. 23 im normalen Betrieb des Streckwerks laufen. Der obere, weiter ausgebildete Be­reich erleichtert das Einlegen der Lunte bei Inbetriebnahme des Streckwerkes; durch den trichterartigen Übergang von dem weiter ausgebildeten in den engen Bereich ziehen sich die Lunten unter Wirkung der Verzugskraft von selbst in den en­gen Bereich.

    [0030] Durch die in Luntenlaufrichtung ansteigende Kontur der Flä­chen 40 und 41 und die dieser Kontur angepaßten Kontur des hinteren Bereichs des verschiebbaren Rohres 10 wird trotz dieser Einengung 36 des Luntenführungskanals 8 ein weiter Verschiebebereich des Rohres 10 erreicht.

    [0031] Statt der zwischen den beiden Rohren 9 und 10 vorgesehenen Feder 29 besteht auch die Möglichkeit, nach Fig. 9 eine die Stellung des verschiebbaren Rohres 10 festlegende Arretie­rung 37 vorzusehen. Hierzu weist das an der Halteschiene 30 befestigte Rohr 9 unterhalb der Deckfläche Rasterungen 38 auf; das verschiebbare Rohr 10 ist mit einem Rastelement 39 versehen, welches in jeweils eine der Rasterungen 38 des Rohres 9 eingreifen kann. Der das Rastelement 39 tragende Bereich des Rohres 10 ist hierbei als federnde Zunge ausge­bildet. Dadurch kann die Stellung des beweglichen Rohres 10 in Abhängigkeit vom Abstand der ersten beiden Walzenpaare 1, 2 durch die Arretierung 37 festgelegt werden, wobei vor­teilhafterweise das bewegliche Rohr 10 nicht mit seinem vor­deren Bereich an dem Walzenpaar 1 schleift.

    [0032] Durch die schmale Gestaltung der Gehäuse 24 bzw. 25 der Lun­tenführungsvorrichtung besteht die Möglichkeit, sie beim Einsatz des Streckwerkes zum Spinnzwirnen vorzusehen, bei welchem zwei Lunten 22 und 23 in geringem Abstand durch das Streckwerk laufen und erst nach Velassen des Streckwerkes zusammengeführt werden.

    [0033] Andererseits besteht auch die Möglichkeit, nur eines der Ge­häuse 24 bzw. 25 auch in zum normalen Spinnen verwendeten Streckwerken einzusetzen, wobei trotzdem die jeweilige Lunte infolge des Luntenführungskanals 8 und der ausgangsseitigen Verengung 36 derselben eine sehr gute Führung erfährt. Hier­bei ist das vordere bewegliche Rohr 10 der Luntenfüh­rungsvorrichtung in seiner Kontur dem Spalt zwischen dem Walzenpaar 1 angepaßt, um möglichst nahe in den Bereich die­ses Walzenpaares zu gelangen. Aus Fig. 6 und 7 ist diese Kontur 33 im Bereich des Luntenführungskanals 8 ersichtlich.


    Ansprüche

    1. Luntenführungs-Vorrichtung, mit einem zwischen zwei Wal­zenpaaren an einer Arbeitsstelle einer Spinnereimaschine angeordneten Führungselement, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement ein zwischen den beiden Walzenpaaren (1, 2) befestiger, längenveränderbarer Luntenführungs­kanal (8) ist, von dessen beiden Endbereichen mindestens einer in den Walzenspalt eines der beiden Walzenpaare (1, 2) ragt.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Luntenführungskanal (8) durch zwei teleskopartig in­einander geführte, durch Federkraft auseinandergedrückte, zwischen den beiden Walzenpaaren (1, 2) eingespannte Roh­re (9, 10) gebildet ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite (B) des Luntenführungskanals (8) auf die Chan­gierbreite der Lunte im zuführenden Walzenpaar (1) abge­stellt ist.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Breite (B) des Luntenfühungskanals (8) auf der Auslaufseite auf die Changierbreite der Lunte in dem dem zuführenden Walzenpaar (1) unmittelbar nach­folgenden Walzenpaars (2) abgestellt ist.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das innere Teleskoprohr (10) auf der Einlaufseite des Luntenführungskanals (8) angeordnet ist.
     
    6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­durch gekennzeichnet, daß die beiden Teleskoprohre (9, 10) oberseitig jeweils einen in den Luntenführungskanal (8) führenden Schlitz (12, 13) aufweisen.
     
    7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­durch gekennzeichnet, daß die beiden Teleskoprohre (9, 10) endseitig jeweils eine Führung (14-17) gegen seitli­ches Verschieben aufweisen.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung als sich an den Flanken des Riffelfeldes ei­ner Unterwalze des zugeordneten Walzenpaares abstützende Wangen ausgebildet ist.
     
    9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­durch gekennzeichnet, daß die Endbereiche (18, 19) der beiden Teleskoprohre (9, 10) die Unterwalzen der zugeord­neten Walzenpaare(l, 2) bis über deren Mitte übergreifen.
     
    10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­durch gekennzeichnet, daß der Luntenführungskanal (8) zwischen einem Eingangswalzenpaar (1) und einem nachfol­genden Walzenpaar (2) angeordnet ist, wobei das Ein­gangswalzenpaar (2) mit einer an sich bekannten Lunten­stop-Vorrichtung mit zwischen Eingangsoberwalze (4) und Eingangsunterwalze (5) des Streckwerkes eintretendem Klemmelement versehen ist.
     
    11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gehäuse der Luntenführungskanäle (8) so schmal ausgebildet sind, daß zum getrennten Führen zweier Lunten (22, 23) durch die Arbeitsstelle zwei Gehäuse (24; 25) nebeneinander zwischen zwei Walzenpaaren (1, 2) anordenbar sind.
     
    12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Rohr (9) des Gehäuses (24; 25) an einer Halteschiene (30) befestigt und das andere Rohr (10) demgegenüber verschiebbar ausgebildet ist.
     
    13. Vorrichtung nach Anspruch 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Rohren (9, 10) des Gehäuses (24; 25) eine das verschiebbare Rohr (10) gegen eines der Walzenpaare (1) drückende Feder (29) an­geordnet ist.
     
    14. Vorrichtung nach Anspruch 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das verschiebbare Rohr (10) an der Einlaufseite der Luntenführungsvorrichtung liegt.
     
    15. Vorrichtung nach Anspruch 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das in Luntenlaufrichtung nachgeord­nete Rohr (9) des Gehäuses (24; 25) an seiner Auslauf­seite im Luntenlaufbereich sich verengend ausgebildet ist.
     
    16. Vorrichtung nach Anspruch 11, 12, 14 und 15, dadurch ge­kennzeichnet, daß eine die Stellung des verschiebbaren Rohrs (10) festlegende Arretierung (37) vorgesehen ist.
     
    17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Arretierung (37) als Rasterung (38, 39) ausge­bildet ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht